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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausdrucksstarker Historienfilm in einer tollen Edition...
Was wie der Stoff eines typischen Kostümfilms klingt, ist in Wahrheit reale dänische Geschichte. Regisseur Nicolaj Arcel hat aus diesem Stoff einen neugierig machenden und spannend inszenierten Film gemacht, der vor allem daran erinnert, wie schwer es war, in Dänemark das Licht der Aufklärung in die muffigen Kabinette der absolutistischen Macht...
Vor 19 Monaten von Glubberer veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Emotionale Dreiecksgeschichte!
Ich hatte mich zum Anschauen dieses Films aufgrund der guten Rezensionen entschieden. Inhalt des Films ist eine emotionale Dreiecksgeschichte. Die dänische Königin Caroline Mathilde (Alicia Vikander) wurde mit einem verrückten Mann Christian VII.(Mikkel Boe Folsgaard) verheiratet. Sie leidet sehr unter seinen wahnsinnigen Ideen, was im Film auch sehr gut...
Vor 19 Monaten von miraculum veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausdrucksstarker Historienfilm in einer tollen Edition..., 26. Februar 2013
Was wie der Stoff eines typischen Kostümfilms klingt, ist in Wahrheit reale dänische Geschichte. Regisseur Nicolaj Arcel hat aus diesem Stoff einen neugierig machenden und spannend inszenierten Film gemacht, der vor allem daran erinnert, wie schwer es war, in Dänemark das Licht der Aufklärung in die muffigen Kabinette der absolutistischen Macht hineinzulassen.

Arcels Inszenierung kommt lichter daher, als man es von Kostümfilmen gewohnt ist. Und das obwohl er nicht nur ein spannendes und unterhaltsames Drama geschaffen hat, sondern zugleich auch noch von Kulturgeschichte, Wahnsinn sowie Liebe und Intrige berichtet. Dass trotz dieser Vielschichtigkeit keine Überfrachtung zustande kommt, erweist sich als Glücksfall. Ein Loben ebenfalls an das Kamerateam. Die Bilder im Film wurden wirklich gelungen ausdrucksstark inszeniert.

Alicia Vikander ist eine hinreißende junge Königin, ihre Blickwechsel mit Struensee und die Haltung, die sie angesichts ihres Ehemannes und ihres Schicksals bewahrt, sind so intensiv, dass sie einen Weltstar wie Mads Mikkelsen glatt an die Wand spielt. Dies soll natürlich das beeindruckende und intensive Spiel von Mikkelsen in keinster Weise schmälern. Unter der Frage nach der Freiheit betrachtet, ergeben die drei Hauptfiguren eine spannende Konstellation. Es löst sich die Dreiecksbeziehung zu einer feinsinnig umgesetzten Tragödie, in der alle Protagonisten in die Mühlen der Politik geraten. Auch Mikkel Folsgaard sollte man nicht unerwähnt lassen. Er mimt den König einfach in einer großartigen Darstellung.

Als Bonusmaterial liegt der DVD der Dokumentarfilm "Eine königliche Affäre" bei. Der Film verwebt dokumentarische Spielszenen mit Erläuterungen von dänischen und englischen Historikern. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen verbinden die Handlungsstränge und es werden bisher nicht veröffentlichte Dokumente im Film vorgestellt und erläutert. Nie ist dieser Doku-Film langweilig und der Wechsel von Erläuterungen und Spielszenen wird so geschickt vollzogen, dass der Zuschauer es den Filmemachern abnimmt, dass sämtliche Handlungen so wirklich stattgefunden haben. Dank der guten Recherche und der ruhigen, überlegten Handschrift des Regisseurs erwacht historische Geschichte einfach wieder zum Leben.

Fazit:

Großartige Darsteller, ausdrucksstarke Bilder und eine stimmige Inszenierung in einer tollen Edition. Unbedingt zu empfehlen!
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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine verhängnisvolle Affäre, 30. Oktober 2012
Von 
Al Mo - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Königin und der Leibarzt (DVD)
Dänemark um 1770: Als die hochgebildete, zu feinsten Manieren erzogene Caroline Mathilde von Großbritannien blutjung an einen fremden Mann an einem fremden Hof verheiratet wird, muss sie bald erkennen, dass ihr damit kein glückliches Los beschieden ist. Denn dieser Mann, der dänische König Christian VII., ist peinlich. Er zappelt, reißt unflätige Witze, ist launisch und von kindlichem Gemüt. Und was tun, wenn der König wahrscheinlich verrückt ist? Ein Leibarzt soll helfen. Der deutsche Armenarzt und Aufklärer Johann Friedrich Struensee wird schließlich am Hof der persönliche Leibarzt des Königs. Dieser schenkt Struensee erst sein Vertrauen, dann alle wichtigen Ämter und zu guter Letzt unwissend auch seine eigene Frau. Nach anfänglicher Abneigung fasst auch die Königin Vertrauen zu dem engagierten Medicus und beide entdecken erst ihre gemeinsame Leidenschaft für die Aufklärung und dann ihre innigen Gefühle füreinander. In nur 16 Monaten erlässt Struensee gemeinsam mit Christian VII in Dänemark ganze 1800 Gesetze. So wird z.B. der Adel entmachtet, Waisenheime errichtet, das Volk bekommt ein neues Schulwesen und die Presse wird von der Zensur befreit. Doch die Verbindung selbst, sowie auch ihre hochgesteckten politischen Ideale, wird am Ende teuer bezahlt werden.

Mit einem hervorragenden Ensemble im Gepäck, erfüllt dieser Kostümfilm für mich alle Voraussetzungen für einen gelungenen Kinoabend. Eine spannende historische Geschichte mit authentischem Bezug, gute Schauspieler, eine große Freundschafts- und Liebesgeschichte und nicht zuletzt tolle Kostüme und Dekors. Im Kino wird aus diesem gut zweistündigen, geschichtsträchtigen Stoff ein intimes Drama, auch für das Auge.

Die Geschichte des Johann Friedrich Struensee ist eine dieser spannenden Geschichten unter den wahren Geschichten der Geschichte. In Dänemark ist diese Affäre, aus der nicht nur Prinzessin Louise Auguste hervorging, sondern auch eine Reihe (kurzlebiger) Reformen, wohlbekannt. Und ja, Geschichte kann wirklich unterhaltsam sein, wie uns dieser stilvoll inszenierte Film beweist. Dies ist ein gediegener Kostümfilm, dezent und ohne Hang zu Kitsch erzählt mit hervorragenden Darstellern und vor historischem Hintergrund. Die Königin und der Leibarzt hat viele sehenswerte Momente und überzeugt mich in erster Linie als dramatische Liebesgeschichte mit geschichtlichem Hintergrund. Ich fühlte mich gut unterhalten, empfand stellenweise lediglich die mehr oder weniger doch sehr neuzeitliche Aussprache als stilbrüchig und etwas unangebracht, weswegen ich gerne 4 von 5 Sterne vergeben möchte.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 17. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Königin und der Leibarzt (DVD)
Endlich wieder einmal ein richtig tolles Stück Zelluloid für Liebhaber von historischen Dramas. Einmal kein klassisches Period Drama von BBC, sondern aus unerwarteter dänischer Schmiede. Trotzdem absolut top. Wunderschön gefilmt, eindrückliche Landschaftsaufnahmen, tolle Schauspieler, dazu auf wahren Tatsachen beruhend. Die Liebesgeschichte wird behutsam aufgebaut und man fiebert als Zuschauer mit. In der 2. Hälfte zwar einige Hänger, da wäre etwas kürzen gut gewesen, trotzdem 5 Sterne von mir.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurig, hoffnungsvoll, erlebnisreich..., 20. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Königin und der Leibarzt (DVD)
....intensive Bilder, Spannung, sehr gute Unterhaltung, hervoragende Darsteller!
Außerdem für alle Fans von Mads Mikkelsen eh ein Muss...
Ein nachhaltiges, intensives Gefühl bleibt!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Historiendrama, 23. Juli 2014
Ich bin durch die Vorbereitung zu einer Reise nach Dänemark auf den Namen Struensee gestoßen und habe dann mehr aus historischem Interesse den Film angesehen. Das Drehbuch hält sich offenbar ziemlich genau an die historischen Fakten. Man wird hineingezogen in die beklemmende Situation eines Staates, in dem König Christian VII. (und übrigens auch dessen Vorgänger) schon als Kind ganz bewusst vom Hofstaat psychisch kaputtgemacht wurde und im Grunde nicht mehr ist als ein Unterzeichner der reaktionären Politik seines Rates. Die junge Caroline Mathilde kommt als Ehefrau des Königs an den Hof und lebt eine unglückliche Ehe - bis der König Struensee an den Hof holt. Die Affaire zwischen der Königin und dem Leibarzt nimmt im Film weniger Raum ein als der Titel vermuten lässt. Sie begleitet den Versuch, den dänischen Staat in die Neuzeit zu holen - mit Pockenimpfungen, Abschaffung der Folter und vielem mehr - Maßnahmen, die Struensee als Minister des Königs durchsetzen kann. Die Reaktion des vormals mächtigen Rates lässt nicht lange auf sich warten.
Die Darsteller spielen beklemmend gut und die Filmmusik tut ein übriges dazu. Sehr zu empfehlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Meinung zur DVD, 18. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Königin und der Leibarzt (DVD)
Den Film habe ich mir bestellt, weil mir historische Filme und Bücher gefallen.
Der Film hat mir sehr gut gefallen.
Das Thema war interessant, ergreifend und schauspielerisch sehr gut dargestellt.
Für weitere Interessenten weiter zu empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grossartiges, frisches Historienkino, 23. Juni 2014
Via Prime Video, das erste Mal ein angenehmer, gut inszenierter Film über das spannende Ränkespiel am dänischen Hof ohne Kitsch. Mads Mikkelsen wieder mal ganz gross. Macht man nix falsch.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich bin einer von euch!" - Aufklärung als ein Spiel um Leben und Tod, 3. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Königin und der Leibarzt (DVD)
Der Film behandelt einen Teil der dänischen Geschichte (1766- 1772). Für jemanden, der noch nichts von dem deutschen Arzt Johann Friedrich Struensee gehört hat, könnte die Besprechung Spoiler enthalten.

"König Arthurs Ritter Sir Lancelot hat eine Affäre mit Königin Guinevere. Der König kommt dahinter, lässt beide hinrichten und das Königreich fällt auseinander." - Enevold von Brandt versucht vergeblich anhand von Thomas Malorys Werk "Le Mort d`Arthur" seinen Freund Struensee zu warnen. Letztlich werden beide die politischen Umwälzungen der Zeit mit ihrem Leben bezahlen.
1766: Die junge englische Prinzessin Caroline Mathilde (Alicia Vikander) wird mit dem dänischen König Christian VII. (Mikkel Boe Folsgaard) vermählt, ohne ihn je zuvor gesehen zu haben. Die Beziehung der beiden ist von Anfang an unglücklich und nach der Geburt des Thronfolgers zieht sich Caroline vollkommen zurück, der König geht auf Europareise. Aufgrund des schlechten (geistigen) Gesundheitszustandes des Königs wird nach einem Leibarzt gesucht. Auf Vermittlung von Graf Rantzau (Thomas W. Gabrielsson) und Brandt (Cyron Melville) wird 1768 in Altona (damals Teil des dänischen Königreichs) der deutsche Arzt Johann Friedrich Struensee (Dänemarks Topstar Mads Mikkelsen) eingestellt. Schnell verstehen sich die beiden und unter dem Einfluss des zwölf Jahre älteren Arztes blüht der gemütskranke König auf. Die junge Königin misstraut dem neuen Freund ihres Mannes zunächst. Als sie erkennt, dass er Rousseau und andere in Dänemark verbotene Autoren liest ("Sie müssen mir mal erzählen, wie Sie die ins Schloss geschmuggelt haben."), ist ihr Interesse geweckt. Eine zunächst harmonische Ménage à troi beginnt (ein wunderbares Bild: Christian nimmt nach der Impfung seines Sohnes die Hand der Königin und die Struensees, um mit ihnen gemeinsam abzuwarten, ob es Komplikationen gibt): Struensee unterstützt den König, seine eigenen Interessen in der Ratsversammlung durchzusetzen, er erkennt in der jungen Königin eine Seelenverwandte, die wiederum versteht sich mit ihrem aufblühenden Gatten besser als je zuvor. Struensee und Caroline planen, ihre aufklärerischen Gedanken mit Hilfe des Königs durchzusetzen. Dass Aufklärung aber "der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant) ist, sehen viele Dänen anders. Aberglaube und Obrigkeitsdenken lassen sich nicht von einem auf den anderen Tag abstreifen. Die Liebesbeziehung zwischen Struensee und der Königin -schön beschrieben, wie das wohlgewählte Wort Leidenschaft entfacht- gibt den Kritikern genügend Stoff, gegen den verhassten Ausländer zu hetzen, gerade mit Hilfe der von Struensee erlassenen Pressefreiheit. Mit Hilfe des allzu arglosen Rantzau entspinnen Juliane Marie (beängstigend gut: Trine Dyrholm), die Stiefmutter des Königs, die lieber ihren eigenen Sohn auf dem Thron sähe und Ove Hoegh- Guldenberg (David Dencik) eine Intrige, um Struensee zu Fall zu bringen.

Der Film hält sich eng an die historischen Ereignisse. Die Tagebücher und die zahlreichen Briefe der früh verstorbenen Königin bieten eine gute Grundlage, sich dem Thema zu nähern. Es wäre auch unsinnig, diesen Historienkrimi durch zusätzliche "dramaturgische" Eingriffe zu verändern. Die Ursache der geistigen Verwirrung des Königs ist nicht geklärt, allerdings dürften die Misshandlungen in seiner Kindheit seine Krankheit begünstigt haben. Die sexuelle Beziehung zwischen Struensee und Caroline gilt als gesichert.
Die spannendste Frage ist: Was sind die Voraussetzungen für eine grundlegende Veränderung des Staates? Kann es eine erfolgreiche "Revolution von oben" geben? Ist eine gewisse Ausschaltung von Mitbestimmung manchmal notwendig, um weitgehende Reformen durchzusetzen (da fiele mir Atatürk, u.U. auch Pilsudski ein)? Oder kann eine Revolution nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf breiter Basis stattfindet? "Es ist viel eher die bewusste Unzufriedenheit mit den Verhältnissen als ... die tatsächliche Ungleichheit und die tatsächliche Unfreiheit, die zur Revolution führt. Für die Revolution müssen sich ja Unzufriedene und Enttäuschte zusammenschließen, die sich nach dem Grad der objektiven materiellen Wohlfahrt und nach ihrer sozialen Stellung voneinander unterscheiden." (James D. Davies, Eine Theorie der Revolution). Unter dieser Prämisse mussten die revolutionären Ideen Struensees scheitern, da er einerseits durch die Beschneidung der Privilegien Adel und Militär gegen sich aufbrachte, ohne aber auf der anderen Seite genügend Unterstützung durch rechtlose Bauern oder einfache Bürger zu erfahren.
Die Darstellung der Verhältnisse um 1770 ist ohnehin absurd genug. Der (natürlich männliche) Arzt im Palast zischt der in den Wehen liegenden Königin zu: "Eine wahre Königin gebiert schweigend und in Würde." - Aufgrund Struensees Frage nach der Ursache für Christians Leiden wird über seine "übertriebene Neigung zur Onanie" spekuliert. Struensees Idee, Waisenhäuser für unehelich geborene Kinder zu gründen (die seinerzeit nicht selten nach der Geburt getötet wurden) wird zunächst mit dem Argument abgelehnt, damit würde die "Unzucht der Frauen belohnt." Leibeigenschaft, Folter, Pressezensur, beschränkter Zugang zu Universitäten, die systemstabilisierende Funktion von Kirche und Religion wurden als "letzte Bastion" gegen den Geist der Aufklärung verstanden. "Wer ist verrückter? Der König oder einer, der glaubt, die Welt wurde in sechs Tagen erschaffen?"

Für wenige Jahre, noch vor Beginn der Französischen Revolution, wurde Dänemark eine Hochburg der Aufklärung, selbst Voltaire schrieb dem König. Der religionskritische Ansatz Struensees wird schließlich gegen ihn gewendet: Mit der Androhung des Fegefeuers konnte noch so mancher Untertan zur Raison gebracht werden. Das Gerücht, Struensee wolle den König stürzen oder sogar töten, wird seinen Sturz befördern. Danach wird das Land einen Rückschritt erleben, von dem es sich erst unter der Regentschaft Friedrichs VI. allmählich wieder erholen wird.
Obwohl der Film exzellent ausgestattet ist, verliert er sich nie im Dekor. Die Musik hält sich oft angenehm zurück. Ohne Pathos erzählt der Film vom (äußeren) Scheitern eines Reformers. Regisseur Nikolaj Arcel vertraut auf eine ausgeklügelte Bildsprache. Das Bild eines alleine, ohne die Unterstützung seines Freundes im Kabinett sitzenden Königs sagt mehr aus als tausend Worte. Während es zu Beginn des Films noch viele Aufnahmen unter freiem Himmel bei Sonnenschein gibt, verschließt sich der Raum zunehmend, die Beleuchtung wird weniger hell. Die Hoffnung auf eine Begnadigung kann durch eine, scheinbar harmlose Handbewegung zunichte gemacht werden. Auch die Hinrichtung Struensees wird nicht direkt gezeigt, schaurig genug, wenn er im Blut der vor ihm Hingerichteten ausrutscht und die Menge johlt, die er doch eigentlich vor Willkür schützen wollte. Das fehlende Recht auf Leben zeigte sich ja nicht allein in der Todesstrafe, sondern in Folter und körperlicher Züchtigung, die das Sterben des Betroffenen billigend in Kauf nahm (das "Holzpferd" war natürlich kein Spielzeug, sondern das Schlimmste, was einem Leibeigenen passieren konnte). Das Folterverbot wird dementsprechend als erstes nach der Verhaftung Struensees wieder aufgehoben.
Ohnehin fokussiert der Film nicht auf die Liebesgeschichte (lediglich der deutsche Verleihtitel suggeriert das), sondern erzählt auch von den Leiden des Königs. In einer Hinsicht ist Christian genauso unfrei wie seine Untertanen. Der materielle Luxus kaschiert nur, dass er sein Leben nicht selbst bestimmen kann, nicht einmal Hochzeit oder ein Minimum an Privatsphäre. Seine Regierungszeit führt den Absolutismus ad absurdum. Angesichts der Regierungsunfähigkeit Christians VII. stellt niemand das System an sich in Frage. Eine Clique nicht legitimierter Ratsmitglieder reißt die Staatsgewalt unter dem Mäntelchen des Gottesgnadentums an sich. Die Darstellung Struensees ist weit entfernt von einer Heldenverehrung. Er bleibt ein Mann in seinen Widersprüchen, der über die Beziehung zur Königin lügt und damit seinen wichtigsten Freund verprellt. Auch die Ungeduld des Reformers zeigt sich, der auch schon mal recht barsch werden kann und der die schleichende Entmachtung des Königs betreibt.

Lohn der Mühen: zwei Silberne Bären bei der 62. Berlinale (bestes Drehbuch, bester Darsteller Mikkel Boe Folsgaard) und eine Nominierung bei den Oscars 2012 für den besten nichtenglischsprachigen Film.
Zur Ausstattung: Das Bild liegt im Breitwandformat vor. Neben der Originalfassung (Dänisch) und der Synchronfassung gibt es optionale deutsche Untertitel, drei Interviews (mit Mikkelsen, Vikander und Arcel), Trailer, Wendecover.

Fazit: Einer der besten Filme der letzten Jahre, der Herz und Hirn berührt. Weiterdenken erwünscht! Die im Film geschilderten Probleme mögen für Europa gelöst sein, weltweit sind sie es noch lange nicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute geschichtsverarbeitung, 4. Juni 2014
obwohl ich historiendramen nicht sehr mag, fand ich diesen film wegen der schauspieler und der deutlich dargestellten geschichte sehr interessant. er hat mich sogar animiert weiter zu lesen über das königshaus dänemarks. empfehlenswert
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein toller Film., 16. Mai 2014
Großartige Darsteller, ausdrucksstarke Bilder und eine stimmige Inszenierung in einer tollen Edition. Unbedingt zu empfehlen!

so einen tollen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen!
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