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32
4,6 von 5 Sternen
Limbo - Collector's Edition - [PC]
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juli 2013
Einleitung:
Anders als viele modernen Spiele setzt Limbo nicht auf ein cinemastisches Intro oder viel Erklärungen. Im Gegenteil! Kaum hat man das Spiel gestartet, gehts auch sofort los. Doch womit überhaupt? Nun, wir sehen, wie ein kleiner Junge im Gras liegt. Waldgeräusche im Hintergrund und gespenstisch wirkende Bäume. Dazu noch eine Prise Nebel. Fertig ist das Bild, welches man hat, wenn man Limbo beginnt. Nachdem man dann wild ein paar Tasten gedrückt hat, in der Hoffnung, das was passiert, steht der Junge auf und ohne, dass wir wissen, was wir eigentlich tun müssen, laufen wir los...

Grafik:
Sofort fällt auf, dass sich die gesamte Welt von Limbo in einem einzigartigem Grafikstil präsentiert , der eine unglaubliche Wirkung erzeugt. Vergesst sämtliche kalten Farben, vergesst sämtliche warmen Farben! Alles, was wir brauchen, ist eine Menge Schwarz, hier und da einen Hauch Weiß und ganz dezent irgendwas, was im Graubereich anzusiedeln ist. Das mag zwar puristisch klingen, jedoch haben es die Entwickler geschafft, trotz oder gerade wegen der knappen Präsentation dieses unglaubliche Gefühl zu schaffen, welches man hat, wenn man Limbo spielt. Durch gezielt eingesetzte Unschärfe-Effekte, schaurige Kulissen und einem kleinen Jungen als Hauptcharakter schafft man hier mehr, als so andere 08/15 High-End-Grafik Spiele. Doch zurück zum Anfang: Wir waren beim Laufen stehen geblieben (Hah, Paradoxon!)

Gameplay:
Wir laufen also, wie es sich für ein 2D-Spiel gehört, ganz klassisch von links nach rechts. Gelegentlich machen wir einen Abstecher nach oben oder unten, aber im Prinzip ist der Weg immer vorgegeben. Doch diesen zu bestreiten, ist nicht immer einfach. Schon nach den ersten Schritten auf Kindesbeinen durch hohes Gras (ohne Pokemons!) stellt sich uns eine tödliche Pfählfalle in den Weg. Diese kann man zwar noch bedenkenlos überspringen, allerdings wird es schon nach kurzer Zeit knifflig. Und vorallem makaber! Limbo hat eine USK-16 Freigabe erhalten, die PEGI haut sogar ein 18+ raus. Denn trotz der angesprochenen schwarz/weiß Grafik ist Limbo äußerst detailliert in der Todesdarstellung unseres kleinen Schützlings. Tappen wir zum Beispiel unachtsamerweise in eine der herum liegenden Bärenfallen, dann trennt sie dem kleinen Jungen in aller feinster Manier den Kopf vom Körper. (Begleitet von spritzender Blutfontäne und leckeren Geräuschen)Gestorben wird also an jeder Ecke. Wie mögen Sie den Jungen am liebsten? Geköpft, aufgespießt, zersägt, zerquetscht, erschossen? Ja, alles vorhanden! MAKABER wird in Limbo groß geschrieben! An vielen Stellen ist es sogar vorgesehen, dass man beim ersten Versuch drauf geht, nur um dann beim 2. Mal nur denken: "So, jetzt mach ich es besser!" Leider ist die Lösung einiger Rätsel, die bei Scheitern meist tödlich sind, nicht immer offensichtlich, sodass man an manchen Stellen, besonders ab dem 2. Drittel des Spiel ins Grübeln kommt. Umso höher ist dann allerdings die Freude, wenn man es über eine bestimmte Stelle gepackt hat. (Leider finden sich auch immer wieder Kinderleichen, die nicht so schlau waren und nun in der Gegend herum hängen ;-) ) Doch Fallen und Rätsel sind in der düsteren Alptraumwelt nicht das einzige, was uns aufhalten möchte...

Die "Gegner":
Man hat zwar das ständige Gefühl, dass die gesamte Welt um einen herum einen am Weiterlaufen hindern möchte, doch an manchen Stellen spuckt die Vorhölle besonders fiese Kreaturen aus...gerade im 1. Drittel des Spiels (Dem netten Wald...) bekommen wir es mit der personifizierten Nemesis zu tun. Diese hat (zumindest zu Beginn *Augenzwinker* ) 8 lange Beine und trachtet uns an so manchen Stellen nach dem Leben. Da unser kleiner namenloser Junge aber gänzlich "nackt" ist, was die Bewaffnung angeht, hilft in erster Linie nur wegrennen. Als wäre das nicht genug, gibt es hin und wieder andere Kinder, die uns aus unerklärlichen Gründen an den Kragen wollen. Manche werfen brennende Reifen, andere wiederum schießen mit Pfeilen auf uns...auch hier hilft nur geschicktes Ausweichen. Ganz gewieft sind allerdings kleine Glühwürmchen. Ja, richtig gelesen! Hin und wieder fällt euch ein ausgewachsener Glühwurm der Vorhölle auf den Kopf und beißt sich fest. Das Problem ist, dass diese gemeinen Biester einen dann immer nur in eine bestimmte Richtung laufen lassen. Vorzugsweise direkt in eine tödliche Falle. "Besiegen" kann man diese Glühwürmchen nur, wenn man unter eine Art Fressrüssel gelangt. Diese einzigen freundlichen "Wesen" hängen von der Decke hinab und sobald der Junge unter sie läuft, fressen sie die Glühwürmchen auf. So gehört sich das! Böse Glühwürmchen! Gehen wir nun also ganz schnell weg von diesen bösartigen Kreaturen und vertiefen einmal die Rätsel...

Die Physikrätsel:
Hauptelement in Limbo ist das Lösen zahlreicher Physikrätsel. Man glaubt es kaum, aber Limbo besitzt eine äußerst beeindruckende Physik-Engine, die vorallem sehr realistisch agiert. Diese Physik muss der Spieler sich nun zur Hilfe machen und mit ihr die Rätsel lösen. Vom einfachen kiste-schieben bis hin zu komplexeren Rätseln: Die Physik spielt immer eine tragende Rolle. Die Rätsel an sich sind gut durchdacht und die Umgebung muss gut beobachtet werden, um die Lösung zu entdecken. Dabei ist die Lösung manchmal äußerst kurios. So muss man zum Beispiel einen Frosch, der sich in einer Spalte versteckt, heraus locken und ihn in eine Art Hamsterrad treiben, welches dann wiederum eine Maschine antreibt, die das Wetter verändert, sodass es regnet. Dann lässt sich eine Kuhle mit Wasser aus der Regenrinne füllen und man kann auf die andere Seite. Hut ab! Später im Spiel muss man dann auch noch die Schwerkraft selber manipulieren, um Rätsel zu lösen. Also hier an dieser Stelle ein dickes Lob an die Entwickler für diesen Ideenreichtum! Doch es gibt noch mehr zu loben...

Die Stimmung:
Ob düsterer Wald, eine finstere Fabrik oder ein menschenleeres Städtchen...
Die Atmosphäre, die in Limbo erzeugt wird, ist so dicht wie eine Gruppe Jugendlicher nach einer Freibier-Aktion am Wochenende. (Nur ohne den Kater danach. Versprochen!) Wie schon so oft gesagt, macht der Grafikstil einen entscheidenen Teil der Stimmung des Spiel aus. Den anderen Teil macht die Soundkulisse aus, denn die ist wirklich bedrückend wie ein Fahrstuhl mit zehn Personen der Marke Ottie Fischer. Zumal sie wirklich eine SOUNDkulisse ist. Denn Limbo kommt ganz ohne Hintergrundmusik aus. Grillenzirpen, Maschinengeräusche wie lautes Zischen oder schrilles Pfeifen und bedrohliches Grollen in der Ferne sind die ständigen Begleitgeräusche in der 3 stündigen Reise des kleinen Jungen.

Spieldauer, Achievments und Interpretation:
Ja, dies ist für viele wohl der einzige Kritikpunkt. Denn so schnell einen Limbo in seine Fänge zieht, so schnell ist es auch wieder vorbei. Kluge Köpfe sind 2 1/2 - 3 Stunden, andere eher 4 Stunden mit Limbo beschäftigt. Das ist schade, denn gerade so einem genialen Spiel hätten ein paar Spielstunden mehr nicht geschadet. (Vorausgesetzt, sie wären ebenso stimmig gewesen, wie die aktuellen Stunden) Doch man sollte sich von der kurzen Dauer des Spiels nicht abschrecken lassen. Denn das Spiel ist zwar schnell durchgespielt, aber damit noch lange nicht aus dem Kopf. Erst einmal bleibt es allein schon wegen der Präsentation im Kopf hängen. Zweitens gibt es viele verstecke Eier im Spiel zu finden, die jeweils ein Achievment freischalten. Wiederspielwert ist auf jeden Fall gegeben, vielleicht auch gerade wegen der kurzen Spieldauer. Wichtig ist außerdem noch zu erwähnen, dass aufgrund der fehlenden Storyinszinierung, ja allgemein aufgrund jeglicher nicht vorhandenen "Entwicklerkommentare" (Zwischensequenzen, Dialoge, Intro, usw.) Limbo viel Spielraum für Interpretationen bietet. Ich denke, jeder hat so seine eigene Vorstellung, was genau die Handlung von Limbo ist und was uns das Spiel sagen will.

Zum Inhalt der Collecters Edition:
Ob ein 3D-Modus bei einem 2D-Sidescroller Sinn macht, wage ich zu bezweifeln...die Verpackung und das Zusatzmaterial sehen allerdings sehr schön aus und die Box macht sich gut als Sammlerstück neben den anderen Spielen. Den Aufpreis zur reinen Downloadversion kann man also getrost bezahlen. Immerhin investiert man in einen modernen Klassiker!

Letzte Worte:
An dieser Stelle sei erwähnt, dass selbst die "normalen" Glühwürmchen, die im Wald rumschwirren tödlich sein können. Meine erste Erfahrung mit ihnen: Ich laufe durch das Gras, übsersehe die Falle, die am Boden liegt, weil ich mir die Glühwürmchen anschaue. "Oh, sind die nicht toll?", denke ich und trete direkt in die Falle...Ich mag seit Limbo keine Glühwürmchen mehr...die sind böse!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wer nach frischen und unverbrauchten Spielideen statt nach dem xten Aufguss bereits bekannter Titel sucht, wird immer wieder bei kleinen Independence-Spielschmieden fündig. Im Fall des nicht nur grafisch sensationellen Games Limbo zeichneten Playdead/Headup Games verantwortlich. Und die Special Edition Im Pappschuber mit der Mac/PC-Hybrid-CD-ROM ist an sich ebenfalls sehr hübsch ausgefallen. Während die CD-ROM kratzgeschützt auf einer Kunststoffspindel steckt, stecken noch im DIgipack ein Kartenset, ein Sticker mit dem Kopf des Jungen und eine Papp-3D-Brille. Der Soundtrack ist ebenfalls auf der CD-ROM gespeichert und ließ sich problemlos in iTunes importieren.

Die Handlung von Limbo ist in einem Satz schnell erzählt: Ein kleiner, namen- und stimmloser Junge sucht im äußersten Ring der Hölle, dem dem Spiel seinen Namen gebendem Limbus, nach seiner Schwester. Doch der Weg durch dieses in schwarzweißer Scherenschnittoptik gestaltete Spiel ist gefährlich und voller Hindernisse. Der Knirps muss sich über gefährliche Gruben hangeln, der Riesenspinne entkommen und sich vor wilden Jungs retten.

Gesteuert wird die Special Edition auf dem Mac (und auch auf dem PC, wobei ich es auf dem iMac gespielt habe) per Tastatur. Mehr als die Pfeiltasten und die Alttaste werden dabei nicht benötigt. Während also der Junge in diesem 2D-Sidescrolling-Abenteuer von links nach rechts und oben und unten gesteuert wird, kann er mit der Alt-Taste mit einigen Gegenständen interagieren. So schippert er beispielsweise auf einem Boot über einen für ihn als Nichtschwimmer ansonsten unüberwindlichen See oder er öffnet Wasserschleusen, die ihm so den versperrten Weg freimachen.

Limbo lebt von seinem düsteren Setting und der ebenso düsteren Handlung. Der Junge stirbt im wahrsten Wortsinn tausend Tode bis er das Ende erreicht. Limbo ist so unbarmherzig spannend inszeniert, dass man mit klopfendem Herzen vor dem Bildschirm sitzt und die Handlung unbedingt (üb)erleben will. Dieses Hüpf- und Rätselspiel fesselt leider nur" drei bis vier Stunden -- und bietet somit quantitativ überschaubaren schaurigen Spielspaß. Grafisch ist es jedoch herausragend gestaltet. Für (ziemlich) erwachsene Spieler DER Indie-Tipp.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. April 2012
Limbo ist ein in Schwarz und Weiß (inklusive stellenweiser Blur-/ und Grobkorneffekten) gehaltener 2D Sidescroller mit moderner Grafik und Physikeffekten.

Man spielt einen kleinen Jungen der mitten im Wald aufwacht und fortan Ihren Befehlen gehorcht. Man weiß nichts über ihn oder über seine Umgebung. Wohin laufen wir überhaupt und warum? Limbo gibt keine Antworten. Es lädt vielmehr zum Interpretieren ein, wobei der Titel den einzigen Anhaltspunkt liefert.
Neben der minimalistischen Optik wird auch die Musik spartanisch eingesetzt (normalerweise gibt es nur die Soundeffekte), aber wenn sie dann einsetzt, dann kann man sie fast schmecken! Entweder man fühlt eine kurze Erleichterung, ein "oh oh was kommt jetzt" oder einfach eine gewisse Art von Unruhe. Hier waren Leute am Werk die ihr Handwerk verstehen!

Unser Protagonist kann Laufen ;), Klettern, Springen, an Lianen (Ketten...) Schwingen, Sachen Ziehen oder Schieben und Schalter/Knöpfe betätigen.
Nicht viel, aber mehr braucht man nicht um die teils kniffligen, jedoch nie unlösbaren Rätsel zu lösen. Kein Rätsel ist gleich und man freut sich, vor allem beim ersten spielen, über die Lösung eines jeden einzelnen. In Limbo kommt der Tod zwar schnell, jedoch ist das Spiel unglaublich fair. Die Checkpoints befinden sich immer kurz vor einem Rätsel, so kann man sofort wieder loslegen falls man gestorben ist. Gespeichert wird automatisch, aber Limbo hebt dieses System auf ein nie dagewesenes Niveau.
Thema Sterben: Man hat keine Lebensbegränzung aber auch keine Lebensanzeige, da man bei fast jeder Falle regelrecht zerstückelt wird. So auch ein Tip an Eltern: Limbo ist zwar grafisch minimalistisch, aber vom Genre her ein surrealer Horror, daher geht es mit dem Tod unseres Helden nicht zimperlich um. Wenn er z.B. mit Kreissäge in Kontakt kommt, so spritzt sein Blut nur so und seine Arme (Kopf...) fliegen durch die Gegend. Da alles nunmal S/W ist, bleibt das Blut Schwarz und die sonst Weiß leuchtenden Augen des Jungen verlieren ihren Schimmer, jedoch bleibt das Gesamtbild. Damit ist Limbo kein wirkliches Kinderspiel - wobei 16 meiner Meinung nach etwas zu hoch gegriffen ist.

Kurz und knapp die Übersicht der Vor und Nachteile:

+ Tolle Grafik
+ hervorragender Sound
+ unglaubllich dichte Atmosphäre
+ tolle Rätsel die nie unfair sind
+ vorblidliches Speichersystem
+ nicht vorhandene Story die zum interpretieren einlädt
+ mit dieser Version endlich auch ein physisches Spiel mit extras

- Etwas kurz - Nach etwa 4 Stunden werden Rätselprofis wohl durch sein. Jedoch haben es die 4 Stunden in sich ;)

FAZIT

Ein Wort: Kaufen!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. März 2012
Ich kann mich meinem vorschreiber vollkommen anschließen! bis auf die tatsache, dass ich, ohne die zeit gestoppt zu haben, wohl schon an die 4 1/2 stunden spaß an dem spiel haben durfte...und ich glaube, dass es nicht wenigen ähnlich gehen wird!
Es lohnt sich absolut!
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kleinen Entwickler-Studios aus der Indie-Szene sollte man jetzt und auch in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken und diese mit dem Kauf ihrer Nischenprodukte kräftig unterstützen, stammen die frischesten und kreativsten Spiel-Einfälle zuletzt doch von den "Nobodies der Spiele-Industrie". Statt wie die Branchen-Riesen einem etablierten Game-Franchise Bombast-Sequels im jährlichen Turnus hinterher zu schieben, experimentieren sie mit ungewohnten Game-Mechanismen oder versuchen in hinlänglich bekannten Genren neue Möglichkeiten und Ansätze auszuloten. Dass in solch einem fertigen Produkt mit einer einfachen Idee, kleinem Budget und wenig bis minimalistischer Technik außerordentlicher Spielspaß stecken kann, überrascht am Ende sowohl Fachpresse als auch die Game-Community. Nicht minder angetan war ich von "Limbo", denn dieser sehr düster gehaltene Mix aus Jump'n Run-Einlagen und Physik-Rätseln ist nicht nur einfach ein Spiel, es ist unzweifelhaft ein seltenes modernes Kunstwerk, das ungemein fasziniert - wenn auch nur für sehr kurze Zeit.

Der Hintergrund dieses Indie-Hits, der massig Kritikerpreise eingeheimst und sich zum Steam-Millionenseller gemausert hat, ist in knappen Worten zusammengefasst:
Ein kleiner Junge sucht im Limbus, den äußeren Kreis der Hölle, nach seiner Schwester, und der Weg zur ihr ist dabei mit reichlich tödlichen Gefahren versehen, die er zu überwinden hat. Punkt.
Es existiert also keine umfassende Handlung. Ein Intro ? Erklärende Texte ? Vertonte Dialoge ? Nichts von alledem. Die Leute des Entwickler-Studios Playdead haben sich scheinbar vielmehr darauf konzentriert, über das Spieldesign selbst eine Art der Story-Erzählung einzubauen. Hier und da verstecken sich gewisse Indizien innerhalb der Spiellandschaft, die eine ungefähre Deutung des Hergangs darüber liefern, wie der Knabe ohne Namen überhaupt in die Vorhölle gelandet sein könnte. Man kann sich den Ursprung von allem grob zusammenreimen, eine Auflösung des eigentlichen Plots bekommt man von "Limbo" selbst nicht präsentiert. Genau das unterstreicht aber auch irgendwie das Kunstvolle dieses Spiels, denn seit seines Erscheinens wird in zahlreichen Foren wie wild über die Story spekuliert. Solche Mundpropaganda brauchen Spiele wie "Limbo" auch, um von sich reden zu machen. Um nicht als Ladenhüter zu enden.

Die Geheimniskrämerei rund um die Handlung ist aber nicht das Einzige, womit "Limbo" im Besonderen auffällt. Die äußerst stilvolle und atmosphärische Präsentation ruft gleichzeitig Entzückung und Schaudern hervor:
Mit schwarz/weissen Bildern, Unschärfe- und Rauschfiltern, gezieltem Rein- und Rauszoomen, "Helligkeitsflackern" (wie aus alten Stummfilmen) und unheimlicher Klangkulisse (die auf Musik gänzlich verzichtet) wird dieses verstörende Abenteuer zur persönlichen Hölle des Spielers. Der zu steuernde Knirps hüpft, klettern und rennt sehr geschmeidig durch eine zweidimensional gehaltene Welt, die mit zahlreichen Fallen, Gruben, Hindernissen oder animalischen Gefahren gespickt ist. Diese sind mal sehr offensichtlich, mal richtig fies in die Hintergrundlandschaft versteckt/integriert, und so kann es mehrmals vorkommen, dass man ungewollt und völlig unerwartet hineintappt, was öfters mit einem ordentlichen Schreck-Moment endet. Unser Kerlchen kann auf alle erdenkliche Arten das Zeitliche segnen: Er wird zerstampft, zersägt, ertränkt, erschossen, elektrogeschockt und was nicht sonst so alles. Alles ziemlich grausam, doch stets mit einem leichten Anflug pechschwarzen Humors. "Limbo" ist nicht mit erheiternden Plattformern wie "Super Mario" oder "Rayman" zu vergleichen, daher auch die berechtigte Freigabe ab 16 Jahre.
Um diese tödlichen Fallen zu umgehen bedarf es (je nach ihrer Art) etwas Physikverständnis nebst genauem Timing, die Nutzung hervorgehobener Gegenstände oder allgemein die Einstudierung des Umfeldes. Die Lösung liegt in den meisten Fällen klar auf der Hand, die Meisterung ist dennoch selten ein Zuckerschlecken - an fordernden Kopfnüssen mangelt es wahrlich nicht. Entsprechend des Trail&Error-Prinzips wird man nach jedem virtuellen Tod an den letzten Checkpoint zurückversetzt, begangene Fehler verzeiht das Spiel nicht. Die eigene Frustschwelle sollte also bei Möglichkeit nicht zu niedrig angesiedelt sein, denn manche Rätsel brauchen notgedrungen mehrere Anläufe.

Die Bedienung ist denkbar einfach:
Die Cursor-Pfeile und eine einzige Taste zum Bedienen von Geräten bzw. Tragen von Gegenständen, das wars. Änderungen der Tastatur lässt das Spiel nicht direkt zu, mit entsprechender Anpassung der settings.txt-Datei im spieleigenen Ordner wird man am Ende dennoch Herr über jede Lage. Wer gar ein Gamepad bevorzugt, kann freilich auch dieses nutzen, ganz so wie es einem beliebt.

Vorm Resümee muss ich noch ein paar Worte über die Spieldauer von "Limbo" verlieren:
Der schmackhaft günstige Preis kommt nicht von ungefähr, sondern begründet sich vorwiegend mit der Tatsache dass Spieler kaum über drei Stunden bis zum Abschluss brauchen werden. Hört sich vielleicht nach enttäuschend wenig Zeit an, aber man muss hierbei betonen dass es drei verdammt starke Spielstunden sind. "Limbo" schafft in seiner Kürze eine ungeahnt hohe Intensität und Spannungsdichte nebst Spielfreude, was selbst vielen Vollpreis-Spiele mit doppelt und dreifacher Länge nicht gelingt.

Fazit:
"The New Art of Videogames" - damit lässt sich "Limbo" treffend beschreiben. Für Spieler mit einer Schwäche für intelligent gestaltete Hüpf- und Knobelspiele ein absolut empfehlenswerter Geheimtipp.
Ob die Gesamtspielzeit von gut 3 Stunden (mehr sind es wirklich nicht !) neben den nett gemeinten Extras volle 15 Euronen wert sind, muss dagegen jeder für sich selbst wissen. Wem dies zu teuer erscheint, kann den Indie-Hit auch über Steam für 10 Kröten erwerben (dort ist es schon seit längerem zu kaufen), dann aber auch ohne Bonus-Material. Meine Wenigkeit hält den für die Retail-Version geforderten Preis für angemessen, denn trotz der Kürze ist "Limbo" ein Ausnahme-Titel, der die Bezeichnung "Kunstwerk" redlich verdient und an den man sich auch nach Spielende lange zurückerinnern wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2012
Das Spiel ist toll, drum möchte ich die negativen Punkte schnell nennen und vergessen:

Nach der Installation lässt sich das Spiel nicht starten. Es erscheint nur eine seltsame Fehlermeldung mit dem Hinweis, dass man das Spiel noch einmal installieren soll, was jedoch nichts bringt. Was fehlt ist nämlich ein DirectX-Update. Früher war bei Spielen standartmäßig die erforderte DirectX-Version dabei - hier nicht. Glück im Unglück: Es geht vielen so und das Internet wusste sofort was zu tun ist.

Der Rot-Cyan-3D-Modus ist total enttäuschen - bzw erzeugt keine Räumlichkeit sondern nur bunte Flecken. Die Freeware "Trackmania-Nations-Forever" hat einen tollen Rot-Cyan-3D-Modus mit eine echten räumlichen Wirkung (nur als Vergleich).

Man kann das Spiel an einem Abend durchspielen (Ich habe um 20 Uhr angefangen und war trotz Pausen vor 1 Uhr fertig). Nur 4 oder 5 Stunden Beschäftigung ist eindeutig zuwenig für ein 20€ Spiel. Ein paar Level mehr hätten es wirklich sein dürfen.

Jetzt zum Positiven: Alles andere! Die Grafik ist wunderschön; die Soundeffekte passen und sind gut; die Steuerung ist intuitiv; die Rätsel machen Spaß; es ist nicht frustrierend; es gibt keine öde Story und kein Happy End; der Soundtrack nervt nicht (weil es eigentlich keinen gibt); etc...

Fazit: Wenn man noch einmal so viele Level dazu geben würde und diese neuen Level schwerer wären, dann wäre es das perfekte Spiel. Trotzdem 4 Sterne, weil ich schon wieder Lust habe, es noch einmal zu spielen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2012
Das Spiel ist der Hammer, ein Freund hatte es mir gezeigt, danach habe ich es mich gleich bei Amazon bestellt.
Grafik: Hammer (in der Version die ich hier bestellt hab war eine 3D Brille dabei, man kann das Spiel also auch in 3D spielen, mit jeden Rechner)
Spielspaß: sehr groß auch wenn man mal nicht weiter kommt. Ein Tag Pause, wenn man sich wieder dran setzt kommt man auch weiter.

Mein einziger Kritikpunkt: Zu kurz, zum Schluss wird es echt heftig und man ist erleichter, dass man durch gekommen ist aber dann würde man doch gern noch weiter spielen und weitere "Rätsel" lösen.

Kaufempfehlung: auf jeden Fall... es lohnt sich
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. November 2013
Ich kann jedem, der über eine PS3 und ein PSN-Konto verfügt, dazu raten, sich das Spiel runterzuladen - sofern man sich für Jump'n'Run/Rätselspiele interessiert! Hab es mir für ~3 € im PSN-Store gekauft und diese noch keine Sekunde bereut!

+ Tolle, düstere Atmosphäre
+ Teils knackige Rätsel
+ Böse Animationen, bei denen man öfter mal "Autsch" denkt
+ Minimal gehalten (Farbe/Musik/benötigte Tasten), dafür aber hoher Spielspaß

Abzüge gibt's für die relativ kurze Spielzeit und ab und zu aufkommende Frustmomente, bei denen ich schon öfter mal die PS3 ausschalten musste - sie blieb aber nie allzu lange aus. :-)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2012
Eine packende Atmosphäre, knifflige Rätsel und eine sehr schöne Darstellung sind die Hauptmerkmale dieses wirklich wunderschönen Spieles.
Die Steuerung ist denkbar einfach mit insgesamt 5 Tasten und dennoch muss man diese bei den Aufgaben klug einsetzen.
Das es jedoch kein Spiel für kleine Kinder ist, merkt man schon in den ersten Kapiteln und spätestens beim ersten Tod des Charakters.
Alles in allem ist es ein wirkliches Vergnügen, aber leider nicht von langer Dauer, wie man auch meinem Titel entnehmen kann.
Ich war doch sehr überrascht vom plötzlichen Ende des Spiels und 3-4 Stunden Spielzeit sind für mich eigentlich echt zu wenig, weshalb ich dafür auch Abzüge geben muss, zumal der Wiederspielwert gering ist, wenn man erstmal alle Rätsel gelöst hat.
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am 8. Februar 2015
Physik ist Limbo, und Limbo ist...ein klasse Spiel! Hier sind ein paar eindeutige Gründe dafür...
Okay, für alle die sich hier auf Amazon ärgern das nur die Collector's Edition vorhanden ist: Es lohnt sich trotzdem! Zusätzliche Inhalte wie Musikdateien, Cover, 3D Brille, Bilder, Anleitung der Steuerung...Alles vorhanden! Sehr anschaulich und ist den Preis wert...obwohl, doch ein bisschen teuer...
Kommen wir aber zum Spiel zurück. Wir, ein kleiner Junge, wachen ohne Intro, Zwischensequenz oder sonst was im Wald auf. Die Stimmung des Waldes kommt dunkel und düster rüber und von erster Sekunde fühlt man sich unwohl und fehl am Platz.
Egal ob Vorhölle oder Nachhimmel, unsere Aufgabe ist es unsere kleine (ebenfalls namenlose) Schwester zu finden, die...sich anscheinend verlaufen hat.
Und da fängt Limbo auch schon an. Zuerst schieben wir noch Kisten, verlegen Bärenfallen und tricksen unsere Gegner aus (eine Spinne, ein paar fremde Kinder und mehr). Aber später haben wir kniffligere Physikrätsel am Hals, wo wir die Schwerkraft ausnutzen, einen Wettlauf gegen Wasser und Zeit machen damit wir uns gerade noch so retten können und viel mehr.
Alle Rätsel sind gut durchdacht und man muss gut, aber manchmal sogar absurd nachdenken damit man die korrekte Lösung weiß. Großes Lob an die Entwickler! Das ist nicht jedermanns Sache!
Was gibt es zum Spiel sonst noch zu sagen? Es macht Spaß, die Level sind gut gestaltet, die Todesanimationen sehen super aus und auch sonst hat das Spiel verdient in einem Klassiker-Regal zu stehen.
Das Ende wird nicht richtig erklärt und so hängt es am Spieler wie er das Ende sieht.
Ich für meinen Teil hatte meinen (nur leider knapp 2anhalb Stunden) Spaß, doch ich freue mich schon auf den 2ten Teil, der Inside heißen soll allerdings mit mehr Farbe, was ich ziemlich schade finde.
Um einen Endpunkt zu setzen will ich nur sagen: Klasse Spiel, kann man auch noch ein paar mal durchspielen!!
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