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91 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergebung als Stärke
'1934 war ein gutes Jahr für starke Mädchen.'
Was Eva Mozes Kor angeht, scheint das zu stimmen. Denn sie wurde 1934 geboren und war nicht nur ein starkes Mädchen, sondern ist auch eine der stärksten Frauen, die ich kennenlernen durfte.
Diese Stärke brauchte Eva schon als Kind, denn ihr orthodoxer jüdischer Vater wollte eigentlich...
Veröffentlicht am 2. Februar 2012 von Gospelsinger

versus
25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Darf man ein solches Buch überhaupt bewerten ?
Ich habe mir lange die Frage gestellt, ob "man" - in diesem Fall ich, ein solches Buch überhaupt bewerten darf. Besonders dann, wenn "man" wie ich keine 5 Sterne geben möchte / kann.

Keine Frage stellt die Integrität, das Leid und die Courage von Frau Mozes-Kor dar. Hochachtung in jedem Punkt dafür, wie sie mit ihrem Schicksal und ihrem...
Veröffentlicht am 27. August 2012 von A. Ch Lanz


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91 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergebung als Stärke, 2. Februar 2012
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
'1934 war ein gutes Jahr für starke Mädchen.'
Was Eva Mozes Kor angeht, scheint das zu stimmen. Denn sie wurde 1934 geboren und war nicht nur ein starkes Mädchen, sondern ist auch eine der stärksten Frauen, die ich kennenlernen durfte.
Diese Stärke brauchte Eva schon als Kind, denn ihr orthodoxer jüdischer Vater wollte eigentlich einen Jungen, und ließ sie das auch spüren. Nichts konnte sie ihm recht machen, im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester Miriam und ihren anderen beiden Schwestern Edit und Aliz. Aber Eva ließ sich nicht unterkriegen, gab Widerworte und sieht im Nachhinein die ständigen Dispute mit ihrem Vater als gutes Training für Auschwitz.
Ihre trotz des schwierigen Verhältnisses zum Vater glückliche Kindheit in Siebenbürgen endete viel zu früh. Nach den Gebietsverlusten an die Ungarn wurde der Einfluss der Nazis größer, bestimmten die Gesetze gegen Juden den Alltag.
'Hört auf eure Kinder, sie sind schlau, im Einklang mit ihrer Umgebung und gebrauchen ihren Instinkt.'
Als Eva 1942 im Radio hört, wie Hitler ankündigt, alle Juden töten zu wollen, drängt sie ihre Eltern, zu flüchten. Während der Onkel mit seiner Familie nach Palästina emigriert, sperrt sich Evas Mutter gegen eine Flucht, weil sie mit ihren Töchtern nicht in die Wüste ziehen und ihre Mutter nicht allein lassen will. Als sich die Familie später dann doch zur Flucht entschließt, ist es zu spät, der Fluchtversuch wird durch die Nazis vereitelt.
1944 wird die Familie nach Auschwitz deportiert.
Eva und Miriam wurden vor der Gaskammer bewahrt, weil sie durch ihre identische Kleidung als Zwillinge erkennbar waren. Und Zwillinge wurden nicht vergast, denn für sie hatte Auschwitz eine ganz besondere Tortur zu bieten. Zwillinge wurden an den Lagergott Dr. Mengele ausgeliefert, der seine perfiden und lebensgefährlichen Experimente an ihnen durchführte.
Gleich in der ersten Nacht fasst Eva den Entschluss, alles zu tun, um zu überleben. Und das tut sie auch, mit einer schier unerschöpflichen Kraft. Sie handelt instinktiv, und instinktiv macht sie alles richtig.
'Ich war nie ein gutes Opfer!'
Ihr Widerstandsgeist sorgt dafür, dass sie den harten Winter, die täglichen Injektionen und ihre schwere Krankheit übersteht, obwohl Mengele sie schon als sterbend einstufte. Selbst, als auf sie geschossen wird, passiert ihr nichts.
'Ich habe gemogelt!'
Eva Mozes Kor hat die Nazis um weitere Tote betrogen und es geschafft, sich und ihre Zwillingsschwester zu retten.
Dieses Buch sollte Schullektüre werden. Es ist spannend geschrieben, dabei weder überdramatisierend noch wehleidig, und sehr berührend. Und vor allem bietet es einen viel besseren Bezug zum Thema als ein Sachbuch, weil es von konkreten Personen handelt, in die man sich beim Lesen hineinversetzen kann. Die Lektüre wird so zu einer emotionalen Erfahrung.
Eva Mozes Kor ist eine der letzten Zeitzeuginnen, die Auschwitz überlebt haben. Deshalb hatte ich mich im Januar trotz Kälte auf den Weg in die Urania gemacht, um ihre Lesung zu hören. Es erwartete mich weit mehr, als ich gedacht hätte. Dieser Abend hat mich stark berührt und einen nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen.
Auf ihrer Lesung betonte Eva Mozes Kor, dass die Zuhörenden es nicht persönlich nehmen sollten, wenn sie von 'den Deutschen' spreche, unsere Generation sei nicht gemeint. Außerdem habe sie allen Deutschen vergeben.
'Ihr Deutsche verdient es, von der Bürde befreit zu werden, die euch die Nazis auferlegt haben.'
Trotz ihrer furchtbaren Erlebnisse hat Eva Mozes Kor ihren Humor nicht verloren. Zum Beispiel wenn sie erzählt, dass sie im Lager Stricken lernte.
'Ich stricke sehr seltsam ' im Auschwitz-Stil.'
Seit 1978 hält Eva Mozes Kor Vorträge für Jugendliche. Für sie begann so eine therapeutische Erfahrung. Während sie am Anfang ihre Geschichte wie für ein kleines Mädchen erzählte, verschmolzen später das Kind und die Erwachsene in ihr.
Das ermöglichte ihr, das fast Unmögliche zu tun: Sie hat ihren Peinigern vergeben.
'Zorn ist eine Saat für den Krieg, Vergebung ist eine Saat für den Frieden.'
Die Macht, vergeben zu können, war eine Befreiung. Eva Mozes Kor hat dabei ein anderes Konzept der Vergebung: Sie wartet nicht auf eine Entschuldigung, weil das dem Täter wieder eine Machtposition einräumen würde, sondern sie vergibt vorbehaltlos, selbst wenn die Täter nicht bereuen.
Die Stärke und Resilienz dieser Frau fand ich sehr beeindruckend und zum Nachdenken anregend. Ihr Konzept der Vergebung brodelt seit diesem Abend in mir und wird mich wohl noch lange beschäftigen.
Diesem außergewöhnlichen Buch einer außergewöhnlichen Frau wünsche ich viele Leserinnen und Leser. Und falls Eva Mozes Kor bei euch in der Nähe liest ' geht hin!
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47 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr bewegendes Buch, 20. Januar 2012
Inhalt:
Eva Mozes Kor, eine Überlebende des Holocaust, berichtet davon, was sie erlebt hat als jüdische Kind, geboren im Jahr 1934. Sie wurde mit ihrer Familie nach Auschwitz verschleppt und nur sie und ihre Zwillingsschwester überleben. Das Buch berichtet von den Evas Leben und besonders von ihren Erlebnissen , als sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Miriam von Josef Mengele für seine Zwillingsforschung missbraucht wurde und wie die beiden überlebt haben. Evas späterer Lebensweg wird ebenfalls aus ihrer eigenen Sicht kurz beschrieben. Das Buch endet mit einem Nachwort, in dem sie erläutert, wie sie die Geschehnisse verarbeiten konnte. Ergänzt wird der Text durch Fotos, eine Zeitleiste sowie ein Glossar.
Rezension:
Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich bin zutiefst beeindruckt von Eva Mozes Kor und der Art ihr Leben rückblickend zu beschreiben. Der Autorin Lisa Rojany Buccieri ist es gelungen, diese schrecklichen Erlebnisse in eine für Jugendliche gut greifbare und verständliche Form zu bringen, die sicher viele Menschen (nicht nur Jugendliche) zum erneuten Nachdenken über die NS-Zeit anregen wird. Es ist unglaublich, wie es den beiden Mädchen gelungen ist zu überleben und wie stark sie füreinander waren und sich so gegenseitig das Leben gerettet haben. Der Roman hat mich besonders auch wegen seiner Authentizität sehr beeindruckt, nichts wird verharmlost oder aus 'dramaturgischen' Gründen unnötig ausgeschmückt oder übertrieben. Es wird beschrieben wie es war in der erschreckenden Wahrheit und man fragt sich als Leser immer wieder, wie ein Kind unter so schlimmen Umständen einen solchen Überlebenswillen aufbringen kann und wie es ein Mensch schafft an solchen Erlebnissen nicht zu Grunde zu gehen. Auch hier bin ich sehr beeindruckt von Eva Mozes Kor, wie sie in ihrem Nachwort beschreibt, wie sie eine Organisation (CANDLES = Children of Auschwitz Nazi Deadly Lab Experiments Survivors) aufbaute, um sich mit anderen Überlebenden Zwillingen auszutauschen und sogar ein Museum und Bildungszentrum gründete und sich mit einem Arzt von damals traf und ihn dazu bewegt hat als einer der Mittäter etwas über die schlimmen Geschehnisse aufzuschreiben und so für die Nachwelt zu dokumentieren. Ich konnte es kaum glauben, als sie beschrieb, wie sie ihm und sogar Mengele vergeben konnte. Diese Worte über Vergebung sind wahnsinnig kraftvoll und machen deutlich wie wichtig Vergebung auch für die Opfer ist und das Vergeben eben nicht Vergessen bedeutet. Dieses Buch wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben und mich nicht so schnell loslassen, denn ich bin tief bewegt und beeindruckt. Ich kann es nur weiterempfehlen und kann mir gut vorstellen, dass es sich auch sehr gut als Schullektüre eignet.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Darf man ein solches Buch überhaupt bewerten ?, 27. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich habe den Todesengel überlebt: Ein Mengele-Opfer erzählt (Kindle Edition)
Ich habe mir lange die Frage gestellt, ob "man" - in diesem Fall ich, ein solches Buch überhaupt bewerten darf. Besonders dann, wenn "man" wie ich keine 5 Sterne geben möchte / kann.

Keine Frage stellt die Integrität, das Leid und die Courage von Frau Mozes-Kor dar. Hochachtung in jedem Punkt dafür, wie sie mit ihrem Schicksal und ihrem Leben umging und es letztendlich meisterte.

Keine Frage stellt auch die unsagbare Unmenschlichkeit des damaligen Regimes und der schweigenden, mitlaufenden Mehrheit dar. Ich möchte die Perversität des Holocaust in keinem Punkt anzweifeln oder schwächen !

Gerade aber, weil ich mich über lange Jahre mit diesem Thema beschäftigt habe, kommen mir die Schilderungen im Buch etwas schwach rüber. Ich bemängle nicht fehlende Spannung! Immerhin reden wir hier nicht von einem landläufigen Roman oder gar Krimi. Was mir fehlt ist über weite Strecken eine persönliche Intensität - oft kommt mir das Ganze wie eine relativ neutrale Schilderung eines weit weg stehenden Augenzeugen vor.

Vielleicht muss das allerdings so sein . . . . vielleicht kann man als selbst betroffene Person die Erinnerung nur ertragen, indem man sich in der Schilderung persönlich zurück nimmt und etwas Distanz erlaubt. Dies könnte ich voll verstehen und nachvollziehen.

Vielleicht wurde der Sachverhalt aber auch mit Absicht, d.h. mit Rücksicht auf die Zielgruppe der Jungleser mit "versöhnender" Distanz wiedergegeben. In diesem Fall kommt mein Verständnis zu einem abrupten Halt! Ist es nicht so, dass gerade die nachfolgenden Generationen sehen, verstehen und inne halten MÜSSEN? Soll man Junglesern wirklich auf schonende Weise die Verbrechen der Nazis und ihrer Mitläufer präsentieren?

Die Generation der persönlich betroffen stirbt altersbedingt langsam aber sicher aus. Die Gruppe der ewig-gestrigen ist eh mit nichts zu überzeugen oder zu bekehren. Darum ist es in meinen Augen besonders wichtig, die Generation(en) der nicht-ewig-gestrigen deutlicher (auch wenn es schmerzt), brutaler (denn das 3. Reich war nichts außer brutal) und undistanzierter (denn Distanz impliziert immer, dass man selbst ja gar nicht betroffen ist - und wenn doch, dann nicht wesentlich) mit diesem Thema zu konfrontieren.

Am Ende des Buches ruft Frau Mozes-Kor zur Versöhnung auf. Das ist löblich, das ist für in diesem Individualfall sicherlich auch ihre Art der "Heilung" - und somit akzeptiere ich das.

Kann "man" - d.h. ich und auch andere - sich allerdings wirklich mit den Geschehnissen des 3. Reiches, mit dem Holocaust per se, mit dem Regime des totalen psychischen und physischen Terrors, mit Gewalt und Willkür versöhnen?
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein bewegender Jugendroman / perfekte Schullektüre, 8. Januar 2012
Von 
Claudias Bücherregal (Schl.-Hol.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Eva Mozes Kor ist Jüdin. Als sie gerade einmal 10 Jahre alt ist, werden sie und ihre Familie in das Konzentrationslager nach Ausschwitz gebracht. Dort muss sie nicht nur miterleben, wie ihre Eltern und ihre beiden älteren Schwester in der Gaskammer umkommen, sondern sie und ihre Zwillingsschwester Miriam müssen die fürchterlichen medizinische Experimente des Dr. Mengele über sich ergehen lassen, der sich mit Zwillingsforschung beschäftigt. Für Eva und Miriam beginnt ein täglicher Kampf ums Überleben.

"Ich habe den Todesengel überlebt" ist ein Erfahrungsbericht der Eva Mozes Kor, eine der noch wenigen lebenden Mengele-Opfer. Ihre wahre Geschichte wurde von Lisa Rojany Buccieri in einer Art und Weise aufgeschrieben, die es auch Jugendlichen ermöglicht, einen einfach Zugang zu Eva Mozes Kors schrecklichen Erlebnissen zu erhalten. Der Bericht ist größtenteils chronologisch ausgerichtet, jedoch findet der Leser des Öfteren auch Exkurse in spätere Jahre, solange die dann gesammelten Erkenntnisse etwas mit den damaligen Geschehnissen zu tun haben.

"Allein die Machtlosigkeit unserer Eltern zu erkennen, die ich immer als unsere Beschützer gesehen hatte und die nun nicht mehr in der Lage waren, unsere Familie zu beschützen, allein dies zerstörte grundlegend jedes Gefühl von Sicherheit, das ich jemals gehabt hatte." (Seite 45)

Als eine der letzten Zeitzeugen erzählt Eva Mozes Kor ihre Lebensgeschichte. Die Autorin verzichtet dabei auf Effekthascherei, die die Glaubwürdigkeit in Frage stellen würde, sondern präsentiert die Erlebnisse authentisch. Nichts wird dramatisiert und die Spannung wird nicht absichtlich erhöht. Es handelt sich einfach um die nackte Wahrheit, die genauso präsentiert wird, nackt, ohne Spezialeffekte, und jeder weiß, dass nichts erschreckender ist, als die reine Wahrheit.

Der Roman ist berührend, vor allem aufgrund der Authentizität. Eva Mozes Kors Erlebnisse sind einfach erschreckend und man fragt sich beim Lesen ständig, woher sie und ihre Schwester diesen Überlebenswillen hatten und wie ein Mensch so grauenhafte Erfahrungen sammeln kann, ohne daran zu Grunde gehen. Der Roman beinhaltet nicht nur die Nazi-Zeit, sondern begleitet Eva Mozes Kor auch die nächsten Jahre, während sie versucht wieder eine Heimat zu finden und die Erlebnisse zu verarbeiten. Sie ist eine erstaunliche Frau, denn sie hat es sogar geschafft Dr. Mengeles für seine grausamen Experimente zu vergeben, etwas, wozu viele Menschen nicht fähig wären.

Dieses Jugendbuch wäre eine großartige Schullektüre. Die Lebensgeschichte wird in einer einfachen Sprache präsentiert, die auch Jugendlichen einen Zugang zur Geschichte bietet. Der Roman besitzt zusätzlich ein Glossar am Ende des Buches, welches Begriffe aus der Nazi-Zeit und dem Judentum erklärt. Eva Mozes Kor betonte selbst einmal, dass das Vergeben wichtig sei, aber man nicht Vergessen dürfte. Daher sind Bücher mit dieser Thematik meiner Meinung nach Pflicht für Jugendliche, damit die grausamen Taten eben nicht in Vergessenheit geraten. Dieser Roman stellt eine Lektüre dar, die sowohl Lehrer, als auch Schüler ansprechen wird und ist außerdem zu einem fairen Preis erhältlich.

Fazit: Ein sehr bewegender Roman über das Leben eines Mengeles-Opfer, der einen nicht so schnell los lässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das unter die Haut geht, 14. Dezember 2014
Es gibt diese Bücher, bei denen ich beim Lesen das Gefühl habe, eine eiskalte Hand umschließt mein Herz.
Wie kann ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun?
Wie konnte so etwas passieren?
Ich denke dieses Buch, diese so persönliche Geschichte dieser Frau, die damals ein 10 jähriges Mädchen war, eine Zwillingsschwester, eine Tochter, die geht jedem nahe.
Allein der Text auf dem Cover des Buches erzeugt mir Gänsehaut. Wer sich mit der Geschichte des zweiten Weltkrieges beschäftigt hat, kennt vermutlich den Namen Mengele. Grauenvolle, unmenschliche Experimente, diese Gedanken schießen mir durch den Kopf.
Eva Mozes Kor überlebt das Lager und die Experimente.
In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte.
Das ist ein Buch, das nicht die Kämpfe, den Frontverlauf des zweiten Weltkrieges erzählt. Sondern ein Buch, das dahinter schaut. Was geschah in den Konzentrationslagern?
Immer wieder sind Fotos in diesem Buch zu finden,auch private Fotos, die zeigen, es ist keine erdachte Geschichte, sondern es war wirklich Realität.
Ich glaube beim Anschauen der Fotos, da wird jedem noch einmal ein Schauer über den Rücken laufen. Diese Menschen dort, die waren da, die haben dieses Grauer wirklich erlebt.

Für bleibt immer die eine Frage: Wieso? Wie konnte so etwas passieren?

Das Buch blickt auch noch weiter, was geschah nach der Befreiung des Lagers mit Eva…
Ein Buch, das einem so nahe geht.
In einem Nachwort kommt noch einmal die Autorin Lisa Rojany Buccieri ebenso wie Eva Mozes Kor zu Wort, die berichtet, wie ihr Leben weiterging.
Es gibt noch jeweils einen Lebenslauf zu beiden und eine Zeitleiste der Geschehnisse sowie ein Glossar.
Ein Buch, das Geschichte erzählt.
Menschliche Geschichte aus einer schwarzen Zeit, es enthält eine wie ich finde, sehr wichtige Botschaft.
Nie wieder. Und es ist ein Mittel gegen das Vergessen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch für die nächsten Generationen, 20. August 2012
"Dreimal in der Woche gingen wir in das Hauptlager von Auschwitz zu Experimenten. Diese dauerten sechs bis acht Stunden. Wir mussten nackt in einem Raum sitzen. Jeder Teil unseres Körpers wurde vermessen, betastet, mit Tabellen verglichen und fotografiert. Auf jede Bewegung wurde geachtet. Ich fühlte mich wie ein Tier in einem Käfig. Dreimal in der Woche gingen wir ins Blutlabor. Dort wurden uns Keime und Chemikalien injiziert, und sie nahmen uns viel Blut ab."
- Eva Mozes Kor: Heilung von Auschwitz und Mengeles Experimenten

Die Konzentrationslager im Dritten Reich, in Nazi-Deutschland, sind ein Schrecken, eine Mahnung an weitere Generationen und ein Beweis für ein Verbrechen, das in der Geschichte beispielslos ist. Mit dem Holocaust verbinden wir die Ermordung von sechs Millionen Juden und unzähligen Menschen, die aufgrund von Krankheiten, Behinderungen oder aufgrund von anderen ideologischen Gedanken grausam getötet wurden.

Doch es gab noch grausamere Schicksale als das Endgültige und die für viele Menschen willkommene Erlösung durch den Tod. Unter der Leitung von deutschen Ärzten wurden an lebenden Menschen medizinische Experimente durchgeführt. Es ging hier nicht primär um die Entwicklung von lebensrettenden Medikamenten, sondern um die Erforschung von Infektionen und Krankheiten sowie um das Erreichen, sauberes Erbgut zu produzieren. In Auschwitz wurden kleinere Lager und Sektionen eingerichtet, um gerade Zigeuner- und jüdische Kinder zu selektieren und gesondert unterzubringen.

Dr. Josef Mengele, ein charismatischer, höflicher und gut aussehender Arzt, übernahm die Leitung in Auschwitz-Birkenau. Ehemalige Häftlinge beschrieben Dr. Mengele immer als gut gekleidet, höflich und zuvorkommend. Trotzdem war er ein Mörder, der für Zehntausende Opfer verantwortlich war, die er durch medizinische Experimente und Versuche umgebracht hat. Er war ein eiskalter Todesengel, der schon beim Eintreffen von neuen jüdischen Familien durch seine persönliche Selektion über Tod oder Leben entschied.

Besonders die medizinische Forschung an ein- und zweieigen Zwillingen war eines seiner größten Interessengebiete. Die Erforschung des identischen Erbgutes war zu der Zeit das interessanteste Thema, um sich vielleicht in medizinischen Gesellschaftskreisen profilieren zu können.

Die jüdische Überlebende Eva Mozes Kor, die zusammen mit ihrer eineiigen Zwillingsschwester Miriam in Auschwitz interniert war, erzählt in ihrem Buch "Ich habe den Todesengel überlebt" von ihrer lebensgefährlichen Zeit, in der das Zwillingspaar missbraucht worden ist.

Sehr eindringlich erzählt die überlebende Autorin ihre, noch anfänglich unbekümmerte Kinderzeit, die sich immer weiter durch Verfolgungen und Bedrohungen verschlimmerte. Sie schildert die Ankunft in dem KZ, die letzte Begegnung mit ihren Eltern und Geschwistern die es nicht überlebt haben. Der Alltag in den Fabrikanlagen des Todes ist menschenverachtend, die Glücklichen sterben als Erste, die anderen, besonders Kinder, sind oftmals nur "Meerschweinchen" für die dortigen Ärzte.

Eva Mozes Kor transportiert ihre Erlebnisse, ohne zu dramatisieren. Erzählt von anderen Kindern, die nicht überlebt haben, von Versuchen an ihr und ihrer Schwester, die so morbide grausam klingen, dass es unmöglich ist, Dr. Mengele noch als Mensch bezeichnen zu können. Doch sie verurteilt oder beurteilt diesen Mann nicht, sie berichtet nur aus ihrer eigenen Wahrnehmung und Perspektive.

Bezeugt werden Experimente mit Injektionen von Fremdstoffen und Krankheitserregen, mit Bluttransfusionen und chirurgischen Eingriffen, die ohne Narkose durchgeführt wurden. Mengele tötete oder beauftrage andere Ärzte, er war der Tod in Person.

Eva und Miriam überleben die Tortur in Auschwitz. Evas Schwester allerdings ist schwer krank und stirbt an den Folgen der Experimente 1993. Die Autorin erzählt von den Jahren später, erzählt von ihrer Übersiedlung ins Gelobte Land Israel. Doch das Grauen und die Ereignisse kann sie nicht vergessen. Mithilfe der Jugendbuchautorin Lisa Rojany Bucceri gelingt es ihr, das erlebte Grauen auf Papier zu bringen. Es ist ihr Nachlass, es ist ihre Mahnung und es auch eine Botschaft vergeben zu können.

Sie ist eine der letzten Zeitzeugen und erzählt gerade auch für jugendliche Leser ihre Lebensgeschichte, ohne künstliche Effekte oder gerade mit künstlicher Dramaturgie ihre Erlebnisse überspitzt darzustellen.

Das Buch "Ich habe den Todesengel überlebt - Ein Mengele-Opfer erzählt", ist berührend und authentisch und gerade auch für Schulklassen, die den Holocaust im Geschichtsunterricht behandeln, äußerst empfehlenswert.

Am Ende gibt es neben einigen Bildnachweisen noch eine chronologische Zeitleiste und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen, die auch in diesem Buch vorkommen.

Ich habe größten Respekt vor der Autorin, die betont, dass das Vergeben wichtig sei, aber man nicht vergessen dürfte, was den Kindern und natürlich auch den anderen Opfern des Nazi-Regimes angetan wurde. Körperliche Wunden heilen, doch seelische Narben schmerzen für immer.

Fazit

"Ich habe den Todesengel überlebt - Ein Mengele Opfer erzählt" von Eva Mozes Kor und Lisa Rojany Bucciere ist eine wahre Geschichte, die man gelesen haben sollte.

Als Erinnerung an ihrer Schwester, als Mahnung und als Botschaft vergeben und vergessen zu dürfen, hinterlässt und die Autorin ein Plädoyer für den Willen zu überleben.

Eines der ganz wichtigen Bücher in diesem Jahr und für alle jugendlichen Leser eines, das man gelesen haben sollte.

Autoren

Eva Mozes Kor (geborene Eva Mozes; * 30. Januar1934 in Portz, Rumänien) ist eine Überlebende des Holocaust und wurde zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Miriam von Josef Mengele für Experimente in der Zwillingsforschung missbraucht. Sie löste kritische Reaktionen bei anderen Holocaust-Überlebenden aus, als sie am 50. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz persönlich allen Nationalsozialisten ihre Taten vergab.
Kor wurde 1944 mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert und erhielt die Gefangenennummer A-7063. Ihre Eltern und die zwei älteren Schwestern starben in den Gaskammern. Sie und ihre Zwillingsschwester aber überlebten die grausamen Experimente und kehrten nach dem Krieg nach Rumänien zurück. 1950 siedelten beide nach Israel über und traten später der israelischen Armee bei. Den Amerikaner Michael Kor, ebenfalls ein Überlebender der Konzentrationslager, heiratete Eva Mozes im Jahr 1960 und zog nach Terre Haute in Indiana, wo sie noch heute lebt.

Kor gründete die Children of Auschwitz-Nazi's Deadly Lab Experiments Survivors (C.A.N.D.L.E.S.) und konnte bisher 122 Überlebende der Zwillingsexperimente ausfindig machen. Sie kämpft bis heute darum, die medizinischen Folgen und Hintergründe der Versuche in Erfahrung zu bringen - nur so können die Opfer hinreichend behandelt werden.

Die Filmemacher Bob Hercules und Cheri Pugh begleiteten Kor über Jahre hinweg mit der Kamera, woraus der Film "Forgiving Dr. Mengele" entstand.

Lisa Rojany Buccieri hat über 100 Kinderbücher verfasst, darunter auch mehrere Bestseller und preisgekrönte Werke. Sie arbeitet zudem als Lektorin und ist seit mehr als 20 Jahren in der Branche tätig. Lisa Rojany Buccieri lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.

Taschenbuch: 224 Seiten
ISBN-13: 978-3570401095
[...]
Michael Sterzik
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen sehr oberflächlich, 8. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist selbstverständlich bei dieser Thematik äußerst schwierig, eine negative Bewertung zu schreiben. Denn das Leid und der Schmerz, den die Autorin erlebt hat, ist selbstverständlich überhaupt nicht in Frage zu stellen!
Allerdings ist das Buch leider sehr oberflächlich. Sicher ist dies auch dadurch begründet, dass die Autorin bei den Erlebnissen sehr jung war. Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, 12. Juli 2012
Ich habe das Buch zufällig im Buchladen gefunden und dachte mir, das nimmst du einfach mal mit.
Daheim angekommen habe ich auch schon gleich mit dem Buch angefangen und noch am selben Tag zu Ende gelesen.

Ich fand das Buch sehr ergreifend und schockierend, was damals mit den Leuten alles gemacht wurde.
Es ist gut erzählt, man kann sich sofort in die damalige Situation reinversetzen ( z.B. das Ausgrenzen in der Schule, die Beschimpfungen usw.)

Ich bereue es absolut nicht dieses Buch gekauft zu haben.
Ich kann es zu 100 % weiterempfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Ich habe den Todesengel überlebt:, 6. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hier halt wirklich alles gestimmt, Top Preis, schneller Versand, kam in einem einwandfreien Zustand an.

Das Buch hatte ich innerhalb eines Abends durchgelesen, da das Thema sehr sensibel zu behandeln ist, bewerte ich nicht den Inhalt.

Der Schreibstil ist sehr einfach, dadurch lässt sich das Bruch wirklich gut runterlesen. Für die, die sich nicht mit den Begrifflichkeiten des Judentums auskennen ist auf den letzten Seiten ein Glossar mit allen erklärungsbedürftigen Wörtern.

Jeder der sich mit dem Thema beschäftigt, sollte dieses Buch lesen.

Eins noch: es geht weniger um die Art der Experimente von Mengele, sondern mehr um das Leben im KZ und vor allem um das Überleben
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr traurige Geschichte, die man gelesen haben sollte!, 7. Februar 2012
Von 
D. Krug "Synkopus" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Besser als jeder Geschichtsunterricht ist ein solches Buch zu lesen oder sich einen Film wie "Schindlers Liste" anzuschauen.
Dieses Buch von E.M.K. habe ich innerhalb von ca. 4 Std. gelesen, was aber nicht zuletzt an der sehr großen Schrift und dem damit verbundenen QUANTITATIV geringem Inhalt zu tun hat.

4 Sterne habe ich nur gegeben, weil ich eben etwas mehr Details über Mengele und sein schlimmes Schaffen erwartet habe, auch nach dem Interview im ZDF bei Markus Lanz, in welchem sie sehr bewegend gesprochen hat.

Wer also viele der grausamen Details von Dr. Mengele und den anderen Mördern erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Vom Schicksal IM Konzentrationslager erfährt man nur in der ersten Hälfte des Buches.
Dann folgt in sehr schneller Abhandlung der weitere Lebensweg von E.M.K. und ihrer Schwester.

Positiv finde ich, dass ich nach dem Lesen des Buches besser nachvollziehen konnte, warum sie vergeben hat. Nach ihrer Erzählung bei Markus Lanz, konnte ich DAS gar nicht verstehen, habe gedacht, dass man da doch einfach nur hassen kann.
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