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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Geschichte über die Suche nach dem Sinn im Leben
Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.

Middlemarch ist eine imaginäre...
Veröffentlicht am 2. Juli 2008 von Woodstock

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Länger ist nicht besser
Middlemarch geht über 7 Episoden und mehr als 6 Stunden. Leider ist länger nicht besser. Im Gegensatz zu Cranford z.B. bleiben mir die Personen hier zu blass, platt. Ich habe nie richtig mitgefiebert, irgendwie war das Ende zu voraussehbar. Auch die Bildqualität ist eher schwach und ziemlich pixelig. Schön dafür die Kostüme und...
Veröffentlicht am 16. November 2009 von Sheldon


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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Geschichte über die Suche nach dem Sinn im Leben, 2. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.

Middlemarch ist eine imaginäre Kleinstadt in England des frühen 19. Jahrhunderts. Das Leben und Streben der Menschen in dieser Stadt ist Gegenstand der Geschichte. Es gibt viele unterschiedliche Handlungsstränge und Schicksale, die sich treffen und überschneiden. Die vier Wichtigsten davon möchte ich hier kurz vorstellen:
Da ist zum einen die gutherzige und schöne Dorothea Brooke (Juliet Aubrey), die in Wohlstand aufwächst und doch unter ihrem müßigen Leben und der Not anderer Menschen leidet. In der Hoffnung endlich etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu können, heiratet sie den alternden und verschrobenen Gelehrten Casaubon (Patrik Malahide). Die Ehe verläuft enttäuschend für Dorothea.
Casaubons Vetter Will Ladislaw (Rufus Sewell) ist ein junger Mann voller Idealismus, der aber keinem "richtigen" Beruf nachgeht. Er verliebt sich in Dorothea, doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Casaubon wacht sogar noch nach seinem Tode eifersüchtig über seine Frau.
Dann gibt es da den ambitionierten jungen Arzt Tertius Lydgate (Douglas Hodge), der nach Middlemarch kommt in der Hoffnung die Medizin zu revolutionieren. Bald schon muss er aus beruflichem und politischem Kalkül heraus Zugeständnisse machen, die sein Gewissen belasten. Noch größere Zugeständnisse macht er, als er die einfältige Rosamond (Trevyn McDowell)heiratet, denn sie treibt ihn mit ihrem exzessiven Lebenswandel und ihrem Streben nach sozialem Aufstieg in den finanziellen Ruin.
Auch Rosamonds Bruder Fred Vincy (Jonathan Firth - hübscher Bruder von Colin Firth) ist ein Taugenichts. In Erwartung einer großen Erbschaft verspielt er Unsummen, und als die Erbschaft ausbleibt, steht er vor den Ruinen seines jungen Lebens. Das Mädchen, das er liebt, will ihn nicht heiraten solange er kein anständiges Leben führt.

Gemecker (Warum "nur" vier Sterne):
Ich kannte das Buch noch nicht als ich den Film sah, was offensichtlich ein Fehler war, weil man sich beim Einstieg in diese Miniserie etwas schwer tut, die Personen und ihre Handlungen zuzuordnen und zu verstehen. Und auch bei den folgenden Episoden muss man ungeheuer aufpassen um nicht den Anschluss an die komplexen und manchmal verwickelten Handlungen zu verlieren. Auf denjenigen, der das buch nicht kennt wirkt die Geschichte streckenweise zerstückelt und unausgegoren.

Nun aber zum Lob:
Die Darsteller sind mit Abstand das Beste an dieser Verfilmung. Die sanft-schöne Juliet Aubrey ist die ideale "Heilige Dorothea" und Patrik Malahide als schrulliger Casaubon ist ein herrlich hässlicher Charakterkopf. Mir hat auch Colin Firth jüngerer Bruder Jonathan Firth gut gefallen. Nach und nach entwickelt er seine Rolle und gewinnt am Schluss die ganze Sympathie des Zuschauers. Rufus Sewell ist optisch zwar kein Mann nach meinem Geschmack, aber mit seinen tragisch-leidenden Gesichtsausdruck macht er wieder gut, dass er den Idealisten Ladislaw etwas zu reserviert spielt. All die anderen ausgezeichneten Darsteller, die ich nicht erwähne fehlen hier nur aus Platzmangel ;-).
Vielleicht bräuchte ich auch gar nicht extra auf Kulissen und Kostüme einzugehen, denn die sind wie immer bei der BBC vorzüglich und authentisch. Hier hat man eine ganze "vorindustrielle Landschaft" entworfen und mit Hilfe von Schlossparks, Kutschfahrten, Ausritten und diversen Herrenhäusern wunderbar gezeichnet. Von der Stadt Middlemarch selbst sieht man helle und prachtvolle Patrizierhäuser. Die Stadt wirkt wohlhabend und aufstrebend. Alles, nicht nur die Menschen befindet sich im Umbruch. Die Eisenbahn wird gerade gebaut, Landvermesser sind unterwegs, und als ein paar Landarbeiter sich voller Aggression auf die Vermesser der Eisenbahngesellschaft stürzen, ahnt man die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Durch viele solche Szenarien erhält man allmählich ein sehr plastisches und farbiges Bild dieser Epoche und dem Leben in ihr.

Aber nicht die Äußerlichkeiten machten den Roman von George Eliot zu einem Werk der Weltliteratur, sondern die Auseinandersetzung mit den inneren Vorgängen in den Menschen, ihr Streben nach Glück und die unterschiedliche Vorstellung die Menschen davon haben. Während die eine (Dorothea) leidet, weil sie ihr Leben für sinnlos und eitel hält, strebt die andere (Rosamond) verbissen und egoistisch nach genau so einem Leben. Lydgate und Casabaun haben ihr Leben der Wissenschaft verschrieben, während der eine pedantisch an seinem Lebenswerk herum tüftelt ist der andere voller Dynamik und Tatendrang und sicher, sein Ziel zu erreichen. Dennoch versagen beide aus ganz unterschiedlichen Gründen aber gleichsam auf tragische Weise.
In meinen Augen hat diese Geschichte auch kein wirkliches Happy End - freilich die Liebespaare bekommen sich - aber letztlich sind viele der Helden mit ihren ursprünglichen Lebenszielen gescheitert, haben billige Zugeständnisse gemacht oder gar eine ganz andere Richtung eingeschlagen.

FAZIT:
Das ist eine prächtige, berührende und sehr komplexe Literaturverfilmung der BBC, aber es kann wirklich nicht schaden, wenn man den Roman zuvor schon gelesen hat.

DVD:
Sprache Deutsch und Englisch mit Deutschen Untertiteln, die Lauflänge ist mit 368 Minuten um nur 7 Minuten kürzer als die englische Originalfassung!
Bonusmaterial: Kinotrailer, Biographien Crew, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Filmografien, Bildergalerie
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39 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfect, 12. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Middlemarch [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Auf die "kleine Serie" Middlemarch bin ich durch Zufall vor einigen Jahren im Regionalprogramm gestoßen. Damals war ich überrascht, weil ich von einem solchen Programm sowas nicht erwartet hätte, nichts desto weniger war ich begeistert. George Eliot beschreibt wunderbare Charaktere. Der Originaltitel "Middlemarch-A study of provincial life" beschriebt so einiges. Im Gegensatz zu Jane Austen steht bei Eliot die Romantik nicht im Vordergrund und auch nicht direkt eine oder zwei Hauptfiguren. Vielmehr wird hier eine Gruppe von Menschen gezeigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle meistern auf unterschiedliche Weise ihr Leben, mit Erfolg oder Misserfolg. Die Schauspieler sind ausnahmslos und bringen die Charaktere so auf die Leinwand, wie man sie sich beim Lesen der Romanvorlage vorgestellt hat. Aber bei Verfilmungen der BBC ist das selten anders.
Fazit: Wer zum Beispiel die Jane Austen Verfilmungen mochte oder auch Martin Chuzzlewit, der wird den Kauf dieser Box nicht bereuen.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine interessante Studie über das Leben der Menschen in Middlemarch, 20. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Middlemarch" ist eine Geschichte über das Leben mehrerer Personen, die in dem Städtchen zu ihrem persönlichen Glück finden möchten. Im Mittelpunkt steht Dorothea Brooke, die einen Sinn im Leben sucht und deswegen den Gelehrten Casaubon heiratet, der um Jahre älter ist als sie. Sie hofft, ihn bei seinem Buch, dass er bald vollenden und veröffentlichen möchte, unterstützen zu können, merkt aber bald, dass ihr Mann alleine sein Lebenswerk fertig stellen möchte. Sie schafft es nicht, dass er sie an seiner Gedankenwelt teilhaben lässt und merkt, dass sie sich an seiner Seite zutiefst einsam fühlt. Da tritt Ladislaw in ihr Leben und sie spürt unbewusst, dass dies der Mann ist, mit dem sie glücklich werden würde.

Eine andere "große" Geschichte ist die des Arztes Lydgate, dem seine ganze Leidenschaft der Medizin gilt und der sich für Rosamund interessiert, aber eigentlich mit einer Heirat noch warten möchte, um als Arzt Bedeutung zu erlangen. Doch mit der vorschnellen Heirat mit Rosamund, steht sein Ansehen als Arzt in Gefahr und der finanzielle Ruin bedroht seine junge Ehe, an der seine Frau nicht ganz unschuldig ist.

Nebenbei wird noch die Geschichte um Fred erzählt, der der Bruder von Rosamund ist, auf verschwenderischen Fuß lebt und der sich in das Hausmädchen Mary verliebt. Die will ihn aber erst nehmen, wenn er sein Leben nützlich verbringen kann.

Neben diesen drei Geschichten geht es auch noch um andere Schicksale, die ich aber hier nicht näher ausführen werde. Ich muss sagen, am Anfang fieberte ich mit, wie es mit Dorothea weitergehen würde. Sehr spannend fand ich auch die Darstellung ihrer unglücklichen Ehe mit Casaubon. Als Ladislaw dazukam, wurde die Geschichte noch facettenreicher. Doch ich muss leider sagen, dass sie etwas an Intensität abnahm, als ihr Mann starb. Besonders in Teil 6 und 7 war Dorothea nach meinem Empfinden, nur noch als Randfigur zu sehen und die Liebe zu Ladislaw kam mir zu oberflächlich vor, so dass ich irgendwie nicht so richtig mit den Beiden mitfiebern konnte. Zwar kam der obligatorische Kuss, aber die Aussprache der Liebenden fehlte mir, schließlich gab es viele Missverständnisse und Unausgesprochenes zwischen ihnen. Ich hätte auch gerne noch gesehen, was die Leute in Middlemarch denken bzw. damit umgehen, als sie erfahren, dass Dorothea mit Ladislaw zusammen gekommen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Verlust ihres Erbes nicht so schmerzlich gewesen ist, wie die Missgunst einiger Leute in der Stadt, die das Paar vieleicht ignorieren werden. Das Ende kam mir deswegen etwas zu schnell vor, da ich aber den Roman nicht gelesen habe, kann ich mir an dieser Stelle kein Urteil erlauben.

Die spannende Geschichte um den Arzt Lydgate nahm für meine Begriffe zum Schluss den meisten Platz ein, so dass die anderen "Geschichten" etwas zu kurz kamen, wie auch die um Fred und Mary. So konnte ich mit manchen Personen nicht so richtig mitleiden, was dazu führte, dass teilweise bei mir etwas Langeweile aufkam, weil die Momente mit ihnen doch ein klein wenig zu kurz geraten waren.

Fazit: Trotz allem finde ich die Verfilmung sehr interessant und in den meisten Szenen spannend und kraftvoll inzeniert. Gerade der Schwenk auf die anderen Schicksale, die in der Stadt ihr Glück suchen, macht den Film sehr abwechslungsreich und ich als Zuschauer bekomme einen genauen Einblick in das Leben der Städter, mit all ihren Höhen und Tiefen. Für das Jahr 1994 gibt es sehr schöne Landschaftsaufnahmen und auch die Innenräume wirken authentisch und echt. Vergleicht man hierzu BBC-Verfilmungen, die ein paar Jahre zuvor gedreht wurden, so kommt dort noch eine regelrechte Studio- und Theateratmosphäre auf. Man sieht hier schon den Trend zur Authenzität und Natürlichkeit, denn ein Jahr später sollten die Zuschauer bei "Stolz und Vorurteil" diese Echtheit vollends genießen dürfen, zumal die Macher richtiges Filmmaterial benutzt haben und auf Studioaufnahmen weitestgehend verzichtet haben. Der Film bekommt von mir vier Sterne und ich kann ihn bedenkenlos an alle Liebhaber, die sich für literarische Verfilmungen interessieren, wärmstens empfehlen.
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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschoene & nie langweilige Umsetzung des Buches!, 8. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Middlemarch [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Auf Middlemarch bin ich gekommen, als ich alle Jane-Austen-Verfilmungen gesehen hatte und nach aehnlichen Stoffen suchte; es ist ebenso sorgfältig gemacht wie "Pride & Prejudice" und womoeglich noch interessanter. Die Geschichte spielt in einer Zeit des Umbruchs und bezieht gesellschaftliche und politische Verhaeltnisse mit ein; sehr gute Darsteller (besonders die Frauen sind, finde ich, eine Augenweide!), die herrliche englische Landschaft und interessante Dialoge machen es leicht, sich in die Geschichte zu vertiefen. Schwierigkeiten hatte ich manchmal, den Dialekt zu verstehen, den die einfachen Leute sprechen - das Video kann man ja zurueckspulen! - Es gibt auch kein "Rundum-Happyend" - individuelle Schicksale werden am Ende aus dem Off weiter erzaehlt. Der Film ist so lang, dass man ihn sich für einen Tag aufheben sollte, an dem man sich nur Gutes tun will.
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91 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung zwischen Dünkel und Warmherzigkeit, 4. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Middlemarch [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Für mich ist es erstaunlich wie modern und frisch das Werk von George Eliot heute wirkt (wenn man mal davon absieht, dass man der Bildqualität der DVD den Produktionstermin Anfang der 90er Jahre durchaus ansieht).
Während Jane Austen (siehe beispielsweise Pride & Prejudice oder Sense and Sensibility) die Suche nach der Liebe in den Vordergrund ihrer Romane stellt und damit auch nur 2x2 Personen, ist Middlemarch in diesen Punkten anderes: Hier geht es eher darum, wie eine Vielzahl von Personen, deren Geschichte quasi simultan erzählt wird, das Leben bestehen und sich entwickeln, Fehlentscheidungen treffen, arm werden, reich werden, an Einfluß gewinnen, an Einfluß verlieren, ja gut und auch Liebe finden - aber das ist nur ein Ereignis unter vielen. Den Anfang der Geschichte ganz kurz zusammengefasst (ist eigentlich unmöglich, da 6 Epsioden a 1 Stunde): Dorothea, eine warmherzige und empfindsame aber auch pragmatische Frau mag keine oberflächlichen Männer und heiratet daher ziemlich schnell Mr Casaubon, einen egozentrischen Gelehrten (könnte vom Outfit als Riff-Raff in die Rocky Horror Picture Show passen), von dessen immateriellen Zielen sie sich angezogen fühlt. Schnell stellt sich heraus, das Casaubon Dorothea aber von seiner Arbeit ausschließt und sie höchstenfalls Sekretärin sein darf. Auf einer Reise sieht sich Mr Ladislaw wieder - ein verarmter Verwandter von Mt Casaubon. Obwohl sie sich nur kurz sehen, mögen sie sich, was Mr. Casaubon nicht gefällt. Obwohl Dodo immer treu ist, verfügt er im Testament, das sie das Erbe nur behalten darf, wenn sie nicht Ladislaw heiratet. Er stirbt und sie beschliesst (ohne mit Ladislaw direkt zu sprechen), nie wieder zu heiraten. Soweit so gut. Kommen wir zum zweiten Handlungsstrang. Dr. Lydgate ist ein guter, moderner Arzt mit modernen Ideen, unkompliziert geradeheraus und wohl gutaussehend. Leider ahnt man schnell was kommt (vor allem wenn man die Istvan Szabo Filme kennt - Hanussen/Oberst Redl/Mephisto/Sonnenschein): Er wird Arzt am Krankenhaus durch den Banker Mr Bulstrode. Dummerweise mag den fast keiner. Lydgate passt sich Bulstrode an und votiert gegen seinen Freund, der gerne Krankenhauspfarrer geworden wäre (diese Freundschaft geht aber nicht kaputt). Und das ist erst der Anfang seiner Anpassung. Er heiratet eine ausgemacht blöde wie schöne (zumindest in der Augen des Films) Frau, die ihn erst durch hemmungslose Kaufwut fast in den Ruin treibt aber jede Versuche aus dem Schlamassel zu kommen, verhindert.
Dann haben wir da noch Mr. Brooke, der Prototyp des Erzkapitalisten, der ständig Progress und Reform auf den Lippen führt aber dem "Links reden, rechts handeln" zum Opfer fällt; einen Säufer, der mehr über das Vorleben von Mr. Bullstrode weiss; Fred Vincy, der nie Glück mit Pferden hat ("Lord, I wish I had a decent horse" - running gag) und von dem man nicht weiss, ob etwas aus ihm wird und Dodos oberflächliche Schwester, die standesgemäß einen hohlen Dünkelträger heiratet.
Nun ja, jetzt darf ich noch nicht alles erzählen, aber es stellen sich folgende Fragen:
Was geschieht mit Dr. Lydgate? Wie wird sich seine Abhängigkeit von Bulstrode und seiner Frau auswirken?
Wird Dodo es wieder schaffen, Sinn in ihrem Leben zu finden?
Was hat der verwahrloste Kerl mit dem Banker zu schaffen?
Wird aus Fred noch ein guter Kerl?
Und alles in allem: Wer behält die Oberhand? Diejenigen, die nur Geld oder der Standesdünkel im Kopf haben oder die, die sich echten Idealen verschrieben haben, wie schwer sie auch zu verwirklichen sind.
Und weil es so viele spannende Dinge sind, fiebert man wirklich der letzten Episode entgegen. Es sei soviel vorweggenommen, das es ein gutes Ende gibt, ohne Hollywoodmässig gut zu sein. Die Charaktere sind fast ausnahmslos nicht schwarz-weiss gezeichnet sondern changieren teilweise - partiell machen sie auch sichtbar eine Entwicklung im Laufe des Films mit. Auch dies ein Indiz für die Qualität des Films. Wir treffen übrigens auch wieder jede Menge gute Schauspieler, die man aus anderen BBC-Produktionen, nicht aber aus Hollywood kennt (was in meinen Augen für deren Qualität spricht :-) ).
Moniert habe ich schon die mäßige Bildqualität. Ton ist Stereo, ist man leider von BBC-Produktionen gewöhnt. Schade, die schöne Musik hätte ein bischen DD-Aufarbeitung durchaus verdient gehabt.
Also: Wer genug Zeit hat für 6 Fersehabende und ein spannendes englisches Historiendrama sehen möchte, für den sollte dieser Film genau die richtige Unterhaltung sein.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist Middlemarch!, 1. September 2008
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Denn wenn die Welt immer besser wird, so ist das zum Teil auf Taten ohne historischen Rang zurückzuführen; und dass es um den Leser und mich nicht so schlecht steht, wie es sein könnte, das verdanken wir zur Hälfte den Menschen, die voll gläubigen Vertrauens ein Leben im Verborgenen geführt haben und in Gräbern ruhen, die kein Mensch kennt." (Schlusswort Middlemarch: Eine Studie über das Leben in der Provinz, George Eliot.)

Der fabelhafte Drehbuchautor Andrew Davies ("Stolz und Vorurteil 1995") hat es geschafft den umfangreichen und verschlungen erzählten Gesellschaftsroman aus dem 19. Jahrhundert werkgetreu, aber ohne belastende Längen und unnötige Kürzungen filmisch darzustellen. Dazu tragen natürlich auch die vielen exzellenten Schauspieler bei, die in jeder Rolle passend agieren und eine ganz eigene Welt vor den Augen der Zuschauer entstehen lassen. Willkommen in Middlemarch, einer kleinen verschlafenen Stadt, die eben den Wind aufregender Reformen und industriellen Fortschritts zu spüren bekommt!

Der junge Arzt Lydgate kommt voll Enthusiasmus und Elan nach Middlemarch um seinen neuen Posten anzutreten. Er möchte das Gesundheitswesen seines Landes reformieren und sieht dafür in der Kleinstadt ideale Möglichkeiten. Seine Vorsätze, ungebunden seinen Forschungen für den Fortschritt nachzugehen, werden jedoch unverhofft gestört, als er die Bekanntschaft mit der bezaubernden Rosamond Vinchy macht. Das Singvögelchen treibt ihn in eine kostspielige Ehe, die über seine finanziellen Möglichkeiten geht und bald schon seine Existenz als Arzt in Middlemarch bedroht.
Auch Dorothea Brooke (Juliet Aubrey) ist von dem Gedanken beseelt, ein großes Werk im Dienste der Menschheit zu tun. Allerdings sind ihre Chancen als junge, unverheiratete Frau denkbar schlecht. Als der verschrobene Geistliche, Casaubon, eine Gesellschaft ihres Onkels besucht, glaubt sie eine verwandte Seele entdeckt zu haben, der ihre idealistische Einstellung teilt. Als sie sich zum Entsetzen von Freunden und Verwandten mit dem ältlichen Gelehrten verheiratet, erfüllen sich ihre idealistischen Träume jedoch leider nicht. Seine junge Ehefrau scheint für den herzkranken Casaubon eher wie eine zusätzliche Belastung, so dass Dorothea vergeblich hofft, ihrem Mann eine unverzichtbare Gehilfin zu werden. Zusätzliche Spannung entsteht, als der arme Verwandte und Künstler, Will Ladislav (Rufus Sewell) die Nähe von Dorothea sucht. Dorothea möchte aus reinen und edlen Beweggründen den Cousin ihres Mannes unterstützen und versteht die heftige Reaktion ihres Mannes nicht, der unfähig ist, über seine Eifersucht auf Will zu sprechen und schließlich eine grausame Klausel in seinem Testament ersinnt, um seine Ehefrau für immer an seinen Willen zu binden.
Dann gibt es da noch den Windhund Fred Vinchy, der einen leichtsinnigen Lebenswandel führt und seine Ausbildung als Geistlicher nicht beendet, weil er sowieso auf ein baldiges Vermögen von einem vergreisten Erbonkel hofft. Doch er verspielt seinen Bonus bei dem alten Herrn und geht leer aus. Nicht nur seine Aussichten auf ein erträgliches Auskommen hat er verwirkt, auch seine Chancen mit der lieblichen Mary Garth glücklich zu werden, stehen denkbar schlecht. Zum Glück hat Mary einen verständigen Vater, der eine Schwäche für den jungen Mann hat. Ob aus dem Luftikus doch noch ein tauglicher Ehemann werden kann?
In sieben Episoden auf drei DVDs wird das Portrait einer fiktiven Kleinstadt zum Leben erweckt. Da auf den Hüllen der DVD jeweils Dorothea Brooke, dann Edward Casaubon und schließlich Will Ladislaw zu sehen sind, könnte dies den Eindruck erwecken, dass es hier hauptsächlich um die schwierige Dreiecksbeziehung dieser Personen geht. Dies ist irreführend, da die politische und gesellschaftliche Stimmung einer ganzen Stadt in Bild und Ton eingefangen wird. Auch die Geschichte um den idealistischen Arzt Lydgate, die als parallel erzählte Handlung zu Dorotheas Lebensweg zu sehen ist, findet große Beachtung.
Manche Figuren sind auch schwer zu fassen, wenn man die klassische Buchvorlage nicht kennt. Dazu gehört der temperamentvolle Ladislaw, der oft seine Gefühle nicht öffentlich bekennen darf oder nur unzureichend seine Handlungen und Absichten kund tut. Auf keinen Fall darf man dies Rufus Sewell anlasten, der eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe des schwierigen Hitzkopfes darstellt. Aber um die Gefühlswelt des Künstlers besser zu verstehen, wird man wohl zur Lektüre greifen. Leichter hat es da Robert Hardy, der den herrlich takt- und talentlosen Gutsbesitzer, Mr. Brooke, darstellt, der so gerne ins politische Leben einsteigen möchte und so gnadenlos scheitert. Besonders beeindruckend ist die Leistung von Juliet Aubrey, welche die zeitlose Schönheit der Dorothea Brooke besitzt und auch charakterlich dem Roman selbst entsprungen zu sein scheint. Als besonders schönes Beispiel sei hier das Gespräch zwischen Dorothea und der unglücklichen Rosamond Lydgate erwähnt.
Als besonderes Sahnehäubchen hat die unvergleichliche Judi Dench im englischen Original die Schlussworte von Middlemarch gesprochen, die man sinngemäß am Anfang dieser Rezension nachlesen kann.
Diese Adaption des Klassikers überzeugt durch die besonders stimmige Umsetzung mit den vielen einfühlsamen Details, den bezaubernden Schauspielern, der passenden Filmmusik und den gelungenen Kulissen. Besser geht es eigentlich gar nicht.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Geschichte über die Suche nach dem Sinn im Leben, 22. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Middlemarch [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.

Middlemarch ist eine imaginäre Kleinstadt in England des frühen 19. Jahrhunderts. Das Leben und Streben der Menschen in dieser Stadt ist Gegenstand der Geschichte. Es gibt viele unterschiedliche Handlungsstränge und Schicksale, die sich treffen und überschneiden. Die vier Wichtigsten davon möchte ich hier kurz vorstellen:
Da ist zum einen die gutherzige und schöne Dorothea Brooke (Juliet Aubrey), die in Wohlstand aufwächst und doch unter ihrem müßigen Leben und der Not anderer Menschen leidet. In der Hoffnung endlich etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu können, heiratet sie den alternden und verschrobenen Gelehrten Casaubon (Patrik Malahide). Die Ehe verläuft enttäuschend für Dorothea.
Casaubons Vetter Will Ladislaw (Rufus Sewell) ist ein junger Mann voller Idealismus, der aber keinem "richtigen" Beruf nachgeht. Er verliebt sich in Dorothea, doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Casaubon wacht sogar noch nach seinem Tode eifersüchtig über seine Frau.
Dann gibt es da den ambitionierten jungen Arzt Tertius Lydgate (Douglas Hodge), der nach Middlemarch kommt in der Hoffnung die Medizin zu revolutionieren. Bald schon muss er aus beruflichem und politischem Kalkül heraus Zugeständnisse machen, die sein Gewissen belasten. Noch größere Zugeständnisse macht er, als er die einfältige Rosamond (Trevyn McDowell)heiratet, denn sie treibt ihn mit ihrem exzessiven Lebenswandel und ihrem Streben nach sozialem Aufstieg in den finanziellen Ruin.
Auch Rosamonds Bruder Fred Vincy (Jonathan Firth - hübscher Bruder von Colin Firth) ist ein Taugenichts. In Erwartung einer großen Erbschaft verspielt er Unsummen, und als die Erbschaft ausbleibt, steht er vor den Ruinen seines jungen Lebens. Das Mädchen, das er liebt, will ihn nicht heiraten solange er kein anständiges Leben führt.

Gemecker (Warum "nur" vier Sterne):
Ich kannte das Buch noch nicht als ich den Film sah, was offensichtlich ein Fehler war, weil man sich beim Einstieg in diese Miniserie richtig schwer tut, die Personen und ihre Handlungen zuzuordnen und zu verstehen. Und auch bei den folgenden Episoden muss man ungeheuer aufpassen um bloß nicht den Anschluss an die komplexen und manchmal verwickelten Handlungen zu verlieren. Manche Schlüsselszenen aus dem Buch wurden weggelassen oder verkürzt - wie ich hinterher feststellte - und das kriegt man besonders als buchunkundiger Zuschauer zu spüren. Auf den "Ahnungslosen" wirkt die Geschichte streckenweise zerstückelt und unausgegoren.

Nun aber zum Lob:
Die Darsteller sind mit Abstand das Beste an dieser Verfilmung. Die sanft-schöne Juliet Aubrey ist die ideale "Heilige Dorothea" und Patrik Malahide als schrulliger Casaubon ist ein herrlich hässlicher Charakterkopf. Mir hat auch Colin Firth jüngerer Bruder Jonathan Firth gut gefallen. Nach und nach entwickelt er seine Rolle und gewinnt am Schluss die ganze Sympathie des Zuschauers. Rufus Sewell ist optisch zwar kein Mann nach meinem Geschmack, aber mit seinen tragisch-leidenden Gesichtsausdruck macht er wieder gut, dass er den Idealisten Ladislaw etwas zu reserviert spielt. All die anderen ausgezeichneten Darsteller, die ich nicht erwähne fehlen hier nur aus Platzmangel ;-).
Vielleicht bräuchte ich auch gar nicht extra auf Kulissen und Kostüme einzugehen, denn die sind wie immer bei der BBC vorzüglich und authentisch. Hier hat man eine ganze "vorindustrielle Landschaft" entworfen und mit Hilfe von Schlossparks, Kutschfahrten, Ausritten und diversen Herrenhäusern wunderbar gezeichnet. Von der Stadt Middlemarch selbst sieht man helle und prachtvolle Patrizierhäuser. Die Stadt wirkt wohlhabend und aufstrebend. Alles, nicht nur die Menschen befindet sich im Umbruch. Die Eisenbahn wird gerade gebaut, Landvermesser sind unterwegs, und als ein paar Landarbeiter sich voller Aggression auf die Vermesser der Eisenbahngesellschaft stürzen, ahnt man die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Durch viele solche Szenarien erhält man allmählich ein sehr plastisches und farbiges Bild dieser Epoche und dem Leben in ihr.

Aber nicht die Äußerlichkeiten machten den Roman von George Eliot zu einem Werk der Weltliteratur, sondern die Auseinandersetzung mit den inneren Vorgängen in den Menschen, ihr Streben nach Glück und die unterschiedliche Vorstellung die Menschen davon haben. Während die eine (Dorothea) leidet, weil sie ihr Leben für sinnlos und eitel hält, strebt die andere (Rosamond) verbissen und egoistisch nach genau so einem Leben. Lydgate und Casabaun haben ihr Leben der Wissenschaft verschrieben, während der eine pedantisch an seinem Lebenswerk herum tüftelt ist der andere voller Dynamik und Tatendrang und sicher, sein Ziel zu erreichen. Dennoch versagen beide aus ganz unterschiedlichen Gründen aber gleichsam auf tragische Weise.
Achtung Spoiler:
In meinen Augen hat diese Geschichte auch kein wirkliches Happy End - freilich die Liebespaare bekommen sich - aber letztlich sind viele der Helden mit ihren ursprünglichen Lebenszielen gescheitert, haben billige Zugeständnisse gemacht oder gar eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Spoiler Ende.

FAZIT:
Das ist eine prächtige, berührende und sehr komplexe Literaturverfilmung der BBC, aber VOR Anschaffung dieser Serie empfehle ich dringend, die Lektüre des Romanes. Das hilft beim Verständnis des Films und gewährleistet den vollen Filmgenuss.

P.S.:
Wer solche komplexen Literaturverfilmungen mag, dem möchte ich an dieser Stelle unbedingt die um Längen bessere BBC-Verfilmung des Dickens Romans "Our Mutual Friend" empfehlen (Hat sogar englische Untertitel). Hier hat die BBC nämlich einen weiteren vielschichtigen Gesellschaftsroman verfilmt mit deutlich mehr Detailfreude, Tiefgang, Emotionen und Bildpracht. In meinen Augen bietet "Our Mutual Friend" eine qualitative und dramatische Steigerung zu "Middlemarch" und ist damit die ideale Fortsetzung für alle leidenschaftlichen BBC-Schauer.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Epos mit einigen Längen, 2. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Middlemarch [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Eins gleich vorweg: wer in der ersten Folge pennt, der hat es in den restlichen 6 nicht leicht! Im Gegensatz zu manch anderen grandiosen BBC-Verfilmungen hat man es bei "Middlemarch" nämlich nicht mit einer einzigen stringenten Handlung zu tun, sondern gleich mit mehreren, die parallel zu einander verlaufen und mitunter auch miteinander verbunden sind. Somit hat man auch nicht eine Hauptperson, sondern gleich eine ganze Sammlung an Charakteren vor sich und wer halt hier in der ersten Folge nicht aufpasst, um herauszufinden, wer diese Leute eigentlich sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, der wird sich auch in den restlichen 6 Folgen damit schwer tun.
Tatsächlich kann man es "Middlemarch" vorwerfen, daß es mitunter einfach zu viele unterschiedliche Handlungen sind, die hier präsentiert werden. Mitunter erscheint es einem zu ausführlich an der einen Stelle und zu oberflächlich an der anderen. So kommt es leider zu einigen Längen, die durchaus vermeidbar gewesen wären. Eine Rezensentin auf dieser Seite hat vermerkt, daß "Middlemarch" ihr ein wenig zu viel Schicksal zeigt, ein wenig zu viel Mißverständnisse und Unglück. Solchen Leuten sei geraten, sich mal eine durchschnittliche Folge "Lindenstraße" anzuschauen, wo mitunter noch viel mehr Elend präsentiert wird...
Zu viel Elend, Schicksal, Missverständnisse und Leid konnte ich bei der Menge an Figuren jedoch nicht erkennen, zumal die Darsteller glaubhaft und authentisch rüberkommen. Besonders hervorzuheben seien hier sicherlich die darstellerischen Leistungen von Juliet Aubrey als Dodo und Douglas Hodge als Dr Lydgate, aber auch Rufus Sewell (bekannt aus dem BBC-Biopic "Charles II.") als Ladislaw oder Patrick Malahide als Casaubon spielen großartig. Da es sich bei "Middlemarch" jedoch eher um ein Ensemblestück handelt, kann man eigentlich alle Darsteller nur als sehr gut bezeichnen.
Leider weist das Drehbuch scheinbar einige Lücken auf. Zwar habe ich das Buch nie gelesen, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß besonders zum Ende hin arg gekürzt worden wäre. So habe ich nicht wirklich verstanden, was denn nun genau der Säufer mit Mr Bulstrode zu tun hat. Genau dies scheint aber mit zur Lösung der großen Konflikte zusammen zu hängen, so daß einem das Ende etwas ratlos zurückläßt.
Auch wenn das Drehbuch von Andrew Davies (richtig, der, der auch die Drehbücher zu "Pride&Prejudice" und "Vanity Fair" geschrieben hat) einige Längen hat, so garantiert "Middlemarch" doch angenehme Unterhaltung der britischen Art, die jedem Fan der wunderbaren BBC-Literaturverfilmungen (hallo, Öffentlich-Rechtliche, nehmt Euch mal ein Beispiel!) garantiert gefallen wird.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Literaturverfilmung mit tollen Extras, 10. Juli 2008
Ich muss es immer wieder sagen: Die BBC versteht etwas von guten Literaturverfilmungen. Drehbuch, Kostüme und Schauspieler überzeugen wieder! Die Handlungsstränge sind gut nachvollziehbar, auch wenn man das Buch nicht kennt. Schön sind auch die Extras auf den DVDs. Das Making-Of ist wirklich interessant.
Die Zeit vor der Industrialisierung ist wunderbar eingefangen. Dabei hat die Sinnsuche der Protagonisten nicht an Aktualität verloren. Einmal mehr konnte ich mich in einer wunderbaren BBC-Serie verlieren.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Länger ist nicht besser, 16. November 2009
Middlemarch geht über 7 Episoden und mehr als 6 Stunden. Leider ist länger nicht besser. Im Gegensatz zu Cranford z.B. bleiben mir die Personen hier zu blass, platt. Ich habe nie richtig mitgefiebert, irgendwie war das Ende zu voraussehbar. Auch die Bildqualität ist eher schwach und ziemlich pixelig. Schön dafür die Kostüme und Locations.

Fazit: Für mich eine der schwächeren BBC-Verfilmungen. Für Period-Drama-Fans natürlich trotzdem ein Muss.
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George Eliots Middlemarch (1994)  [3 DVDs]
George Eliots Middlemarch (1994) [3 DVDs] von Anthony Page (DVD - 2012)
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