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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Konformist als Medienstar, 23. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
1983 drehte Woody Allen "Zelig", für mich einer seiner besten Filme.
Zur Handlung: In einer fiktiven Dokumentation (eine Idee, die Allen in "Sweet and Lowdown" noch mal aufnimmt) berichten "Zeitzeugen" über das Phänomen Leonard Zelig (Woody Allen). Im Jahre 1928 wird dieser in die Psychiatrie eingeliefert, da er anscheinend unbegrenzt anpassungsfähig ist und von Meinungen bis hin zur äußeren Gestalt alles annehmen kann, um nicht aufzufallen. Ein "menschliches Chamäleon". Während Dr. Eudora Fletcher (Mia Farrow in ihrem zweiten Allen-Film) ihn zu therapieren versucht, wird er zum Medienstar, dem Songs und Filme gewidmet werden. Mehrere Rückschläge (eine tödliche Romanze seiner Schwester mit einem Stierkämpfer, mehrere Frauen beschuldigen ihn der Bigamie) führen dazu, dass der Jude Zelig ausgerechnet als Mitläufer in Nazi-Deutschland untertaucht (Konformität als ideale Basis für Diktaturen). Nur Fletchers unendliche Liebe kann ihm schließlich aus dem Schlamassel helfen.
Die "Dokumentation" besteht aus Wochenschauen, in deren Bilder Zelig hineinmontiert wurde. Die Aufnahmen mit Zelig und Fletcher sind verwackelt und mit Dropouts versehen, so als seien sie Aufnahmen der 20er und 30er Jahre. Unterbrochen werden die "historischen" Aufnahmen durch Interviews mit Saul Bellow, Susan Sontag, Bruno Bettelheim und anderen, die über die Person Zeligs reflektieren. Zelig habe die Leute berührt, aber wohl auf eine Weise, die den Menschen unangenehm gewesen sei, meint Bellow. Tatsächlich kommt die Therapie zu keinen großen Erkenntnissen, der Original-Zelig ist keine Geistesgröße. Eine Erkenntnis aus der Hypnose ist, dass er Dr. Fletchers Kochkünste verabscheut: Der Arzt als hilfloser Helfer. Natürlich wäre "Zelig" kein Allen-Film, wenn er nicht auch noch Themen des Allenschen Mikrokosmos verarbeitete: Die grotesk verzerrte, unglückliche jüdische Kindheit, seine Beschäftigung mit Freud (es habe zwischen Zelig und Freud ein Zerwürfnis gegeben, da Zelig den Penisneid nicht auf Frauen beschränkt wissen wollte) usw.
Aber: Wer hier den Stadtneurotiker sucht, wird in diesem Film nicht fündig. Zelig bleibt eine tragische Figur: Er erkennt, dass er in seinen vielen Identitäten Taten gegangen hat, zu denen er als geheilter Patient nicht mehr stehen kann. Der Volkszorn führt dazu, dass ihm Taten angedichtet werden, mit denen er aber überhaupt nichts zu tun hat. Der Jude als Sündenbock, "legitimer" Antisemitismus macht sich breit. Der Zwang zur Assimilation als Trauma und tragischer Irrweg.
Ein besonders schöner Einfall ist, die "Zeitzeugen" über den Wahrheitsgehalt eines Spielfilms über Zelig räsonieren zu lassen. Die Spielfilmillusion ist perfekt. Zelig ist ein geistreiches Vexierbild: Können wir den Bildern glauben, die wir sehen? Können Bilder irgendetwas beweisen? Sind sie nicht eher Teil der Lüge? Gedanken, denen Allen auch in "The purple Rose of Cairo" nachspürt.

Neben den bestechend echt wirkenden "Originalaufnahmen" überzeugt der Film vor allem durch seine Toneffekte. Der Ton ist so verfremdet als seien die Dialoge Tonaufnahmen der 30er Jahre. Dick Hymans Kompositionen zum "chameleon man" fügen sich nahtlos an die Originalsongs und ergeben einen üppigen Klangteppich der Jazz- Ära. Mia Farrow hat die mit Abstand sympathischste Rolle: Eine emanzipierte Frau, die durch ihre Liebe ihren Patienten heilt (oder ist es Zelig selbst, der sich für einen Arzt hält?).
Als Extras gibt es nur den Trailer. Untertitel u.a. in Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte.

Tragisch. Komisch. Allen at his best. Sehr empfehlenswert!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein geniales Meisterwerk von Woody Allen!, 18. Juli 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Zelig ist bestimmt einer der besten Woody Allen Filme
(schwache Filme gibt es von ihm ohnehin nicht)!
Vorallem durch die besondere Erzählweise sticht der Film aus Allens Gesamtwerk hervor. Zelig wird wie eine Dokumentation erzählt, mit Originalszenen aus "Wochenschau Filmen" aus den 20ern und 30ern. Die Szenen mit Mia Farrow und Allen sind tricktechnisch beigefügt worden.
Zelig erzählt die Geschichte eines Mannes der sein Aussehen verändern und seinem Umfeld anpassen kann.
Woody Allen sucht wieder einmal nach dem Sinn des Lebens und bezieht(wenn auch nur sehr dezent) auch politisch Stellung.
Ein geniales Meisterwerk von zeitlosem Charakter!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel !!!, 4. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Eine Menge Filme werden hier rezensiert, die wirklich uninteressanter sind und überinterpretiert werden und ich war verwundert nur eine Rezension über Zelig vorzufinden.
Zelig ist ein kleines filmisches Juwel, welches durch seine visuelle und erzählerische Besonderheit und Experimentierfreudigkeit besticht, die ich eigentlich nur in wenigen Filmen so technisch gut erzählt und umgesetzt gesehen habe. Der Film ist Woody Allen's elfte Regiearbeit und wird hauptsächlich durch manipuliertes Archivmaterial von original Wochenschauen, gestellten Interviews, verfremdeten Rückblenden und pseudodokumentarischem Filmmaterial erzählt. Der Kontrast zwischen Gegenwartserzählung und Rückblenden erfolgt durch den Einsatz von farbigem Bildmaterial für die Gegenwart und schwarzweißem Bildmaterial für die Vergangenheit.
Anhand der Hauptfigur Zelig macht sich nun Woody Allen erneut auf die Suche nach dem menschlichen Ich und seiner Konstruktion und entwirft eine Idee von menschlicher (Schein)Identität die unmittelbar an die gesellschaftspolitischen Anforderungen und sozialen Imperative geknüpft ist und sich diesen anpasst. Der Grund dieser Anpassung und dieses Opportunismus ist gesellschaftliche Anerkennung und Liebe. Dieser Zwang zur Konformität ist bei Zelig nun so ausgeprägt, dass er letzendlich einem charakterlosen, menschlichen Chamäleon gleicht und somit in jeder geschichtlichen Epoche und unter jeglichem politischen Herrschaftssystem seinen Platz findet. Schon allein die Idee den Film so anzulegen, lässt erahnen, welches gesellschaftskritische Potential in dem Film Zelig steckt und dass er ein Lehrmaterial ist, besonders wachsam vorallem gegenüber seinen eigenen Anschauungen zu sein. Gerade diesem Film entspricht in vielerlei Hinsicht der Sinnspruch: " Die meisten Menschen glauben, dass sie denken, dabei verschieben sie nur ihre Vorurteile neu ! "
Fazit: Unbedingt anschauen und mitdenken !
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film mit Weitblick und Sprengkraft, 4. Mai 2009
Von 
Dr. rer. imp. (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Den Inhalt des Filmes muss ich hier nicht wiedergeben, da dies in der Beschreibung und in den anderen Rezensionen schon hinreichend getan wurde.

Ich hatte mir den Film zunächst ausgeliehen und war etwas enttäuscht, dass es so reportageartig losgeht - so ganz anders als die klassischen Woody-Allen-Filme.

Doch die Sprengkraft des Filmes stellt sich im Laufe des Filmes und auch noch Tage danach ein.

Man muss berücksichtigen, dass der Film aus dem Jahr 1983 stammt und heute ein Vierteljahrhundert alt ist. Aus heutiger Sicht war 1983 sicher noch eine Zeit, zu der die gesellschaftlichen Strukturen wesentlich fester waren als heute.

Zu einer also eher konservativen Zeit die Fragen zu stellen: Wer bin ich? Was macht mich froh? Wie und wer will ich sein? Was tue ich, um in Gruppen akzeptiert zu werden? erscheint richtig visionär. Diskussionen über Gruppenzwang, Modediktate und gesellschaftliche Strukturen werden hier sinnvoll vorbereitet.

Mein Bild von Woody Allen als genialer Filmemacher wird durch diesen Film mit hohem Anspruch an das Denk- und Durchhaltevermögen der Zuschauer nur noch mehr abgerundet.

Gleichwohl: es ist ein sperriger Film und kein Unterhaltungsfilm, den man sich mal so eben ansieht. Zum Glück gibt es noch solche Filme!
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5.0 von 5 Sternen Super!!, 9. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Problemlos und schnell gelaufen!! Danke ! Jede zeit wieder . . . . . . . . . . .
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5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 13. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Dies ist kein typischer Dialogfilm von Woody Allen. Der Film ist konsequent als Dokumentarfilm gestaltet, d.h. die Schauspieler haben keine einzige Dialogszene. Der Text zu den Zusammenschnitten aus Archivfilmen kommt von einem Sprecher aus dem Off. Die einzelnen Filmsequenzen karikieren oder unterstreichen die gesprochenen Texte.
Insgesamt ein Film, den man länger im Gedächtnis behält.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film!, 14. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zelig (DVD)
Ein absoluter Woody-Allen-Klassiker über die Irrungen und Wirrungen der (falls vorhanden: eigenen) Identität. Ein kleiner Minuspunkt für die fehlenden Extras/Infos.
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Zelig
Zelig von Woody Allen (DVD - 2012)
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