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276 von 323 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (Mehr als nur ein) Ziemlich guter Film!
Mein Eindruck des Kinofilms:

Der querschnittsgelähmte Philippe ist sicherlich nicht zu beneiden. Vom Kopf abwärts bewegungsunfähig führt er ein Leben, das sich in seiner Eingeschränktheit wohl kaum jemand so richtig vorstellen kann. Er hat nur einen "Vorteil" gegenüber den meisten Menschen, denen es ähnlich geht: Er ist reich...
Veröffentlicht am 13. Januar 2012 von Schwalbenkönig

versus
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hin und hergerissen...
Der schwerreiche Philippe (François Cluzet) ist nach einem Unfall vom dritten Halswirbelkörper an abwärts gelähmt. Auf der Suche nach einem Vollzeitpfleger läuft ihm der Kleinkriminelle und Sozialschmarotzer Driss (Omar Sy) über den Weg. Der fällt jedem Arbeitgeber zum Trotz bereits damit negativ auf, dass er rumlümmelt, keinen Bock hat,...
Vor 11 Monaten von Hemeraner veröffentlicht


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276 von 323 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (Mehr als nur ein) Ziemlich guter Film!, 13. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
Mein Eindruck des Kinofilms:

Der querschnittsgelähmte Philippe ist sicherlich nicht zu beneiden. Vom Kopf abwärts bewegungsunfähig führt er ein Leben, das sich in seiner Eingeschränktheit wohl kaum jemand so richtig vorstellen kann. Er hat nur einen "Vorteil" gegenüber den meisten Menschen, denen es ähnlich geht: Er ist reich. Und so kann er sich genug Personal leisten, das sich rund um die Uhr um ihn kümmert. Aktuell sucht er dafür (wieder einmal) einen persönlichen Pfleger. Bei den zahlreichen Bewerbungsgesprächen taucht plötzlich ein junger Mann namens Driss auf, der eigentlich nur eine Unterschrift für's Arbeitsamt will. Und Philippe entscheidet sich genau für diesen Mann! Warum ist allen Beteiligten ein großes Rätsel, denn der schwarze Driss kommt aus der Unterschicht Paris' und passt nicht wirklich in diese vornehme Welt. Was sieht Philippe in Driss? Im Verlauf dieser Geschichte nach einer wahren Begebenheit gibt es die Auflösung. Und noch so einiges mehr...

Filme über das Aufeinanderprallen von Personen aus völlig unterschiedlichen Kulturen gibt es wie Sand am Meer. Sie sind oft voll mit Klischees und meist auf reinen Klamauk ausgelegt. Filme über Behinderungen sind schon schwerer zu finden und dann entweder sehr dramatisch (Schmetterling und Taucherglocke, Das Meer in mir) oder sehr fröhlich (Wo ist Fred?). Klar, es ist ein sensible Angelegenheit. Die Franzosen Olivier Nakache und Eric Toledano (Regie & Drehbuch) haben sich nun beider Themen gleichzeitig angenommen und bei der Umsetzung ist ihnen der sensationelle Spagat zwischen dem Entweder und Oder gelungen. Sie haben eine Dramödie geschaffen, die für mich bisher unerreicht in Sachen Wechselbad der Gefühle und Feingespür ist. Mal krampfartiges Lachen, mal tiefes Mitgefühl. Aber immer mit treffsicherer Herzlichkeit und auch immer mit einer dicken Portion Charme, an der die beiden Hauptdarsteller nicht unwesentlich beteiligt sind. Wo hat sich der Omar Sy (Driss) eigentlich bisher versteckt? Ich hoffe jetzt schlägt seine Stunde und in Zukunft gibt es noch mehr von ihm zu sehen. Das war richtig stark! Was übrigens auch für Francois Cluzet gilt. Mehr davon! Vergessen will ich selbstverständlich nicht den prächtigen Soundtrack, der genau wie der Rest des Streifen die perfekte Mischung ist und natürlich den netten Beigeschmack der wahren Begebenheit. Ob alles genau so wie gezeigt stattgefunden hat, weiß ich nicht, aber das macht nichts, schließlich ist dies ein Film. Und Filme sollen unterhalten. Was "Ziemlich beste Freunde" eindrucksvoll macht!

Mein Fazit: Mein Lieblingsfilm des Winters ist ein Film zum Lachen, Wohlfühlen und Nachdenken. Fans von Komödien werden diesen Film mindestens gut finden, Fans von Dramen werden sehr gut unterhalten. Wer beide Genres mag, glaubt sich im Filmhimmel!!

Das Filmzitat: "Keine Arme, keine Schokolade!"

Vergleichbar mit: The King's Speech, Little Miss Sunshine
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157 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typiquement francais, 14. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
"Ich habe es gewusst" zu sagen, wäre jetzt zu einfach... aber es nicht zu sagen, fällt genauso schwer... ;-)

Da kommt ein Film in die Kinos, der sich mal nicht gutmenschelnd und plakativ tolerant randgefüllt mit political correctness Themen annimmt, die von sich aus eher schwierig zu behandeln sind... und schafft es, einen bei allem Lachen und Lächeln sehr nachdenklich und trotzdem voller Optimismus aus dem Kino zu entlassen - und schon schreit wieder jemand "flach, banal, verallgemeinernd, dem Thema nicht gerecht" usw. usw. usw.

Ja, Philippe ist reich, adlig, hat dadurch viele Vorteile, die ein durchschnittlicher Behinderter nicht hat. Aber was nutzt ihm all sein Geld? Die, die sich um ihn kümmern, sehen in ihm den Arbeitgeber, den Behinderten, den Bemitleidenswerten, den, um den man sich kümmern muss, der viel Pflege braucht... keiner sieht in ihm einen Menschen mit Sehnsüchten, Wünschen, Träumen, die jäh abrupt beendet wurden.
Und dann platzt dieser - im Film zugegebenermaßen besser als in der Realität aussehende - Bewohner des Banlieue in sein Leben... und will da gar nicht rein! Im Gegensatz zu all den professionell Betroffenen, mit denen Philippe sonst so zu tun hat... und dann kommt er aber doch - und entdeckt diese neue Welt mit einer Skepsis und einer Unbekümmertheit, die ansteckend ist.

Zwei meiner liebsten Szenen aus dem Film, die, wie ich finde, das Thema wunderbar auf den Punkt bringen:
Driss soll Philippe mit dem Auto fahren - selbstverständlich wartet Philippe vor dem "behindertengerechten" Transporter - und Driss ist völlig sprachlos, wie jemand sich so transportieren lässt. "Es ist pragmatisch" - was für ein Käse. Und setzt Philippe in den Maserati, der sorgfältig abgedeckt daneben steht. Die Freude zu sehen, die sich danach während der Fahrt auf Philippes Gesicht breitmacht, ist tief berührend.

Und die zweite Szene: Philippes Anwalt und Freund warnt ihn vor Driss. Er sei ein Krimineller und ihm sei nicht zu trauen. Er habe keinerlei Qualifikationen und kein Mitleid. "Genau das will ich. Was er voerher gemacht hat, ist mir sch... egal. Weißt du, dass er mir immer wieder das Telefon reicht? Weil er vergisst, dass ich das nicht kann!"

Philippe braucht Mitgefühl, kein Mitleid - und genau das bekommt er von Driss. Als Philippe vor Schmerzen stöhnt, ist Driss bei ihm und beruhigt ihn, wacht an seinem Bett, ohne Worte, er ist einfach nur da. Und hilft ihm so viel mehr als alle Profis, die über ihrer Professionalität ihre Menschlichkeit vergessen haben...

Nur, wer schon einmal heftige Schmerzen erlebt hat, weiß, wie wichtig es ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der einfach da ist, die Hand hält - oder hier das Gesicht - und einen Anker bietet, der einen in dem Chaos mit der Realität verbunden hält. Das ist durch nichts zu ersetzen...

Und genau das ist es: es geht um Menschlichkeit, die aus dem Herzen kommt, die den anderen so nimmt wie er ist, ohne nachzudenken, ohne sich um irgendwelche Normen oder gesellschaftliche Regeln zu kümmern, direkt, geradeaus.

Der Film ist für mich typiquement francais, leicht, spielerisch und in seinen Botschaften sehr subtil. Nur, wer mit Kopf und Herz dabei ist, hört und sieht auch die leisen Töne, die versteckten Botschaften - und die dadurch unüberhörbare Kritik an unserem Umgang miteinander...

Danke, danke an die Drehbuchautoren und an die Darsteller für dieses feine, liebevolle, wunderbare Geschenk!

P.S. Eine Beschreibung des Inhalts habe ich mir jetzt geschenkt, weil die in den anderen Rezensionen bereits sehr gut und vollständig erfolgte. :-)
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70 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Agains all Odds, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
(Kinoversion)

"Ziemlich beste Freunde" ist einer der besten französischen Filme, die ich je gesehen habe, eine wunderbare Culture-Clash-Komödie mit ernsten Anklängen, die so lebensbejahend und realistisch ist, dass einem ganz warm ums Herz wird. Ein großartiger Film, der trotz seiner eigentlich bedrückenden Geschichte warmherzig, lustig und ergreifend ist und einen mit einem wunderbar leichten Gefühl wieder aus dem Kino entlässt. "Ziemlich beste Freunde" beweist einmal mehr: die besten Geschichten schreibt das wahre Leben, denn dieser Film beruht auf einer wahren Geschichte. Ein besserer Start ins neue Kinojahr ist kaum möglich, weshalb ich "Ziemlich beste Freunde" jedem nur wärmstens empfehlen kann.

Der Aristokrat Philippe (François Cluzet, "Kleine wahre Lügen") ist seit einem Sportunfall vom Hals abwärts gelähmt. Sein Verschleiß an Pflegekräften ist hoch, da die Pflege arbeitsintensiv ist und Philippe so seine Launen hat. In eine erneute Vorstellungsrunde platzt eines Tages auch der Senegalese Driss (Omar Sy, "Micmacs"), der den Job allerdings gar nicht haben will, sondern nur die Unterschrift für das Arbeitsamt, die beweist, dass er sich beworben hat. Aus einer Laune heraus stellt Philippe Driss dennoch für vier Wochen zur Probe ein, weil ihm die unverblümte, direkte Art von Driss gefällt. Trotz gravierender sozialer Unterschiede begegnet ihm Driss auf Augenhöhe und hat vor allem kein Mitleid mit Philippe. Driss' kriminelle Vergangenheit, sein Gefängnisaufenthalt und sogar, dass Driss ihm beim ersten Besuch gleich eins seiner wertvollen Fabergé-Eier klaut, interessieren Philippe nicht. Für ihn ist Driss die Chance, aus seinem eintönigen Alltag auszubrechen und wieder mehr am Leben teilzunehmen. Driss tauscht den Behinderten-Transporter erstmal gegen den schnittigen Maserati aus Philippes Fuhrpark ein, lacht hemmungslos über die verkleideten Sänger in der Oper, in die ihn Philippe mitnimmt, mischt Philippes langweilige Geburtstagsparty samt Kammerorchester mit den Songs von Earth, Wind & Fire auf und raucht mit ihm Joints. Zwischen Philippe und Driss entwickelt sich tatsächlich eine Freundschaft, von der beide gleichermaßen profitieren. Bis Driss' Vergangenheit ihn wieder einholt...

Philippe Pozzo di Borgo, einst Werbeleiter der Champagnerfirma Pommery, verunglückte 1993 mit 42 Jahren bei einem Paragliding-Flug und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Kurz darauf musste er auch noch den Tod seiner Frau verwinden, die ihn mit den zwei adoptierten Kindern allein zurückließ. Bis er eines Tages den 20jährigen, algerischstämmigen Kleinkriminellen Abdel Sellou trifft und als Pfleger einstellt. Die gemeinsame Zeit mit Sellou hat Pozzo di Borgo in seinem 2001 erschienenen Buch "Le second Souffle" (in etwa "Der zweite Atemzug") beschrieben, 2004 folgte sogar eine Dokumentation über diese ungewöhnliche Geschichte. Und genau diese hat die Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano zu ihrem Film inspiriert.

"Ziemlich beste Freunde" ist ein herzerfrischend ehrlicher, kurzweiliger, amüsanter, mitfühlender und beeindruckender Film. Natürlich kommt auch er nicht ohne Klischees aus (Driss' "Bad Boy"-Image färbt ein wenig auf den zurückhaltenden Aristokraten ab, es werden Joints geraucht, der Rollstuhl wird auf mehr PS getrimmt und auch Prostituierte kommen, wenn auch auf sehr ungewöhnliche Weise, zum Zuge), aber gerade an den Stellen, wo man sie zwangsläufig erwartet, werden Klischees glücklicherweise vermieden. Driss nutzt Philippe trotz dessen offensichtlichem Reichtum nicht aus, er wird auch nicht rückfällig und sinkt auch nicht wieder ab ins kriminelle Milieu.

Driss' ungestüme Art, seine Flapsigkeit, die aber nie in Respektlosigkeit abdriftet und seine immer ungefiltert aus ihm herausströmenden Emotionen verbinden sich auf einzigartige Weise mit Philippes feinsinnigem Humor, seiner ruhigen, aber bestimmten Art und dem umfangreichen Wissen, von dem er ein wenig an Driss weitergeben kann. Er fängt an, die Welt mit Driss' Augen zu sehen und kann sich selbst immer öfter ein Schmunzeln oder Lachen nicht mehr verkneifen, wenn Driss ihn mit seiner Unbekümmertheit auf die offensichtlichen Missstände in Philippes manchmal sehr steifer Welt hinweist. Es macht einfach Spaß, diesem emotionalen Aufeinanderprallen von Banlieue und Pariser Nobelviertel zuzusehen, das sich nach und nach auf eine recht einfache Aussage reduzieren lässt: Das Leben lohnt sich, selbst, wenn man eigentlich schon nicht mehr daran glaubt.

Die 112 Minuten vergehen wie im Fluge, Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf, im Gegenteil, man hätte diesem nur scheinbar ungleichen Paar gerne noch viel länger zugesehen. Und das liegt neben dem fantastischen Drehbuch der beiden Regisseure und deren Talent, Filme zu drehen, einem sehr stimmigen Soundtrack, der die Unterschiede zwischen Philippes und Driss' Welt auch musikalisch hervorragend veranschaulicht, natürlich vorrangig an dem grandiosen Cast. François Cluzet, der hier vollkommen auf seine Mimik und Sprache reduziert agieren muss, meistert diese Aufgabe hervorragend. Er spielt seinen Philippe mit fast anmutiger Würde, Großmut, aber auch Verzweiflung und Hilflosigkeit. Omar Sy, dieser beeindruckend dunkle Hüne, versieht seinen Driss mit einem herrlich schnodderigen Charme, entwaffnender Ehrlichkeit und einer erstaunlichen Vielschichtigkeit, die von trotziger Arbeitsverweigerung über unbändige Freude bis hin zu erstaunlicher Sanftmut reicht. Flankiert werden diese beiden großartigen Mimen von nicht minder begabten Nebendarstellern, die sich sowohl in Philippes Haushalt als auch in Driss' Familie finden.

Es gibt schlicht und ergreifend nichts Negatives zu sagen zu diesem Film. Er ist Kinounterhaltung in seiner besten Form, er berührt, erfreut und stimmt nachdenklich. Man fühlt sich bestens unterhalten, ist sofort emotional involviert, kann herzhaft lachen aber auch ruhige, traurige und ergreifende Momente genießen. Zu Recht hat bereits jeder dritte Franzose diesen Film gesehen und man kann nur hoffen, dass "Ziemlich beste Freunde" auch in Deutschland ähnlich populär werden wird. Ich trage gern meinen Teil dazu bei, indem ich diesen Film jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Somit gerne volle fünf von fünf ungewöhnlichen Freundschaften, aus denen Wunderbares erwachsen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer will und braucht schon Mitleid?, 2. Januar 2013
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
Philippe, ein wohlhabender, kulturell beflissener Freund von Opern, Poesie und klassischer Musik, wäre eigentlich dazu prädestiniert, sich wie ein Spießer aufzuführen, als dieser farbige Ex-Knacki mit den extrem schlechten Manieren sich bei ihm als Pflegekraft vorstellt, ohne den Job wirklich zu wollen. Aber der vom Hals abwärts gelähmte Philippe hat bereits genug verlogene, langweilige oder ihn bemitleidende Bewerber anhören müssen. Da er nichts mehr zu verlieren hat und weiß, dass sein trostloses Leben durch so einen von Grund auf ehrlichen Frei-Schnauze-Typen, der über abstrakte Kunst bloß lästern kann und der sich bei Theaterbesuchen über die unfreiwillige Komik der Schauspieler kaputtlacht, nur bereichert werden kann, engagiert Philippe den humorvollen Afrikaner einfach mal. Er weiß, er kann ihn ja jederzeit feuern. Aber Philippe trifft damit seine ziemlich beste Entscheidung. Wenn ich mich beim Ansehen des Films nicht völlig getäuscht habe, scheint der Mann, der lange Zeit nichts zu lachen hatte, ab sofort innerlich aufzublühen und wieder ziemlich gerne zu leben - bis hin zu dem Tag, an dem ihm von seinem neuen Freund ein großer menschlicher Dienst erwiesen wird.

Gleich der Anfang dieses vielgerühmten französischen Überraschungserfolgs nimmt auf clevere Weise gefangen: Durch die Szene im Auto, wo die Herrschaften sich vergnügt durch den Verkehr mogeln, bekommt man sofort einen Eindruck davon, wo der Hase langlaufen wird, wenn anschließend die Geschichte des ungleichen Männergespanns von vorne erzählt wird. Aber ich will ja nicht zuviel verraten, auch wenn ich davon ausgehe, dass es kaum jemanden gibt, der den Film noch nicht gesehen hat. Zuschauer, die ihn leider nicht sehen können, weil sie blind sind, haben die seltene Gelegenheit, eine DVD zu kaufen, bei der auch eine Extra-Tonspur mit akustischer Bildbeschreibung enthalten ist. Tipp am Rande: Nicht auf eine TV-Ausstrahlung warten, wo sie dann die wunderschöne Pianomusik des Abspanns wegschnippeln! Lieber die DVD kaufen, die obendrein noch einen Audiokommentar der Regisseure und Hauptdarsteller enthält.

Fazit: Freche und dabei doch zutiefst menschliche Tragikomödie nach einer wahren Begebenheit. Einer der ziemlich besten Filme unserer Tage. Das behaupte ich einfach mal, ohne in letzter Zeit sehr viele neue Kinofilme gesehen zu haben.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hin und hergerissen..., 4. Juni 2014
Von 
Hemeraner "Hemeraner" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der schwerreiche Philippe (François Cluzet) ist nach einem Unfall vom dritten Halswirbelkörper an abwärts gelähmt. Auf der Suche nach einem Vollzeitpfleger läuft ihm der Kleinkriminelle und Sozialschmarotzer Driss (Omar Sy) über den Weg. Der fällt jedem Arbeitgeber zum Trotz bereits damit negativ auf, dass er rumlümmelt, keinen Bock hat, dies auch so sagt und das erste was er ankündigt, er wolle die Bescheinigung für den Sozialträger haben, damit er seine vollen Leistungen erhält. Auf die Arbeit selbst - was auch immer es sei - habe er keine Lust. Magalie (Audrey Fleurot), die das Vorstellungsgespräch führt, hat es ihm jedoch angetan und so meint er dort bereits frech, dass sie eines seiner Ziele sei. Philippe sagt das Verhalten von Driss zu, da er sich nicht um dessen Behinderung schert und ihn nicht mit Wattehandschuhen anfasst wie der Rest seiner Umgebung. Er stellt ihn auf Probe ein. Der Beginn einer sonderbaren Freundschaft...

Ich hatte mir zunächst die DVD gekauft, einige schwärmten nach Erscheinen monatelang von dem Film. Aber dennoch habe ich ihn mir nicht angeschaut gehabt. Ob Kinogänger oder DVD-Käufer: "Musst Du UNBEDINGT (!!!) sehen. Bestete Film aller Zeiten!" Nun ja, aufgrund einer damaligen Amazon-Aktion habe ich daraufhin meine DVD verkauft und dann stattdessen, besteste Film aller Zeiten sei Dank die hiesige Limited Edition geholt. Angesichts der zu 99 % 5-Sterne-Rezis, meiner kompletten Umgebung und sämtlicher Kritiken fühlte ich mich wie ein Alien. Jetzt habe ich es endlich geschafft den Film zu sehen und siehe da: Ich traue mich kaum keine 5-Sterne-Rezi abzugeben. Der Film ist sicherlich nicht schlecht gespielt und soll eine Warmherzigkeit einer Freundschaft rüberbringen, die aus zwei verschiedenen Lagern kommen. Er soll sich für ein normales Miteinander für Behinderte und eigentlich allen Menschen gleichermaßen aussprechen. Dabei passt der deutsche Titel nicht allzu gut. Der Originaltitel ließe sich in etwa mit "Unberührbar" oder "Unantastbar" übersetzen. Einerseits stammt nämlich Driss bzw. dessen Vorbild aus einer Volksgruppierung, die an sich unberührbar ist und jeder, der dagegen verstößt kriegt erst mal eins auf die Fresse, so das Hörbuch. Andererseits ist Philippe unantastbar, weil jede Berührung ihm unterhalb des Halses abgeht bzw. er an starken "Phantomschmerzen" leidet.

Die Limited Fan-Edition wäre denjenigen anzuraten, die den Film volle 1000 Sterne geben würden. Sie lässt keine Wünsche offen. Sie enthält den Soundtrack, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Er war der erste, den ich zunächst ins Autoradio geschoben habe und damit unabhängig vom Film einen ersten Eindruck bekommen hatte. Gefallen hatte er mir jetzt nicht bzw. es wäre kein Soundtrack gewesen, den ich mir gekauft hätte. Viele Klavierstücke, deren Art mir jetzt nicht gefallen hatten.

Discs 2 bis 5 enthalten jeweils den Hauptfilm oder die Specials. Dabei ist von jeder Scheibe entweder die DVD oder die Blu-ray vorhanden. Warum eine Scheibe bisher nur den Hauptfilm enthält, wobei die andere die Specials enthält ist mir ein Rätsel. Auf der Special-DVD bzw. Blu-ray befinden sich diverse geschnittene Szenen, die im Originalton vorliegen und mit oder ohne Audiokommentar gehört werden können. Viele Szenen sind es nicht. Auf sie wurde verzichtet, weil sie entweder redundant sind wie zB die eine Szene, in der Driss mal wieder die Rothaarige anbaggert oder das Tempo aus der ganzen Sache nehmen.

Dann gibt es noch Discs 6 und 7. Eine enthält das Hörbuch in 60 Kapiteln, wobei Kapitel 1, 59 und 60 jeweils Musik bzw. Information hierüber sind. Ich habe es lediglich bis zum 21. Kapitel ausgehalten, dann musste ich abschalten. So locker fröhlich wie der Film teilweise trotz der Behinderung rüberkommt, geht es in dem Hörbuch natürlich nicht zu. Außerdem kam ich teilweise nicht mit, weil der Autor zeitlich hin und herspringt. Man sieht irgendwie keinen roten Faden.

Einerseits schildert Philippe Pozzo di Borgo hierin zunächst, dass er nicht mit seinen Schicksal hadern möchte, andererseits tut er hierin nichts anderes. Er trauert alten Zeiten hinterher, z. T. dass er sich hieran nicht mehr erinnern kann. Einen Großteil der Schliderungen sind sexueller Natur, wie er um seine Beatrice trauert, die an einem Krebsleiden verstorben ist. Es gab mehrere Fehlgeburten. Das Hörbuch ist starker Tobak und nichts für zartbesaitete. Depressive sollten erst gar nicht einschalten. Gelesen wird es teilweise aber auch etwas seltsam - ich kann es gar nicht erklären - wie mit Stolz und streckenweise Ha-mäßig. Es ist schlecht zu beschreiben. Etwas überheblich bei einigen Überschriften der Kapitel. Dabei stelle ich fest, wie unsympathisch mir eigentlich der Typ ist. Warum auch immer. Es ist einfach ein Bauchgefühl. Mit einem goldenen Löffel im Hintern geboren und zeit seiner Jugend ohne Probleme aufgewachsen, trifft ihn - wobei er mein Mitgefühl hat - nach einer wunderschönen Beziehung ein Mist nach dem anderen: die Krebserkrankung seiner Frau, mit der er zunächst in "wilder Ehe" gelebt und geliebt hat, da sind dann die vielen Fehlgeburten und schließlich sein Unfall. Mag es diesen privaten Problemen geschuldet sein oder nicht. Auf einem Paraglidingflug überschätzt sich Philippe Pozzo di Borgo wie so oft schon und macht dann einen fatalen Fehler, der letztlich zum - damit selbstverschuldeten - Unfall führt. Zuvor hat er ständig gesagt, dass man dies oder jenes nicht beim Gliden machen sollte, er hat es trotzdem gemacht. Er belächelte die Anfänger, von denen er selber mal einer war. Hatte wider besseren Wissens jedes Risiko auf sich genommen. Seinen Arbeitnehmer/Kumpel whatever, der Algerier Abdel Yasmin Sellou, hat zunächst überhaupt keinen Bock auf gar nichts, "Driss" ist Kleinkrimineller und Sozialschmarotzer, zumindest wird Driss so dargstellt. Di Borgo bezeichnet Sellou als Freund. Dem Grunde nach weiß er aber eigentlich nichts von ihm bzw. seinem früheren Leben, wie er selbst in der Autobiographie schildert.

Letztendlich ist auch auf der letzten Disc die Dokumentation der beiden zu sehen. Auch Sellou kommt mir unsympathisch und oberflächlich vor. Er ignoriert die Realität, lässt alles schleifen, zieht einiges ins Lächerliche, was nicht lächerlich ist. Den Realitätsverlust bestätigt er gegenüber der Interviewerin, die - weswegen mir di Borgo auch nicht so ganz koscher ist - von di Borgo während des Interviews angebaggert wird. Er verweist darin, was ihm abgeht, wenn er an Frauen denkt, er jetzt aber nicht sagen könne bzw. ihr das nicht sagen könne. Es bedürfe keiner weiteren Erklärung.

Wir haben also zwei Typen, aus zwei "Schichten" wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber aufgrund einer Gemeinsamkeit, nämlich die des Unangetasteten sich als Zweckgemeinschaft/freundschaft whatever zusammengeschweißt haben. Dabei schien mir das Zusammenspiel in der Doku teilweise wirklich ziemlich oberflächlich.

Was den Film angeht, so taucht Driss als Sozialschmarotzer auf, der eigentlich nur seinen Stempel fürs Amt haben will. Aufgrund privater Probleme, er weiß auch nicht wo er hin soll, fühlt er sich zunächst wie die Made im Speck. Er hat ein eigenes Badezimmer, vernachlässigt seine Pflichten. Philippe ist von ihm angetan, weil er auf dessen Behinderung - na ja, er behandelt ihn halt "normal". Dies ist sicherlich richtig und wichtig. Teilweise gerät Philippe aber auch für ihn zum Spielball. Da wird ein Hitlerbärtchen rasiert und er kann nur sagen, dass er darüber empört ist. Driss tut, wonach ihm beliebt. Er nimmt den Masarati und kachelt durch die Innenstadt und veräppelt die Polizei. Er ist rüpelhaft, lacht über Kunst und Kultur und baggert alles und jeden an, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Seine Pflichten vernachlässigt er zu Beginn bzw. verweigert diverse Arbeiten oder versemmelt sie (Fußpflegemittel auf den Haaren z. B.).

Philippe hingegen ist tatsächlich mit dem goldenen Löffel im Hintern geboren worden und daran gewöhnt, das zu bekommen, was er möchte. Er zieht sich zurück, wanns ihm passt, hat Depressionen und lässt das ein oder andere an seine Umgebung aus.

Natürlich gibt es hin und wieder einige witzige Situationen ohne vollends ins Lächerliche abzudriften und natürlich kann François Cluzet trotz seiner anfänglichen Widerwilligkeit solche Charaktere zu spielen wie er im Interview verrät, da er hier nur mit der Mimik seines Gesichts arbeitet auch den inneren Schmerz widerspiegeln, was sein Alter Ego di Borgo rührte. Das Spiel der Schauspieler AN SICH ist gut. Sympathisch werden die Charaktere für mich dadurch jedoch auch nicht. M. E. nach kann ich den Film zwar schauen und es war kein voller Griff ins Klo. Aber er war für mich eher Durchschnittskost und nicht die Offenbarung des Films schlechthin, wie sie die über 1000 5-Sterne-Rezis und alle positiven Eindrücke des Films mir vermitteln wollten.

Das Box-Set hingegen ist schön aufgemacht, enthält soetwas wie eine magnetische Vorrichtung. Der Schuber ist von oben oder unten von dem Karton wegschiebbar. Der Karton enthält reich bebildert nicht nur ein kleines Bändchen zum festhalten, sondern einige Postkarten, ein Filmposter, ein Produktionshandbüchlein, die Digital Copy Karte (die allerdings zum 31.12.13 ausgelaufen war), diverse Flyer und ein ausklappbares Mediabook, das ebenfalls reich bebildert alle sieben Scheiben enthalten hatte.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen selten so einen guten Film gesehen, 13. Februar 2012
Von 
Joko - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
Auch ich habe den Film am Wochende gesehen und bin total begeistert.
Ich habe lange nicht mehr soviel gelacht bei einem Film und trotzdem bleibt ein nachhaltiger Eindruck zurück, denn man wünscht allen "gehandicapten Personen" einen solchen Umgang durch die Umwelt.

Driss ein arbeitsloser Kleinkrimineller, bewirbt sich als einer von vielen bei einem durch einen Unfall querschnittsgelähmten,reichen Pariser. Obwohl Driss nur eine Unterschrift unter ein Dokument braucht, das ihm die Arbeitslosenunterstützung garantiert, entscheidet sich Philippe für Driss. Allerdings sagt er ihm gleich, dass er wettet, dass Driss nicht länger als einen Monat durchhält.Da Driss ein Spieler ist, lässt er sich auf diese Wette ein und.....gewinnt.Obwohl ihm die Arbeit zu Anfang sehr ungewohnt und teilweise auch unangenehm ist,bekommt er im Laufe der Zeit ein sehr intensives Verhältnis zu Philippe, der das absolute Gegenteil von Driss ist. Ein kulturell bewanderter und belesener Mensch, der durch Driss`spontane Art in manche Situationen gerät, die er allein wohl kaum erlebt hätte. Driss nimmt keine Rücksicht auf Philippes Zustand, sondern behandelt ihn genauso wie andere Personen. Die Einschränkungen durch seine Querschnittslähmung fegt er mit einer Armbewegung zur Seite und so fährt Driss Philippe auch nicht mit einem Lieferwagen durch die Stadt, in dem sein Rollstuhl gut verstaut werden kann, sondern nimmt den hochtourigen Wagen, den Philippe vor seiner Krankheit gefahren hat. Genau das scheint Philippe an Driss zu gefallen . Er gibt ihm ein Stück seines früheren Lebens zurück und versucht ihm trotz seiner Behinderung auf gleicher Höhe zu begegnen

Die beiden Hauptprotagonisten dieses Filmes haben ihre Arbeit gut gemacht. Sehr überzeugend werden die jeweiligen Rollen dargestellt, obwohl mir Driss noch ein bisschen besser gefallen hat. Die Situationskomik an vielen Stellen, nimmt dem Thema nicht nur die Schärfe, sondern macht ganz klar, dass Personen, die durch eine Behinderung in ihrem Lebensalltag eingeschränkt sind, kein Mitleid wollen, sondern ein sofern möglich, normales Leben weiterführen möchten.Trotz vieler komischer Situationen ,wird der Film aber an keiner Stelle unsensibel oder wird durch Klaumauk bestimmt.Der Witz entsteht einfach durch die beiden Welten,die hier aufeinander prallen.Das dieser Film auf wahren Begebenheiten beruht, gibt ihm meiner Meinung nach noch mehr Aussagekraft und man wünscht sich, dass die Aussage dieses Films von vielen Menschen gehört wird.

Ein Filmerlebnis, das mit lange in Erinnerung bleiben wird und dass ich mir bestimmt noch einmal gönnen werde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmalig und Top Qualität, 27. Februar 2015
Als das Paket ankam war ich erstaunt wie schwer und wie groß die Box war. So stabil , damit habe ich nicht gerechnet! Der Inhalt mehr als perfekt, BluRay, DVD, Infomaterial, Zusatzdokus , Postkarten, Kinoposter... einfach TOP!
Das einzige was mich immer wundert ist, dass die CD's nicht fest in der Packung sind , sondern beim öffnen immer durch die Gegend fliegen, ob das durch den Transport kommt dass die sich lösen, keine Ahnung, jedoch geht das nicht von der Qualität ab, denn alles ist heile und schnell wieder eingepackt!
Ich kann nur sagen für DEN Preis ein absolutes muss! TOP!
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5.0 von 5 Sternen "Die Leute von der Straße kennen kein Mitleid." - "Das ist genau das, was ich möchte: kein Mitleid.", 23. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
"Ziemlich beste Freunde" ist der französische Kinoerfolg aus dem Jahr 2011. In den Hauptrollen sind François Cluzet und Omar Sy zu sehen. Der Film basiert auf eine wahre Begebenheit und wurde von Kritikern wie Zuschauern überschwänglich gelobt.

Der vermögende Philippe ist seit einem Unfall vom dritten Halswirbelkörper an abwärts gelähmt und sucht eine neue Pflegekraft. Driss der erst vor kurzem aus der Haft entlassen wurde bewirbt sich um die Stelle mit der Erwartung abgelehnt zu werden. Bei einem persönlichen Gespräch der beiden beeindruckt Driss Philippe damit das er kein Mitleid zeigt und sich über dessen körperliche Behinderung sogar amüsiert. Und bekommt so die Stelle auf Probe.

Es ist unglaublich wie toll der Film ist. Und wie man es geschafft hat ein ernstes Thema so amüsant auf der Leinwand zu thematisieren. Der schwere Unfall von Philippe und die daraus resultierende Behinderung steht u.a. im Mittelpunkt und wirkt keinesfalls erdrückend. Dafür sorgen tut auch Driss der unheimlich locker damit umgeht und so nicht nur der Figur Philippe im Film hilft besser damit umzugehen. Ein großartiger Film der mit diesem schweren Thema so wunderbar locker umgeht und den Film zu einem Erlebnis macht das man so schnell nicht vergisst.

Die Regisseure und besonders die beiden Hauptdarsteller sind einfach großartig. Ihnen ist es gelungen uns Zuschauer mit auf eine sehr ermutigende Reise mitzunehmen an deren Ende man sich sicher ist das die eigenen Probleme nichts sind im Gegensatz zu so vielen anderen Probleme die es auf der Welt gibt.

Die Tatsache das der Film auf einer wahren Begebenheit beruht macht einem schon Mut das es irgendwie immer weiter geht. Der Film ist zu keinem Zeitpunkt wirklich düster oder traurig sondern gibt dem Menschen eher Hoffnung und man kann so jedem der den Film bisher noch nicht gesehen hat nur dazu raten den Film anzuschauen. Man wird es nicht bereuen.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön, melancholisch, humorvoll - beste Unterhaltung, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde [Blu-ray] (Blu-ray)
Französische Filme und ich - meistens funktioniert dies leider nicht, von daher habe ich mich auch erst jetzt dazu durchringen können, "Ziemlich beste Freunde" eine Chance zu geben. Und wow! - Ich bereue es sehr, dass ich diesen Film erst jetzt geschaut habe, denn er ist einfach wunderbar. Wunderbar traurig, wunderbar humorvoll, wunderbar vielseitig und mit genialen Figuren versehen. Noch trauriger und unglaublicher wird der Film, wenn man sich bewusst wird, dass dieser auf einer wahren Begebenheit beruht. Plötzlich wird alles noch greifbarer, noch melancholischer und ja, auch wenn ich es nicht wollte, hatte ich dann doch manchmal ein klein wenig Mitleid, obwohl dies gar nicht braucht.

Es ist wunderbar zu sehen, wie Philippe (Francois Cluzet) mit seinem Leben umgeht, und wie er Driss (Omar Sy) eine Chance im Leben gibt, obwohl man direkt auf den ersten Blick erkennt, dass dieser so gar nicht zu ihm passt. Seit einem Unfall ist Philippe querschnittsgelähmt und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Da er auf der Suche nach einem neuen Pfleger ist, kommt ihm der lebensfrohe Driss gerade recht - auch wenn dieser eigentlich nur vor Ort ist, um einen Bewerbungsstempel abzuholen, damit er Arbeitslosengeld erhält. Philippe ist jedoch so neugierig auf Driss, dass er diesen am nächsten Tag auf Probe einstellt, obwohl dieser weder die Lust, noch die Qualifikation für den Job hat. Dafür besitzt er jedoch zwei Eigenschaften, die Philippe mehr als gut tun: Er hat kein Mitleid und behandelt ihn somit nicht wie ein rohes Ei und ist außerdem vollkommen anders. Er ist wieder reich, noch besonders kultiviert, sondern hat seine ganz andere Leidenschaften, die er Philippe im Laufe der Zeit näher bringt. Dazu wird der tägliche Ablauf in Form von medizinischer Versorgung mehr als glaubhaft dargestellt und man merkt sehr, wie sehr sich auch Francois Cluzet auf seine Rolle vorbereitet hat.

Besonders schön ist hierbei, wie sehr sich die beiden Männer aufeinander einlassen, sie voneinander lernen können und das Leben auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernen. Philippe wird plötzlich nicht mehr wie ein rohes Ei behandelt, er kann wieder lachen und er ist sogar wieder bereit, sich für eine neue Frau im Leben zu öffnen. Driss erhält dagegen zum ersten Mal eine wirkliche Chance im Leben. Er interessiert sich plötzlich für Kunst, verdient sein eigenes Geld und kann seine Familie auf seine ganz eigene Art und Weise unterstützen, ohne dabei wieder in die kriminelle Schiene zu rutschen.

Der Film ist dabei wunderbar ausgearbeitet. Die Dialoge sind witzig, sarkastisch, oftmals aber auch traurig und herzzereissend. Besonders Philippes Ängste im Bezug auf eine neue Frau im Leben fand ich unglaublich traurig, da er befürchtet, dass man ihn nicht so akzeptieren könnte, wie er ist und/oder man vielleicht nur Interesse an seinem Geld haben könnte.

Sicher ist "Ziemlich beste Freunde" nicht unbedingt das, was man unter gutem Popcorn-Kino versteht, denn obwohl dieser Film als Komödie bezeichnet wird, gibt es doch viele Momente, die einen zum Nachdenken anregen, die einen mit den Tränen kämpfen lassen und die auch oftmals sehr melancholisch und tragisch sind. Von daher bin ich froh, dass ich diesen Film dann doch erst jetzt angeschaut habe und nicht im Kino, denn so konnte ich von keinerlei Geräuschen oder anderen Dingen abgelenkt werden.

Insgesamt ist "Ziemlich beste Freunde" ein wunderbarer Film, der mit großartigen Charakteren, einem stimmigen Soundtrack, humorvollen Dialogen und einer melancholischen Stimmung überzeugen kann. Jeder, der diesen Film bislang noch nicht geschaut hat, hat definitiv etwas verpasst.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Dramödie mit Witz, Charme und ohne Gefühlsduselei, 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde [Blu-ray] (Blu-ray)
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind reich. Extrem reich. Vielleicht sogar unanständig reich. Sie können sich alles nur erdenklich im Leben leisten, sich jeden Traum erfüllen, es sind ihnen eigentlich keine Grenzen gesetzt... bis auf die Tatsache, daß Sie an den Rollstuhl gekettet und vom Hald abwärts gelähmt sind.

Aufgrund Ihrer Lage, sind Sie auf Hilfe angewiesen. Sie suchen daher über einschlägige Institutionen nach einem Pfleger, der Ihnen quasi im Alltag Arme und Beine zur Verfügung stellt. Bei den sehr mühsamen Vorstellungsgesprächen erkennen Sie, daß es austauschbare Leute gibt, die zwar einen Beruf erlernt haben, darin aber keine Berufung sehen.
Und dann kommt da einer, der eigentlich nur Ihren Namen auf einem Blatt Papier benötigt, eine Unterschrift, eine Bestätigung der Anwesenheit, eines nicht vorhandenen Versuches, sich Arbeit zu verschaffen, um den Anspruch auf Arbeitslosenhilfe nicht zu verwirken. Der Kerl ist roh, unbeholfen, unfreundlich, direkt, verstellt sich nicht und kommt geradeheraus direkt auf den Punkt. Er hat keinerlei Interesse an der Stelle.

Ganz ehrlich: würden Sie ihn einstellen?

Genau das tut der Protagonist und rettet sich damit nicht nur selbst. Eines der unterschiedlichsten Paare der Filmgeschichte wird geboren, nähert sich einander an und schenkt sich gegenseitig wieder einen Lebenszweck, Frohsinn und Daseinsqualität.

"Ziemlich beste Freunde" war für mich einer der bewegendsten Filme der letzten Jahre. Titel und Cover haben mich zunächst abgeschreckt (obwohl ich es besser wissen sollte)... und dann war der Film auch noch aus Frankreich. Sicher, die Franzosen können Filme drehen, das haben mehr als einmal bewiesen; aber die Thematik (ich habe es nur durch einen Freund erzählt bekommen) hat mich irgendwie abgeschreckt. Die Inhaltsangabe, dies weiß ich heute, war einfach nur schlecht wiedergegeben. Aber eines hat mich dann doch dazu ermutigt, den Film zu kaufen. Er sagt: dies sei einer der Filme, die er sich ins Regal stellen würde. Da stehen erst zwei oder drei, denn er ist nicht unbedingt das, was man einen Cineasten nennen würde.
Also griff ich zu und wurde an diesem Abend auf ganz sinnliche Weise unterhalten.
Da ist kein Kitsch, kein Klischee und keine übertriebene Rührseligkeit. Da sind einfach die beiden Hauptpersonen und Ihre Probleme mit sich und der Welt.

Das Drama beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit, was es für mich persönlich beinahe noch entzückender macht. Die reale Vorlage bildet der ehemalige Geschäftsführer des Champagner-Konzern Pommery, der sich bei einem Paraglide-Flug die Wirbelsäule gebrochen hat und dann ebendiesen wildfremden, kuriosen Menschen als Pfleger einstellte. Die beiden sind noch heute ziemlich beste Freunde.

Am ehesten läßt sich dieser Film vielleicht vergleichen mit dem Streifen "Das beste kommt zum Schluß", der sich einer ähnlichen Thematik annimmt und sich irgendwie auch ähnlich an diese annähert. Ich kann jeden Freund des unkompliziertes Dramas wirklich nur raten, sich diesen Film anzuschauen, weil er ganz ohne Pathos, ohne Gefühlsduselei, ohne übertriebene Zurschaustellung eines Schicksals oder dergleichen auskommt. Der Film erzählt eine Geschichte. Und dies tut er perfekt.
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Ziemlich beste Freunde [Blu-ray]
Ziemlich beste Freunde [Blu-ray] von Eric Toledano (Blu-ray - 2012)
EUR 9,97
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