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5.0 von 5 Sternen ACT Jubilee Concert - 20 Jahre Jazz-L(a)iebelei und kein bisschen leise, 30. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Act Jubilee Concert (Audio CD)
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Anlässlich des 20jährigen Jubiläums veröffentlicht das deutsche Jazzlabel ACT den NDR-Livemitschnitt eines der wenigen Jubilee-Konzerte vom Februar 2012 (Hamburg). Nils Landgren als einem der längstjährigen Labelaktivisten oblag die künstlerische Leitung des Projektes als auch die Konzertmoderation. Bereits auf ACT-CDs veröffentlichte Titel - Eigenkompositionen der Künstler, Cover aus Film, Rock und Jazz - wurde neu bearbeitet (sind daher teils länger als die Originale/Cover) und wurden in wechselnden Spielkonstellationen vorgestellt.

CD I beinhaltet zumeist Titel aktuellerer ACT-Alben und verweist gleich eingangs mit drei wirkungsvollen Pianotiteln gleichsam auf den instrumentalen Labelschwerpunkt.

Bassist Danielssons Album-Titelsong Pasodoble (Track I/1), gespielt in der Originalbesetzung mit Mozdzer, erinnert mich stets an Dodge the Dodo (II/5), das mittlerweile so etwas wie eine Erkennungsmelodie für das Trio e.s.t. des 2008 verstorbenen Pianisten Esbjörn Svensson und neben Love is Real (II/13) eines der eingängigsten und populärsten Stücke geworden sein dürfte.

Ein besonders "reißerisches" Schmankerl bot man dem Live-Publikum beim Titel Svantetic (I/3), da dieser Titel im nicht minder exzellenten Duo Mozdzer/Wollny bei fliegendem Instrumentenwechsel (Piano/Rhodes) gespielt wurde - hier im Grunde nur wahrnehmbar am Zwischenapplaus. Er ist neben dem Filmsound (I/2) einer von zwei dargebotenen Kompositionen des 1969 ebenfalls viel zu jung verstorbenen und international erfolgreichen polnischen Pianisten Krzysztof Komeda.

Die folgenden drei Tracks der CD I sind Vokaltitel. Von den singenden Labeldamen fiel die Wahl für das Konzert auf die Dänin Cæcilie Norby. Vor klassischem Hintergrund verfügt sie über langjährige Jazz-Erfahrungen und ist ebenso in Rock & Pop zu Hause (Duo OneTwo); jedoch erst seit 2011 veröffentlicht sie bei ACT. Neben der hier nicht vertretenen Youn Sun Nah ist Norby die Interpretin mit der ausdrucksstärksten und flexibelsten Stimme, was sich in den vier von ihr gesungenen Titeln trotz Vielfältigkeit nur teilweise widerspiegelt (I/4 + 6, II/6 + 7). Mitunter wirkt ihr Gesang einen Touch zu "theatralisch-esoterisch" - das ist halt Geschmackssache. Danielssons vom Ensemble (ursprünglich im Trio) gespieltes Stück Hymn erhielt für diese Gelegenheit extra einen Text; aus meiner Sicht verzichtbar. Nicht ganz harmonisch wirkt ihre Stimme zu Landgrens Timbre bei II/13; ein Duett mit ihm funktionierte anderweitig besser (vgl. Nr. 5 auf The Moon,the Stars and You).

Im Vergleich zu Track-Nr. 8 auf eben diesem Album kommt Landgrens jetzige Variante (I/5) ohne den an das Hancock-Original angelehnten softpopigen Damenchor aus, trumpft mit einer jazziger gespielten Version auf, in der sich Landgrens Posaune und Wollnys Piano virtuos austoben.

CD I schließt mit einer jazz-funkigen Komposition des jungen Trompeters Pohjola, der u. a. bei der finnischen top Big Band UMO spielte und inzwischen als einer der besten des europäischen Jazznachwuchses gilt.

CD II wartet eher mit vor längerer Zeit veröffentlichten Titeln auf, bietet jedoch zugleich dem Nachwuchs sowie der erwähnten Retrospektive auf Svenssons e.s.t.(II/5 + 6) Raum.

Gitarrist Nguyên Lê, der erste ACT-ivist überhaupt, offeriert zwei vom Charakter her gegensätzliche Hendrix-Cover (I/1 +7). Das psychedelische Little Wing ist rein instrumental im Duo mit Danielsson zu hören. Die Konzertaufnahme an sich beschließt hingegen Purple Haze als fulminantes Ensemblefinale mit eingeschobenen Soli. Wollny steuerte das m. E. einzige bislang unveröffentlichte Stück (II/2)zum Konzert bei, ein melancholischer Titel, den er im Trio mit Danielsson und der jungen französischen Baritonsaxophonistin Bonacina spielt. Von Bonacina wiederum stammt der feurige nächste Bluestitel (II/3). Bereits als Klassiker mag man hingegen Haffners sanft fließendes Silent Way(II/4) bezeichnen, in dem Landgrens weicher Posaunenton wunderbar zur Geltung kommt.

FAZIT:
Insgesamt eine schöne Titelauswahl und vor allem ein anlassbezogen einmaliger und überhaupt bei ACT seltener Live-Mitschnitt, der trotz einiger kleiner Einschränkungen 5 Sterne verdient.
Sehr bedauerlich, dass es mit einer DVD nicht geklappt hat, wenigstens eine paar Clips als Bonus wären nett gewesen.

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INFORMATIV:

Mitwirkende:
"The ACT Family Band":
Nils Landgren (Posaune,Gesang) - SE
Nguyên Lê (Gitarre) - F (VN)
Lars Danielsson (Kontrabass, Cello) - SE
Wolfgang Haffner (Schlagzeug) - DE
Michael Wollny (Piano) - DE
Céline Bonacina (Baritonsaxofon) - F
Verneri Pohjola (Trompete) - FI
"Gäste":
Cæcilie Norby (Gesang) - DK
Leszek Mozdzer (Piano) - PL

Spieldauer (keine Moderation enthalten):
Teil I ca. 50 Minuten
Teil II ca. 55 Minuten

Für weitere Informationen siehe unter Kommentar!

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Daneben sind 2012 weitere ACT-Sampler erschienen, die eine Titelauswahl vorwiegend vergangener CD-Produktionen enthalten:
The Jubilee Album - 20 Magic Years (20 Titel) - Jubilee Album:20 Magic Years
The Act Spirit of Jazz (8 Titel) - The Act Spirit Of Jazz/nur Download

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Act Jubilee Concert
Act Jubilee Concert von Nils Landgren (Audio CD - 2012)
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