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4.0 von 5 Sternen Esultate! Vibrierender Gesang eines "tenore eroico", 14. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franco Corelli: Power and Beauty (Audio CD)
Ein absolutes Muss für Fans von Franco Corelli und von italienischen Heldentenören, von Liebhabern mächtiger Stimmen und stimmlicher Exaltation - und nichts für Puristen und Stilisten, die nicht mal für besondere Stunden die Kombination aus Wucht und Wildheit und kunstvoller Dynamik von unvergleichlichem Tenormaterial "ertragen" können.
In dieser Sammlung wird wundervoll gesungen, leidenschaftlich, überrumpelnd, vibrierend und mit brennender Energie, legatoreich sowie mit heldischer Attacke, und es gibt phänomenale Momente von sublimer Gesangskunst, die allen, welche Corelli bloß als "Schreihals, Brüller, urlatore" verunglimpfen, dringendst empfohlen wird, vorurteilsfrei anzuhören:
CD 2, Nr. 2 und 4, Arie des Don Alvaro "La vita è inferno....O tu che in seno..." und Duett mit Carlo "Solenne in quest'ora"!
Hier zeigt Corelli seine unglaubliche Fähigkeit, fortissimo-Töne (in der Höhe bis zum B) zu diminuieren in ein pianissimo, welches aber seine Strahlkraft und Tragfähigkeit behält, Momente, die einen den Atem stocken lassen! Da es sich hierbei zudem um Live-Aufnahmen handelt, kann nun jeder Zeuge werden, dass Franco Corelli seine gewaltige Stimme mit einem hohen technischen Rüstzeug zu führen vermochte.
Dieselben magischen Momente kann man auch im Aida-Finale, Cavaradossis "E lucevan le stelle", Andrea Chénier und Adriana Lecouvreur erleben. Und es gibt viele schmerzgetränkte Phrasen, in denen er mit dunkel-abgetönter Stimme ohne tenorale Übertreibungen emotional mitreißt.
"Immer Angst" hatte er vor seinen Auftritten, beinahe unvorstellbar bei einer solch sieghaften Stimme; aber Sänger sind nun einmal total abhängig von ihren Nerven. Insofern ist sicher in vielen Aufnahmen von Corelli der heroische und laute Ton vorherrschend, der in seiner Einmaligkeit gleichwohl überwältigt, und die leisen Momente sind seltener, nur wenn er sie denn zeigt, sind die Ergebnisse umso beeindruckender. Warum nur haben die Dirigenten ihn nicht öfter gezähmt bzw. herausgefordert? Oft wird ihm der Vorwurf gemacht, hohe Töne grundsätzlich nur von unten angeschliffen zu haben, was vor allem für Studioaufnahmen stimmt. In den Live-Aufnahmen allerdings zeigt er sich von einer anderen Seite: Er kann aus herrlichem Legato oder deklamierten Passagen hohe Töne mit nur kurzer eingeschobener Note oder gar direkt attackieren. Klar, er wollte seinen Stimmsitz nicht verlieren, denn dann wäre die Gefahr zu groß, einen Forte-Ton nicht sicher zu erfassen und strömen zu lassen. Corelli verfügte über eine sensationelle Mischung aus stärkster Energie und dem Strömenlassen des Tons. Dies ist der für Tenöre so immens wichtige "squillo", von dem Giacomo Lauri-Volpi immer sprach (und über welches er zweifellos ebenso viel verfügte). Als zeitweiliger Lehrmeister von Franco Corelli war dieses Element (laut Interview von Corelli) ebenso wie das Legato und die Phrasierung das Hauptaugenmerk der gemeinsamen Arbeit. Franco Corelli besaß in den Jahren 1950 bis 1970 die vibrierendste, klangmächtigste, dunkel grundierte italienische Tenorstimme, mit einem festen konzentrierten Stimmkern und perfektem Sitz der Stimme in der Maske, dabei von einer selten anzutreffenden Offenheit des Klangs, die in der Höhe metallisch-sieghaft strahlt und mit den Klängen gleich einem wilden Tier hin- und mitreißen kann! Sie ist für viele nicht besonders schön im Sinne von Pavarotti, Bergonzi oder Domingo, wenn man nur das Timbre mit "schön" bezeichnen mag. In ihrer ganz individuellen Klangfarbe und der Eigenheit seines Singens finde ich diese Stimme allerdings schön, vor allem jedoch trotz aller Beherrschung irgendwie naturhaft, wild, animalisch. Wie ein Ritt über den Bodensee! Dieses Instrument derart zu beherrschen ist zweifelsohne eine Sensation, und wenn er auch nie ein Stilist wie Bergonzi war, gehört er für mich zu den Großen der Tenöre!
Folgender Kurzinhalt zu den CD's:
CD 1: Arien aus Otello, Ernani, Aida, La Forza, Trovatore, Simone Boccanegra, La Battaglia di Legnano, Lombardi, Rigoletto: ein begeisterndes "Esultate", warum nur hat er den Otello nicht gesungen? Kraftvolle Demo seiner Verdistimme, schönes Legato, gleißende Spitzentöne, gute dynamische Modulationen, Rigoletto in denKoloraturen eher komisch, im Diminuendo auf dem As klasse.
CD 2: Ausschnitte aus "La Forza del destino" von 1958 mit Tebaldi, Bastianini, Christoff (gibt es auch als DVD): der beste Alvaro seiner Zeit, Kraft, Übermut, Verzweiflung, Schmerz, Piano, er zeigt alles; Christoff genial, Tebaldi kraftvoll und schon teils mit der Höhe ringend, Bastianini dunkel und laut.
CD3: Ausschnitte aus "Aida", RAI Turin 1956: tolle Amneris von Miriam Pirazzini, Giulio Nero als Ramfis, Guelfi als Amonasro singen sehr gut, heldischer Radames mit lyrischen Momenten im Finale.
CD 4: Ausschnitte aus "Il Trovatore" von 1961 MET und Berlin, L. Price klangschön und temperamentvoll, Irene Dalis eine überzeugende Azucena, überrumpelnde Vibrationen und heldische Gesänge.Glanzrolle.
CD 5: Ausschnitte aus "I Pagliacci" und Arien aus Cavalleria, Lodoletta, Mefistofele, Fanciulla del West, Andrea Chénier: Corelli in seinem Element, herrliche Bögen, schmerzgetönte Mezzavoce - Phrasen, Inbrunst, Passion.
CD 6: Ausschnitte aus "Turandot" und "La Fanciulla del West": hinteißende Liveaufnahmen mit metallischer Klangpracht und überschäumender Energie, Birgit Nilsson als Turandot ebenfalls majestätisch gleißend, von 1961 und 1956.
CD 7: Ausschnitte aus "Tosca" von 1957, live aus Covent Garden mit Milanov und Guelfi, wieder elegische Momente garantiert, Milanov überzeugend trotz Schärfe in den Höhen, Corelli passioniert und herrlich.
CD 8: Ausschnitte aus "Andrea Chénier", live 1960 Wien, "Fedora" und "Adriana Lecouvreur", live 1959 Neapel: ein Held und schmachtender Liebhaber in metallischen Klang gegossen, Tebaldi als Maddalena sehr gut, Olivero als Adriana Weltklasse, eine Tragödin und Verismo-Göttin, die diese Oper zu einem einzigartigen Erlebnis macht, Leidenschaft pur! Corelli ein Verismo-Held.
CD 9: Arien aus " Werther" und Ausschnitte aus "Carmen": zu viel Metall und Kraft für Werther, als Josė aber wieder ein gebrochener Held, der allerdings eher in Sizilien wohnt, sehr dramatisch und veristisch.
CD 10: Arien aus Lucia, Poliuto, Hercules, Norma: Poliuto (1960 mit Callas) und Norma (1958 mit Cerquetti) sind bekannte Liveaufnahmen aus der Scala bzw. Rom, kraftvoll, vibrierende Töne und weniger Diziplin.
Für mich sind diese Aufnahmen zu diesem günstigen Preis alles in allem eine wunderbare Übersicht über den Ausnahmetenor Corelli. Studioaufnahmen aus den frühen 50ern (Cetra-Aufnahmen) sind gemischt mit Liveaufnahmen, ein unvergleichliches Tenor-Klangerlebnis und einige Momente der reinsten Tenormagie, wer sich dem entziehen kann, kann kein Opernfan sein... Geschmäcker sind und bleiben nun mal verschieden, Corelli war ein großer Sänger mit einzigartigen Möglichkeiten, bei dem ich die Schwächen sicher nicht vergesse, die mir aber egal sind beim Hören. Grazie tanto, Franco Corelli! Und nun legen Sie los bzw. die CD's ein und lassen sich verführen, geben Sie Ihrer Passion freien Lauf und genießen Sie Einmaliges....
Nur wegen der zuweilen klanglichen Schwächen 4 Sterne.
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Franco Corelli: Power and Beauty
Franco Corelli: Power and Beauty von Franco Corelli (Audio CD - 2012)
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