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In "Wolfsküsse. Mein Leben unter Wölfen" erzählt Elli Radinger ihre Geschichte: Wie trug es sich zu, dass die Rechtsanwältin nahezu von heute auf morgen ihren Beruf aufgab und ihren Traum lebte? Den Traum von einem Leben, das sich fast nur um Wölfe dreht. Sie wurde zur Wolfsforscherin und hielt ihre Erlebnisse in Büchern fest. Die Wölfe lehrten sie nicht nur Unmengen über die wilden Caniden selbst, sondern auch viel über die Natur der Menschen. Einsichten über Strategie, Kommunikation, Loyalität, aber auch Neugier, Geduld, Liebe. Im Laufe der Zeit wurde ihr klar, dass sich die Menschen gar nicht so sehr von den Wölfen unterscheiden.

Dieses Buch hat mich wie fast keines in diesem Jahr begeistert. Es berührte und beeindruckte mich schon auf den ersten Seiten so stark, dass ich immer wieder - als nahe am Wasser gebaute Person - Tränen in den Augen hatte. Elli Radinger beschreibt traurige und rührende Situationen und es war gleichermaßen Trauer wie auch Freude, die ich mit ihr teilen durfte. Es ist wunderschön zu sehen, wie jemand sein bisheriges Leben hinter sich lässt und den größten Traum verwirklicht. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die ihr kurzes Leben achtlos vergeuden und so ist das Buch nicht nur eines über Begegnungen mit Wölfen, sondern auch eines über die Begegnung mit einer bemerkenswerten Frau.

Die Beschreibungen der Wölfe sind so eindringlich, dass man glaubt, sie ebenfalls zu kennen. Besonders ans Herz gegangen sind mir als Zoo-Verweigerin auch folgende Sätze:

Heute, nach fast zwanzig Jahren Beobachtung von freilebenden Wölfen, bin ich kaum noch in der Lage, einen Zoo zu besuchen. Ich ertrage es einfach nicht mehr, das erloschene Feuer in den Augen eines gefangenen Tieres zu sehen.

Während des Lesens wurde mir erneut klar, welche Unterschiede unsere Gesellschaft doch macht. Einerseits ist es völlig in Ordnung, Tiere für den eigenen Genuss gefangen zu halten, zu töten, zu verstümmeln, zu überzüchten, sie von ihren Müttern zu trennen - schlicht und einfach unserer Willkür auszusetzen. Den Unterschied macht oft nur aus, wie niedlich sie sind. Ähnlich ist es auch mit Jägern und Wolfsgegnern: Für viele (natürlich nicht alle!) von ihnen ist der Wolf der Gegner, den man sich vielleicht höchstens als Trophäe an der Wand vorstellen kann. Solche Entscheidungen treffen alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Welches Lebewesen darf weiterleben? Welches für den eigenen Vorteil sterben? Und diese Entscheidung wird nicht nur in jedem Land, jeder Kultur anders getroffen, sondern auch von jedem Menschen.

"Wolfsküsse" ist auf jeder Linie faszinierend. Ich wuchs mit Hunden auf und dennoch war das Lesen für mich sehr erstaunlich. Vor allem, weil diese Wölfe teilweise wirklich völlig entgegen der einschlägigen Meinung leben und agieren. Was? Die haben Spaß? Tiere können keinen Spaß haben. Punkt. Menschliche Gefühle niemals in Tiere interpretieren. Das ist falsch, falsch, falsch. So habe ich es noch in der Schule gelernt. Ein Wolf als Schürzenjäger? Und tyrannische Wölfe. Krieg. Und so viel Liebe. Das alles und noch viel mehr findet man in diesem Buch.

Ganz wichtig war für mich aber auch ein weiterer Punkt, der angesprochen wird: Das Verhalten ist nicht nur den Wölfen zu eigen. Jedes (Wild)tier ist ein Individuum, nur wir Menschen vereinheitlichen und ent"personifizieren" - vermutlich, damit wir besser damit klarkommen, was wir ihnen antun.

Sehr interessant fand ich auch die Beobachtung, dass viele Wolfsfamilien ihre eigene Rabenfamilie haben. Die Beschreibung hatte so etwas mystisches und siehe da: Das Thema hat auch schon in alten Sagen seinen Platz gefunden: Odin (oder auch Wotan) aus der nordischen Mythologie bzw. der Edda wurde nicht nur von den beiden Raben Hugin ("Gedanke") und Munin ("Erinnerung") begleitet, sondern auch von den Wölfen Geri ("Gierig) und Freki ("Gefräßig"). Insgesamt muss ich zugeben, dass ich niemals erwartet hätte, dass die Wölfe in einem autobiografischen Buch so "menschlich" geschildert werden. Das entspricht überhaupt nicht der gängigen Meinung über Tiere.

Was für ein wunderbares Buch über eine bemerkenswerte Frau. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so durchgehend bei einem Buch heulen musste. Jeder, wirklich jeder sollte es lesen, um zu erfahren, dass auch das kleinste Lebewesen ein Rädchen im Getriebe ist. Es ist atemberaubend, der Natur bei ihrer Entfaltung zuzusehen. Doch wer denkt, dass Elli Radinger völlig unreflektiert schreibt, irrt sich. Sie schildert souverän, was sie an der Wolfsforschung stört und sie nimmt keine feindliche Position gegenüber den Wolfsgegnern ein. Vielmehr versucht sie, Verständnis aufzubringen, um Aufklärung betreiben zu können.

Ich bin glücklich, dass ich dieses Buch in einer gemeinsamen Leserunde mit Elli Radinger erleben durfte. Es war eine Bereicherung.
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am 25. Juli 2012
Ich kannte Elli H. Radinger bisher nur durch ihr Gemeinschaftsprojekt mit Günther Bloch: "Wölfisch für Hundehalter". In diesem Buch haben mir damals ihre Erzählungen über die Yellowstone-Wölfe sehr gut gefallen. Daher mußte ich nicht lange überlegen, "Wolfsküsse" zu lesen. Erwartet hatte ich eher ein Sachbuch über Wolfsbeobachtungen, bekommen habe ich aber eine sehr persönliche und vielschichtige Biografie.

Die Autorin erzählt, wie und warum sie ihren alten, gutbezahlten Anwaltsberuf an den Nagel hängt und sich für die Wölfe entscheidet. Mit Mut und Hartnäckigkeit erfüllt sie sich ihren Traum und schafft den Weg in mehrere Wolfsforschungs-Zentren der USA - obwohl sie keine Biologin ist - bis sie schließlich ihre Bestimmung bei den Wölfen im Yellowstone Nationalpark findet.

Neben dem autobiografischen Aspekt kommen aber auch die Beobachtungen über das Verhalten der Wölfe nicht zu kurz - und manches Mal kam mir ihr Verhalten doch sehr "menschlich" vor.

Leider bedeutet ein Leben mit den Wölfen nicht nur Zufriedenheit, oft genug werden Wolfsforscher und -beobachter mit Vorurteilen und Ängste durch die Wolfsgegner konfrontiert, die die Autorin nicht ignoriert, sondern respektiert und versucht, einen Konsens bzw. Alternativen zu finden. Und genau das ist ein großer Pluspunkt dieses Buches: Elli Radinger beleuchtet die einzelnen Aspekte und auch ihr eigenes Handeln von mehreren Seiten und durchaus auch kritisch - dieses Buch ist alles andere als Schwarz-Weiß-Malerei.

Einge Kapitel sind sehr traurig und berührend, ich hatte einige Male Tränen in den Augen, u.a. auch deswegen, weil die Autorin ihre persönlichen Emotionen einfliessen läßt - und bei anderen Kapitel schafft es Elli Radinger kinderleicht, mich zum Lachen zu bringen.

Und genau das macht das Buch aus: ein herzlicher, ehrlicher und mitreissender Schreibstil - es ist nicht schwierig, die Liebe der Autorin zu "ihren" Wölfen rauszulesen, außerdem Erkenntnisse über Wölfe, Bären und dem Gleichgewicht der Natur in Yellowstone, aber auch ein Buch über das Leben und Träume, das Mut macht, eben diese Träume nicht länger zu träumen, sondern zu verwirklichen.

Das Buch ist damit ganz klar ein Buchtipp.
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am 24. März 2012
In Wolfsküsse erzählt Elli Radinger sehr ehrlich ihren Weg zu und mit den Wölfen. Ihre Erlebnisse in der Natur und warum sie sich darauf einlässt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Gut finde ich auch, das sie die Forschung an den Wölfen (einfangen und besenden) in Frage stellt, wie weit dürfen wir damit gehen ? Da ich auch einmal echte Wolfsküsse erleben durfte, empfinde ich ähnlich emotional , wie Elli Radinger in ihrem Buch schreibt.
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am 8. April 2012
Man bekommt zum Einen einen guten Einblick in die tägliche Arbeit der Wolfswissenschaftler und das Vorankommen der Bestrebungen zum Wolfsschutz. Zum Anderen ist das Buch eine gute Werbung für den Yellowstone NP.
Bei mir hat es funktioniert...

Lesenswert für alle Wolf- und Naturinteressierten.
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am 17. Januar 2012
Elli Radinger macht es uns allen vor: In einem schwierigen Lebensabschnitt hört sie auf ihr Herz, wirft alle Sicherheiten über Bord und widmet sich ihren geliebten Wölfen. Sie fängt noch einmal ganz von vorne an, muss lernen, revidieren, Entäuschungen einstecken. Und trotzdem verfolgt sie ihr Ziel: den Wölfen nahe zu sein und sie zu schützen. Es ist beeindruckend, was sie sich dabei in den letzten Jahren aufgebaut hat: Sie arbeitet bei der Wolfsforschung im Yellowstone-Nationalpark mit und führt ausgewählte, kleine Besuchergruppen zu "ihren" Schützlingen. In Deutschland gibt sie ihr Wissen bei Vorträgen und Veranstaltungen weiter, denn auch hier gibt es ja wieder eine kleine Wolfspopulation, die es sehr schwer hat.
Dieses Beispiel macht Mut in einer Zeit, wo es nur um Ratings, Börsenkurse und Wirtschaftswachstum geht und zeigt, wo die wahren Werte liegen. Vielen Dank, Elli Radinger, für dieses herzerwärmende Buch!
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am 29. Juli 2012
Erwartet habe ich ein Sachbuch ' da ich schon Bücher der Autorin gelesen habe, wusste ich dass mir ihr Stil gefällt und dass sie auch trockene Fakten gut rüberbringen kann. Doch schon auf den ersten Seiten von Wolfsküsse fiel auf, dass dieses Buch anders ist. Viel persönlicher. Elli beschreibt uns Lesern erst einmal ihr Leben vor den Wölfen. Und auch das war schon durchaus spannend. Stewardess, dann Jura-Studium, Zulassung zur Anwältin' doch dann der große Bruch. Scheidung, Schließung ihrer Kanzlei und der Beginn eines ganz neuen Lebens. Zuerst schrieb sie Artikel für Reisemagazine, aber immer mehr drängte ihre Faszination für Wölfe sie in ein völlig neues Leben. Ein Praktikum in Erich Klinghammers "Wolf Park" war der erste Schritt und die erste direkte Begegnung mit den Wölfen.
Doch das Beobachten von Gehegewölfen war Elli nicht genug, sie wollte die Tiere in freier Wildbahn in ihrer natürlichen Umgebung sehen, um ihr unbeinflusstes Verhalten beobachten zu können. Mitte der 90er Jahre begann die Wiederansiedlung von Wölfen im Yellowstone Nationalpark und damit ein neues Kapitel in der Wolfsforschung und im Leben von Elli Radinger. Seitdem war sie jedes Jahr dort und hat sich als freiwilliger Helfer in der Beobachtung der Tiere verdient gemacht.

Und natürlich hat sie in diesen vielen Jahren unglaubliche Szenen gesehen, von denen viele in diesem Buch hier ihren Platz gefunden haben. Den Leser erwartet absolut kein trockenes Sachbuch, sondern eine Geschichte voller Herzblut, in der aus jeder Zeile die tiefe Liebe und Bewunderung zu diesen beeindruckenden Tieren steckt. Und es gelingt der Autorin hervorragend, mir als Leser die größtenteils nur mit Nummern bezeichneten Tiere näher zu bringen. Nicht als wäre man dabei gewesen, aber sehr nahe dran. Da erlebt man Wölfe mit, die sich albern verhalten und spielerisch einen Schneehügel hinunterrutschen, da liest man von Wolfspaaren, die kurz nacheinander sterben, man erfährt von Rudeln, die sich um verletzte Mitglieder kümmern und so vieles mehr!

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn zum Beispiel beschrieben wird, wie man bei einer Tour ins Hinterland des Parks mit seinen nicht zu vermeidenden Hinterlassenschaften umgehen muss, wie man bei einem Bärenangriff reagieren sollte, etc.
Aber in der freien Natur spielen sich nicht nur schöne Szenen ab, sondern auch grausame. Hier musste ich das eine oder andere Mal hart schlucken und stellte fest, dass mir wohl die Fähigkeit fehlen würde, manche Abläufe als naturgegeben hinzunehmen und nicht eingreifen zu können. Hut ab vor einer Frau, die gelernt hat, dass dieser Kreislauf ist, wie er ist, und dass man einfach nicht alles mit menschlichen Maßstäben beurteilen kann.

Großartig dargestellt fand ich die Veränderungen, die sich durch die Wiederansiedlung der Wölfe auf das ökologische Gleichgewicht ergeben. Diese bedeutet nämlich mitnichten nur eine Reduzierung der Beutetiere, sondern hat Auswirkungen bis hin zur Vogelpopulation und Pflanzenwelt!

Hochinteressante Argumente, die eigentlich jeden davon überzeugen sollten, dass die Rückkehr der Wölfe etwas Gutes ist und es keinen Grund gibt, sie zu verteufeln und möglichst schnell abzuschießen. Aber einige Gegner sind keinen vernünftigen Argumenten zugänglich, leider wird man die Meinung solcher Menschen wahrscheinlich nie ändern können.
Gut gefallen hat mir bei der Lektüre des Buches, dass Elli Radinger sich immer bemüht, beide Seiten zu sehen. Ja, es gibt den uneinsichtigen Wolfshasser, aber es gibt auch Rinderzüchter, die deswegen gegen den Wolf sind, weil sie ihre Rinder tatsächlich schätzen und lieben und einfach Angst um sie haben. Wer sind wir, dass wir die Wertschätzung eines Rindes geringer ansiedeln als die eines Wolfes? Es werden aber auch Lösungsansätze präsentiert, wie zum Beispiel der Einsatz von Herdenschutzlamas.

Natürlich kennt Elli Radinger all die großen Namen, ist Jim Brandenburg, David Mech und vielen anderen wichtigen Personen der Wolfsforschung begegnet, aber ihr Buch beschreibt auch die vielen unbekannten Menschen, deren freiwilliger Einsatz in ihren Ferien oder im Ruhestand die Wolfsbeobachtungen unterstützt und die "nur" dadurch belohnt werden, dass sie diese großartigen Tiere sehen dürfen.

Insgesamt ein wunderbares Buch, das mich oft schmunzeln ließ, viel öfter allerdings zu Tränen rührte, ein Buch, das Mut macht, seinen eigenen Weg zu suchen und seine Träume zu leben!
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am 7. Februar 2012
Danke für dieses Buch!
Es entführt einen in die Welt der Wölfe. Da wo der Wolf noch Wolf sein darf. Frau Radinger erzählt ihre ganz persönliche Geschichte. Wie sie zu den Wölfen gekommen ist und wie sie all ihren Mut zusammen genommen hat, um sich ihren Traum zu erfüllen. Sie zeigt einem, dass es sich lohnt mal auf sein Bauchgefühl zu hören. Also machte sie sich auf den Weg in den Yellowstone- Nationalpark in Wyoming. Nun muss sie fertig werden mit ganz primitiven Lebensgewohnheiten. Alles ist anders als in Deutschland. Sie teilt sich ihr Zimmer mit Mäusen und Flöhen und nimmt es ganz gelassen hin :-) Dort lernt sie erstmals die Wölfe in freier Wildbahn kennen, was ganz anders ist, als die Wölfe in unseren Wildparks. Im Nationalpark sind sie frei!!! Und genau diese Freiheit kann man in diesem Buch vermuten. Die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten hat Frau Radinger in den Bann gezogen.
Sie lernt sehr viele interessante Menschen kennen auf ihrer Reise. Nicht nur gutgesinnte, sondern auch Wolfsgegner. Aber sie lässt sich nicht beirren und folgt ihrem Traum immer weiter. Auch heute noch kehrt sie immer wieder dorthin zurück, weil der Nationalpark ihre zweite Heimat geworden ist. Von ihren Führungen durch das Wolfsgebiet kann man heute noch provitieren, da sie immer wieder Gruppen aus Deutschland mit nimmt um dort mit ihnen zusammen die Wölfe zu beobachten. Dieses Buch regt aber auch zum Nachdenken an. Ich z.B. frage mich seit dem ich das Buch gelesen habe ob wir nicht zu weit gehen mit unseren Sendern an den Tieren? Mit unserer ganzen Forschungspalette. Das finde ich besonders schön an diesem Buch.
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am 4. Oktober 2011
Noch eine Biografie? Noch ein Buch über eine ungewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Tier? Noch eine Lebensweisheit ummantelt mit Kitsch und platten Sprüchen? Weit gefehlt! Elli Radinger, anerkannte Expertin in Sachen "Wolf - eine ambivalente Liebe in allen Zeiten", nimmt uns mit. Sie lädt ein, ohne zu zwingen, sie öffnet Augen und Herzen, ohne den erhobenen Zeigefinger, sie scheut sich nicht vor Selbstkritik und sie traut sich, die eine oder andere Frage unbeantwortet zu lassen. Neben den sehr anschaulichen Schilderungen über die Unterschiede zwischen Gehegewölfen und wild lebenden Wölfen, erzählt sie ausführlich, aber niemals ausschweifend über die Mühen der Forschungsarbeit. Was es für die vielen, leidenschaftlichen Mitarbeiter der jeweiligen Wolfsprojekte bedeutet, wenn sie sich einer Sache mit Haut und Haar verschreiben. Abseits von Jack-London-Romantik und bornierter Besserwisserei bringt sie uns das Leben und Sterben einer der faszinierendsten Tierarten dieser Erde nahe. Sie möchte niemanden agitieren oder zu einem besseren Menschen machen. Aber sie möchte erreichen, dass jeder Einzelne sich ein Herz fasst und mutig wird. Mut zu den eigenen Träumen, Mut zur Toleranz, Mut zur Liebe. Mit diesem Buch über einen der größten Beutegreifer hat Elli Radinger es geschafft, mir ein realistisches Bild des Wolfes zu geben. Und so ganz nebenbei macht sie Lust auf den ältesten Nationalpark der USA - den Yellowstone Nationalpark.
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am 1. Oktober 2011
Wow! Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen. Da ich fast alle Bücher von Elli Radinger in meinem Bücherregal stehen habe, durfte natürlich auch das neueste Werk nicht fehlen. Ich war gerade mitten in einem superspannenden Buch, als das amazon-Päckchen mit Wolfsküsse eintraf. Da ich ein furchtbar neugieriger Mensch bin, habe ich gleich angefangen, Wolfsküsse zu lesen. Und konnte nicht mehr aufhören. (Da hatte auch "Das verbotene Zimmer" keine Chance mehr und wurde auf dem Nachttisch zwischengeparkt.)

Wolfsküsse ist ein einfühlsam, interessant, flüssig geschriebener Roman, der einerseits fesselnde Einblicke in das Leben der Autorin gibt und andererseits interessante Infos über das (Familien-)Leben der Wölfe bereit hält. Ich bin immer noch ganz hin und weg und würde am liebsten gleich wieder von vorne zu lesen anfangen. :-)
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am 24. Oktober 2011
Dem Traum folgen ... viele möchten das, die wenigsten tun es. Für Elli Radinger bedeutete es, eine gesicherte Existenz als Anwältin aufzugeben, um die Welt der Wölfe kennenzulernen und in ihr zu leben. Radinger konnte auf frühere Berufserfahrungen als Stewardess und Reiseleiterin zurückgreifen, um sich ihre Ausbildung zur Wolfsexpertin zu finanzieren.
Wir erleben mit ihr die Höhen und Tiefen ihrer Erlebnisse mit Wölfen, die Erkenntnis, dass Verhaltensforschung an eingesperrten Tieren mit großen Zwiespälten verbunden ist und die wunderbaren Erfahrungen mit wildlebenden Wölfen, deren Wiederansiedlung in Yellowstone zur Herzensangelegenheit für Radinger wurde. Sie nimmt uns dorthin mit zu den Wölfen, Kojoten und Bisons und lässt uns für glückliche Momente eins sein mit der grandiosen Natur von Yellowstone.
Für mich besonders bewunderswert ist die Toleranz und Güte, die sich Elli Radinger im Laufe der Zeit gegenüber Wolfsgegnern erworben hat. Nur mit Verständnis kann man Gegner und Befürworter vereinen. Alles hängt mit allem zusammen, dies wird durch die Rückkehr der Wölfe nach Yellowstone mehr als deutlich. Durch sie wird die von Menschen zensierte Natur wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
Wie erfüllend es sein kann, im Einklang mit der Natur zu leben und teilnehmen zu dürfen am Leben der Wölfe, beschreibt Radinger in dieser Mischung aus Autobiografie und Sachbuch , die uns Mut machen sollte, unser eigenes Leben ein wenig mehr nach unserem Traum auszurichten.
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