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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine emotionale Rezension
Anathema sind eine Band, die mich mittlerweile seit 15 Jahren begleiten. Kennengelernt habe ich sie durch das Album "The Silent Enigma" und ich konnte mit diesem dumpfen Dark-Metal Gegrunze überhaupt nichts anfangen. 1999 dann, als ihr Album "Judgement" erschien, habe ich eine äußerst positive Kritik darüber gelesen und heute bin ich ein...
Veröffentlicht am 10. Mai 2012 von Fugazi

versus
14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Peinlich berührt
Also ich finde die beiden letzten Alben von Anathema auch bähbäh. Und auch ich gebe an dieser Stelle - wie scheinbar alle 1-2 Punkte Verteiler- eine unqualifizierte Rezi ab, weil ich erstens kein Musikjournalist bin und zweitens keine Lust habe, mit Worten, die es eh nicht schaffen Musik, geschweige denn das, was sie auslöst oder eben nicht, zu beschreiben...
Vor 21 Monaten von sb veröffentlicht


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine emotionale Rezension, 10. Mai 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Anathema sind eine Band, die mich mittlerweile seit 15 Jahren begleiten. Kennengelernt habe ich sie durch das Album "The Silent Enigma" und ich konnte mit diesem dumpfen Dark-Metal Gegrunze überhaupt nichts anfangen. 1999 dann, als ihr Album "Judgement" erschien, habe ich eine äußerst positive Kritik darüber gelesen und heute bin ich ein glühender Verehrer ihrer Musik. Soviel zu meiner Beziehung zu dieser Band...

Anathema machen mit "Weather Systems" da weiter, wo sie 1998 mit "Alternative 4" begonnen - oder besser gesagt neu begonnen - haben und sich seither konsequent auf einem musikalischen Pfad befinden, der mich persönlich immer wieder sehr berührt. "Weather Systems" ist toll! Schon der Opener "Untouchable Part I" berührt mit seinem Text und der dazu mehr als bewegenden Art, sich immer weiter zu steigern, um anschließend nahtlos in eine sowas von schöne Ballade ("Untouchable Part II") überzugehen, daß es einem schon fast die Tränen in die Augen treiben kann.

"Weather Systems" ist ein sehr dramatisches und emotionales Werk. Anathema verstehen es wieder einmal hervorragend, Emotionen beim geneigten Zuhörer zu erzeugen. Die Texte sind einfach wundervoll poetisch und die Musik paßt dazu, wie die Faust auf's Auge. Und das bei jedem Song.

Vergleiche mit vorangegangenen Alben finde ich müßig, da meiner Meinung nach seit '98 eine Entwicklung bei Anathema stattfindet, die ich als stetig und logisch empfinde. Jedes Album hat seinen eigenen Charakter, jedoch ist ein konsequenter Stil zu erkennen. Immer geht es um die ganz großen Emotionen, ohne dabei jemals unglaubwürdig oder - schlimmer noch - kitschig zu wirken. Also ich persönlich nehme Dan Cavanaugh seinen Schmerz und seine Sehnsucht echt ab... Konnte man Ende der 90'er noch deutliche Affinitäten zu Pink Floyd erkennen, haben Anathema nun ihren ganz eigenen Weg gefunden, sich musikalisch zu erkennen zu geben.

Fazit

Wer dramatische, emotionale und bewegende, melodiöse Musik mag, der kommt hier voll auf seine Kosten! "Weather Systems" ist ein bewegendes Album. Nichts zum nebenbei hören, denn den Texten sollte man durchaus seine Aufmerksamkeit schenken - nicht, weil es so viel Neues zum Thema Sehnsucht und Herzschmerz zu sagen gibt, sondern, weil Vinvent Cavanaugh und seine Jungs es auf eine Art und Weise tun, die ihresgleichen sucht! Ich persönlich bin begeistert, deshalb 5 Sterne.

Danke für's Lesen...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönheit in Sicht, 20. April 2012
Von 
Andre Schuder (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Im launischen April 2012 sorgen Anathema für ein ganz besonderes Wetterereignis. Ihre eigene Schlechtwetterperiode haben sie zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise längst hinter sich gelassen. Sah es zur Mitte der ersten Jahrtausenddekade noch so aus, als hätte es die Band die längste Zeit gegeben, feierten die Briten nach ein paar Aufwämübungen im Jahr 2010 mit We'Re Here Because We'Re Here eine selbstbewusste Wiederkehr. Das Album läutete für die Band die zweite Blütephase ein. Die mediale Resonanz und der verdiente Charterfolg unterstrichen dies.

Nun bemächtigen sich Anathema also des Wetters. Ein dezenter Anflug von Größenwahn? Mitnichten, denn der Titel ist natürlich als Metapher auf das Leben mit seinen vielen Tiefs und gelegentlichen Hochs zu verstehen. Das mag zwar etwas plakativ sein, aber bekanntermaßen kann keine Band besser über Existenzielles musizieren als Anathema.

Wer in den letzten Wochen seine Nase in den Wind hielt, konnte das heraufziehende Wetterphänomen schon riechen. Vorboten wie "The beginning and the end" ließen erahnen, dass Anathema die Prog-Atmosphäre kräftig durcheinander wirbeln werden. Das nun angekommene Wettersystem übertrifft fast alle Erwartungen. Eine wird allerdings auch unterboten.

Musikalisch trumpfen Anathema mit unfassbar schönen Kompositionen aus, in denen sich jeder Stilliebhaber verlieren kann. Die Wetter-Leben-Assoziationen prasseln nur so auf einen ein: ängstlich dem Nebel entfliehen, trübe Regentage überstehen, strahlenden Sonnenschein genießen. Dieser Musik per Kopfhörer im frühlingshaften oder herbstlichen Zwielicht auf einer Wiese liegend zu lauschen, muss mit kaum zu ertragender Glückseligkeit erfüllen. Sei es das mitreißende "Untouchable part 1", das gesanglich überwältigende "Untouchable part 2", das aufwühlende "The storm before the calm" oder das epochal-sphärische "Internal landscapes" - Anathema verstehen es mit jeder Note den Hörer vollends in ihren Bann zu ziehen.

Der sollte allerdings auch eine gewisse Toleranz für sehr simple, sehr pathetische Texte mitbringen. Was sich auf "We're here because we're here" mit Zeilen wie "everything is energy and energy is you and me" schon unangenehm bemerkbar gemacht hat, wird auf "Weather systems" je nach Perspektive nochmal getoppt bzw. unterboten. Kostprobe: "This world is wonderful, so beautiful, if only you can open up your mind and see". Und das ist noch ein eher harmloses Beispiel.

Die Botschaften, die uns Anathema mitzuteilen haben, sind also nicht unbedingt von intellektueller Tiefe geprägt, aber abgesehen davon, dass sie zum Kontext passen, ist es gerade bei Anathema ohnehin seit jeher vor Allem die Musik, die ihre ganz eigene Aussagekraft entwickeln kann. Zwar mag der ein oder andere Kritiker auch hier von Kitsch reden, aber selbst falls das Kitsch ist, dann sollte der Begriff seine negative Bedeutung sofort verlieren. Musikalisch setzt "Weather systems" dem neueren Schaffen Anathemas jedenfalls die Krone auf. Herzzereißend himmlisch!
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lass das alte los! Neue Pfade in der sich die Band offensichtlich sehr wohl fühlt., 11. Mai 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Audio CD)
Um es vorneweg kurz zu machen: Das neue Album entfernt sich noch weiter von den Wurzeln der Band. Also können alle die immer noch hoffen dass Anathema zu alten Tagen zurückkehrt, endlich abschalten, sich abwenden, gehen und nach einer anderen Band suchen.

Für alle Anderen die sich, genauso wie die Band, im Leben weiterentwickeln und bereit sind Änderungen zuzulassen, können dabei bleiben und ein neues Album genießen dass noch weiter definiert wo Anathema nun steht:

Irgendwo zwischen Bekannt und Anders, zwischen schnell und langsam, zwischen Kopf und Herz. Und mein Gott.. fühle sie sich dabei wohl. Das merkt man an fast jedem Song.

Während 'We're here because we're here' noch wie ein 'Suchen' nach einer neuen Richtung klingt und die Songs stellenweise mit der Ambivalenz zwischen Rhythmik und sphärischen Klängen zu kämpfen haben, fließt bei 'Weather Systems' alles in eine kohärente Richtung. Am beeindrucktesten dabei ist der 'Flow' den das Album beim Durchhören ausstrahlt. Die Songs liegen in perfekter Reihenfolge aneinander:

1. Untouchable, Part 1: Ein grandioser Auftakt zum Album und gleichzeitig Bekenntnis zu der neuen Philosophie der Band: Melancholische Fröhlichkeit. Die fast verträumte Gitarre unterstreicht das lauthalse Rufen nach Liebe. Der Song beginnt langsam und poppig, zieht einen aber immer tiefer hinein in den bekannten Anathema Strudel und bereitet damit ein notwendiges Stilmittel um für den Rest des Albums bereit zu machen. Man fühlt sich 'unantastbar'' bereit jeder Gefahr zu trotzen.
2. Untouchable, Part 2: Langsamere Version der vorigen Melodie. Diesmal mit einer anderen Message: Die nicht sterbende Hoffnung verloren geglaubtes immer noch um sich zu haben. Jetzt wo man durch Part 1 schon emotional hinein gezogen wurde, trifft einen dieser Song tief ins Herz.
3. The Gathering of the Clouds: Dann wird man direkt mit einem schnellen Song getröstet. Eine kleine Erinnerung an das Vorgänger Album. Wir sind hier weil wir hier sind. Und deswegen traut sich die Band noch weiter klar zu machen wer sie geworden sind, und mit Nachdruck zu Streichern zu wiederholen. Ein Song der den starken Auftakt wie eine Brücke beschleunigt und in die gewünschte Richtung lenkt: Lebe dein Leben und achte nicht auf unwichtige Zweifel.
4. Lightning Song: Jetzt wo man sich in der 'Tiefe' des Albums befindet, wird es ganz einfach und klar. Die spirituelle Ausrichtung der Band zeigt sich hier am stärksten. Und sie scheut sich nicht davor alte Fans abzuschrecken. Was zählt ist die eigene Ausrichtung der Seele. Der Song steigert sich von der Einfachheit hin zu großer, fast filmischer, rockiger Emotion. Der ausschließlich weibliche Gesang unterstreicht das.
5. Sunlight: Jetzt ist man in der Mitte des Albums angelangt. Alles löst sich im Sonnenlicht auf. Sowohl musikalische Stilmerkmale, als auch eine klare Melodie. Eine durch einen immer lauter werdenden Rhythmus begleitete Steigerung die wie eine Wende in einem Film anmutet, läutet auch die Wende im Album ein'
6. The Storm before the Calm: ..die dann prompt folgt. Man wird sofort aus der vermeintlichen Sicherheit herausgezerrt. So schön die spirituelle Ansicht des Lebens ist, so schwer ist sie immer spürbar zu bleiben. Denn oft trifft einen mitten im schönsten Gefühl eine Kühle die man so nicht erwartet hat. So ist dieser Song, der als einziger nicht von Danny geschrieben ist, ein musikalisches und thematisches Herausreißen aus der Gewohnheit. Ein Mahnmal nie auf gewohntes hoffen zu können. Es folgt ein 'Sturm' der im Titel bereits angekündigt ist. Wirre Klänge und Geräusche reißen das Stück in zwei Teile. Nun beginnt der letzte große Akt. Der Höhepunkt des Theaterstücks. Das große erwärmende der ersten Hälfte, wird nun nochmal auf den Kopf gestellt. Der Konflikt mit sich selbst wird stark emotional, mit Piano Klängen und einem Orchester begleitet, thematisiert.
7. The Beginning and the End: Nach den zwei emotionalen Höhepunkten, wird man nun quasi allein gelassen. Der Song findet sich selbst wie abseits stehend, allein auf weiter Flur. Keine große Emotion, mehr ein klassischer Song. Wo sind die sphärischen Klänge hin? Ist das Album schon vorbei? Warum gibt es keinen Abschluss? Wo ist die Quintessenz? Diese musikalische Frage wird in der Lyrics ebenso gestellt.
8. The Lost Child: Und in dieser Stille beginnt der vorletzte Song des Albums. Nun vollkommen allein gelassen, gibt es fast nur noch das Piano... und das verlorene Kind das man im Traum immer wieder begegnet. Wohl eine Erinnerung an ein früheres Ich. Es ist auch eine Erinnerung an die alten Tage Anathemas, welche auch textlich an vergangene Lyrics der Band erinnert. Eine Erinnerung an vergangenen Schmerz und an vergangene Ängste, die nie verschwunden sind. Diese gipfelt höchst dramatisch mit den Worten 'Save me, save me, save me'.' Letztendlich ist die Hoffnung doch nur eine Hoffnung geblieben. Ängste kehren aus der Kindheit immer wieder zurück. Doch wovor eigentlich? Vor dem Tod?
9. Internal Landscapes: Die Antwort findet man letztendlich nur in den 'inneren Landschaften', in einem Selbst. Alle Philosophien, alle Gedanken und Emotionen.. sind letztendlich nur Strukturen, die je nach Lebensabschnitt an Bedeutung gewinnen, aber auch verlieren können. Erinnerungen reißen einen immer zurück, werfen einen um und zeigen einem dass man ganz und gar nicht 'unantastbar' war. Als Mensch bleibt man an seine Begrenzungen gebunden, und den damit verbundenen Wahrheiten. Doch das Lied gibt auch Hoffnung. Mit der Geschichte zum Start und dem Ende des Songs wird auch eine Wahrheit in den Vordergrund geschoben. Dass wir nie sterben können, wir immer da sein werden und Verlust nur eine Veränderung des Seins ist, und kein tatsächliches Verschwinden von etwas. Also gibt es Hoffnung, doch diese kann nicht gelehrt werden, sondern muss erfahren werden.

Das stellt auch das Statement der Band dar. Man kann der Band nun entweder folgen oder sich seine eigene Wahrheit wo anders suchen. Die Band serviert kein Dinner an die Fans, sie entwickelt sich und verändert sich, und tut das aufrichtig und ehrlich, egal wer dabei auf der Strecke bleibt oder wer gerade deswegen dazu einsteigt.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden ob er sich mit auf die Reise machen will, oder doch an vergangenen Dingen festhalten will.
Wenn man sich bei diesem Album aber drauf einlässt, dann findet man sich am Ende vom Wind umweht, von der Sonne gewärmt, vom Regen durchnässt und vom Sturm durchschüttelt wieder. Auf jeden Fall lässt es einen nicht kalt zurück.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen great band, 20. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (MP3-Download)
I've been listening to Anathema for over a decade now and they never disappointed: no matter if it is a live convert or any of their albums.

I can't say that this album is much better than "We're here because we're here" or that I like it more. For me this is just a continuation of the previous album in the same mood/tone. And honestly it does not matter at all. What it matters is that Anathema still makes brilliant music, music for the listener.

For me the highlights of this album are: Untouchable, The Storm Before the Calm, The Beginning and the End and even the last song, Internal Landscapes which reminds me of Hope from Eternity.

Brilliant band, brilliant album. Can't wait to see them again in November on Tour with Opeth!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I feel like I knew you before.... :), 2. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Überraschung: ein Anathema Album und ein Paradise Lost Album erscheinen am selben Tag, so was gab es glaub ich auch noch nicht. Was daran so besonderes ist? Nun ja obwohl beide Bands heutzutage nicht mehr allzu viel gemeinsam haben gehörten sie vor gut 20 Jahren zu den prominentesten Vertretern des Doom/Gothic/Metals und gemeinsam mit My Dying Bride bildete man die sogenannten "Big Three" aus England die noch dazu alle beim selben Plattenlabel (Peaceville) unter Vertrag waren.
Aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit finde ich es schon interessant dass nun also Anathemas "Weather Systems" zeitgleich mit Paradise Losts "Tragic Idol" erscheint.
Ich denke es ist wohl bekannt wie sich beide Bands im Laufe der Jahre musikalisch entwickelt haben, während aber Paradise Lost nun wieder zu ihren Wurzeln bzw. zum Sound von "Icon" sowie "Draconian Times" zurückkehren ist ein solcher Schritt bei Anathema wohl nicht mehr zu erwarten. Die Cavanagh Brüder haben eigentlich schon zu "Alternative 4" Zeiten gezeigt wohin der weitere Weg führen kann und spätestens mit "A Fine Day To Exit" hat man sich endgültig von den Metal Wurzeln gelöst. Manchen alteingesessenen Fan mag dies wohl immer noch ein Dorn im Auge sein, letztendlich haben Anathema allerdings etwas geschafft was Paradise Lost verabsäumt haben: nach "One Second" und "Host" den nächsten logischen Schritt zu tun. Für mich stellt sich halt die Frage ob die Rückkehr zu den Wurzeln ehrlich gemeint oder nur ein Zugeständnis an Fans und Kritiker ist die "Host" einfach nicht als das verstanden haben was es ist, nämlich ein mutiges und großartiges Album.

Aber genug davon, zurück zu Anathema und "Weather Systems":
Es scheint als ob sich Anathema gerade in einer kreativen Hochphase befinden, während man nach "A Natural Disaster" immerhin ganze 7 Jahre auf ein neues Album warten musste ("Hindsight" mal ausgeklammert, hier befinden sich ja hauptsächlich Neuaufnahmen von bereits bekannten Liedern) sind seit den großartigen "We're Here Because We're Here" gerade mal 2 Jahre vergangen, dazwischen hatte man auch noch die Zeit mit den beeindruckenden "Falling Deeper" eine Art Orchesteralbum basierend auf "Serenades" / "Crestfallen" / "Pentecost" / "Silent Enigma" Songs aufzunehmen.

So groß die Vorfreude auf "Weather Systems" auch war, schlich sich bei mir auch etwas Skepsis ein als ich hörte dass es Veränderungen in der Bandbesetzung gibt. Dies ist zwar in der Bandgeschichte von Anathema nichts neues (bis zu "A Natural Disaster" schaute auf so ziemlich jeden Album die Besetzung etwas anders aus) , allerdings kam man nun gute 10 Jahre ohne Besetzungswechsel aus, von daher hat es mich doch sehr überrascht und etwas verunsichert zu hören dass Keyboarder Les Smith nicht mehr dabei ist, angeblich wegen musikalischer Differenzen. Es gab im Vorfeld auch einige Unklarheiten ob Bassist Jamie noch in der Band ist, wenn man sich die Credits der "Weather Systems" Songs durchliest wird ersichtlich dass Jamie gerade mal bei einem Song mitgewirkt hat ("The Storm Before The Calm"), bei den anderen Songs hat hauptsächlich Produzent Christer Cederberg die Bassparts eingespielt. Mittlerweile ist bekannt dass Jamie nach wie vor zur Live Band gehört, bei der Studioaufnahme von "Weather Systems" hatte er aufgrund anderer Verpflichtungen anscheinend nicht die Zeit beim ganzen Prozess dabei zu sein. Aufgrund dieser Unklarheiten und der Trennung von Les hatte ich etwas Sorge ob und inwieweit sich dies auf die Musik des neuen Albums auswirkt.

Aber bereits der "Untouchable" Doppelpack machte diese Sorge zunichte. Was für ein wunderbarer Einstieg, während der erste Part zuerst nur mit Akustikgitarre und Vincents Gesang beginnt und im weiteren Verlauf an Tempo sowie Dynamik gewinnt, greift der zweite Part die textliche Thematik des ersten auf und transportiert diese in eine atemberaubende Ballade wie sie wohl nur Anathema zustande bringen. Getragen vom wunderbaren Pianospiel liefern sich Vincent und Lee ein bezauberndes Duett wo auch Danny gegen Ende mit seinen Gitarrenspiel glänzt. Bereits hier wird klar was bereits im Vorfeld angedeutet wurde nämlich dass Sängerin Lee (mittlerweile fixes Bandmitglied) mehr denn je in den Aufnahmeprozess integriert wurde. Mit ihrer bezaubernden Stimme sorgt sie so für die eine oder andere Gänsehaut wobei dies auch für Vincent gilt der sowieso in meinen Augen ein Ausnahmesänger ist und sich auf "Weather Systems" teilweise sogar noch weiter gesteigert hat.
Bei "The Gathering Of The Clouds" dominiert wieder die Akustikgitarre, Vincent singt anfangs alleine bevor er von Lee unterstützt wird, mit den großartigen Gesangsarrangement steigert sich die Dynamik des Songs der letztendlich nahtlos in den "Lightning Song" übergeht.
Soviel ich weiß haben Anathema diesen schon länger in der Schublade, zumindest taucht der Songtitel schon seit einiger Zeit bei der einen oder anderen Konzertsetlist auf. Dadurch dass ich bei diesen Konzerten allerdings nicht dabei war kann ich nicht sagen ob und inwieweit der "Lighting Song" auf den Album nun anders klingt, hier wird der anfangs ruhige Song jedenfalls alleine von Lees Gesang getragen bevor auch hier sich die ganze Band gegen Enden in einen Rausch spielt und einmal mehr von Streichern unterstützt wird. Beeindruckend dass sich Lee am Ende gegen den druckvollen Sound mehr als nur behaupten kann, hier zeigt sie ihre ganze Klasse.
"Sunlight" ist Anfangs recht minimalistisch mit Akustigitarre und diesmal nicht Vincents sondern Dannys Gesang aufgebaut man hört aber gleichzeitig wie die ganze Band nur drauf wartet einzusteigen und so den zweiten Teil von "Sunlight" durchaus sehr druckvoll gestaltet.
"The Storm Before The Calm" ist der wohl ungewöhnlichste Song auf "Weather Systems" und mit seinen über 9 Minuten in zwei Teile aufgebaut. Während der erste Teil mit elektronischen Elementen sowie leicht verzerrten Gesang überrascht (wobei nicht unähnlich zu "Closer" von "A Natural Disaster") und mit den "it's getting colder" Lyrics im wahrsten Sinne des Wortes für Kälte sorgt wird diese Kälte mit den warmen Gitarrenklängen des zweiten Teil durchbrochen. Nach den Gitarrenpart steigt wieder die ganze Band ein und wenn Vincent am Ende "This beautiful feeling soars over the skies, moving through my body out my mind, it rises up and floods my brain, this is ....... insane, this is ....... insane" singt sagt dies wohl alles über diesen Song aus, ein absolut magischer Moment...
"The Beginning And The End" war ja schon im Vorfeld bekannt, der Song glänzt mit den Zwischenspiel aus Piano und der ganzen Band und steigert sich am Ende mit den "silence is raging" Lyrics sowie einen großartigen Gitarrensolo von Danny in eine unglaubliche Intensität.
"The Lost Child" beginnt wie ein Soundtrack getragen von Keyboard und Pianoklängen und steigert sich in seinen 7 Minuten in einen unglaublichen emotionalen Song der nur kurz für einen Ausbruch der ganzen Band sorgt, danach wird es wieder ganz ruhig.
Der letzte Song "Internal Landscapes" ist den verstorbenen Vater von Danny und Vincent gewidmet und behandelt das Thema Nahtoderfahrung. Bereits beim gesprochenen Introsample wo ein Mann von seiner eigenen Nahtoderfahrung berichtet muss man erstmals schlucken und auch der restliche Song mit den unglaublich emotionalen Wechselgesang von Lee und Vincent passt sich dieser traurigen Stimmung an. Die Orchestrierung ist dabei das Tüpfelchen auf den i, am Ende wird man mit den gesprochenen Sample des interviewten Mannes "It was eternity. It's like I was always there, and I will always be there. That my existence on earth was very brief, instant. I could say that I was peace, I was love, I was the brightness, it was part of me." entlassen. Eine ähnliche Stimmung vermittelt wohl "One Last Goodbye" von "Judgement", das pikante an der Sache ist wohl das dieser Song damals der verstorbenen Mutter von Danny und Vincent gewidmet wurde....

Was bleibt da noch großartig zu sagen, Anathema haben einmal mehr ein ganz großes und emotionales Album herausgebracht das durch den vermehrten Einsatz von Akustikgitarren sogar etwas an "Judgement" erinnert und meiner Meinung nach eine ähnliche Atmosphäre wie dieses von vielen Seiten als Bandklassiker tituliertes Album vermittelt. Manche mögen die Lyrics von Anathema kritisieren, die angeblich zu kitschig ausfallen. Durch diesen emotionalen und meinetwegen weniger intellektuellen Zugang hebt sich aber für mich die Musik von Anathema angenehm von der ach so kopflastigen Prog Rock Szene ab, die mir bei allen nötigen Respekt nicht allzu viel gibt. Ich finde auch dass Anathema eher am Rande was mit dieser Szene zu tun haben obwohl sie gerne in diese gedrängt werden. Großartige Gemeinsamkeiten zu beispielsweise Porcupine Tree, respektive Steven Wilson, sehe ich jedenfalls nicht, lediglich Pink Floyd war schon immer ein Einfluss für Anathema, dies ist auch nach wie vor rauszuhören.

Apropro Steven Wilson, mir kommt irgendwie vor dass die Produktion auf "Weather Systems", im Gegensatz zu der von "We're Here Because We're Here", irgendwie lebendiger und näher am Livesound von Anathema ausgefallen ist, der Sound auf "Weather Systems" wirkt für mich jedenfalls im Vergleich dynamischer und druckvoller. Auch wenn "We're Here Because We're Here" zweifellos ebenfalls ein ganz großes Album ist aber wenn man bedenkt dass damals Steven Wilson an der Produktion beteiligt war spricht es wohl für sich dass diesmal nicht Wilson sondern Christer Cederberg dafür gesorgt hat Anathema einen optimalen Sound zu verpassen. Bei allen nötigen Respekt für Hrn. Wilson aber ich kann mit seiner musikalischen Arbeit sowieso nicht allzu viel Anfangen und halte ihn was das betrifft für überbewertet. Wilson sollte sich auch mal "Weather Systems" anhören dann wird ihm wahrscheinlich klar dass Anathema ihn bei "We're Here Because We're Here " nicht gebraucht hätten, im Nachhinein und im Vergleich zu "Weather Systems" hat Wilson es für mich nicht geschafft den zweifellos großartigen "We're Here Because We're Here " Songs mit einen optimalen Sound gerecht zu werden...

Wie auch immer, ich kann übrigens nur raten Anathema auch mal live mitzuerleben, ich habe sie letzte Woche in Frankfurt und Ludwigsburg gesehen wo sich gezeigt hat was für eine großartige Live Band sie sind und ihre Songs live nochmal druckvoller und emotionaler rüberkommen. Im September sollen weitere Deutschland Konzerte folgen, dies sollte man nicht verpassen.

Abschließend noch eines, "Weather Systems" ist diese Woche auf Platz 14 der deutschen Albumcharts eingestiegen, es scheint also dass Anathema endlich ihren längst verdienten größeren Erfolg feiern können, für eine Band die seit über 20 Jahre aktiv ist war dies wohl überfällig....
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur gut - und live noch viel besser, 5. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Diese Rezension entsteht noch im Eindruck des ANATHEMA-Konzerts am 2.11.2012 in München. Ich kenne (und schätze) ANATHEMA nun seit 1997, seitdem ich JUDGEMENT das erste Mal in Händen hielt, weil irgendein Schreiberling einer Rockzeitschrift Parallelelen zu Pink Floyd ausgemacht haben wollte. CD gekauft, viele hundert Male gehört.

Aber nun zur aktuellen CD, WEATHER SYSTEMS. Ich kenne die Stimmen derer, die Bands nicht verzeihen, wenn sie sich weiter- oder gar fortentwickeln. Einige Kritiken hier erwecken den Eindruck. Und diesen Leuten muss man auch ihr Gefühl lassen. Nur objektiv ist das nicht. Und ich bin ehrlich gesagt froh, dass ANATHEMA keinen Doom- oder Dark-Metal mehr spielen.

WEATHER SYSTEMS ist nur die kosenquente Fortsetzung des eingeschlagegen Wegs hin zu mehr Prog, zu getrageneren Arrangements, zu mehr Sound-Wall - und ja, wenn man es denn so sehen mag, zu mehr Radiotauglichkeit. Aber nun zeige mir einer mal den Radiosender in Deutschland "on air", der ANATHEMA spielt? Insofern lasse ich "Mainstream" einfach nicht gelten. Oder, falls "Mainstream" sagen soll, dass auch ein Normalsterblicher die Musik hören kann, Zugang dazu - und letztendlich Gefallen daran - findet, dann ja, meinetewegen ist WEATHER SYSTEMS ein "Mainstream-Produkt".

Mit aber herzlich egal, denn ich kann die CD von vorne bis hinten nur empfehlen. Schon die ersten beiden Songs, das zweigeteilte UNTOUCHABLE I und II ist einfach genial, vor allem der zweite Teil würde jedem ersthaften Radioprogramm gut zu Gesichte stehen (womit wir wieder bei der unsäglichen Mainstream-Diskussion wären). UNTOUCHABLE PART II geht einfach unter die Haut - die Wechsel der Gesangsstimmen von Vincent und Lee Douglas sind wunderbar (hört man bei dem 30sek Schnippsel auf Amazon leider nicht). THE GATHERING OF THE CLOUDS kommt live noch besser, ist aber auch auf CD schon jede Sekunde wert. Und so geht es munter weiter. THE STORM BEFORE THE CALM ist vom ANATHEMA drummer John Douglas - klasse. Und THE BEGINNING AND THE END ist mein persönlicher Favorit.

Eine wunderbare CD - und einen herzlichen Gruss an die Zweifler :-) Ich kann jedem nur empfehlen die CD in Ruhe zu hören - und sich bei Gelegenheit ANATHEMA auch mal live anzusehen. Das ist ein echtes Erlebnis, die Jungs beherrschen auch live ihre Instrumente - und nicht nur hinter der Studio-Türe.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen konsequent auf dem Weg ins Licht, 29. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Wenn man sich die ersten Anathema-Scheiben anhört und diese mit dem neuen Album vergleicht, kann man kaum glauben, dass es sich noch um die gleiche Band handelt, doch im Grunde genommen sind viele Grundelemente bei Anathema gleich geblieben, so dass man immer ihren Stil heraushören kann.
Weather Systems ist hell, es ist hoffnungsvoll, untermalt mit einem richtig guten Sound.
Selbst nach vielen Wochen ist die Scheibe bei mir regelmäßig am laufen und macht nach wie vor Spaß!

Unbedingt kaufen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Metal, aber dieselbe Stimmung wie vor 17 Jahren..., 23. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Audio CD)
Klar, man kann sich aufregen, dass Anathema nicht mehr den Doom bzw. Gothic Metal spielen, wie in den 90ern. Jeder der das jetzt noch tut, trauert wahrscheinlich auch noch der D-Mark hinterher.
Fakt ist, dass Anathema auch mit diesem Album genau dieselbe Stimmung transportieren, wie sie es, für mich, zum ersten Mal mit "the silent enigma" taten.
Hier geht es um vertonte Melancholie, um Sehnsüchte, um Hoffnungen.
Kein Mainstream, sondern Poesie.
Nicht jeder mag diese Art von Musik, nicht jeder kann sie verstehen...

Jeder der es kann, wird sich in ihr verlieren und sie genießen.
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5.0 von 5 Sternen Reif!, 24. Januar 2014
Von 
G. Hoffmann "Islayfan" (Bielefeld, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (MP3-Download)
Dieses Album ist wohl das ausgereifteste und in sich geschlossenste von Anathema.
Sehr orchestral, emotional, sanft und doch auch wuchtig, manchmal etwas nahe am Pathos, dabei aber immer großartig produziert und extrem - was soll ich sagen - schön! Eine sehr runde Sache!
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5.0 von 5 Sternen Toller Sound!, 12. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weather Systems (Limited Edition) (Audio CD)
Meine erste Scheibe von Anathema.Großartige Melodien,schöne Keyboardteppiche,sowie schön eingesetzte Streicher.
Herlicher Gesang.Danach habe ich mir gleich die aktuelle Live DVD Universe gekauft.
Wer auf proggigen Pop/Rock steht sollte unbedingt hineinhören.Die Gitarrenarbeiten sind auch sehr gut und passen
wohlig in das Gesamtbild.Zugreifen.
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Weather Systems
Weather Systems von Anathema (Audio CD - 2012)
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