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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oper für alle!
Die "Walküre in Detmold" ist, was der Untertitel verspricht: eine "Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz", und zwar eine unterhaltsame. Bollmann besuchte in den Jahren 1997 bis 2010 alle 84 noch mit eigenem Ensemble bespielten deutschen Opernhäuser. Der mit der leichten Feder geschriebene Bericht führt, da sich Berlin drei und München zwei...
Veröffentlicht am 1. August 2011 von Hans-Joachim Stadermann

versus
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Entdeckungsreise?????
"Walküre in Detmold" ist nicht mehr als Ralph Bollmanns ganz persönliches Erlebnistagebuch.

Jedes Theater - egal ob privat, städtisch oder staatlich - ist immer ein lebendiger, sich wandelnder Organismus. Daher kann man nicht von einer einzigen besuchten Vorstellung über die Gesamtqualität eines Hauses urteilen, schon gar nicht mit dem...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2011 von WickedRatHill


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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Entdeckungsreise?????, 23. Dezember 2011
"Walküre in Detmold" ist nicht mehr als Ralph Bollmanns ganz persönliches Erlebnistagebuch.

Jedes Theater - egal ob privat, städtisch oder staatlich - ist immer ein lebendiger, sich wandelnder Organismus. Daher kann man nicht von einer einzigen besuchten Vorstellung über die Gesamtqualität eines Hauses urteilen, schon gar nicht mit dem Anspruch, dass eine solche Bewertung über Jahre hinweg Gültigkeit habe.

Mit jeder Spielzeit ergeben sich Wechsel bei Planern und Ausführenden: Intendanten, Regisseure, Dirigenten, Schauspieler, Tänzer, Sänger, Orchestermusiker etc. kommen und gehen; der künstlerische Austausch innerhalb der Strukturen verändert und erneuert sich permanent - mal zum Besseren, mal zum Schlechteren.

Was nützt einem also heute die Information, wie einem einzelnen Kritiker die x-beliebige Vorstellung der Produktion "so-und-so" in der und der Stadt im Jahre sonstwann gefallen hat?

Noch uninteressanter ist es zu erfahren, was der Autor jeweils vor oder nach seinen Vorstellungsbesuchen in irgendwelchen Restaurants oder Kneipen zu sich genommen hat. Zunächst mag die Idee kulturelle Erfahrungen mit gastronomischen in Relation zu setzen noch mäßig amüsant wirken, auf Dauer jedoch wird es zur Masche und nervt.

Es bleibt dahingestellt, ob dieses "liebevoll(?)"-arrogante Herabschauen auf die Theaterlandschaft letztlich mehr hilft oder mehr schadet, da auch so mancher Theatergegner hier die ein oder andere Flanke zugespielt bekommt...
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oper für alle!, 1. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die "Walküre in Detmold" ist, was der Untertitel verspricht: eine "Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz", und zwar eine unterhaltsame. Bollmann besuchte in den Jahren 1997 bis 2010 alle 84 noch mit eigenem Ensemble bespielten deutschen Opernhäuser. Der mit der leichten Feder geschriebene Bericht führt, da sich Berlin drei und München zwei Opernhäuser leisten, in 81 Städte. Diese Operndichte ist weltweit einmalig. Deutschland verfügt über fast so viele Opernhäuser wie alle anderen Länder zusammen. Oper ist aber teuer. Ältere Menschen haben dafür meist eher als jüngere das nötige freie Einkommen. Das führt stets neu zur Legende, das Publikum in der Oper vergreise und Oper müsse über kurz oder lang mit den Alten sterben. Bollmann zeigt, wie falsch dieser Eindruck ist. Wahrscheinlich nimmt nur das ältere Publikum - in der Furcht selbst bald zu sterben - an, die Oper müsse es mit ihm. Die hohe Spielortsdichte und damit Oper für potenziell alle, ist aber in der Tat nur durch erhebliche Subventionen aus öffentlichen Mitteln und natürlich nicht mit überall gleicher Qualität möglich. Provinz muss aber nicht belanglos heißen, vielfach entdeckt der Autor Erstaunliches auf abgelegenen Plätzen. Allgemein kann man sagen: Ohne öffentliche Mittel würde die Oper nicht aussterben, aber sich vom Kulturgut für breite Bevölkerungsschichten zum extravaganten Vergnügen einer nur dünnen Oberschicht an wenigen Standorten wandeln.
Wer einen detaillierten Bericht von den Inszenierungen der 84 Häuser erwartet, der wird sicher enttäuscht. Nur besonders originelle Regieeinfälle, ungewöhnlich erfreuliche Stimmen im Ensemble oder umgekehrt zur Sicherung genügender Sitzauslastung rein gar nichts riskierender Umgang mit der Regie werden hervorgehoben. In der Regel aber gibt es zu den gesehenen Opern nur wenige, nicht systematisierte Anmerkungen, die selten mehr als einen kurzen Absatz, manchmal nur drei oder vier Zeilen ausmachen. Das ist für eine derartige Opernreise vernünftiger, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Was nutzt schon eine umfangreiche Schilderung davon, dass Schumanns Genoveva am 3. 11. 2010 in Zwickau mehr oder weniger genial gespielt wurde? Niemand wird sie genauso wieder sehen können, denn was Heraklit für den Fluss sagt, gilt erst recht für die Oper: Man geht niemals in dieselbe. Das Buch handelt daher vorrangig von der deutschen Opernlandschaft und nicht nur von der Oper.
Da Oper anfangs ein Vergnügen des Hochadels war, sind die meisten Opernhäuser in den Residenzstädten heute längst vergessener Fürstentümer gebaut worden und stehen dort heute noch. Erst im späten 19. Jahrhundert begann auch das zuvor sich selbst eher der Sparsamkeit zur Akkumulation des Kapitals frönend als dem Luxus der Oper zugeneigt darstellende Großbürgertum mit städtischen Bühnen gegen die Aristokraten aufzutrumpfen. Den Römer- und Königsdramen erwuchs damit auch auf der deutschen Opernbühne die in der Opernliteratur längst entstandene Konkurrenz des bürgerlichen Trauerspiels. Schillers Räuber waren immerhin bei Verdi schon 1847 zu Il Masnadieri vertont worden. Aus der Konkurrenz entstand die bis heute in Deutschland andauernde Besonderheit, dass einige Bühnen die finanzielle Unterstützung ihres Bundeslandes haben, während andere einzig von den weniger leistungsstarken Standort-Gemeinden getragen werden müssen, obwohl sie Kultur auch für das Umland produzieren. Nur Sachsen versucht diesem Problem durch ein, die Nassauer belastendes "Kulturraumgesetz" zu begegnen.
Oper war im Grunde immer politisch und Partei ergreifend. Bollmanns Reisebericht ist es - vielleicht unnötigerweise - auch. Neben den Finanzen und der Architektur der Häuser widmet er der lokalen Geschichte der Opernstandorte eine besondere Aufmerksamkeit. Er reist sozusagen mit sozialdemokratischer Weltsicht. Das führt dazu, dass die "braune" Vergangenheit eines Bürgermeisters des besuchten Ortes nicht unregistriert bleibt und Hitler im Buch öfter erwähnt wird als so mancher Komponist. Vom Opernbesuch in Passau liest man wenig, umsomehr aber vom Geburtshaus Hitlers im jenseits der Donaugrenze liegenden Braunau. Wenn ein Heterosexueller mehrfach anmerken würde, dass ihn eine Frau auf der Reise begleitet, empfänden die Leser dies sicher als seltsam. Wieso glaubt Bollmann eigentlich immer noch, dass es interessanter sei, wenn er bei jeder Gelegenheit auf seinen männlichen Begleiter hinweist?
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5.0 von 5 Sternen informativ, 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
und unterhaltsam
wenn man sich für die dinge hinter den Leitartikeln interessiert.
mehrere jahre einer langsam verendenden theaterlandschaft werden beschrieben.
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5.0 von 5 Sternen Großer Lesespaß, 23. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Reihe von Theatern in Deutschland habe ich auch kennengelernt. Deshalb kann ich einschätzen, dass die Beschreibung der Äußerlichkeiten beim Theaterbesuch durchaus treffend ist. Der Autor beschreibt das Umfeld, das er kennengelernt hat, und die Städte mit ihrer Geschichte und macht Lust, sich auch auf Reisen zu begeben, um das Land mit seiner vielfältigen Kultur noch besser kennenzulernen. Bollmann hat nicht den Ehrgeiz als Rezensent aufzutreten, sondern gibt uns seine ganze subjektiven Erfahrungen weiter. Eine unterhaltsame Reise, die ich weiterempfehlen kann.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen mein lieber Schwan...., 20. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Walküre in Detmold: Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz (Kindle Edition)
Ein sehr interessanter Ansatz, die Musik- und i.B. die Opernwelt in Deutschland zu beschreiben. Gut recherchiert und spannend dargestellt.
Man bekommt richtig Lust, die Opern-Reise quer durch alle Bundesländer nachzumachen.
Ob allerdings die Lösung der oft mangelhaften Besucherzahlen darin zu suchen ist, der Musik und dem Libretto des 18.Jahrhunderts eine sogennate "zeitgemäße" Inszenierung aus dem 21.Jahrhundert auf das Auge zu drücken ist zweifelhaft. Aber der Trend scheint in Deutschland aktuell, wenngleich im Ergebnis oft skurill.
Auch irritiert mich die manchmal doch etwas einseitige Beurteilung -oft zwischen den Zeilen zu lesen-, dass die Opernhäuser zu sehr vom "spießigen" weißhaarigen Bildungsbürgertum (vom wem eigentlich sonst ?) bevölkert werden.
Alles in Allem aber ein Buch, dass jedem Opern- und Musikfreund, aber auch jedem an der Kulturlandschaft Deutschland Interessiertem empfohlen werden kann.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufschlussreiche und unterhaltsame Beobachtungen über unser Land und seine Kultur, 4. August 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Die Oper und Deutschland - das ist ein ganz besonderes Verhältnis. Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es in Deutschland nahezu achtzig Opernhäuser, mit den dazugehörigen Ensembles und Orchestern. Es gibt sie natürlich in den großen Städten, aber auch in der Provinz. Und alle versuchen sie sich mehr oder minder erfolgreich auch an den großen Stoffen.

Es gibt seit langem eine Debatte darüber, ob es gerecht und sozial- und kulturpolitisch vertretbar sei, diesen Fleckenteppich an Opernhäusern aus öffentlichen Mitteln noch länger zu unterhalten, denn ohne die Millionen der jeweiligen Bundesländer könnte keine einzige Bühnen wirklich überleben. Und natürlich wird immer wieder jenes uralte Argument aus der Mottenkiste geholt, dass die Oper nur von wenigen Reichen und Gebildeten genutzt wird. Der Rezensent, der es genießt, 15 Kilometer von seinem Wohnort mit dem Staatstheater in Darmstadt eine respektable Oper zu haben, und diese etwa einmal im Monat besucht, hat bei seinen unzähligen Opernbesuchen in den letzten zehn Jahren da andere Beobachtungen gemacht. Die Oper ist eben nicht mehr der Treffpunkt allein der Arrivierten, auch nicht mehr ein Schaulaufen der neuesten Konfektionen, auch wenn ich mir bei manchen Besuchern doch eine etwas angemessenere Kleidung wünschen würde. Tatsache ist jedenfalls, dass ich niemals einmal im Monat bis nach Frankfurt etwa fahren würde.

Der Journalist Ralph Bollmann, lange Jahre bei der taz und nun bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, ist nicht nur oft unterwegs, sondern er liebt auch Opern. Deshalb hat vor vielen Jahren schon begonnen, auf seinen Reisen durch Deutschland Opernhäuser zu besuchen. Zwischen 1997 und 2009 hat er sie alle gesehen, auch die "Walküre in Detmold". Und er hat notiert, was er dort erlebt und beobachtet hat. Herausgekommen ist eine nun bei Klett-Cotta erschienene "Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz", bei man nicht nur viel über Opern, Opernensembles, gelungene und auch missratene Aufführungen lesen kann, sondern auch sehr aufschlussreiche und unterhaltsame Beobachtungen über unser Land und seine Kultur.

Wer sich für die Oper interessiert und für Literatur, den möchte ich an dieser Stelle auf zwei wunderbare Bücher hinweisen. Lea Singer hat mit dem Roman "Der Opernheld" im Frühjahr 2011 nicht nur eine Hommage an die Oper, insbesondere die italienische, geschrieben, sondern auch ein Psychogramm eines Mannes, der sich in seiner Begeisterung für die Oper regelrecht verliert.

Ende August 2011 erscheint bei Residenz der neue Roman von Peter Henisch unter dem Titel "Grosses Finale für Novak", in dem er die Geschichte eines biederen Mannes erzählt, dessen stumpfes und langweiliges kleinbürgerliches Leben mit dem Kontakt zur Opernmusik eine dramatische Wendung nimmt. Ich habe es vorab gelesen und halte es für eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr bisher in der Hand hatte.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Qualität vor Quantität, 31. Oktober 2011
Ich bin enttäuscht von diesem Werk.Der Autor bereist die deutsche Opernszene und man erfährt mehr über kulinarisches, schlechte Unterkünfte vor Ort und Politcolorit für Insider.Selbst der Titel "Walküre in Detmold" finde ich nicht treffend-der Untertitel weist mehr auf den für mich herausgelesenen Sinn dieser privaten "Wallfahrt".Da das Buch meines Erachtens wenig mit der Oper an sich zu tun hat dürfte es für einen Opern begeisterten Leser ein Fehlkauf sein.Sehr schön finde ich allerdings die einwandfreie Verarbeitung durch den Verlag, das praktische Lesebändchen(habe das Buch immer wieder mal swchmunzelnd aus der Hand gelegt)sowie die Landkarten.Ich bin auch nur quer Beet mit dem Autoren und seinem Reisegefährten(den er immer wieder wie Robinson Crusoe seinen Freitag erwähnt) durch Deutschland gereist und habe mich nicht an das strikt an das Verzeichnis gehalten sondern die Städte aufgesucht die mich zunächst am meisten interessierten, wie z.B. Aachen, Wiesbaden, Dessau,Detmold und Freiburg.

Interessant wäre vielleicht auch einmal anstatt Opernhäuser die Bahnhöfe in Deutschland in einem weiteren Werk zu beschreiben-hier passiert bestimmt noch viel mehr.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen warum?, 27. Dezember 2012
bereist jemand die deutschen Opernhäuser, gibt die aus Wikipedia entnommenen Informationen zu Architektur und Geschichte wieder, ohne die leiseste Ahnung von Musik und Literatur zu haben? Gerade manche Urteile über Komponisten ziehen einem regelrecht die Schuhe aus. Da wird dann schon mal Puccinis Turandot als Hollywoodbreitwandbombast bezeichnet, als ziellos hinplätschernde Filmmusik. Und Brechts Baal wird als "Öde" abgekanzelt. Das Ganze liest sich so spannend wie ein schlecht übersetzter Reiseführer. Humorlos. Wenn man schon völlig subjektiv schreibt, dann bitte eleganter und radikaler. Ein Buch aus sinnlos gestorbenen Bäumen.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Alles ausser Opern, 3. März 2012
Man erfährt hier eine Menge über den Autoren, alle möglichen Befindlichkeiten bundesdeutscher Großstädte und ihrer Regierenden, aber leider recht wenig über die dortigen Opernhäuser, lediglich die eine oder andere subjektiv erlebte Momentaufnahme.
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen .............mehr deutschlandreise als opernreise ......, 31. Oktober 2011
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhaltlich ist das Buch von Ralph Bollmann mehr eine Deutschlandreise mit den dazugehörigen Reisebefindlichkeiten, als eine Opernreise. Da jedoch das Lesen dieser Deutschlandreise durch die Provinz großen Spaß macht, hat mich das Buch, an das ich ursprünglich andere Erwartungen hatte, nicht enttäuscht. Es ist darüberhinaus schwierig, die Faszination von Theater- oder Opernaufführungen rein textlich zu vermitteln. Die Faszination dieser Reise hingegen, durch Gegenden, in welche der Großteil der Leser vermutlich noch nie gekommen ist, wird in "Walküre in Detmold" sehr gut vermittelt. Verlassene Landstraßen vor dem inneren Auge, die Sängerin der "Isolde" beim Mc. Donalds, nach der Vorstellung, da alles andere zu hat. Diese Bilder bleiben stehen.

Von Freiburg bis Cottbus, von Regensburg bis Rostock, man erfährt viel über die Opernnetzwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, welcher Herr, Fürst, Ministerpräsident gerade eine Bühne wollte.

Das Buch hat mir persönlich so große Lust gemacht, auch meine Beobachtungen bei sehr vielen Theater- und Opernbesuchen (mit Schwerpunkt in Berlin: "Berlin, Salzburg, Milano ...") aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Mit Bollmanns Sicht auf das Berliner Opernleben bin ich natürlich nicht einverstanden. Er schreibt, Berlin bekäme trotz sehr hoher Subventionen nichts, was man im internationalen Ranking mit München, Mailand oder Wien gleichsetzen könnte. Ich sehe das umgekehrt: die bayerische Staatsoper in München schmückt sich gerne mit den Sängern der Lindenoper (sobald diese bekannt geworden sind) und engagiert die ehemaligen Assistenten von Herrn Barenboim als Dirigenten, die Mailänder Scala ist ohnehin erst durch das Netzwerk von Barenboim interessant geworden und in Wien sind die Musiktheaterproduktionen der Festwochen hochwertiger als die der Staatsoper.

Mir hat diese literarische Reise in die Provinz gezeigt, wie gut versorgt der
Hauptstadtopernbesucher ist. Das ist singulär.
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