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177 von 198 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Folkrock im modernen Gewand: Der Boss so innovativ wie nie zuvor und relevant wie eh und je
Bewertung: 4,5 Sterne

Wrecking Ball wird die Hörerschaft in mindestens zwei Lager spalten: Das eine Lager wird enttäuscht sein, dass es auch diesmal wieder kein zweites Mainstream-Album á la Born in the USA (und auch kein E-Street-Klassiker wie Born to Run oder Darkness on the Edge of Town) geworden ist. Das andere Lager, und zu dem zähle...
Vor 14 Monaten von Tramp69 veröffentlicht

versus
13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen THE RISING B-Sides ohne The E-Street-Band! Teils gut, teils durchwachsen.
Obwohl die Titel der beiden Alben - ich spreche hier konkret von THE RISING (2002) und dem Neuwerk WRECKING BALL (2012) - gegensätzlicher nicht sein könnten, lassen sich einige, unverkennbare musikalische Gemeinsamkeiten feststellen.
Freilich: THE BOSS alias Bruce Springsteen hat in den letzten 10 Jahren (eben seit THE RISING, das ich sehr mag und immer...
Vor 14 Monaten von Michael Krautschneider veröffentlicht


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177 von 198 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Folkrock im modernen Gewand: Der Boss so innovativ wie nie zuvor und relevant wie eh und je, 2. März 2012
Von 
Tramp69 (The Promised Land) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Bewertung: 4,5 Sterne

Wrecking Ball wird die Hörerschaft in mindestens zwei Lager spalten: Das eine Lager wird enttäuscht sein, dass es auch diesmal wieder kein zweites Mainstream-Album á la Born in the USA (und auch kein E-Street-Klassiker wie Born to Run oder Darkness on the Edge of Town) geworden ist. Das andere Lager, und zu dem zähle ich mich, wird begeistert sein, weil es Bruce Springsteen mit Wrecking Ball wieder einmal geschafft hat, etwas Neues, etwas völlig Unerwartetes zu machen. Nie zuvor hat Springsteen so auf elektronische Sounds gesetzt - von Drum-Loops über Hip-Hop-Klänge bis hin zu einem kleinen Rap-Part (in Rocky Ground), was für den klassischen Springsteen-Fan zunächst etwas verstörend wirken mag. Der neue dichte Sound hat wenig mit dem Heartland-Rocker zu tun, zu denen Bruce Springsteen lange nicht zu Unrecht gezählt wurde und der das Genre maßgeblich geprägt hat. Keine Mundharmonika, kein Piano von Roy Bittan und erst Recht (mit einer Ausnahme) kein Saxophon, also kein E Street Sound. Überhaupt, den neuen Sound, produziert von Ron Aniello, der Brendan O'Brien ersetzt hat, traut man Bruce Springsteen erstmal gar nicht zu. Dies ist definitiv ein Solo-Album, ähnlich wie 1987 das Tunnel of Love-Album, Mitglieder der E Street Band sind auf Wrecking Ball nur sehr vereinzelt, wenn überhaupt zu hören. Wahrscheinlich war, was den Sound angeht, Bruce Springsteen mit Wrecking Ball noch nie so innovativ und mutig in seiner seit 40 Jahren anhaltenden Karriere. Lange hat er nicht mehr so gute, tiefgründige und wütende Texte geschrieben - es geht in den meisten Songs um Amerika in der Finanz- und Wirtschaftskrise und natürlich um den American Dream - vor allen Dingen aber hat seine Stimme lange nicht mehr so gut und markant geklungen wie auf diesem Album.

Insgesamt vereint Bruce Springsteen auf Wrecking Ball alle Stile seiner Alben seit The Rising. Heraussticht vor allem das 2006er-Album The Seeger Sessions, viele Songs, vor allem in der ersten Hälfte des Albums sind sehr folklastig, was nicht jedem gefallen mag. Gleichzeitig gibt es aber auch Songs, die gut auf Devils and Dust und The Rising und sogar auf Born in the USA gepasst hätten. Aber dann wiederum gibt es da den Song Rocky Ground, mit dem Springsteen gänzlich Neuland betritt: Hip-Hop-Sounds, Rap und Gospelchöre sind darin enthalten, aber unterlegt von einer wunderbaren Ohrwurmmelodie. Selbst der Rap - und normalerweise hasse ich Rap und Hip-Hop - passt hier hinein.

Wenn man etwas kritisieren kann, dann, dass meines Erachtens an manchen Stellen zu oft auf elektronische Sounds gesetzt wird. Ein Schlagzeug muss man nicht unbedingt durch Drum-Loops ersetzen (Land of Hope and Dreams), auch wenn es dadurch gegebenenfalls etwas wuchtiger klingen mag. Hier wäre an manchen Stellen m. E. etwas weniger mehr gewesen.

Für mich ist Wrecking Ball bisher das Album des noch jungen Jahres 2012, denn Bruce Springsteen beweist einmal mehr, dass man auch als sogenannter Altrocker noch innovativ sein kann. Bruce Springsteen wird auch mit Wrecking Ball nicht annähernd den Massenerfolg haben wie seinerzeit mit Born in the USA (erwartet und braucht auch niemand), aber er hat bewiesen, dass er nach wie vor relevant und sicherlich der bedeutendste Rock-Musiker dieser Zeit ist und das kann man nicht von vielen Musikern behaupten, die heute noch durch die Welt touren und im Wesentlichen vom Ruhm alter Tage leben. Es gibt kaum einen anderen Musiker, der nicht nur mich als Fan mit seiner Musik so berührt, sondern dem eine ganze Nation respektvoll zuhört, weil die Amerikaner wissen - auch wenn es die Konservativen/Republikaner oft nicht gerne zugeben - dass Springsteen den Finger in die Wunde legt und wie Bruce Springsteen kürzlich in einem Interview erläutert hat, die Diskrepanz zwischen dem American Dream und der amerikanischen Realität deutlich aufzeigt. Vieles, was Springsteen anprangert sollte man auch nicht auf die USA reduzieren, die Probleme und Missstände in Deutschland oder anderen Teilen der Welt sind durchaus ähnlich.

Zur Einzelkritik:

We Take Care Of Our Own: Es geht rockig los mit Drums im Stile von American Slang von The Gaslight Anthem, ein echter Ohrwurm. Der Text kann ähnlich missverstanden werden wie seinerzeit der von Born in the USA und wird in sämtlichen amerikanischen Medien kontrovers diskutiert (man stelle sich das mal in Deutschland vor, dass über einen Rocksong so gesprochen wird). Obama hat den Song in seine Playlist für den Wahlkampf aufgenommen, obwohl der wütende Text durchaus auch gegen ihn gerichtet ist. Der Song ist eigentlich recht einfach gestrickt, es wird die ständig gleiche Melodie wiederholt (was aber auch Born in the USA bekanntlich nicht geschadet hat). Ärgerlich aus meiner Sicht ist, dass der Song (wieder einmal) viel zu früh und zu lange ausgeblendet wird. Dürfte aber live ein Mitgröhlkracher sein. Solider, etwas eintöniger Album-Opener: 4/5

Easy Money: Einer meiner Lieblingssongs. Die Streicher erinnern stark an Into the Fire vom Album The Rising. Ansonsten ein rockig-folkiger (keltischer) Song, in dem es darum geht, wie man ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, schnell das große Geld machen kann. Schönes Ende mit der Geige von Soozie Tyrell. 5/5

Shackled and Drawn: Im Stil von Easy Money geht es weiter, also folkig-rockig. Wieder ein brutaler Ohrwurm. Tolle Gitarren und kräftige Drums. Textlich geht es darum, wie sich andere im Rahmen der Finanzkrise auf Deine Kosten bereichern. 4,5/5

Jack of all trades: Eine rührende Springsteen-Ballade, ein Walzer, sehr langsam, untermalt von einem Piano und einem Gitarren-Solo von Tom Morello. Klasse, etwas dahinplätschernde Melodie, aber erst in Kombination mit dem Text wird es zu einem sehr schönen Song, vor allem wenn zur Mitte des Songs die Trompete (kein Saxophon) einsetzt. Der Song endet instrumental mit vielen Bläsern, einem Gitarrensolo von Tom Morello und erinnert an einen Friedhofsmarsch. 4,5/5

Death to my Hometown: Irisch angehauchter Rocker im Stile von American Land. Hört sich stark nach den Pogues oder den Dropkick Murphys an. Melodie wird getragen von der Penny Whistle, ansonsten noch Gospel enthalten. Inhaltlich geht's wieder um die bösen Banker, die der Wirtschaft schaden, den Arbeitern erst ihre Jobs und dann ihre Häuser wegnehmen. 4,5/5

This Depression: Düstere Ballade, die gut auf Devils and Dust oder auch The Rising gepasst hätte. Gitarren-Solo von Tom Morello. Text wiederum sehr ernst: This is my confession/ I need your heart in this depression, wobei Depression durchaus doppelt gedeutet werden kann. Musikalisch für mich der schwächste Song: 3/5

Wrecking Ball: Der Titeltrack wurde eigentlich anlässlich des Abriss des Giants Stadiums in New Jersey geschrieben, in dem Bruce viele legendäre Konzerte gespielt hat. Obwohl der Text unverändert blieb, steht die Abrissbirne jetzt als Metapher für den Niedergang der Weltwirtschaft. Viele Bläser und Streicher, ansonsten so wie man es von der Tour 2009 bereits kennt. Killer-Track, wahrscheinlich der beste Track und der, der noch am ehesten an den alten E Street Sound erinnert: 5/5

You've got it: Der Song fällt sowohl textlich wie auch musikalisch komplett aus dem Rahmen, ist aber nicht minder hervorragend. Könnte auch aus den Sessions von Born in the USA stammen, zumindest von der Stimme her, die hier wesentlich jünger klingt. Einige wollen darin sogar Ähnlichkeiten zu Sugarland (aus eben jenen Sessions) erkennen. Für mich ein Höhepunkt des Albums, kommt mit den wenigsten elektronischen Zusätzen aus, wird aber leider erneut viel zu früh ausgeblendet, deshalb nur 4,5/5.

Rocky Ground: Ein Song, wie man ihn niemals von Springsteen erwartet hätte. Auf einen ähnlichen Beat wie Philadelphia, also Drum-Loops, singt Bruce und im Background Michelle Moore den unwiderstehlich melodiösen Refrain mit absoluter Ohrwurmqualität. Zum Schluss gibt es einen kurzen, aber durchaus passenden Rap, einen Gospel Chor und viele Bläser. Nachdem man den ersten Schock überwunden hat, entwickelt sich daraus für mich ein weiterer Höhepunkt des Albums. Textlich wird das Album ab hier optimistischer. 5/5, könnte aber nicht jedermanns Sache sein.

Land of Hope and Dreams: Hmmm! Der Song stammt ja eigentlich von der Reunion-Tour 1999 und gehört in der bisher bekannten Live-Version zu den besten Songs, die m. E. Bruce je geschrieben hat. Jetzt hat er daraus einen mit Drum-Loops untermalten, atmosphärisch sehr dichten Song gemacht, bei dem vor allem auch deutlich die Gospelelemente herausstechen. Einen so guten Song kann man grundsätzlich nicht komplett kaputt produzieren, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich jederzeit die Rock-Live-Version vorziehen, obwohl auch diese hier sehr gut, aber eben völlig anders ist. Immerhin ist dies der einzige Song, auf dem das Saxophon des verstorbenen Big Man zu hören ist, was den Song noch emotionaler macht. Bin gespannt, wie der Song auf der Tour präsentiert wird. In dieser Version: 4/5

We're Alive: Zum Schluss noch ein religiös angehauchter, optimistischer Song mit akustischen Gitarren und einem an Ring of Fire erinnernden Trompeten-Riff. Die gesungene Melodie erinnert zumindest zu Beginn an My Best was never Good Enough vom Album The Ghost of Tom Joad. Sehr schön und der perfekte Schluss für ein (fast) perfektes Album. 4,5/5

Bonus Track Swallowed Up: Ein an Tom Waits erinnernder Song, sehr düster mit akustischen Gitarren, auf den ich allerdings hätte verzichten können. Im Gesamtkontext des Albums aber dann doch ganz gut, als einzelner Song weniger. Textlich nochmal sehr ansprechend. Muss man mehrmals hören. 3/5

Bonus Track American Land: Auch längst bekannt, stammt aus den Seeger Sessions, irischer Folksong im Pogues-Stil, wurde auf den beiden letzten drei Touren auch mit der E Street Band fast allabendlich gespielt. Unterscheidet sich hier leicht von der bekannten Version, einige Drum-Loops zu Beginn, das Ende mit stärkerer Rhytmusbetonung, cooler versoffener Stimme (die bei dem Song einfach passt), ansonsten wie gehabt ein klasse Song, von dem ich nicht genug bekommen kann. 5/5

Ein wunderbares, überraschendes, abwechslungsreiches Folkrock-Album in modernem Sound, das man nicht vergleichen sollte mit anderen Springsteen-Alben, zumal sich die Alben von Springsteen m. E. eh nicht miteinander vergleichen lassen, weil jedes Album komplett anders ist.

Spieldauer der CD: knapp 62 Minuten, Sound: Hervorragend (nicht mehr der Soundbrei wie bei Magic)
Booklet: Sehr schön gestaltet, mit allen Texten und mit einem sehr rührenden Nachruf auf Clarence Clemons.

The Boss is back! Ein Wahnsinnsalbum! Ob's ein Meisterwerk wird, muss sich erst noch zeigen.

Noch ein kleiner Tipp: Das Album unbedingt laut, bewusst und am Stück hören. Erst dann wirkt es richtig.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen RIOT IN HEARTLAND..., 12. März 2012
Von 
seven of nine - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (Audio CD)
Er könnt es sich ja leicht machen, der Boss. Auf Nummer Sicher gehen und ohrwürmige, direkt treffende Rocker und Balladen a la BITUSA aus dem Hemdsärmel schütteln, Stadionrock und Radioseeligkeiten liefern, auch ohne E-streeter und den Big Man.
Tut er aber nicht. Stellt die fans vor eine Gedulds- und Gefühlsprobe. Nimmt man ihm diese multikulti Stilelemente ab und identifiziert sich noch mit dem Verfechter aller Gelackmeierten und Gedemütigten - nicht nur in USA, denn ein wenig USA sind wir doch alle...?
Die Frage wie glaubwürdig als Sprachrohr des Volkes ist man als Multi-Millionär, stellt sich nicht wirklich. Jeder
Superstar vedient sich diamantene Sporen, aber nicht jeder erinnert sich seiner Herkunft, oder er verdrängt es eben.
Da muss man nicht Bruce Springsteen heranziehen. Fakt ist, er berührt, bewegt, hat sich aus eigener Kraft dahin gebracht wo er heute ist, und damit ist nicht ein Spitzenplatz in der Riege der Overkillstars gemeint. Jeder der sich schon mal ganz besch.... gefühlt hat, wird musikalischen Trost und Verständnis gefunden haben - in den verlässlichen auffangenden karobehemdeten Armen vom Boss. Wie oft lief Bruce Springsteen im Hintergrund wenn man persönlich - Land unter, plain fields - war ?
Manchmal bleibt es eben einem nur übrig, sich an seinem Idol zu orientieren, sich nicht auszuruhen an altbewährten
bequemen Mustern, go ahead, another chance, another songs....
Der - Wreckin Ball - schlägt ein mit Power, Dynamik, Subtilität und einem energischen druckvollen Boss.
Man mag Bruce 2012 oder nicht, aufhalten und in s Jahr 1984 zurückbeamen wird ihn niemand. Love it or leave it.
Und ich beharre immer noch drauf, dass er in den Blackhills seinen eigenen Felsen bekommen sollte.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wrecking Ball - das beste Album vom Boss seit The Rising, 9. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Immer wenn der "Boss" ein Album voller Frust, Trauer oder Missmut schreibt, kommen Hammersongs dabei raus. Bei "The Rising" war es das Thema 9-11. Bei "Born in the USA" war es Protest und Wrecking Ball soll ein depressives Album sein. Depressiv sind vielleicht die Texte, bzw die Ihnalte - musikalisch ist es das Beste seit The Rising. Abwechslungsreich, frisch, mit neuen Facetten, einfach nur das beste was Springsteen zu bieten hat.
Ich möchte verzichten auf jeden einzelnen Songs einzugehen, da das Album auch in der Gesamtheit mehr als überzeugt.
Eine Mischung aus dem typischen Springsteen-Rock, eine große Prise Folk, etwas Gospel und Soul ' in der Gesamtheit ' GENIAL!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 23. April 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (2 LP + CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
Zunächst war ich ziemlich skeptisch, denn andauernd veröffentlichen irgendwelche "Altrocker" völlig dumme und überflüssige Scheiben. Mein 40jähriger Sohn ist immer noch davon überzeugt, dass die Jungs das aus Liebe zur Musik - aus Leidenschaft - machen. Ich sage, die machen das, weil sie Geld brauchen wie jeder andere Mensch auch.

Beim Boss hatte ich nichts anderes erwartet und wurde sehr positiv überrascht.

Das ist eine ungeheuer kraftvolle, vitale Scheibe. Es ist nach wie vor der Boss, wie wir ihn kennen, aber es ist auch ein anderer, neuartiger Stil durch die neu hinzugekommene orchestrale Musikalisierung. Viel Irisches ist zu hören.

Kurz und gut, wer frische Musik von einem "alten Haudegen" mag, der liegt hier richtig. Es ist Gott sei Dank keins von den üblichen Klagegesängen dieser in die Jahre gekommenen alten Knacker. Musikkritiker umschreiben das immer so schön mit "Alterswerk". Hier aber geht einer mit jugendlicher Frische ans Werk!

Last not least: "We are alive" am Ende der Scheibe höre ich als alter "68ziger" (der auch gerade 68 Jahre alt ist) besonders gerne. Ein schöner Ausklang und eine Botschaft an meine jungen Nachfolger, die jetzt mit "Occupy" vor Banken und anderswo zelten und demonstrieren.

Auch Bruce verdient mit der Scheibe und der Tournee sicher 100 Millionen, die er ganz sicher auf irgendeine Bank tragen wird. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob er mit dieser Scheibe gute Musik abliefert?

Das kann ich für meinen Geschmack rundheraus bejahen. Deshalb eine Kaufempfehlung, und dann am besten als Vinyl. Die hat auf meinem Thorens einen "brutal" guten Klang und gibt sich samtig weich, sogar durch alle Türen bis in den Garten. Am liebsten würde ich all meine CDŽs in die Bäume hängen. Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich an diese "metallischen Klänge" denke!!!

Und bei Kunst niemals vergessen, "watt all unser Vadders all wüßt: Watt den eenen sien Uhl, is den annern sien Nachtigal!"
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Album!, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (MP3-Download)
An Bruce Springsteen bin ich durch meine Eltern gekommen, es ist ja sonst eher ungewöhnlich, dass sich ein 16-jähriger Punkrock-Fan Musik von einem Mann anhört, der sein Opa sein könnte. Wrecking Ball ist ein kongeniales Album, kein Lied gefällt nicht, alles super. Tolle Texte und die Musik erinnert durch die Instrumentalisierung manchmal etwas an Irish Folk bzw. Folk-Rock á la Dropkick Murphys (haben ja auch schon mal was mit dem Boss aufgenommen) oder Flogging Molly. Ein weiteres Highlight ist Tom Morello (genau der von Rage Against The Machine und Audioslave oder auch der Nightwatchman), der zu Jack Of All Trades und This Depression geniale Gitarrensoli hinlegt.
Das Album ist eine Meisterleistung, eine Liebeserklärung an die Rockmusik und auch jüngeren Leuten, die Rockmusik mögen, zu empfehlen! Tolle Texte, tolle Instrumentalisierung und natürlich die geniale rauchige Stimme ziehen einen sofort in ihren Bann!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musik wie Mischgemüse, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (Audio CD)
Als ich heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit war, lief im Auto die neue Scheibe von Bruce Springsteen „Wrecking Ball“. Es war ein schöner Morgen, die Sonne ging leuchtend rot über den nebelverhangenen Feldern auf, Herbstferien, nicht viel los auf den Straßen, man konnte einfach so dahindüsen.

Und obwohl die Musik aus dem Multimedia-System meines High-Tech-Audis dudelte, kommt es einem nach einer Weile so vor, als säße man in nem alten klapprigen Ford PickUp, die Werzeugkiste auf der Ladefläche, ein glorreicher Tag an dem man mit seinen Buddies Bob, Bill und Jim wieder ein paar Häuser für dieses gelobte Land hochzieht. Da schmeckt die morgendliche Marlboro doch noch mal so gut am offenen Fenster. Obwohl, ganz schön kalt noch um diese Uhrzeit, lieber mal die Sitzheizung einschalten.

Bruce Springsteen – das ist entweder bumm, bumm tschak oder stampf, stampf, fiddle, fiddle. Die Songs sind einfach, gehen sofort ins Ohr und bleiben hängen. Nach wenigen Sekunden kann man mitpfeifen, der Refrain wird spätestens beim zweiten Mal laut mitgeschmettert. Und wie können die Tracks auch anders heißen als „Land of Hope and Dreams“, „Rocky Ground“ oder „We are Alive“ – herrlich.

Und dann diese Stimme. „Born in the USA“ ist fast 30 Jahre her und der Kerl klingt immer noch genauso kräftig, obwohl er vor gut zwei Wochen seinen dreiundsechzigsten Geburtstag gefeiert hat. In zwanzig Jahren wünsch ich mir dann ne Unplugged-Scheibe a la Cash’s American Recordings. Freu ich mich jetzt schon drauf.

Bruce Springsteen - das klingt nach harter, ehrlicher Arbeit, nach staubigen Boots, Holzfällerhemden, Dosenbier, Frikadellen, Kartoffeln und Mischgemüse. Das ist wie Bild-Zeitung lesen, Frühstückspause machen oder das hart verdiente Feierabend-Bier genießen.

Als ich nach gut einer Stunde mit "The Boss" aus meinem Auto steige, gehe ich tatsächlich etwas breitbeiniger ins warme Büro und greife noch schnell an die Gesäßtasche meiner Manchester-Buxe, ob da nicht doch vielleicht noch die Arbeitshandschuhe drinstecken.

Tun sie nicht, naja ...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für die Fans gemacht, 14. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich wollte ich mir eine Rezension verkneifen. Meistens suche ich mir Alben aus, die entweder überragend gut sind, oder die es aufgrund grottenschlechter Musik wert sind, dass man seine Meinung gegenüber der Öffentlichkeit einfach äußern muss. Sozusagen, um dem "Breitengeschmack" Paroli zu bieten. Da eckt man oft an.

Hierzu gehört die neue Bruce Springsteen nicht. Weder zum einen, noch zum anderen Extrem.

Nun sind einige Kritiken über die neue CD von Bruce Springsteen mit ein oder zwei Sterne-Bewertung entweder unter der Gürtellinie oder vielfach etwas ungerecht. Ich kann zwar einige schlechte Kritiken zum Teil nachvollziehen, aber nach mehrmaligem Hören des Albums muss ich sagen, dass es nicht schlecht ist. Es reiht sich nahtlos in viele Alben vom "Boss" ein, so dass der musikalische Wiedererkennungswert sofort präsent ist. Er hat "Wrecking Ball" für seine Fans gemacht. Darüber hinaus werden es noch viele andere kaufen. Nicht ganz zu Unrecht.

Typisch sind kraftvoller Gesang, Melodiebögen und die sozialkritischen Texte. So kennen wir ihn, den "Boss". Und so lieben wir ihn...

Die CD ist also insgesamt keinesfalls schlecht. Musikalisch ist sie komplett durchhörbar und niemals nervig. Die Scheibe kann man zu jeder Zeit auflegen. Kommentare wie: "Was hast Du denn da aufgelegt"... werden nicht zu hören sein. Im Gegenteil. Die neue CD vom "Boss" gehört schon deshalb in den Plattenschrank, weil vielleicht Freunde und Bekannte sogar danach fragen. Mich ganz besonders, weil alle wissen, dass ich ein Musikfan bin. Und da könnte schon eher mal die Frage auftauchen: "Warum hast Du die neue Springsteen-CD denn nicht ?"

Ich muss aber auch kritisieren. Es sind ein paar belanglose Songs drauf. Außerdem ist der Einsatz von Computersounds und Loops arg übertrieben. Manches erinnert gar an den "Clap Your Hands-Sound" der frühen 70er. So wie "Freedom Come Freedom Go" von den "Fortunes". Vielleicht ein etwas überzogenes Beispiel. Dennoch eines für einfach gestrickte Pop-Songs.

Aber ich muss hinter vorgehaltener Hand zugeben, dass ich auch das hin und wieder gerne höre. Außerdem lässt sich der "Boss" auf sehr viele verschiedene Sounds ein, was das Album am Ende doch sehr abwechslungsreich macht. Auch vor Gospel-Ansätzen und Irish Folk macht er nicht halt. Darum steht sie nun in meinem Plattenschrank; neben den anderen vorhanden Springsteen-CD's...

Textlich gesehen ist er voll in seinem Element. Ich möchte darauf nicht näher eingehen, weil bei mir grundsätzlich die Musik im Vordergrund steht. Außerdem wurden seine Texte in zahlreichen Kommentaren und Rezensionen schon genug interpretiert. Auch gesanglich ist alles im "grünen Bereich". Von "Alterserscheinungen" beim "Boss" keine Spur.

Ein richtiger Fan werde ich durch "Wrecking Ball" nach wie vor nicht. Ich mag hin und wieder die Musik von Bruce Springsteen. Und genau deshalb empfinde ich es so, dass die CD eindeutig im Schatten von "The River", "Nebraska", "The Ghost Of Tom Joad" und "Devils And Dust" steht. Die sind deutlich erdiger und authentischer.

"Wrecking Ball" ist eher die musikalisch logische und vielseitige Fortsetzung von "The Rising".

Gut gemacht, viele Pop-Anleihen, wie immer ab und zu "folkig", gut hörbar, aber kein wirklich richtiges "Meisterwerk". Springsteen geht hier kommerziell ganz auf "Nummer sicher"...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ""Hallo! Er hat eine neue CD rausgebracht!", 2. März 2012
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (Audio CD)
Schon fast blasphemisch finde ich es, wenn ich mir erlaube, sein neues Werk zu kommentieren. Eigentlich würde hier ein einziger Satz genügen, "Hallo! Er hat eine neue CD rausgebracht", um die Scharen der Springsteen Jünger wie die Lemminge in den nächsten Plattenladen zu treiben. Oder natürlich weniger prosaisch einfach den MP3 Button zu klicken. Seit seinem ersten Album 'Greetings from Asbury Park, N.J.' (1973, 39 Jahre, in Worten neuunddreissig Jahre ;-) hat dieser Typ schliesslich nie daneben gelegen und seine Fanschar stets mit erstklassigen, fesselnden und zum teil verblüffenden Veröffentlichungen, die den hohen musikalischen und lyrischen Standard stets sehr hoch gehalten haben, beglückt. Aber leider neigen wir Menschen ja manchmal zur Vergesslichkeit und müssen unser Verhalten vorab abwägen und durch Argumente begründet wissen. Wer also noch diese Argumente braucht ...

WE TAKE CARE OF OUR OWN. Eine wunderbare klassische Springsteen Hyme wie sie aus den 80ern sein könnte, eröffnet das Album. Der Song geht sofort ins Ohr, wird wahrscheinlich wieder von einigen als pur patriotistisch wahrgenommen, eigentlich sehe ich ihn aber schon auf einigen demokratischen Wahlkampfveranstaltungen in diesem Jahr als Eingangshymne.

EASY MONEY. Mit Folkrock Song geht es weiter. Die Pogues mit Fiddeln im Partymodus. Und mit einer wunderbaren Heldin. Wie schon oft in Springsteen Songs putzt sich die Protagonistin schick heraus, diesmal aber nicht um Freitag Abends durch die Strassen der Stadt zu cruisen, sondern um einen Bankraub zu begehen. Eine schöne Symbolik für das amoralische Klima, dass die Finanzkrise überall hinterlassen hat. "All them fat cats, they'll just think it's funny."

SHACKLED AND DRAWN. Eine weiterer Folk Rock Song, die Melodie nicht ganz so eingängig wie im Song davor. Sie ähnelt einem typischen Arbeiterlied, in seiner Doppeldeutigkeit wohl bewusst gewählt und von einem Akkordeon schön begleitet.

JACK OF ALL TRADES. Bruce schöpft aus dem vollen Fundus der Musikrichtungen, die die USA in den letzten Jahrhunderten hervorgebracht hat. Eine leichtfüssigen Melodie über einem Country Walzer und New Orleans Marschmusik, ein sicherer Kandidat für die kommenden Tourneen. Textlich geht es um ehrliche Arbeiter, die sich versuchen, in dieser Zeit ihre Würde zu bewahren.

DEATH TO MY HOMETOWN. Highlight Nummer 2. Ein kraftvoller Song, ein Kriegsgesang, mit Pauken, (irischen) Pfeiffen und Trommeln. Er beschwört musikalisch die Zeit herauf, als amerikanische Milizen sich gegen die britischen Besatzer durchsetzen. Nur geht es hier natürlich nicht gegen eine übermächtige Armee, sondern um die anonymen Anzugträger, die verlassene Immobilien und Fabriken hinterlassen. Sehr eindringlich.

THIS DEPRESSION. Kaum sind die Kriegstrommeln verklungen, wird der Boss emotional. Die Wut der vorhergehenden Songs ist einem fast verzweifelten Hilferuf gewichen. Eine wunderbare Ballade, mit einem untypischen aber wunderschönen Gitarrensolo von Tom Morello. Highlight Nummer 3.

WRECKING BALL. Wieder eine typische Springsteen Hymne. Sie beginnt 'Nebraska' mässig und fährt aber dann zum ersten Refrain zur vollen Blüte auf. Weinberg an den Drums und in einem seiner letzten Aufnahmen Clemmons am Saxophon, schwingt hier ein eindeutischen E-Street Band Feeling mit. Einfach nur schön und das Highlight Nummer 4.

YOU'VE GOT IT. Der rockigste Song auf dem Album. Wenn ich an die Ankündigung des härtesten Springsteen Albums ever zurückdenke, dann muss ich schmunzeln. Da haben uns mal wieder einige PR Fuzzis an der Nase herumgeführt. Dieser Song allerdings löst das Versprechen ein.

ROCKY GROUND. Hoffentlich nicht für zuviele Fans eine musikalische No-Go Area und Panikattacke. Im Mittelteil wird kurz gerappt. Mit welcher Eleganz dies aber eingebunden ist, fasziniert. Die weibliche Begleitung im ersten Teil des Songs ist sehr soulig, dann folgt der kurze Sprechgesang, der dann aber auch direkt wieder in einen mächtigen Gospelchor übergeht. Die Melodie ist klasse und erinnert zusammen mit dem Rhythmus sehr an 'Streets of Philadelphia'. Der Text tief religiös. Highlight Nummer 5.

LAND OF HOPE AND DREAMS. Bereits vom 2001 Live Album bekannt, wieder mit einem Schuss Gospel, aber vor allen an die Alben der 70er erinnert.

Mit WE ARE ALIVE klingt das Album, nachdenklich, fast mystisch aus. Für mich einer der schwächeren Songs. Das ist falsch formuliert, einer der nur mittelguten Songs ;-)

In der Summe. Hervorragend, auch wenn ich den gesamten Katalog sehr schätze und ich eigentlich ungern Reihenfolgen im Sinne von besser als, schlechter als mache, ist 'Wrecking Ball' etwas besonderes geworden. Musikalisch ist es sehr abwechselungsreich, mit einem sehr schönen Querschnitt aus vielen Perioden des Boss, vom fast 70er mässigen LAND OF HOPE AND DREAMS, über 80er Jahre Remiszensen wie WE TAKE CARE OF OUR OWN bis zu den 00er 'Seeger Session' mässigen DEATH OF MY HOMETOWN. Lyrisch ist es wiedermal absolut packend. Bruce ist einfach dann am besten, wenn er etwas zu erzählen hat. Und mit den beiden Hauptthemen der Wirtschaftskrise auf der einen Seite und der Religiosität, die sich mit zunehmenden Alter verändert, hat er zwei Themen gefunden. Wie immer schafft es Bruce, diese Themen greifbar zu machen, sie nicht akademisch zu szezieren, sondern Geschichten dazu zu erzählen. Geschichten die greifbar sind. Die Produktion ist sehr erfrischend, Ron Aniello hat einen sehr guten Job gemacht, was mir gerade im Vergleich zum letzten Album auffällt. Und natürlich die Songs! Many Killers, no Fillers. Eine so grosse Dichte von sofort eingängigen grossen und grossartigen Melodien wie auf diesem Album konnte ich schon lange nicht mehr ausmachen. WE TAKE CARE OF OUR OWN, EASY MONEY, THIS DEPRESSION, WRECKING BALL, DEATH OF MY HOMETOWN und ROCKY GROUND sind meine absoluten Favoriten bis jetzt und können vielleicht den etwas Zögerlichen unter uns als Anspieltipps gelten.

Aber, wie gesagt, eigentlich genügt der eine Satz: "Hallo! Er hat eine neue CD rausgebracht!"
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3.0 von 5 Sternen THE RISING B-Sides ohne The E-Street-Band! Teils gut, teils durchwachsen., 5. März 2012
Von 
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wrecking Ball (Audio CD)
Obwohl die Titel der beiden Alben - ich spreche hier konkret von THE RISING (2002) und dem Neuwerk WRECKING BALL (2012) - gegensätzlicher nicht sein könnten, lassen sich einige, unverkennbare musikalische Gemeinsamkeiten feststellen.
Freilich: THE BOSS alias Bruce Springsteen hat in den letzten 10 Jahren (eben seit THE RISING, das ich sehr mag und immer noch gern höre) unglaubliche Ausdauer bewiesen und mit THE RISING, DEVILS & DUST, MAGIC, WORKING ON A DREAM und dem Zwischendurchappetithappen THE PROMISE nicht weniger als 5 Neuerscheinungen auf den Markt gebracht - oops, 6 waren es - die SEEGER-SESSIONS kommen ja auch noch dazu! Hinzu kommen noch etliche Konzerte und DVD-Veröffentlichungen, die uns regelmäßig die außergewöhnlichen Live-Fähigkeiten der Rocklegende unter Beweis stellen...

Was kann ich an dieser Stelle nun sagen, um nicht missverstanden zu werden?? Schon zu MAGIC und WORKIN ON A DREAM habe ich eher zurückhaltend geschrieben - um dann Jahre später festzustellen, dass das doch zwei recht hübsche Alben sind, die man sich dann und wann gerne zu Gemüte führt. Auch, wenn ich jetzt Gefahr laufe, denselben Fehler bei WRECKING BALL noch einmal zu begehen, aber so recht makellos, überzeugend und/oder gar grandios finde ich Springsteens Neuling nicht unbedingt. Natürlich sind die Songs ordentlich aufgenommen worden und auch das Songwriting ist gewohnt solide. Mehr aber würde ich WRECKING BALL zunächst einmal nicht zugestehen - bei aller Sympathie, die ich offen für Herrn Springsteen empfinde!
So richtig berührt haben mich bislang lediglich die Singleauskopplung "We Take Care Of Our Own" sowie der Titelsong, der meines Erachtens das Highlight der Platte ist (gute Steigerung, Marke "Rockhymne" mit melancholischem Springsteen-Touch).
Ironischerweise ist auch gerade das der Song, bei dem auch Teile der E-Street-Band mitgewerkelt haben (wenn man den Credits glauben darf). Vielleicht spreche ich nur für mich selber, wenn ich das sage, aber mir persönlich ist der rocklastige BOSS mit E-Street-Formation im Rücken irgendwie lieber, als seine Solo-Projekte. Einzig das 1982 erschienene NEBRASKA habe ich wirklich, wirklich "lieb".
Ansonsten ist WRECKING BALL eine recht düstere Platte - textlich gesehen wenigstens. Zornig spricht der BOSS dem einfachen Mann aus dem Herzen, der es satt hat die Krise auszubaden, die ihm Spekulanten und andere rücksichts- und skrupellose Geier eingebrockt haben...
Musikalisch ist es (für mich) ein recht bunter Mischmasch - Violine da, irische Folkklänge dort, rapähnliche Drumloops zwischendurch... Nichts Neues also und alles schon mal dagewesen. Und, um ehrlich zu sein: THE RISING war besser (mag eben auch an der Band gelegen haben), ebenso WORKING ON A DREAM. MAGIC hat mich nach wie vor (auch nicht) umgehauen und die SEEGER-SESSIONS haben mich offengestanden noch nie so recht interessiert (kenne ich lediglich vom Reinhören)...

Fazit: Wenn Bruce Springsteen schon eine rockorientierte Platte macht, dann sollte er auch seine E-Street-Band dazu einladen. Die Burschen (und die Lady) wissen halt einfach blind, wie sie ihren BOSS auf Trab bringen und zu Höchstleistungen motivieren können!
Mag sein, dass man Mr. Springsteen bei dessen Mörderoutput mal ganz einfach auch so eine Platte zugestehen muss. Achtung: Keinesfalls soll das jetzt heißen, dass WB generell eine schlechte Scheibe wäre. Es sind schon ein paar hübsche Nummern drauf, auf die der eingefleischte Springsteen-Fan wohl kaum verzichten kann! Dennoch ist WB leider auch nicht besser als erwartet - und das macht aus meiner Sicht gerechtfertigte 3 STERNE geradeaus...

Anmerkung: Für die aktuelle Tour habe ich natürlich trotzdem schon Karten erworben. Da ich davon ausgehe, dass THE BOSS sein Hauptaugenmerk auf ältere Nummern legen wird, und ich zudem weiß, wie grandios er dem Publikum einheizen kann (sah ihn bereits 2009 in Wien), freue ich mich schon außerordentlich auf diese hot Summernight... :)

Aber (WB betreffend) ganz ehrlich: Selbst, wenn man in Bruce Springsteens Neuwerk den Folkcharakter herausfiltern will, so ist es alles in allem eine eher mittelmäßige Angelegenheit. Ein Bob Dylan kann sowas trotzdem besser (Geschmackstoleranz ist hierbei freilich inbegriffen). Kurz: Bitte, Bruce, mach weiter Musik - aber bleib bei Rockhymnen, knackigen Riffs und deiner Band...

P.S. RIP CLARENCE - we'll miss you!!
(Ich find's schön, dass man "Land Of Hope And Dreams" (2000 aufgenommen!) auch hier raufgepackt hat. Ist eine schöne Geste und im Übrigen auch einer der besseren Songs auf WB. Es beinhaltet (soweit ich mich da jetzt nicht verhört habe) als einziger Song auf WB eine Saxophonspur.)

Gesamtresümee: Solide Arbeit vom BOSS, mehr aber auch nicht. Und selbst, wenn ich mir persönlich kein Meisterwerk erwartet habe, so sind BORN TO RUN, THE RIVER, NEBRASKA, BORN IN THE USA, TUNNEL OF LOVE und THE RISING mindestens eine Klasse besser!
Aber gut, darüber lässt sich ja sicher vortrefflich streiten ;)...
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wrecking Ball" - ABRISSBIRNE ;-), 2. März 2012
Von 
Bernd Brandner (Grunbach/Remshalden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dem Boss sein neues Album ist alles andere als nur netter Kommerz, mit längst bekannten Rhythmen. Er hat das Album "Abrissbirne (Wrecking Ball)" genannt. Bruce Springsteen präsentierte uns 2009 sein Album Working On A Dream", das auch die Visionen Barack Obamas eines guten und für alle Bevölkerungsschichten erträglichen Amerikas skizzierte. Es ging sogar soweit, dass Springsteen bei der Amtseinführung des Präsidenten Barack Obama im Januar 2009 aufgetreten ist und Amerikas Tugenden mit dem gleichnamigen Song heraufbeschworen hat.

Das nun vorliegende Album entstand nach der Finanzkrise 2008. Bei einer Pressekonferenz über die Entstehungsgeschichte des Wrecking Ball"-Albums teilte Springsteen den Journalisten mit Die Leute haben ihr Hab und Gut verloren. Keiner wollte dafür verantwortlich sein. Keiner wollte dagegen protestieren. ...". Keiner? Keiner wie Bruce Springsteen macht mit diesem Album seinem Unmut darüber Luft! Diese Finanzkrise hat nicht nur die USA verändert, sondern auch Europa.

Das Album erzählt von Protest, einer Menge Ohrfeigen und Wut. Musikalisch aber tut das wirklich gut! Wer glaubt, dass jetzt das Album eher melancholisch oder bluesig klingt, der täuscht sich.

Die Single-Auskopplung und der erste Song dieses Albums We Take Care Of Our Own" wirkt kräftig, rockig, frisch. Und was danach folgt fegt fetzig über'n Tisch. Und mit dem Boss als Ritter, da wird's der Politik ganz bitter.

Ganz Patriot hat der Boss eine Textzeile der alternativen patriotischen Nationalhymne "America the Beautiful" von Katherine Lee Bates (1859-1929) gleich im ersten Song des Albums angesungen, wo er die gemeinsame Hoffnung und den Zusammenhalt der Amerikaner anmahnt: "Where is the promise '...from sea to shining sea...'"!

Zwei Band-Mitglieder der E-Street-Band sind mittlerweile gestorben: 2010 Clarence Clemons (Sax) und 2008
Danny Federici (Keyboard). Die Songs wurden ohne die E-Street-Band eingespielt. Die Charaktere der Texte hingegen, die Highwaymen, die Handwerker, die einfachen Leute in der Weite des Lands, wirken aber wie alte Bekannte. Der Boss als gütiger Vater. Dabei die stete Botschaft Arm, aber ehrlich. Reich und deshalb gefährlich".

Amerika und die Welt von heute mit ihren schwierigen und problematischen Veränderungen (aber auch Chancen). Gegensätze kann man nicht besser darstellen. Für mich unzertrennbar, das Album Working On A Dream" aus 2009 und das jetzt erschienene Album Wrecking Ball".

However, keep rockin' and buy this anyway.
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Wrecking Ball
Wrecking Ball von Bruce Springsteen (Audio CD - 2012)
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