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139 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dies ist keine Liebesgeschichte ...
... auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass Daniel Glattauer mit seinem neuen Roman "Ewig Dein" an seine Bestseller "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" anknüpft. Irrtum! Denn die Geschichte zweier Menschen, die sich kennen und auf unterschiedliche Weise lieben lernen, nimmt einen dramatischen und nicht vorhersehbaren Verlauf und entwickelt sich...
Veröffentlicht am 6. Februar 2012 von evelynmartina

versus
67 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuscht
"Ewig Dein" bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Ich hatte "Gut gegen Nordwind" gelesen und auch das Theaterstück gesehen, von dieser zarten, subtilen Geschichte war ich begeistert, daher habe ich mir sehr über und auf den neuen Glattauer gefreut.

Ich habe das Buch recht bald und in einem Zug gelesen - ja, es liest sich flüssig und ist auch...
Veröffentlicht am 6. März 2012 von Fernway


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139 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dies ist keine Liebesgeschichte ..., 6. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
... auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass Daniel Glattauer mit seinem neuen Roman "Ewig Dein" an seine Bestseller "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" anknüpft. Irrtum! Denn die Geschichte zweier Menschen, die sich kennen und auf unterschiedliche Weise lieben lernen, nimmt einen dramatischen und nicht vorhersehbaren Verlauf und entwickelt sich langsam zu einem Psychothriller der besonderen Art.

Judith, die Inhaberin eines Lampengeschäfts in Wien, trifft auf Hannes, den smarten Architekten, der sie sofort in sein Herz schließt. Judith hat die Hoffnung auf den für sie passenden Mann bereits aufgegeben und kann es kaum fassen, tatsächlich dem Mann begegnet zu sein, der alle positiven Eigenschaften zu vereinen scheint. Doch Hannes nistet sich immer mehr in ihr Leben ein, nimmt Einfluss auf ihren Bekannten- und Verwandtenkreis und lässt Judith im wahrsten Sinne keine Luft zum Atmen. Judith fühlt sich bedrängt und fremdbestimmt und entscheidet letztendlich, sich von Hannes zu trennen. Diese Entscheidung stösst nicht nur bei Hannes auf Unverständnis und hat schwerwiegende Folgen. Für Judith beginnt ein monatelanger, mit Höhen und Tiefen verbundener Kampf um sich selbst.

Dass es sich bei "Ewig Dein" nicht um einen Liebesroman dreht, wird recht früh deutlich. Die Handlung ist in Phasen aufgeteilt, Phasen eines Lebensabschnitts, Phasen einer Beziehung, das verheißt nichts Gutes. Daniel Glattauer schafft von Anfang an eine nahezu unheimliche Atmosphäre, die den Leser schnell an dem perfekten Glück von Judith und Hannes zweifeln lässt. Er richtet sein Augenmerk voll und ganz auf Judith und stellt ihre Gefühle, Ängste und ihre Zerrissenheit echt und ungekünstelt dar. Zusammen mit ihr begibt sich der Leser auf eine Gratwanderung zwischen Wahn und Wirklichkeit, wohingegen Hannes zwar agiert, trotzdem weitgehend im Dunklen bleibt. Sympathische Nebenfiguren, die mit ihren Aufgaben wachsen, vervollständigen das Personal einer ungewöhnlichen Geschichte, der es an Spannung nicht fehlt.
In einer schnörkellosen, prägnanten Sprache, die sich vor allem in den Dialogen widerspiegelt, und einem eigenwilligen Erzählstil spannt der Autor den Bogen des Geschehens in gekonnter und bewegender Manier zu einem für mich überraschenden und schlüssigen Ende.

Ein verblüffender Glattauer hat die Schublade, in die er spätesten seit seinen Welterfolgen von "Emmi und Leo" gesteckt wurde, geöffnet und ein anderes Terrain betreten, was ihm meiner Meinung nach ausgezeichnet gelungen ist.
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67 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuscht, 6. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ewig Dein" bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Ich hatte "Gut gegen Nordwind" gelesen und auch das Theaterstück gesehen, von dieser zarten, subtilen Geschichte war ich begeistert, daher habe ich mir sehr über und auf den neuen Glattauer gefreut.

Ich habe das Buch recht bald und in einem Zug gelesen - ja, es liest sich flüssig und ist auch über kurze Teilstrecken recht spannend - aber insgesamt war ich enttäuscht. Die Sprache ist knapp, nur an manchen, wenigen Stellen kommen Witz, Wärme und Lockerheit durch, wie man sie aus "Gut gegen Nordwind" kennt. Die Geschichte hätte durchaus ein wenig Augenzwinkern vertragen. Sie spielt in Wien, man kennt - als Wiener(in) - die Gassen, aber Lokalkolorit und Atmosphäre kommen nicht auf, das Setting bleibt farblos, steril. So auch die Personen. Für mich fand eine Identifikation mit der Protagonistin nicht statt, Judith war für mich zu distanziert, blieb mir komplett fremd, auch in ihren guten Phasen. Hannes in seiner Gestörtheit ist nicht wirklich glaubwürdig und die Randfiguren sind nicht einmal als Statisten wirklich tauglich, auch nicht sonderlich sympathisch, obwohl einige von denen es durchaus hätten sein können. Die einzig lebendige Figur ist Bianca, das Lehrmädchen. Durch sie hätte die Geschichte mit Lockerheit und Witz aufgepeppt werden können, würde da nicht das Schnoddrige ihrer Jugendsprache so gekünstelt und aufgesetzt wirken.

Die Geschichte hat phasenweise - im wahrsten Sinn des Wortes, denn der Roman ist in "Phasen" gegliedert - deutliche Überlängen, das nervt und man fragt sich, wann kommt er endlich zum Punkt. Der Schluss hingegen schlägt ein wie ein in die Irre gegangener Feuerwerkskörper. Er kommt zu rasch, mit einem unharmonischen Knall, ist unlogisch, lässt zu viele Fragen offen. Der Knoten wird nicht langsam entwirrt, womit der Leser seine Freude gehabt haben könnte, sondern wie mit einem schlecht geschliffenen Messer ohne Sorgfalt durchtrennt. Wobei Judith dabei eigentlich nur physisch anwesend ist - wirklich präsent ist sie in der Endszene nicht. Auch bleiben ihre Unternehmungen, die das "überraschende" Ende herbeiführen, undurchsichtig. Insgesamt - schade, der Plot hätte mehr hergegeben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Knaller am Ende, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was für ein schnulziger Titel! Man könnte bei diesem Titel meinen, dass es sich um eine seichte Liebesgeschichte handelt und nicht vermuten, dass einen die bei Glattauer typischen psychologischen Untiefen erwarten.

Und ist das nicht schön? Da ist man Mitte dreißig, hat sich mit seinem Single-Dasein arrangiert, da die vorangegangenen Beziehungen durchweg in Mitleid mit dem unzulänglichen Partner endeten. Man führt ein geregeltes, jedoch ein wenig langweiliges Leben, redet sich aber ein, dass das doch alles toll so ist, wie es ist. Und da betritt der Prinz die Bühne, man läuft ihm zufällig über den Weg und ist erst sachte, dann doch sehr davon angetan, wie sehr man es ihm offensichtlich angetan hat. Das, was alle Beziehungsratgeber an Tipps parat haben, um die Dame des Herzens für sich zu gewinnen, hat der Prinz inhaliert und man wird überschüttet von Liebenswürdigkeiten. Ewig Dein" hört sich nach einiger Zeit der Umschmeichlung hervorragend an. Man fühlt sich vom Glück umschmiegt.

Doch nach einer Weile übertreibt er es ein bisschen, der Prinz. Man fühlt sich nicht mehr umschmiegt, sondern umklammert. In kurzer Zeit hat er wie eine Krake seine Arme in jeden Winkel des Lebens der Angebeteten gesteckt. Ewig Dein" erhält einen anderen Klang - nicht mehr rosarot, sondern grau und bedrohlich.

Präzise lässt Glattauer den Leser am Psychogramm seiner Heldin und ihres Prinzen teilhaben. Dabei bleibt der Leser lange im Ungewissen: Ist sie nicht doch ein bisschen arg paranoid, die Heldin? Das ist doch nett, was ihr Prinz an Liebesbeweisen so alles anzubieten hat. Er meint es doch nur gut! Freunde und Familie der Heldin können daher auch gar nicht verstehen, wieso die Heldin plötzlich ihren Prinzen von sich stößt. Der Leser ist ebenfalls hin- und hergerissen. Man schwankt zwischen Skepsis an der geistigen Verfassung der Heldin und Zweifeln gegenüber den Motiven des Prinzen. Man ahnt eher als dass man es als Leser sicher weiß, dass da etwas sein muss, eine dunkle Bedrohung, die vom Prinzen ausgeht.

Mit viel Wortwitz und einer wunderbaren Sprache führt der Autor seinen Leser durch die Gehirnwindungen seiner Heldin. Und der Leser ist ihm am Ende unendlich dankbar, denn es hätte schief gehen können, mit diesem Buch. Wenn das Ende nicht wäre wie es ist, wenn es gar das furchtbarste aller Buchenden gewesen wäre - ein offenes - dann wäre der Leser ziemlich verärgert aus der Lektüre ausgestiegen. Aber Glattauer orchestriert den Knall am Ende so, dass der Leser befriedigt und mit einem Wusste ich es doch!" auf den Lippen dieses glänzende Buch weglegen könnte, um es danach sofort und uneingeschränkt weiter zu empfehlen.
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51 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen was haben diese Rosen..., 9. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
und diese... und diese... und auch diese gemeinsam?

Ja - genau... sie sind nicht nur gelb - sie stehen für Romantik und Liebe, aber sie machen auch Angst...

"Ewig Dein" kommt anfänglich als aberwitzige Kennenlernstory zwischen Judith und Bananenmann Hannes daher, die mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat. Glattauers Wortwitz und seine sarkastisch, ironisch und stellenweise auch giftigen Personen- und Lebensumstandsbeschreibungen haben mich eingefangen und mitgerissen.

Ich habe beim Lesen wieder einmal lauthals gelacht, weil ich humoristisch mit Daniel Glattauer absolut auf einer Wellenlänge bin. Fesselnde Situationskomik eben :-) - die alltäglichsten Situationen überspitzt und vor allem geballt in kürzester Zeit erzählt; witzig, spritzig, amüsant und stellenweise so schön böse.

Diese anfänglich positive und komische Dynamik war nahezu berauschend!

Doch dann - was ist das? Die Stimmung kippt, der Mann wird zum Stalker, der mehr und mehr Judiths Leben auf den Kopf stellt. Die anfänglich leichte, amüsante und überspitzte Liebe, mit der Hannes Judith überhäuft wird einengend, freiheitsberaubend und absolut erdrückend. Nichts, was sich Judith für ihr zukünftiges Leben wünscht.

Dieser Teil des Buches ist so ganz anders, als ich es vom Autor kenne - und doch so gut. Auch in düsteren und unheimlichen Passagen konnte mich Glattauer an sein Buch fesseln. Dieser scharfe Cut und der damit einhergehende Umschwung gelingt Daniel Glattauer fantastisch.

Durch seinen klaren und flüssigen Schreibstil und die ereignisreichen Wendungen der Story war ich regelrecht "gezwungen" das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Das überraschende Ende hat dem Ganzen dann noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Sehr schön!

Mit "ewig Dein" ist Daniel Glattauer etwas Geniales, sehr Eindrucksvoll gelungen: in diesem Buch sind die verschiedensten Genres wundervoll miteinander verknüpft - Romanze, Krimi und auch Thriller. Keine der Stilrichtungen war langweilig oder nervig - im Gegenteil! Ich wurde an einem Stück sehr kurzweilig unterhalten.

Auch die Darstellung der Dialoge im Buch war für mich wieder typisch Glattauer - da ich die beiden "email-Romane" von ihm kenne, hat mich dies in keiner Weise gestört.

Diesem Buch gebe ich guten Gewissens 5 Sterne, weil es mich sehr positiv überrascht hat; nicht, weil Glattauer sonst nicht gut ist, sondern weil ihm ein Mix von solch unterschiedlichen Genres gelungen ist, der so perfekt daher kommt und mich dadurch überzeugen konnte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum willst du nicht mein Liebling sein ?, 3. Januar 2013
Von 
Bücherhimmel - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ewig dein" ist mein ersten Buch von Daniel Glattauer und daher kann ich keine Vergleiche zu seinen anderen Büchern ziehen, außer dass mir gesagt wurde, dass sie sehr romantisch wären. Romantik sucht man in diesem Buch allerdings vergeblich, eher wohnt man eines sich immer mehr steigernden Psychodramas bei, das mit einem sehr spannenden Ende aufwartet.

Judith, Ende dreizig, hat der Liebe mehr oder weniger abgeschworen, da sie davon überzeugt ist, den richtigen Mann nie zu treffen . Als sie eines Tages beim Einkauf eine sehr schmerzhafte Begegnung mit dem Architekten Hannes Bertaler hat (er ist ihr auf die Ferse getreten)weiß sie noch nicht, welche Höhen und Tiefen diese Begegnung in ihrem Leben auslöst.Die Beziehung mit Hannes entwickelt sich langsam und Judith verspürt auch keine Liebe für Hannes, aber ihr schmeichelt seine ausgeprägte Aufmerksamkeit ihr gegenüber. Als sie ihn ihren Freunden und ihrer Verwandtschaft vorstellt sind alle mehr als begeistert von seinem einnehmenden Wesen, nur Judith geht dieses mehr und mehr auf die Nerven. Als sie versucht die Beziehung zu beenden, beginnt für sie ein kaum zu Ende gehender Alptraum.

Daniel Glatthauer hat mich mit seinem Buch sehr neugierig gemacht.Die Handlung dieses Buches, aber auch seine lakonische Art zu schreiben haben mich überzeugt, dass von diesem Autor noch einiges zu erwarten ist.Die Personen seines Buches,vor allem Judith wurden überzeugend beschrieben, so dass der Seelenzustand eines Stalkeropfers für den Leser gut nachvollziehbar war.Aber auch Hannes wurde meines Erachtens gut getroffen, wie übrigens die anderen Nebenrollen auch.Die teilweise Ironie,aber auch humorvolle Szenen, haben die Ernsthaftigkeit dieses Themas nicht geschmälert, für mich aber schon manchmal aufgelockert, was ich als sehr wohltuend empfunden habe.Die Spannung ist in diesem Buch auf jeder Seite fühlbar und steigert sich einer Spirale gleich bis zum Ende hin. Man ahnt ziemlich schnell, dass sich ein Drama anbahnt, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, denn die Art des Autors dies in Szene zu setzen hat mich an das Buch gefesselt, so dass ich es an einem Nachmittag ausgelesen hatte.

Ich bin gespannt auf sein nächstes Buch, wenn es dieses Qualität aufwiest, bin ich wieder dabei.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Visier der Sehnsucht, 6. Mai 2012
Von 
MH (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ewig Dein" klingt und beginnt wie ein Liebesroman: Die erfolgreiche Singlefrau Judith betreibt zusammen mit der sechszehnjährigen Auszubildenden Bianca ein Lampengeschäft und hat den Männern eigentlich abgeschworen. Doch an Gründonnerstag begegnet sie im Supermarkt einem Mann, der ihr Leben von Grund auf verändert. Der Architekt Hannes Bergtaler ist nicht gerade ein Hingucker. Hätte er sie nicht an der Käsetheke im Gedränge getreten, hätte sie vermutlich auch nicht hingesehen. Sein Gesicht ist so wenig einprägsam, dass Judith es nicht einmal wahrnimmt. Aber ihr gefällt, wie routiniert er seine Einkäufe auf das Band befördert. Die geschmeidigen, fließenden Bewegungen seiner Hände. Sie hält ihn für einen fürsorglichen, verantwortungsbewussten Familienvater, der sich im Haushalt nützlich macht, für die hungrige Kinderschar ernährungsbewusst Bananen nach Hause bringt und sich sogar im Supermarkt zurechtfindet. Das sie das bemerkenswert findet, sagt einiges aus über ihre früheren Beziehungen.

Aus der Einkaufsbekanntschaft mit floskelhaftem Austausch ergibt sich überraschend schnell mehr: Eines Tages taucht der "Bananenmann" in Judiths Geschäft auf. Weitere Treffen folgen, bis beide anfangen, sich gezielt zu verabreden. So richtig gefällt er Judith nicht, aber sie lässt sich dennoch auf eine Beziehung mit ihm ein. Denn irgendwie ist Hannes kein übler Kerl, höflich, charmant, immer hilfsbereit, immer freundlich. Es ist schön, umworben zu werden. Und er erobert im Nu die Herzen von Freunden und Familienangehörigen, die vor Begeisterung über ihren Glücksgriff kaum an sich halten können. Judiths Herz allerdings erobert er nicht. Zwischen täglichen Besuchen, gemeinsamen Nächten, SMS, Telefonaten und Rosen geht ihr die Luft zum Atmen aus. Sie fühlt sich nicht wohl, kann sich nicht in der Beziehung fallen lassen, nicht entspannen.

Er organisiert dem arbeitslosen Bruder einen Fotografen-Job, vermittelt zwischen ihren getrennt lebenden Eltern und wird zum Freund ihrer Freunde. Er zeigt Judith das romantische Venedig, und versucht mit architektonischem Wissen zu punkten: Zu jeder der über 400 Brücken weiß er eine Geschichte zu erzählen, wobei er natürlich immer auch Rückmeldung und Bewunderung erwartet.

Mit dem Gefühl des Eingeengtseins wächst die Gewissheit: Sie empfindet keine Liebe. Sie ist für ihn das Zentrum des Universums; er ist für sie "der personifizierte Beweis, dass heiß geliebt zu werden nicht ausreichte, um Gegenliebe zu erzeugen" (S. 81).

Also trennt sie sich von Hannes. Sie versucht es zumindest. Aber der Architekt erweist sich als hartnäckige Klette, die sich nicht so leicht entfernen lässt. Vielmehr wurmt er sich weiter in ihr Leben, zieht Fäden im Hintergrund und ist auf Schritt und Tritt an ihrer Seite, selbst in ihren Träumen.

Auf ihren Wunsch nach Abstand reagiert er mit einer neuen Dosis Aufmerksamkeit. Dann zieht er sich - scheinbar verstehend - zurück. Aber sie fühlt sich belauert, belästigt, unablässig unter Beobachtung. Einbildung? Realität? Die eigentlich so souveräne Geschäftsfrau zerfällt zu einem seelischen Wrack.

Beim Lesen fühlt man sich zunehmend unbehaglicher und kann das Gefühl der Beklemmung ebenso wenig abschütteln wie Judith. Ist es wirklich Hannes, der mit seinem Verhalten die Grenzen der Normalität überschreitet? Oder reagiert Judith einfach nur übertrieben?

Unbemerkt hat Hannes eine Kluft erschaffen zwischen Judith und den Menschen, die ihr am nächsten sind... Ehe sie sich versieht, ist sie ganz allein mit ihrer Angst, gerät mehr und mehr ins Abseits. Sie legt keinen Wert mehr auf ihr Äußeres, erscheint immer seltener in ihrem Geschäft, sie zappelt hilflos wie ein Insekt im Netz der Spinne'

Was Daniel Glattaueres neuen Roman besonders und zutiefst ungewöhnlich macht, ist der gekonnte - und überraschende - Wechsel von einem Genre ins andere: Was als Liebesroman beginnt, wandelt sich zum atemberaubenden Thriller, der sich nicht mehr aus der Hand legen lässt. Raffiniert eingefädelt und mit viel psychologischem Geschick wird hier eine Geschichte erzählt, die einem Schauer über den Rücken jagt, gerade weil sie so alltäglich beginnt, im Ganzen so vorstellbar ist.

Es ist erstaunlich, wie viel Lesevergnügen, fesselnde Unterhaltung und Gedankenanstöße in diesem schmalen Buch stecken. Ähnlich wie in seinem Bestseller, der E-Mail-Romanze "Gut gegen Nordwind", gelingt es Daniel Glattauer auf wenigen Seiten vielschichtige Figuren zu entwerfen. Dabei spielt er so geschickt mit den Gefühlen der Lesenden, dass das Buch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet.
Lesenswert!
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ewige Besessenheit, 1. März 2012
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Aus Autorensicht ist es sicherlich nervig, bei jedem neuen Roman an vergangenen Erfolgen gemessen zu werden. Andererseits (ver)führen auch genau diese vergangenen Erfolge zu Blindkäufen, die dann zwangsläufig Enttäuschungen produzieren können.
Genau das ist mein Problem bei "Ewig dein". Im Sog von Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen war dieser Roman Pflichtprogramm, aber schon der Einstieg hat mir das Buch beinahe vermiest. Dabei lag es nicht an der Grundidee des Plots und auch nicht am Glattauer-Stil, der einfach seinen eigenen Charme hat und in den ich mich ziemlich schnell wieder reinfitzen konnte. Und schon gar nicht am Genrewechsel...

Die Umsetzung des Plots fand ich überhaupt nicht gelungen. Mit Judith als Hauptprotagonistin und ihrer Denkweise konnte ich mich nicht identifizieren und das hat mir das Durchhalten wirklich erschwert. Der Mittelteil - nach ihrem Beziehungs-Schlussstrich - wurde dann auch etwas besser und spannender, aber das letzte Drittel ging dann gar nicht mehr.

Doch kurz zum Inhalt:
Judith ist 37, Inhaberin eines Lampengeschäfts und Langzeit-Single, sehr zum Kummer vor allem ihrer Mutter. Eines Tages fährt ihr im Supermarktgedränge ein Mann seinen Einkaufswagen in die Hacken und genau diesem Kerl begegnet sie in der darauf folgenden Zeit bei jeder (un)möglichen Gelegenheit. Er entpuppt sich als ein Architekt namens Hannes, ist charmant, aufmerksam und liebenswürdig und der Traum jeder Schwiegermutter. Ziemlich schnell wird Judith von Hannes' Liebesbeweisen überflutet, während sich Judith nicht sicher ist, ob sie Hannes liebt oder das Gefühl, so umfassend geliebt zu werden. Auch Judiths Familie und Freunde sind einfach nur begeistert von diesem Traummann.
Doch dann kippt das Ganze, Judith fühlt sich erdrückt von dieser Liebe und trennt sich letzten Endes von ihm. Aber für Hannes ist es noch lange nicht vorbei...

Und mein Fazit:
Der Schluss wirkt zu abrupt - hier hätte etwas der anfänglichen Ausführlichkeit nur gut getan. Die drei Sterne gebe ich für die Grundidee des Plots, für den recht fesselnden Mittelteil und für den Glattauer-Charme-Faktor.
Zwei Sterne ziehe ich ab für den thematisch überfrachteten Eindruck des Romans sowie vor allem für die für mich fehlende Identifikationsmöglichkeit mit Judith und damit dem Plot an sich.
Lesen muss ich es nicht nochmal.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neuer Glattauer - und zwar in jeder Hinsicht!, 24. Februar 2012
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Daniel Glattauers neuer Beziehungsroman "Ewig Dein" spielt nicht im Internet, sondern im ganz normalen Leben: statt mit Emmi und Leo haben wir es mit Judith und Hannes zu tun, mit ihrer sich sehr langsam entwickelnden Liebesgeschichte - Hannes stösst Judith im Supermarkt an den Hacken und wird prompt zum treuen bzw. beharrlichen Bewunderer, der so weit möglich, nicht von ihrer Seite weicht und somit flott zum Begleiter mutiert. Lange wartet er auf den ersten Körperkontakt, geriert sich verbal jedoch bereits als fester Freund, der sich nur zu gern im Bekanntenkreis vorstellt.

Glattauer schreibt gut und wortgewandt, mit österreichischem Charme und Esprit und entwickelt behutsam eine stringente, doch nicht allzu spannungsreiche Story. Doch die Wendungen, die die Geschichte so nimmt, lassen den Leser am Ball bleiben, um die nächste unerwartete Entwicklung nicht zu verpassen.

Glattauer ist immer für Überraschungen gut, keine Frage! Und so nimmt die Geschichte um Judith und den beharrlichen Hannes ein Ende, das den Leser überrascht aufschrecken lässt. Ein Glattauer mit Biss, der mich wesentlich mehr als die beiden romantischen, leicht süßlichen Geschichten um Emmi und Leo anspricht! Für Freunde schwarzen Humors ein gefundenes Fressen!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie wird man seinen Schatten los?, 8. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schon auf den ersten Seiten wird dem Leser klar, das ist keine Liebesgeschichte. Von Anfang an durchzieht eine bedrohliche Stimmung die Handlung. So ist es keine große Überraschung, als Judith die Zuwendung des Traumprinzen Hannes zu viel wird, sie sich von Ihm trennt, er aber sich damit so einfach nicht abfinden mag.

Daniel Glattauer hat einen ganz eigenen Stil, an den man sich erstmal etwas gewöhnen muss. Hat man sich aber eingelesen, macht er viel Spaß. Die spannende Stimmung, die sich immer weiter steigert, kombiniert mit dem originellen Stil und einer sympatischen Hauptfigur ergeben insgesamt ein ungeheuer lesbares Buch.

Was mir besonders gefallen hat war, dass ich als Leser kurz vor Ende verstehen konnte, wieso alle auf Hannes reinzufallen scheinen. Denn da bin ich selbst fast auf Ihn reingefallen. 150 Seiten lang war klar für mich, Judith ist eine ganz nette normale Frau und mit Hannes stimmt so einiges nicht. Aber dann hatte ich diesen Moment wo ich dachte, vielleicht ist das der Clou an dem Buch, dass eigentlich Hannes ziemlich normal ist und Judith es ist, die durchgedreht ist. Was, wenn Hannes friedlich sein Leben weiterlebt, während Judith sich in einen Wahn steigert, für den es keinen wirklichen Grund gibt.

Insgesamt ein Buch, dass mir sehr gut gefallen hat, ein Buch über Schein und Sein, Licht und Schatten, Wahn und Wahnsinn. Ein Buch, dass gruselig und witzig zugleich und insgesamt eine Freude zu Lesen ist.

Wie wird man seinen Schatten los? Indem man ihn hinters Licht führt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Stalker, 29. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ewig Dein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Um es gleich vorwegzunehmen, die beiden LiRos von Daniel Glattauer habe ich nicht gelesen, da sie nicht meinem Beuteschema entsprechen. Erst als ich hörte, dass es sich bei "Ewig Dein" um einen Psychothriller handelt, habe ich es mir besorgt.

Worum geht es? Judith, 37, ledig und eine erfolgreiche Geschäftsfrau, lernt in einem Supermarkt den Architekten Hannes kennen, als der ihr in die Hacken tritt. Hannes betet Judith an. Das schmeichelt ihr, denn sie hat zwar Freunde, aber schon lange keinen Kerl mehr gehabt. Auch Freunde und Familie sind von Hannes begeistert. Doch auf einer Reise nach Venedig wird ihr klar, sie liebt ihn nicht und macht Schluss.

Hannes will das nicht akzeptieren. Es folgt das volle Programm eines Stalkers: SMS, Anrufe, Rosen... bis Judith krank wird. Soweit alles schön und gut. Glattauers Sprache gefällt mir, eloquent und mit Wortwitz. Auch an seinen persönlichen Stil der direkten Rede könnte ich mich gewöhnen: Er: ... Sie: ...

Irgendwann wurde es mir allerdings zu viel: zu konstruiert, zu unglaubwürdig die Verwandlung von Judith, einer gestandenen, selbstbewussten Frau, in diese Verrückte. Lange hab ich mich gefragt, wer hier krank ist, Opfer oder Täter? Stand sogar kurz davor, das Buch abzubrechen.

Doch am Ende bekommt der Autor gerade noch einmal die Kurve und den Leser erwartet eine gelungene Überraschung. Mit Romantik hat "Ewig Dein" jedenfalls nichts zu tun! Ob den Fans von Herrn Glattauer dieser Genrewechsel gefällt? Ich find's gut.
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