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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders als du denkst...
... viel besser nämlich als der flapsige Titel suggeriert ist "Romeos- anders als du denkst". Der Film widmet sich einer ganzen Reihe von Aspekten die das Leben für Homo- und Transsexuelle bereit hält. Fragen und Probleme, die sich im Zusammenhang mit der eigenen Identitätsfindung, Dingen wie Outing, dem Aufrechterhalten von (gesellschaftskonformen)...
Veröffentlicht am 30. Mai 2012 von Johann Weber

versus
10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wird dem eigenen Anspruch nur bedingt gerecht
Kurz vorweg: Bin selbst ein schwuler Transmann und habe die Angleichung bereits hinter mir.

Ich habe mir gestern den Film angesehen und, nachdem ich doch unerwartet aufgewühlt war, erst einmal drüber geschlafen. Werde nun diese Rezension aus meiner subjektiven Sicht abfassen :)

Der Film ist offensichtlich bemüht, wertungsfrei und...
Vor 23 Monaten von Leynir veröffentlicht


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders als du denkst..., 30. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
... viel besser nämlich als der flapsige Titel suggeriert ist "Romeos- anders als du denkst". Der Film widmet sich einer ganzen Reihe von Aspekten die das Leben für Homo- und Transsexuelle bereit hält. Fragen und Probleme, die sich im Zusammenhang mit der eigenen Identitätsfindung, Dingen wie Outing, dem Aufrechterhalten von (gesellschaftskonformen) Fassaden, Bürokratischen Hindernisläufen und Ungereimtheiten, Medizinischem usw. stellen. Allein aus dieser unvollständigen Aufreihung tendentiell schwer verdaulicher Kost, ließe sich genügend tragischer Stoff für ein schwerblütiges Drama auf des Messersschneide zu überladenem Pathos und edel leidenden Protagonisten weben. Gott sei Dank ist das hier nicht passiert. Der Film zeigt, dass trotz allen Hürden und Fallen, die das Leben einem stellt, doch eines immer im Mittelpunkt steht: das Leben selbst, selbiges auch zu genießen, das Beste daraus zu machen. Sich den Bürden des Lebens zu stellen, diese zu meistern aber darüber leben nicht zu vergessen, schlicht sich nicht unterkriegen zu lassen, den Sorgen, Nöten und Ängsten nicht unnötig viel Raum einzuräumen... Denn erstens kommt es anders und zweitens... ;-)

"Romeos" ist ein gelungener, ausgewogener Mix aus Drama, guter Laune und Romantik, wobei es gelang nicht zu oberflächlich und nicht zu tiefschürfend zu sein, zwar mehr als flüchtige Einblicke in immer noch nicht alltägliche Themenwelten zu gewähren, diese aber nicht dokumentarisch penibel auszuloten- was dem Film stimmungsmäßig gut zu Gesicht steht. Die Schauspieler sind allesamt große Klasse und spielen erfreulich ungestelzt und unverkrampft auf. Insgesamt wurde der Stoff gut verdaulich aufbereitet und visuell ansprechend verpackt. Man kann zu jeder Zeit nachvollziehen was in welcher Figur vorgeht. Dass der Film am Ende mehr romantische "Komödie" als Sozialdrama ist, ist verzeihlich, denn der Anspruch wenig Bekanntes angemessen anzureißen wurde allemal werfüllt. Und wer sich nach dem Film zu wenig informiert fühlt und sich aufgrund dessen tiefer und ganz sachlich mit Transsexualität und anderen Themen auseinandersetzen möchte, dem stehen in der heutigen Zeit viele Wege offen. Am Ende bleibt "Romeos" dann aber immer noch zugute zu halten, das er der Stein des Anstosses war, sich mit den Dingen zu beschäftigen- nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Fazit: unbedingt anschauen, dieser Film spricht jeden in irgendeiner Weise an und bietet alles an Unterhaltung was ein guter Film braucht: Lachen, ein paar gute Portionen an Schrecksekunden, Zeit für (heimliche) Tränen... was will man mehr?!
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut schöner, ehrlicher Film, 8. August 2012
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Eigentlich muss ich zugeben, dass ich bei deutschen Filmen - vor allem im homoerotischen und allen umliegenden Genres - meist ziemlich skeptisch bin.

Hier jedoch - wow.

Ein absolut süßer, frischer Film, der die Probleme und Schwierigkeiten von Transgendern ehrlich beschreibt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt (was zB Bilder betrifft).

Wirklich lobenswertes Portrait von einem jungen Mann, der im falschen Körper geboren ist. Lukas war mir selbst sofort sympatisch, wobei ich bei Fabio anfangs wegen der extremen Machofassade leichte Probleme hatte. Auch die Thematik der Bürokratie (in dem Fall leben in einem Schwesternwohnheim bei den Mädels oder im Ziviwohnheim bei den Jungs)ist treffend und unbeschönigend dargestellt.
Besonders gefiel mir auch die Sicht der Eltern und Lukas' bester Freundin, die auch immer wieder Lukas' alten, weiblichen Namen verwenden und ihm damit wehtun, selbst aber teilweise sehr hilflos nichts daran ändern können.
Natürlich ist der schönste Part die Romanze zwischen Lukas und Fabio, die auch sehr wahrheitsgemäß und ohne viel Fluff dargestellt wurde.

Dieser Film sollte Pflicht sein in Schulen und auch sonst, denn Vorurteile und Hass anderen/anderem gegenüber wächst meist aus Unaufgeklärtheit. Sehr süßes Fünkchen Hoffnung in dieser Hinsicht.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Zwischenstadium verhaftet, 18. März 2012
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Lukas hat etwas zu verbergen. Als er als einziger Junge auf dem Schwesterntrakt des Zivi-Wohnheimes landet, ahnt man auch bereits, was das sein könnte. Denn rein amtlich ist die Verwandlung noch nicht vollzogen. Er trifft hier Ine, seine Freundin aus alten Tagen wieder, die über den 'Sachverhalt' im Bilde ist. So richtig geklärt ist das Verhältnis zwischen den beiden jedoch nicht.
Als er die Sahneschnitte Fabio kennen lernt, ist es um ihn geschehen. Als sich die Anziehung als gegenseitig herausstellt, könnte man doch unvermittelt in die Vollen gehen. Wenn da nicht diese ein Sache wäre, von der man nicht weiß, wie das Gegenüber reagiert, aber böse Befürchtungen mit sich herum schleppt...

Lukas ist alles andere als selbstbewusst und versucht so lange wie möglich zu verheimlichen, was eigentlich sein tiefst empfundenes Anliegen sein müsste. Er befindet sich auf dem Weg von einer Frau zum Mann. Das macht die Figur jedoch gerade sympathisch und hilft dem Zuschauer, mit ihm zu fühlen. Einerseits kämpft er zwar, was in seiner Situation auch gar nicht anders zu erwarten wäre, aber so zu sich zu stehen, wie er gerade ist oder wird, das kann er (noch) nicht. Wer mag es ihm verübeln?

Eindrucksvoll verkörpert der Jungschauspieler Rick Okon diese sicherlich nicht einfach zu bewältigende Rolle. Offensichtlich hatte er auch keine Berührungsängste mit Brüsten, die völlig echt an ihm wirken. Habe extra nochmals ausgiebig gegoogelt, aber er ist kein Transgender.
Die Rollenausführung des Fabio ist nicht nur optisch einen zweiten Blick wert: Maximilian Belfort hatte bereits als Kind seine ersten Filmauftritte (Emil und die Detektive) und hat sich unterdessen zum wahren Latinlover gemausert.

Kritikpunkt: Die sehr proletenhaft wirkenden Hetero-Zivis im Wohnheim. Das Klischee wurde für mich zu stark ausgetreten.

Fazit: Ungewöhnliches Thema. Der Film ist ohne voyeuristische Anwandlungen
glaubwürdig und nahe an Lukas dran. Empfehlung.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anschauen: Trotz ernster Thematik lockerleicht erzählt, 23. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
"Romeos ' anders als du denkst!" ist ein großartiger Film: Es gelingt ihm, gleichzeitig wunderbar und wichtig, trotz seines ernsten Themas schwungvoll und lehrreich, ohne dabei belehrend zu sein. Die Autorin und Regisseurin Sabine Bernardi entwirft die glaubhafte Charakterdarstellung und Charakterentwicklung eines jungen Mannes, der im falschen Körper geboren wurde. Dadurch weckt sie Sympathie für eine Thematik, die auch heute noch von vielen ausgeblendet wird. "Romeos" macht bis zu einem gewissen Grad Transsexualität verständlich und zeigt auf, mit welchen Schwierigkeiten Betroffene sich auseinandersetzen müssen. Wer sich bis dato nicht mit dem Thema beschäftigt hat, wird Transsexualität nach dem Film mit anderen, hoffentlich offeneren Augen sehen. Dadurch, dass Bernardi das alles mit einer Liebesgeschichte verwebt, wird der Film zu einem Stück Sommerkino, dass Spaß macht, zum Nachdenken anregt und im Gedächtnis haften bleibt.

Dass dies gelingt, ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch der Verdienst von Hauptdarsteller Rick Okon, der Lukas ehrlich, nachvollziehbar und vor allem eindrucksvoll darstellt, auch in den (wenigen) unsympathischen und verzweifelten Momenten. Ebenfalls sehr überzeugend spielt Liv Lisa Fries die Ine, der die Suche nach der großen Liebe ebenfalls nicht leicht fällt und die erst damit klarkommen muss, dass ihre frühere beste Freundin jetzt auf einmal ihr bester Freund ist.

Es ist eine Coming of Age-Geschichte, der man ein großes Publikum wünscht; ein Film, den man sowohl zur Aufklärung in Schulen zeigen könnte (und sollte), als auch einer, den man gemütlich auf der Couch sehen kann. Trotz seiner Schwere ist er mit einer Leichtigkeit inszeniert, wie es dem deutschen Queer Cinema bisher nur mit "Sommersturm" gelungen ist. Wer diesen Film mochte, wird auch von "Romeos" begeistert sein. Absolut sehenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super! :), 12. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Toller Film zu einem spannenden und viel zu selten behandelten Thema.
Die Rollen sind sehr passend besetzt, Rick Okon spielt die Hauptrolle des Lukas einfühlsam und überzeugend. Sowohl die immer wiederkehrende Verzweiflung und die Selbstzweifel, als auch die Freude darüber, dass die anderen in der Szene ihn gutaussehend finden und ihn zu akzeptieren scheinen, lassen den Zuschauer wunderbar mit Lukas mitfühlen und ein Gefühl für seine schwierige Situation entwickeln, auch, wenn man zum ersten Mal mit der Theatik konfrontiert wird.
Auch die anderen Schauspieler lassen ihre Charaktere durchaus sehr authentisch agieren. Maximilian Befort überzeugt als Fabio, der immer etwas unnahbar und dadurch natürlich umso interessanter wirkt. Man lernt ihn von einer ganz anderen Seite kennen, als Lukas ihn zu Hause besucht, wo er mit seinen Eltern zusammen lebt und sich um seinen kranken Vater kümmert. Ein kurzer Moment der den Macho in einem ganz anderen Licht dastehen lässt und ein ganzes Stück sympatischer macht. Fabio ist übrigens mein Lieblingscharakter in dem Film... und dass er in allen möglichen und unmöglichen Situationen sämtliche Kleidungsstücke von sich wirft, stört meiner Meinung noch überhaupt nicht ;)
Sehr bemerkenswert finde ich auch die schauspielerische Leistung von Liv Lisa Fries, die Lukas beste Freundin Ine spielt, die immer wieder enttäuscht feststellen muss, dass sich in Lukas' Leben momentan alles nur um ihn selbst dreht und er sich nicht für ihre Probleme zu interessieren scheint. Ine fühlt sich von ihm im Stich gelassen. Ihre Verzweiflung reißt einen als Zuschauer mit und man freut sich wirklich, dass diese bewundernswerte junge Frau es doch immer wieder schafft, sich selbst wieder aufzurichten und ihren Weg zu gehen.
Das ständige "Kräftemessen" der beiden Protagonisten Lukas und Fabio - sei es beim Schwimmen, beim Billard oder in ihren (sich wiederholenden, aber doch kurzweiligen) Wettrennen durch die Stadt - geben ihrer Beziehung etwas Neckenden, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Trotz der immer wieder auftretenden Schwierigkeiten können sie die Finger nicht voneinander lassen und selbst Fabios erster Schock als er erfährt, dass Lukas mal ein Mädchen war, hindert ihn nicht daran, diesen immer wieder aufzusuchen. Man möchte die beiden einfach nur noch zueinander schieben, weil man ja siehst, wie sehr sie aufeinander abfahren. Die Szene im Fahrstuhl und das Billard-Spiel etwas später sind in dieser Beziehung einfach exzellent gespielt. Wirklich bewundernswert, mit welcher Intensität die Schauspieler die Gefühle ihrer Charaktere darstellen. Man kann regelrecht das Knistern spüren, das in der Luft liegt!
Klasse Film, den ich mir sicher noch einige Male ansehen werde! :)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mittendrin... aber noch nicht ganz dabei, 10. November 2012
Von 
Michaela Hoevermann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Lukas zieht mit kleinem Gepäck, Hanteln und Ventilator nach Köln, um seinen Zivildienst abzuleisten. Allerdings wird er nicht im Männerbereich des Wohnheims untergebracht, sondern im Schwesterntrakt. Der einzige Lichtblick ist, dass dort auch seine beste Freundin Ine lebt, die ihn in die schwul-lesbische Szene der Domstadt einführt.

Gleich der erste Partybesuch wird zum Volltreffer: Er verliebt sich in den durchtrainierten, körperbetonten Italiener Fabio, der nichts anbrennen lässt und auf den ersten Blick eher One-Night-Stand Material als Kandidat für eine echte Beziehung ist. Trotzdem ist die Anziehung durchaus gegenseitig, wie intensive Blicke und Neckereien verraten.

Allerdings verbirgt Lukas ein Geheimnis, von dem in Köln nur Ine weiß: Er ist transsexuell und noch ist die Angleichung nicht abgeschlossen. Das bedeutet Versteckspiel und Vorsicht, bei allem, was er tut. Wenn die Hemmschwelle auf Partys sinkt, weil gefeiert und getrunken wird, oder die anderen einfach das schöne Wetter zum Schwimmen nutzen, muss Lukas aufpassen, dass sich sein weiblicher Busen nicht doch verräterisch abzeichnet. So ist er zwar mittendrin, aber eben doch nicht ganz dabei.

Als er auffliegt, spitzt sich die Situation dramatisch zu, und zwar an allen Fronten: Familie, Freunde, der Kontakt mit den anderen Zivis, die sich anbahnende Beziehung mit Fabio, alles scheint plötzlich in Frage gestellt, steht auf der Kippe. Lukas verliert den Boden unter den Füßen. Und dann geht es nur noch um Entscheidungen, um Ehrlichkeit und um das, was wirklich wichtig ist...

Es ist eine Stärke dieses sensiblen, romantischen Dramas über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden, dass es dabei niemals ins Melodramatische oder Kitschige abgleitet.

"Romeos...anders als du denkst!" ist ein sehr offener, toleranter und letztendlich multisexueller Film. Die Grenzen zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit sind weitgehend fließend; und auch in Sachen Sex und Beziehungen gibt es eine bemerkenswerte Unverfänglichkeit jenseits der Schubladen. Die Charaktere entdecken sich, probieren aus, sind neugierig, offen; Lust und Frust gehen dabei Hand in Hand – und am Ende überraschen sich einige vermutlich auch selbst mit ihren Entscheidungen.

Man bekommt nicht nur einen realistischen Einblick in die Kölner Schwulen- und Lesbenszene, sondern auch in das Leben junger Erwachsener allgemein. Es geht um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und Sexualität, um Alkohol, Drogen und Partys, aber auch darum, seinen Platz zu finden. So wird kurz angerissen, dass die eigene Geschlechtsidentität und die sexuelle Orientierung zweierlei Dinge sind. Pflichten und Verantwortungen stehen ebenso im Raum wie der Umgang mit Schikanen und Bloßstellung.

Was leider etwas untergeht, ist die Auseinandersetzung zwischen Lukas und seiner Familie. Vater, Mutter und Schwester haben zwar einen kurzen Auftritt, als sie Lukas an seinem Geburtstag besuchen. Doch dann tauchen sie nicht mehr auf. Dabei ist die Begegnung zwischen ihnen dramatischer Höhepunkt innerhalb des Films und vielleicht auch die Szene, die ein bisschen zu übertrieben geraten ist.

Ganz allgemein befindet sich Lukas in einer Umbruchphase. Er entdeckt seinen sich verändernden Körper im Grunde täglich neu und ist - verständlicherweise - vorrangig mit sich selbst beschäftigt. Dabei verliert er aus den Augen, dass das Leben auch für seine Freunde kein Zuckerschlecken ist. Den daraus entstehenden Konflikt mit Ine kann er nur teilweise klären. So bleiben seine Freunde und Familienangehörige eher blasse Nebenfiguren.

Dreh- und Angelpunkt des Films ist die tief ausgelotete Hauptfigur. Dabei ist die schauspielerische Leistung von Rick Okon herausragend. Der Newcomer verfügt über eine unglaubliche Ausstrahlung: Sanft und sensibel, gleichzeitig voller Lebenshunger verleiht er seinem Charakter über Blicke und Gesten eine bemerkenswerte Tiefe und Echtheit. Er muss in zahlreichen Einzelszenen auch ganz ohne Worte überzeugen. Und das gelingt ihm mit Bravour! Man nimmt ihm die Rolle des transsexuellen Mädchens, seine Verzweiflung und auch die Auseinandersetzung mit seinem Körper und seinen Bedürfnissen in jeder Szene ab. So zum Beispiel, wenn er seine Umwandlung von Miriam zu Lukas in YouTube-Videos festhält. Berührend ist auch die aufrichtige Freude, mit der er die Anzeichen seiner endlich sichtbar werdenden Männlichkeit wahrnimmt: Haarwuchs, Muskelaufbau, selbst Schweiß ist toll. Und man kann gar nicht anders, man freut sich mit. Eine grandiose schauspielerische Leistung!

Was "Romeos..." zu einem wunderbaren Liebesfilm macht, ist die Chemie zwischen Fabio und Lukas: Wenn zwischen ihnen die Blicke fliegen, brennt die Luft. Herrlich anzusehen ist eine Szene im Fahrstuhl, bei der sie sich gegenseitig zornig versichern, sowieso nichts mehr voneinander wissen zu wollen - während innerlich etwas ganz anderes brodelt. Und auch Fabio hat das eine oder andere Geheimnis...

Zu den sehenswerten Extras auf dieser DVD gehört das Making Of, in dem unter anderem auch das Geheimnis von Lukas‘ absolut echt wirkenden Brust gelüftet wird. Außerdem miterlebt man mit, wie die rasanten Szenen in der Kölner Innenstadt gedreht wurden. Dazu gibt es sehr schöne Einblicke in die Kinopremiere. Die Schauspieler äußern sich kurz zu ihren Rollen und man erfährt auch, dass "Romeos..." nicht nur positive Reaktionen ausgelöst hat.

Ein besonderer Aufreger dabei ist die Einstufung des Films von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK): Nicht unbedingt wegen der zunächst veranschlagen Altersfreigabe von 16 Jahren, die hätte man verschmerzen können. Nein, wegen der diskriminierenden (und lächerlichen) Begründung, dass "die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film [...] zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen" könne. Inzwischen wurde der Film mit einer neuen Altersfreigabe versehen. Wer das Titelbild davon befreit haben möchte, kann es einfach umdrehen; es handelt sich um ein Wendecover.

Alles in allem ein überaus sehenswerter Film, auch für alle, die vielleicht bislang mit dem Thema Transsexualität noch nicht in Berührung gekommen sind.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sympathisch und atmosphärisch, 31. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
"Romeos" überrascht mit einer durchweg prickelnden, authentischen und spannenden Atmosphäre, die jedem einfühlsamen Zuschauer einfach ans Herz gehen muss. Es wird sehr viel mit Blicken gearbeitet, die mir mehr als einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben und - auch wenn das jetzt abgedroschen klingt - in diesem Film tatsächlich mehr sagen, als es Worte könnten. Kompliment für die Schauspieler an dieser Stelle.
Auch die "dunklen" Seiten überzeugen und es gibt Momente, in denen man als Zuschauer einfach nur entsetzt und mitfühlend auf den Bildschirm starrt und alles andere schlichtweg ausknipst.

Einen Stern Abzug gibt es von mir, da der Film sich zwar offensichtlich für mehr Toleranz und gegen Klischees einsetzen möchte, allerdings abgesehen von der FTM-Thematik bzw. der der Homosexualität auch eine Menge Stereotype bedient. So arbeitet man beispielsweise mit den vermeintlich "typischen" Bildern davon, wie sich Männer und Frauen verhalten und leben: Jungs sind unordentlich und sportbegeistert usw...
Das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht, obwohl ich auch verstehen kann, dass man sich für diese Variante entschieden hat. Mir fehlte nur etwas der Ausblick.

Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, der meiner Meinung nach durchaus dazu beitragen kann, dass man sich auch als nichtbetroffene Person in Lukas hineindenken und -fühlen kann (soweit das eben überhaupt möglich ist). Wer detaillierte Informationen zur FTM-Thematik erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Allen anderen kann ich nur sagen: Seht euch diesen Film an! Er hat es verdient!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rundum gelungener Film, 17. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Endlich ein gut gemachter, toll besetzter Film, der die Trans*-Thematik aufgreift. Gut gewählt finde ich auch, dass der Trans*mensch nicht trans* ist, um hinterher hetero zu sein, sondern der Film aufzeigt, dass Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung eben zwei voneinander unabhängige Dinge sind. Menschen möchten gerade nicht nur dem anderen Geschlecht angehören, um dann "normal" zu sein (= sich anzupassen), sondern das eine ist das Zugehörigkeitsempfinden zu einem Geschlecht und das andere ist, für wen man sich auf Partnerschaftsebene interessiert.
Die inneren Kämpfe und die äußeren Konfrontationen sind aus meiner Sicht sehr gelungen dargestellt. Jedes Individuum wird diese Dinge noch einmal ganz individuell erleben, aber hier sind trotzdem einige Dinge so gut in lebensnahe Szenen gepackt worden, dass man sich ansatzweise hineindenken kann.
Anders als ich es in einer der Rezensionen hier gelesen habe, finde ich die "Ohrfeigen-Szene" nicht anstößig. Man muss auch nicht immer zu viel in Dinge hineininterpretieren. Der sich selbst als Mann sehende Mensch wird von seiner kleinen Schwester vor seiner aktuellen Liebe, der er sein Geheimnis bisher erfolgreich verschwiegen hat, bloßgestellt und entlarvt / geoutet. Darf einem in so einer hochemotional geladenen Situation nicht ausnahmsweise mal die Hand ausrutschen? Sicher, Gewalt ist nie eine Lösung. Aber in dieser Szene ist sie aus meiner Sicht durchaus realistisch und auch nicht übertrieben dargestellt. Wie hätte er stattdessen reagieren sollen, um aufzuzeigen, was in ihm vorgeht? Seine Schwester lieb darum bitten, den Mund zu halten? Seinem Angebeteten die Ohren zuhalten? Ich denke, die Ohrfeige stellt in dieser Szene schon die "beste Alternative" dar und ich fand sie auch nicht extrem gewalttätig dargestellt. Menschen, die gegen Trans* Vorbehalte haben, werden in den gesamten Film negative Deutungen hineinlegen - und nicht nur in den Film.. Von daher würde ich jetzt nicht aus dem Film oder aus dieser Szene herauslesen, dass Trans*, die Hormone nehmen, "deshalb" besonders gewalttätig sind.
Auch, dass die anderen Studenten, die über ihn herziehen, Bayern sind, sollte man nicht überbewerten. Hier kann man natürlich auch wieder Negatives hineininterpretieren von wegen "Klischee", man muss es aber auch nicht. Vielleicht sollte der Akzent einfach aufzeigen, dass da in dem Wohnheim Studenten aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenwohnen und mehr nicht? Wieso muss man hier aus allem unterschwellig noch etwas herauslesen, was gar nicht da ist?
Nicht teilen kann ich ebenfalls die Auffassung zur Frage der besten Freundin. Gerade ihre Frage, wieso er denn den Körper wechseln möchte, wenn er dann doch Männer liebt, dann hätte er ja auch Frau bleiben können, zeugt für mich davon, dass SIE sich nicht für IHN interessiert und ihr Leben viel mehr um sich selbst kreist. Sie wirft ihm an eine Stelle vor, er hätte nur noch sich selbst im Sinn. Entschuldigung? Wer von beiden macht denn gerade lebensverändernde Schritte durch? Ich hätte mir an SEINER Stelle mehr Unterstützung von der (ehemals) besten Freundin gewünscht und mehr Hineindenken ihrerseits. Statt dessen ist sie anscheinend eifersüchtig und schmollt.
Dass an manchen Stellen "Fachbegriffe" erwähnt werden, finde ich nicht störend. Meist werden sie ja erläutert. Wer sich darüber hinaus interessiert, wird sie nachschlagen, wer sich nicht interessiert, versteht sie halt dann einfach nicht.
Werden wir nicht in sämtlichen Crime-Serien aus Amerika mit hunderten von Fremdwörtern überhäuft, die sich um Krankheiten, Todesarten, Mordwerkzeuge und anderes drehen? Verstehen wir die immer alle?

Wie auch immer: Ich kann den Film nur jedem empfehlen, egal ob er nun in irgendeiner Weise selbst betroffen ist oder nicht, weil er auch einfach eine Geschichte über Freundschaft und Liebe erzählt, die selten so einfühlsam dargestellt wurde wie hier. Mich hat der gesamte Film jedenfalls sehr berührt und ich spreche den Schauspielern meine Hochachtung aus. Es ist schon für Betroffene selbst alles keine einfache Sache, aber sich ohne direkt betroffen zu sein so gut da hineinzudenken und es so überzeugend spielen zu können, dazu gehört schon einiges!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe gibt es überall, 17. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Es geht um Lukas, der die Chance des Zivildienstes nutzen möchte um mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Neuer Ort, neues Ich. Denn früher war er ein Mädchen. Die Operationen hat er noch vor sich, so dass er sich in seinem zum Teil immer noch weiblichen Körper, sichtlich unwohl fühlt.
Doch so ganz kann er sich von seinem alten Ich nicht befreien. Bürokratie und alte Freunde/Familie stehen ihm immer noch im Weg.
Er verliebt sich ohne es zu wollen in Fabio. Dieser fühlt sich zu Lukas hingezogen und auch wenn er sich erstmal abwendet, als er von Lukas Geheimnis erfährt. Beide versuchen die Brücken zu überwinden um sich langsam anzunähern.
Kann eine Liebe bestand haben, die von der Gesellschaft als "merkwürdig" empfunden wird? Lukas und Fabio müssen lernen zu vertrauen. Das berührt.

Ungewöhnliches Thema, ohne Vorurteile umgesetzt. Schauspielerische Glanzleistung. Ein Hoch auf Rick Okon und Maximilian Befort. Top.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brisant und toll gelöst, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: ROMEOS ... anders als du denkst! (DVD)
Das Thema Transgender wird hier emotional nachvollziehbar verpackt. Sicher war es streckenweise etwas stark aufgesetzt, aber nichts desto trotz ist dies ein Film der zum Nachdenken anregt.
Ich war ziemlich beeindruckt von der Darstellung der Hauptperson. Eine Frau/Mädchen die zum MANN werden möchte, um dann doch auf Mann zu stehen ist nicht alltäglich (und wohl in der Realität sehr sehr selten anzutreffen). Aber ich finde, dass die Darsteller dies sehr wohl nachempfindbar dargestellt haben.
Der Film hat mit berührt - und sicher denke ich jetzt etwas Anders. Und DAS wollte der Film wohl auch erreichen!
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ROMEOS ... anders als du denkst!
ROMEOS ... anders als du denkst! von Rick Okon (DVD - 2012)
EUR 12,99
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