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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vergangenheit rinnt wie durch eine Sanduhr
Das Buch ist natürlich auch eine gelungene Würdigung des Lebenswerks Rudi Assauers. Aber nahe geht es, weil es zeigt, dass die Diagnose Alzheimer jeden treffen kann und wie radikal die Krankheit das Leben für immer verändert.

Im 1. Kapitel 'Mein Leben mit der Krankheit' wird eindrucksvoll beschrieben, wie sich bei Rudi Assauer erste Zeichen...
Veröffentlicht am 7. Februar 2012 von Falk Müller

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rudi Assauer verabschiedet sich
Rudi Assauer kam immer rüber wie ein cooler Macho. Nicht der große Redner, aber nie um einen Spruch verlegen. Und der saß dann auch meistens. Schon auf den ersten Seiten, noch bevor sein Buch richtig anfängt, finden wir eine Sammlung von Assauers besten Sprüchen. So eingestimmt, wagt sich der Leser auch an schwere Themen wie Alzheimer...
Veröffentlicht am 27. Februar 2012 von Simone Kaczerowski, books&friends


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rudi Assauer verabschiedet sich, 27. Februar 2012
Rudi Assauer kam immer rüber wie ein cooler Macho. Nicht der große Redner, aber nie um einen Spruch verlegen. Und der saß dann auch meistens. Schon auf den ersten Seiten, noch bevor sein Buch richtig anfängt, finden wir eine Sammlung von Assauers besten Sprüchen. So eingestimmt, wagt sich der Leser auch an schwere Themen wie Alzheimer heran.
Aber noch mal einen Schritt zurück. Wie ausgewechselt" ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Prominenten Bestseller macht:
Montag: Rudi Assauers Alzheimer-Erkrankung wird in der Öffentlichkeit bekannt gegeben.
Dienstag bis Freitag: Ein beispielhafter Medien-Hype entsteht. Das Thema wird durch Talkshows, Printmedien und Social-Media-Kanäle gejagt. Nur zweimal taucht Assauer selbst auf: in einem ZDF-Magazin sowie in einer 45minütigen Reportage, die eine Woche später ebenfalls im ZDF gesendet wird. Das soll es, sagt sein Management, gewesen sein. Weitere Anfragen zwecklos.
(Anmerkung: Dieser Medien-Hype funktioniert natürlich proportional zum Bekanntheitsgrad der prominenten Person und zu dem Thema, für das sie steht. Also: Alzheimer bei Literaturpapst: kleines Medienecho. Alzheimer bei einem, der egal was mit Fußball gemacht hat: groooßes Medienecho.)
Freitag: Assauers Buch erscheint.
Sonntag: Assauers Buch steht bei amazon.de auf Bestseller-Rang 3.
Samstag: Assauers Buch schießt in der Spiegel-Bestsellerliste auf Platz 2, noch eine Woche später auf Platz 1. Dort steht es jetzt erst mal.
Dass das alles nicht einfach so passiert, sondern vom Riva Verlag erwartet und gesteuert wurde, zeigt das Impressum des Buches. In Fettschrift wird dem Leser dort die Facebook-Seite und die E-Mail-Adresse von Rudi Assauer mitgeteilt - für Wünsche, Fragen und Anregungen. So macht man heute Buch-Marketing.
Ein paar Sätze zum Inhalt sind schnell erzählt: Ein Anfangs- und ein Schlusskapitel befassen sich mit Assauers aktuellem Gesundheitszustand und seinem persönlichen Umgang mit der Alzheimer-Erkrankung. In dem großen Teil dazwischen erfahren wir chronologisch seine berufliche, nicht seine Lebensgeschichte. Das ist streckenweise unterhaltsam (Sprüche!) und häufig interessant, denn schließlich hat Rudi Assauer viele Jahre lang Fußball quasi politisch mit gestaltet. Und wer die Arena AufSchalke (Sorry, ich komme aus Essen, für mich wird sie nie Veltins Arena heißen. Und ich war erleichtert zu lesen, dass auch Rudi Assauer die Vergabe der Namensrechte richtig scheiße fand.) von innen kennt, freut sich zu erfahren, wie sie geplant wurde. Leser, die nicht total im Fußball aufgehen, mögen sich durch seitenlange Berichte einzelner Spielbegegnungen, die zum Teil noch von verschiedenen Personen geschildert werden, etwas ermüdet fühlen. Trainergeschichten, Transfergeschichten - etwas weniger Faktensammlung und etwas mehr Assauer-Persönlichkeit hätte dem Buch gut getan, zumal die Schreibe des Sportredakteurs Patrick Strasser nicht besonders inspiriert. Aber so ist das vielleicht bei Fußballern. Ab und zu ein Spruch, das muss reichen. Viel Privates is eh nich bei Rudi. Doch dass es ganz am Ende des Buches eine Doppelseite über seine Frauen" gibt, in der jede, die in seinem Leben eine nennenswerte Rolle gespielt hat, ein paar freundliche Sätze erhält, mutet schon sehr seltsam an. Die einzige Frau, die der Leser immer wieder trifft, ist seine Sekretärin Sabine Söldner, deren Lebensaufgabe am 30. April 2012 erfüllt sein wird. An diesem Tag wird Rudi Assauers Büro in Gelsenkirchen geschlossen.
Dann werden wir nichts mehr von ihm hören. Er selbst wird immer mehr vergessen. Wohl auch deshalb wurde sein Fußball-Leben aufgeschrieben. Rudi Assauer verabschiedet sich. Ehrlich, aufrecht, wie es sich für ihn gehört. Und immer noch einen Spruch drauf. Verdammte Scheiße, die Birne.
Bewertung: Schönes Geschenk für Fußballfans
Wie ausgewechselt: Verblassende Erinnerungen an mein Leben
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vergangenheit rinnt wie durch eine Sanduhr, 7. Februar 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Das Buch ist natürlich auch eine gelungene Würdigung des Lebenswerks Rudi Assauers. Aber nahe geht es, weil es zeigt, dass die Diagnose Alzheimer jeden treffen kann und wie radikal die Krankheit das Leben für immer verändert.

Im 1. Kapitel 'Mein Leben mit der Krankheit' wird eindrucksvoll beschrieben, wie sich bei Rudi Assauer erste Zeichen von Alzheimer immer mehr verdichteten, schlimmer wurden und die Krankheit immer mehr Besitz von ihm ergriff. Etwa wenn die Familie ihm das Handy wegnnehmen musste, weil er falsche Nummern eintippte und nachts wildfremde Menschen anrief. Oder als einmal sein Wagen mitten auf der Strasse stehen blieb, weil er den falschen Kraftstoff getankt hatte.

All das macht betroffen. Man stellt sich als Leser im Prinzip die gleichen Fragen, die auch sein langjähriger Freund Hub Stevens in seinem Vorwort zum Buch aufwirft: Wie wird es mir einmal gehen? Was ist, wenn auch ich Alzheimer bekomme?

Und obwohl nach dem ersten Kapitel in den folgenden lebendig und interessant nochmal die erfolgreiche Karriere Assauers beleuchtet wird, wirkt dies im Angesicht der Krankheit fast nebensächlich. Um diese geht es dann nochmals im letzten Kapitel, welches eine Art Ausblick ist. Man erlebt hier einen Mann, der noch vor Jahren gefeiert im Mittelpunkt stand und nun auf die reine Existenz zurückgeworfen ist. Fast schon ängstlich stellt er dort Fragen wie: Was wird aus mir? Bleiben mir noch ein paar lebenswerte Jahre? Wie wird es meine Familie verkraften?

Fazit: Durch die vielen Fotos und Anekdoten ist es auch ein schönes Fußballbuch. Aber es ist weit mehr als das. Durch die Schilderung der Krankheit Rudi Assauers wird man angeregt nachzudenken über sich, die eigene Gesundheit, die Angehörigen und Freunde - und vor allem darüber, was wirklich wichtig ist im Leben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gegen das eigene Vergessen, 10. November 2012
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Wie ausgewechselt: Verblassende Erinnerungen an mein Leben (Audio CD)
(Hörbuch-Fassung)

Ich möchte mit einer kleinen Anekdote beginnen: Neulich in der Frühstückspension... eine Frau, so Anfang 60: Was möchten Sie denn zum Frühstück trinken? Ich: Haben Sie Pfefferminztee, ich vertrage gerade keinen Kaffee. Frau: Ja, mache ich Ihnen. 10 Minuten später, die Frau: So, hier ist ihr Kaffee!
Vielleicht nur eine kleine Vergesslichkeit. Ich traute mich nicht nachzuhaken.

Es kam schleichend, auch bei Rudi Assauer. Der Mann mit der Zigarre ist mir als sehr schlagkräftig, mitunter etwas zu direkt, aber immer geradeaus in Erinnerung. Die Persönlichkeit von Assauer hat sich durch die Krankheit deutlich verändert. Er hat mit Hilfe von Patrick Strasser nun ein Buch verfasst, das seine Erinnerung in Textform bündeln soll, da in seinem Kopf nach und nach die eigene Vergangenheit verloren geht.
Das Leben von Assauer ist geprägt vom Thema Fußball, ob als Spieler, Aushilfstrainer, Manager oder Arena-Bauherr. So kommt auch beim Hörbuch das private Leben nur mehr am Rande vor. Fußball war, Fußball ist sein Leben. Ob beim BVB, Werder Bremer oder vor allem beim FC Schalke 04. Über 45 Jahre war er aktiv. U.a. war er auch Mitglied der ersten deutschen Mannschaft, die den Europapokal gewann.

Alzheimer ist offensichtlich kein abendfüllendes Thema. Wie auch. Der Fokus der Ausführungen liegt auf dem Leben mit dem Fußball. So kommt es zu einer gedehnten Reihung von Einzelheiten, wer, wann, wie gegen wen gespielt hat und wie Assauer daran beteiligt war. Das ist meiner Ansicht nach nur etwas für ausgesprochene Fans, und die wissen diese Details wahrscheinlich sowieso. Für mich wurde das Hörbuch immer dann interessant, wenn es um die emotionale Schilderung von Ereignissen aus Assauers Leben ging, wie z.B. die Vier-Minuten-Meisterschaft mit Schalke im Jahr 2001 oder Anekdoten, die so am Rande passiert sind, geschildert werden. Im Mittelteil empfand ich für mich das Hörbuch einfach zu langatmig.

Rudi Assauer kommt am Anfang und am Ende selbst zu Wort. Das lässt nicht unberührt.
Huub Stevens, den er als erfolgreichen Trainer zu Schalke geholt hat und der zu einem Weggefährten und Freund geworden ist, bekommt ebenso am Anfang und Ende seinen Platz.

Gelesen wird von Rolf Berg, mit einer sehr rauen, manchmal fast hart klingenden Stimme; aber irgendwie passend.
7 CDs, wohl ungekürzt.
Kleines Booklet mit wenigen Fotos aus Assauers Vergangenheit (z.B. mit seiner Zwillingsschwester Karin als Kind).

Fazit: Wenn man nicht so fußballinteressiert ist, im Mittelteil etwas zu viel Statistik, ansonsten durchaus informativ und bewegend.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend und nachdenklich, 3. Februar 2012
Von 
Ole Erdel (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
"wie ausgewechselt" ist eines der bewegendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Wohl auch aus dem Grund weil man Rudi Assauer immer als DEN starken Mann vom FC Schalke kannte und wenig über den Menschen Rudi Assauer. Dieses Buch bringt einem den Menschen Rudi Assauer unglaublich nahe und ich muss gestehen, das ein oder andere Mal hatte ich mit den Tränen zu kämpfen.
Absolut lesenswert und für jeden Fußball Fan, den mehr als der Fußball an sich interessiert, ein absolutes muss!
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69 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn sich alles in Nebel auföst ..., 2. Februar 2012
Von 
Neutralmodus2000 - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
In den letzten Jahren sind diverse Bücher aus der Fußballerszene erschienen: Rainer Callmund outete sich (oh Wunder) als fußballbekloppt, Günther Netzer kam - woher auch sonst - aus der Tiefe des Raums, Oliver Kahn versicherte uns, dass Erfolg von innen kommt, Uli Hoeneß erläuterte uns das Prinzip Hoeneß, Phillip Lahm erklärte uns den feinen Unterschied zwischen sich und dem Rest der kickenden Elite. All diese Werke hatten eine mehr oder minder gleich lautende Botschaft: Der Profifußball ist ein Haifischbecken, aber seht her, ich habe mich durchgesetzt, also könnt Ihr es im Leben jenseits des Rasens auch. Wer hätte das gedacht ...

Mit zunehmendem Leistungsdruck in der Gesellschaft, von denen logischerweise auch Spitzensportler nicht ausgenommen sind, wurden die nun erschienenen Bücher plötzlich differenzierter, nuancenreicher. Es standen weniger die Erfolge im Vordergrund, sondern viel mehr das Scheitern am selbigen, weil persönliche Probleme - auch Krankheiten - nicht länger tabuisiert wurden. Dem Freitod des beliebten Hannover 96 Törhüters Robert Enke ist es letztendlich zu "verdanken", dass die nach Fußballzauber gierende Öffentlichkeit plötzlich innehielt und nicht den Sportler, sondern den Menschen unter dem Trikot sah. Auch ein Sebastan Deisler, einst als Riesentalent von den Medien auf Schritt und Tritt verfolgt, sei hier mit seinen Ängsten, Sorgen und Depressionen nicht unerwähnt gelassen. Ebenso wenig Thomas Broich, dem die Mechanismen des Marktes mental/moralisch zu schaffen machen, und dem es zuwider ist, als Star angesehen zu werden.

Unter all diesen Werken, speziell den marktschreierischen aus dem ersten Absatz, ragt jenes von Rudi Assauer heraus. Weil Rudi Assauer bereits im Vorfeld zugibt, das Schreiben jemandem anders überlassen zu haben, und weil er zweitens (und das ist viel wichtiger) eine Botschaft vermittelt, die eindringlicher nicht sein könnte:

Am Ende Deines Lebens kannst du vielleicht von dir behaupten, ein Macher gewesen zu sein, dem so gut wie alles gelang. Aber all dieser Erfolg ist nichts, wenn Dich die Krankheit packt und das Leben im Nebel verschwindet. Dann kannst du Erinnerungen weder mit dir selber, noch mit anderen teilen.

Rudi Assauer hat Alzheimer - wie viele andere auch.
Mögen er und die vielen anderen noch möglichst lange erkennen, was einst ihr blühendes Leben war.

Scheiß unheimliche Krankheit!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch über Fußball, nicht über Demenz, 10. März 2012
Der allgemeine Medienhype über das Buch hat auch mich neugierig gemacht. Vorweg sei gesagt, es geht in diesem Buch in erster Linie um Fußball, vor allem um die Arbeit von Assauer als Manager bei Schalke 04. Vielleicht ist dieses Buch gedacht als eine ganz persönliche Therapie für Rudi Assauer gegen seine Erkrankung, gegen seine zunehmende Vergesslichkeit. Dann hat es einen Sinn für ihn. Für eine nicht an Fußball interessierte Öffentlichkeit ist es überflüssig.
Wer Hintergründe zu Assauers Leben und zu seiner Erkrankung zu erfahren sucht, der wird enttäuscht. Irgendwie weiß man alles schon, wenn man die Berichterstattung über das Buch mit verfolgt hat.
Im Grunde wird in diesem Buch das Bild Assauers als selbst verliebter Macho, ein Image, das er Zeitlebens gepflegt hat, nochmals zementiert. Das ist legitim als Marketingmethode, aber irgendwie wird damit doch ein ernstes Thema verschenkt. Aus meiner Sicht ein nicht lesenswertes Buch (wenn man nicht Fußballfan oder Schalkefan ist, oder am besten beides).
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Durch und durch lohnenswert., 13. Februar 2012
Das Buch war ja nachdem die Krankheit Assauers öffentlich gemacht wurde ein "Must-Have".

War ich anfangs doch eher misstrauisch, wurde das Buch von Seite zu Seite interessanter, die Worte Assauers interessanter.
Wenn man sich vorstellt, dass das Alles langsam verblasst, ist das eine wunderbare Erinnerung an Rudi Assauer.

Man kann sich tatsächlich nur wünschen, dass man das Schicksal, mit dieser Krankheit leben zu müssen, niemals teilen muss.

Glück auf, Rudi!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Macho?, 4. November 2012
Rudi Assauers Markenzeichen ist die glühende Zigarre, ohne sie konnte er keinen Schritt tun. Ob im Büro, auf der Trainerbank, bei Interviews am Spielfeldrand, in der Mannschaftskabine oder sogar im Aktuellen Sportstudio: Stets musste „Stumpen-Rudi“ an seiner dicken Davidoff-Zigarre zuckeln.

Assauer heisst mit Vornamen eigentlich „Rudolf“, bloß hat ihn noch nie jemand so genannt. Höchstens seine Mutter, wenn sie etwas Ernstes mit ihm zu besprechen hatte. Solange er sich erinnern kann, haben ihn alle „Assi“ gerufen.

Mit seiner paffenden Zigarre, seiner langsamen Art zu reden und sich zu bewegen, gibt Assauer gerne den coolen Macho. Weil er meist edles Zwirn trägt, verpasste ihm Michael Meier, der Manager des FC Köln, den Namen „Kashmir Hooligan“.

Ist Assauer ein Macho? Zumindest zeigte er jenes Gehabe, das von der Umwelt als übertrieben männlich wahrgenommen wird. Sein Image kultivierte Assauer auch in einem Werbespot für die Veltins-Brauerei, in dem er den Pascha spielte und seine „Alte“ zum Bier holen schickte.

Zum Image des Macho gehört die Fassade des harten Hundes. Stolz erzählte Assi, wie er joggen ging trotz Fischvergiftung. Dabei kann er auch weich sein. Nicht nur nach der verpatzten Meisterschaft der Saison 2000/2001 heulte er wie ein Schloßhund; auch später, als er einige verdiente Schalker verabschiedete, allen voran seinen Lieblingsspieler Jiri Nemec.

Das Abitur kloppte Assauer vor Jahrzehnten leichtfertig in die Tonne. Lust zu lernen hatte der spätere „Pate von Gelsenkirchen“ nämlich noch nie gehabt. Als Schüler spielte er gleich nach der Schule Fußball bis es dunkel wurde. Die Hausaufgaben schrieb er von seiner Zwillingsschwester Karin ab, die mit ihm in die gleiche Klasse ging.
Mit vierzehn machte Assauer eine Lehre als Stahlbauschlosser und brach das Abendgymnasium ab, weil er an jenem Mittwoch lieber ein Fußballspiel im Fernsehen anschauen wollte. Sicherheitshalber schmiss Assi vor dem Spiel seine Schulbücher vom Balkon. Es war einer jener seltenen Momente, in denen seine Mutter ihn „Rudolf“ nannte. Trotzdem schafft er später noch eine Lehre als Bankkaufmann.

Im Sommer 2006 sollte Assauer bei Schalke eigentlich Präsident werden. Doch im Mai trat er von seinem Posten als Manager zurück, um einer Absetzung zuvorzukommen und machte damit seine Aussage wahr, die er kurz zuvor im Zeit-Interview angekündigt hatte: „Ich bin noch so klar in der Birne, dass ich frühzeitig weiß, wann der Tag gekommen ist, an dem ich aufhöre.“

Rudi Assauer war zweimal in seinem Leben Manager auf Schalke. Das erste Mal 1981 bis zu seiner Entlassung 1986. Er ging für vier Jahre in die Immobilienbranche nach Bremen und kehrte im April 1993 zurück. In seiner zweiten Amtszeit bekam Assauer eine Machtfülle eingeräumt, die notwenig war um den Skandal-Verein finanziell zu sanieren und für sportlichen Erfolg zu sorgen: 1997 gewann Schalke den UEFA-Cup, 2001 wurde der Verein deutscher Vizemeister, 2001 und 2002 gewann er den DFB-Pokal. Und Assauer hinterließ auf Schalke „sein Baby“, die Veltins-Arena, ein hochmodernes Fußballstadion.

Der Schalker Aufsichtsrat wollte Assauers Macht einschränken und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Für die Identifikationsfigur Rudi Assauer war das Amt des Präsidenten vorgesehen. Doch Assauer kam dem Aufsichtsrat zuvor. Die „Ära Assauer“ endete erst mit besagtem Rücktritt im August 2006, doch angekündigt hatte er sie schon 1981, bei seinem ersten Amtsantritt in Gelsenkirchen: „Entweder schaffe ich Schalke, oder Schalke schafft mich.“
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abschied für immer?, 9. April 2012
Von 
Ich lese ganz gerne mal Biografien von interessanten Persönlichkeiten und da das Buch doch sehr gehypt wurde in den Medien, konnte auch ich mich davor nicht verschließen.

Und obwohl es völlig anders ist als gedacht, hat es mir richtig gut gefallen.

Rudi Aussauer und "seine" Krankheit Alzheimer werden nur im ersten und letzten Kapitel von insgesamt 12 Kapiteln erwähnt und ein wenig beleuchtet. Ansonsten geht es ausschließlich um Fußball und die Erfolge Assauers.

Mir hat das Buch wirklich sehr viel gebracht, denn ich als Fußball- Ahnungslose habe gemerkt wieviel Fußball anderen Menschen bedeuten kann und wie Fußball Menschen bewegt. Assauer lässt sein von Fußball geprägtes Leben Revue passieren und das mit Erfolg.

Man sollte das Buch nicht als Huldigung Assauers werten, denn so war es mit Sicherheit nicht gemeint. Vielmehr "versucht" eine Legende sich an die schönste Zeit seines Lebens zu erinnern.

Fazit: Klasse Buch für Fußballnostalgiger und solche, denen der Sport irgendwo am Herzen liegt. Mich hat es auf jeden Fall bewegt und ich kann die Fußballverrückten nun besser verstehen.

Abraten würde ich all denjenigen das Buch zu lesen, die nur die Krankheit ausgeschlachtet haben wollen, denn diese spielt wie gesagt nur eine kleine Gastrolle.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Enttabuisierung: Das Grauen bekommt einen Namen, 15. Februar 2012
Von 
Ulrich Groh (Mittelhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
In diesem Buch geht es um das Schicksal des Prominenten Rudi Assauer, der hier jedoch nur als verdienstvolles Vehikel dient, um den unzähligen von der Krankheit Alzheimer Betroffenen ein Podium zu zimmern - ein Podium, das sie aus der Tabuzone in die diskursfähige Realität befördert. Daher ist es m. E. völlig unerheblich, ob der Leser dieses Buches nun primär an der Person Assauer (in diesem Falle wird er mit Informationen bestens versorgt) interessiert ist und dessen Erkrankung als unabdingbare Koppelung in die Lektüre mit einbezieht oder aber sich in erster Linie den Schrecken eines solchen Schicksals en Detail stellen möchte - auch hier werden authentische, ungeschminkte Einblicke gewährt, die die Tragik ebenso anschaulich wie eindrücklich verdeutlichen.

Assauer - so schicksalsbeladen und beklagenswert es auch ist - stellt, da prominent, das Zugpferd dar, das die unheilbare Geißel Alzheimer, diese so fürchterliche und noch immer unheilbare Heimsuchung, in das gleißende Licht h i n e i n und somit aus der Tabuzone h e r a u s zerrt. Darin besteht das Verdienst dieses Buches (auch jenes des einst dem Fußball Verschriebenen), und hierbei ist der Name des Prominenten ebenso unerheblich wie als austauschbar anzusehen, um dem verdrängten Grauen den Schleier zu entreißen.
Will sagen: Nicht der Mensch Rudi Assauer verleiht diesem Band seine unzweifelhafte Daseinsberechtigung, sondern dessen Prominenz, die hoffentlich viele Menschen dazu verleiten wird, sich mit diesem so gerne hinter fest verschlossenen Türen gehaltenen Themenkomplex auseinanderzusetzen.
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Wie ausgewechselt: Verblassende Erinnerungen an mein Leben
Wie ausgewechselt: Verblassende Erinnerungen an mein Leben von Patrick Strasser (Audio CD - 9. März 2012)
EUR 21,99
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