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5.0 von 5 Sternen Wie im Märchen!, 25. Juni 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Geschenkgutschein: Kurzurlaub im Hobbit-Erdhaus für 2 (Ausrüstung)
Den Gutschein für das Wochenende in der Hobbit-Höhle habe ich von einem „guten“ Freund geschenkt bekommen. Der ist so ein zotteliger Waldläufer und meint, er hätte ‘ne Ahnung. Wenn ich gewusst hätte…

Nachdem mich meine Frau in den letzten Jahren zu dem ganzen Herr der Ringe – Schwachsinn gezwungen hat, bin ich natürlich mit allen Fan-Gadgets ausgerüstet. Nur mein Hobbitschwert konnte ich nicht finden, stattdessen habe ich mein Darth Vader Lichtschwert mitgenommen, eine passable Alternative.

Leider war die Anreise trotz eines frischen Kartenupdates von Mittelerde eine einzige Katastrophe. Das Navi wollte mich unbedingt durch die Minen von Moria lotsen, weil der Pass über den Karadras angeblich Lawinenverseucht ist. Im Juli – wer‘s glaubt, wird seelig.

Kurz hinter der Wetterspitze dann der Schock: Das Erdhügelhaus liegt im Landkreis Hildburghausen (Thüringen) – ok, das hätte mich stutzig machen sollen. Wer hier ein Auenland erwartet, wird in Wirklichkeit mit einem Panorama im Mordor-Style konfrontiert. Ein sehr dicker, alter Troll mit Birnenkopf hatte mir unterwegs auf Pfälzerisch was von „blühenden Landschaften“ verzapft - stattdessen musste ich über schmutzige Ödflächen voller Braunkohlegruben wandeln, ausser ein paar mutierten Wölfen und Skinheads mit fiesem Dialekt war kein Schwein zu sehen. War vielleicht auch besser so.

Als dann plötzlich doch zahlreiche kurzgeratene Gestalten auftauchten, stockfaul und mit behaarten Füßen, ständig einen Humpen Bier oder die stinkende Pfeife im Gesicht, da wusste ich – wir sind da. Voller Freude parkte ich unseren Eselskarren in der Auffahrt der Ferienanlage. Ein schmieriger Typ mit Fettfrisur und Beule in der Hose schlurfte auf uns zu und stellte sich vor: „Dildo Beutlin – stets zu Diensten“ und schaute dabei mit fiesem Grinsen an meiner Frau hoch.

Unser Gepäck schleppte Dildo natürlich nicht. Stattdessen stellte er einen ordentlichen Koffer in die Eingangshalle unserer Wohnhöhle. „Das Wochenendmenue ist übrigens überfahrenes Frettchen mit Chili-Zwiebel-Auflauf auf Bohnen und Lauch“ fiel im dazu ein. Dildos würzige Wolke brachte mich fast um - spontan musste ich mich auf ihn übergeben, was ihn aber auch nicht attraktiver machte.

Nach einem kurzen Rundgang durch unser Domizil war dann schnell klar, warum außer ein paar neunmalklugen Neandertalern und einem grenzdebilen englischen Märchenonkel niemand auf die Idee kommt, das Bewohnen einer Höhle cool zu finden: Muffig, dunkel und verwinkelt waren noch die positiven Eigenschaften dieses Dreckslochs.

Ich: „Dildo, wo ist das WC?“
Dildo: „Siehst Du die große Schale mit den vergammelten Früchten da auf dem Tisch?“
Ich: „Du willst doch nicht etwa sagen…?“
Dildo beruhigend: „Wenn Du davon eine isst, schaffst Du’s sowieso nicht mehr vor die Tür, bevor Dir der Darm explodiert!“
Ich „Aber das ist doch ESSGESCHIRR!“
Dildo murmelt mürrisch: „Verwöhntes Touristenpack…“ und latscht davon.

Als der schmalzige Sack dann endlich verdufte und ich dabei war, das Bett von ausrasierten Sackhaaren einer offenbar kürzlich stattgefundenen Ork-Orgie zu befreien, fiel mir ein kleiner, unscheinbarer Ring auf. „Ätsch Dildo – hättest Du mal lieber anständig sauber gemacht“ dachte ich noch…

Natürlich erspähte meine Frau den Ring sofort – diese Weiber! Aber was soll ich sagen, kaum hatte Sie sich das Ding über den Finger gestreift, war sie auch schon verschwunden. „Klasse“, dachte ich, „könnte doch noch ein entspanntes Wochenende werden.“

Dabei fingen die Probleme jetzt erst richtig an. Als müffelnde, schwarzvermummte Kuttenträger mit strammen Lanzen und eindeutigen Absichten um die Wohnhöhle schlurften, machte ich mir noch keinen Kopf. Schliesslich kenne ich sowas noch aus meiner Zeit als Messdiener in der katholischen Kirche zu Sankt Blasien.

Dann aber tauchte ein buckliger, kaum ein Meter großer Glatzkopf mit schiefen Maul und nach Fisch müffelnd auf. Er wollte den Ring, faselte was von "Umverteilung" und "verstaatlichen". Ich hatte eigentlich vorgehabt, an diesem Abend ein paar scharfen Elbenschitten zu zeigen, wo ich überall Ringträger bin, stattdessen hatte ich nun diese Kreatur am Hals, die sich als das berüchtigte Gysi vorstellte.

Das Gysi folgte mir ab jetzt durch die ganze Anlage. Das war peinlich. Vor allem blamierte es mich vor den anderen Gästen. Gandalf, einem wirren Rentner mit Idiotenhut schaute es permanent unter den Rock. Balin, den Anführer einer Zwergenmofa-Gang provozierte er, indem er dessen Sack- und Barthaare zusammenknotete und so weiter und so fort.

Und so kam es dann, daß Sauron, der Manager der Anlage, bereits nach kürzester Zeit sein Auge auf mich richtete. Sauron war eigentlich ein netter und verständnisvoller Typ, dem es gelungen war, attraktives Personal für die Ferienanlage zu gewinnen und eine behagliche Atmosphäre zu schaffen. Er erklärte mir mit sonorer Stimme die Zusammenhänge: „Das Gysi dreht durch, seit Ihm ein alter Kumpan, der übrigens spitz wie Oskar ist, einen alternden Wagenknecht vor der Nase weggeschnappt hat und den jetzt an seiner Stelle pimpert. Eine ganz linke Nummer.“

„Äh gut“ antwortete ich, „mir ja wuscht, aber wie schaff ich mir den Lustgnom wieder vom Hals?“
„Siehst Du den Schicksalsberg da hinten?“ fragte Sauron und lenkte meinen Blick auf den Monte Kali (auch Kalimandscharo genannt), eine Kali-Abraumhalde, die sich 200 Meter hoch stimmig in die thüringerische Ödnis einfügt.
„Och nöö, da muss ich das Gysi jetzt hochtragen, oder was?“ motzte ich.

Die Lösung war aber viel simpler. Ich stellte das Gysi einfach vor den Berg, zimmerte ihm aus einem dumm in der Gegend herumstehenden Baumwächter namens Baumbart noch eine Obstkiste zum draufstellen, damit er wenigstens wie Einmeterdreissig wirkte und lies ihn eine langweilige, selbstverliebte Rede halten, die wahrscheinlich heute noch nicht beendet ist.

Da ich so langsam die Schnauze vollhatte, beschloss ich, das zu machen, was eigentlich jeder von uns am liebsten mit dem ganzen Hobbit-Mist machen möchte: Plattmachen. Sauron zog ich den Stecker, ich kann Typen, die auf Ringe stehen, nunmal nicht ab. Dann war es Zeit, das mitgebrachte Lichtschwert kreisen zu lassen. Das es rot und nicht blau leuchtet, möge mir verziehen sein.

In dem ganzen Schlamassel gelang es Dildo, mit meiner immernoch unsichtbaren Frau durchzubrennen. Sie nennt ihn jetzt offenbar „Mein Schatzi“. Die perversen Säue! Seine Schleimspur habe ich bis zum Fangornwald verfolgt, weiter reichte meine Motivation nicht. Da ausserdem der dicke Troll mit Birnenkopf in der Zwischenzeit meinen Esel geschändet hatte, beschloss ich, mich einer drohenden Verhaftung oder einem in dieser Gegend nicht unüblichen Mauerbau durch Flucht zu entziehen und buchte spontan ein First Class Ticket auf einem der letzten auslaufenden Elben–Bordelldampfer.

Mit dem fahre ich nun, während ich diese Zeilen schreibe, wieder westwärts, zurück zu meinen vertrauten Gestaden…

Ein echtes Happy End, und somit 5 Sterne!
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