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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2013
Melancholia ist ein Film, den man vom Handlungsablauf in wenige Worte fassen kann. Im Prinzip geht es um das Ende der Welt. Es geht um eine manisch depressive Person, die am Ende (der Welt) gestärkter und abgeklärter ist, als die Personen, die augenscheinlich gefestigt und psychisch stabiler sind bzw. es sein sollten.
Der Film baut die Charaktere langsam auf, man kann sich sehr gut in diese hineinversetzen und versteht die eine oder andere Handlungsweise.

Jeder, der an einer Depression leidet, wird wissen, warum Justine so reagiert, wie sie reagiert. Als depressiver Mensch nimmt man sich das Recht am Glücklich sein, obwohl man glücklich sein möchte. Dieses hat vielleicht schon etwas schizophrene Züge. Selbstzerstörung gehört genauso dazu, wie scheinbar unlogisches Handeln.
Diese Menschen können einfach nicht anders. Depression ist eine sehr ernst zunehmende und unschöne Krankheit. Verständnis kann man eigentlich nur von denen erwarten, die selbiges durchmachen und nur diese Menschen können einen auch helfen.
Justine ist in Melancholia allein. Trifft auf fast Niemanden, der ihre Situation richtig erfasst, oder versteht. Ihr Ehemann ist ein sehr starker Charakter in diesem Film, der aber letztendlich vor Justine's Depression resignieren muss. Ihre Eltern möchten sie nicht verstehen und fliehen in Alkohol oder hinter eine Barrikade. Wobei ich denke, dass Justine's Mutter eher die Person ist, die erkannt hat, wie sinnlos es für sie ist, ihrer Tochter Unterstützung zukommen zu lassen, da sie sich scheinbar der Sache selber nicht gewachsen fühlt.
Wie gesagt, ist die Charakterentwicklung enorm.
Die Schwachen werden stark und die Starken werden schwach. Der nahende Weltuntergang, der immer wiederkehrende Score und der Planet "Melancholia", welcher mit unglaublich brutaler Schönheit das Ende immer näher bringt, erzeugen eine unbeschreibliche Atmosphäre.

Dieser Film sitzt nun tief in meinen Gedanken. Ich würde nicht zögern ihn sofort wieder anzuschauen. Eine Empfehlung ist dennoch schwer zu geben, da ich weiß, dass dieses Thema und die Machart des Films seine Liebhaber haben muss. Für mich hat der Film sehr viel Tiefgang und hat mir persönlich Angst gemacht. Diese Angst ist aber nicht destruktiv, sondern baute mich vom Prinzip her auf.
Es liegt vielleicht an jedem selbst, welche Botschaft man aus diesem Film zieht.

Nur noch kurz zum Bild und Ton: Das Bild ist klar und hat seine Schärfe. Selbst die dunklen Szenen zeigen wenig Bildkorn. Der Ton ist sehr gut und trägt zur Atmosphäre bei. So ist allein das Brummen, wenn sich Melancholia der Erde nähert, durchdringend!
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. Februar 2016
Nur wenige Tage bis zum Weltuntergang. Der Planet Melancholia zerstört die Erde.
Wir sehen die letzten Tage aus Sicht von 4 Menschen: Justine und deren Schwester, mit Mann und Kind.

Ich bin fasziniert und geschockt von diesem Film. Melancholia läßt mich auch Tage später noch nicht los. Der Film ist ergreifend. Er verschlingt einen und läßt einen an der Handlung teilnehmen und mitfühlen.
Melancholia ist mehr als nur ein Film, den man sich anguckt und dann etwas anderes tut. Melancholia lädt dazu ein, den Film zu diskutieren, zu interpretieren, sich mit ihm zu beschäftigen.

Der Film ist mehr wie ein Theaterstück aufgebaut. Am Anfang steht als Einleitung die Traumfrequenz. Hier weissagt Justine die Kollision der Planeten und die Vernichtung der Erde. Die Bilder sind in Slow Motion gedreht und das Ganze erinnert stark an 2001. Kein Text, nur klassische Musik begleitet die Einleitungsphase.
Dann folgen zwei Akte. Es wird zunächst aus der Perspektive von Justine erzählt, darauf aus der Perspektive ihrer Schwester Claire. Anfangs hat man als Zuschauer noch nicht das Gefühl von Schwere, sondern fühlt sich vielmehr unterhalten. Die Hochzeit von Justine, mit der der Film beginnt, ist eine Katastrophe und endet noch am gleichen Abend mit der Trennung. Die Hochzeitsgäste sind überzeichnet dargestellt, so dass es einem hier und da ein Lächeln herausquetscht. Genial hier ist Udo Kier mit seiner Hand vorm Gesicht und natürlich die Eltern der Braut, die mit unter die Hochzeit boykottieren. Man erlebt die Gefühlswelt von Justine, die von allen allein gelassen auf ihrer Hochzeit herum irrt und nur noch weg will. Auf der Hochzeit und überhaupt im ersten Teil kommt es zu einem klassischen Kommunikationszusammenbruch. Das Geschehen wirkt absurd. Lack of communication, wie wir es im Englisch Unterricht durchgenommen haben zum Thema absurd drama.
Im zweiten Akt erleben wir die Gefühlswelt von Claire, die angsterfüllt dem Untergang entgegen sieht und ebenfalls von allen allein gelassen wird. Dieser Akt beschäftigt sich mit dem Umgang der Konfrontation des unvermeidlichen Todes. Uns werden vier verschiedene Umgangsformen vorgestellt. Da ist zum einen die Unschuld des Kindes, das bis zum Schluss in Unwissenheit verweilt und das Ganze somit am besten erträgt. Der Mann von Claire zeigt zunächst wissentschaftliche Faszination am Thema und leugnet vollkommen die Möglichkeit einer Kollision. Die Leugnung bröckelt aber im Laufe des zweiten Aktes vollständig zusammen, bis hin zum Selbstmord. Claire ist gepackt von Angst, Panik und Hysterie. Sie versucht vor dem Unausweichlichen zu fliehen, muss aber scheiternd aufgeben. Ihr bleiben bis zum Schluss nur ihre Tränen. Justine ist durch ihre Depression und innere Weisheit gefasster. Sie sieht dem Ende klar entgegen. Es ist rührend, wie sie sich um den kleinen Jungen von Claire kümmert und ihm den Schutz einer Traumwelt schenkt. Für sich selber akzeptiert sie das Ende.

Das Setting ist ein altes schwedisches Schloss, der Wohnsitz von Claire und ihrer Familie. Der Film könnte genauso gut als Theaterstück durchgehen. Melancholia kommt ohne viel Handlung aus. Man wird in eine Gefühlsebene gesogen. Denn auch wenn äußerlich nicht viel zu passieren scheint, so geht es doch innerlich geballt und explosiv bei den Charakteren zu. Das ist es, was einen so packt und nicht mehr losläßt. Und dann am Ende bleibt die Frage, was würde man selber tun, wie geht man selber mit dem Thema um. Ich wurde nichts ahnend in diesen Film hinein geschleudert und magisch festgehalten.

Dieser Film ist mehr. Dieser Film ist große Kunst.
Dieser Film ist intelligent und entblößend. Er schockiert und provoziert, schön gespickt mit leichten Prisen Humor.
Dieser Film läßt einen nicht los.

Lars von Trier ist hier ein großes Werk gelungen!
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am 2. September 2014
und aus diesem Grund spaltet dieser Film die Gemüter.

Wer einen unterhaltsamen Film sucht - Finger weg! Das ist kein Film den man mal eben schaut und mit Action, Spass und guter Laune berieselt wird. Schon die ersten 10 Minuten in denen praktisch Standbilder gezeigt werden machen deutlich wo es hier lang geht und worauf man sich einlassen muss.

Denn wer nicht bereit ist sich auf diesen Film, und die wie der Titel auch schon sagt, auf diese Melancholie, einzulassen wird nach spätestens 30 Minuten gelangweilt abschalten. Wer dem Film allerdings eine Chance gibt, trotz der durchaus vorhandenen Längen, wird mit toll gespielten Charakteren belohnt, die sich bis zum Ende hin entwickeln und wachsen und die letztlich nie langweilig sind, da immer eine weitere Facette auftaucht - bis zum unausweichlichen Ende.

Das ganze ist in tollen Bildern festgehalten, von denen man das ein oder andere "Standbild" auch durchaus als Gemälde aufhängen könnte.

Aber unterm Strich ist dieser Film nichts für die breite Masse und er sorgt auch nicht für gute Laune, sondern stimmt nachdenklich. Insofern ist der Film und sein Konzept großartig umgesetzt und wirklich gut. Mir persönlich hat der Film wirklich gut gefallen, er hat allerdings auch seine Längen und ich habe aufgrund des Stils auch durchaus Verständnis für 1 Sterne Bewertungen.
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am 21. Juli 2015
Melancholie ist hier das Schlagwort, die Grundstimmung des Filmes ist eher düster gehalten, dunkle Farben und eine langsame aber keinesfalls eine lahme Aufmachung.
Melancholia ist nicht mein erster Trier Film, aber irgendwie auch schon, denn er lässt sich so gar nicht mit seinen anderen Filmen vergleichen, fast wie als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen wollen.
Anders als in zum Beispiel Antichrist, ist es in Melancholia das was man nicht sieht, die Bilder die nicht gezeigt werden die so eindringlich erscheinen wie die "Ekel" Szenen aus Antichrist. Melancholia ist in der hinsicht viel subtiler viel ruhiger und auch nicht so doppeldeutig wie Antichrist.

Wer jetzt wegen des absolut Spitzenmässigen Cast und der Endzeit Story einen Hollywood Film erwartet der wird ein wenig enttäuscht werden, keine Aliens, niemand der hinauffliegen wird und den Planeten zu sprengen versucht und auch keine Flucht a la 2012.
Melancholia ist etwas eigenes, Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg und Kiefer Sutherland spitzenmässig bestetzt tiefsinnig und furchteinflössend, ein Planet taucht am Himmel auf und alle fürchten sich das er mit der Erde zusammen stößt, ALLE? Nicht Alle,
Kirsten Dunst im Film und im realen Leben an Depressionen leidend und der Regisseur auch an Depressionen leidend sagt zu Anfang der Dreharbeiten zu Kirsten Dunst "sie müsse teilweise ihn selbst spielen" um seine Depressionen auf diesem Wege zu verarbeiten, scheint sich auf eine Mögliches Ende der Menschheit und ihrem eigenen Tot zu freuen.

Der Film sehr ruhig beginnend nimmt im laufe der 130 Minuten an Fahrt auf wird aber nicht übermässig rasant, die Schauspieler machen hervorragende Arbeit und über den ganzen Film werden sie nie Langweilig oder unglaubwürdig, vorallem Dunst in ihrer Depressiven Rolle die im 2ten AKT so zusagen auftaut und einem möglichen Ende und der ausschlöschung allen Lebens entgegen Fiebert und dadurch erst so richtig Lebendig wird da muss man schon ziemlich misanthropisch veranlagt sein um so zu denken, aber es passt hervorragend zu Trier.

Ich kann den Film besten Wissens empfehlen, kein üblicher Trier aber ruhig einen Versuch wert.
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am 19. Juni 2012
Was ist bloß mit Justine los? Eigentlich sollte dies der glücklichste Moment in ihrem Leben werden, doch ausgerechnet jetzt hat sich das Schicksal unheilvoll gegen sie verschworen, wofür natürlich kein Geringerer als Lars von Trier verantwortlich ist, der sich in diesem Film erneut als gehässiger Spielverderber betätigt, indem er diesmal seiner Protagonistin kräftig die Hochzeit verdirbt, den Planeten Melancholia allegorisch auf die Erde stürzen lässt und damit eine tiefe Depression bei der Braut auslöst, die fortan auf verhängnisvolle Weise in den Bann des magischen Todestanzes der beiden Himmelskörper gezogen wird. Dabei vollzieht Justine die Metamorphose einer dahinsiechenden Primadonna, die sich zum Entsetzen der Gäste von einem wunderschönen Schmetterling in eine unpässliche Raupe zurückverwandelt. Obwohl ihre Schwester Claire das Hochzeitsritual minuziös durchgeplant und Schwager John ein kleines Vermögen in die Vorbereitung der Party investiert hat, ereignen sich an diesem Tag eine Reihe von mysteriösen Dingen. Nachdem bereits die pompöse Stretchlimousine mitsamt dem frisch vermählten Paar bei der Anfahrt zur Festgesellschaft in einer engen Kurve stecken bleibt, driftet die anschließende Feier unaufhaltsam auf eine menschliche Tragödie zu. Denn die Freude über das junge Liebesglück hält sich doch arg in Grenzen, zumal sich schon bald die alten Spannungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern ihren Weg an die Oberfläche bahnen. So zielt Justines schroffe Mutter, das schwarze Schaf der Sippe, in aller Taktlosigkeit genüsslich mit zänkischen Giftpfeilen auf ihren verschrobenen Ex-Mann, während der genervte John verständnislos parliert und der erhabenen Claire die Organisation des Banketts allmählich aus den Händen gleitet. Was vornehmlich an Justines seltsamen Verhalten liegt, die sich immer mehr der aufgesetzten Fröhlichkeit entzieht. Ihr Gemüt versinkt in einer bleiernen Lethargie, die sie zunehmend apathischer werden lässt, bis sie schließlich vollends physisch wie psychisch in sich zusammenbricht und von Lars von Trier zu einer hilflosen Spielfigur degradiert wird, die wie in Trance völlig indisponiert über den Festparcours taumelt. Nicht einmal mit Alkohol ist sie mehr imstande, den bizarren Abend durchzustehen. Noch in der Hochzeitsnacht gibt sie ihre Selbstverleugnung auf, brüskiert in aller Öffentlichkeit ihren widerlichen Boss und begeht provokativ den Ehebruch, indem sie draußen vor der mondänen Villa auf dem saftigen Grün eines Golfplatzes irgendwo zwischen Abschlag und Sandgrube etwas lieblos und rüde Einlochen lässt, sodass die pikierte Partygemeinde im Angesicht des Eklats fluchtartig das Weite sucht. Um Claire und Justine wird es somit langsam einsam. Inzwischen rückt Melancholia immer näher und je größer die Schatten werden, die der rätselhafte Planet auf die Erde wirft, desto extremer verkehren sich die Charakterbilder der beiden Schwestern in ihr Gegenteil. Die anfangs noch dominante Claire wird plötzlich hysterisch, während die labile Justine beginnt, rational zu denken.

Justine reiht sich in dieser pessimistischen Untergangsvision nahtlos in den Reigen der Trier-Frauen ein, die stets mit ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen an einer Welt scheitern, deren Regeln von Männern gemacht wurden und aus der sie entweder mit subtiler Gewalt ausgegrenzt werden (Bess in Breaking The Waves), in der ihnen kein Platz mehr zugestanden wird (Selma in Dancer In The Dark) oder die sie nur unter Ausübung von Macht ihren eigenen Bedürfnissen unterordnen können (Grace in Dogville, Manderlay). Der von der Gesellschaft induzierte Zwang zu einem konformistischen Verhalten fungiert dabei als finaler Auslöser ihres Leidens, das sie bis zur Selbstaufgabe des eigenen Ichs führt. Wenn sich Kirsten Dunst splitterfasernackt in malerischer Natur im nächtlichen Schein des Planeten Melancholia räkelt, wirkt sie wie eine unschuldige Eva, die aus dem Paradies vertrieben wurde. Dabei spiegeln sich gerade in Justines passivem Sein zahlreiche Symptome von Transzendentalität, so als würde sie in ihrem fremdbestimmten Handeln über keinen freien Willen mehr verfügen. Das muss nicht immer wie bei einigen ihrer Leidensschwestern auf Mythologie, Religion oder ähnliches hinauslaufen, sondern kann auch nur eine Metapher für das hilflose Ausgeliefertsein einer depressiven Erkrankung sein, aus deren Labyrinth es keinen Ausweg mehr gibt, oder eine Definition für Melancholie als schwermütige Untätigkeit, die aus einem Übermaß an Grübeln und Nachdenken resultiert. Man könnte in der offenkundigen Existenz dieser jenseitigen Instanz auch Lars von Trier selbst sehen, den Regisseur, dessen wichtigstes Ziel es meistens ist, mit den Beteiligten und ihrem Text ein bitterböses Spiel zu treiben. Zweifellos ist "Melancholia" einer seiner visuell stärksten Filme, insbesondere weil es ihm in dieser suggestiven Spielerei mit unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung nahezu perfekt gelingt, ein beeindruckendes Spannungsfeld zwischen Handkamera-Realismus und surrealer Bildästhetik aufzubauen, wobei manche Einstellungen zuweilen symbolisch etwas überladen wirken und in einer Überbedeutung zu erfrieren drohen. Eine schärfer konturierte Charakterzeichnung rückt dadurch ebenso ein wenig in den Hintergrund wie eine tiefere Ausleuchtung der angeschlagenen Psychen der Figuren. Man wünschte sich manchmal, es würde auf dieser Hochzeit endlich zu kathartischen Ausbrüchen kommen, in denen die bereits brodelnden Vulkane alles rauslassen, was sich im Inneren über die Jahre angestaut hat. Dass die introvertierte Justine, die analog zu dem unbekannten Stern am Firmament wie ein Fremdkörper in ihrer eigenen Familie wirkt, stattdessen ihr Elend demütig und klaglos erträgt, passt andererseits wiederum ganz gut in den Kontext der Depression. Unterlegt wird die Handlung mit monumentaler Musik aus Wagners "Tristan und Isolde", die in ihrem epischen Ausmaß die Dramatik dieses apokalyptischen Szenarios betont. Das prächtig harmonierende Ensemble setzt sich aus einigen etablierten Trier-Spezies (Skarsgard, Kier, Hurt, Gainsbourg) und vortrefflich besetzten Ergänzungen (Dunst, Rampling, Sutherland) zusammen.
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am 7. November 2011
Melancholia ist kein Film für Jedermann. Es ist auch kein typischer Kinofilm - denn meine Rezi bezieht sich momentan auf den Kinofilm - und gehört ganz und gar nicht in die Abteilung Science - Fiction. Dieser wunderbare Film von Lars von Trier porträtiert auf dramatische Weise eine Krankheit - Die Depression.

Ich weiß nicht wie es sich anfühlt, wenn man den Film unbefangen und ohne Vorwissen sieht, aber ich denke, er könnte so manchen ein wenig ratlos zurücklassen. Denn scheinbar geht es darin um zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten - gut dargestellt durch die blonde Kirsten Dunst und brünette Charlotte Gainsbourg (zu den Haarfarben und Symbolen später mehr).

Aufgeteilt in zwei Akte sieht man zunächst einmal die Hochzeit von JUSTINE. Die Kamera wieder typisch für Trier ein wenig wackelig - jedoch bei weitem nicht so schlimm wie in manch einem Werk von Trier zuvor! Justine hat im Grunde alles - einen tollen Mann - gespielt von Alexander Skarsgard, einen super Job und trotzdem scheint gerade die Hochzeit etwas apokalyptisches in ihr auszulösen und der Zuschauer sieht zu, wie sie in nur wenigen Stunden alle Facetten an Stimmungsschwankungen durchlebt und sich selbst zu zerstören versucht. Mag sein, dass diese Hochzeit eine Mögliche Ehe porträtiert - für die normale Paare aber mindestens 5 Jahre brauchen würden. Die blonde Kirsten alias Justine schafft es in nur einer Nacht!

Der zweite Akt zeigt die fürsorgliche Mutter, Ehefrau und Schwester CLAIR, die sich nach und nach immer mehr in ihren Ängsten verliert. Denn Melancholia - ein Komet rast auf die Erde zu und das Internet ist voll Weltuntergangsszenarien, denen sich Clair nicht entziehen kann, und das obwohl sie einen Wissenschaftler als Mann hat. Dieser wartet voller Euphorie auf den Tag, an dem der Komet an der Erde vorbeisausen soll, während Clair einen Vorrat an Schlaftabletten anlegt um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Je näher die Katastrophe oder das Schauspiel rückt, desto schlechter geht es Clair. Während ihre Schwester Justine gerade jetzt zum Leben erwacht und am Ende die Zügel in die Hand nimmt. Wo wir nun bei den Haarfarben wären...

Lars von Trier gibt dem Zuschauer den Rat auf den Weg die beiden Schwestern als eine einzige Person zu betrachten und genau diese Sichtweise gibt dem Film erst einen Sinn. Die Höhen und Tiefen, die Sehnsucht nach dem Tod und die Angst vor demselbigen, der Wunsch nach Normalität und die Unmöglichkeit diese zu erreichen - all das in einer Person vereint zeigt einmalig was Depressionen aus einem Menschen machen. Man kann als Zuschauer die Zerrissenheit beinahe am eigenen Leib spüren...

Am Ende zeigt sich jedoch, dass auch ein gesunder Mensch ein wenig von beiden Schwestern in sich braucht. Den Optimismus aber auch nicht minder den Pessimismus bzw. Realismus der einen - wenn alle Hoffnungen zerstört werden - noch klar denken lässt.

Mal wieder ein wundervoller Film von Trier, dem Maler unter den Filmemachern, dem Künstler unter den Regisseuren!!!
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am 10. August 2013
HANDLUNG

Justine (Kirsten Dunst) feiert auf dem pompösen Anwesen ihres Schwagers (Kiefer Sutherland) ihre Hochzeit mit Michael (Alexander Skarsgard). Ohne ihre Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) würde sie all das wohl nicht schaffen, denn Justine ist schwer depressiv und kann sich immer nur für Sequenzen glücklich und gesund geben, geschweige denn fühlen. Nach der Hochzeit winkt das Ende der Welt, weil der Planet Melancholia auf die Erde zu stoßen droht. Während Justine dies distanziert, fast schön erlösend zu nehmen scheint, verliert die sonst alles regelnde Claire immer mehr die Fassung.

MEINUNG

Zum Verstehen von Justine helfen auch die Wesensarten ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrem Chef (Charlotte Rampling, John Hurt und Stellan Skarsgaard). Alle sind ein Grund für ihre Probleme und alle sind in Justine verewigt. Sie folgt ihnen und stößt sie ab. Den einzig guten, ihren Mann Michael, stößt sie nur ab. Und vielleicht ist der größte Gegner in Justines Gefühlswelt ihre perfekt und einzig normal geratene Schwester Claire. Wer weiß? Das ist Analyse. Das Ergebnis vor der Analyse ist die Darstellung einer depressiven Frau, die man so eindringlich selten sieht. Und letztlich so überwältigend, dass irgendwann und je näher Melancholia rückt, die ganze Welt bedrückt und leidvoll erscheint. Aber auch wunderschön, und dass ist wiederum eine abnorme Besonderheit.

Eine besondere Kameraführung, außergewöhnliche Bilder, eine inbrünstig, packende Musik an richtiger Stelle und vor allem schauspielerische Höchstleistungen. Selten sieht man so viele vollkommene Lösungen in der Darstellung von Anlagen, Haltungen und Eigenschaften auf einen Schlag.

FAZIT

Die Inszenierung und Darstellung steht weit über der Geschichte, die letztlich sogar nur ein banaler Versuch einer möglichen Verknüpfung sein kann. Und vielleicht sollte man einen gewissen Grad von möglicher Trivialität als Hinweis dafür nehmen, dass alles nicht zu schwer und zu extrem zu interpretieren, nur weil Lars von Trier dahinter steht. Vielleicht sollte man diesen Film nur wirken lassen und sehen was passiert. Spürt man was? Zum Beispiel eine subtile Ergriffenheit, die sich kognitiv noch nicht einordnen oder gar begründen lässt, dann kann man auch ganz einfach so fünf Sterne vergeben, ohne nach noch mehr Klassifizierungen und einordnenden Bestätigungen von Kunst oder Mist zu suchen.
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am 2. Mai 2014
Der Film ist sehenswert! Leider ist die Qualität bei Instant Video derart schlecht, dass selbst ein Stern eigentlich noch zuviel ist! @Amazon: was ist da los? Bemüht ihr Euch eigentlich mal, die Kundenrezensionen auch zu lesen?!!?? Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt: es gibt auch andere Anbieter für Videostreaming...
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TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2016
Der Regisseur Lars von Trier hat sich von Astrophysikern und Psychologen beraten lassen, um die physikalischen und pschiatrischen Aspekte realitätsecht wiederzugeben. Die Bilder vom Zusammenstoß des Planeten Melancholia mit der Erde am Anfang des Films beinhalten mehr als in Filmen normalerweise zu sehen ist. Denn die üblichen CGI-Effekte (computer-generated imagery) sind halt rechnergenerierte Bilder, die extrem realistisch wirken, denen aber nicht unbedingt mehr Realität zukommt als anders generierten Einzelszenen, etwa solchen, die Bild für Bild aufgebaut und abfotographiert worden wären. Die Kollision der Planeten ist jedoch das Resultat einer monatelangen Berechnung auf der Basis der physikalischen Erhaltungsgleichungen, wie sie in den Ingenieurwissenschaften und der Physik üblich ist. Wegen des starken Magnetfeldes von Melancholia ist es sehr wahrscheinlich, daß wie im Film gezeigt die Elektrizitätsversorgung zusammenbricht. Daß die Erdbeben, zu denen es bei Annäherung des Planeten wegen der starken Gezeitenkräfte lange vor der Kollision kommen muß, ausgespart werden, steht auf einem anderen Blatt. Die Massenpaniken und die Weltuntergangsstimmung an anderen Orten der Welt werden schließlich auch nicht gezeigt.

FAZIT
Der Film über die zwei Schwestern Justine (Kirsten Dunst) und Claire (Charlotte Gainsbourg) ist ein verstörendes Meisterwerk der Science-Fiction. Aber mehr als das. Die eine der Schwestern ist lebenstüchtig, die andere erweist sich als unverwartet sterbenstüchtig. Der Film zeigt menschliche Grenzsituationen und ist, weil es um das Ende unserer Welt und womöglich allen Lebens geht, auch existentiell aufwühlend.
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am 26. September 2014
Lars von Trier ist ein Weltuntergangsfilm gelungen, der ohne Verwendung von Mitteln des Actionfilms, und ohne
Horrorszenarien, einzig aus dem Fokus von zwei charakterlich unterschiedlichen Frauen, als ästhetisches
Phänomen inszeniert ist. Dem Untergang kann man nach LvT nur mit einer tiefen Melancholie, die Kirsten Dunst
überwältigend vermittelt, in Würde entgegensehen. Seine Mittel sind eine symbolischen Bildersprache, die entscheidend durch Wagners Tristan - Vorspiel verstärkt wird. Der Untergang unserer Welt, wird dabei von LvT ästhetisiert, und
psychologisiert. Seine Botschaft heisst: In dieser souveränen Gelassenheit sollten wir dem Unvermeidlichen entgegensehen, ohne Hysterie, und ohne Tränen, sondern in Würde. Auch wenn diese Haltung angesichts einer Katastrophe rührend wirkt. Aber auch eine lächerliche Schutzhütte zu bauen, ist Haltung.
Im ersten Teil werden dem Ahnungschleier der Protagonist die Albernheiten unserer, von Konventionen beherrschte Gesellschaft, übrigens mit wunderbaren Reißschwanks der DOGMA - Kamera, gegenüber gestellt. Wer hat je einen Film über die Apokalypse mit diesem Ansatz gedreht?
erzeugen mit der unterlegten Tristan Musik eine Stimmung, die man nur philosophisch interpretieren kann. eine
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