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42 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Ängstlichen
Ein brillanter Familienroman, der keine dunkle Nische der menschlichen Existenz scheut! Die drei Generationen der Familie Jansen werden eindringlich, aber unprätentiös, in all ihrer Versehrtheit, Bitterkeit und ihren persönlichen Schieflagen geschildert. Der Autor die führt Entfremdung der Figuren, ihre Verworfenheit auf ihr eigenes Schicksal...
Veröffentlicht am 8. September 2009 von Katrin

versus
63 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechte Laune garantiert
Ich kann mich den beiden ablehnenden Vorrednern nur anschließen. Warum dieses Buch (angeblich) von der Kritik so gelobt wurde, wie in den Anzeigen des Verlages behauptet wird, ist auch mir unerklärlich. Geschrieben wie ein technischer Text, voller umständlich und ohne jede Poesie formulierter unnützer und enervierender Wikipedia-Details über die...
Veröffentlicht am 8. November 2009 von Stephan


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63 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechte Laune garantiert, 8. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich kann mich den beiden ablehnenden Vorrednern nur anschließen. Warum dieses Buch (angeblich) von der Kritik so gelobt wurde, wie in den Anzeigen des Verlages behauptet wird, ist auch mir unerklärlich. Geschrieben wie ein technischer Text, voller umständlich und ohne jede Poesie formulierter unnützer und enervierender Wikipedia-Details über die Marken oder den Preis oder die chemische Zusammensetzung von Gegenständen, über allgemeine Umstände (Klimawandel, Sozialpolitik!) oder über langweilige Einzelheiten der Handlungen und Gedanken der durchgängig konstruiert wirkenden Figuren, die ausnahmslos - das ist das schlimmste - schlechte Laune verbreiten, kombiniert es in diesem Satz vergleichbaren Bandwurmsätzen (hat Herr Walser angeblich reife Prosa genannt) die trotz aller bemühten äußeren Bewegung statische Beschreibung einer Familie mit einer oberflächlichen, teilweise albernen Rahmen(?)handlung von einem wegen seiner Schulden verfolgten Spieler, der einen Selbstmord vortäuscht. Es gibt keine echten emotionalen Bindungen zwischen den Figuren, sie ziehen ihre Bahnen in ihren beschränkten konsum-, alkohol-, tabletten- oder geltungssuchtverseuchten inneren Welten, voller Angst vor Veränderung, ewig bemüht um Statussicherung und ohne Liebe zu sich, der Welt oder den anderen. Und es passiert passiert zwischen ihnen: nichts. Das ist der Grund, warum man dieses Buch nicht hätte schreiben müssen. Figuren, Konstellationen, Geschehnisse - alles bleibt hölzern, leblos, vom eigenen Autor verachtet und mit besserwisserischen Tiraden beschimpft, gefangen in stereotypen Bildern die mehr über Herrn Henning als über die deutsche oder westliche Wirklichkeit oder was auch immer aussagen. Ein Buch dass mir hinterherhing wie ein schlechter Traum.
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46 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Grauen kennt einen Namen..., 7. November 2009
Von 
monsieur le M (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Ängstlichen sind jene, die sich der Meinung der größten Menge fügen, - wer nicht lobt, wo andere loben, entsteht Wut. Bei mir ist es genau das Gegenteil. Als Elke Heidenreich mir via Stream dieses Buch empfahl hätte ich fast weinen mögen. Aus Wut, nicht aus Angst. Warum? Gott, weil es so schlecht ist.

Weil es ein Cliché ist, das ganze Buch.

Schon auf den ersten Seiten bin ich schier im Sumpf tausend&eines bildreichen Vergleichs ertrunken. Die schlechten Metaphern, - schlecht durch deren offensichtliche Plattheit, - lesen sich wie ein überdreht-gekünstelter Versuch, Literatur schaffen zu wollen, - schon die erste Einstellung, die Welt von oben, & der Zoom hinein in den Sturm... Ja, das Motiv hätte toll sein können, es hätte vibrieren müssen, - stattdessen hatte ich beim Lesen permanent die Einstellung der Kamera vor Augen, & zwar nicht das Hollywoodmodell. Optisches Schreiben? Gerne! Gerade unter dem Aspekt der Provinz, des erstickenden Gleichklangs, her damit! Aber wo ist die Innovation darin? Ich meine: in den Ängstlichen? Stattdessen kommen die Adjektive, mehr als der Verstand zu greifen vermag, - von Frau Heidenreich wird das bewundert, hervorgehoben sogar. Okay. Geschenkt. Ich fand's unerträglich. Ein Schüler vermag solche Sätze zu konstruieren. (& damit will ich weder den Autoren, noch den xbeliebigen Schüler diskreditieren; es geht mir um nur dem Umstand, dass hier etwas vor allem literarisch gelobt wurde... Wo ist das, ich meine: Reden wir da vom selben Buch??) In die gleiche Kategorie fällt für mich die Tatsache, dass der postmoderne Roman Markennamen oft wie Fahnen beim Kreuzzug schwenkt; auch hier wieder. Das kann passen, - es kann gesellschaftskritisch oder -satirisch sein, es kann einen Wahn umschreiben, kann plastisch sein, kann gleichsam bedeutungsvoll wie unbedeutend sein. Hier? Stört es. Mich hat es gestört. Grund? Auch hier wieder hatte ich die Kamera irgendeines Privatsenders im Kopf, der BMW Modell so&so, der die Straße entlang prischt, mein Gott wie plastisch, wie lebensnah, diese ganze Szenerie... & dazu essen sie folgende andere Produkte... Bekommt man Werbegelder sobald man das publiziert?, ich meine: Ernsthaft? Falls nicht frage ich mich, was das dann soll. Diese ganze Aneinanderreihung von Hastdunichtgesehn. Nein. Zu viel, zu viel gewollt, zu wenig gekriegt, zu viel benutzt. Rein stilistisch kam mir also mehr als nur einmal das kalte Grausen.

Aber okay. Sehen wir über stilistische Fehler hinweg, bitte. Gut. Was bleibt? Ach ja, genau: Das Cliché. Ich meine: Kann eine Geschichte heutzutage nicht weniger konstruiert WIRKEN? Alles, vom Hyperchonderbruder (krank?, nicht krank?, keiner weiß es, aber sein Leben ändert es nicht) bis zum Betrug & Ehebruch, - alles dagewesen, alles furchtbar bedeutsam miteinander verschlungen, - weder die Mutter, Johanna, vermag glaubhaft zu wirken, noch ihr Lebensgefährte, (mein Gott, Spielsucht & Kriminalität haben auch schon mal authentischer gewirkt, nicht?) geschweige denn ihre Kinder & Enkel... Die teilweise erschreckend unlogische Charakterentwicklung hat mir Kopfschmerzen bereitet. Alle bleiben sie oberflächlich, leblos, hölzern. Die Dialoge, - umrahmt von Plattitüden des Immer&erneutgesagten, - wirken manchmal ungewollt komisch. Das geschieht durchgängig. Situationen erhalten eine Komik, die sie nicht haben sollten, - anderers hingegen wirkt aufgesetzt, falsch. Zwanghaft-konstruiert geht die Geschichte rund um die vermengten Unnötigkeiten, - Details, die keiner wirklich braucht, um eine Geschichte wirklich lesenswert zu finden, - im Kitsch unter. Im schlechten Kitsch auch noch. Da wird geredet & erkannt & dann jagen sie sich wie junge Hunde, & jeder, der seine Last trägt, & jeder der einsam ist, & so weiter & so weiter, & die Moral von der Geschicht... Worauf das aber hinausläuft, am Ende, wenn die angeblichen Fäden des Plots zusammenlaufen (hätten zusammenlaufen sollen), - das ist ein erwartbares Resultat der Umstände. Auf diesen wasweißichwievielen Seiten findet nicht die griechische Tragödie statt, als die sie sich ausgibt; es ist nicht der Kahlschlag durchs Provinzielle, keine gutes Werk über die Familie, über Emotionen, über das Chaos, das es gerne in Worte kleiden würde, es ist nicht mal eine dieser schlechten Metaphern, die es selbst verwendet. Nichts davon. Es ist einfach nur leer.

And that's it. Was? Keine Inhaltsangabe? Keine genauere Beschau der Charaktere? Keine Details? Nein. Schlichtweg nein. Es ist die Tatsache, dass diese Geschichte so absolut, so grauenerregend bedeutungslos ist, dass ich mich weigere, sie wiederzugeben. Die Wirrungen & Irrungen der Familie, die keine ist, weil sie aus Clichés besteht, haben mich nicht nur gelangweilt, sie haben mich rasend gemacht. Würde ich also gefragt: Soll ich "Die Ängstlichen" lesen?, nun, ich sagte: Nein, lies lieber ein richtiges Buch. Clichés findest du auch so schon genug.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tolle neue deutsche Gegenwartsliteratur, 7. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wenn dieses (Mach-)Werk neue deutsche Gegenwartsliteratur sein soll, dann graut es mir vor der Zukunft. Jede Menge Product-Placement, Neurosen, Psychosen - in und mit einer einzigen Familie. Und ein fragwürdiger Umgang mit Jahreszahlen (der Roman spielt im Jahr 2003) und Fakten, wie z.B. die Geburt aller drei Kinder der 78jährigen Johanna während WK II, das erste dann vermutlich mit 15/16, und dann trotzdem eine 2003 54jährige Ulrike, also Jahrgang 1949. Und daran hat der Autor über 5 Jahre gearbeitet, und das Lektorat hat wohl geschlafen?

Wer an einem in einer hess. Provinzstadt spielenden guten Roman interessiert ist, dem empfehle ich Stephan Thomes "Grenzgang".
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dieses Buch schafft mich., 11. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Um es kurz zu machen: dieses Buch schafft mich. Ich versuche gerade in einem dritten Anlauf, es zu lesen. Normalerweise lege ich ein Buch, dem es nicht gelungen ist, mich in den ersten 50 Seiten in seinen Bann zu ziehen, zur Seite. Mit diesem Buch bin ich zweimal so verfahren. Ich gab ihm dummerweise noch eine dritte Chance, habe mich diesmal fast bis zur Hälfte durchgequält, aber nun ist endgültig Schluss! Langweilig, öde, nichtssagend, nervig. Und dann noch diese im Übermaß vorhandene Schleichwerbung für Produkte - sowas habe ich (glaube ich) noch nie erlebt. Weg damit.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lieber Herr Henning,, 25. Dezember 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
...was haben Sie denn da bloß fabriziert? Normalerweise schreibe ich gar keine Kommentare zu den Büchern, die ich lese. Entweder sie gefallen mir und dann landen sie in meinem Schrank, oder sie gefallen mir nicht und dann landen sie... woanders. Aber die Lobeshymnen in der Presse, die überschwenglichen Zitate prominenter Stimmen auf dem Buchrücken und im Gegensatz dazu der Inhalt dieses Buches haben mich so geärgert, daß ich hiermit meine erste Rezension schreibe. Es wimmelt von Platitüden, nichts ist neu oder wenigstens originell konstruiert, die logischen Schwächen führen zu ärgerlichem Gemurmel beim Lesen (besonders peinlich in der U-Bahn) und dann muß man auch noch über das rätselhaft wechselnde Alter der Figuren nachgrübeln. Sportjournalist Ben gibt zwar an, daß ihm DatenZahlenFakten herzlich egal sind, aber muß das denn aufs ganze Buch zutreffen? Gab es keine Korrektur? A propos Korrektur. Inwiefern Frau Heidenreich dieses Buch auf einer Höhe mit Franzens "Korrekturen" sieht, habe ich immer noch nicht verstanden. Nein, nein, so geht das nicht. Ich bin enttäuscht. Mit herzlichen Grüßen, eine Leserin
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langatmig, umständlich, gespreizt, 4. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Taschenbuch)
Ich habe nach dem Lesen dieses Buches das Gefühl, viel Lebenszeit verschwendet zu haben. Herr Henning kann einfach nicht schreiben, er sollte uns mit seiner Prosa verschonen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sprachlich ungenügend, 26. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Über Relevanz und Inhalt dieses Romans kann man geteilter Meinung sein- dass die zeitlichen Abläufe nicht stimmen, verdirbt dem Leser leider schon bald die Stimmung. Aber die grösste Katastrophe ist sicher die sprachliche Gestaltung. Hölzerner Satz folgt auf hölzernen Satz, die Dialoge sind teilweise so verfasst, dass sie kein Gymnasiallehrer bei einem Schüler durchgehen lassen würde.Und der Tiefpunkt: Der unablässige Gebrauch unnötiger Satzzeichen. Immer wieder werden Sätze zwischen Klammern gesetzt- wenn man diese in Gedanken auflöst, realisiert man, dass sie völlig überflüssig sind und nur den Fluss der Erzählung, sobweit dieser überhaupt vorhanden ist, hindern.Es ist ein Rätsel, dass ein renommierter Verlag ein solches Machwerk ohne grosse Korrekturen akzeptiert hat- und es ist ein bedenklicher Fehlgriff, es von Leuten wie Walser (aufgrund der Sprache!) und Heidenreich empfehlen zu lassen-sie können es nicht wirklich gelesen haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Elke Heidenreich sei Dank!, 11. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Daher habe ich dieses Buch gekauft und gelesen. Zu den Ergüssen meiner unzufriedenen Vorredner gibt es nur eines hinzuzufügen: bei Streichung alles Überflüssigen wäre der Umfang des Buches und die Qual des Lesens halbiert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unermessliche Angst vor Veränderung, 17. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Peter Henning verfasste die Chronik einer typischen, deutschen Familie des 21. Jahrhunderts. Johanna will aus ihrer Wohnung in der Ankergasse in Hanau in eine betreute Wohnanlage ziehen. Ihr erster Mann Paul ist bereits 1968 gestorben, ihr langjähriger, aber oft rücksichtsloser und gewissenloser Lebensgefährte Janek, ein begnadeter Automechaniker, ist spielsüchtig. Ihre drei erwachsenen Kinder und deren Anhang kreisen »in sicherer Distanz um die Ankergasse wie Satelliten um einen verseuchten Planeten«.

Johannas ältester Sohn Helmut, 1944 geboren, zwei Mal geschieden, ist ehemaliger Tennislehrer, jetzt Golfer; er trägt eine Rolex-Blender und edle Klamotten; er ist ein Hypochonder und hat immer eine verstopfte Nase. Sein lebensuntüchtiger Sohn Ben, 34, freier Sportjournalist, wohnt in der Nähe der Großmutter; manchmal wirkt er durch seine Unsicherheit sehr arrogant. Die launenhafte Ulrike ist mit Rainer privat und beruflich verheiratet, sie lebt in Fulda, hat so manche Operation hinter sich gebracht. »Ihre Kinder waren gehemmte und in ihrer Entwicklung stagnierende Versager, die sich weigerten, die Pubertät hinter sich zu lassen. Ganz zu schweigen von den nicht abreißenden, nach Köln und München fließenden Geldströmen.« Der jüngste Sohn Johannas, Konrad, wurde mit 16 verrückt und haust seitdem in einer psychiatrischen Anstalt in Heppenheim, aus der er regelmäßig auszubrechen pflegt.

Henning seziert die unterschiedlichen Charaktere ausführlich und beißend. Die Familie zeigt sich nach außen offen, kommunikativ und ist auf dem neuesten Stand. Doch sie ist (nach) innen strukturlos, brüchig, rissig, zu echten Gefühlen nicht fähig; alle sind von ihren Ängsten zerfressen; »fortgesetzter Medikamentenmissbrauch war bei den Jansens und ihren Nächsten seit langem an der Tagesordnung«. Jeder verachtet jeden. Helmut ist ein kontaktgestörter Neurotiker, ein unverbesserlicher, bornierter Rechthaber, nervötender Besserwisser; aber zu doof, um einen Anrufbeantworter oder ein Handy zu aktivieren. Ben kommt mit der Liebe seines Lebens nicht klar. Ulrike und Rainer befürchten, dass ihre Kinder ihnen irgendwann die Quittung dafür präsentieren werden, dass sie sie zu lebensuntüchtigen kleinen Monstern gemacht hatten. Konrad wagt als einziger einen wirklichen Ausbruch aus der Bedrängnis der Psychiatrie, der engenden Gedankenwelten.

Henning lässt die realitätsnahe Geschichte im Frühjahr oder Sommer 2003 spielen. Seine ausschweifenden Gedankenflüge und abgrundtiefen Reflektionen wirken beeindruckend lakonisch. Die langen Sätze lassen wunderbar bizarre (Gedanken)Bilder entstehen. Die Provinzstadt Hanau erweist sich als Spiegelbild deutscher Kleinstädtigkeit; darin die Familie Jansen als Prototyp neudeutscher Empfindlichkeit. Verinnerlichter Markenfetischismus als Lebeninhalt. Das Wetter als Symbol aufziehender, unvermeidbarer, aber ignorierbarer Gefahren.

Doch leider scheint dem Autor im Laufe der mehrjährigen Entwicklungszeit des Buches der zeitliche Faden wie die Kreativität sowie die feine Ironie ein wenig verloren gegangen zu sein. Nach der Hälfte des Romans verfliegt die anfängliche Faszination über die zahlreichen Facetten der bedrückenden Wirklichkeit deutschen Bürgertums, geprägt von Realitätsentzug und visionsloser Zukunftsleere. Unpassend empfand ich das melodramatische Ende, auch wenn bereits in der Mitte des Romans diese Möglichkeit einer Lebensentscheidung vorgegeben wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Herr Henning sollte sich einen Atlas kaufen, 9. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Ängstlichen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Den voran gegangenen negativen Kritiken kann ich mich nur freudig anschließen: sie sind jedenfalls ersprießlicher, als das Werk von Peter Henning selbst.
Zusätzlich kann ich nur sagen: ich habe mich über die geografischen Schnitzer doch sehr gewundert. Oder ist das ein Stilmittel? Da wird behauptet, Frankfurt liege im Westen von Heppenheim. Dabei liegt es haargenau im Norden. Hanau erreicht er von Fulda aus über die A7; tut mir leid, auf dieser Autobahn komme ich nur nach Dänemark oder Ulm. Man sollte die A 66 nehmen. Und so weiter und so fort. Das sind Kleinigkeiten, aber da ich mich nun mal in Hessen gut auskenne, ist das schon irritierend. Sollte Peter Henning als Journalist auch so arbeiten...Er sollte sich auf jeden Fall mal einen Hessen-Atlas kaufen und ihn studieren!

Was meinte Elke Heidenreich? "Lesen Sie Peter Henning. Was Jonathan Franzen konnte, kann Peter Henning auch. Es ist (...) mit Sicherheit das beste deutsche Buch in diesem Jahr..." Was hat sie sich dabei nur gedacht!
Von ihr habe ich auch den Satz im Ohr, man solle ab und zu "tüchtig trinken". Vielleicht sollte Sie's beim Bücher-Lesen nicht übertreiben, das Trinken...

Sollte jemand den meteorologischen Einstieg von "Die Ängstlichen" als besonders originell empfinden, dem sei Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" empfohlen.
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Die Ängstlichen: Roman
Die Ängstlichen: Roman von Peter Henning
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