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4.0 von 5 Sternen Verachtet mir die Meister nicht ...
Zugegeben, das Zitat gehört eigentlich in eine andere Wagner-Oper, passt aber gut zu diesem zwischen 1980 und 1983 entstandenen Ring des Nibelungen: Die Ost-West-Koproduktion war die erste Digitalaufnahme des Rings, ist aber heute etwas in Vergessenheit geraten. Dabei hat die Einspielung viele Vorteile:

Die Aufnahmetechnik wirkt natürlicher als bei...
Veröffentlicht am 17. März 2012 von vully

versus
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut aber nicht herausragend
Bei all den enthusiastischen Bewertungen mit 5 Sternen könnte man als Leser leicht zu dem Ergebnis kommen, es handle sich hier um die Referenzaufnahme des Ringes. Und um es gleich vorweg zu sagen: Diese Aufnahme ist in der Tat keineswegs schlecht. Doch 5 Sterne bedeuten soviel wie "perfekt", was beim Ring mit seinen enormen Anforderungen an die Sängerbesetzung...
Vor 23 Monaten von Bavaricus veröffentlicht


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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verachtet mir die Meister nicht ..., 17. März 2012
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zugegeben, das Zitat gehört eigentlich in eine andere Wagner-Oper, passt aber gut zu diesem zwischen 1980 und 1983 entstandenen Ring des Nibelungen: Die Ost-West-Koproduktion war die erste Digitalaufnahme des Rings, ist aber heute etwas in Vergessenheit geraten. Dabei hat die Einspielung viele Vorteile:

Die Aufnahmetechnik wirkt natürlicher als bei Karajans Studio-Ring, die Sänger sind nicht ganz so stark in den Vordergrund gerückt. Die relativ trockene Akustik des Aufnahmeraums sorgt aber trotzdem für eine gute Durchhörbarkeit, die den Sängern Gelegenheit gibt, entspannt auszusingen - statt sie wie in vielen Live-Produktionen oder auch dem Levine-Ring zu zwingen, sich mit Kraft gegen das Orchester durchsetzen zu müssen.

Dazu erweist sich Marek Janowski als sensibler Wagner-Dirigent, der die Sänger mit flotten, aber nicht überhetzten Tempi und vor allem einer maßvollen Dynamik unterstützt, statt sie zuzudecken. Ein Kapellmeister im besten Sinne, der das Werk und die Sänger, nicht sich selbst in den Vordergrund stellt.

Dazu sind unter den Sängern einige der besten Interpreten ihrer Rollen auf Tonträger:

Mozart-Tenor Peter Schreier ist ein überragender Loge - hinterhältig, zynisch wie kaum ein anderer, aber endlich einmal mit rein musikalischen Mitteln. Noch meehr als sonst steht dieser Loge im Zentrum des Rheingolds. Fast noch beeindruckender ist sein Mime - er schafft es, Sympathie für diese schwierige Figur zu erzeugen.

Matti Salminens Fafner und Hagen können sich mit den besten Konkurrenten mehr als nur messen.

Der erste Akt der Walküre ist wahrscheinlich nie so durchgehend schön gesungen worden wir hier: Der junge Siegfried Jerusalem in Topform ist ein hinreißender Siegmund, Jessye Norman eine unglaublich warmherzige Sieglinde, Kurt Moll ein hinreichend grimmiger, fast majestätischer Hunding.

Yvonne Minton ist eine exaltierte, trotzdem nicht keifende Fricka, Siegmund Nimsgern ein grimmiger Alberich, der dem großen Gustav Neidlinger nicht nachsteht. Die Nebenrollen sind teilweise sehr prominent (Lucia Popp, Cheryl Studer), durchgehend aber ausgezeichnet besetzt.

Damit bleiben noch drei Hauptdarsteller - Wotan, Siegfried, Brünnhilde -, deren Darstellung in dieser Aufnahme häufig kritisiert wird. Ich kann mit ihnen gut leben:

René Kollo war sicher kein Lauritz Melchior. Der Siegfried war für ihn eine Grenzpartie, die er sich mit gepressten Spitzentönen erkämpfen musste. Seine Stimme hat Durchschlagskraft, aber wenig Wärme. Aber mal ehrlich - wieviele Siegfriede waren auf Tonträger besser als er? Der junge Windgassen (nicht unbedingt im Solti-Ring) klang jugendlich frischer, aber sonst? Goldberg? Jung? Zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen war Kollo auf jeden Fall konkurrenzlos, präsentiert sich hier auch in guter Form und ist ein intelligenter Interpret.

Bei Jeannine Altmeyers Brünnhilde kann man den amerikanischen Akzent kritisieren. musikalisch überzeugt sie mich: Eine ausgeglichene Stimme mit einer leichten, aber nicht unangenehmen Schärfe in den Spitzentönen, gutem Legato und weichem piano. Eine junge, sehr menschliche Brünnhilde.

Theo Adam schließlich hört man 20 Jahre Wagner-Erfahrung sowohl positiv als auch negativ an - ein sehr erfahrener, majestätischer Wotan, der den Text sehr intelligent ausdeutet und der zumindest im Studio sein berüchtigtes Tremolo bei hoher Belastung ganz gut im Griff hat. Besser als der überalterte Hans Hotter im Solti-Ring ist er allemal. Er selbst war unter Böhm (Bayreuth 1966) besser, Hotter in den älteren Bayreuther Mitschnitten (mein Favorit: Keilberth (1955))auch.

Insgesamt also ein erfreulicher Ring, der nicht nur zu diesem Preis sein Geld wert ist.
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In vielen, aber nicht allen Punkten überzeugende Produktion, 26. März 2012
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Vorweg: Ich rezensiere genau das hier abgebildete, kürzlich erworbene Produkt: die im Februar 2012 erschiene 14 CDs-Box mit dem feurigen Ring auf dem Cover. Die CDs sind in 14 Pappschubern, die jeweils die Besetzung der Oper und die Trackfolge (ohne die Figuren der Tracks) aufführen. Ein übergreifendes Booklet gibt es nicht. Die Aufnahmen stammen aus vier Aufnahmesessions zwischen Dezember 1980 bis April 1983

Das Dirigat Janowski konnte mich nicht wirklich überzeugen. Es ist auf Präzision ausgelegt und erscheint für mich tendenziell intellektuell und etwas nüchtern-unterkühlt. Die Präzision bietet viel Durchhörbarkeit und macht Strukturen und Details sichtbar, bleibt aber ein bisschen distanziert. Ein bisschen wie in sich versunkene Meister, die beeindruckend vor sich hin musizieren, dies aber mehr für sich selbst zu machen scheinen als fürs Publikum. Man ist oft beeindruckt, fühlt sich aber auch ein bisschen ausgegrenzt. Ähnlich das Klangbild: es ist detailliert, sehr durchhörbar, aber klingt auch ein bisschen eng und nüchtern. Ok, aber für meinen Geschmak nicht wirklich überzeugend.

Das Rheingold ist eine ordentliche, aber für mich nicht ganz hochklassige Produktion. Theo Adam als Wotan macht keine Fehler, ist für mich aber nicht druck- und kraftvoll genug, um wirklich überzeugend zu sein. Auch Siegmund Nimsgern als Alberich macht das sauber, aber ohne den letzten Tick. Peter Schreier hat mich mit einen weich klingenden Loge überzeugt, Matti Saliminen mit tiefdunklem, kraftvollen Bass als Fafner. Das Instrumentelle fokussiert die komplizierte Struktur im Götter- und Sozialgefüge, lässt dabei aber das 'Große' der Geschichte etwas in den Hintegrund treten. (4 Sterne)

Die Walküre ist sicher der Hit der Produktion. Siegfried Jerusalem als Siegmund und Jessye Norman (die ich sonst nicht so mag) als Sieglinde bieten eine herausragende Leistung. Sie vereinigen resolute Dramtik mit weicher Romantik, bringen das menschliche, liebende der Figuren zum Tragen und vermeiden die manchmal vorzufindenden 'wagnerischen' Überdramatisierungen. Ganz, ganz toll. Theo Adam als Wotan macht es sauber und seine nicht überzeugende Präsenz stört im Schatten von Jerusalem und Norman hier nicht. Kurt Moll ist ein intelligenter, farbenreicher Hunding. (4,75 Sterne)

Siegfrid bringt Rene Kollo in der Titelrolle. Sicher ist er nicht DER strahlende Held, den andere verkörpern können und wer das sucht, dem wird es nicht gefallen. Aber er singt schön und sauber, versucht nichts, was er nicht kann, und bringt so ein zurückhaltenderes Bild von Siegfried auf die CD-Bühne, die vielleicht wichtige Facetten der Figuren nicht überzeugend verkörpert, aber eine interessante und wohltuende Darstellung ist. Jeannine Altmeyer als Brünnhilde wird ja viel kritisiert. Sicher ist ihre Deklamation nicht die beste (aber ich denke, Italiener müssen bei italienischen Opern hier auf viel ertragen) und ihre Stimme nicht die technisch hochklassigste unter den Wagner-Sängerinnen. Aber sie hat einen schönen natürlichen Wohlklang, dem man gerne zuhört, und bringt in ihrer weicheren Intonation das Menschliche in Brünhilde (die zwar göttlich ist, sich aber zu einem Menschen hingezogen fühlt) sehr gut raus. Sie harmoniert so gut mit Kollo, so dass hier keine Disharmonien entstehen. Erneut werden sicher wichtige Facetten der Figur ausgeblendet, aber es ist interessant und meist schön (von der ein oder anderen technischen Unsauberheit abgesehen, weil Altmeyer im Vergleich zu Kollo ab und zu mal versucht jenseits ihrer Möglchkeiten zu singen). Wieder toll Mati Salminen als Fafner, bei Peter Schreier als Mime gefällt mir, dass er nicht so nervig-geckig klingt wie dies bei anderen Darstellern der Fall ist . (4 Sterne)

Götterdämmerung finde ich den vergleichsweise schwächsten Anteil der Produktion. Die in ihrer 'Weichheit' begründeten Probleme von Siegfried und (vor allem) Brünhilde treten hier im 'Finale' mehr zutage. Da fehlt für den abschließenden Höhepunkt die Fähigkeit zur zumindest stellenweise nötigen Dramatik. Der gleiche Effekt tritt beim Instrumentellen ein, dem mir ein bisschen das 'Große' abgeht. (3,5 Sterne)

Über alles gesehen hat die Produktion eine Tendenz zur 'Weichheit' und sie würd als Belcanto-ähnlich bezeichnet. Das stimmt aus meiner Sicht durchaus und unter eine bestimmten Wagner-Perspektive kann man das kritisieren. Der aufs 'Große' und 'Dramatische' ausgerichtete Wagner-Freund wird mit dieser Produktion eventuell nicht ganz glücklich werden und sie eher als Ergänzung einer Sammlung sehen, v.a. Siegmunde/linde in der Walküre und dem interessanten Ansatz des Dirigats. Besonders empfehlenswert finde ich sie für den Wagner-Anfänger, der eigentlich eher bei Verdi, Bellini & Co zuhause ist, Tannhäuser und Lohengrin auch schon mag und sich jetzt mal für den Ring interessiert. Ihm wird der Zugang deutlich erleichtert und er findet einen Zugang, der ihm die ja durchaus gelegentlich etwas obskuren Wagner-Figuren verständlicher macht.

Aber auch für den an verschiedenen Deutungen interessierten Wagner-Hörer bietet die Box viel Interessantes und Gewinnbringendes. Ihre heutigen Stellung im erhabenen Kulturtempel ist zwar schon von Grund auf in ihnen beabsichtigt angelegt, aber sie ja auch eine zutiefst menschliche Aussage, die jeden ansprechen soll. Man kann darüber streiten, wie realistisch ist ob der Figuren und der Story ist, aber der Anteil wird hier zumindest schön herausgearbeitet und sehr zugänglich.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut aber nicht herausragend, 8. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Bei all den enthusiastischen Bewertungen mit 5 Sternen könnte man als Leser leicht zu dem Ergebnis kommen, es handle sich hier um die Referenzaufnahme des Ringes. Und um es gleich vorweg zu sagen: Diese Aufnahme ist in der Tat keineswegs schlecht. Doch 5 Sterne bedeuten soviel wie "perfekt", was beim Ring mit seinen enormen Anforderungen an die Sängerbesetzung nur schwer zu erreichen ist. Angesichts der harten Konkurrenz (Solti, Böhm, Keilberth, Karajan um nur einige zu nennen) relativiert sich der Gesamteindruck des Janowski-Rings eben doch etwas.

Janowski präsentiert sich als ordentlicher Kapellmeister, der aber nicht in der ersten Liga mitspielen kann. Er dirigiert einen flotten Wagner und bemüht sich sehr um Transparenz. Während die leisen, lyrischen Momente auf diese Weise überzeugend gelingen, fehlt ihm an anderen Stellen oftmals das nötige Pathos und die Durchschlagskraft. Die Partitur zu buchstabieren reicht eben nicht aus. Man vergleiche nur mit dem Böhm-Ring von 1967: Auch Böhm wählt schnelle Tempi und einen schlanken Interpretationsansatz, allerdings ist bei ihm eine unglaubliche Energie und ein Feuer zu spüren, das Janowski weitgehend abgeht. So gerät der Orchesterteil leider etwas zahm und langweilig.

Die Sänger sind fast durchgehend gut besetzt ohne jedoch die individuelle Klasse früherer Aufnahmen zu erreichen. Zu einigen noch ein paar besondere Worte:

Positiv überrascht haben mich Jerusalem und Norman als Wälsungenpaar. Letztere wirkt deutlich frischer als im Schenk / Levine Ring auch wenn mir ihr Timbre nicht wirklich zusagt (das ist aber Geschmackssache). Jerusalem fehlt zwar die stimmliche Urgewalt der großen Heldentenöre aber er macht dies durch eine intelligente Rollengestaltung wett. Zu honorieren ist auch die gute Textverständlichkeit.

Theo Adams Wotan wird teilweise kritisiert. 1980 war der Sänger leider schon über seinen Zenit hinaus und konnte seine hervorragende Leistung im 13 Jahre zuvor aufgenommenen Böhm-Ring nicht mehr wiederholen. Ich mag jedoch sein charakteristisches Timbre, das einen hohen Wiedererkennungswert besitzt und mE perfekt zur Figur des Wotans passt. Und einmal ehrlich: welcher Wotan war denn wirklich besser? Hotter im Solti-Ring sicher nicht; vielleicht noch George London in der Leinsdorf-Walküre.

Rene Kollos Siegfried ist rundum begeisternd und das "Highlight" dieser Aufnahme. Besser besetzt hat man diese Rolle eigentlich selten gehört. Er ist vielleicht kein genuiner Heldentenor und gestaltet die Rolle eher lyrisch, was aber gut zur "leichten" Gesamtanlage dieses Ringes passt. Die Studio Atmosphäre kommt Kollo natürlich sehr zugegen, da er nicht forcieren muss um über das Orchester hinwegzukommen und so sein warmes Timbre und seinen Legato-Gesang voll ausspielen kann. Ob er den Siegfried live auch so überzeugend hingekriegt hat weiß ich nicht, ist bei der Bewertung der CD-Aufnahme aber auch irrelevant.

Hervorheben will ich noch den herausragenden Matti Salminen als Hagen und Fafner.

Kommen wir nun zum unerfreulichen Teil: Jeannine Altmeyer als Brünnhilde. Die Sieglinde hat Altmeyer öfters gesungen, von der Brünnhilde hat sie aber bis zu dieser Studio-Produktion die Finger gelassen. Sie hätte dieses Experiment besser nicht versucht. Leider merkt man ihr in allen Momenten an, wie sie forcieren muss und mit den gewaltigen Rollenanforderungen heillos überfordert ist. Ihr Timbre ist für mich unerträglich und klingt stellenweise einfach nur larmoyant. Von Deklamation kann man eigentlich kaum sprechen. Streckenweise musste ich mich ernsthaft fragen, in welcher Sprache die Dame eigentlich singt. Deutsch ist es jedenfalls nicht. Psychologische Gestaltung der Rolle - ebenfalls Fehlanzeige. Ich habe den Verdacht, dass Altmeyer nur die Worte abliest und gar nicht weiß, was sie da eigentlich singt. Ihr Stimmausdruck ist jedenfalls immer der selbe, egal in welcher dramatischen Situation sie sich befindet.

Leider ist die Brünnhilde keine unbedeutende Nebenrolle, sodass der Gesamteindruck dadurch deutlich getrübt wird. Einige der schönsten Stellen des Rings fallen so ins Wasser, z.B. das Schlussduett im Siegfried, das Duett im ersten Akt der Götterdämmerung oder der Schlussgesang ("Starke Scheite").

Die Tonqualität (Digital, Studioaufnahme von 1980-1983 in der Lukaskirche Dresden) ist makellos. Ein Booklet ist nicht enthalten.

Fazit: Ein guter und sicherlich überdurchschnittlicher Ring, der sich aber nicht mit den allerbesten Aufnahmen messen kann. Die Sängerbesetzung ist sehr ordentlich aber nicht herausragend. Negativ ins Gewicht fallen die Fehlbesetzung der Brünnhilde und das stellenweise uninspirierte Dirigat Janowskis.

Anmerken will ich noch, dass ich in der Bewertung den Preis unberücksichtigt gelassen habe. Im Preis-Leistungs-Verhältnis verdient die Aufnahme natürlich noch einen Stern mehr, denn für 26,99 Euro kann man hier bedenkenlos zugreifen. Zum beinahe selben Preis bekommt man im Moment allerdings auch den referenzverdächtigen Böhm-Ring (1967), der dem Janowski-Ring in fast allen Kategorien überlegen ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Einstieg., 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Es ist schön, einen preislich tragbaren Einstieg in den Ring zu bieten. Alles durchaus hörenswert und nicht unangenehm. Die Stimmen stechen zuweilen etwas stärker aus dem Sound heraus, was auf der anderen Seite aber auch gut die Möglichkeit gibt, dem Gesang zu folgen. In Summe ist der Klang ok.

Natürlich lässt sich Musik nie so auf einem Tonträger darstellen, wie es live der Fall ist. Aber die Aufnahmen sind gelungen und entmutigen auch Ring-Höranfänger (mich) nicht sofort: klanglich differenziert von einander abgesetzt kann man den Stimmen und dem Orchester gut folgen.

Was Schade ist: Warum wurden die einzelnen Akte nicht jeweils auf einzelne CDs gelegt, sondern (wahrscheinlich aus Platz-/Kostengründen) in der Mitte getrennt und auf der nächsten CD fortgesetzt? Das bringt den Hörer etwas aus dem Konzept. Hier hätte ich gerne den Mehrpreis für die Mehr-CDs bezahlt, um klarere Abgrenzungen zwischen den einzelnen Teilen zu bekommen. Das schmälert aber das restliche Paket nicht zu sehr. Trotz allem: sehr gelungen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergleichlich gut, 27. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Ich habe mir in den letztem paar Wochen nun drei Gesamtaufnahmen vom Ring (Böhm, Neuhold und eben diese) sowie die Walküre von Solti angehört, und muss sagen, dass mich diese Aufnahme am meisten angesprochen hat, so schön gesungen vor allem deutlich und musiziert wird in keiner der anderen Aufnahmen, auch die hier oft erwähnten Schwachpunkte kann ich nicht nachvollziehen, ich war zwar nie ein Fan von Rene Kollo, aber dieser Siegfried von ihm ist besser als die anderen, auch Altmeyer singt sehr schön, auch wenn sie die einzige ist, die man nicht ganz so gut versteht, aber da kenne ich viele deutsche Sänger, die von so vielen hochgejubelt werden und wurden und bei Ihnen muss man auch das Textbuch dazu verwenden. Auch Theo Adam ist für mich ein sehr guter Wotan in dieser Aufnahme. Die Walküre mit Jerusalem und Norman ist für mich das beste was ich je gehört habe und musikalisch ist diese Aufnahme für mich ein Traum. Also wenn man einen guten und vor allem günstigen Ring möchte, zugreifen, warum der Solti Ring noch immer so überteuert ist, kann ich nicht nachvollziehen.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Details, 14. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Ich kenne inzwischen die Ring-Gesamtaufnahmen von Furtwängler, Böhm, Karajan, Boulez, Neuhold und nun auch von Janowski. Am stärksten finde ich nach wie vor die Liveaufnahme aus den späten 60er-Jahren von Karl Böhm, trotz aller klanglicher Defizite dort. Das Sängerensemble dort ist unübertroffen einzigartig. Das Orchester der Bayreuther Festspiele spielt voller Leidenschaft, Dramatik und Spontanität, wie es eben nur bei einer Liveaufnahme möglich ist. Die hier beurteilte Janowski-Aufnahme ist völlig anders, aber auch sehr gut. Das Sänger-Ensembel ist ordentlich, einige Abstriche muss man bei jeder Aufnahme machen. Die über mehrere Jahre hinweg produzierte Aufnahme von Janowski wirkt zwar im Vergleich zur Böhm-Liveaufnahme etwas steril, doch darin liegt auch gerade wieder ihr Vorteil. Sie macht zahlreiche kleine Details in der Orchestrierung hörbar, die mir so erstmals bewusst aufgefallen sind, obwohl ich den gesamten Ring live und von CD schon zigmal (auch in Bayreuth) gehört habe. Alles in allem ist diese preisgünstige CD-Box sehr zu empfehlen, für Einsteiger genauso wie für erfahrene Ring-Hörer, die einen neuen Eindruck von dem Werk bekommen wollen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dresdner Meisterwerke, 22. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
In den frühen 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts zwischen 1980 und 1983, also noch zu Zeiten des "Eisernen Vorhang" gab es sie doch die übergreifende Kunst. Genau in diesem Zeitraum entstand dieser Ring unter dem Dirigat von Marek Janowski und der Staatskapelle Dresden. Und es war einer der ersten Ringaufzeichnungen welche Personal aus beiden Teilen der Republik in der Aufnahme vereinte.
Im Rheingold waren Theo Adam als Wotan, Peter Schreier, in sehr guter Interpretation des unterwürfigen aber trotzigen Loge, Siegmund Jerusalem, in sehr guter Stimme als Alberich, Yvonne Minton als herrschsüchtige Göttergattin Fricka und Lucia Popp als Rheintochter Woglinde. Die Aufnahme gibt vom Wabbern des Rhein im Anfang bis zum Einzug in Walhall eine gute räumliche Akustik.
In der Walküre übernimmt Siegfried Jerusalem den Siegmund, Kurt Moll gibt den Hausherr Hunding, Theo Adam als herzlicher Wotan, Jessye Norman als aufgelöste Zwillingsschwester Sieglinde und als Brünnhilde hört man Jeannine Altmeyer. Der erste Akt wird dominiert von der Stimmung zwischen dem Zwillingspaar, vom Erkennen bis zur inningen Liebe und der Wut des Hausherren über die Gefühle seiner Frau. Fricka im 2. Akt wäscht ihrem Ehemann Wotan hier sehr plastisch den Kopf, dann die Freveltat von Brünnhilde und der Zorn von Göttervater Wotan. Dieser wird im herzerweichenden Dialog von Vater und Tochter ausdiskutiert und endet mit deren Verbannung auf den Feuerfelsen. Phonetisch ohne Tadel, und Sängerisch mit sehr schönen Elementen der Figuren.
Siegfried gesungen und zum Leben erweckt wird durch René Kollo, in der Blüte seiner Stimme gesungen, Peter Schreier spielt die Rolle des Ziehvater von Siegfried und seinen psychologischen Zwiespalt und Hinterhalt in sehr plastischer Figurendarstellung, Theo Adam wiederum als Wotan "Wanderer", Siegmund Jerusalem als Alberich und Jeannine Altmeyer gibt in der Deutung der Brünnhilde genauso wie in der Walküre eine großformatige Deutung mit sehr schöner Stimmführung. Die Akustik ist wie bei den anderen Teilen des Zyklus weiträumig und gut deutbar.
Die Schlussoper des Zyklus die Götterdämmerung setzt die hohe Qualität der Akustik und der Deutung der einzelnen Charaktere fort. Siegfried wiederum von René Kollo gesungen, Mitti Salminen als wirklich böser und dunkler Hagen, Jeannine Altmeyer in der Paraderolle als Brünnhilde läßt phonetisch alle Gefühlregungen bildlich in den Vordergrung treten, für mich in diesem Ring die beste Sängerleistung. Auch hier haben die Tontechniker ihre Aufgabe sehr gut gelöst.
Alles in allem eine wirklich sehr gute Deutung der Opern, und vor allem die Zusammenarbeit der beiden Plattenlabel VEB Schallplatte Berlin und Ariola Hamburg beweist, dass es doch im Kunstbetrieb möglich ist über Grenzen zu steigen.
Alle Aufnahmen wurden in der Lukaskirche in Dresden aufgenommen, was auch für die fülligere Akustik der Aufnahme zeichnet.
Neben den Ringzyklen von Boulez der in etwa dem Aufnahmezeitpunkt entspricht ist es wohl die Aufnahme die ein Sammler, der sich für die Aufnahmen der 80iger Jahre interessiert, in seinem Regal haben sollte.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr positiv überrascht, 20. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Wirklich sehr positv überrascht hat mich diese Aufnahme, die ich mir in Folge der vorausgegangen Rezensionen und des Preises gekauft habe. Ich bin kein Fachmann aber ein Liebhaber des "Rings" habe ihn in KA MA BAD und unter Thielemann auch live in Bayreuth gehört (7 Jahre gewartet) und habe auch die gelobten Einspielungen von eben Thielemann, Solti und Karajan. So kann ich einzelne Sänger(innen) oder Dirigate nicht beschreibend qualifizieren, aber ich kann sagen was mir gefällt, was mich beeindruckt oder gar anrührt. Und diese Aufnahme tut dies alles, mit einer Klarheit und Präzision, mit einer sugestiven Kraft die mich beim Hören "in die Situation" versetzt.

Den Janowski-Ring halte ich für eine sinnvolle Ergänzung jeder Sammlung.

Und ich empfehle ihn jedem der sich zum ersten mal einen "Ring" kaufen möchte wegen sehr hoher Qualität bei sehr angenehmem Preis; das fehlende Textbuch ist günstig anderweitig zu erwerben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenwert!, 11. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Im Grunde genommen war ich auf der Suche nach einer Best of-CD des Rings. Aber nach dem Anhören von ein, zwei Best of-CDs war ich von der Klangqualität des Orchesters leider nicht so überzeugt. Deshalb habe ich mich für den kompletten Janowski-Ring entschieden. Diese Aufnahme ist wirklich sehr hörenswert. Das Orchester spielt sauber und schafft auch hier und da eine kleine Sogwirkung. Nebengeräusche gibt es nicht, da die Aufnahme offenbar aus dem Studio stammt. Im Gedächtnis bleibt das Sängerensemble von Jessye Norman bis René Kollo. Natürlich kann man von "Siegfrieds Tod" noch beeindruckendere Aufnahmen finden, z.B. vom Orchester der Bayreuther Festspiele. Und sicher dürfte Max Lorenz`"Siegfried" noch imposanter gewesen sein als René Kollos "Siegfried" - das ist aber Kritik auf allerhöchstem Niveau. Wer trotzdem eine durchweg hohe Qualität zu einem vergleichsweise niedrigen Preis sucht, der wird mit diesem Ring seine Freude haben. Also: Lieber ein paar Euro mehr für diesen Gesamtring ausgeben als das Geld für eine Best-of-CD zu verschwenden, die ihren Namen nicht verdient hat.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser geht's kaum..., 23. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Musik ist wie alles in unserer Wahrnehmung eine Sache der subjektiven Reizverarbeitung...und hier kann man - muss man aber nicht - streiten. Nun, es wird nicht sehr viele unter uns interessieren, wenn irgendwo in China ein Hund vom Blitz getroffen wird, und so denke ich verhält es sich mit Rezensionen auf dieser Plattform...aber dennoch: Wagner's Jahrhundertwerk ist mir diese Mühe wert, um dem einen oder anderen 'Newbie' bei der Entscheidungsfindung, welcher der zahllosen 'Ringe' denn wirklich hörens- und anschaffenswert sei, zu unterstützen - hörenswert sind sie mit wenigen Ausnahmen alle. Man sollte vielleicht auch nicht immer das BESTE wollen, weil das Beste - wie bereits angedeutet - immer einer subjektiven Einschätzung unterliegt, und es nicht selten auch gleichzeitig das TEUERSTE sein kann - wenn ich da beispielsweise an 'Plattenspieler' von Transrotor denke'
Aber - was Janowski - ich besitze die erste Fassung in DDD (44 kHz, 16bit) auf insgesamt 18! CD's - aus Wagner's Vorgaben zauberte, ist nach meinem subjektiven Empfinden wirklich einzigartig; das ist nicht unbedingt ein entscheidendes Kriterium - einzigartig sind wir alle wie auch Wagner's 'Ringe''. Bei Janowski jedoch - im Unterschied zu Karajan's, Solti's, Haitink's und Levine's, um die wichtigsten Studioproduktionen aufzuführen - wiegen sich überzeugende Stimmgewalten der einzelnen Charaktere - ohne Jemanden besondere herauszuheben - und instrumentale Musikalität des Orchesters in einem beispiellosen und - in diesem Sinne - einzigartigen Gleichgewicht und Wechselspiel. In der Walküre zieht Solti alle Register und überzeugt im 'Ritt der Walküre' mit überblasenden Blechbläsern, was auf Vinyl und o.e. Transrotor eine rechte Herausforderung für jede High end-Anlage darstellt und für mich im wahrsten Sinne umwerfend klingt. Karajan's 'Rheingold'-Interpretation lebt von einem 'unglaublichen' Gerhard Stolze - einem solch überzeugenden 'Loge' bin ich nie wieder begegnet - insgesamt ein ausserordentlicher 'Ring'. Haitink's und Levine's Interpretationen sind wunderschön, klanglich perfekt, musikalisch ausgewogen, mit einigen durchaus verzeihlichen stimmlichen Defiziten dennoch absolute Meisterwerke!! Allen voran allerdings sehe ich Janowski und die Dresdner Staastkapelle; aus meiner Sicht kaum mehr zu toppen - möglicherweise beinhaltet diese neue 96 kHz/24bit-Version weitere klangliche Verbesserungen und Überraschungen'.
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Der Ring des Nibelungen
Der Ring des Nibelungen von Marek Janowski (Audio CD - 2012)
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