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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Wissenshäppchen nett verpackt
In seinem Buch "At Home" bewegt sich Bryson gedanklich von Zimmer zu Zimmer und schreibt -passend zu jedem Raum - etwas über die Geschichte des Wohnens und den Hintergründen , die hinter Alltagsgesgenständen und -gebräuchen steckt. Dabei ist die Spannbreite enorm: von der Bedeutung des Salzes für den menschlichen Körper über das...
Veröffentlicht am 22. August 2011 von Peer Sylvester

versus
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz interessant, aber etwas viel Architektur
Bill Bryson ist ein hervorragender Reiseberichterstatter mit einer erfrischenden und humorvollen Schreibe über Land und Leute verschiedenster Nationen. Auch sein Bericht über die eigene Kindheit in den 50ern in Iowa ist einfach klasse. Aber bei 'ernsten' Sachbüchern haben einfach andere die Nase vorn - hier fehlt Bryson regelmäßig eine gewisse...
Veröffentlicht am 29. September 2011 von Inke2211


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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Wissenshäppchen nett verpackt, 22. August 2011
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
In seinem Buch "At Home" bewegt sich Bryson gedanklich von Zimmer zu Zimmer und schreibt -passend zu jedem Raum - etwas über die Geschichte des Wohnens und den Hintergründen , die hinter Alltagsgesgenständen und -gebräuchen steckt. Dabei ist die Spannbreite enorm: von der Bedeutung des Salzes für den menschlichen Körper über das Rätsel der Maispflanze (Keiner weiß wie die Mayas diese Pflanze züchten konnten) bis hin zu Themen wie Kinderarbeit ist alles drin im Buch. Der Rundgang dient dabei als loser roter Faden.

Und "lose" ist durchaus ernst zu nehmen: Mehr noch als sonst neigt Bryson in diesem Buch zum abschweifen und flechtet hier noch eine Anekdote und dort noch ein paar lustige Details zum Leben der Protagonisten ein. Ein Nachschlagewerk ist "At Home" fürwahr nicht. Das ist aber eigentlich genau die Stärke des Buches: Es will nämlich keines sein. Im Gegenteil: Man merkt, dass Bryson an der Recherche Spaß hatte und möglichst viel von den interessanten Fundstücken mit den Lesern teilen will. Dabei hilft der lockerre Stil, der einem das Gefühl gibt in einer interessanten Konversation mit dem Autor zu stehen.

Für mich nicht zuletzt aufgrund des Umfangs und der Bandbreite der Materie eines der besten Bücher von Bryson!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt in den eigenen vier Wänden, 18. Juni 2013
Bill Bryson, ausgestattet mit einer unerschöpflichen Neugier und dem Drang, den Dingen stets auf den Grund zu gehen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Erkenntnisse und Entdeckungen auf einzigartig unterhaltsame Weise für ein breites Publikum aufzuschreiben. In diesem Buch nun widmet er sich allem, was es im Haus zu finden gibt, ja, woraus das Haus eigentlich besteht, wie das Leben in Häusern zu früheren Zeiten aussah und warum wir heute wohnen, wie wir wohnen.

Bryson nimmt uns mit auf eine Tour durch sein englisches Pfarrhaus, beginnend mit der Eingangshalle, gefolgt von der Küche und den anderen ehemaligen Bereichen der Bediensteten und arbeitet sich gemeinsam mit dem Leser Zimmer für Zimmer in die oberen Stockwerke bis zum Dachboden.

Besonders konzentriert er sich dabei auf das alltägliche Leben im siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert in seiner Wahlheimat England, mit kurzen Abstechern in die Neue Welt westlich des Atlantiks und auf das europäische Festland.

Meine Meinung:

Wenn Brysons Buch ein gigantischer Kuchen wäre, bestünde er aus hundert Schichten verschiedenster und immer wieder überraschender Füllungen, verziert mit köstlichen Anekdoten, Abstrusitäten und Kuriositäten. Es gibt nichts, wofür Bryson sich nicht interessiert und kein Phänomen, das seinem unermüdlichen Recherchedrang verborgen bliebe. Stück für Stück nimmt er den Leser mit auf einen Trip durch die letzten hundert Jahre des Häuslichen Wohnens und erzählt munter über Architektur, Landwirtschaft, Gärtnerei, Adel, Armut, Kindererziehung, Bildung, Esskultur, Mode, Hygiene, Medizin, Handel, Elektrizität, Industrielle Revolution, Entdeckungen, Erfindungen und überhaupt alles, was ihm auf seinen Streifzügen innerhalb der eigenen vier Wände in die Finger fällt.

Bryson erzählt das alles in einem einfach unwiderstehlichen, beschwingten Ton, dass man nur so durch die Seiten fliegt und ungläubig erfährt, wie der Kristallpalast zur Londoner Weltausstellung entstand, weshalb englische Landpfarrer die genialsten Erfinder und Koryphäen auf den verrücktesten wissenschaftlichen Gebieten waren, welche Arten und Nutzung von Zimmern es gab, wie man in früheren Zeiten mit seiner Dienerschaft umsprang und was zu welchen Zeiten eigentlich bei wem auf den Tisch kam, was Adlige so alles anstellten, um eine nette Aussicht aus ihren Privatschlössern zu haben, warum Tapete lange Zeit totgiftig war, wie gefrorenes Wasser zum Exportschlager wurde, wie man gerade noch der Bau einer Eisenbahnlinie durch Stonehenge verhindern konnte und und und.

Unterhaltsamer hat wohl noch niemand über das Haus und seine Bewohner geschrieben und dabei auf leicht verständliche Weise so viel Wissenswertes über Architektur im Laufe der letzten Jahrhunderte eingestreut. Gewürzt ist das Ganze mit einer Fülle verblüffender Geschichten über Menschen, die Großartiges, Unglaubliches und bisweilen vollkommen Verrücktes vollbrachten und ohne die unsere Häuser und unser Leben darin nicht so aussehen würden wie wir es aus unserem Alltag kennen.

Fazit:

Äußerst unterhaltsamer und kurzweiliger Ausflug in die Geschichte des Wohnens, voller verblüffender Anekdoten über bemerkenswerte historische Gestalten von großer und weniger großer Bedeutung. Besonders zu empfehlen für Leser mit Interesse an Architektur und am alltäglichen Leben der Menschen des siebzehnten bis neunzehnten Jahrhunderts.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz interessant, aber etwas viel Architektur, 29. September 2011
Bill Bryson ist ein hervorragender Reiseberichterstatter mit einer erfrischenden und humorvollen Schreibe über Land und Leute verschiedenster Nationen. Auch sein Bericht über die eigene Kindheit in den 50ern in Iowa ist einfach klasse. Aber bei 'ernsten' Sachbüchern haben einfach andere die Nase vorn - hier fehlt Bryson regelmäßig eine gewisse für den Leser nachvollziehbare Strukur. 'Eine kurze Geschichte von fast allem' und auch dieser neue Titel hier zeigen das beide: er verzettelt sich über viele Seiten in architekturgeschichtlichen Nebenschauplätzen und dabei kommt die wirklich spannende Idee, Alltagsgegenstände und ihre Herkunft zu erzählen, wirklich zu kurz. Schade eigentlich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Keller bis zum Dach: Faszinierende Entdeckungsreisen in die Kulturgeschichte, 31. Dezember 2012
Von 
Amazon reviewer (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Auf sechs CDs entfaltet sich eine Alltagsgeschichte der täglichen Dinge, wie sie unterhaltsamer und lehrreicher nicht sein könnte: Bill Bryson, Meister des trockenen Humors, nimmt mit auf eine Tour durch sein Haus in Norfolk - ein altes Pfarrhaus aus dem Jahre 1851 – und durch die Kulturgeschichte zugleich. Was für ein Fest! Der Sinn dahinter ist allerdings nicht der Blick in Brysons privaten Lebensraum. Es hätte prinzipiell jedes Haus sein können, das hier als Beispiel dient.

Angefangen in der Küche nimmt er uns mit in Speisekammer und Esszimmer, ins Arbeitszimmer und weiter über die Treppe hinauf ins Schlaf- und Badezimmer sowie in den Ankleideraum. Unter dem Dach findet sich dann außer dem Dachboden auch noch das Kinderzimmer. Auf seinem Weg durch das Haus spürt Bryson Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten nach, die unser Alltagsleben prägen. So wird das Badezimmer zum Ort der Hygienegeschichte und die Küche erzählt von der Entwicklung der Koch- und Esskultur. Dabei berührt der Autor in seinen Überlegungen zahllose Dinge, die uns tagtäglich begegnen und begleiten: Dosenöffner, Eis, Geschlechtskrankheiten, Gewürze, Medizin, Mode, Speisen…

Dabei werden viele Fragen aufgeworfen, wie etwa warum eine Gabel eigentlich vier Zinken hat, nicht drei oder fünf, oder ob Fischmesser überhaupt sinnvoll sind. Hinter so etwas Normalem wie einem Salzstreuer entfaltet sich ein großes Stück Entdecker- und Kolonialgeschichte.

Es ist eine gewaltige Fülle von Informationen, mit der man hier konfrontiert wird. Der erzählerische Stil, die Einbettung in Anekdoten und Gedanken, macht das Anhören jedoch ebenso leicht wie auch unterhaltsam. Wer Bill Bryson kennt, weiß, dass er dazu neigt, scheinbar assoziativ von einem Thema zum nächsten zu kommen. Brillant gelesen wird die Buchvorlage von Rufus Beck, der keine Langeweile aufkommen lässt. Seiner lebendigen Stimme kann man über Stunden hinweg fasziniert zuhören.

Gelungen ist auch die Präsentation: Die CDs stecken in separaten, transparenten Hüllen in einer hochwertigen Pappbox.

Bill Bryson, geboren 1951 in De Moines, Iowa, ist ein amerikanischer Journalist und Autor, der sich vor allem mit seinen humorvollen Reiseberichten zwischen Kritik und Komik einen Namen gemacht hat. Unterwegs war er praktisch überall: in Europa, in den USA und in Australien. 1977 zog er nach Großbritannien. Unter anderem arbeitete er dort für die "Times" und den "Independent". 1996 kehrte er zwar vorübergehend mit seiner Familie zurück in die USA, lebt inzwischen aber doch wieder in England. Was seine Bücher auszeichnet, ist vor allem der feinsinnige, oft staubtrockene Humor, aber auch seine Herzlichkeit und der liebevolle Blick, den er auf Land, Leute und ihre Eigenheiten wirft. Dabei kombiniert er Wissenswertes und Unterhaltsames. Das sorgt hier für Hörvergnügen pur.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig, geistreich und informativ, aber ..., 28. März 2012
Von 
Thilo Grimpe (Porta Westfalica) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
zugegeben manchmal ein wenig ausschweifend. Dies empfinde ich jedoch nicht als Nachteil, denn es bleibt interessant und irgendwie fesselnd.
Mr. Bryson kommt tatsächlich vom Hölzchen zum Stöckchen, und manchmal auch bis zum ausgewachsenen Baum, doch er schafft immer wieder den "Sprung" zurück zum eigentlichen Thema. Und so erklärt er sehr humorvoll die uns umgebenden unterschiedlichsten Dinge des Alltags. Dabei versucht er sich an seinem Haus und den dazu gehörigen Zimmern zu orientieren: Die Eingangshalle, der Keller, die Küche, der Garten und Flur usw. Und in jedem Kapitel kommen wohl bekannte Namen zum Vorschein (Chippendale, Tomas Jefferson, British Leyland etc.) Obwohl sich der Großteil der Geschichte an einem englischen Pfarrhaus orientiert und viele interessante Dinge aus der Geschichte Englands berichtet werden, wird es doch sehr häufig international, geht es in Übersee. James Cook muss mal herhalten, die Vereinigten Staaten (z.B. New Yorks Central Park) aber auch interessante Sachen aus Italien werden berichtet.
Und so werden Selbstverständlichkeiten fesselnd erklärt, und ich musste häufig über die vielen Anekdoten schmunzeln.
Wer ein trockenes Fachbuch erwartet, wird enttäuscht sein. Und wenn auch häufig viele Zahlen herhalten müssen, wird das Lesen niemals mühsam. Und eine kleine Pause (um das Neue zu "verdauen") zwischen den einzelnen Kapiteln erachte ich nicht als negativ.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Meisterhafter Lehrer - kein Lehrmeister, 26. September 2011
Von 
Nuria (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Bill Bryson hat seit seinem Buch "Eine kurze Geschichte von fast fast allem" die Nische des Reiseschriftstellers verlassen und ist zu einem Lehrer geworden - einem wissensreichen, unterhaltsamen Lehrer, wie man ihn in der Schule nicht immer findet. Diesmal hat er sich vorgenommen, über die Entstehung unserer Wohnstätten überhaupt zu sprechen. Bryson bewohnt ein altes Pfarrhaus in England und geht bei seiner Erzählung von Raum zu Raum und erklärt, warum man ihn so entworfen und eingerichtet hat, was einzelne Begriffe bedeuten und vieles mehr. Er hat ein Faible für die kleinen Geschichten und Fakten, die unbeachtet am Wegrand liegen. Wenn er über die Geschichte der Möbel in England spricht, erzählt er beispielsweise viel von Herrn Chippendale, nach dem eine ganze Möbelart benannt ist, und gibt einen kurzen Abriss über sein Leben, beschränkt sich nicht darauf, die Entstehung von "Sophas", wie man das nannte, und Sitzecken zu erklären, sondern sucht das Persönliche. Diese Stärke ist zugleich eine Schwäche. Bryson verliert manchmal den Faden, ufert in lokale Details aus, die besonders den internationalen Leser nicht immer interessieren werden, ist detailverliebt dort, wo dem Leser oft auch das Wissen fehlt, um überhaupt zu verstehen, was gemeint ist. Letztendlich ist das Buch also keine Geschichte der alltäglichen Dinge, die hier präsentiert wird, sondern die Geschichte englischer Häuser. Die Begeisterung dafür muss man mitbringen, um das Buch wirklich genießen zu können. Tut man das aber, wird man reich belohnt. Ich habe selten so etwas Kenntnisreiches, die Allgemeinbildung Förderndes gelesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von elektrischem Licht bekommt man Sommersprossen, 6. April 2012
... das war zumindest eine von vielen Vorurteilen gegenüber der Elektrizität zur Zeit seiner Erfindung. Bill Bryson ist eine Ausnahmeerscheinung, wenn es darum geht, wirklich allem, was es auf der Welt gibt eine Geschichte abzutrotzen. Mit einer unglaublichen Akribie erzählt er uns also in seinem Buch die Geschichte seines Hauses, das einst ein Pfarrhaus war. Und von den eigenen vier Wänden ausgehend führt er uns vom ersten Hausbau bis zu den einzelnen Zimmern und ihrer Entstehung. Darüber hinaus erfahren wir alles über jene Dinge, die zum jeweiligen Zimmer gehören. Sei es in der Küche ein Ausflug in die Welt der Gewürze oder im Schlafzimmer die Mühen einer Geburt - lange bevor es wirklich gute medizinische Hilfe gab.
Trotz - oder gerade wegen der vielen Geschichten und der dazugehörigen Namen von Personen, Erfindern, Entdeckern, ist das Buch beizeiten anstrengend. In Häppchen genossen durchaus unterhaltsam, am Stück fast nicht zu lesen. Wer gerne vor dem Einschlafen noch ein paar Zeilen liest, wird mit Bill Brysons 600 Seiten starken Geschichtsbuch über die alltäglichen Dinge lange Zeit sein Auskommen finden.
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viele unerträglich ausschweifende Geschichten von nicht alltäglichen Dingen, 26. Februar 2012
Von 
S. Lessmann (Reutlingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Autor schreibt zu Beginn: "Ich wollte eine Geschichte der Welt schreiben, ohne dass ich das Haus verlassen musste." Und wenig später: "Um die Geschichte der alltäglichen Dinge in ein Buch zu packen, musste ich, das war mir von Anfang an klar, penibel auswählen."

Dieses Vorhaben ist Bryson gehörig misslungen. Er schreibt keine Geschichte der Welt. Er schreibt keine Geschichte der alltäglichen Dinge. Er wählt nicht aus und ist nicht penibel.

Man könnte seinen Schreibstil wohlwollend "assoziatives Schreiben" nennen. Weniger wohlwollend könnte man ihn als gedankliches Chaos beschreiben.

Bryson führt durch sein Haus, soweit OK und eine nette Idee. Nur dass man nach wenigen Seiten im Kapitel regelmäßig vergessen hat, in welchem Raum man sich gerade befinden soll. Der Autor hat es offenbar auch vergessen.

Bryson berichtet nicht aus der Welt, er berichtet aus England. Ab und zu auch Schottland oder Wales. Manchmal aus den USA. NIE vom Rest der Welt. Zugegeben: Da hat er offenbar doch ausgewählt.

Er berichtet nicht von alltäglichen Dingen. Er berichtet ausführlichst von dem absonderlichen Essverhalten der viktorianischen Oberschicht, und erwähnt immerhin kurz, dass seine Beschreibung für Arbeiter und einfache Bauern dieser Zeit wahrscheinlich nicht gilt. Er berichtet mehr als ausführlich, sondern auch für mich als Historiker einschläfernd, über die viktorianische Architektur der englischen Herrenhäuser. Und über die Architekten. Und über die Hausherren. Und über die Hausfrauen. Immerhin auch über die Diener. Aber nicht über Arbeiterhäuser, über Bauernhäuser, über Stadthäuser, nichts dergleichen.

Zugegeben: Nach 200 Seiten hatte ich davon genug. Meine Hoffnung, doch noch etwas interessantes zu erfahren, hatte sich verloren. Beim Durchblättern des Restes schien sich daran nichts grundlegend zu ändern.

Einziges Plus: Es liest sich einfach und gefällig. Aber man wartet irritiert auf die alltäglichen Dinge und ihre Geschichte und findet sie in diesem Buch nicht wieder.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Themaverfehlung, 3. Februar 2014
Hat Bryson sich schon bei "Eine kurze Geschichte von fast allem" hauptsächlich mit den Geowissenschaften beschäftigt, so wird die Themaverfehlung bei "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge" weitergetrieben.
In "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge" wird schwerpunktmäßig die Architekturgeschichte aus englisch-amerikanischer Sichtweise dargestellt, und der Eindruck vermittelt, dass andere Nationen kaum Beiträge zur Architekturgeschichte geliefert haben. Über Fortschritte und Persönlichkeiten aus Kontinentaleuropa wird nur berichtet, wenn diese absolut zwingend notwendig für den weiteren Erzählfortschritt sind.

Die Architekturgeschichte beschreibt natürlich nur die Häuser der gehobenen Klasse ab der oberen Mittelklasse, die Bedingungen der kleinen Läute werden nur gestreift, wenn es sich um das Personal handelt, und gegen Ende des Buches folgt noch eine kurze Sozialgeschichte im Zusammenhang mit der Geschichte der Industriealisierung in England.

Bryson lädt zu einen Rundgang durch sein Haus ein, und orientiert sich anfangs noch an den Räumen, die er gerade besucht und referiert über die geschichtlichen Entwicklung der entsprechenden Räume. Dies läßt jedoch mit dem Verlauf des Buches nach und der Autor läßt seinen Gedanken freien Lauf, unabhängig davon, wo wir gerade sind.
So wird im Keller über die Entwicklung der Baustoffe referiert und im Arbeitszimmer nicht etwa die Entwicklung der Sekretäre (Möbelstück), Büromöbel oder Arbeitsmittel erzählt, sondern über die Entwicklung der heimlichen Mittbewohner (vulgo Ungeziefer) in unseren Häusern, da sich diese dort nach Erfahrung des Autors besonders oft auftauchen.
Im Obergeschoß folgt dann noch ein kurzer Abriss der Sozial- und Medizingeschichte bis ins 19. Jahrhundert. Natürlich auch wieder aus englisch-amerikanischer Sicht. Aber immerhin kommt Bryson nicht daran vorbei, Robert Koch kurz in einem Nebensatz zu erwähnen. Der Schotte (und nicht Engländer) Alexander Fleming (Entdecker des Penicillin) muß nicht erwähnt werden, da die Schilderung der Geschichte schon um 1900 abbricht.

Trotzdem noch 2 Sterne, da das ganze ganz amüsant geschrieben und gut zu lesen ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langatmig, kein Lesespass!, 4. Dezember 2013
So, ich habe mich jetzt auch im Urlaub in ca. einer Woche durch dieses Buch gearbeitet. Die 630 Seiten vergehen nicht wirklich im Fluge, wie schon von anderen bemerkt tendiert der Autor zeitweise den Faden zu verlieren wenn er denn so von Zimmer zu Zimmer durch sein Anwesen aus dem 19. Jahrhundert wandert - denn das ist das Konzept dieses Buchs: Bryson widmet sich seinem aus dem 18. Jahrhundert stammendem Wohnsitz und wandert von Zimmer zu Zimmer um dann genauer auf die Geschichte dieses Zimmer ansichs einzugehen.

Zumindest war das sein Plan.

Da wird schon mal sehr zusammenhanglos von irgendwelchen Adelsfamilien, Entdeckern und geschichtlichen Hintergründen erzählt, mitunter interessant aber überwiegend langatmig-quälend dass einem die Lust zum Weiterlesen vergeht. Und man hat oftmals keinen Schimmer was das nun mit dem Raum, der eigentlich Thema des Kapitels ist zu tun haben soll. Oft geht eher auf die Häuser mit den zahllosen Architekten ein als über das was in dem jeweiligen Zimmer zu finden ist. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass ich mich durch ca. 2/3 des Buchs gequält habe und dabei mühselig akribische Fakten, Geschichten, Anekdoten aus der amerikanischen und englischen Geschichte (auch sehr engstirnig!) und sehr sehr viele Zitate aus zeitgenössischer Literatur über mich ergehen lassen musste... Unzählige Namen, z. T. wiederkehrend, oft mit anderen Vornamen, so dass eine Zuordnung schwierig wird. Was wohl auch Grund für das umfangreiche Stichwortverzeichnis am Ende des Werks war!

Gegen Ende hat mir das Buch wieder besser gefallen, da ging es mal um medizinische Fortschritte des 19 Jahrhunderts, ein amüsantes Kapitel befasst sich mit Treppen und den möglichen Gefahren beim Benutzen derselben... und man erfährt einiges über die jäh grauseligen sanitären Zustände des Alten Londons... eindrücklich wird dem Leser mehrfach bewusst, wie schlecht es den Leuten damals - und wie gut es uns heutzutage - ging bzw geht.

Trotzdem insgesamt für mich nicht nochmal lesenswert, da haben mir andere Bücher des Autors (insbes. "Down Under") besser gefallen.
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