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Es gibt viel Literatur über den Nationalsozialismus, aber sehr wenig über die deutsche Besatzung Norwegens. Dieses Buch füllt diese Lücke.
Die Autorin hat die Liebesgeschichte ihrer Eltern rekonstruiert, die unter allerschwersten Bedingungen um ihre Liebe kämpfen mussten.
Die 19jährige Norwegerin Lillian verliebt sich 1942 in den deutschen Soldaten Helmut. Dabei macht sie sich bei ihrer Familien und bei ihren Landsleuten unbeliebt, denn Norwegen leidet unter der deutschen Besatzungsmacht.
Fast hätte sich Lillian von Helmut getrennt, als die deutschen Soldaten eine jüdische Nachbarsfamilie verschleppen. Um sie nicht zu verlieren, vertraut Helmut Lillian ein großes Geheimnis an, das niemand außer ihr erfahren darf: Helmut ist Jude. Mit Müh' und Not konnte er bisher verhindern, dass die deutsche Wehrmacht das entdeckt und ihn deportiert.
Weil Lillian nicht einmal ihrer Familie sagen darf, dass Helmut kein Nazi ist, muss sie in Kauf nehmen, dass ihre Beziehung zu ihm nicht akzeptiert wird. Ihr Vater spricht nicht mehr mit ihr.
Und dann sorgt der Krieg dafür, dass die Liebenden getrennt werden. Erst nach Jahren werden sie nach aufregenden Erlebnissen wieder vereint.
Diese Geschichte wurde der Tochter Randi verschwiegen. Der Vater wollte nie über die jüdische Vergangenheit der Familie reden. Erst nach seinem Tod konnte Randi Crott gemeinsam mit ihrer Mutter Lillian die Liebesgeschichte rekonstruieren.
Das Buch liest sich sehr gut, auch weil die Zeit- und Perspektivwechsel ein hohes Tempo in die Erzählung bringen. Durch die Verknüpfung mit der persönlichen Familiengeschichte kommen einem die Ereignisse sehr nahe; die geschichtlichen Ereignisse werden lebendig.
Ich wünsche diesem Buch, das den Wahnsinn des Krieges einmal von einer ganz anderen Seite zeigt, viele Leser.
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TOP 500 REZENSENTam 23. Dezember 2012
===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Randi Crott ist eine erwachsene Frau, als sie die ganze Wahrheit über die Liebe ihrer Eltern erfährt. Es ist eine Wahrheit über die jahrelang geschwiegen wurde, und auch noch Jahre ins Land ziehen, bevor sie in diesem Buch veröffentlicht werden. Lillian lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Norwegen, als der zweite Weltkrieg auch in Norwegen Einzug erhält. Ihr Bruder wird eingezogen, ihr Freund muss ebenfalls an die Front und als die Deutschen einmarschieren, wird es nicht besser. Die kleine Stadt wird bombardiert und trotzdem muss man mit der deutschen Besatzung klarkommen. Als ihr Vater aus Höflichkeit zwei deutsche Soldaten zu sich einlädt, kann er nicht ahnen, dass damit das Schicksal seiner Tochter besiegelt ist. Einer von ihnen ist nämlich Helmut Crott. Er verliebt sich sofort in Lillian und auch sie ist ihm nicht abgeneigt. Anfangs versucht sie sich noch dagegen zu wehren, doch irgendwann lässt sie ihren Gefühlen freien Lauf. Der Grund für diese Änderung ist ein dunkles Geheimnis in Helmuts Leben. Ein Geheimnis, dass Lillian niemanden verraten kann, um sein Leben nicht zu gefährden. Helmuts Mutter ist nämlich Jüdin und wird sogar nach Theresienstadt deportiert. Er wird als Mischling nur verschont, weil er in der Stube sitzt und so seine Briefe verschwinden lassen kann, in denen er sich zu seinen Eltern äußern muss. Sie kann es nicht mal ihren Eltern erzählen, als diese hinter ihre Liebe kommen, und sie sogar dafür verachten. Trotzdem hält Lillian an der Liebe fest, sie zieht von zu Hause aus und flieht sogar nach dem Krieg nach Deutschland, um bei ihm sein können. Aus dieser Liebe entsteht Randi, die, wie gesagt, erst spät erfährt, wie es um ihre Wurzeln wirklich bestellt ist.

===Sarahs Meinung===
Durch meine Mutter, die 1938 geboren wurde, habe ich mich von klein an für dieses historische Ereignis namens Zweiter Weltkrieg interessiert. Als Kind habe ich schon zahlreiche Bücher gelesen, wie „Damals war es Friedrich“, und auch jetzt lese ich diese Bücher immer wieder gerne. Ich bin der Meinung, man darf dieses Thema nicht unter den Tisch kehren und schon gar nicht vergessen. Ruhen lassen okay, aber nie vergessen. Trotzdem zeigt sich, dass viele neue Bücher mit diesem Thema, einfach nichts zu sagen haben, langweilig sind oder einfach nur mit wenigen Informationen noch etwas Geld verdienen wollen. So wie zum Beispiel „Der Mann, der ins KZ einbrach“. Eine Liebesgeschichte in diesen Wirren, finde ich immer schön und so musste ich dieses Buch lesen.

Das Buch ist jedoch ganz anders als ich erwartet habe. Anfang des Jahres habe ich „Jora und Knopotschka“ gelesen. Es war eine so anrührende Geschichte, die mich nicht nur zu tief berührt hat, sondern auch noch so liebevoll geschrieben war, dass man sofort den Schmerz spüren konnte. Genau das habe ich bei diesem Buch auch erwartet. Doch es ist wie gesagt komplett anders. In dieser Lektüre wird nicht gradlinig eine Geschichte erzählt, sondern sie setzt sich aus Fakten, Erinnerungen und Briefen zusammen. Es ist eine interessante und sehr anspruchsvolle Mischung, denn auch wenn die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, hat man das Gefühl ein Sachbuch zu lesen. Obwohl ich schon so viele Werke über den Zweiten Weltkrieg gelesen habe, kannte ich nur Situationen rund um Deutschland, Holland, England, Polen oder ähnliche Länder. Über Norwegen wusste ich in diesem Bezug nur wenig, und so geht es vielen Leuten. Deswegen geht dieses Buch sehr detailliert auf Angriffe, wichtige Situationen oder ähnliches ein. Dazu benutzt sie Auszüge aus zahlreichen Sachbüchern, die deutlich gekennzeichnet sind, dem Buch jedoch auch den Sachbuch-Touch verleihen. Ich finde es sehr interessant, aber gerade am Anfang geht hier die Liebesgeschichte doch ziemlich weit unter. Dies finde ich jedoch nicht weiter schlimm, denn wenn ich ein solches Buch lese, möchte ich auch etwas lernen und neues erfahren.

Allerdings gibt es einen Punkt, der mich bei dieser Umsetzung sehr störte. Es handelt sich hierbei um den roten Faden. Sprünge sind sicherlich nicht verkehrt, aber ich muss sagen, dass es schon extrem ist. Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart finde ich nicht weiter schlimm. Hätte man zum Beispiel nur Sprünge zwischen 1942, also damals, und 2010, also heute, wäre ich wunschlos glücklich gewesen. Doch hier springt die Geschichte beliebig in der Zeit. Mal befindet man sich im Juni 1942, dann 2010, dann 1939 und plötzlich ist es 1918. Es sind extreme Sprünge, die nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich sind. Man muss im Grunde den Text lesen und alle Informationen die neu hinzukommen wie ein Puzzle zusammensetzen. Dies finde ich recht anstrengend, aber ich muss auch sagen, dass man so einfach konzentrierter liest.

Die Geschichte selbst, ich rede nun von der wirklichen Liebesgeschichte in Kombination mit den Familien, ist etwas Besonderes. Man liest von Juden, die sich versteckt oder das KZ überlebt haben, von Leuten, die den Juden geholfen haben oder ähnliches. Jedoch eine Geschichte von einer sozusagen arischen Frau, die sich mit einem Mischlings-Soldaten einlässt, ist für mich neu und bietet eben ganz andere Einblicke in die damalige Zeit. Sie berührt das Herz, allerdings auf einer leicht sachlichen Basis. In dem Punkt kann ich sagen, dass mich das Buch überzeugt hat. Nichtsdestotrotz hätte ich es persönlich besser gefunden, wenn die Geschichte anders geschrieben worden wäre. Erst Lillians Weg bis zum Kennenlernen, dann Helmuts Weg bis zum Kennenlernen und dann eben der Gemeinsame. Hier hätten die Fakten ebenfalls eingebaut werden können, genauso wie die grausamen Begebenheiten rund um Helmuts Mutter. Aber jeder Autor sollte es schließlich so schreiben, wie er es möchte.

Ein Punkt sticht ebenfalls positiv hervor, und zwar ist das Buch komplett mit Fotos unterlegt. Orte, Personen und Situationen sind mit Bildern untermalt. Fotografien gehören für mich in jede gute Biographie. Diese sind zwar schwarz-weiß, recht klein und eben auf normales Seitenpapier gedruckt, aber immerhin können sie so an der passenden Stelle platziert werden. Allerdings gibt es auch hier einen Tropfen Wehmut. An einigen Stellen wird zum Beispiel von einem Foto geredet, wie zum Beispiel das Passbild von Helmut als er 18 war. Erzählt wird es, aber gezeigt leider nicht. Dabei ist der Leser doch neugierig. Das sind jedoch nur Kleinigkeiten.

Alles in allem ist es ein sehr anspruchsvolles Buch, dass neue Einblicke in ein bewegendes Thema gibt. Es ist ein Stück deutscher und norwegischer Geschichte, dass nicht vergessen werden sollte. Wer Fakten mit einem Hauch von zarter, unschuldiger Liebe vertragen kann, der sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen.
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Liebe auf den ersten Blick. Gibt es das wirklich? Ja, das gibt es! Es ist Krieg. Der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen. Die Deutschen halten Norwegen besetzt. Helmut, der deutsche Wehrmachtssoldat lernt die junge Norwegerin Lillian kennen. Sie verlieben sich ineinander. Die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Doch eigentlich darf diese Liebe nicht sein. Nicht nach allem, was die Deutschen den Norwegern angetan haben. Als dann auch noch jüdische Nachbarn der Berthungs abgeholt werden, stellt Lillian ihren Helmut zur Rede. Der vertraut ihr ein Geheimnis um seine wahre Herkunft an, bittet sie jedoch um absolutes Stillschweigen, auch ihren Eltern gegenüber. Das Verhältnis zwischen Lillian und ihren Eltern wird immer schwieriger. Sie heißen es nicht gut, dass Lilian und Helmut zusammen sind. Lillian würde ihren Eltern am liebsten erzählen, wer Helmut wirklich ist, doch sie hat geschworen, es niemanden zu erzählen und sie hält sich an ihr Versprochen, so schwer es ihr auch fällt.

Randi Crott, die Tochter von Lillian und Helmut, erfährt erst als erwachsene Frau, dass sie jüdischer Abstammung ist. Und auch ihr wird das Versprechen abgenommen, mit niemanden darüber zu sprechen.

Erst nachdem ihr Vater Helmut verstorben ist, kommt die ganze Geschichte ans Licht. Zusammen mit ihrer Mutter Lillian rekonstruiert Randi die Geschichte ihrer Eltern. Zur Hilfe nehmen sie dabei sämtliche Briefe, die die Eltern sich geschrieben und verwahrt haben.

Der Leser erfährt so die gesamte Geschichte, eine Liebes- und Lebensgeschichte, die nicht hätte sein dürfen. Eine Liebe, die trotz alle Widrigkeiten, die trotz des Krieges bestanden hat. Lillian hat trotz der Widerstände ihrer Eltern einen Weg gefunden, um ins zerbombte Deutschland zu kommen – hin zu ihrer großen und einzigen Liebe Helmut.

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Ich habe mit gelitten, war erschüttert, war traurig, glücklich, hoffnungsvoll. „Erzähl es niemanden!“ ist ein sehr bewegendes Buch, das es unbedingt verdient hat gelesen zu werden!
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am 3. Juli 2015
In einer Phoenix-Gesprächsrunde zum 70. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs mit dem Titel „Kriegsenkel - wie wir den Krieg bis heute spüren“ saß Randi Crott neben Sabine Bode. Von Frau Bode habe ich schon mehrere Bücher gelesen und war jedes Mal tief berührt. So las ich das Buch von Randi Crott, dessen Titel mich ansprach.

Frau Crott beschreibt in diesem Buch die beginnende Liebesbeziehung ihrer Eltern während des zweiten Weltkriegs – und die Veränderungen und Betroffenheiten ihrer Familien. Randi Crotts Vater Helmut war Wehrmachtssoldat und Halbjude, was er damals erfolgreich verbergen konnte. Das hat ihn geschützt und ihm das Leben gerettet. Er war im Norden Norwegens, in Harstadt, stationiert und dort vorwiegend in einer Schreibstube tätig. 1942 verliebte sich Lillian Berthung, ein junges norwegisches Mädchen, in Helmut, und lässt sich von nichts und niemandem in dieser Liebe beirren. Sie kommt nach vielen Irrungen und Wirrungen schließlich 1947 auf illegalem Weg zu Helmut nach Deutschland.

Randi Crott baut ihr Buch auf den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter und Koautorin auf. Sie fokussiert dabei auf militärische Entwicklungen im Norden Europas und die komplizierte Beziehung zwischen ihren Eltern und deren Familien. Die Autorin springt zeitlich und örtlich in den einzelnen Kapiteln, kontrastiert so Aktualität, Vergangenheit und Erinnerungen. Doch die ersten Jahre der Bundesrepublik Deutschland blendet die Autorin erstaunlicherweise aus.

„Erzähl es niemandem!“ war ein Satz von Randi Crotts Mutter, die damit ihren Mann zitiert, der nicht über sein Leben sprechen wollte; auch nicht Jahre nach dem Krieg. Randis Großmutter war in Theresienstadt, ihre Großtante wurde in einem Konzentrationslager umgebracht. Randi Crott hält sich an dieses auferlegte Tabu; erst Jahrzehnte, nachdem sie als junge Erwachsene die Informationen über ihre familiären Wurzeln von ihrer Mutter erhalten hatte, öffnete sich Randi Crott, und damit auch ihre Mutter, mit diesem Buch. Nach dem Tod des Vaters.

Randi Crott sprach in der oben genannten Sendung davon, dass ihr Vater nicht über seine Vergangenheit sprechen wollte, weil er „keine Anerkennung und kein Mitleid“ wollte. Er wollte einfach ein Bürger der neu gegründeten BRD sein. Eine BRD, in der auch alte Nazis (wieder) an der Macht waren. Leider bleibt die Frage, warum Helmut Crott auch nach dem Krieg stumm blieb, im Buch unbeantwortet. Das Schweigen und Verdrängen in diesem Lande nach dem Krieg wäre ein spannendes Thema gewesen, ebenso wie die Gründe für das Schweigen der Autorin über die Jahre. Doch Randi Crott stellt die konkreten Handlungen ihrer Protagonisten und weniger deren Motive ins Zentrum ihrer Darstellungen. Dabei wirkt sie manchmal sehr idealistisch, mitunter melodramatisch, gelegentlich zu spekulativ.

So überzeugt das Buch in seiner historischen Genauigkeit, in der Thematisierung eines Traumas, das in das Bewusstsein der norwegische Nation unauslöschlich eingebrannt ist, in der Wahrnehmung der Deutschen aber wenig Bedeutung hat. Darüber hinaus zeigen sich in der komplizierten familiären Situation die verheerenden, vieles vernichtenden Gegebenheiten politischer und gesellschaftlicher Art im Dritten Reich. Doch leider überdeckt Frau Crott die spannende Frage nach den offensichtlichen Auswirkungen und Einflüssen über die Generationen hinweg - mit einer sicherlich anrührenden Liebesgeschichte.
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Durch Zufall lernen sich die junge Norwegerin Lillian und der deutsche Soldat Helmut im Jahr 1942 kennen und lieben. Eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Norwegen ist von Nazi-Deutschland besetzt, das Leben der Norweger wird durch die Besatzer immer schwieriger. Doch Lilian und Helmut kämpfen um ihre Liebe und versuchen diese, so gut wie möglich geheim halten. Allerdings ist dies in der kleinen Stadt Harstad in Nordnorwegen unmöglich. Schon bald wenden sich Freunde von Lilian ab, das Verhältnis zu ihren Eltern wird immer schwieriger.

Randi Crott erzählt den Lebensweg ihrer Eltern dreigeteilt. Natürlich steht die Beziehung zwischen Lillian und Helmut im Vordergrund. Aber die Autorin geht auch ausführlich auf die politische Lage Nordnorwegens ein wie auch auf die Verfolgung der Juden. Denn Randi Crotts Vater ist Halbjude und konnte sich nur mit einem Trick in der Wehrmacht verstecken und damit möglicherweise sein Leben retten. Weiterhin beschreibt Randi Crott auch, wie es zu diesem Buch kam, warum sie erst jetzt die Lebensgeschichte ihrer Eltern aufschreibt und welche Nachforschungen sie getroffen hat, um mehr über ihre Familie zu erfahren.

Anfangs ist das Verhalten der Einwohner von Harstad, einer Hafenstadt auf Hinnoy, eher noch verhalten neutral gegenüber den deutschen Wehrmachtsoldaten und manche sehen auch eher den Menschen hinter der Uniform, so wie Lillians Vater. Doch als die Situation immer schwieriger für die Einwohner wird, die Lebensmittel knapper, Radios und Autos beschlagnahmt werden, die Harstader immer mehr der Willkür der Wehrmacht ausgesetzt sind und erste Menschen deportiert werden, schlägt die Stimmung merklich um. Keine guten Voraussetzungen für Lilian und Helmut.

Die politische Lage berichtet Randi Crott mehr sachlich informativ und sehr interessant, die Geschichte ihrer Eltern und ihre Nachforschungen dagegen beschreibt die Autorin sehr lebendig und einfühlsam. Immer wieder ist die Biografie durchsetzt mit Bildern, zumeist von ihren Eltern aus den 1940er Jahren, aber auch Bilder aus Nordnorwegen sind dabei, wie auch von ihren Großeltern väterlicherseits. Und immer wieder führt die Autorin auch Briefe auf, welche Lillian und Helmut sich damals schrieben. Aber Randi Crott geht auch auf das Leben der Familie Crott in Wuppertal ein, den Eltern von Helmut. Seine Mutter ist Jüdin. Entsprechend sind seine Eltern der Tyrannei der Nazis ausgesetzt bis hin zur Deportierung seiner Mutter und seiner Tante.

Aber auch nach dem Krieg wird das Leben für Lillian und Helmut anfangs nicht leichter. Helmut wird nach Deutschland zurückgeschickt, doch Lilian hat keine Möglichkeit, ihm zu folgen, da die Grenzen dicht sind. Allerdings auch hierfür finden Beide eine Lösung.

Fazit: Das bewegende Schicksal ihrer Eltern beschreibt Randi Crott einfühlsam und gibt zudem noch einen ausführlich recherchierten Einblick in das Leben Nordnorwegens während der Besatzung durch die deutsche Wehrmacht.
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am 11. September 2013
Da mein Vater als Soldat im 2.Weltkrieg in Norwegen eingesetzt war und er leider so früh verstarb,daß ich Ihn nach seinen Erlebnissen nicht fragen konnte ,interessieren mich alle Erlebnisberichte aus diesem Bereich.Dieses Buch ist vorzüglich recherchiert ,spannend geschrieben und bezieht die Geschehnisse des Krieges in die private Beziehung hervorragend mit ein.Sehr lesenswert!
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Randi Crott ist eine (mir un-)bekannte ARD und WDR Moderatorin, die in diesem Buch, die tragische Lebensgeschichte ihrer Eltern Helmut Crott und Lillian Berthung; danach Lillian Crott-Berthung, erzählt. Ich wusste bislang nicht sehr viel von Norwegen im Krieg, deren Mitwirken oder Opferanzahl. Crott erzählt dies mit großem Hintergrundwissen, dadurch stockt die Geschichte anfangs aber leider. Sie schweift anfangs sehr ab, wodurch das Buch bis zu ca. 100 Seiten nur sehr schwer aufnehmbar ist. Es ist von einem ganz anderen Mann die Rede auf den Lillian wartet, das Familienleben ist idyllisch und man ladet zu Schach Partien und Skifahrten die Deutschen ein. Als sich Lillian in den Deutschen Soldat Helmut verliebt, ist die Idylle augenblicklich vorbei. Ihre Eltern meiden sie, ins Haus kehrt Eiseskälte. Lillian ist hin- und hergerissen, bis Helmut ihr gesteht, dass er Halbjude ist und sich in der Wehrmacht versteckt. Ihre Antwort: "Ich werde dich nie wieder verlassen."

Diese Worte kosten Lillian jedoch das Elternhaus. Da sie Helmut's Geschichte nicht weitererzählen darf, schweigt sie eisern. Der Vater verabschiedet sie nicht am Hafen, Lillian fährt in eine ungewisse Zukunft. Als in Oslo der Frieden bekanntgegeben wird, wird es allerdings für die Frauen, die sich mit den Deutschen eingelassen haben, eng. Sie werden bespuckt, es werden ihnen die Haare rasiert, sie werden verächtet, verspottet und gequält. Zur Freude über das Kriegsende gesinnt sich Rache. Rache an allen und jeden.

Lillian übersteht auch diese Stürme, da sie ihr Geheimnis bis jetzt ziemlich gut wahren kann. Helmut kommt zwischenzeitig in ein Gefangenenlager, laboriert sich aber auch hier durch. Das größte Ungewisse Schicksal erfährt Helmut's Mutter die deportiert wird. Als Helmut aus Norwegen abtransportiert wird, wird es 2 Jahre dauern, bis Lillian auf illegalem Weg nach Deutschland einreisen wird. Diese Geschichte wird allerdings von Crott etwas zu schnell runtergeschrieben.

Fazit: Crott schreibt über diese Familiengeschichte mit Bedacht und mit einem großen Wissen an Hintergrundinformation. Jedoch, so empfand ich es zumindest, hatten die Eltern sehr viel Glück. Sie schreibt, dass die Mutter müde geworden ist, in den Erinnerungen zu kramen - es ist verständlich; aber leider für das Buch nicht richtig. Anfangs wird die Geschichte unendlich in die Länge gezogen, gegen Schluss trifft Lillian immer nur auf "Verständnis"; das wagt man allerdings ein wenig zu bezweifeln. Der Vater der keinen Krieg mitmacht und sich in der Schreibstube verschanzt, Lillian die im Prinzip das gesamte Wagnis eingeht, trifft immer nur auf Menschen die ihr Wohlwollend gegenüberstehen. Es wirkt ein bisschen "blumig". Gegen Schluss wird die Geschichte leider sehr gekürzt. Alles in allem aber ein Buch, das viele Informationen über Norwegen im Krieg bietet und die Gefahren an den Deutschen Grenzen nach dem Krieg zeigen. Es wäre interessant gewesen, wie es für Lillian Crott-Berthung ab dem 5.4.1948 weitergegangen ist; dies spart sich Randi Crott jedoch komplett aus. 1 Stern-Abzug, weil mir Anfangs die Geschichte zu sehr ins stocken gerät und gegen Schluss viele Fragen offen bleiben.
Lesenswert!
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am 19. April 2014
Rezension:

Obwohl ich immer wieder über die damaligen Zustände erschüttert bin, finde ich Zeitdokumente über das 3. Reich wahnsinnig spannend – und so kam ich an “Erzähl es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern” von Randi Crott und Lillian Crott Berthung nicht vorbei.

Randi Crott ist schon fast 18, als ihr ihre Mutter Lillian erzählt, dass die Großmutter väterlicherseits Jüdin war, ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde und die Großtante sogar in einem KZ getötet wurde. Randis Vater wurde als Halbjude aus dem Sportverein geworfen, hatte große Probleme zu studieren und der Großvater verlor seinen Job bei der Reichsbahn, weil er sich nicht von seiner jüdischen Ehefrau scheiden lassen wollte.

Dies alles erfährt Randi gegen den Willen ihres Vaters, der die Vergangenheit ruhen lassen möchte und erst zwei Jahre nach seinem Tod, verarbeitet Randi Crott das Tagebuch ihrer Mutter zu einem Roman, der die Liebesgeschichte der Eltern erzählt – und diese Geschichte ist wahnsinnig spannend und interessant.

Sie lernen sich 1942 in Norwegen kennen, wo Lillian mit ihrer Familie lebt. Helmut Crott ist dort als Soldat stationiert und die beiden verlieben sich ineinander. Als immer mehr jüdische Nachbarn weggebracht werden und der Zorn der Bevölkerung auf die Deutschen wächst, wird die junge Liebe zu einem Versteckspiel, in dem sich das Paar immer wieder bis zu über einem Jahr nicht sehen kann. Doch Lillian kann ihrer Familie nicht erzählen, dass der Geliebte eigentlich selbst ein Halbjude ist – denn die Tatsache, dass niemand davon weiß, ist der Grund, warum Helmut Soldat ist und dies stellt seine Lebensversicherung dar.

Ich konnte mich kaum von Lillians und Helmuts Geschichte losreißen. Meist bekommt man die Schrecken des 2. Weltkriegs nur aus Deutschland oder dem ehemaligen Ostblock geschildert und Länder wie Norwegen geraten dabei völlig aus dem Fokus. Durch “Erzähl es niemandem!” bekommt man neben einer persönlichen Liebesgeschichte gleichzeitig die Gelegenheit zu erfahren, wie sich der Krieg auf die skandinavischen Länder auswirkte.

Somit ist das Buch um Familie Crott Liebesgeschichte und historisches Zeugnis zugleich und deshalb gleichermaßen für Leser geeignet, die in einer spannenden wahren Geschichte versinken wollen, als auch für solche, die historisch interessiert sind.

Fazit:

Liebesgeschichte und historisches Zeugnis zugleich – spannend, berührend und informativ.
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am 11. August 2013
Es ist eine gut geschriebene Geschichte zum Thema 2. Weltkrieg und menschliche Beziehungen. Das Buch ist gut geschrieben und ist meiner Meinung absolut lesenswert.
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So viel Elend und Leid, Zerstörung, Aggression auch in Norwegen durch die Nazis, das war mir vorher noch nicht bewusst gewesen.
Dieses Buch ist eine Zeit- und Liebesgeschichte aus dieser Zeit bzw. die in den 30er Jahren begann.
Anhand von Erzählungen und besonders Briefen spiegeln sich die Nöte und Ängste der Zeit wieder und über allem die starke Liebe zwischen der Norwegerin und dem Deutschen.
Es liest sich sehr gut - vor allem für alle Norwegenliebhaber ein MUSS bzw. dringend zu empfehlen.
Es ist traurig, doch nicht erdrückend.
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