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Nach seinem populärwissenschaftlichen Weltbestseller DAS ELEGANTE UNIVERSUM und dem guten DER STOFF, AUS DEM DER KOSMOS IST war es eine Frage der Zeit bis Brian Greene wieder ein adäquates Werk in deutscher Sprache vorlegt. Mit DIE VERBORGENE WIRKLICHKEIT tut er dies und es war klar, dass das Buch in kürzester Zeit verschlungen wird. Die englische Originalausgabe THE HIDDEN REALITY ist auch schon ein Bestseller. Wobei Bestseller oder nicht mir völlig egal ist in der Beurteilung, im Gegenteil, ich bin oft von Natur aus skeptisch gegenüber Hypes und Kult um Personen oder Themen.

Das vorliegende Buch und der Autor Brian Greene überzeugen mich aber erneut und es reiht sich ganz oben in die Topliste ähnlich gelagerter Bücher und Autoren ein. Wie kaum ein anderer Autor versteht es Greene komplexe Zusammenhänge nicht nur einfach und anschaulich zu beschreiben, sondern er strahlt auch über die fast 400 Seiten stets eine hohe Motivation und Begeisterung für die Themen aus die einem beim Lesen mittragen und auch bei erfahrenen Lesern immer wieder zu schönen "Aha-Effekten" führen. Dagegen liest sich selbst das sehr gute und ein klein wenig ähnlich gelagerte John Barrow Werk DAS BUCH DER UNIVERSEN wie ein nüchternes Fachbuch, Barrows Buch ist natürlich - um dies auch noch zu betonten - mehr in der wissenschaftlich gesicherten Welt verhaftet.

Fachlich bewanderten Kritikern die sagen, dass alle von Greene angesprochenen Themen angefangen von der Stringtheorie, über die Parallelwelten Interpretation bis hin zu den Grenzthemen im letzten Teil des Buches weitestgehend Spekulation darstellen bzw. von der Sache her ggfs. niemals beweisbar sein können gebe ich uneingeschränkt Recht. Auf Greene's Argumentation welche die Stringtheorie und damit zusammenhängenden weiterführenden Theoriegebäude wie Branen und Parallelwelten muß man sich schon gedanklich einlassen können um sich nicht völlig freischwebend von wissenschaftlich überprüfbaren Tatsachen zu bewegen. Dies tut Greene in gewisser Weise selbst schon, aber es er tut es sehr belesen und in gut verständlicher und begeisternder Weise, so dass das Buch ein wahres Geistesfest ist für alle, die schon immer einmal über die Grenzen der Realität hinaus denken wollten.

Am besten hat mir an dem Buch gefallen, dass Greene bewusst und auch im Unterschied zu seinen früheren Büchern keine Einleitungskapitel zur systematischen Darlegung von Grundlagenwissen über z.B. die Relativitäts- oder Quantentheorie vorangestellt hat. Es wird sicherlich den erfahrenen Lesern unter den Interessenten gefallen, dass man sich nicht durch hunderte von Seiten zu Grundlagen der Relativitäts- oder Quantentheorie zum x-ten Mal durchlesen muß. Für fachlich versierte Leser hat er am Ende einiger Kapitel vertiefende oder besonders aktuelle Informationen eingefügt. Insgesamt besonders hervorheben muß ich seine zusammen über 60 Seiten gehenden Beschreibungen über simulierte und letztmögliche Multiversen und die Grenzen der Forschung an sich. Diese Themen wurde zwar auch schon in anderen Werken über ein paar Seiten angeschnitten, aber in solcher Breite und Konsequenz bislang selten in deutscher Sprache in populärwissenschaftlicher Form veröffentlicht.

Weiterhin gehören seine brandaktuellen Ausführungen in Kapitel 9 "Schwarze Löcher und Hologramme" meines Wissens nach zu der ausführlichsten populärwissenschaftlichen Beschreibung im deutschen Sprachraum der Theorie von insbes. Susskind und 't Hooft, dass unsere dreidimensionale Realität nur eine holographische Projektion weit entfernter zweidimensionaler physikalischer Prozesse ist. Wem diese im Rahmen von mathematischen Untersuchungen an schwarzen Löchern untermauerte Interpretation nicht den Mund offen stehen lässt ist nicht zu helfen, auch wenn dies fast ausschließlich auf Überlegungen beruht, die - wie viele von Greene im Buch angesprochene Theorien - nicht experimentell überprüfbar sind.

Brian Greene und seine ganze Präsenz in der Presse mit entsprechenden Video- und TV-Dokumentation muß man anerkennend schon als klar positionierte kommerziell getriebene Marketing Maschine verstehen. Das stößt sicherlich manch faktengebundenen Interessenten ab. Allerdings sind seine Dokumentationen didaktisch wirklich sehr gut gelungen ohne auf wissenschaftliche Korrektheit in der gegebenen Tiefe zu verzichten. Weiterhin ist Greene ein überzeugter Stringtheoretiker und das merkt man natürlich stark in seinen Begründungen und Herleitungen. Wie Greene selbst im Vorwort schreibt, setzt er "beim Leser keinerlei Fachkenntnisse in Physik oder Mathematik voraus".

Dies ist zwar korrekt, ich möchte aber ergänzen, dass eine höhere Bildung bzw. zumindest populärwissenschaftlich geprägtes Vorwissen zum Verständnis der oft abstrakten und theoretischen Bilder der Multiversen und sonstiger Theorien schon von großem Vorteil sind. Leser mit entsprechender fachlicher Vorbildung finden dennoch umfassende weiterführende Anmerkungen im Schlußteil des Buches (siehe unten). Die rund 380 reinen Textseiten des dicken und wertig aussehenden Buches gliedern sich in 11 relativ gleichgewichtige Kapitel deren Namen bei Interessierten wie mir schon das populärwissenschaftliche Wasser im Munde zusammenlaufen lassen:

1 Die Grenzen der Wirklichkeit: Über Parallelwelten
2 Endlos Doppelgänger: Das Patchwork-Universum
3 Ewigkeit und Unendlichkeit: Das Inflations-Multiversum
4 Vereinheitlichung der Naturgesetze: Auf dem Weg zur Stringtheorie
5 Schwebende Universen gleich nebenan: Das Branen- und das zyklische Multiversum
6 Neue Gedanken über eine alte Konstante: Das Landschafts-Multiversum
7 Naturwissenschaft und Multiversum: Über Vermutungen, Erklärungen und Vorhersagen
8 Die viele Welten der Quantentheorie: Das Quanten-Multiversum
9 Schwarze Löchen und Hologramme: Das holografische Multiversum
10 Universen, Computer und mathematische Wirklichkeit: Simulierte und letztmögliche Mulitversen
11 Die Grenzen der Forschung: Multiversen und die Zukunft

Sehr hilfreich sind auch die umfassenden und aktuellen Anhänge über weiterführende (populärwissenschafltiche) Literatur zu den besprochenen Themen als auch die rund 40 Seiten Anmerkungen. Kenntnisreichere Leser finden dort Klarstellungen oder Erweiterungen die Greene für wichtig hält, die aber im Haupttext im Buch zu weit geführt hätten und richten sich auch eher an Leser mit mathematischer oder physikalischer Vorbildung.

5/5 Parallel-Sternen
11 Kommentar|100 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Dieses Buch wird als Sachbuch beworben, für mich der ich kein Physiker bin war dieses Buch eine spannende, gut verständlich geschriebene Lektüre, die eben nicht nur unsere Welt, sondern Paralleluniversen so beschreibt, dass sie ihre Existenz für möglich hält und sogar sehr realistisch klingende Beschreibungsversuche liefert.

Gleich mehrere theoretische Möglichkeiten von Multiversen präsentiert Brian Greene. Die kann, um es wirklich auch nur halbwegs verstehen zu können, nur mit Fachwissen verstanden werden. Da gelingt es dem Professor für Physik dieses Wissen so mitzuliefern, dass ich als Laie es verstehen kann und ich ihn nicht als notwendigen Ballast mitschlucken muss. Dieses Buch ist das Erste welches ich zu diesem Thema lese, verstehe und mir dabei der Autor auf Augenhöhe begegnet.

Greene vermittelt viel Wissen mit sprachlichen Bildern und der Erwähnung geschichtlicher Episoden. Diese erzählt er nicht, um auf seine 450 Buchseiten zu kommen, sondern um bei seinen Lesern die Vorstellungskräfte zu fördern, die mach braucht um Greene in seiner Dreidimensionalität folgen zu können.

Sehr schön empfand ich beim Lesen auch Greenes Ausflüge in das Nachdenken mit seinem Leser über Realität oder auch nicht unserer Welt.

Das Buch des Brian Greene spricht über schwarze Löcher, Parallelwelten, Sein und Nichtsein und steckt seine Leser sofort mit seinem Thema an, weil jeder wissen will was hinter der Welt liegt!
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am 10. März 2012
Während Brian Greene's erstes Buch noch in etwa vergleichbar war mit einer aufgebesserten Version von Stephan Hawking's "Eine kurze Geschichte der Zeit", sein zweites Buch, "Der Stoff aus dem der Kosmos ist" ganz im Zeichen der Stringtheorie steht, beschäftigt sich der Author in seinem neuestem Werk ganz eindringlich mit den Fragen des Ist und des Seins. Was ist Realität?, was bedeutet Unendlichkeit?, was sind versteckte Dimensionen?, was ist der Unterschied zwischen einem Universum und einem Multiversum?, welche Arten von Multiversen sind denkbar?, gibt es simulierte Realitäten?, könnten wir vielleicht auch in einer Simulation leben?, welche Form hat unser Universum?, kann es Doppelgänger von uns geben?.
Das Buch schlendert entlang der Grenzen der heutigen theoretischen Physik. Ab einem gewissen Punkt, mit dem heutigen Stand der Technik, kommt man nicht umhin, ins philosophische abzudriften. Viele theoretisch mögliche, aus mathematischen Gleichungen abgeleiteten Beziehungen, sind fern und noch weiter von unserer alltäglichen Vorstellungswelt entfernt. Ebenso weit weg sind sie davon, mit den heutigen technischen Möglichkeiten überprüft und nachgewiesen zu werden. Viele Theorien scheinen auch noch in ferner Zukunft unüberprüfbar zu sein. Trotzdem ist es die Aufgabe eines Wissenschaftlers, sich dieser Aufgabe anzunehmen. Und genau das realisiert der Author in diesem Buch in äußerst interessanten Ansätzen. Neben schwarzen Löchern, Hologrammen, Einsteins kosmologischer Konstanten, der Stringtheorie, der Welt der Quanten und noch einigen anderen Aspekten, entwickelt Greene in seinem Buch nach und nach verschiedene Theorien für Multiversen, in denen unser Universum nur ein kleiner Bestandteil sein könnte. Auf sehr interessante und spannende Art und Weise und mit durchgehend anschaulichen Beispielen, wie in seinen anderen beiden Büchern auch, vermittelt er dem Leser den heutigen Stand der verschiedensten Theorien zu den oben erwähnten Fragen. Am Ende des Buches stehen 9 differente und theoretisch mögliche Multiversen, das:
- Quilted Multiverse
- Inflationary Multiverse
- Brane Multiverse
- Cyclic Multiverse
- Landscape Multiverse
- Quantum Multiverse
- Holografic Multiverse
- Simulated Multiverse
- Ultimate Multiverse,
deren Überprüfung, Ausschluß, Nachweis oder Ausbau ihrer Theorie die Arbeit heutiger Wissenschaftler auf diesem Gebiet darstellt.
Ein wirklich lesenswertes Buch, und bietet für Interessenten in diesem Gebiet eine Menge Diskussionsstoff für kurzweilige lange Nächte mit ebenfalls interessierten Diskussionspartnern.
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am 7. Juni 2015
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Zwischendurch gab es zwar gelegentlich Passagen, die etwas zu lang erschienen, aber der Autor hat offensichtlich Ahnung von dem, was er da schreibt.
In der Sekundärliteratur habe ich anschließend gelesen, dass Green von einigen seiner Kollegen als sehr (vielleicht auch zu) spekulativ angesehen wird. Aber genau das war, was mich angesprochen hat. Da ist ein Fachmann, der einfach mal über den Rand des wissenschaftlich Erwiesenen schaut und Mutmaßungen über das anstellt, was sein könnte.
Anton Zeilinger, dessen Buch "Einsteins Schleier" mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, wendet sich gegen die Möglichkeit von Paralleluniversen (aus der quantenmechanischen Superposition resultierend) , weil er andere Möglichkeiten als näherliegend ansieht.
Wer letztlich Recht hat, wird wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten (zumindest meiner), nicht entschieden werden, trotzdem finde ich dieses Denken über den Horizont hinaus sehr wichtig. Mir hat dieses Buch einige Ein- und Aussichten ermöglicht, die ich vorher nicht hatte.
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am 18. Juni 2014
Ein sehr gutes Buch von Brian Greene. Es hat den gleichen Stellenwert, wie sein Bestseller "Das elegante Universum".
Mit diesem Buch nimmt sich Greene eines Themas an, das seit einiger Zeit, von fast allen Kosmologen heftig diskutiert wird. Gibt es noch andere Universen neben dem Unseren? Neuste Erkenntnisse in der Physik scheinen dies zu bestätigen. Greene stellt in seinem Buch die verschiedenen Theorien über ein mögliches Multiversum vor und wendet sich dabei bewusst an den Laien und nicht an den Fachmann, also ein Buch, das auch für Leute interessant ist, die sich sonst nicht so sehr mit diesem Thema beschäftigen. Meine Benotung: Eine glatte Eins.
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am 25. März 2015
Der Autor geht auf höchstem theoretischen Niveau der Frage nach, wie die Welt jenseits der von uns erkennbaren Realität aussieht. Dass es eine solche nicht erkennbare Realität gibt, geht aus der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik mathematisch hervor. Nur bieten diese verschiedene Erklärungen an, die aber nicht miteinander vereinbar sind. Es gibt verschiedene Modelle diese Theorien zu vereinheitlichen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten, wie diese Welten außerhalb unserer Welt aussehen. Ein Multiversum aller möglicher Realitäten, welche auch die Existenz des anthropischen Prinzips erklären würde, ohne zum Notnagel eines Schöpfergottes zu greifen, scheint mir am sympathischsten. Die Variante virtueller Universen als gleichberechtigte Existenzebenen schein aber eher Science Fiction zu sein oder auf platten Solipsismus hinauszulaufen.
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am 6. September 2014
Nicht ganz leichte Kost, aber sehr gut geschrieben.
Jeder der sich für aktuelle Physik interessiert sollte dies als Pflichtlektüre ansehen !
Versand und Verpackung wie immer sehr gut
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TOP 1000 REZENSENTam 21. März 2016
Ich lese Greenes Bücher ja gerne und finde sie auch spannend. Ich lese auch gerne Bücher über indische und chinesische Esoterik, die bis dato als religiöser Unsinn verdammt wurden, jedenfalls als unglaubwürdige Esoterik. Die Physiker scheinen aber inzwischen den Yoga-Gurus Konkurrenz machen zu wollen, was unbeweisbare Fantastereien betrifft. Gut so! Wenn die Grenzen zwischen Wissenschaft und Fantastik derart verschwimmen, dann ist sie nicht mehr weit - die große Theorie für alles, die große Weltformel, die Stephen Hawking bis zum Ende des 20. Jahrhunderts finden wollte. Sie wird aber wohl anders aussehen, als damals vermutet. Der Geist weht durch die Unendlichkeit und je mehr der Zauberlehrling sucht, desto komplizierter wird alles!
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am 19. Dezember 2013
Brian Greene gelingt es immer wieder, höchst interessante Forschungen über das Wesen unserer Realität genau so spannend zu schildern, wie sie auch in Wirklichkeit sind .
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"Zwischen 0 und 0,000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000001 besteht, so könnte man meinen, kein großer Unterschied. (...) Und doch mehren sich die Anzeichen, dass dieser winzige Unterschied die Ursache für einen radikalen Wandel unserer Sichtweise auf die Realitäts-Landschaft sein könnte.", meint Brian Greene. Immer mehr Indizien deuten darauf hin, dass es sich bei dieser winzig kleinen Zahl von 10 hoch -123 um Einsteins kosmologische Konstante handelt, die er bereits 1917 in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie postulierte, aber 1929 wieder revidierte und als seine größte Eselei bezeichnet haben soll. Genau dieser Wert ungleich Null scheint ein entscheidendes Indiz zu sein, dass wir mal wieder nicht allein sind. Will heißen: Wir leben in einem von vielen Universen. Aus der Traum von der Einzigartigkeit.

Genau um dieses Thema geht es in "Die verborgene Wirklichkeit". Bereits Platon verglich unsere Sichtweise auf die Welt in seinem berühmten Höhlengleichnis als matten Abglanz einer viel reichhaltigeren Wirklichkeit, die sich außerhalb unserer Reichweite abspielt. "Zwei Jahrtausende später könnte Platons Höhle mehr als nur eine Metapher sein.", stellt der amerikanische Professor für Mathematik und Physik und einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Superstrings fest. Vielleicht, so Greene, ist die Wirklichkeit gar nur etwas wie ein holographischer Film? Wie auch immer: Der "mit Abstand beste Erklärer komplexer Konzepte in unserer Welt", wie die Washington Post den Astrophysiker titulierte, berichtet in seinem jüngsten Werk wieder einmal von den neuesten Umwälzungen unseres Wissensstandes.

Dass das Thema Paralleluniversum ein höchst spekulatives sei, verleugnet Brian Greene keineswegs. Trotzdem geht er auf alle möglichen Varianten ein. Sei es nun ein unendliches Patchworkuniversum, ein Inflations-Multiversum oder vielleicht gar eine Art Schweizer Käse, in dessen Löchern sich vielleicht unser eigenes Universum befindet, immer legt er die gedanklichen Schritte und die Kette theoretischer Erkenntnisse klar und prägnant dar. Drei Kapitel hat er seinem ganz persönlichen "Steckenpferd" - der Stringtheorie - eingeräumt. Denn auch diese insistiert drei Multiversumsvarianten: das Branen-, das zyklische Universum und das Landschafts-Multiversum. Vier weitere lässt Greene noch folgen und stellt sich gar solch spekulative Frage wie: "Können wir Menschen die kosmischen Abläufe manipulieren und selbst willentlich Paralleluniversen schaffen?" Man mag gar nicht näher darüber nachdenken... Mitunter stößt er damit an die Grenze der Aufnahmefähigkeit des Lesers. Aber vielleicht "muss der Optimist einfach nur mehr Fantasie aufbringen.", kontert Greene. Denn die "Grenzen unseres Wissens über die Grundlagen der Welt immer weiter hinauszuschieben, (...) ist ein Respekt einflößendes Projekt, das wir nicht über Nacht vollenden werden."

Brian Greenes sorgfältige und durchaus kritische Reise durch die wichtigsten Konzepte über Paralleluniversen richtet sich gleichermaßen an den Leser mit fortgeschrittenen Kenntnissen als auch an den weniger Sachkundigen. Aber selbst wenn er in diesem Buch keinerlei Fachkenntnisse in Physik und Mathematik voraussetzt und "mithilfe von Metaphern, Analogien und eingestreuten historischen Episoden einige der seltsamsten und - sollten sie sich als richtig erweisen - aufschlussreichsten Erkenntnisse der modernen Physik allgemein verständlich" darstellt, so ist der Text alles andere als leichte Kost. Aber wenn man die eigene bequeme Denkweise ad acta legt und bereit ist, sich mit unerwarteten Bereichen der Realität auseinanderzusetzen, ist "Die verborgene Wirklichkeit" ein Lesegenuss auf allerhöchstem Niveau und äußerst unterhaltsam dazu. Letztendlich ist es dem Autor einmal mehr gelungen, den eigenen Sinn für das, was sein könnte, zu schärfen und ein anschauliches Bild der reichhaltigen Möglichkeiten zu vermitteln. Denn, so Greene: "Aus meiner Sicht macht die Tiefgründigkeit unserer Erkenntnisse, die wir von unserem einsamen Standpunkt in der pechschwarzen Stille eines kalten, unwirtlichen Kosmos aus gewonnen haben, das aus, was über die Weiten der Wirklichkeit hinweg widerhallt und unser Dasein kennzeichnet."

Fazit: Bereits Isaak Newton hielt das Universum für viel reichhaltiger und rätselhafter, als seine Gesetze nahelegten. 300 Jahre später wissen wir zwar schon deutlich mehr, aber seine berühmten Worte, die er in späteren Jahren äußerte, haben ihre Gültigkeit nicht verloren: "Ich weiß nicht, wie ich der Welt erscheinen mag, aber mir selbst komme ich nur wie ein Junge vor, der an der Meeresküste spielt und sich hier und da daran erfreut, einen glatteren Kiesel oder eine hübschere Muschelschale als gewöhnlich zu finden, während der große Ozean der Wahrheit noch unentdeckt vor ihm liegt." Das endgültige Urteil, ob Paralleluniversen "im nächsten Kapitel der physikalischen Erzählung vorkommen werden, werden erst zukünftige Generationen fällen können.", stellt Brian Greene folgerichtig fest. Dies schmälert allerdings keineswegs die Lust und Wissbegier, sich an diese Themen heranzuwagen. Zumal, wenn sie so hervorragend aufbereitet wurden, wie in diesem Buch.
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