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am 14. Februar 2012
Mit Sylt musste ich damals auch erst per Du werden. Waren die ersten beiden wie aus einem Guss, so war Sylt "eckiger"-anders.
Warum es in der menschlichen Natur zu liegen scheint, in der Regel neue, ungewohnte Sachen vorläufig abzulehnen, verstehe ich nicht- kann mich aber gleichzeitig auch nicht davon frei machen. Auf Konzerten sind die neuen Songs immer die unbeliebtesten.
Schwer ist besonders der Vergleich zum Vorgänger- wenn Sylt ein herbes Bier war, dann ist z-d-R halbtrockener Wein.
Seicht, streicher- und klavierlastig ist der erste Eindruck, der auch nach Tagen bleibt. Für meinen Geschmack ist das ein bißchen viel, war das Thema doch mit "Fliegende Bauten" ordentlich ausgereizt. Aber die Songs sind musikalisch gut, kantenlos und eingängig. Das ganze Album scheint ohne Wut auszukommen und es scheint, als hätten die Jungs mit den Jahren irgendwie ihren Frieden mit der Welt gemacht. Das ist aus But alive- Sicht natürlich ein undenkbarer Zustand.

"Schrilles, buntes Hamburg" ist das erste und einzige Stück der Platte, wo der Zug überhaupt mal ins Rollen kommt. Und das Banjo ist zwischen den Bläsern und Streichern auch herzlich willkommen.
Ansonsten ist es müßig sich zu einzelnen Liedern auszulassen, da sie eigentlich alle in Fahrtrichtung gucken. Pure Geschmackssache.
Drei Dinge seien doch erwähnt: bei "Erkenschwick" kann Reinhard Mey einpacken. Letzte Ausfahrt vor Schlagerhausen.
Textlich hinkt z-d-R den Vorgängern in Punkto Liebe fürs Detail eindeutig hinterher.
Neben der Begeisterung über die Sabberfäden in "Rettung", ärgere ich mich z.B. jedes Mal über das Wort "Rettungssanitäter", das auffällig platt gereimt daher kommt. Das ist sicherlich Erbsenzählerei, aber ich stelle fest, dass es sowas bisher einfach nicht gegeben hat.
Und: leider kann man sich erstmals hier und da nicht des Gefühls erwehren, Kettcar hätten sich bei sich selbst bedient.
Beispiel: "Im Club" könnte in den ersten Strophen ein langsamer Bruder von "wir werden nie enttäuscht werden" sein.

Wem Kettcar den Soundtrack des eigenen Lebens schreibt, den wird stören- da stimme ich einem Vorschreiber zu- dass der Hörer nun nicht mehr konsequent "in die Mitte genommen" wird. Das muss bei Themen wie Krebs, Tod und Hospiz allerdings kein Nachteil sein.
Apropos Hospiz: unerklärlich, warum die 3 Extratitel der weißen Scheibe es nicht auf die Schwarze geschafft haben- sind sie doch chrakaterstark und fast typischer als die meisten anderen.

Aber was heißt schon typisch? Alle Songs sind herzlich eingeladen typisch zu werden und zu den guten alten Freunden zu gehören.
Es ist schließlich ein neues Kettcar-Album und wir haben lange drauf gewartet- schonmal gut, dass es endlich da ist.

**Edit 21.04.2012
Mit gemischten Gefühlen zum Konzert nach Wolfsburg gefahren- mit breitem Grinsen wieder zurückgekommen. Begeisterung und Erleichterung auf ganzer Linie.
Was für ein Abend.
Alle Trümpfe gezogen.
Und der Plan ging auf: die neuen Lieder fügen sich so gut wie nahtlos zwischen die alten "Bretter". Sicher: die Landungsbrücken bleiben die Landungsbrücken. Aber live, nicht studiomäßig steril und clean, und vor allem von depressiv lähmenden Streichern befreit, waren die Neuen fast nicht wieder zu erkennen. So funktioniert die Platte endlich.
Die CD eignet sich zum Texte lernen- aber Kettcarsongs gehören nunmal in die freie Wildbahn.
Danke Jungs- geht also doch noch!
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am 1. März 2012
...und wo Kettcar draufsteht, ist auch Kettcar drin. -Zwischen den Runden- hat für mich einen Kritikansatz, der einige Rezensenten ganz sicher dazu bringen wird, die CD nur durchschnittlich zu bewerten: Es ist eine typische Kettcar-CD! Es gibt keinerlei Überraschungsgefahr und auch keine musikalische Weiterentwicklung nach Sonstwohin. -Zwischen den Runden- entspricht der Klasse und auch dem Inhalt nach all ihren Vorgängern. Das mag langweilen, für mich war es jedoch so, als ob ich eine Extratafel meiner Lieblingsschokolade oder ein Freibier meiner Lieblingsbiersorte erhalten hätte. Das schmeckt zwar wie immer, aber es ist der Geschmack, den ich will. Dabei kann ich mir Gedanken darüber machen, ob das künstlerisch wertwoll ist oder nicht, aber nicht, ob es mir gefällt. Beim ersten Hören der Scheibe dachte ich "Hmmmh....". Beim zweiten Hören war es "Ja, jetzt wird es langsam...". Beim Dritten Mal war es wie das Wiedersehen mit einem guten, alten Bekannten, der lange fort war. Kurz zusammengefasst: Man muss das nicht gut finden; aber man darf! Das wohlvertraute Kettcar-Gefühl, ein wenig mit den Beinen zappeln, den Streichern lauschen, aus voller Kehle mitsingen und sich über ein paar gelungene, wirklich poetisch, schöne Texte zu freuen; das reicht mir als Hörer vollkommen aus. Ob das bei ihnen auch der Fall ist, müssen sie selbst entscheiden.

Anspieltipps: Mit vollem Bläsereinsatz, einem starken Text und Marcus Wiebusch wohlvertrauter Stimme stößt einen der Opener "Rettung" direkt ins Album hinein. -R.I.P.- lässt die Gitarren schrammeln und haut einem den Schmalz aus den Ohren. Halt auch so ein Original-Kettcar-Song. In punkto Geschichten erzählen, zeigt -Ein Mann kommt in die Bar-, dass die Hamburger Band nichts verlernt hat. Wie ein gutes Gedicht kommt -Weil ich es niemals so oft sagen würde- daher. -Nach Süden- ist eine wunderschöne, poetische Ballade. Mein absoluter Lieblingssong auf der CD ist -In deinen Armen-. Man könnte singen: "Ich liebe Dich", aber dieser Text sagt es mit anderen Worten Tausendmal bewegender. Für Lieder wie -In deinen Armen- liebe ich Kettcar seit über zehn Jahren. Es folgt -Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd-, ebenfalls brilliant getextet und mit einem starken Rhythmus ausgestattet. Wie ein Treffen mit einem alten Schulkumpel erklingt -Zurück aus Ohlsdorf-. In der Deluxe-Edition gibt es noch eine Bonus CD. Die überzeugt mit -3:26- einem Stück, das nach vorn geht. Als Rausschmeißer fungiert -Ein Zimmer-. Ein Song, der sich langsam aber stetig steigert.

Ja...so sehe ich das. Kann sein, dass -Zwischen den Runden- nicht gerade kreativ ist oder nach Bandbreite heischt. Ganz sicher gibt es den ein oder anderen Song, wo man denkt: Na...das kenne ich doch. Das ist doch... Ja... es ist Kettcar! Mag sein, dass Wiebusch und Co. ein bisschen von sich selbst kopiert haben. Diese Kopien sind aber immer noch eine Klasse für sich. Wer sich noch ausführlicher über -Zwischen den Runden- und Kettcar informieren möchte, dem empfehle ich den, wie ich finde überaus gelungenen, Artikel von Birgit Fuß in der "Rolling Stone" Ausgabe vom März 2012.
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am 19. Februar 2012
Das neueste Album, das kettcar seinem Publikum präsentiert kommt mit dem vieldeutigen Titel 'Zwischen den Runden' daher. Hier werden 12 Musikstücke geboten, wenn man nur Standard CD greift. Diverse Deluxe-Sets und Vinyl-Ausgaben bieten noch Bonustitel an.
Viel Zeit ist vergangen, seitdem 'Sylt' in den CD-Spieler gespült wurde und durchaus zu überzeugen wußte. Hier wurde viel Neues ausprobiert und diese Versuche dürfen mit Recht als geglückt angesehen werden. Insgesamt ein düsteres Album - insofern war die Spannung einigermaßen groß, wie sich kettcar auf dem nächsten Album geben würden. Inzwischen haben sie ja wie so viele Bands einen Teil ins feste Programm übernommen, ohne den heutzutage kaum noch eine Bühne auszukommen scheint: Kaum ein Konzert ohne unplugged-Teil und/oder Streicher. Auf kampnagel gab es ein ganzes Konzert, das nach diesem Konzept aufgezogen wurde und insgesamt ging dieses Konzept auch auf.

Nun aber nun zu der neuen Scheibe!

01 - Rettung

Das Lied geht in den ersten Takten im bewährten kettcar-Rhythmus los und dann plätschert es vor sich dahin. Knapp eine halbe Minute vor dem Ende die ersten Streichereinsätze - noch eher zaghaft. Textlich wird nichts Außergewöhnliches geboten - wir befinden uns in der ersten der drei Kategorien, die die Stücke des Albums bestimmen: Liebe - Freundschaft - Weltschmerz.

02 - Im Club

Die Geschwindigkeit wird zunächst etwas angehoben, aber auch hier wird klar, wo die Reise hinführt: Auf anderen Alben würde das Lied als Akustik-Track durchgehen - Die erneuten Streicher nach der ersten Minute (sind die eigentlich echt oder von ROLAND!?) untermauern diese These.
Dieses Mal sind sie jedoch aufdringlicher eingesetzt und bleiben bis zum Ende des Titels erhalten.

03 - Schwebend

Tempo zurück. Melancholisches Klavierintro. Das könnte also was werden, aber dann kommt nach einer Minute der Refrain und zieht die fix aufgebaute Stimmung nach unten. Die berühmten Geigen kommen diesmal etwas später, passen zu dieser langsamen Nummer schon gut, können ja aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich das Lied zu sehr in sich selbst verliert.

04 - R.I.P.

Der (neue) Schlagzeuger darf nun wieder mitmachen und es geht los. Die E-Gitarren haben kettcar bisher konsequent beiseite gelassen und verlassen sich auf ihre Fingerfertigkeiten.
Die Strophen gehen noch in Ordnung, aber auch hier muß leider gesagt werden: Was für ein furchtbarer Refrain!
'Wenn das der Frieden ist, mußt Du den Krieg nicht noch erfinden/ laß niemals Krieg sein.'
Herr Wiebusch - das ging früher aber schon mal besser.1991 hieß es unmißverständlich und eindringlicher: 'Was dieser Frieden verdient, ist Krieg!' und am Ende: 'denn ich krieg keinen Frieden.'
Heute wird diese klare Botschaft nicht in ausgefeilte Wörter verpackt (was absolut in Ordnung wäre - man entwickelt sich ja weiter), sondern in eine massentaugliche Platitüde gezwängt. Schade!

05 - Kommt ein Mann in die Bar

Nach circa einer Minute fragt man sich, was diese langen Sätze in einem Musikstück zu suchen haben. Geschichten erzählen - ja. Aber bitte auf den Punkt kommen und zur Melodie passend singen.
Die musikalische Reise, die hier begonnen wird, müssen kettcar leider alleine antreten. Ich bleibe derweil am Bahnhof stehen, schaue den sich durch die Reifen beißenden Hunden zu und warte auf die nächste Nummer.

06 - Weil ich es niemals so oft sagen werde

Nun werden sie mutiger und lassen das Lied direkt mit den Geigen starten. Fängt das Lied schon eher langsam an, wundert es, daß das Tempo zwischendurch sogar noch einmal rausgenommen wird.
Mit dem gesungenen Satz ''und wo bleiben die Geigen?' eben diese noch einmal aufspielen zu lassen, erinnert mehr an einen musikalischen Witz der Besten Band der Welt, aber haben kettcar so etwas nötig? Sie können lustig sein - aber muß es denn so plump sein?

Nun sind wir bei Titel 06 angelangt und erst nach wiederholtem Hören kann festgestellt werden: Ja, es sind sechs verschiedene Lieder gewesen. Dieser Eindruck kann sich sehr schnell ändern, wenn man sich auch nur einen Hauch ablenken läßt. kettcar machen Musik zum Nachdenken und nicht als Hintergrundgedudel beim Bügeln. Aber dennoch darf schon etwas mehr Abwechslung nach ungefähr 25 Minuten erwartet werden.

07 - Schrilles buntes Hamburg

Elektrotöne zum Einstieg. Das kennen wir bereits von den Vorgängern, insbesondere von 'Sylt'. Das bringt doch schon mal eine zumindest musikalische Neuorientierung. Schön! Zudem treffen wir auf einen endlich mal kritischen Titel. Die Strophen gehen gut durch, doch auch hier macht der Refrain keinen Spaß. 'Es muß immer alles komplett verwertet werden, was komplett verwertet werden kann.'
Das ginge in Ordnung und klingt bei Marcus' Gesang auch so, wie man ihn kennt. Bis heute wartet man jedoch leider vergebens auf mehr. Da muß einfach mehr verwertet werden - der Mann ist doch voller Worte, denn so unfaßbar toll ist die Formulierung dann wieder nicht, daß sie für sich stehend reicht.
Und was ist das am Ende? Ein Auf einer elektrisch verstärkten Gitarre geschrabbeltes Riff? Schön zu wissen, daß sie es noch können!

08 - Nach Süden

Akustik-Klampfe, rollendes Schlagzeug. Fast befinden wir uns in einer Jazznummer. Zumindest textlich schaffen kettcar es hier, das halbwegs abzuliefern, was sie sonst ausmacht: Geschichten erzählen. 'Nach Süden' ginge als Nummer zum Runterbringen in Ordnung - dazu hätte man sich aber mit den ersten sieben Titeln nach oben schaufeln müssen. Wenigstens die getragene, düstere Stimmung kommt gut rüber.

09 - In deinen Armen

Auch hier fällt auf, daß in die Länge gezogene Relativsätze nicht so recht auf eine Musik-CD passen. Nicht mal auf einer derart gebremsten.
In wessen Armen auch immer der Erzähler hier verweilt, es muß ihn deprimieren oder zumindest träge machen. In diesem Lied passiert musikalisch wie textlich' wenig. Da bleibt dann zumindest nicht viel zum Kritisieren.

10 - Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd

Hier kommt von Beginn an Schwung in den Laden. Endlich auch mal gelungene Wortspiele, interessante sprachliche Bilder und ein zum leichten Mitstampfen einladender Rhythmus.
Das zeichnet kettcar aus, das haben sie raus: Nicht sofort erkennen lassen, worum es geht. Schade, daß dieser Titel erst der zweite ist, der zu überzeugen weiß und mit unter drei Minuten zugleich auch noch der Kürzeste ist.

11 - Erkenschwick

Marcus Wiebusch hat sich früher einmal mit einer Gitarre und einem Rekorder bewaffnet und ein Solo-Tape aufgenommen. Das Ergebnis ist ihm recht schnell unangenehm gewesen, ist ja aber auch schon lange her. Hier klingt es anfangs so ähnlich und das klingt an und für sich auch gut, aber wir nähern uns nicht nur dem Ende von 'Zwischen den Runden', sondern auch dem generellen Problem der Platte:

Solche Stücke sind gut für Unterbrechungen im eigentlichen Fluß des Albums. Bisher hat sich aber noch kein richtiger Fluß herausgebildet. Also gehen wir die Sache von der anderen Seite an:
Wir haben es hier mit einer eher akustisch geprägten Low-Tempo-Scheibe zu tun, auf der es kurze Unterbrechungen (Titel 7 und 10) gibt. Das könnte gut gehen, dafür müßten die ruhigen Nummern aber abwechslungsreicher gestaltet sein. Sowohl musikalisch als auch erzählerisch.

12 - Zurück aus Ohlsdorf

Der zweite Bezug zur Heimat (zumindest im Titel). Das ist erlaubt und paßt zur hanseatischen Band. Auch hier macht die Musik nicht so viel her, die Geschichte ist nett anzuhören, aber für ein Lied einmal mehr nicht so recht tauglich.
Tocotronic sangen ihrer Zeit 'Ich mag Dich einfach nicht mehr so'. Das war etwas eingängiger. Auch kettcar haben mit 'Am Tisch' ein Stück zu einem ähnlichen Thema abgeliefert, das sehr gut funktioniert und zeigt, daß die Band sehr wohl in der Lage ist, mit langsamen Nummern zu überzeugen.

Was läßt sich nun nach 41 Minuten und 12 Titeln abschließend sagen? Die einzelnen Titel sind für sich mitunter schön anzuhören, aber was diese geballte Langeweile soll, erschließt sich dem Hörer nicht.
Wie bereits erwähnt, geben die Stücke für solch eine Sammlung doch zu wenig her und hätten ausgefeilter vorgetragen werden müssen.
kettcar sind nicht ' But Alive und Marcus Wiebusch hat sich schon in den ausgehenden 90ern von einigen Titel ein Stück weit distanziert. Das mag für den Fan schade sein, aber muß akzeptiert werden. Entgegen einer Nummer damals, ist man ja nicht 'Für immer 16'.
Früher waren kettcar befindlichkeitsfixiert. Und das war nicht immer positiv gemeint. Mit dieser Platte haben sie leider zum kompletten Selbstmitleid gefunden.
Es wird gerne die Phrase 'die Band habe sich weiter entwickelt' gebraucht, um den Schritt von linkem Punkrock zu 'Zwischen den Runden' zu erklären. Wenn Weiterentwicklung aber bedeutet, daß man sich im allgemeinen Klingklang ansiedeln möchte und lieber neue Zuhörer generieren will, als auf gewohnt hohen Niveau Musik zu machen, die zwar eingängig daherkommt, aber den Zuhörer sehr fordert, wünsche ich mir für das fünfte Album, daß kettcar wieder einen Schritt zurück nach vorn machen.
11 Kommentar29 von 38 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. März 2012
...ich bin Kettcar-Anhänger der ersten Stunde und niemals im Leben hätte ich es für möglich gehalten, dass mich einzelne Songs, oder gar ein ganzes Album, enttäuschen/langweilen könnte...

Dieser Umstand ist mit dem aktuellen Werk: "Zwischen den Runden", nun leider doch eingetreten.
Ein besserer Titel für diese CD wäre gewesen: "Zwischen dem Sekundenschlaf".

Man kann lange Berichte u. Meinungen über die Veröffentlichung verfassen - und über Geschmack lässt sich schlussendlich wohl auch nicht diskutieren, aber Fakt ist, dass das vorliegende Werk von Kettcar das mit Abstand seichteste, kraftloseste, am wenig abwechslungsreichste, langweiligste sowie qualitativ schlechteste Album einer sonst tollen deutschen Band darstellt.

Es wirkt, als hätten sie ein Unplugged-Album im Studio aufgenommen. Dabei sind sicher einige Mithörer fest eingeschlafen. Dieses Thema war doch mit ihrem Live-Album eigentlich völlig abgearbeitet und durch...wohl falsch gedacht...

Die Texte waren immer zu kryptisch - heute sind sie vielen zu durchschaubar - man kann es eben nie allen recht machen. Was fehlt, ist ein wenig der Biss, die Ironie oder die echt neuen Themen, die einen bewegen, abholen u. mitnehmen...

Musikalisch fehlt einfach so gut wie alles, was Kettcar bisher ausmachte: Dynamik, Tiefgang, Uptempo, eine gesunde Härte, Abwechslung, das Fingerspitzengefühl für tolle Langzeitmelodien und einfach die bekannte Klasse. E-Gitarren finden nur geschulte Ohren, weil sie ein besonderes Gespür benötigen...

Songs wie "Kommt ein Mann in die Bar", "In deinen Armen" und "Erkenschwick" sind belanglos wie Small-Talk und mit Abstand das schwächste was sie jemals veröffentlicht haben. Mit diesem Material stehen sie kurz vor dem Unwort: "Schlager" und damit hätten sie auch durchaus nett in den ZDF-Fernsehgarten gepasst, aber nicht mehr z.B. in den Schlachthof nach Wiesbaden...

Bezeichnend ist auch, dass mit die besten Songs, lediglich auf der Bonus-CD Platz gefunden haben - so als wollten sie auf dem Haupt-Album qualitativ einfach ein gewisses sowie fragwürdiges Niveau halten...

Dieses Album ist nicht reif oder wirkt nicht "angekommen" - es wirkt einfach bieder, müde, satt und gelangweilt...
Die Zähne wurden sich wohl im Laufe der Jahre ausgebissen - der Wut und dem Mut zum Kämpfen ist die Trägheit und Bequemlichkeit gewichen.

Was Kettcar jedoch von anderen Bands unterscheidet ist der Umstand, dass selbst auf einem insgesamt schlechten Album, immer noch ein paar kleine Perlen versteckt sind, die einem vielleicht doch mit der Zeit noch das ein oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern: Die letzte Minute von "Rettung", der für mich beste Song "R.I.P.", "Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd" und mit Abstrichen die Single "Im Club".

Ich möchte Kettcar aber auch noch nicht ganz abschreiben und Fehler begeht jeder - vor allem im Laufe so vieler Jahre - deswegen meine Hoffnung: Beim nächsten Mal wird alles wieder ganz anders...LetŽs get ready to rumble...!!!

Wenn man nicht genug im Geldbeutel hat, rate ich deswegen mehr zum aktuellen Album von "Down Below" oder der Scheibe von "Philipp Poisel"...

CK
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am 27. Februar 2012
Die auffällig gefällige Single "Im Club" und die ersten Songs, die Kettcar vor dem Erscheinen auf YouTube präsentierten ("Rettung", "Schrilles, buntes Hamburg") hatten mich nicht gerade vom Hocker gerissen - Sorgen machte ich mir dennoch nicht: Die werden ihr ganzes Pulver nicht gleich am Anfang verschießen. Zwei Wochen regelmäßiges Hören (inklusive Konzertbesuch) später muss ich leider feststellen: doch, genau das haben sie getan; jene Songs gehören tatsächlich zu den Highlights des Albums. Insgesamt fällt es mir ziemlich schwer, eine Rezension zu verfassen, in denen nicht die Versatzstücke "früher", "B-Seite" und "nicht mal" auftauchen. Okay, ganz fair ist das nicht, da Kettcar immer ziemlich großartige B-Seiten hatten - aber wenn man sich beim Nachdenken über Kunst schon die Frage stellen muss, ob die eigene Meinung "fair" ist... dann gibt es da irgendwo ein Problem.

Natürlich gilt auch hier "Man gewöhnt sich an alles". Und tatsächlich gefallen mir inzwischen einige Stücke, mit dem ich zunächst absolut nichts anfangen konnte, irgendwie doch ganz gut. Aber dieses Sich-Reinhören-Müssen ist gerade das Problem: Bei "Du und wieviel von deinen Freunden" wusste man sofort, noch bevor sie durchgelaufen waren: Diese Songs sind zeitlose Klassiker. Man wollte sie immer wieder hören, weil sie einfach Spaß machen (ja, auch die traurigen darunter) - und nicht, weil man pflichtschuldig und zunehmend resignierend versucht, einen Zugang zu finden, wie Kafkas Mann vom Lande vor dem Gesetz.

Die großen Hymnen, die einen quasi zwingen, sie zu hören, sind aber auf "Zwischen den Runden" minimalistischen Skizzen gewichen, die zu hören man sich eher selbst zwingen muss. Gerade mal 41 Minuten lang ist die Standard-CD (die Frage, ob man für drei Bonus-Tracks wirklich eine zweite CD gebraucht hätte, lasse ich hier mal außen vor), kaum ein Stück kommt in die Nähe der 4-Minuten-Grenze. Und trotzdem hat man das Gefühl, dass die Songs sich endlos dahinziehen; das ganze Album einigermaßen aufmerksam am Stück durchzuhören, will mir nicht gelingen. "Kurzweilig" kann man das wirklich nicht nennen, aber wie bloß dann...?

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe nichts gegen ruhige Songs; ich finde nicht, dass jedes Album eine ausgewogene Mischung von laut und leise enthalten muss; ich habe nichts gegen Experimente wie Streicher und Bläser; ich habe auch nichts gegen todernste Themen, die in der Popmusik normalerweise keinen Platz haben, aber bei Kettcar fast schon Markenzeichen sind (egal, ob es um die totale Entfremdung zwischen Freunden, das hoffnungslose Auseinanderleben von Paaren, das klägliche Scheitern von Lebensentwürfen oder das Auflösen des elterlichen Haushalts geht, um ein paar Beispiele vom Vorgänger "Sylt" zu nennen). Aber so etwas kann halt gut oder weniger gut gelingen. Letztlich steht und fällt alles mit dem reinen Songmaterial, und eben daran hapert es diesmal.

Nur zwei Beispiele: Es gibt wohl niemanden, den Songs wie "Nach Süden" oder "Zurück aus Ohlsdorf" kalt lassen: Einmal geht es um das Überleben von Krebs; einmal um das Sterben daran, geschildert aus der Perspektive eines früheren Freundes des Verstorbenen, der mit diesem schon lange nichts mehr zu tun hatte ("Ich hatte ehrlich gesagt ziemlich lange überlegt ob ich wirklich [zur Beerdigung] kommen sollte"). Natürlich geht das emotional an die Substanz, aber das scheint ausschließlich an den Themen selbst zu liegen - und eben nicht an der musikalischen und/oder lyrischen Form, in der sie vermittelt werden.

Im Promotext heißt es, es gäbe "Spuren von Northern Soul, Jazz, Soundtracks." Nur sind es mehr als nur Spuren, und etwas bösartiger hätte man auch von "Muzak" reden können: Über weite Strecken wirkt die Musik wie ein dahin plätschernder Hintergrundsound ohne inneren Zusammenhang mit dem textlichen Inhalt - welcher zudem "authentisch" (!), aber stilistisch oft wenig ambitioniert wirkt, stellenweise gar, bei Kettcar bisher undenkbar, klischeehaft. Die überraschenden Metaphern, die früher allgegenwärtige (selbst-) ironische Distanz sind nicht verschwunden, aber auf dem Rückzug; vieles kommt gnadenlos "eins zu eins" daher, seltsam schulaufsatzhaft, wirkt irgendwie holprig, bemüht emotional und gerade dadurch dennoch verkopft.

Ins Bild passen dabei die teils zwar durchaus sehenswerten, aber ein wenig zu kunsthochschulhaften Videos, die die Band zu jedem (!) Song hat drehen lassen - ganz so, als würden sie den Songs selbst nicht ganz zutrauen, für sich allein ein "Kino im Kopf" erzeugen zu können, als wären sie ein bloßer Soundtrack, der seine Wirkung nicht ohne das Zusammenspiel mit visuellen Impressionen entfalten kann.

Zugegeben: Meine Enttäuschung liegt vielleicht auch etwas am Erscheinungszeitpunkt. Hätte dieses Album nämlich weniger lange auf sich warten lassen, wäre es vielleicht 1-2 Jahre nach "Sylt" erschienen - ich denke, ich hätte es als Kontrapunkt dazu, als kleines Experiment zwischendurch, als eine Art B-Seite in (knapper) Albumlänge, sogar ganz nett gefunden. Dann hätte auch der Titel besser gepasst. Aber nach fast vier Jahren Warten - bei Bands mit jüngeren oder weniger treuen Fans könnte man schon sagen, Zeit für ein Comeback - kann man eben kaum anders, als das nächste große Ding zu erwarten, halt eine "richtige Runde" und kein introspektives Innehalten "dazwischen". Bleibt zu hoffen, dass sich Kettcar bei der nächsten Runde wieder energischer ins Ruder legen, und das möglichst nicht erst in vier Jahren.

Zur leidigen Quantifizierung: Wenn man das unsterbliche "Du und wieviel..." auf die Höchstnote 5 setzt, "Sylt" und "Spatzen und Tauben" um die 4 ansiedelt - dann bleiben für "Zwischen den Runden" leider auch mit zwei fest zugedrückten Augen und großzügig aufgerundet nicht mehr als 3 Sterne übrig. Ob dieses Glas damit für mich halbleer oder doch halbvoll ist, werden wohl erst die nächsten Jahre zeigen.
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am 18. März 2012
...das ich mit meiner Rezension gewartet habe. Da man bei kettcar Alben ja scheinbar immer lange warten muss, war die Vorfreude groß und die Erwartungshaltung noch größer, vor allem weil ich mit "Sylt" nicht richtig warm wurde.

Hätte ich das Kettcar Album nach zwei, drei mal hören bewertet, wären wohl nicht mehr als drei Sterne dabei rum gekommen. So habe ich das Album jetzt weiß ich wie oft durchgehört und kann ehrliche 4 Sterne vergeben.

Waren die ersten beiden Alben musikalisch und textlich sehr eingängig und leicht verdaulich, hörte das bei Sylt auf. Die meisten Lieder auf dem neuen Album gehen ebensowenig leicht ins Ohr, sind irgendwie verzwickter, vertrackter. Auch wenn mich einige jetzt vielleicht erschlagen werden aber bei manchen Songs musste ich (wie beim Vorgänger auch) an "...but alive" denken. Jetzt nicht textlich aber musikalisch waren "...but alive" Songs stellenweise ähnlich verzwickt.

Die Themen sind auch andere geworden, Kettcar ist halt auch älter geworden. Das ganze Album wirkt auf mich persöhnlich im Grundton irgendwie melancolisch.

Nach den ersten Runden im CD Player kamen mir manche Texte geradezu kitschig vor. Mit mehrmaligem Hören gewann ich aber größeren Zugang zu der Musik und auch zu den Texten. Ich entdeckte immer mehr musikalische und auch textliche Perlen, die mir bei den ersten Durchgängen verborgen blieben. Ich glaube man muss dem Album eine Chance geben und nicht zu schnell ins CD Regal stellen. Es ist kein Album (im Grgensatz zu den ersten beiden) das sich einem dierekt erschließt, man muss ihm Zeit geben. Seit ihrem unplugged Auftritt scheinen sie auch ein Fabel für Streicher zu haben, die sehr stark vertreten sind.

Songs wie "Landungsbrücken raus", bei denen sich nach der Strophe die Musik im Refrain kraftvoll auftürmt, was mir bei kettcar immer ganz gut gefiel, sind hier nicht mehr viel vertreten. Die Texte sind auch nicht mehr so abstrakt, sondern in den meisten Fällen viel konkreter geworden.

Da es jetzt mühselig ist auf einzelne Lieder einzugehen, werde ich mir das sparen, aber zu einem Song muss ich dann doch was los werden. So wie nur kettcar in "volle distanz" über eine kneipenschlägerei singen kann, so kann auch nur kettcar wie in "Rettung" über die Auswirkungen einer durchzechten Nacht singen.

Edit und kleiner Nachtrag: Die 3 Songs auf der Bonus CD erinnern noch am ehesten an die ersten beiden Alben und sind sehr gut.
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am 24. Februar 2012
Ich bin schon seit über drei Jahren ein großer Kettcar-Fan. Angefangen hat meine Liebe mit dem Album "Sylt". Nachdem ich dieses gefühlte hundertmal gehört hatte, kaufte ich auch noch die anderen zwei zuvor veröffentlichten Alben.
Kettcar wurde zu meiner Lieblingsband. Und ist es auch heute noch.
Irgendwie bewirkt deren Musik etwas in mir. Sie berührt mich so sehr. Keine Band hat das bisher geschafft.
Kettcar haben mir in schwierigen Zeiten geholfen, sie haben mich beim Sport motiviert, sie waren dabei, als ich in Afrika war und bei langen Autofahrten. Immer war es ihre Musik, die in meinen Ohren spielte.

Lange habe ich auf das nächste Album "Zwischen den Runden" gewartet.
Und dann war es endlich da. Sofort habe ich die Deluxe-Version bei Amazon vorbestellt.

Ja, was soll ich sagen? Ich hatte riesige Erwartungen. Und die wurden zum Glück alle erfüllt. :)
Das Album ist toll geworden!
Die richtige Mischung aus schnellen und langsamen Stücken.

Meine Lieblingstitel sind "Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd", "Rettung" und "Erkenschwick". Wobei ich auch bei "Im Club" immer laut mitsinge.

Tolle Texte, die zum Nachdenken anregen. Was ist Liebe? Wie definiere ich Liebe für mich? Was ist wirklich wichtig im Leben? Worauf kommt es an?

Trotz der fünf Sterne gibt es auch ein paar negative Kritikpunkte:

- Der Poster-Gutschein: Ich habe mich wirklich gefreut, als ich beim Bestellen der Deluxe-Version gelesen habe, dass sie auch einen Poster-Gutschein beinhaltet. Aber was ist? Den gibt es nur, wenn ich auch auf ein Konzert gehe. Ehrlich gesagt, ist das doch blöde Werbestrategie und passt eigentlich nicht zu Kettcar.
- Die drei letzten Titel der zweiten CD hätte man ruhig noch auf die erste CD packen können. Ich finde es blöd, immer die Scheiben wechseln zu müssen.

Insgesamt: Ich bin begeistert von dem Album. :) Habe es jetzt schon bestimmt dreißigmal gehört. Irgendwie werde ich nie satt davon. Weil man immer wieder Neues in Kettcars Musik findet.
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TOP 500 REZENSENTam 14. Februar 2012
... wird er was anderes in der Djukebox drücken.

Ich musste erst einmal einige Tage warten, bevor ich "Zwischen den Runden" bewerten konnte. Zu groß die Enttäuschung am Verkaufstag, zu irritierend die beinahe durchgehend leisen Klänge, zu nervig die vielen Nebeninstrumente wie Piano, Oboe und schräg klingender Synthi. Tatsächlich war nicht nur vieles verwirrend, sondern vor allem hörte es sich in Punkto Text bekannt an. Wie eine 60-Minuten-Version von "Live auf Kampnagel" - ein ähnlicher Pathos, eine vergleichbare Melancholie. Nur das man sich rund 4 Jahre nach "Sylt" etwas anderes gewünscht hätte.

"Zwischen den Runden" enthält 12 Songs, die Deluxe Version 3 zusätzliche obendrauf. Abgesehen vielleicht von "Schwebend" ist keiner wirklich schlecht, aber es scheint fast so, als wenn jeder Versuch von Harmonie bei den Songs mit Absicht aufgebrochen werden musste. "Rettung" ist eigentlich eine gut hörbare Liebesschnulze, aber schon beim ersten Song der CD fallen die von jenseits der Bandmitglieder eingespielten Instrumente aus dem Rahmen, rauben das eigentliche Taktgefühl des Songs. Und dieser störende Begleitumstand zieht sich nahezu durch jedes Werk auf der CD.

Ein Mitrezensionist nennt es "Das Befindlichkeits- und Betroffenheits-Gesülze der in die Jahre gekommenen Generation Golf" - das mag hart und ungerecht klingen, aber genau das ist es, was auch mir durch den Kopf ging. Die eine Hälfte Liebe & Gefühl, die andere Hälfte ein totaler Katastrophen-Pathos, das Ende der Welt vorraus, die Enttäuschung über 40+ gelebte Jahre.
"Zwischen den Runden" ist nicht komplett schlecht - aber für eine Band wie Kettcar, deren erste Scheiben sich durch eine extrem beeindruckende Mischung aus Punk und melodischem Rock auszeichneten, ist es das bisher schwächste Schaffenswerk.
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am 21. August 2012
Jetzt mal ganz ernst: Warum kann man nicht einfach mal damit aufhören jedesmal, wenn das Wort Kettcar fällt, gleichzeitig But Alive in den Mund zu nehmen? Ich hatte ein Interview gesehen, als sich Wiebusch fürchterlich darüber aufregte. Und Recht hat er: Hätten die Brüder weiterhin, die zugegebenerweise beste deutschsprachige Punkrockmusik, machen wollen, dann hätten sie das auch getan. Aber, und da muss ich vielen Kommentatoren auch Recht geben: Irgendeiner in der Band hat einscheinend Liebeskummer, oder ihm passt das Wetter nicht oder er ist wegen manischer Depression gerade in Behandlung. Kracher, wie es sie bisher auf jeder CD gab (man muss nur einmal an die geniale Academy oder den grandiosen "Balkon gegenüber" denken)fehlen. Ein ganz schöner Jammerbrei ist das,was man zu hören bekommt und ich will jetzt auch gar nicht auf die einzelnen Songs eingehen. Ich dachte dass man nach mehrmaligem Hören irgenwie in die CD kommt, aber das ist nicht passiert. Wer weichgespülte und zusammenhangslose Satzfragmente (die wohl nur ein Philosophiestudent versteht) steht, der kann sich das gerne kaufen. Also: Warnung! Das hier ist nicht Kettcar wie man es kennt. Bitte liebe Kettcars: Macht es doch, wenn es machbar ist, wieder besser!
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am 14. Februar 2012
Ich habe bewusst ein paar Tage verstreichen lassen,
bevor ich mich dazu entscheiden habe, daß Werk zu bewerten.

Seit der Auflösung von But Alive bin ich quasi Kettcar Fan der ersten Stunde und seit der
"Solang die dicke Frau noch singt" EP zähle ich Kettcar zu meinen absoluten Lieblingsbands,
abgesehen vom "Sylt" Album, mit dem ich bis heute nicht warm geworden bin.

Ich war daher skeptisch, was "Zwischen den Runden" als indirekter Nachfolger von "Sylt" nach "Kampnagel" zu bieten hat
und bin nicht euphorisch an die ganze Sache ran gegangen.

Das erste Durchhören war ernüchternd . Was ist denn da los!?
Gitarren Fehlanzeige bzw. weit in den Hintergrund gerückt. Sehr poppig, schnulzig, irgendwie hmmm,
ich kann es nicht wirklich beschreiben... Kampnagel hat Spuren hinterlassen.
Soll ich das gut finden, oder nicht...
Hab die CD dann erst mal zur Seite gelegt um es einen Tag später nochmal zu "versuchen"

Beim zweiten hören gefiel mir das Album schon etwas besser, aber immer noch nicht so gut um sagen zu können,
wow, das ist ein richtig gutes Kettcar Album.

Mittlerweile ist die CD einige Male durch den Player gerauscht und sie wird von Mal zu Mal besser.
Ja, ich find sie richtig klasse, ein geiles Album.
Ich glaube, dieses Album kann man nicht nach 2x durchhören bewerten. Die ganze Sache muss wirken und man
muss das Gehörte erst mal sacken lassen, ohne damit sagen zu wollen Schwere Kost.

Zu meinen Favoriten zähle ich Rettung, Der apokalyptische Reiter, Erkenschwick und Zurück aus Ohlsdorf,
wobei mich Erkenschwick irgendwie sogar an die guten alten But Alive Zeiten erinnert, ich meine damit den Song
"Betroffen aufessen" vom "Nicht zynisch werden" Album. Sehr geiler Song.

Sound:

Da die Gitarren sehr in den Hintergrund gedrängt wurden, ist die Bass-Line sehr im Vordergrund, so daß Marcus' Gesang
teilweise sehr schlecht zu verstehen ist, was wiederum aber nicht alle Titel betrifft.
Ich musste jedenfalls Bässe einen Punkt nach unten und die Höhen einen Punkt nach oben korrigieren, weil es teilweise doch ziemlich schepperte.

Bewertung Aufmachung der Deluxe Ausstattung:

Negativ finde ich die Aufmachung der Deluxe Version.
Die Bonus CD ist völlig unnötig. Die drei Songs hätte man problemlos mit auf die Hauptscheibe packen können
und dafür lieber eine DVD über Entstehung des Albums etc. in die Hülle gesteckt.
Es gibt zwar ein Booklet, aber das Inlay des Front Covers ist auf der Rückseite komplett weiss. Sieht einfach nur billig aus.
Der Pappschuber ist ok, ich hätte mir allerdings lieber einen fetten Digipack, wie bei "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen"
gewünscht.
Der Poster Gutschein ist witzlos und meiner Meinung nach eine üble Marketingstrategie um die Leute auf die Konzerte zu ziehen um
hier nochmal Eintrittsgelder zu kassieren. Kettcar! : Das habt Ihr nicht nötig.

Fazit:

Nach mehrmaligem hören und Startschwierigkeiten entwickelt sich das Machwerk zu einem großartigem Album.
Man kann die beiden ersten Kettcar Alben nicht mit Kettcar von heute vergleichen. Die Band hat sich weiter entwickelt,
ist erwachsen geworden, dass ist im Prinzip nicht schlecht, aber es ist eben anders.
Trotzdem bleibt das Kettcar Debütalbum wieder einmal unerreicht.

4 1/2 Sterne abgerundet auf 4 aufgrund der Aufmachung der Deluxe Version.
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