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Kundenrezensionen

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am 30. September 2013
'Wer das Schweigen bricht' ist trotz des etwas schwerblütigen Titels eine mit leichter Hand getuschte Geschichte, die die westdeutsche Gegenwart mit der gerne vergessenen Vergangenheit des '3. Reichs' verbindet.
Sie erzählt uns etwas über die Kontinuität mancher Biografien, die ohne nennenswerte Brüche den Übergang von der Diktatur zur BRD schafften. Gemeinsam mit den gebrochenen Biografien haben sie den Wunsch des Vergessens, den Wunsch das Geschehene und den eigenen Beitrag dazu ungeschehen zu machen, indem es aus dem kollektiven Gedächtnis gestrichen wird.
Im Grund ist es eine Geschichte, die der Verpackung des Krimis nicht bedarf. Warum dies dennoch geschah, ist möglicherweise wirtschaftlichen Erwägungen geschuldet. Krimis verkaufen sich eben am besten. Gleichzeitig markiert dies aber auch eine der wenigen Schwächen des Buchs.
Das Motiv für den obligatorischen Mord ist ziemlich schwach und deswegen schwer nachvollziehbar. Sicher fänden sich andere Wege, die Geheimnisse der Vergangenheit zu wahren.
Das ist aber schon fast das einzige, was man bemängeln kann, stören könnte man sich allenfalls noch an den atmosphärischen Schilderungen, wenn sie ab und zu scharf am Klischee vorbeischrammen.
Lobenswert scheint mir, dass Thema, Figuren und Plot angenehm untrivial angelegt sind, was diesen Krimi aus der Masse der blutspritzenden Anspruchslosigkeiten heraushebt.
Kriminelle Hochspannung, wie sie der Klappentext suggerieren will, sollte man nicht erwarten. Auf eine flüssig und routiniert erzählte Geschichte, mit plastischen Charakteren, darf man sich jedoch freuen.
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am 16. Juni 2012
Krimifans lieben entweder geheimnisvolle Erzählstränge, nervenaufreibende Spannungsbögen, blutige Verbrechensspuren oder Täter-Ermittler-Jagden, am Liebsten über mindestens 500 Seiten, damit der Krimilesehunger auch ordentlich gefüttert wird. Mechtild Borrmann bietet in "wer das Schweigen bricht" eine andere Art von Lesegenuss: mit fast reduzierter, dafür an passender Stelle umso tiefgründigerer Sprache gelingt es ihr, die insgesamt hochspanndende Story gewissermaßen auf das Wichtigste zu reduzieren, ja fast einzudampfen; das Ganze sogar auf zwei Zeitebenen. Schnell stolpert man über eindringliche Sätze, die der Handlung fast wortlos eine vehemente Intensität verleihen und lechtzt schon fast auf die nächste Textpassage in solchem Stil.
Die Kunst, einen Krimi verbunden mit einer Lebens(geschichten)lüge in berührender und intensiver Art zwischen zwei dicht beieinander liegende Buchdeckel zu packen, ist nicht vielen Autoren vergönnt.
Hier gilt tatsächlich mal : in der Kürze liegt die Würze. Absolute Leseempfehlung!!
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am 21. März 2011
Robert Lubisch holt nach dem Tod seines Vaters ein paar persönliche Gegenstände aus dessen Villa in Essen, bevor das Haus verkauft werden soll. Dabei findet er in einer Schublade ein paar seltsame Gegenstände: Einen Passierschein ohne Namen, einen Entlassungsschein aus der Kriegsgefangenschaft mit dem Namen seines Vaters, einen SS-Ausweis eines Mannes namens Wilhelm Peters und das vergilbte Porträtfoto einer jungen Frau. Robert nimmt die Sachen mit nach Hamburg. Es hätte ihn wohl nicht weiter interessiert, was sein Vater so in seinen Schubladen verwahrt hat, wenn er nicht zeitlebens unter dem unfehlbaren und anspruchsvollen Vater gelitten hätte. Nie war Robert, der das Medizinstudium der Firmennachfolge im Bauunternehmen vorgezogen hatte, dem Vater gut genug gewesen. Jetzt wittert Robert einen Fleck auf des Vaters weißer Weste. Besonders das Frauenporträt interessiert ihn: Hatte der Vater vielleicht eine Affäre? Mit dieser Motivation beginnt Robert seine Nachforschungen - und weckt damit ungewollt die schlafender Hunde ...
Auf der Rückseite des Fotos steht der Ort und das Fotoatelier, in dem es aufgenommen wurde. Der Fotograf erinnert sich sogar an die hübsche junge Frau namens Therese Peters. Robert ist enttäuscht: Also doch keine Affäre, sondern nur ein Bild der Frau dieses Wilhelm Peters, dessen SS-Scharführer-Ausweis der Vater damals seinen Angaben nach an sich genommen hatte, um von der Front zu fliehen? Obwohl die Sache klar erscheint, sucht Robert noch den letzten Wohnort des Paares auf und lernt dort die ehrgeizige Journalistin Rita Albers kennen. Diese wittert eine große Geschichte und verspricht zu helfen - was ihr letztendlich nicht besonders gut bekommt. Bald ist für Robert nichts mehr so, wie es scheint. Ist Peters nun im Krieg gefallen oder erst nach seiner Rückkehr von seiner Frau als vermisst gemeldet worden? Auch die Polizei schaltet sich bald in den Fall ein.
Therese, die heute als alte Frau unter einem anderen Namen lebt, holt ihre unbequeme Vergangenheit wieder ein. Und Robert findet weit mehr über den Vater heraus, als ihm lieb ist.

Ein intelligenter und spannender Krimi, die Charaktere und Geschehnisse werden einfühlsam und sorgfältig beschrieben; ohne es richtig zu merken, taucht der Leser gemeinsam mit Robert langsam immer tiefer von der Oberfläche des Alltagslebens in die Abgründe der sogenannten Wahrheit ab. Interessant und auf jeden Fall empfehlenswert.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Oktober 2015
Letztes Jahr an Pfingsten habe ich dieses schon vor Längerem gekaufte Buch endlich gelesen. „Warum eigentlich nicht früher?“, musste ich mich schon nach den ersten Seiten fragen; denn: das ist klasse Krimiunterhaltung mit Tiefgang – eigentlich ein Roman. Jetzt stelle ich dazu endlich eine Rezension ein, weil ich es vor ein paar Tagen noch einmal gelesen hatte. Über den Inhalt ist an anderer Stelle genügend gesagt worden. Ich möchte mich hier wirklich auf eine Bewertung des Romans aus meiner Sicht konzentrieren.

Die Art der Verbindung aus Nazi-Thematik, psychologischer Seelenanalyse und klassischem Krimi hat mich richtig in ihren Bann gezogen. Der Ausgangspunkt der Recherche des Protagonisten Robert Lubisch (Arzt), der sich nach dem Fund eines SS-Ausweises des Vaters auf die Suche nach dessen Vergangenheit in der Zeit des Zweiten Weltkriegs macht, wird sehr schnell in einer dramatischen Wendung auf ein hohes Spannungsniveau gebracht (Mord der Journalistin Rita Albers, die Robert Lubisch bei den Recherchen helfen möchte). Die weitere Entwicklung der Geschichte ist hochspannend und interessant zugleich. Die Vergangenheit des Vaters und seiner Freunde wird so mit der erzählten Gegenwart des Sohnes und seiner Recherchearbeit verbunden, dass keine Gedankensprünge nötig sind. Die komplex aufgebaute Geschichte konnte ich in einem angenehmen Fluss durchlesen und wurde dabei trotzdem angenehm gefordert.

Die Suche nach „Wahrheit“ wird also als feiner Krimi inszeniert, bei dem eine raffiniert gesponnene Geschichte aus verschiedenen Perspektiven mit überraschenden Wendungen sowie einer ausgefeilten Sprache zusammenfinden. Die Charaktere der Figuren werden sehr gut gezeichnet und die Rückblenden mit der erzählten Gegenwart wunderbar verwoben. Am Ende werden die komplexe Geschichte und der Mord überraschend aufgelöst. Deutlich wird dabei, dass Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht und die Schrecken des Dritten Reichs aus dem kollektiven Gedächtnis nicht zu löschen sind. Und es wird deutlich: Hinter das Schweigen zu blicken, kann gefährlich sein, doch die Wahrheit, die dahinter steckt – so schmerzlich sie ist – ist eine Befreiung, die neues Leben ermöglicht.

Sehr befriedigt habe ich das Buch zur Seite gelegt. Man schreibt schnell „spannend von der ersten bis zur letzten Seite“. In diesem Fall stimmt es absolut. Die Spannung entsteht hier aber nicht durch nervenaufreibende Action oder gar eine blutrünstige Handlung, sondern durch eine raffiniert und mit gutem Spannungsniveau aufgebaute Entwicklung detektivischer Arbeit. Das war für mich Leseunterhaltung auf hohem Niveau. Für mich ist das alles mehr als ein klassischer Krimi. Es ist richtig gute Literatur, die mir viel Lesevergnügen bereitet hat.

Fazit: Sonst bin ich keine so große Krimiliebhaberin. Aber vor einiger Zeit habe ich mir dieses Buch nach einer Anwandlung von Interesse für Krimis einfach mal so gekauft. Jetzt habe ich es zum zweiten Mal gelesen. Und war jedes Mal begeistert. Frau Borrmann hat das richtige Gefühl für einen gigantisch guten Spannungsaufbau und nach meinem Empfinden ein Händchen für eine insgesamt stimmige und überraschende Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und spannungsreich auf eine interessante Auflösung zusteuert. Mir hat das Buch auch noch beim zweiten Lesen drei schöne herbstliche Leseabende beschert. Ich bin sicher, dass dieser Krimi noch viele weitere begeisterte Leser/-innen finden wird.
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am 28. September 2014
Essen-Bredeney im Jahre 1998. Der Industriemagnat Friedhelm Lubisch ist verstorben. Im Nachlass des Vaters findet sein Sohn Robert den SS-Ausweis eines Unbekannten und ein altes Foto einer schönen, jungen und ihm ebenfalls unbekannten Frau. In den letzten Jahren war das Verhältnis zu seinem Vater arg getrübt, zu wenig konnte der Sohn den Ansprüchen des Vaters genügen. Nun erwacht in Robert die Neugierde: Gibt es in der Vergangenheit des so perfekten Vaters womöglich einen kleinen Fleck? Vielleicht eine heimliche Geliebte? Robert beginnt nachzuforschen – und wünscht sich schon bald, dass er es nicht getan hätte. Und dann wird auch noch die Journalistin ermordet, die ihm bei den Recherchen geholfen hat. Was hatte sie entdeckt?

„Immer war er auf der Suche nach einem Fleck auf der blütenweißen Weste des Vaters gewesen, hatte sich zu dessen Lebzeiten gewünscht, seiner großspurigen Selbstherrlichkeit etwas entgegenhalten zu können. Und jetzt, das spürte er genau, würde er es finden, und es wäre nicht nur ein Fleck.“

Wahnsinn! Was für ein tolles Buch. Einmal begonnen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Die Frage nach der Wahrheit… Man sagt so leicht, dass man die Wahrheit wissen will… Aber wenn man sie erfährt, kann man dann auch damit umgehen? Es gibt Wahrheiten, mit denen man nicht gerechnet hat, auf die man nicht vorbereitet war…

Die Jahre zwischen 1939 und 1945 in Deutschland. Jeder weiß, was diese Jahre für die Menschen hier bedeuteten. Wer es nicht erlebt hat, hat es oftmals gehört, gelesen oder in Dokumentationen gesehen. Und viele haben eine Meinung dazu, denken, dass sie wüssten, was sie selbst unter diesen Lebensumständen getan hätten. Und was sie nicht getan hätten. Stichworte hier: Nazis, SS, Juden, russische Kriegsgefangene, deutscher Widerstand. In Rückblenden begleiten wir sieben junge befreundete Menschen und ihre Familien durch diese Zeit und stoßen dabei auf so einiges, was uns heute unfassbar erscheinen mag. So verschieden die Protagonisten auch sind, sie versuchten alle, in dieser Zeit zu überleben.

„Es gab im Winter 1944/45 keine Zeit für Trauer, und manchmal denke ich, dass das eine der Tragödien dieses Krieges war, vielleicht jedes Krieges ist. Wenn wir keine Zeit zum Trauern haben, verlieren wir eine Dimension unseres Menschseins.“

Einige wählten dabei einfachere Wege, andere machten es sich schwerer. Sie riskierten viel und verloren auch manches Mal. Und manche taten Dinge, die sie das ganze Leben lang verfolgen sollten.

„Im Laufe der Jahre habe ich gemeint, ich hätte mich von all dem weit entfernt. … Als ich im Dezember 1950 fortging, wollte ich nur eines: Vergessen! Ein neues Leben beginnen. Aber man vergisst nicht. Man trennt die Jahre ab und was bleibt, ist eine Art unerklärliche Trauer, die einen ab und an anfällt.“

Spannend bis zum Schluss – eine absolute Leseempfehlung von mir!
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am 5. Juni 2014
Man mag annehmen, dass der Deutsche Krimipreis, mit dem Mechtild Borrmanns Roman „Wer das Schweigen bricht“ 2011 geadelt wurde, pure Lesewonne verheißt. Ja und nein. Borrmanns zugegebenermaßen fesselnde Geschichte um menschliche Identitäten, Selbstverleugnung und -findung, die die 40er-Jahre meisterhaft mit der Gegenwart, abermals in zwei Ebenen aufgefächert, verwebt, ist spannend und schlüssig.

Dem Protagonisten Robert Lubisch fällt nach dem Tod seines Vaters das Foto einer fremden Frau in die Hände, das er nicht zuordnen kann. Die Ahnung, gar der sehnliche Wunsch, dass irgendetwas den Heiligenschein seines Vaters trüben könnte, lässt ihn handeln. Instinkt oder Zufall führen ihn zu einer Journalistin, die eine große Geschichte wittert und dem Suchenden das Zepter aus der Hand nimmt.
Die Autorin stattet ihren Protagonisten mit allerlei Ambivalenzen aus und verleiht ihm damit das Nicht-Gesicht eines Menschen, der kein Spiegelbild hat und nicht einmal weiß warum. Lubisch wird zum passiven Beobachter der sich verselbstständigenden Ereignisse, die am Ende ein Konvolut an Kriegstraumata freigeben, das sich noch nach fast 60 Jahren in menschlichen Tragödien manifestiert.

Die Erwartungen an das Geflecht aus Krimi und historischer Rückschau in die finsterste deutsche Vergangenheit (ganz en vogue!) hätte ohne die artifizielle Fallhöhe eines Literaturpreises sicher eine dankbare, unaufgeregte Leserschaft generiert. Jetzt sieht es anders aus. Mechtild Bormann ist, und diese Einsicht ereilt die Leserschaft bereits nach dem ersten Satz, sicher keine große Literatin. „Wie still. War es hier immer so still gewesen?“ ist nur der Anfang einer ordentlichen Reihe von Plattitüden, die in ihren Zwischenräumen und Zwischentönen allerdings erstaunlich viel Information und einen Spannungsbogen beherbergen, welche der (lebens-) erfahrenen Autorin zumindest Unterhaltsamkeit und ein Gespür für menschliche Abgründe attestiert. „Meine Neugierde gilt uns Menschen.“ ist damit kein leeres Borrmann’sches Zitat, sondern ein Versprechen, das eingelöst wird. Prädikat: lesenswert
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. März 2013
Dieses Buch besteht quasi aus zwei Erzählsträngen, die auch noch in zwei unterschiedlichen Zeiträumen spielen, aber unweigerlich miteinander zu tun haben. Zum einen geht es um Robert Lubisch der im Nachlass seines verstorbenen Vaters, eines reichen Industriellen, eine Schachtel mit dem Foto einer jungen Frau, die definitiv nicht seine Mutter ist und dem SS- Ausweis eines ihm unbekannten Mannes findet. In der Hoffnung in der Vergangenheit seines stets so tadellosen und erfolgreichen Vaters vielleicht doch eine unbekannte, dunkle Seite zu entdecken, versucht er mehr über die unbekannte Frau zu erfahren. Bei seiner Suche lernt er die Journalistin Rita Albers kennen, die sogleich eine große politische Story wittert. Der andere Erzählstrang reicht zurück ins Jahr 1939 und erzählt die Geschichte von sechs jungen Menschen die sich in den Wirren des Zweiten Weltkrieges in einem Netz aus Freundschaft, inniger Liebe und tiefgreifendem Hass verlieren. Mehr möchte ich zum Inhalt dieses Romans gar nicht sagen, denn ich will ja auch nicht zu viel verraten. Das Buch liest sich flüssig (bei knapp 250 Seiten ist man auch schnell durch) und die Handlung hält auch fast bis zum Schluss ihren Spannungsbogen. Auch wenn das Buch aus meiner Sicht jetzt kein kriminalistisches (da habe ich einfach andere Ansprüche), oder gar historisches (außer der Tatsache, das die Auflösung des Ganzen in der Vergangenheit zu suchen ist, hat die Handlung nichts wirklich Historisches) Meisterwerk ist, hat es mir ganz gut gefallen und deshalb vergebe ich auch gern vier von möglichen fünf Sternen.
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am 13. Juni 2012
Als Robert Lubisch den Nachlass seines Vaters sichtet und aussortiert, fällt ihm ein Kästchen in die Hände, in dem er das Foto einer jungen Frau sowie Papiere eines SS-Offiziers findet. Wie er zu den Papieren gekommen ist, hat ihm sein Vater zu Lebzeiten erzählt, doch wer ist die Frau auf dem Foto? Robert lässt diese Frage keine Ruhe und er stellt Nachforschungen an. Dabei trifft er auf die Journalistin Rita Albers, die ihrerseits eine interessante Story wittert. Doch beide haben keine Ahnung, welche Geister aus der Vergangenheit sie mit ihren Fragen hervorrufen.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal den heutigen Nachforschungen und was sich daraus ergibt und zum anderen wird die Geschichte einer Clique von sechs jungen Menschen ab dem Jahre 1939 geschildert. Und gerade hier entfaltet sich eine unglaubliche Geschichte von Liebe, Freundschaft, Verzweiflungstaten und Verrat.

Erst nach und nach kommen die Ereignisse von damals ans Licht und immer stärker wird deutlich, wie die Taten und Entscheidungen damals das Leben der Überlebenden bis heute beeinflussen.

Obwohl das Buch nur gute 220 Seiten dick ist, hat es mich sehr gefesselt und tief berührt. Auch sprachlich ist dieses Buch etwas ganz besonderes, der Autorin gelingt es, eine ganz besondere Atmosphäre darzustellen. Für mich weit mehr als ein Kriminalroman und ein absoluter Buchtipp!
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am 17. November 2012
"Wer das Schweigen bricht" war nach "Der Geiger" das zweite Buch welches ich von Mechthild Borrmann gelesen habe.
Auch hier geht es um die Vergangenheit in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Mechthild Borrmann versteht es ausgezeichnet, das Buch, die Geschichte, in zwei Zeitebenen aufzuteilen, diese fortzuführen und dabei den Leser mitzunehmen und zu fesseln.
Und wieder wird deutlich gezeigt, dass nichts vergessen ist, dass alles irgendwann ans Tageslicht kommen auch noch nach vielen, vielen Jahren das Leben von Menschen grundlegend verändern kann.
Erneut hat mich der Erzählstrang aus der Vergangenheit mehr berührt, mich sehr bewegt und mit den Personen mitleiden lassen.
Der Schreibstil von Mechthild Borrmann sucht seinesgleichen, ihr gelingt es scheinbar mühelos, auf wenigen Seiten eine komplexe und überzeugende Geschichte zu erzählen.
Manche Sätze treffen mitten ins Herz.

Für mich ist Mechthild Borrmann meine Entdeckung des Jahres 2012.
"Wer das Schweigen bricht" bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen. "Der Geiger" war in meinen Augen eine Spur, eine Stufe besser.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Juni 2012
Robert Lubisch findet im Nachlass seines Vaters das Foto einer ihm unbekannten Frau. Neugierig macht er sich auf die Suche und das bringt nicht nur sein Leben durcheinander.

Bei diesem Buch wusste ich schon nach den ersten Sätzen, dass es mir gefallen wird. Borrmann hat Sätze kreiert, die mich mitten ins Herz treffen. Sie hat die Fähigkeit, sehr kurz und präzise so viel auszudrücken. Ich würde am liebsten all meine Lieblingssätze aus diesem Buch zitieren.

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein Kriminalroman, es ist so viel mehr, es ist ein Stück Zeitgeschichte, es ist ein Buch über Freundschaft und Verrat. Und ein Buch über verschmähte Liebe. Hier stehen ganz eindeutig die Menschen im Vordergrund, mit all ihren Schwächen, Ängsten und auch Träumen. Dieses Buch geht unter die Haut ... mit Sätzen wie: '"Alles war mit einem Schlag ohne Sinn gewesen. Ohne seinen Leichtsinn."' Da hatte ich wirklich Gänsehaut und kann man mit so wenigen Worten noch mehr ausdrücken?

Borrmann schreibt nicht nur, sie zelebriert Sprache. Sie baut eine ganz feine Spannung auf und auch ihre Personen beschreibt sie bis in die Nebenrollen sehr liebevoll. Sie hat die Atmosphäre sehr gut eingefangen auf beiden Zeitebenen. Die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle, beginnt die Geschichte doch 1939. Die Gegenwart wird sehr geschickt mit der Vergangenheit verknüpft und auch die überraschende Auflösung ganz am Ende, fährt "zweigleisig'".

Es ist schon etwas ganz Besonderes, was Mechtild Borrmann ihren Lesern hier geschenkt hat und ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals ein Kriminalroman so bewegt hat.
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