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161 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanzen ist Leben
Es gibt zwei Arten von Büchern: Die einen liest man und am Ende klappt man sie zu. Man denkt noch kurz darüber nach, urteilt ob es gut war oder nicht und stellt es ins Regal. Damit ist der Prozess abgeschlossen.
Dann gibt es Bücher, die erlebt man. Für die Zeit, in der man sie liest lebt man zwischen den Buchdeckeln, man freundet sich mit den...
Veröffentlicht am 5. Februar 2012 von Moviefan

versus
70 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Furioser Beginn - zäher Mittelteil - versöhnliches Ende
Vorab: Ich las vor einigen Monaten das amerikanische Orginal, kann also zur Qualität der deutschen Übersetzung nichts sagen.
Und das ist meine Rezension zur amerikanischen Ausgabe:

Nachdem auf der Amazon.com Seite von insgesamt bislang 409 Bewertungen 289 Mal fünf Sterne vergeben wurde, wartete ich sehr gespannt auf 11/22/63 - vor allem das...
Veröffentlicht am 1. Februar 2012 von dieleseratz


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161 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanzen ist Leben, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Es gibt zwei Arten von Büchern: Die einen liest man und am Ende klappt man sie zu. Man denkt noch kurz darüber nach, urteilt ob es gut war oder nicht und stellt es ins Regal. Damit ist der Prozess abgeschlossen.
Dann gibt es Bücher, die erlebt man. Für die Zeit, in der man sie liest lebt man zwischen den Buchdeckeln, man freundet sich mit den Charakteren an ' leidet, liebt und fühlt mit ihnen. Man vergisst die Welt um sich herum, wenn man liest und ist man am Ende angelangt ist man traurig, denn man verabschiedet sich von liebgewonnenen Figuren und bemerkt, dass eine gemeinsame Reise nun zuende geht.
Stephen King's neuestes Buch 'Der Anschlag' ist Zweiteres und ein weiterer Geniestreich in seiner Bibliographie.

Jake Epping ist und lebt nach einer schmerzhaften Trennung vor sich hin, bis sein Freund Al ihn in ein unglaubliches Geheimnis einweiht: Er kennt ein Portal, dass ins Jahr 1958 zurückführt und Al gewinnt ihn für eine wahnwitzige Mission ' Jake soll ihn die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy verhindern. Damals fielen in Dallas, Texas drei Schüsse, durch die der Präsident tödlich getroffen wurde. Dadurch veränderte sich die Welt für immer. Mit der Vorstellung, dieses historische Ereignis ungeschehen machen zu können, beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn unbekannten Zeit. Es ist die Welt von Elvis, JFK und großen amerikanischen Autos. Immer mehr wird Jake ein Teil eben dieser Welt und schließlich lernt er die Bibliothekarin Sadie Dunhill kennen, die zu seiner großen Liebe werden wird. Je näher Jake seinem Ziel jedoch kommt, dass Attentat zu verhindern, desto heftiger wehrt sich die Vergangenheit mit gnadenloser Gewalt gegen sein Eingreifen ' einer Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet'

Mit kraftvoller Sprache und ganz viel Gespür für Atmosphäre entwirft Stephen King einen Gesellschaftsroman, der die 50er und 60er Jahre Amerikas und ihre Merkmale zum Leben zu erwecken. Die Figuren sind unglaublich detailliert charakterisiert und die Art und Weise, wie der Erfolgsautor immer wieder die wichtigen historischen Ereignisse der Zeit in die Handlung einfließen lässt ist meisterhaft.
Die Spannung nimmt von Seite zu Seite zu und ließ mich persönlich bald gar nicht mehr los. Zudem ist die Liebesgeschichte zwischen Jake und Sadie eine der schönsten und berührendsten der letzten Jahre.

Stephen King nutzt alle Möglichkeiten der eh schon vielversprechenden Ausgangslage aus und deckt mit unglaublicher Treffsicherheit die verschiedensten Genres ab: Zeitreisethriller, Gesellschaftsportrait, Liebesgeschichte, Spionageroman und Charakterstudie ' dass all diese Themengebiete hier so harmonisch vereint werden ist ein weiterer Beweis für Kings unglaubliches Talent.

Ich habe dieses Buch ins Herz geschlossen und noch lange Zeit nach dem Lesen darüber nachgedacht. Relativ schnell ist es auf meiner Liste von Lieblingen gelandet.

'Der Anschlag' ist ein wunderbarer Roman geworden, geschrieben von einem vielfältigen Autor mit ganz großem Talent. Unbedingt lesen!
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein ganz großer Wurf, 10. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Ich habe fast alle Romane von SK gelesen. Auch so "andere" Werke wie "The Stand" oder die Reihe um Roland und den dunklen Turm. Das waren schon Romane, die zum einen schwer in ein Genre einzuordnen waren, zum anderen aber auch eben keine typischen SK-Romane waren.

Nun hat er hier ein Werk vorgelegt, das in meinen Augen eine Art Ritterschlag für SK bedeutet. Kaum ein Buch von ihm hat mich zu Tränen gerührt. Bei "Der Anschlag" geschah das gleich mehrmals.

Diese Buch hat nichts mit dem Stephen King zu tun, den man kennt und vielleicht erwartet. Dennoch ist "Der Anschlag" für mich eines der besten Bücher, das King bislang geschrieben hat. Gerade weil es kein typischer King ist. In gewisser Weise ist es eine Liebeserklärung an das Amerika der sechziger Jahre, verpackt in eine Zeitreisegeschichte, garniert mit einer Liebesgeschichte und so weiter und so weiter.

Die Sprache ist gewaltig - weil sie so einfühlsam ist. Man fühlt sich wirklich in der Zeit zurückversetzt und man vergisst beim Lesen irgendwann, dass der Held ja eigentlich aus dem Jahr 2011 kommt. Fast möchte man ihm folgen in den Kaninchenbau, der ihn in das Jahr 1958 versetzt, weil da alles so schön ist. Sogar das Essen schmeckt besser...

Stephen King hat in einem erstaunlich offenen Interview "gestanden", die meisten seiner früheren Werke im Vollrausch geschrieben zu haben. Mal war es Alkohol, mal war es Koks. Darüber hinaus gab er zu, dass es ihn kränkt, als Trivialautor abgestempelt zu sein. Da sei es vollkommen egal, ob man schon über 400 Millionen Bücher verkauft hat. Es kränkt trotzdem.

Mit diesem Buch hat er diesen "Makel" abgelegt. (wenn es denn einer ist)

Bitte verzeiht, wenn ich hier nicht näher auf den Inhalt eingehe. Zum einen haben das schon viele vor mir getan und zum anderen ist dieses Buch mehr als eine Geschichte über Zeitreisen, über das Verhindern eines Anschlages, über das Amerika der sechziger Jahre, mehr als eine Liebesgeschichte oder einfach ein Thriller.

Lasst euch darauf ein und genießt es!
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173 von 185 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Tor zur Vergangenheit öffnet sich, 20. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Was würde man tun, wenn man plötzlich die Gelegenheit hätte, in die Vergangenheit zu reisen? Diese Frage stellt sich für den Lehrer Jake Epping, als sein todkranker Freund Al Templeton ihm zeigt, dass sich im Lagerraum seines Restaurants ein Tor zur Vergangenheit befindet.
Genauer gesagt landet man im Jahr 1958. Und wenn man durch dieses Tor wieder zurück in die Gegenwart kommt, dann sind nur 2 Minuten vergangen. Jede neue Zeitreise löscht die Ereignisse der letzten Reise aus.
Templeton hatte sich während seiner zahlreichen Ausflüge in die Vergangenheit in die Idee verbissen, dass Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 in Dallas zu verhindern. Wegen seiner Krankheit kann er jedoch die 5 Jahre von 1958 bis 1963 in der Vergangenheit nicht durchhalten, weswegen er seinen Freund Jake bittet, diese Mission auszuführen.

Das Attentat auf JFK ist sicher für viele US-Amerikaner das bestimmendste Ereignis der Nachkriegszeit. Wenn überhaupt haben vielleicht nur die Terroranschläge von 9/11 eine ähnliche Bedeutung. Der Originaltitel des King-Buches "11.22.63" spielt nicht ohne Grund mit dieser Assoziation.
Für viele US-Bürger endete mit dem Tod Kennedys eine große Periode ihrer Geschichte und ein Abwärtstrend trat ein, der durch den Vietnamkrieg, Rassenkonflikt, den Watergate-Skandal und eine allgemeine gesellschaftliche Zerrissenheit gekennzeichnet war.
Stephen King greift also ein uramerikanisches Trauma auf, wenn er seinen Helden auf die Zeitreise schickt, um dieses Attentat zu verhindern. Dabei interessieren ihn nicht die zahllosen Verschwörungstheorien (an die King nach eigener Aussage nicht glaubt), sondern er schildert die vermeintlich heile Gesellschaft, die durch diese Tat zersört wurde.

In Kings Roman ist Jake Epping nach einigem Überlegen und einigen Testläufen bereit, dauerhaft in die Vergangenheit zu reisen. Er heftet sich an die Fersen des Kennedyattentäters Lee Harvey Oswald und versucht herauszufinden, ob dieser Alleintäter oder Teil einer Verschwörung war. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Wetten auf Sportereignisse (deren Ausgang ihm dank guter Vorbereitung in der Zukunft bekannt ist). Die Wartezeit überbrückt er, indem er wieder als Lehrer arbeitet. Dabei lernt er die Liebe seines Lebens kennen und gerät immer mehr in den Zweispalt zwischen einem glücklichen Leben in der Vergangenheit und der Erfüllung seiner Mission.
Und über all dem steht natürlich immer die Frage: Wenn es ihm gelingt, den Anschlag auf Kennedy zu verhindern, wird dann die Welt sich tatsächlich zum Besseren verändern ?

Mehr zum Inhalt will ich gar nicht verraten. Wie in vielen Romanen Kings gibt es neben der Haupthandlung viele Nebengeschichten, die fast schon selber kleine Romane sind. Fans wird es freuen, dass Jake Eppings Weg nach Dallas auch über Derry führt, wo er Figuren aus Kings Buch "Es" trifft.

In Kings Roman steckt viel Nostalgie. Er zeichnet ein sehr positives Bild der USA in den 60er Jahren und die Welt scheint besser zu sein als heute. Doch wenn man genau hinguckt, hat das Bild viele Risse und viele Konflikte der Gegenwart sind schon im Keim vorhanden. Für den nichtamerikanischen Leser ist die Zeitreise in die US-Gesellschaft der 60er Jahre unter Umtänden etwas langwierig, vor allem weil die eigentliche Story mit dem Kennedy-Attentat oft in den Hintergrund gerät. Aber King ist ein zu guter Schriftsteller, um auf Dauer Langeweile aufkommmen zu lassen. Seine Figuren sind lebendig und man verfolgt gebannt die Irrungen und Wirrungen auf Jake Eppings Mission.
Allerdings muss man sich auf diesen dicken Wälzer als Leser einlassen und darin versinken. Das Buch ist definitiv kein Thriller. Eher würde ich es großen Roman über die heutige US-Gesellschaft und ihre Wurzeln beschreiben.

King hat die Grundidee zu 11.22.63 bereits 1972 konzipiert. In vielerlei Dingen merkt man als King-Fan auch die Spuren des "frühen Kings". Das Buch hat mich vom Stil sehr an "Es" erinnert und es ist wohl kein Zufall, dass der Roman Verbindungen zu diesem Werk herstellt. Aber andererseits merkt man auch die schriftstellerische Erfahrung des "späten Kings", der nicht nur Thrill erzeugen will, sondern auch eine Geschichte über Menschen und die Gesellschaft erzählen möchte.

Ich bin mir sicher, dass das Buch leidenschaftliche Fans haben wird und andere es allein wegen seiner epischen Erzählweise langweilig finden werden. Ich persönlich war begeistert: King ist hier der ganz große Wurf gelungen, der ihn vom Spannungsautor zum großen Schriftsteller seiner Generation befördert.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trotz kleiner Längen eine großartige Zeitreise, 20. Februar 2012
Von 
Büchermonster (bloggt über (Hör-)Bücher aus den Genres Thriller, Mystery & Horror) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (MP3 CD)
Jake Epping führt seit 35 Jahren ein absolutes Durchschnittsleben. Er lebt in Maine, arbeitet als Erwachsenenlehrer, hat keine Kinder und hat bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich, nachdem seine Frau ihr Alkoholproblem nicht in den Griff bekommen hat. Eines Tages ruft ihn jedoch der Besitzer eines kleinen Diners aufgeregt zu sich, da er Jake etwas Wichtiges zeigen müsse. Dieser ist verwundert, schließlich kennt er den Besitzer Al Templeton nur von gelegentlichen Restaurantbesuchen. Noch überraschter ist Jake, als Al plötzlich um Jahre gealtert aussieht und aus dem gestern noch gesunden Mann ein menschliches Wrack geworden ist. Templeton führt den Lehrer dann aber in seine Speisekammer, wo sich ein Portal in die Vergangenheit befindet. Wer dieses Tor durchschreitet, landet unvermittelt im Jahr 1958 ' jedes Mal aufs Neue am gleichen Ort und zum gleichen Zeitpunkt.

Der Grund für Als Enthüllung Jake gegenüber findet sich in der persönlichen Zielsetzung des Restaurantinhabers. Schließlich könne man die große Chance einer Zeitreise nicht sinnlos vergeuden und so stellte sich Templeton schnell die Frage, was man in der Vergangenheit mit dem heutigen Wissensstand alles bewirken könnte. Für die Verhinderung der ersten beiden Weltkriege ist es 1958 zu spät, doch nur fünf Jahre voraus liegt ein einschneidendes Ereignis der Weltgeschichte, welches nicht nur die amerikanische Bevölkerung geschockt hat: Die Ermordung des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John Fitzgerald Kennedy, am 22. November 1963'

Was wäre also, wenn man das Attentat auf Kennedy verhindern könnte? Diese Frage bildet den Aufhänger für Stephen Kings neuesten Roman 'Der Anschlag' (im englischen Originaltitel etwas treffender '11.22.63'), einen Wälzer von über 1000 Seiten und in der Hörbuchfassung mit einer Laufzeit von fast 32 Stunden. Wäre JFK damals nicht ermordet worden, hätte es dann überhaupt den Vietnam-Krieg in diesem entsetzlichen Ausmaß gegeben? Was wäre mit den Rassenunruhen in den USA und der daraus resultierenden Ermordung Martin Luther Kings? Wäre die heutige Welt eine bessere, wenn John F. Kennedy seine Ziele hätte umsetzen können?

Wenn es nach Al Templeton geht, ist die Antwort eindeutig: Die Verhinderung des Kennedy-Attentats würde die Vergangenheit positiv beeinflussen, und so hat es sich der Wirt zur Mission gemacht, diese Tat zu verhindern. Bei seinen Besuchen im Jahr 1958 hat er daher umfassende Recherchen betrieben und den mutmaßlichen Attentäter Lee Harvey Oswald monatelang beschattet. Doch bevor Al den Anschlag hätte verhindern können, erkankte er an Krebs ' den 22.11.1963 hätte er nicht mehr erlebt. So weiht er Jake Epping in sein Geheimnis ein, der an seiner Stelle sein Unterfangen fortsetzen soll.
Die Figur des Al Templeton ist bereits zu Beginn der erste geniale Schachzug Stephen Kings. Dadurch spart man sich eine lange Einführung, in der die Hauptfigur Jake Epping mühsam die Gesetzmäßigkeiten des Zeitportals hätte erkunden müssen. Stattdessen erklärt Al auf seinem Sterbebett das Regelwerk: 1. Man landet immer am 9. September 1958 um 11.58 in der Vergangenheit. 2. Kehrt man in die Gegenwart zurück, so sind dort nur zwei Minuten vergangen. 3. Jede Reise in die Vergangenheit setzt alles wieder auf Null zurück. Praktischerweise gibt Templeton dem Lehrer auch noch seine Aufzeichnungen mit auf die Reise, die Jake als Leitfaden dienen und wichtige Stationen im Leben Oswalds beinhalten.

Ist das Konzept erst einmal erklärt beginnt eine Reihe von hochinteressanten Gedankenspielen, bei denen der sogenannte 'Schmetterlingseffekt' eine wichtige Rolle einnimmt. Welche Auswirkungen haben selbst kleinste Eingriffe in die Vergangenheit auf das heutige Leben? Dieser Frage ist der erste Teil des Hörbuches gewidmet, in welchem Jake Epping sozusagen einen Testlauf unternimmt und in die Vergangenheit eines seiner Schüler eingreifen will, der damals bei einer Familientragödie seine Familie verlor und seitdem geistig behindert ist. Dieser Abschnitt dient außerdem dazu, ein Bild des Amerikas der 60er-Jahre zu vermitteln. Dies gelingt dem Autor unwahrscheinlich gut und man fühlt sich selbst in das Jahr 1958 zurückversetzt ' selbst wenn man (wie ich) damals noch lange nicht geboren war. King schildert das Setting sehr intensiv, anschaulich und bis ins letzte Detail stimmig. So ist man wie die Hauptfigur erstaunt über die günstigen Preise und wundert sich über das Leben ohne Handys und Computer. Hier zeigt sich auch die große Erzählkunst Kings, denn durch kleine Einfälle lässt er das Zeitreise-Szenario absolut plausibel erscheinen. Sei es Al Templeton, der sein Fleisch günstig in der Vergangenheit kauft und dann in der Gegenwart sein Essen zu Tiefstpreisen anbieten kann oder die Art und Weise, wie Jake Epping seinen Aufenthalt im Jahr 1958 finanziert ' nämlich durch Sportwetten, bei denen er dank der Vorarbeit seines Vorgängers auf sämtliche Ergebnisse wichtiger Sportereignisse zwischen 1958 und 1963 zurückgreifen kann.

Ist Jakes Testlauf einmal abgeschlossen, geht es an die eigentliche Aufgabe, nämlich das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Dazu muss der Tatverdächtige Oswald beschattet werden und dessen soziale Aktivitäten genau überwacht werden. Da dieser aber einige Jahre in der Sowjetunion verbracht hat, bleibt Jake zudem noch genug Zeit für ein eigenes Leben, schließlich müssen fünf Jahre auch irgendwie zurückgelegt werden. Diese Phase bildet den Mittelteil des Buches, in deren Zentrum vor allem eine bewegende und turbulente Liebesgeschichte steht, welche trotz aller Dramatik aber niemals kitschig wirkt. Allerdings ist dem Autor dieser Abschnitt ein wenig zu lang geraten. So faszinierend die Schilderungen auch sind, gibt es immer wieder Passagen in denen die Handlung stillsteht und nicht wirklich etwas passiert ' in diesen Momenten sehnt man sich den finalen Anschlag förmlich herbei.

Einen großen Gewinn zieht das Buch aus den umfangreichen Recherchen Kings, sowohl was das Leben in den 60ern im Allgemeinen aber auch das Leben Lee Harvey Oswalds im Speziellen angeht. Da überrascht es nicht, dass King im Nachwort erzählt, er hätte die Idee zu diesem Roman schon vor 40 Jahren gehabt, damals aber noch nicht die Fähigkeiten gehabt, um seine Vorstellungen zufriedenstellend umzusetzen. Für Fans des Autors dürften auch die vielen Bezüge auf frühere Werke Kings für Begeisterung sorgen. So kommen z.B. die Schauplätze Derry und Castle Rock eingefleischten Anhängern wahrscheinlich bekannt vor ' nur zwei von unzähligen Andeutungen auf die eigenen Romane.

Allerdings sollte man aufgrund des Buchtitels und des Klappentextes auf keinen Fall einen Thriller erwarten, denn das ist 'Der Anschlag' definitiv nicht ' dafür aber fast alles andere: Historischer Roman, Liebesgeschichte, Drama, Horror (wenn auch nur unterschwellig und in sehr wenigen Momenten), Science-Fiction ' fast schon ein Werk epischen Ausmaßes. Mir persönlich fehlt jedoch ein wenig der politische Aspekt des Buches. Natürlich geht King auf einschneidende Ereignisse wie die Kuba-Krise ein, aber Kennedy fungiert hier lediglich als Randfigur und tritt bis zum eigentlichen Attentat kaum in Erscheinung. Auch der Anschlag selbst ist ein wenig ernüchternd: Man fieber fast 30 Stunden lang auf DAS Ereignis hin und dann ist es relativ unspektakulär und schnell vorbei. Als Ende der Geschichte wäre das enttäuschend, doch Stephen King hat danach noch eine faustdicke Überraschung parat, die einen versöhnlichen und überzeugenden Abschluss bildet.

Zum Sprecher:
Wer könnte ein Stephen King besser lesen als - ja, richtig geraten - David Nathan. Wie gewohnt liefert dieser als Erzähler eine geniale Leistung und trägt so viel zum Zauber der Geschichte bei. Ob Jake Epping oder Marina Prussakowa (Ehefrau von Lee Harvey Oswald) ' Nathan füllt jede Figur mit Leben, sodass man auch in den etwas zäheren Passagen im Mittelteil immer noch gerne zuhört. Wie gewohnt eine tadellose Vorstellung, die immer wieder neue Vorfreude auf kommende Stephen King-Hörbücher weckt.

Mein Fazit:
Stephen Kings 'Der Anschlag' ist ein großes und großartiges Buch. Es steckt so viel Leben in den 32 Stunden, dass man förmlich in die Geschichte von Jake Epping hineingezogen wird. Die Idee, in die Zeit zurückzureisen um das Kennedy-Attentat zu verhindern, ist genial und wird vom Autor auch absolut glaubwürdig umgesetzt. Umfassende Recherche und viel Liebe zum Detail sorgen dafür, dass man nie Zweifel an Kings Alternativ-Szenario hat und die Zeitreise einem als Hörer völlig selbstverständlich vorkommt. Zudem stellt King eine sympathische Hauptfigur in den Mittelpunkt seiner Story, sodass die Identifikation mit Jake Epping sehr leicht fällt. Allerdings trüben einige Längen im Mittelteil das Hörvergnügen ein wenig, zudem fällt das groß erwartete Attentat dann leider etwas zu nüchtern aus. Überdies dreht sich die ganze Geschichte nur um die Theorie, nach welcher Oswald ein Alleintäter war. Das hat einerseits den Vorteil, dass der Autor sich nicht in wirren Verschwörungstheorien verrennt, ist aber mir persönlich zu einseitig. Um so faszinierender sind die Gedankenspiele rund um den Schmetterlingseffekt und die vielen 'Was wäre wenn''-Momente. Diesen Passagen hätte ich stundenlang zuhören können, ohne dass es langweilig wird, immer getreu nach dem Leitmotiv des Buches 'Die Vergangenheit ist halsstarrig, sie will nicht geändert werden'. Insgesamt ergibt sich so ein für Stephen King ungewöhnliches, aber nichtsdestotrotz mitreißendes Gesamtpaket, welches vermutlich noch etwas länger nachwirken wird. Trotz der oben aufgeführten Schwächen lasse ich mich daher zu einer recht hohen Bewertung hinreißen, denn 'Der Anschlag' hat mich während der gesamten Laufzeit ' auch in ruhigeren Passagen ' immer in seinen Bann gezogen.
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68 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn man liebt sind Pockennarben so hübsch wie Grübchen, 23. Januar 2012
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Es gibt keine Warnsignale oder Geigenklänge wenn sich schlagartig nicht nur ein kleines Leben, sondern das aller Menschen auf der ganzen Welt verändert. Wann diese tiefgreifenden Ereignisse geschehen wissen wir nie, das Leben schlägt oft unerwartete Kapriolen und erwischt uns unverhofft auf dem falschen Fuss. Wer kann schon wissen wann das Leben auf der Kippe steht oder weshalb? Im Kleinen kann es ein berührender Aufsatz eines Schülers sein der unser Leben verändert oder im Grossen ein einschneidender Zwischenfall der Zeitgeschichte wie der Fall der Mauer in Deutschland, der Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September oder das Kennedy-Attentat. Es gibt eben diese Tage die das eigene Leben verändern.

Ein entscheidender Augenblick ereignet sich in Jake Eppings Leben als er vom todkranken Al Templeton erfährt, dass sich im Vorratsraum seines American Diners ein Portal befindet das Zeitreisen ermöglicht. Wieso, weshalb und warum es da ist ist nicht entscheidend - es existiert einfach. Einmal das Zeitreisetor durchschritten landet man im Jahr 1958 und zwar jedes Mal und jede neue Zeitreise löscht die Handlungen und die Veränderungen der vorhergehenden aus. Al's grosse Vision ist das Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963 zu verhindern, aber da er unheilbar an Lungenkrebs erkrankt ist kann er dieses Vorhaben nicht mehr selbst ausführen und er hofft, das Jake diese Aufgabe übernehmen wird. Nach zwei kurzen Zeitreisen zum Testen nimmt Jake Epping die Herausforderung an und wird versuchen fünf Jahre Ende der 50er / Anfang der 60er zu überbrücken und das Attentat auf JFK zu vereiteln. Bald sitz er im Nebel des irrealen der ihn bald verschlingen wird denn die Realität ist nur eine dünne Eisschicht auf einem See mit dunklem Wasser unter einem Himmel aus dem es bald schneien wird.

Dieser Roman beginnt so wie man einen King kennt und erwartet, etwas Übernatürliches geschieht und zieht den Leser in seinen Bann. Und tatsächlich sind die ersten rund 350 Seiten spannend und auch "blutig". Aber dann vollzieht King einen kompletten Genrewechsel. Es folgen ein paar hundert Seiten die ich am ehesten als epochalen amerikanischen Gesellschaftsroman bezeichnen würde. Er porträtiert mit einer enormen Leichtigkeit ein Amerika wie es vor fünfzig Jahren war und wie ein Chronist zeichnet er ein feines und strukturiertes Bild einer Gesellschaft die sich ausser einem Krieg gegen Russland vor nichts fürchtet. Genauso wie die Lebensmittel früher wohlschmeckender, weil frei von künstlichen Geschmacksstoffen, sind die Menschen natürlicher und der Umgang ungezwungener als heute. Diese Heile Welt zeigt aber unter ihrer anscheinend makellosen Oberfläche einige Risse und etliches was nicht sein darf spielt sich im Verborgenen ab.

Dann ist da noch etwas zu erwähnen dass ich von Stephen King ganz und gar nicht erwartet hätte. Er schreibt ganz feinfühlig eine Liebesgeschichte die mich wirklich berührt hat. Sadie Dunhill wird zu Jakes grosser Liebe und weil beide auf ihre Art und durch ihre Vergangenheit verletzlich sind entwickelt sich eine behutsame Annäherung bis die beiden sich finden und einander die ersehnte Nestwärme geben. Jakes unausgesprochenes Geheimnis steht wie eine Barriere zwischen den beiden und sorgt für bange Momente.

Sämtliche Figuren in diesem Roman haben tragische Grundzüge und sind vom Leben entweder körperlich oder geistig auf die eine oder andere Weise gezeichnet. Es gibt keine Person die nicht in ihrer Vergangenheit schlimmes erlebt hat und alle tragen ihren körperlichen oder geistigen Ballast mit sich. Aber die Verrückten dieser Welt, die Lee Harvey Oswalds, dürfen nicht siegreich bleiben. Wenn Gott zu keiner Wiedergutmachung bereit ist, nachdem sie ihre miesen kleinen Siege erzielt haben, müssen gewöhnliche Menschen wie Jake Epping einspringen.

Dieser Roman ist Kings bisher reifstes Buch. Mit zunehmendem Alter scheint er sich vom Thriller/Horror Genre zu lösen und sich dem belletristischen Gesellschaftsroman zuzuwenden. Wer vor allem auf spannenden Nervenkitzel und blutige Splatterszenen aus ist wird von diesem Buch ganz bitter enttäuscht werden und diesen Lesern empfehle ich den Kauf gut zu überlegen. Im Mittelteil sind spürbare Längen vorhanden die mich nicht dramatisch gestört haben aber wegen denen ich in der Gesamtbewertung trotz des attraktiven Schreibstils einen Amazon-Stern abziehe. Stephen King hat mehr als eine Geschichte zum Kennedy Attentat geschrieben. Er verknüpft ein einschneidendes Ereignis der Zeitgeschichte mit persönlichen Dramen die den Leser fesseln und gewiss nicht mehr so schnell loslassen. Über allem thront die Frage ob es Jake Epping alias George Amberson es schafft Lee Harvey Oswald zu stoppen.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man muss wissen, was einen erwartet..., 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
...nämlich kein richtiger Thriller und keine wirkliche Fantasy. Stephen Kings neues Buch ist vor allem eine sehr anrührende Liebesgeschichte - wenn auch mit phantastischen Elementen. Dieses Buch ist eher gefühlvoll als spannend. Um den Kennedy-Mord geht es zwar auch, aber nicht in der Hauptsache. Ja, das alles ließe sich durchaus 100 bis 200 Seiten knapper erzählen, aber ich empfinde Kings ausufernde Schlenker zumeist eher als "Bonusmaterial" als als lästiges "Zuviel". Man lernt einiges über den "American way of Life" und das (mitunter etwas krude) Selbstverständnis der US-Amerikaner. Am Ende jedenfalls war ich fast zu Tränen gerührt. Ein wirklich lesenswertes Buch - sofern man nicht "Shining 2" erwartet.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Reifeprozess von King, der mit der 'Der Anschlag' sicher einen neuen Höhepunkt erreicht hat, 31. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung:

Dass Stephen King nur noch 'lang' kann, dem widersprechen ja eigentlich seine Kurzgeschichten- und Novellensammlungen. Nichtsdestotrotz ist 'Der Anschlag' Kings zweiter Roman in Folge, der im vierstelligen Seitenbereich liegt (zumindest was die deutschsprachige Übersetzung betrifft), und seine Romane davor waren auch nicht viel kürzer. Aber lang ist bei King nicht gleich langatmig. Mit 'Der Anschlag' zeigt Stephen King einmal mehr, dass er ein großartiger Erzähler ist, mit einer bildgewaltigen Sprache, die seinesgleichen sucht. Da braucht man eben ein paar Seiten mehr.

Jake Epping, ein bis dato einfacher Englischlehrer, wird von einem Bekannten auf eine lange Reise geschickt. Durch ein Zeitportal kann Epping ins Jahr 1958 reisen und soll sich dort darauf vorbereiten, im Jahr 1963 das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Die Geschichte soll nach Meinung der beiden zum Positiven beeinflusst bzw. umgeschrieben werden. Nach ein paar Testläufen, bei denen er sehen will, ob sich die Geschichte überhaupt verändern lässt (der Dauerleser wird hier übrigens wieder auf das eine oder andere Schmankerl stoßen), baut er sich in der texanischen Kleinstadt Jodie ein neues Leben auf und bereitet sich auf seinen eigentlichen Auftrag vor. Er fängt an, sich an die Fersen des Attentäters Lee Harvey Oswald zu heften und lernt ganz nebenbei die Liebe seines Lebens kennen. Aber so einfach ist das Ganze dann doch nicht. Je näher er seinem Ziel kommt, umso mehr muss Epping feststellen, dass die Vergangenheit etwas dagegen hat, verändert zu werden. Sie wehrt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, wie Epping schnell erkennen muss.

'Der Anschlag' ist eine Zeitreisegeschichte, ein Krimi, eine Politthriller und eine Liebesgeschichte. Aber zu allererst ist er wohl Kings Hommage an das Amerika der späten 50er und frühen 60er Jahre. Eine Zeit, in der King selbst groß geworden ist und die er bereits in seinem Roman 'Atlantis' und der Novelle 'Die Leiche' wunderbar beschrieben hat. Eine Zeit, in der laut King die Menschen noch mehr aufeinander zugingen, aber auch eine Zeit der Rassentrennung und Vorurteile. Hier läuft King zu Höchstform auf. Kaum ein Schriftsteller beherrscht es, seine Charaktere so eindringlich darzustellen, dass man sich mitten im Geschehen fühlt.

King vermag es, hier dem Leser nicht nur etwas über die Geschichte dieser Zeit sondern auch über die Gefühle der Menschen in Bezug auf Kennedy und Kubakrise und die Emotionen, die diese bei den Menschen dieser Zeit hervorriefen, glaubhaft zu vermitteln.

Für die Amerikaner ist das Kennedy-Attentat bis heute ein nationales Trauma. Als Europäer tut man sich sicher etwas schwerer mit diesem Stoff. Wenn man jedoch ein wenig politisches Interesse mitbringt, bekommt man eine interessante und kostenlose Geschichtsstunde geliefert. Obwohl Grundkenntnisse vorhanden sind, konnte ich selbst nicht widerstehen, während der Lektüre im Internet nach Fotos, Videos und Artikeln über Lee und Marina Oswald sowie über das Kennedy-Attentat zu suchen.

Stephen King hat in seiner Karriere so manchen Stilwechsel durchlaufen. Er ist schon lange kein einfacher Horrorschreiber mehr. Er ist ein aufmerksamer Beobachter und dadurch zu einem der ganz großen Erzähler unserer Zeit geworden. Ein Reifeprozess, der mit der 'Der Anschlag' sicher einen neuen Höhepunkt erreicht hat.

Rezension © 2012 by Gerald Schnellbach für BookOla.de

Zusatz zur Hörbuchversion:
Und der hervorragende Sprecher David Nathan gibt dem Hörbuch den letzten Schliff. Ich kann mir fast keinen perfekteren dafür vorstellen.
So macht hören Spaß!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniales Buch von Anfang bis Ende, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Es stimmt, dass das Buch wie dreiteilig ist, am Anfang finde ich es eher schwach....spannend, aber eher "naja" da man an diese übernatürliche Sache glauben kann oder nicht, fazit=die kommt von Anfang an und ziemlich schnell, so dass es etwas billig wirkt, wie so ein Jugendlichen Film " Junge findet ein Loch, da ist die Vergangenheit, los rein...."....also an sich auch nichts neues.

Was danach aber kommt, also die Verfolgungen, die Beschreibungen, das ist KUNST pur! Man merkt formlich wie King daran Spass am schreiben hatte. Man ist in viele parallele Doppelleben-Geschichten und man kann jeder bis in Detail nachfühlen. Man spürt die DIngen, man schmeckt das trinken und essen, man fährt das Auto.... EInfach GENIAL. Verschiedene VArianten einer Lösung, die passieren, wenn man diese Vergangenheit-Loch mehrmals passiert, werden hier detailsvoll und thriller-liebevoll gezeigt....und die Liebegeschichte wurde so fantastisch bis in Detail beschrieben, ich hatte das Gefühl selber die Frau zu lieben :D , wirklich stillvoll, gefühlsvoll. Die ganze Sache mit Kennedy ist eher schwach und etwas zu unglaubwürdig zum Teil,deswegen ein Stern weniger... aber dafür, wie er den Mörder verfolgt, spioniert, ...ist einfach zu geil beschrieben, und so gewinnt das Buch wieder und verdient 4 Sterne.

Hab das Buch in 2 Tage gelesen, als ich auf eine Fähre war, die nach Griechenland gefahren ist und 24 Stunden Verspätung hatte wegen Sturm, (kurz nch der Costa Concordia Katastrophe -ich war etwas in Panik! 10 meter höher Wellen.....)also es waren keine ruhige TAge und Nächte aber King hat mich gerettet :)
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kings bester Roman seit seinem Unfall, 22. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, von King jemals wieder so einen tollen Pageturner zu lesen. Weniger experimentell, mit den alten Tugenden des professionellen Plauderers, umgarnt King von der ersten Seite an den Leser. Genial an der Idee, jemanden durch eine Zeitreise ins Jahr 1963 zurückzuschicken, um die Ermordung Kennedys zu verhindern, ist vor allen die Tatsache, dass unser Held einige Jahre zu früh dort ankommt, nämlich im Jahr 1958, (die Leser von "Es" dürfen sich übrigens auf Derry und ein paar alte Bekannte freuen) und in der Vergangenheit erst einige Jährchen zubringen und ein mehr oder weniger normales Leben führen muss.
Hier zeigt sich, welch meisterhafter und humanistischer Autor am Werke war. King vermag es, die alte Zeit wiederauferstehen zu lassen. Die Tatsache, dass sie von einem 35-jährigen, viel später geborenen Zeitreisenden wahrgenommen und reflektiert wird, ist ein genialer Schachzug, so entgeht King komplett einer entstellenden Verblendung durch die Nostalgiebrille.
Sicher, es mag sein, dass der Roman mit wieder einmal über 1000 Seiten ein bisschen zu lang geraten ist - gerade in der Mitte verliert er etwas an Fahrt und es kommt zu Wiederholungen von Motiven - aber das Gesamtbild ist höchst beeindruckend. Meines Erachtens ganz klar Kings bester Roman seit mehr als einem Jahrzehnt!
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70 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Furioser Beginn - zäher Mittelteil - versöhnliches Ende, 1. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Vorab: Ich las vor einigen Monaten das amerikanische Orginal, kann also zur Qualität der deutschen Übersetzung nichts sagen.
Und das ist meine Rezension zur amerikanischen Ausgabe:

Nachdem auf der Amazon.com Seite von insgesamt bislang 409 Bewertungen 289 Mal fünf Sterne vergeben wurde, wartete ich sehr gespannt auf 11/22/63 - vor allem das Thema "Zeitreise" interessierte mich schon immer sehr.

Der Beginn war auch sehr spannend - man wurde sofort in die Geschichte hineingesogen.
Jake ist ein sympatischer Held und man lebt und leidet mit ihm mit.
Allerdings kommt nach ca. 250 Seiten ein abrupter Wechsel: Von der spannenden, originellen Grundidee, von der akribisch-liebevollen (leicht verklärten) Schilderung der 50ziger Jahre wechselt King in einen absolut langweiligen "Überbrückungsmodus": Es werden äußerst detailliert und langatmig die Jahre von 1958 bis 1963 geschildert. Jake unterrichtet, lernt seine große Liebe kennen und lieben, beschattet Oswald und grübelt über Oswalds Schuld oder Unschuld. Das über 400 Seiten lang! Nichts passiert, absolut nichts. Keine Twists and Turns, kein Thrill, Grusel schon gar nicht, wenig Humor, null Spannung. Arbeiten, essen, trinken, schlafen, beschatten, nachdenken.
Natürlich hat Stephen King einen hervorragenden Schreibstil, aber: Gähnende Langeweile, langatmige Schilderungen öder Tagesabläufe, null Spannung, vor allem auch, da King die Geschichte geradlinig mit Oswald als bösen Attentäter und mit Jake als integren, sympathischen "Weltenretter" durchzieht. Es fehlen schlicht und einfach überraschende Wendungen. Wäre es kein Stephen-King-Roman gewesen, hätte das Buch nach spätestens 400 Seiten entnervt auf die Seite gelegt.

Mit der Zeit habe ich wirklich begonnen, Jake als Langeweiler zu empfinden, wie auch seine Freundin und die anderen eindimensionalen Gutmenschen um ihn herum. Das Leben in den 50zigern wird recht idealisiert dargestellt (trotz der angesprochenen Rassentrennung und des kalten Kriegs): Das Essen war besser, die Leute waren freundlicher und weniger mißtrauisch, man half sich mehr, es ging aufwärts mit allem ...
Ich denke, der Erfolg dieses Zeitreiseromans liegt auch in der jetzigen wirtschaftlichen und sozialen Schieflage der USA begründet: Es herrscht Sehnsucht nach früher, nach der "guten alten Zeit" und nach festen Werten, Idealen.

Erst auf den letzten 150 Seiten nimmt der Roman wieder Fahrt auf und man erfährt endlich (!!), ob Jake das Attentat auf Kennedy verhindern kann und wie sich seine "Geschichtskorrektur" auswirken wird. Leider wird eben der Schluss, auf den ja 800 Seiten hingearbeitet wurde, sehr schnell abgehandelt - endlich wird es auf den letzten Seiten spannend, endlich wird der Roman zum Thriller - und dann ist schon Schluß!

Mein Fazit: 5 Sterne für den Anfang, ganz knappe 2 Sterne für den Mittelteil, 4 Sterne für den Schluss.

Die Geschichte wäre eine hervorragende Novelle geworden (max. 200 Seiten) oder ein sehr gutes Buch (max. 400 Seiten) - aber knappe 900 Seiten (im amerik. Original) sind viel zu viel für den mageren Inhalt. Stephen King ist für mich ein hervorragender Novellenschreiber - aber seine Romane haben leider durch die Bank "Durchhänger" - weniger ist oft mehr, deshalb mein Fazit:
Tolle Geschichte, mittelmäßige Umsetzung - schade, da hätte ein guter Lektor eingreifen müssen.
You can do better, Mr. King!
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Der Anschlag
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