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Kein Mensch kann auf Dauer völlig ohne die Nähe und ein Minimum an Anerkennung durch andere Menschen existieren. Besonders in der Kindheit, in einer Zeit also, in der die Grundlagen für spätere Einstellungen und Fähigkeiten gelegt werden, ist die Sehnsucht nach Anerkennung und Zuneigung besonders groß. Der dem neuen Film der Brüder Dardenne den Titel gebende Junge, Cyril, hat es da besonders schwer: Eine Mutter scheint nicht zu existieren und der Vater hat ihn in ein Heim abgeschoben und ist unbekannt verzogen. Cyril will diese Tatsache nicht hinnehmen und begehrt gegen die Erzieher auf, ist wütend über die Telefonstimme, die sagt, das die gewählte Rufnummer nicht vergeben ist, er will flüchten und wird wieder eingefangen. Auf der Flucht kommt es aber zu einer schicksalhaften Begegnung mit der Friseurin Samantha (dargestellt von Cécile de France), an die sich der Junge in seiner Hilflosigkeit klammert. Sie ist es dann auch, die Cyril sein, inzwischen vom Vater verkauftes, vielgeliebtes Fahrrad wieder besorgt und so den Auftakt setzt zu einer ungewöhnlichen Freundschaft. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Cyrills Vater und müssen auch die Probe mit einem im Viertel bekannten Dealer und Kleinkriminellen bestehen. Ohne Zweifel fühlen sich beide aus unterschiedlichen Motiven zueinander hingezogen, sind aber weit davon entfernt, ein schlichtes Bild der Harmonie widerzuspiegeln, sondern zeigen, dass die Suche nach Anerkennung nie an ihr Ende kommt.

Auch das neue Werk der stets zusammenarbeitenden belgischen (Regie-)Brüder Jean-Pierre und Luc Dardennes hat - genauso wie L'Enfant - Arthaus Collection und Le Silence de Lorna - in Cannes wieder einen Preis gewonnen. Einerseits knüpft "Der Junge mit dem Fahrrad" auch direkt an die Vorgängerwerke an, denn es geht wieder um Menschen am Rande der Gesellschaft, die sich in existenziell schwierigen, ja fast aussichtslosen Situationen befinden. Auch formal arbeiten die beiden ehemaligen Dokumentarfilmer wieder mit einer kargen und viele Lücken setzenden Erzählweise. Jedoch greifen sie diesmal nicht nur auf Laiendarsteller zurück, sondern verpflichten mit Cècile de France einen Star des französischen Kinos (Ein Geheimnis;Soeur Sourire - Die singende Nonne;Hereafter - Das Leben danach) für eine Hauptrolle und verzichten auch nicht wie sonst auf Filmmusik, sondern setzen an prägnanten Stellen ein Adagio Beethovens als Soundtrack ein. Ganz nebenbei gibt es ein Wiedersehen mit Schauspielern aus früheren Filmen der beiden Wallonen: Jérémie Reiner spielt wie schon in L'Enfant - Arthaus Collection einen überforderten Vater und Olivier Gourmet, bekannt aus Der Sohn (OmU), hat einen Kurzauftritt als Kellner.

So ist "Der Junge mit dem Fahrrad" bei aller spröden, naturalistischen Erzählweise und dem sozialkritischen und zum Teil auch tragischen Inhalt doch der bisher warmherzigste Film der Dardennes mit einem leicht märchenhaften Einschlag. Das durchgängige Thema der (mangelnden) Liebe wird auch optisch durch das knallrote T-Shirt von Cyril zum Ausdruck gebracht und der Betrachter möchte ihm wünschen und daran glauben, dass für ihn und die Menschen, die er neu gefunden hat, nun doch alles gut wird. Sehr sehenswert!
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am 12. Januar 2013
Ein Vater trennt sich von seinem 12-jährigen Sohn, weil er ein neues, anderes Leben beginnen will. Der Junge ist ihm dabei im Weg, landet deshalb im Kinderheim und kann diesen Verlust weder begreifen noch verschmerzen. Verzweifelt versucht er alles, um wieder zurück zu seinem Vater zu kommen, den er so liebt. Wenigstens etwas Anerkennung von ihm wünscht er sich sehnlichst, ein paar Worte am Telefon, und er träumt davon, dass sein Vater ihm endlich sagt, dass er ihn am Wochenende manchmal abholen und wieder treffen wird. Das geht leider nicht Erfüllung.

Zufällig findet er eine (gute) Pflegemutter, die dann aber all die krassen Härten, Widerspenstigkeiten und Konflikte mit ihm erleben muss, die es in solchen Fällen so gut wie immer gibt. Jeder, der schon als Erzieher in einem Kinderheim gearbeitet hat, als Lehrer, Sozialarbeiter, Pflegeeltern ... kennt all diese verzweifelten und eskalierenden Situationen, die im Film genau und treffend dargestellt werden. Ein wirklich sehr guter, bemerkenswerter, authentischer Film, den ich jedem bestens empfehlen kann, der sich für Filme mit dieser Thematik interessiert.

Trotzdem habe ich diesem sehr guten Film nur 4 von 5 Punkten gegeben. Warum?
Ältere Filme, die sich genau mit dem gleichen Thema beschäftigen, sind vergleichbar und stehen ihm nicht nach, wie beispielsweise "Second best" ("Probezeit"), ... oder sogar der alte Defa-Film "Jonny kommt".
Der Film lebt von der schauspielerischen Leistung des Jungen (absolut bemerkenswert, sehr gut), aber für die anderen Darsteller bieten sich vergleichsweise zu wenige Chancen zum Profilieren.

Es gibt eine wirklich gute, anrührende Story, und der Regisseur entscheidet sich dafür, mit der Kamera einfach ganz dicht bei der Story zu bleiben, so nah und realistisch wie möglich, auf nur einer Ebene. Dadurch bleibt aber kein Raum für Vielschichtigkeit sowie ganz große, tiefe, übergreifende Bilder, Metaphern und ganz tiefe Emotionen wie beispielsweise in "Brecha" von Ivan Noel.

Trotzdem ein echt guter, wirklich hervorragender Film!
Ich empfehle unbedingt den Originalton, mit deutschen Untertiteln.
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am 21. Mai 2012
Aus einem Erziehungsheim versucht der elfjährige Cyril vergeblich, seinen Vater Guy anzurufen. Nach einem Monat wollte ihn der Vater von dort wieder abholen. Am nächsten Tag schwänzt Cyril die Schule und macht sich auf den Weg zur väterlichen Wohnung. Als er den Betreuern aus dem Heim zu entkommen versucht, die ihm auf den Fersen sind, versteckt er sich in einer Arztpraxis. Dort begegnet er der Friseurin Samantha, die er fest umklammert und nicht mehr loslassen will, als die Erzieher ihn finden. Es stellt sich heraus, dass die Wohnung des Vaters leer ist. Niemand weiß, wo er sich aufhält. Nach einigen Tagen bringt Samantha ihm sein Fahrrad, das er für gestohlen hielt. Sein Vater hatte es verkauft. Gemeinsam finden sie ihn bei einem Aushilfsjob; tief verletzt muss Cyril erkennen, dass der Vater nichts von ihm wissen will. Samantha tröstet ihn. Nun besucht er sie regelmäßig. Auch die Erfahrung falscher Freunde bleibt ihm nicht erspart. Doch Samantha hält trotz aller Schwierigkeiten zu ihm.

Der Film konzentriert sich auf die Dynamik der Suche nach einem Zuhause, in dem Cyril sich geborgen und anerkannt fühlt. Das Fahrrad wird zur Metapher dieser Bewegung, weil es die bedrängende Dynamik und nervöse Energie verkörpert, mit der er nach einem solchen Ort für die eigene Identitätsbildung Ausschau hält. Eindringlich folgt die Kamera dem stets unruhig-impulsiven Verhalten des Jungen, der um soziale Aufmerksamkeit kämpft. Samanthas Fürsorge ist ein elementarer humaner Impuls, dem sie folgt, ohne dass dies psychologisch erklärt wird. Ein von seinem Vater verlassener Junge findet Zuwendung dort, wo er sie gar nicht erwartet hat, bei einer Fremden, deren Menschlichkeit im Kontrast wie aus dem Märchen - oder dem Kino erscheint.

Ein großer Film, der der Verlässlichkeit familiärer Bindungen misstraut, aber dennoch keine Welt ohne Hoffnung zeichnet.
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Die Geschichte handelt von Cyril, einem zwölfjährigen Jungen, der von seinem alleinerziehenden Vater eigentlich nur vorübergehend in ein Kinderheim gegeben wird. Doch plötzlich verschwindet dieser spurlos, seine alte Wohnung ist verwaist und Cyril macht sich verstört auf die Suche nach ihm. Dabei hilft ihm Samantha, die Inhaberin eines Friseurladens, an deren Bein er sich bei seinem Fluchtversuch geklammert hat und nun fortan trotzdem am Wochenende zu Besuch kommen darf.
Sie wohnte im Viertel, in dem Cyril mit seinem Vater gelebt hat. Doch Cyril gerät in schlechte Gesellschaft und fabriziert so manch harte Bewährungsprobe für Samanthas Zuneigung und Fürsorge. Gelingt es ihr, für Cyril wieder einen Halt im Leben zu finden?.....

Eine Handlung, die sonst nicht im Fokus von filmischer Umsetzung liegt. Ein Kinder- und Jugendhilfethema, dass aber soweit glaubhaft umgesetzt wurde und dabei auch nicht den Unterhaltungswert außer acht gelassen hat. Man kann sich schon ein wenig über die Motive von Samantha wundern und über die emotionale Härte des Vaters von Cyril, im Bereich des Möglichen liegen jedoch beide. Erfreuliche schauspielerische Leistung, mit einem besonders dicken Lob an jungen belgischen Darsteller Thomas Doret als Cyril.

Extras: 'Making of' (gut 30 Minuten, OmU, die Regisseure versuchen uns ihr Werk näher zu bringen), danach Interviews mit eben Jean-Pierre und Luc Dardenne, den Filmschaffender
(ca. 11 Minuten, OmU) und der Hauptdarstellerin, Cécile de France (ca. 18 Minuten. OmU)

Fazit: Sicherlich kein Popcorn-Kino, aber auch keine staubige Sozialstudie, sehenswert.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. Dezember 2012
Die belgischen Brüder und Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne sind Spezialisten für sperrige Sozialdramen, ihre Werke "LŽenfant" oder "Der Sohn" gehören zum besten was das europäische Arthaus Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
"Der Junge mit dem Fahrrad" ist das neue Werk und ist insgesamt etwas versöhnlicher konzipiert, auch wenn das Drama allgegenwärtig ist.
Der Film erzählt die Geschichte des 12jährigen Cyril (Thomas Doret), der nur eine Idee im Kopf hat: Er will mit seinem Vater Guy (Jeremie Renier) zusammen sein, der ihn vor einer Weile in einem Kinderheim untergrebracht hat und vor kurzem seine Wohnung aufgab und unbekannt verzogen ist. Es existiert keine aktuelle Telefonnummer, dabei hat der Vater seinem Sohn versprochen, dass er ihn spätestens in einem Monat wieder zu sich holen wird.
Als er es nicht mehr aushält, bricht er aus dem Heim aus und versucht auf eigene Faust seinen verschwundenen Vater zu finden.
Doch tatsächlich findet er die Wohnung leer und lernt dabei durch Zufall Samantha (Cecile de France) kennen, die dort einen Friseursalon hat.
Nachdem er wieder im Heim ist, kommt immerhin eine positive Entwicklung zustande. Die Frau nimmt den Jungen an den Wochenenden bei sich zuhause auf.
Gemeinsam versuchen sie den Vater ausfindig zu machen. Was auch gelingt: Doch das Wiedersehen mit Papa ist nicht so positiv wie von Cyril erhofft....
Eigentlich eine zufiefst traurige Geschichte, die hier erzählt wird. Ein Kind, vom Vater verlassen und ganz auf sich allein gestellt. Das einzige Mittel die Wut auszuleben scheint das Fahren mit dem Velo zu sein.
Besonders hart ist das Treffen von Vater und Sohn, wo der Junge die Ablehung seines Vaters zu spüren beginnt. Diese Ablehnung geht sehr an die Nieren, der kleine Junge weiß nun, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich selbst im Leben zu behaupten.
Immerhin erkennt er bald, dass er Unterstützung bekommt. Ansonsten würde er möglicherweise in die Kriminalität abdriften, denn in den Viertel sucht ein Dealer junge Handlanger.
Der Junge ist störrisch und aggressiv, ein Nervenbündel; das Heimpersonal hat ihn nicht im Griff. Eine unbändige Lebenswut hat ihn im Griff.
Doch statt der großen Ausweglosigkeit präsentieren die Brüder Dardenne diesmal einige Strategien gegen die Trostlosigkeit ihres unterprivilegierten Helden aus der sozialen Unterschicht: Verantwortungsgefühl und Geduld soll der kleine Mann auf dem Weg zum Erwachsenwerden lernen.
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am 7. Februar 2015
Hier waltete Wunschdenken und ein kleiner erhobener Zeigefinger. Es wäre ja so schön. Eine junge Friseuse mit eigenem Laden gibt ihren Freund auf, um einen von seinen Eltern aufgegebenen Jungen aus einem Kinderheim zu erlösen. Obwohl der unter einem emotionalen Schock leidende Junge seine Aggressionen auslebt und sich von einem jungen Ganoven zu einem Raubüberfall mit Körperverletzung verleiten lässt, seine Wohltäterin auch mit einem Messer angreift, hält die Frau zu ihm, nimmt ihn schließlich als sein Vormund ganz bei sich auf und bezahlt das Schmerzensgeld an die Verletzten. Es wird nicht klar, woher die Liebe der Frau für diesen intelligenten, selbstbewussten aber auch eigensinnigen Knaben entspringt. Es ist erstaunlich, wie authentisch der junge Doret seine Rolle umsetzt. Der männliche Zuschauer möchte sich wohl wünschen, auf Cyrils Art in Samanthas Hände zu fallen. Der Zeigefinger scheint sagen zu wollen: Seht her, so könnte es gehen und unsere Gesellschaft sähe sehr viel liebenswürdiger aus, wenn mehr Menschen solches Mitgefühl aufbrächten. Unsere Erfahrung rät uns, keinen Illusionen aufzusitzen.
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am 5. Oktober 2014
Hektik gehört wohl in französische Filme wie oftmals Pathos und Patriotismus in amerikanische. Meistens nervt das. Und zwar gewaltig. Doch bei "Der Junge mit dem Fahrrad" wirkt sich dieses Hektische positiv aus. Der Film hat Zug drauf, er läuft von Anfang an. Es geht ständig was. Thomas Doret, der den 12-jährigen Cyrill spielt, ist "grosses Kino". Er strampelt/radelt und rennt wie ein Weltmeister. Seine ganze Wut und Unzufriedenheit ist förmlich spürbar. Man glaubt sie ihm.
Cécile de France ist nett und hübsch anzusehen, doch das ist meine Freundin auch. So richtig schauspielerisch zum Zug kommt sie in diesem Film nicht. Bei "Haute Tension" zum Beispiel war das ein bisschen anders...
"Grosses modernes Märchen" - und vieles, was sonst noch geschrieben wird: Alles Quatsch! Es ist einfach ein sehenswerter Film mit einem tollen Jungschauspieler und mit relativ gutem Drehbuch - und ziemlich "abgewürgtem" Schluss. Ja, so sieht es aus.
....und auch noch: Das Mountainbike (franz.: VTT) Film ist Cyrill viel zu klein. Aber das muss wohl so sein...
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am 5. Juni 2013
Durch Zufall bin ich auf diesen Film gestoßen und bin jetzt im Nachhinein wirklich froh, dass ich ihn mir angesehen habe. Zugegeben, das Thema ist traurig und eher dramatisch (den Inhalt können Sie in den anderen Rezensionen gut nachlesen) und dennoch schaffen es die Regisseure dem Film heitere Momente, einen Hoffnungsschimmer und den Zuschauern viel Mitgefühl für Cyril zu vermitteln. Ständig auf der Suche nach Liebe und einem Zuhause können wir sehr gut nachempfinden, wie Cyril sich fühlen muss. Eine bemerkenswert umgesetzte Rolle!
Der Film wurde übrigens für einen Golden Globe nominiert – meiner Meinung nach zu Recht! Wirklich sehenswert.
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am 24. März 2012
Also mich hat der Film etwas ratlos zurückgelassen! Der Film plätschert eher unaufgeregt dahin. Die Kamera folgt den ganzen Film über dem Jungen im rotem Hemd in fast dokumentarischen Still. Man erfährt dass der elfjährige Cyril von seinem Vater ins Heim gesteckt wurde. Angeblich nur für kurze Zeit. Aber es stellt sich heraus dass der Vater den Jungen tatsächlich für immer los werden wollte. Fast kann man verstehen warum! Immer wieder vesucht der Blondschopf aus dem Heim auszubrechen. Er schlägt und beißt um sich. Er ist zornig und uneinsichtig. Eigentlich unverständlich warum Samantha, eine 37 jährige Friseurin (dargestellt von Cécile de Frances, die in "Hereafter" ihre Nahtoterfahrung mit Matt Damon teilte) sich so sehr für den Jungen einsetzt. Ist sie doch eher eine Zufallsbekanntschaft aus dem Warteraum einer Arztpraxis wo sich der Junge hin flüchtet. Sie kauft sein Fahrrad zurück und wird zur "Gastmutter". An den Wochenenden nimmt sie ihn bei sich auf. Hierbei finde ich es erstaunlich dass man es familienfremden Personen gestattet Kinder aus dem Kinderheimen bei sich aufzunehmen. Und dann auch noch in relativ kurzer Zeit! Aber die Belgier gelten ja schon immer als sehr kinderfreundlich. Trotzdem unverständlich dass sie zugunsten des Jungen sogar ihren Freund vernachlässigt! Cyril macht ihr aber nicht nur Freude sondern auch ganz schön viel Ärger! Er läßt sich mit den falschen Leuten ein, und das dicke Ende ist vorhersehbar!

Es ist dem Jungdarsteller Tomas Doret hoch anzurechnen dass man ihn diesen unsymphatischen Bengel so leicht abnimmt! Mit stumpfen Blick der schnell zwischen Hoffnung und Entäuschung wechselt und sich nicht selten in einem Wutanfall entlädt, ist er ständig dynamisch auf dem Sprung. Nicht umsonst erhält er den Spitznamen "Pittbull" den er wahrlich verdient!

So wie der Film anfängt, so endet er auch. Man hat das Gefühl man wird in eine Geschichte reingeworfen und dann irgendwann wieder rausgezogen! Zuviele Fragen bleiben offen. Ich hätte gern erfahren wie es dazu kam dass Cyril im Heim landete. Wie war das zusammenleben mit dem Vater vorher? Was ist überhaupt mit seiner Mutter? Und wie geht es am Ende weiter mit Samantha und dem Jungen. Ratlos wird man entlassen. Ich weiß nicht ob alle Filme des Regiesseur Duos Dardenne so sperrig sind. Ich hab noch keine weiteren gesehen. Dieser hier muß aber nicht zwingend in meinem Filmregal landen. Sehenswert ist er aber trotzdem.
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am 27. Dezember 2013
Gutes tun braucht keine Gründe, die Liebe ist stärker als der Tod und alles Gemeine. So jedenfalls läßt der Film einen zurück, auch wenn sich die beiden Filmemacher-Brüder keinen Kommentar geben wollten und es dem einen doch herausrutscht (Kommentare in den Extras!!) Man versteht plötzlich ganz einfach den bösen Nachbarsjungen und das "schlimme" Kind. Und man bewunder die Einfachheit des Guten. Begründungslos!
Sehenswert!!
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