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5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach der verlorenen Anerkennung
Kein Mensch kann auf Dauer völlig ohne die Nähe und ein Minimum an Anerkennung durch andere Menschen existieren. Besonders in der Kindheit, in einer Zeit also, in der die Grundlagen für spätere Einstellungen und Fähigkeiten gelegt werden, ist die Sehnsucht nach Anerkennung und Zuneigung besonders groß. Der dem neuen Film der Brüder...
Veröffentlicht am 8. Juli 2012 von Martin Ostermann

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kaltes Sozialmärchen
Cyril (Thomas Doret), zwölf Jahre alt, widerspenstig und aggressiv ist auf der Suche nach seinem Vater, der ihn ins Kinderheim abgeschoben hat; und nach dem Fahrrad, das dieser ihm geschenkt hat.
Immer wieder rückt er aus, um seinen Vater zu finden. Doch dieser ist unbekannt verzogen.
Die junge Besitzerin eines Friseursalons Samantha (Cécile...
Vor 20 Monaten von Dieter Drewitz veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach der verlorenen Anerkennung, 8. Juli 2012
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Kein Mensch kann auf Dauer völlig ohne die Nähe und ein Minimum an Anerkennung durch andere Menschen existieren. Besonders in der Kindheit, in einer Zeit also, in der die Grundlagen für spätere Einstellungen und Fähigkeiten gelegt werden, ist die Sehnsucht nach Anerkennung und Zuneigung besonders groß. Der dem neuen Film der Brüder Dardenne den Titel gebende Junge, Cyril, hat es da besonders schwer: Eine Mutter scheint nicht zu existieren und der Vater hat ihn in ein Heim abgeschoben und ist unbekannt verzogen. Cyril will diese Tatsache nicht hinnehmen und begehrt gegen die Erzieher auf, ist wütend über die Telefonstimme, die sagt, das die gewählte Rufnummer nicht vergeben ist, er will flüchten und wird wieder eingefangen. Auf der Flucht kommt es aber zu einer schicksalhaften Begegnung mit der Friseurin Samantha (dargestellt von Cécile de France), an die sich der Junge in seiner Hilflosigkeit klammert. Sie ist es dann auch, die Cyril sein, inzwischen vom Vater verkauftes, vielgeliebtes Fahrrad wieder besorgt und so den Auftakt setzt zu einer ungewöhnlichen Freundschaft. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Cyrills Vater und müssen auch die Probe mit einem im Viertel bekannten Dealer und Kleinkriminellen bestehen. Ohne Zweifel fühlen sich beide aus unterschiedlichen Motiven zueinander hingezogen, sind aber weit davon entfernt, ein schlichtes Bild der Harmonie widerzuspiegeln, sondern zeigen, dass die Suche nach Anerkennung nie an ihr Ende kommt.

Auch das neue Werk der stets zusammenarbeitenden belgischen (Regie-)Brüder Jean-Pierre und Luc Dardennes hat - genauso wie L'Enfant - Arthaus Collection und Le Silence de Lorna - in Cannes wieder einen Preis gewonnen. Einerseits knüpft "Der Junge mit dem Fahrrad" auch direkt an die Vorgängerwerke an, denn es geht wieder um Menschen am Rande der Gesellschaft, die sich in existenziell schwierigen, ja fast aussichtslosen Situationen befinden. Auch formal arbeiten die beiden ehemaligen Dokumentarfilmer wieder mit einer kargen und viele Lücken setzenden Erzählweise. Jedoch greifen sie diesmal nicht nur auf Laiendarsteller zurück, sondern verpflichten mit Cècile de France einen Star des französischen Kinos (Ein Geheimnis; Soeur Sourire - Die singende Nonne; Hereafter - Das Leben danach) für eine Hauptrolle und verzichten auch nicht wie sonst auf Filmmusik, sondern setzen an prägnanten Stellen ein Adagio Beethovens als Soundtrack ein. Ganz nebenbei gibt es ein Wiedersehen mit Schauspielern aus früheren Filmen der beiden Wallonen: Jérémie Reiner spielt wie schon in L'Enfant - Arthaus Collection einen überforderten Vater und Olivier Gourmet, bekannt aus Der Sohn (OmU), hat einen Kurzauftritt als Kellner.

So ist "Der Junge mit dem Fahrrad" bei aller spröden, naturalistischen Erzählweise und dem sozialkritischen und zum Teil auch tragischen Inhalt doch der bisher warmherzigste Film der Dardennes mit einem leicht märchenhaften Einschlag. Das durchgängige Thema der (mangelnden) Liebe wird auch optisch durch das knallrote T-Shirt von Cyril zum Ausdruck gebracht und der Betrachter möchte ihm wünschen und daran glauben, dass für ihn und die Menschen, die er neu gefunden hat, nun doch alles gut wird. Sehr sehenswert!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Welt ohne Hoffnung, 21. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Aus einem Erziehungsheim versucht der elfjährige Cyril vergeblich, seinen Vater Guy anzurufen. Nach einem Monat wollte ihn der Vater von dort wieder abholen. Am nächsten Tag schwänzt Cyril die Schule und macht sich auf den Weg zur väterlichen Wohnung. Als er den Betreuern aus dem Heim zu entkommen versucht, die ihm auf den Fersen sind, versteckt er sich in einer Arztpraxis. Dort begegnet er der Friseurin Samantha, die er fest umklammert und nicht mehr loslassen will, als die Erzieher ihn finden. Es stellt sich heraus, dass die Wohnung des Vaters leer ist. Niemand weiß, wo er sich aufhält. Nach einigen Tagen bringt Samantha ihm sein Fahrrad, das er für gestohlen hielt. Sein Vater hatte es verkauft. Gemeinsam finden sie ihn bei einem Aushilfsjob; tief verletzt muss Cyril erkennen, dass der Vater nichts von ihm wissen will. Samantha tröstet ihn. Nun besucht er sie regelmäßig. Auch die Erfahrung falscher Freunde bleibt ihm nicht erspart. Doch Samantha hält trotz aller Schwierigkeiten zu ihm.

Der Film konzentriert sich auf die Dynamik der Suche nach einem Zuhause, in dem Cyril sich geborgen und anerkannt fühlt. Das Fahrrad wird zur Metapher dieser Bewegung, weil es die bedrängende Dynamik und nervöse Energie verkörpert, mit der er nach einem solchen Ort für die eigene Identitätsbildung Ausschau hält. Eindringlich folgt die Kamera dem stets unruhig-impulsiven Verhalten des Jungen, der um soziale Aufmerksamkeit kämpft. Samanthas Fürsorge ist ein elementarer humaner Impuls, dem sie folgt, ohne dass dies psychologisch erklärt wird. Ein von seinem Vater verlassener Junge findet Zuwendung dort, wo er sie gar nicht erwartet hat, bei einer Fremden, deren Menschlichkeit im Kontrast wie aus dem Märchen - oder dem Kino erscheint.

Ein großer Film, der der Verlässlichkeit familiärer Bindungen misstraut, aber dennoch keine Welt ohne Hoffnung zeichnet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kaltes Sozialmärchen, 18. Januar 2013
Von 
Dieter Drewitz "didi" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Cyril (Thomas Doret), zwölf Jahre alt, widerspenstig und aggressiv ist auf der Suche nach seinem Vater, der ihn ins Kinderheim abgeschoben hat; und nach dem Fahrrad, das dieser ihm geschenkt hat.
Immer wieder rückt er aus, um seinen Vater zu finden. Doch dieser ist unbekannt verzogen.
Die junge Besitzerin eines Friseursalons Samantha (Cécile de France) hat sein Rad bei einem Jungen in Cyrils Wohnsiedlung entdeckt und bringt es ihm.
Sie nimmt Cyril auch an den Wochenenden in ihre Obhut. Und unterstützt ihn, als er mit seinem Vater konfrontiert und sein Rad geklaut wird. Und lässt ihn auch nicht fallen, als er sich einer Jugendgang anschließt.
Die spröden Sozialdramen der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne "Rosetta" und "Das Kind", wurden bereits in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.
Diesen Film, der 2011 in Cannes den großen Preis der Jury bekam, wirkt auf mich zu sehr versöhnlich.
Er ist ein modernes Märchen vom unterprivilegierten Helden, in dem die Zaubermittel Verantwortungsgefühl, Geduld und Zuwendung heißen.
Es ist eine wenig spannende, in einfachen Bildern erzählte Geschichte, die unsere Emotionen wenig berührt.
Wo Cyrils Mutter abgeblieben ist, verrät uns der Film nicht; auch nicht, warum sich Samantha so uneigennützig auf ein so schwieriges und aggressives Kind einlässt und sich deshalb sogar von ihrem Freund trennt.
Es bleibt mir ein Rätsel, was die Jury in Cannes und die internationale Filmkritik so an diesem Film begeisterte. Auf mich wirkt er kalt und künstlerisch uninspiriert.
Allein der ungestüm aufspielende, dreizehnjährige Hauptdarsteller macht den ansonsten blass erscheinenden Film noch sehenswert!
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2.0 von 5 Sternen Handwerklich gut, aber berührte mich nicht, 14. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Leider muss ich meinen Vorrednern lily_chouchou und Berliner_Eisbär zustimmen:
Auch ich fand den Jungen, Cyril, von Anfang an unsympathisch und nervig. So gut der Film handwerklich auch gemacht ist -- sein größtes Problem ist es meines Erachtens, dass die Handlungen der Figuren als unmotiviert und daher unverständlich präsentiert werden:
- Warum bittet Cyril Samantha, ob er an den Wochenenden zu ihr kommen darf? Sie ist doch eine Wildfremde für ihn.
- Warum sagt Samantha hierzu ja? Sie kennt den Jungen ja überhaupt nicht und hat zudem einen Freund, der damit vielleicht (und, wie wir später erfahren, auch tatsächlich) nicht einverstanden ist.
- Warum lässt sich Samantha so sehr auf den Jungen ein, dass sie dafür sogar ihrem Freund den Laufpass gibt, als dieser -- wie ich finde äußerst verständlich! -- sein Missfallen bezüglich der Situation kundgibt und folgerichtig fordert "er oder ich"?
- Warum lässt sich Cyril für den Überfall einspannen?
Dies alles erscheint äußerst unlogisch und ohne inneren Zusammenhang. Gut, dies ist sicher eine bewusste Entscheidung der Regisseure gewesen, aber das, was sich mir hieraus als Problem ergeben hat, war: Mir waren die Figuren genau deshalb einfach nur völliig egal.
Einige schreiben hier etwas von einem "warmherzigen" Film. Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich haben diejenigen einen anderen Film gesehen.
Aus den genannten Gründen fand ich den Film auch schlicht und einfach langweilig. Wenn die Herren Regisseure nicht geneigt sind, mir zumindest anzudeuten, weshalb die Figuren so handeln wie sie es tun, bin ich folgerichtig auch nicht geneigt, mich mit ihnen zu befassen.
Alles in allem kann ich leider von diesem Film nur abraten und würde ihn mir auch kein zweites Mal anschauen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Realistisch und wertvoll, 12. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Ein Vater trennt sich von seinem 12-jährigen Sohn, weil er ein neues, anderes Leben beginnen will. Der Junge ist ihm dabei im Weg, landet deshalb im Kinderheim und kann diesen Verlust weder begreifen noch verschmerzen. Verzweifelt versucht er alles, um wieder zurück zu seinem Vater zu kommen, den er so liebt. Wenigstens etwas Anerkennung von ihm wünscht er sich sehnlichst, ein paar Worte am Telefon, und er träumt davon, dass sein Vater ihm endlich sagt, dass er ihn am Wochenende manchmal abholen und wieder treffen wird. Das geht leider nicht Erfüllung.

Zufällig findet er eine (gute) Pflegemutter, die dann aber all die krassen Härten, Widerspenstigkeiten und Konflikte mit ihm erleben muss, die es in solchen Fällen so gut wie immer gibt. Jeder, der schon als Erzieher in einem Kinderheim gearbeitet hat, als Lehrer, Sozialarbeiter, Pflegeeltern ... kennt all diese verzweifelten und eskalierenden Situationen, die im Film genau und treffend dargestellt werden. Ein wirklich sehr guter, bemerkenswerter, authentischer Film, den ich jedem bestens empfehlen kann, der sich für Filme mit dieser Thematik interessiert.

Trotzdem habe ich diesem sehr guten Film nur 4 von 5 Punkten gegeben. Warum?
Ältere Filme, die sich genau mit dem gleichen Thema beschäftigen, sind vergleichbar und stehen ihm nicht nach, wie beispielsweise "Second best" ("Probezeit"), ... oder sogar der alte Defa-Film "Jonny kommt".
Der Film lebt von der schauspielerischen Leistung des Jungen (absolut bemerkenswert, sehr gut), aber für die anderen Darsteller bieten sich vergleichsweise zu wenige Chancen zum Profilieren.

Es gibt eine wirklich gute, anrührende Story, und der Regisseur entscheidet sich dafür, mit der Kamera einfach ganz dicht bei der Story zu bleiben, so nah und realistisch wie möglich, auf nur einer Ebene. Dadurch bleibt aber kein Raum für Vielschichtigkeit sowie ganz große, tiefe, übergreifende Bilder, Metaphern und ganz tiefe Emotionen wie beispielsweise in "Brecha" von Ivan Noel.

Trotzdem ein echt guter, wirklich hervorragender Film!
Ich empfehle unbedingt den Originalton, mit deutschen Untertiteln.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das einsame Kind auf dem Velo..., 22. Dezember 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Die belgischen Brüder und Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne sind Spezialisten für sperrige Sozialdramen, ihre Werke "LŽenfant" oder "Der Sohn" gehören zum besten was das europäische Arthaus Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
"Der Junge mit dem Fahrrad" ist das neue Werk und ist insgesamt etwas versöhnlicher konzipiert, auch wenn das Drama allgegenwärtig ist.
Der Film erzählt die Geschichte des 12jährigen Cyril (Thomas Doret), der nur eine Idee im Kopf hat: Er will mit seinem Vater Guy (Jeremie Renier) zusammen sein, der ihn vor einer Weile in einem Kinderheim untergrebracht hat und vor kurzem seine Wohnung aufgab und unbekannt verzogen ist. Es existiert keine aktuelle Telefonnummer, dabei hat der Vater seinem Sohn versprochen, dass er ihn spätestens in einem Monat wieder zu sich holen wird.
Als er es nicht mehr aushält, bricht er aus dem Heim aus und versucht auf eigene Faust seinen verschwundenen Vater zu finden.
Doch tatsächlich findet er die Wohnung leer und lernt dabei durch Zufall Samantha (Cecile de France) kennen, die dort einen Friseursalon hat.
Nachdem er wieder im Heim ist, kommt immerhin eine positive Entwicklung zustande. Die Frau nimmt den Jungen an den Wochenenden bei sich zuhause auf.
Gemeinsam versuchen sie den Vater ausfindig zu machen. Was auch gelingt: Doch das Wiedersehen mit Papa ist nicht so positiv wie von Cyril erhofft....
Eigentlich eine zufiefst traurige Geschichte, die hier erzählt wird. Ein Kind, vom Vater verlassen und ganz auf sich allein gestellt. Das einzige Mittel die Wut auszuleben scheint das Fahren mit dem Velo zu sein.
Besonders hart ist das Treffen von Vater und Sohn, wo der Junge die Ablehung seines Vaters zu spüren beginnt. Diese Ablehnung geht sehr an die Nieren, der kleine Junge weiß nun, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich selbst im Leben zu behaupten.
Immerhin erkennt er bald, dass er Unterstützung bekommt. Ansonsten würde er möglicherweise in die Kriminalität abdriften, denn in den Viertel sucht ein Dealer junge Handlanger.
Der Junge ist störrisch und aggressiv, ein Nervenbündel; das Heimpersonal hat ihn nicht im Griff. Eine unbändige Lebenswut hat ihn im Griff.
Doch statt der großen Ausweglosigkeit präsentieren die Brüder Dardenne diesmal einige Strategien gegen die Trostlosigkeit ihres unterprivilegierten Helden aus der sozialen Unterschicht: Verantwortungsgefühl und Geduld soll der kleine Mann auf dem Weg zum Erwachsenwerden lernen.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Arthauskino auf zwei Rädern, 24. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Also mich hat der Film etwas ratlos zurückgelassen! Der Film plätschert eher unaufgeregt dahin. Die Kamera folgt den ganzen Film über dem Jungen im rotem Hemd in fast dokumentarischen Still. Man erfährt dass der elfjährige Cyril von seinem Vater ins Heim gesteckt wurde. Angeblich nur für kurze Zeit. Aber es stellt sich heraus dass der Vater den Jungen tatsächlich für immer los werden wollte. Fast kann man verstehen warum! Immer wieder vesucht der Blondschopf aus dem Heim auszubrechen. Er schlägt und beißt um sich. Er ist zornig und uneinsichtig. Eigentlich unverständlich warum Samantha, eine 37 jährige Friseurin (dargestellt von Cécile de Frances, die in "Hereafter" ihre Nahtoterfahrung mit Matt Damon teilte) sich so sehr für den Jungen einsetzt. Ist sie doch eher eine Zufallsbekanntschaft aus dem Warteraum einer Arztpraxis wo sich der Junge hin flüchtet. Sie kauft sein Fahrrad zurück und wird zur "Gastmutter". An den Wochenenden nimmt sie ihn bei sich auf. Hierbei finde ich es erstaunlich dass man es familienfremden Personen gestattet Kinder aus dem Kinderheimen bei sich aufzunehmen. Und dann auch noch in relativ kurzer Zeit! Aber die Belgier gelten ja schon immer als sehr kinderfreundlich. Trotzdem unverständlich dass sie zugunsten des Jungen sogar ihren Freund vernachlässigt! Cyril macht ihr aber nicht nur Freude sondern auch ganz schön viel Ärger! Er läßt sich mit den falschen Leuten ein, und das dicke Ende ist vorhersehbar!

Es ist dem Jungdarsteller Tomas Doret hoch anzurechnen dass man ihn diesen unsymphatischen Bengel so leicht abnimmt! Mit stumpfen Blick der schnell zwischen Hoffnung und Entäuschung wechselt und sich nicht selten in einem Wutanfall entlädt, ist er ständig dynamisch auf dem Sprung. Nicht umsonst erhält er den Spitznamen "Pittbull" den er wahrlich verdient!

So wie der Film anfängt, so endet er auch. Man hat das Gefühl man wird in eine Geschichte reingeworfen und dann irgendwann wieder rausgezogen! Zuviele Fragen bleiben offen. Ich hätte gern erfahren wie es dazu kam dass Cyril im Heim landete. Wie war das zusammenleben mit dem Vater vorher? Was ist überhaupt mit seiner Mutter? Und wie geht es am Ende weiter mit Samantha und dem Jungen. Ratlos wird man entlassen. Ich weiß nicht ob alle Filme des Regiesseur Duos Dardenne so sperrig sind. Ich hab noch keine weiteren gesehen. Dieser hier muß aber nicht zwingend in meinem Filmregal landen. Sehenswert ist er aber trotzdem.
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5.0 von 5 Sternen Sehr bewegender Film, 6. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
In einer Zeit, in der die Menschen zunehmend egoistischer werden und sich in sozialen Bereichen immer weniger engagieren, zeigt dieser Film, dass es auch anders geht.
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5.0 von 5 Sternen Gutes tun braucht keine Gründe, 27. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Gutes tun braucht keine Gründe, die Liebe ist stärker als der Tod und alles Gemeine. So jedenfalls läßt der Film einen zurück, auch wenn sich die beiden Filmemacher-Brüder keinen Kommentar geben wollten und es dem einen doch herausrutscht (Kommentare in den Extras!!) Man versteht plötzlich ganz einfach den bösen Nachbarsjungen und das "schlimme" Kind. Und man bewunder die Einfachheit des Guten. Begründungslos!
Sehenswert!!
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4.0 von 5 Sternen Kleine verlorene Seele, 17. Juli 2013
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge mit dem Fahrrad (DVD)
Die Geschichte handelt von Cyril, einem zwölfjährigen Jungen, der von seinem alleinerziehenden Vater eigentlich nur vorübergehend in ein Kinderheim gegeben wird. Doch plötzlich verschwindet dieser spurlos, seine alte Wohnung ist verwaist und Cyril macht sich verstört auf die Suche nach ihm. Dabei hilft ihm Samantha, die Inhaberin eines Friseurladens, an deren Bein er sich bei seinem Fluchtversuch geklammert hat und nun fortan trotzdem am Wochenende zu Besuch kommen darf.
Sie wohnte im Viertel, in dem Cyril mit seinem Vater gelebt hat. Doch Cyril gerät in schlechte Gesellschaft und fabriziert so manch harte Bewährungsprobe für Samanthas Zuneigung und Fürsorge. Gelingt es ihr, für Cyril wieder einen Halt im Leben zu finden?.....

Eine Handlung, die sonst nicht im Fokus von filmischer Umsetzung liegt. Ein Kinder- und Jugendhilfethema, dass aber soweit glaubhaft umgesetzt wurde und dabei auch nicht den Unterhaltungswert außer acht gelassen hat. Man kann sich schon ein wenig über die Motive von Samantha wundern und über die emotionale Härte des Vaters von Cyril, im Bereich des Möglichen liegen jedoch beide. Erfreuliche schauspielerische Leistung, mit einem besonders dicken Lob an jungen belgischen Darsteller Thomas Doret als Cyril.

Extras: 'Making of' (gut 30 Minuten, OmU, die Regisseure versuchen uns ihr Werk näher zu bringen), danach Interviews mit eben Jean-Pierre und Luc Dardenne, den Filmschaffender
(ca. 11 Minuten, OmU) und der Hauptdarstellerin, Cécile de France (ca. 18 Minuten. OmU)

Fazit: Sicherlich kein Popcorn-Kino, aber auch keine staubige Sozialstudie, sehenswert.
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Der Junge mit dem Fahrrad
Der Junge mit dem Fahrrad von Thomas Doret (DVD - 2012)
EUR 11,94
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