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am 17. November 2007
Wer von den Ärzten immer nur lustiges erwartet, der proklamiert die Verklärung vor dem Herrn. Die letzten Alben waren nie von A bis Z Brüller und Schenkelklopfer.
So muss es auch nicht sein, denn auch die Ärzte werden älter und das Leben ist schließlich kein Zuckerschlecken. Trotzdem sind genug versteckter Humor und fingerfertiger Wortspiele in diesem Album untergebracht.
Klar gibt es wie auf jedem Ärzte Album Höhepunkte und auch medianes Neanderthalergegrunze. Aber selbst der Durschnitt ist gut hörbar und plätschert nicht nur vor sich hin.
"Lasse redn" hat z.B. wieder das gewisse Etwas. "Nur ein Kuss" ist eine Mischung aus "Where the Wild Roses Grow" von Nick Cave & Kylie Minogue und "Summer Wine" von Ville Valo & Natalia Avelon. Die deutsche Antwort auf Liebesschmerz. "Licht am Ende des Sarges" ist ein typischer Bela (-Song). Ich sing nur: "Und es gibt nur ein Transilvanien."
Viele sagen Rod ist kein richtiger Arzt. Ich muss jetzt mal eine Lanze für den besten Basisten der besten Band der Welt brechen. Wer Texte wie "Selbst Rechnungen und Postreklame, werden zu Liebesbriefpapier" schreibt beweist für mich Humor. Und allemal ist er ein begnadeter Musiker.
Wer Ärzte Fan ist muss dieses Album schon wegen des Covers, die schon viel beschriebene Pizzaschachtel, in seiner Plattensammlung haben. Das durchaus ironische Lied "Tut das nicht" ist deshalb für die Ärzte nicht relevant. Denn eine Pizzaschachtel kann man nicht illegal downloaden. Und die Ärzte sind ein Gesamtkunstwerk und sind nicht nur auf den Musik-Part beschränkt.
Und wer nach dem Hören der CD und der Bonus EP meint er habe alles gehört, der irrt. Immer wieder streuen die Drei-Muskelärzte ein Hidden Track in ihre Alben ein. Auch diese Praxis ist bereits Kult.
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am 2. November 2007
"Jazz ist anders" - toller Titel, geile Verpackung, super Inhalt...

Was will man mehr? Die Ärzte, gleichzeitig die beste Band der Welt, sind wieder zurück und wissen ein weiteres Mal, was ihre Fans wollen. Auf der neuen Platte werden 16 neue Songs plus 3 Bonus-Tracks geboten, die eigentlich den Musikgeschmack eines jeden treffen müssten! Hier mischen sich Gute-Laune-Songs, wie das überragende "Lasse reden" - für mich der eindeutig beste Song auf diesem Album, der Text ist einfach der Hammer - oder "Himmelblau", mit nachdenklichen Balladen à la "Nur einen Kuss" und anprangernden Rockern, wie die Vorab-Single "Junge"!

Die Texte sind wieder einmal einzigartig ausgefallen und die drei Ärzte bieten ein wirklich außerordentlich frisch klingendes und abwechslungsreiches Album! Das Niveau, das sie mit dem genialen Vorgänger "Geräusch" erreicht haben, war zwar schwer zu erreichen, doch trotzdem bin ich der Meinung, dass es diese Musik-Poeten ein weiteres Mal geschafft haben total zu überzeugen!

Die lyrischen Ergüsse eines Farin Urlaub's müssen dabei einfach noch einmal extra erwähnt und hervor gehoben werden! Spitzenklasse! Mehr muss man zu "Jazz ist anders" eigentlich gar nicht sagen, der Rest erledigt sich durch das Hören von selbst! Farin Urlaub, Bela B. und Rod Gonzales beweisen mit ihrem neuen Album, dass sie einfach zum deutschen Musikmarkt gehören, wie das Loch inmitten einer CD - und das will schon was heißen...
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am 26. März 2008
Holla, da haben sich die Ärzte aber was einfallen lassen. Nicht nur die Verpackung à la Pizzakarton sprüht nur so vor Originalität, sondern auch der Inhalt hat es in sich:

1) "Himmelblau" 5 Sterne
Cooler Einstieg in das langersehnte nächste Album. Erst das Spannung aufbauende Gitarren-Intro, dann Farins unverkennbare Stimme. Dieser optimistische, Gute Laune verbreitende Opener macht definitiv Lust auf mehr.

2) "Lied vom Scheitern" 5 Sterne
Dieser Song reiht sich nahtlos an den ersten an. Diesmal von Bela interpretiert appelliert der Text an das eigene Selbstbewusstsein, sein eigenes Ding durchzuziehen. Und tatsächlich baut dieses Lied einen mit der im Pop-Gewerbe angesiedelten Musik Stück für Stück auf und hinterlässt ein gutes Gefühl.

3) "Breit" 3 Sterne
Witziges, von Rod gesungenes Lied. Beim ersten Hören hab ich mich fast hingeschmissen vor Lachen. Doch so sind nun mal die Ärzte. Leider hat man dieses Lied nach ein paar Durchläufen satt und es fängt an, auf die Nerven zu gehen. Schade, dieses Lied hat keine Dauerhaftigkeit.

4) "Lasse redn" 5 Sterne
Einer meiner absoluten Lieblingssongs auf dieser CD, was durchaus schwer ist bei dieser Qualität. Man muss genau auf den Text achten. Er strotzt vor Witz, Geist und Charme. Beispiel: " Rasierst du täglich deinen Damenbart oder hast du im Garten ein paar Leichen verscharrt? Die Nachbarn haben da so was angedeutet, also wunder dich nicht, wenn bald die Kripo bei dir leutet." Die leicht elektronisch angehauchte Mucke passt dabei wie die Faust aufs Auge. Ein hoch auf Farins Ideenreichtum.

5) "Die ewige Maitresse" 4 Sterne
Einer der härteren Songs. Von Anfang an begleiten die harten Gitarrenriffs Belas Gesang, der im Refrain durch Farins Stimme ergänzt wird. Interessantes Lied, aber im Gegensatz zu den anderen Songs ein bisschen schwächer.

6) "Junge" 5 Sterne
"Junge" als ersten Auszug aus dem Album zu nehmen, war eine interessante, aber gute Wahl. Wie die meisten Songs vor ihm hält das Lied mit seinen ruhigen Strophen und dem Kracher-Refrain wieder mal das Schwert der Individualität in die Höhe, doch diesmal auf ironische Weise.

7) "Nur einen Kuss" 5 Sterne + die Milchstraße :)
Ich LIEBE dieses Lied. War nach "Junge" das erste Lied vom neuen Album, das ich in einer Radioshow mit den Ärzten hörte. Danach stand für mich fest: Die CD muss ich haben. Eine wunderschöne und doch makabre Ballade über Liebe und Verlust. Farins Stimme entführt jeden in dieses Lied.

8) "Perfekt" 5 Sterne
So ein Lied hätt man Bela ja gar nicht zugetraut. Hier zeigt er sich von seiner lieben Seite, wobei natü rlich der Sarkasmus nicht zu kurz kommt. Nachdem er die ganzen schnulzigen Liebesfilme und -lieder durch den Kakao gedreht hat, kommt dann doch noch der Schmuse-Bela hervor. Die Musik erinnert wieder mehr an Pop als an Rock, doch es passt zum Text.

9) "Heulerei" 4 Sterne
Endlich wieder mal mehr Rock mit dem Einsatz der E-Gitarre. Farins boshaftes Verständnis von Witz, das wir alle so lieben, sticht super heraus. Diesmal gehts ums Verlassen der Liebsten. Trotz allem überzeugt der Song nicht ganz. Irgendwas fehlt, vielleicht ist der Song mit seinen 2:13 einfach zu schnell vorbei.

10) "Licht am Ende des Sarges" 4 Sterne
Was hat Bela nur mit der Popmusik? Natürlich kommen die Instrumente hier alle gut durch und die Rockherkunft scheint immer wieder durch, doch irgendwie erinnert der Song schon wieder an Wilderei im Nachbargenre. Der Text hingegen ist mal wieder typisch Ärzte. Über irgendeinen Unsinn singen (hier über Dracula, der keinen Bock mehr auf Vampir-Sein hat) ist nun mal eins ihrer Markenzeichen.

11) "Niedliches Liebeslied" 2 Sterne
Das nächste Lied von unserem Rod. Die nächste Veralberung von schnulzigen Liebesliedern. Nur leider klingt das Lied genauso. Lieber weiterschalten.

12) "Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)" 4 Sterne
Bei diesem Ulk-Lied der Extraklasse hälts einen nicht auf den Beinen. Irgendwie muss man zu diesem Rhythmus tanzen. Auch wenns nur albern aussieht. Das Gitarrensolo zum Ende hin ist noch mit das Beste am Lied. Insgesamt witzig, doch kein 1a-Song.

13) "Allein" 5 Sterne
Endlich mal wieder etwas Düsteres. Zum Ende hin haun die Ärzte nochmal auf die Pauke. Nachdem sie am Anfang das Selbstbewusstsein aufgebaut haben, zertrümmern sie es wieder. Bei diesem eingängigen Rock-Sound und den einprägsamen Zeilen kann man spätestens beim Refrain nicht umhin, einfach mitzusingen. Der Song baut sich immer weiter auf und wird von Zeile zu Zeile immer genialer bis zum Finale furioso.

14) "Tu das nicht" 5 Sterne
Einer der interessantesten Songs der Ärzte überhaupt. Langsamer Einstieg, man wartet und wartet und fragt sich, wo der Rest des Liedes bleibt. Dann: Bumm. Ab geht der Rock, Belas Stimme schreit sich fast einen ab. Einfach geil, wie die Ärzte hier die Musikindustrie im Hinblick auf das Raubkopieren von Musik anklagen.

15) "Living Hell" 5 Sterne
Nein, das Lied ist Gott sei Dank nicht auf Englisch. Wär auch schade, denn der Text hat es in sich. Man muss einfach auf jedes Detail achten. In diesem melancholischen Rocksong fordert Farin die reichen Leute auf, sich nicht ständig über ihr Leben zu beschweren. Aber natürlich wieder aus ironische Weise.

16) "Vorbei ist vorbei" 4 Sterne
Nach den vorigen Krachern ist der letzte Song irgendwie enttäuschend. Vom Text her ein super Schlusslied. Aber die Musik klingt wieder mehr nach Pop. Oder ich hab was mit den Ohren. Jedenfalls kein guter Abschluss für so eine super CD.

Insgesamt hält sich das Album die Waage. Hier mehr Pop, dort mehr Rock. Meist handelt es sich um Gute-Laune-Mucke. Textlich zieht sich der Rote Faden auch erkennbar duch, da die meisten Lieder die Individualität eines jeden Menschen behandeln. Das Album ist erkennbar die Ärzte, aber auch irgendwie anders. Vielleicht gerade deswegen: Denn die Ärzte sind eben anders als andere.
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am 6. Februar 2012
"Diese Platte willst Du nicht hören!"...steht zumindest auf dem schwarzem Sticker, der das Cover aus buntem Kinder-Gekritzel dieser Kuriosität aus dem Die Ärzte-Kosmos ziert. Wem "Jazz Ist Anders" nicht gefiel, der könnte damit seine helle Freude haben oder noch größere Falten auf der Stirn bekommen. Für alle Neugierigen eine kurze Zusammenfassung: Farin fragt in "Himmelblau", warum die Russen uns eigentlich nicht ihr Gas schenken, wenn wir schon Freunde sind...Bela B. findet im "Lied Vom Scheitern" dagegen, dass er nichts mehr essen -und später in "Perfekt", das auch nichts mehr perfekt sein sollte. In "Junge" wird der Spieß umgedreht und der Text gerät zum Hilferuf an die Eltern. Später darf man im Studio "Mäuschen" spielen und lauschen, wie es zwischen BelaFarinRod auch schon mal zu Schießereien kommen kann. Davon erholt ruft Bela in "Licht am Ende des Sarges" zur Rettung der Wale auf und lässt in "Tu das nicht" 5 gerade sein und meint: "..mach doch, waste willst". Aus dem eigentlich sonst so angenehm mild klingendem Song "Niedliches Liebeslied" wird herzhafter Hardcorepunk, aus "Deine Freundin" Bluegrass und in "Heulerei" versucht sich Farin immerhin Rockabilly-artigen Gesangseinlagen. Zum Schluss wird Farin beim Einspielen von "Living Hell" durch einen Anruf von Bela gestört. Die Beiden beschließen das "chilenische Bassproblem" gegen die "Lösung mit 4 Buchstaben" (Sahnie) einzutauschen. Na, wenn das kein Fehler ist...aber am besten selberhören.
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am 25. November 2007
...ist dieses Nachfolge-Album von "Geräusch". Ich hab mir bewusst ein paar Wochen Zeit gelassen, bis ich mir meine endgültige Meinung über "Jazz ist anders" gebildet habe.
Jedem sollte klar sein, dass Die Ärzte die Latte mit all ihren Alben zwischen 1984 und 2003 sehr hoch gelegt haben. Ich denke, jeder Ärzte-Fan kann nachempfinden, dass die Mischung aus extrem vielseitigen (humorvollen oder ernsten, sarkastischen oder appellierenden,...) und oft wahnsinnig intelligenten, genialen Texten und eingängiger Melodien jedem Ärzte-Song immer eine besondere Note gegeben haben.
Das Wichtigste: auch jetzt haben es Bela, Farin und Rod mal wieder geschafft, eine gehörige Portion Humor, Ironie, aber auch Wahrheit in ihr neues Album zu legen. Doch etwas ist anders: Diese Songs, die sofort ins Ohr gehen, von dessen Genialität ich gleich beim ersten Mal Hören angetan bin, fehlten mit Ausnahme von "Lasse redn". Ich war enttäuscht, wie langweilig einige Songs schienen und dachte, bereits am ersten Tag alle "Geheimnisse" des lang erwarteten "Jazz ist anders" gelüftet zu haben, wie es vorher nie der Fall bei Ärzte-Alben war.
...Doch mit meiner ersten Einschätzung habe ich mich glücklicherweise getäuscht. Die Ärzte sind zweifellos ernster geworden (welch Wunder mit einem Alter von Mitte 40......), was zur Folge hat, dass es ein wenig Zeit braucht, bis man die Genialität jedes einzelnen Songs ganz und gar entdeckt hat. Doch die Ärzte wären ohne dieses "Flair", das in so gut wie allen Songs zu finden ist und die Musik so besonders macht, nicht die Ärzte, die vor Vielfalt und Wortwitzen strotzen.
Dennoch gibt es von mir einen Punkt Abzug, undzwar, weil Die Ärzte meine Erwartungen mit diesem Album zwar erfüllt, aber nicht übertroffen haben. Trotzdem freu ich mich auf die kommende Tour, denn auf der Bühne sind Die Ärzte sicher genau so unschlagbar wie noch 2004, als ich sie das letzte Mal live erleben durfte... wie immer mit neuen und alten Songs!
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am 2. November 2007
Hab die Scheibe von meiner Freundin geschenkt bekommen und allein die Hülle wäre ja schon den Kauf wert, aber darüber wurde ja schon genug berichtet.

Vorneweg: Wer hier eine klassische Punkrock-Platte wird enttäuscht, wer allerdings der Platte mehrere Chancen gibt, wird die Qualität der einzelnen Lieder wirklich wertschätzen.

Hervorzuheben sind sicherlich der erste Track "Himmelblau", ein typischer Farin-Song, "Lasse redn", auch wenn dieser Song leicht "Techno-Schlager"-mäßig angehaucht ist(kann man schön zu rumhüpfen), "Junge", "nur ein Kuss" hat auch seinen reiz, auch wenn ein bisschen langatmig und deine freundin(ebenfalls sehr witzig)

Richtige Meisterwerke sind "Allein" und "die ewige Maitresse!!!
Letzterer ist leider so ziemlich der einzige Song, an dem alle so richtig zusammenwirken und das ist auch das einzig zu bemängelnde an dieser Platte: fast alle lieder hat sozusagen jeder für sich geschrieben. Von Farin wissen wir ja dass er das kann, aber gerade Rod ist nicht der begnadeste Songwriter. Ich hätte mir mehr Songs gewünscht, bei denen das gesamtgefüge der ärzte stärker zum vorschein kommt, eben wie bei der"ewigen maitresse". Trotzdem Daumen hoch, klasse Platte und bis zum Konzert in Köln!!!!!!!!
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am 14. März 2008
Ich habe mich lange dazu durchgerungen eine Rezension zu "Jazz ist anders" zu schreiben.
Jedoch habe ich das Album seit dem erscheinen mehrer Male durchgehört und denke nun kann man in der Lage sein eine halbwegs vernünftige Kritik zu verfassen.

"Himmelblau" ist der Opener des Albums. Ein sehr eingängiges Stück das sich direkt zu den stärkeren des Albums zugesellt. Farins Stimme ist entspannt und eingängig. Ein Lied das zum mitsingen einlädt!
8,5/10

"Lied vom Scheitern" ist die zweite Singleauskopplung des Albums. Was mir zunächst als schnöder Lückenfüller vorkam, entwickelte sich nach der Zeit zu einem sowohl textlich wie auch gesanglich gut durchdachtem Song. Und aus wessen Herzen spricht der Refrain denn nicht?
8/10

"Breit" ist wie ich finde der erste schwache Song des Albums. Rod versucht sich mal wieder als Sänger, sollte aber vielleicht doch lieber verzichten. (Was nicht bös gemeint ist). Ist aber auch kein Ärzte-typischer Song. Halt anders...
4,5/10

"Lasse redn". Wahnsinn's Song. Wahnsinn's Text! Farin sagt wie es ist und nimmt kein Blatt vor den Mund. Klasse Song mit hervorragender Botschaft. So wollen wir die Ärzte sehen (hören)!
9,5/10

"Die ewige Maitresse". Gut, aber auch nicht mehr. Ein mittelmäßiger Song der leicht zu den Punk-Wurzeln zurückführt.
7,5/10

"Junge". Die erste Singleauskopplung aus "Jazz ist anders" ist wohl bereits jetzt zum Kultlied geworden! Knüpft quasi irgendwo an "Rebell" an und bietet ein (oder zwei?) klasse Video(s)!
9/10

"Nur ein Kuss" ist der erste etwas gemächlichere Track. Dafür ist dem so ist, ist der Song aber ganz ordentlich geworden! Solider Track bis zum heftigen Ende.
7/10

"Perfekt", beschreibt wie "Lied vom Scheitern" einen Satz den wir wohl alle mal gedacht haben: "Warum kann's nicht perfekt sein?" Bela klärt euch in diesem gelungenen Song auf!
7,5/10

"Heulerei" bietet mal wieder Punk vom feinsten! Farin kehrt zu den Wurzeln der Ärzte zurück. Dieser, wie ich finde zu unrecht, etwas stehengelassene Song gehört zu den besten des Albums!
8,5/10

"Licht am Ende des Sarges". Bela will sich von seinem "Vampier-Image" verabscheiden und auch mal Fussball spielen, ins Kino gehen und im Moshpit bis zum kotzen pogen! Sehr guter Song der genau wie "heulerei" etwas liegen gelassen wurde.
8,5/10

"Niedliches Liebeslied" ist der schwächste Song des Albums. Was haben sich die Ärzte dann dabei gedacht? Unschöne Melodien und unschöner Text. Dazu noch gesungen von Rod...
3/10

"Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)" führt die Liste der guten Songs zum Glück weiter! Auch wenn der Song recht Ärzte-untypisch ist, der Refrain brennt sich fest (Pflegeleicht!) und das anhören macht einfach nur Spaß!
8/10

"Allein" war von Anfang an mein Favorit. Hervorragender Text und ein emotionsgeladener Farin! Herrlich!
9,5/10

"Tu das nicht" ist eine Message an alle Raubkopierer und die Folgen die das unbeschwerte Saugen haben kann. Die erste Minute wird nur "Tu das nicht" geträllert, doch dann geht's richtig los! Sehr guter Song und mal wieder was Ärzte-typisches.
9/10

"Living Hell". Das Album nähert sich langsam dem Ende, doch zum Glück bleibt die Qualität der Songs stetig erhalten. "Living Hell" zeigt die Schattenseiten eines Promilebens auf... sollte man wohl aber nicht 100%ig ernst nehmen.
8/10

"Vorbei ist vorbei". Hier endet das reguläre Album (zu der EP möchte ich auch keine Wertung abgeben, die steht wohl etwas aussen vor) und das auch mit einem Hammersong! Die Message kommt wohl klar rüber: Schöpft alles aus eurem Leben, denn wenn's vorbei ist, ist's vorbei!
8,5/10

So das war sie, meine Rezension zu "Jazz ist anders" und ich höre die Hardcore-Ärztefans schon gröhlen. Aber es ist nunmal so. Jazz ist anders, die Ärzte sind es auch geworden. Doch nicht alle veränderungen sind schlecht!

"Jazz ist anders" - 8,5/10
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am 21. Oktober 2007
So, hier also mal meine bescheidene Meinung zu dem guten Stück:

Himmelblau - irgendwie ungewohnt, sollen das die Ärzte sein? Ja, sie sind es, und klingen nicht nur erwachsener, sondern auch frischer als je zuvor - ein Trend, der sich über das gesamte Album fortsetzt. Leider fehlt ein wenig die musikalische Variation. 4/5

Lied vom Scheitern - Der Beginn klingt nach einem typisch poppigen Bela-Song, der aber - vorbehaltsfrei gehört - gar nicht übel ist. Der Refrain geht dann aber eher in mitgröhlbarer Stadionrock. 4/5

Breit - ein Drogensong von Rod. Beim ersten Hören sicher gewöhnungsbedürftig, dann aber ziemlich gut (und lustig). 4/5

Lasse reden - Dieser Song dürfte mit seinem Techno-artigen fröhlichen Poprhythmus die Gemüter spalten. Ich jedenfalls bin begeistert! Inhaltlich geht es um Nachbarn, und zumindest in meinem Fall trifft Farin den Nagel auf den Kopf. Macht einfach Spaß! 5/5

Die ewige Maitresse - nun ist endgültig Rock angesagt. Es geht los mit ein paar recht ungewohnten Harmonien, spätestens im Refrain dürfte aber keiner mehr sitzen: Brettgitarren, Knüppelschlagzeug und ein toller zweistimmiger Gesang von Farin und Bela. 5/5

Junge - Ist zwar durch die Vorabveröffentlichung schon etwas "abgenudelt", aber rockt trotzdem noch. Leider für meinen Geschmack etwas zu sehr Mainstreamartig, aber trotzdem 5/5

Nur einen Kuss - ein sehr ungewöhnliches Liebeslied von Farin, erinnert ein wenig an "Omaboy". Wohl ein Experiment, was in meinen Augen nicht ganz gelungen ist. 3/5

Perfekt - der obligatorische Bela-Macho-Song. Verzichtbar. 2/5

Heulerei - wie "Maitresse", nur etwas fröhlicher. Ansonsten sind auch hier Brettgitarren und ein bissiger, mitsingtauglicher Text angesagt. So muss das sein! 5/5

Licht am Ende des Sarges - Bela distanziert sich von seinem Vampirimage. Okay, wenn du meinst Bela, aber das ist weder lustig noch sonderlich gelungen. 3/5

Niedliches Liebeslied - Moment, "Nur einen Kuss" hatten wir schon - achso, Rod versucht sich an einem 60er-Jahre inspirierten Song. Nicht übel, aber die Welt wäre ohne auch nicht schlechter. 3/5

Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend) - Dieser Song kommt in einem leicht funkigen Discorhythmus daher, ansonsten ist es wohl genauso wie bei "Lasse reden": Love it or hate it. Ich entscheide mich wohl für love it. 4/5

Allein - Huch, ist da etwa was von "Geräusch" übriggeblieben? So klingt es zumindest, was nicht heißt dass dieser Song schlecht wäre. Eigentlich ist alles gut, vor allem der Text, es könnte nur etwas flotter zur Sache gehen. 5/5

Tu das nicht - Ein ironischer Song über die "schrecklichen" Folgen des Raubkopierens. Geht langsam los, aber steigert sich zu einem teilweise geschrienen Brettrefrain. Auch textlich sehr gelungen. 5/5

Living hell - erinnert irgendwie an "Allein" und "Porzellan" von Farin solo. Gut, aber mehr auch nicht. 4/5

Vorbei ist vorbei - ein philosophisch angehauchter Text, verpackt in eine Mischung aus Ska, 60er und Pop, was bestens funktioniert! 5/5

Wir waren die Besten - Wer hätte mit Reggae von Bela gerechnet? Also ich jedenfalls nicht, aber er tut seine Sache verdammt gut. 5/5

Wir sind die Besten - ein discoartiger Offbeat-Song von Farin, der nicht nur ziemlich gelungen ist, sondern auch verdammt rockt. Ja, so hab ich das gern. 5/5

Wir sind die Lustigsten - Rod versucht sich an einem getragenen Song mit Klavier und Streichern, der im Refrain sehr episch wirkt und mich zumindest ein wenig an Grönemeyer erinnert. So weit so gut, aber das Ergebnis ist alles andere als berauschend. Herr Gonzalez, das können sie besser! 2/5

Fazit: Die Ärzte sind im Jahre 2007 lebendiger und aktueller als je zuvor, das beweisen sie mit diesem Album eindrucksvoll! Stilistisch ist es wohl das innovativste Album seit "13" und textlich ist man deutlich reifer und ernster geworden, was aber alles andere als schlecht ist - mal ehrlich, wer nimmt es Farin Urlaub mit Mitte 40 noch ab, wenn er was von Teenagerliebe singt? Eben.
Ein paar Ausrutscher sind zwar dabei, aber das lässt sich bei 19 Songs schon verkraften, allerdings könnten fast alle Songs etwas länger sein. Auffällig ist, dass fast alle Ausrutscher von Bela und Rod stammen, die besten Songs von Farin. Also doch nur ein Farin-Soloalbum unter dem Namen "die Ärzte"? Nein, das sicher nicht, aber bedenklich ist das trotzdem. Naja, unterm Strich haben wir hier trotzdem ein verdammt gutes Album - die vielen negativen Kritiken überraschen mich, wohl nur eine zu hohe Erwartungshaltung? Ich jedenfalls kann nur eins empfehlen: Kaufen!
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am 24. Juli 2012
Nach Geräusch standen die Ärzte kurz vor der Auflösung. 4 Jahre Abstand, in denen einige Soloprojekte umgesetzt wurden, konnten dies verhindern. Man merkt deutlich den Gemeinschaftsinn und den Spaß, die innerhalb der Band herrschen. Dies wird nicht nur bei Promo-Veranstaltungen und Interviews deutlich, sondern auch auf dem Album selbst.

1. Himmelblau: Perfekter Einstieg! Sehr starker Text von Farin, könnte was die Melodie angeht aber mehr "explodieren". Die Situation einen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen und einen neuen zu betreten begleitet einen durch das ganze Leben. 5/5
2. Lied vom Scheitern: Einer der besten Bela-Songs auf "Jazz ist anders", appeliert an das eigene Selbstbewusstsein und reißt einen unglaublich mit. 5/5
3.Breit: Mal was härteres. Rod liefert hier einen lockeren und punkigen Song ab. Auch wenn der "Drogen-Text" nicht grad der tiefgründigste ist.4/5
4.Lasse Redn: Betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Sowohl Text, als auch Melodie sind genial, ABER: Lasse Redn wird im Radio todgespielt, sodass man ihn irgendwann einfach nicht mehr hören kann. Der sehr persönliche Textinhalt Farins wird zum dumpfen Spaßlied, welches von noch dumpferen Leuten auf dem Ballermann oder Oktoberfest gesungen wird. Leider ein ähnliches Schiksal wie Männer sind Schweine oder aktuell M&F. Dadurch nur 4/5.
5. Die ewige Maitresse: Hier lässt das Album qualitativ etwas nach. Rockt zwar schön und fügt sich wunderbar ein, aber am Ende doch ziemlich unspektakulär. 3/5
6.Junge: Eines der besten Farin-Stücke überhaupt! Eltern/Kinder-Konflikt umrahmt von Punkrock pur. Live oder auf Platte, immer ein Kracher! 5/5
7. Nur einen Kuss: Eine ruhige, traurige und ziemlich depressive Liebesballade? Sehr ungewöhnlich für DÄ, denkt bestimmt fast jeder beim ersten hören. Die bewegende Geschichte die darin ezählt wird, Farin wunderschöne Stimme und eine etwas böse Unternote überzeugen mich aber voll und ganz. 5/5
8. Perfekt: Mal ein paar sanftere Töne des Herrn B. Guter Liebessong begleitet von flottem Gitarrenspiel. 5/5
9.Heulerei:Sehr punkig, Melodie top, Text flop. DÄ haben schon so viele geniale und kreative Songs geschrieben, die vom Ende einer Beziehung handeln (Nichts in der Welt, Der Tag, Miststück, 1/2 Lovesong, Zu Spät usw.), aber dieser gehört nicht dazu. 2/5
10. Licht am Ende des Sarges: Bela rechnet mit seinem eigenen Horror-Image ab. Selbstinronie in Perfektion, mit der Melodie kann ich mich aber irgendwie überhaupt nicht anfreunden. 3/5
11.Niedliches Liebeslied: Eher "peinliches Liebeslied". Kitsch und Schnulze ohne Ende und eine Melodie, die überhaupt nicht zum Text passt. Kann dieser Nummer des Kumpel-Chilenen kaum was abgewinnen. 2/5
12. Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend): Reiner Funk den der Kollege Urlaub da fabriziert, extrem tanzbar. Enfaltet aber erst live seine volle Wirkung. 4/5
13. Allein: Düsterer und harter Rocksong, aber auch kein Meisterwerk. Das Glocken-Intro gefällt mir sehr gut 4/5
14.Tu das nicht: Anderthalb Minuten lang singt Bela nur 4 Worte: "Bitte, tu das nicht." Dann kracht es richtig und Bela zeigt nach langer Zeit mal wieder, wie gut er schreien kann. Jetzt ist es klar worums geht: eine ironische, fast sarkastische Hasstriade auf Raubkopierer. Zum Schluss wird nochmal der Commerzschweine-Vorwurf und die Musikindustrie auf die Schippe genommen. Große (positive) Überraschung des Albums 5/5
15. Living Hell: Nach Junge der beste Song den Farin beigesteuert hat. Er thematisiert die Schattenseiten des Ruhms auf hochdramatische Weise und steckt doch voller Ironie. Ein Meisterwerk, welches leider schon aus dem Liveprogramm verschwunden ist. 5/5
16. Vorbei ist Vorbei: Positiver "Kopf hoch-Song" der das Tabuthema Tod behandelt. Melodie und Text greifen perfekt ineinander. 5/5
17. Wir sind die Besten: Beim ersten Song der Bonus-EP beschäftigt sich Farin mit der Gegenwart der Band. Schnell,laut und mit mehr als einem Augenzwinkern ist dieses Lied das Beste und livetauglichste der 3 Bonusstücke. 5/5
18. Wir waren die Besten: Nun Bela mit der düsteren Zukunft. Langsame Strophen, schneller Refrain. Die "Phil Conlins Stelle" hat mich zu schmunzeln gebracht. 4/5
19. Wir sind die Lustigsten: Rod über vergangende Zeiten. Hier bin ich vom schwachen Text ziemlich enttäuscht,einzige Aussage:"Wir sind lustig". Da wünscht man sich mehr Einfallsreichtum. Musikalisch ist das aber große Klasse. Rod wird nicht umsonst als das musikalische Genie der Band bezeichnet. 3/5

Fazit: Obwohl auch einige Durchhänger vorhanden sind, überzeugt Jazz ist anders mit Spielfreude, Frische aber auch Ernst und Vielseitigkeit. Textlich stärker als das aktuelle Album "Auch", hätte aber gern noch mit Nichts gesehen ergänzt werden können.
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am 22. Juni 2008
Die Ärzte sind meiner Meinung nach die einzige Band, die es je fertig bringen würde, ihr eigenes Album so durch den Kakao zu ziehen. Beim ersten Hören kommt man aus dem Lachen gar nicht mehr raus. In der folgenden Rezension gehe ich etwas genauer auf die Veränderungen der einzelnen Songs ein. Bewertet habe ich die Lieder allerdings nicht. Die volle Punktzahl vergebe ich hier ausschließlich an die Idee. (Mittlerweile gibt es übrigens auch Economy-Versionen zu den Songs, die auf der Bonus-EP enthalten waren.)

(1) Himmelblau
Oder eher Himmelgrün, was laut Farin an dem fehlenden Gas und damit auch an den Russen liegen soll.

(2) Lied vom Scheitern
Bela singt hier jetzt von einer Diät und von ihren Auswirkungen.

(3) Breit
Das Lied bekommt hier einen Techno-Stil, das Thema bleibt jedoch gleich. Allerdings wird es hier nicht von Rod, sondern von Farin hinterlegt.

(4) Lasse redn
Meiner Meinung nach die beste Economy-Version dieser CD. Die Melodie wurde zwar beibehalten, der Text jedoch so verändert, dass "Lasse Leben" jetzt ein viel besserer Titel für diesen Song wäre.

(5) Die ewige Maitresse
Hier wird gar nicht mehr gesungen, sondern gepfiffen. Der Sound selbst hat sich hier dagegen kaum verändert.

(6) Junge
Das Thema dieses Songs wurde beibehalten. Der Unterschied ist, dass Farin die Situation nicht mehr aus der Sicht der Eltern, sondern aus der Sicht des Jungen schildert. Dabei sind einige kuriose Details zu hören.

(7) Nur einen Kuss
Farin stimmt den eigentlichen Song an, bis Bela ihn unterbricht. Bela sagt ihm, dass er und Rod diesen Song nicht auf dem Album haben wollen, weil sie das Lied nicht lustig finden. Farin ist darüber so erzürnt, dass er die beiden erschießt.

(8) Perfekt
Es muss eben doch nicht alles perfekt sein!

(9) Heulerei
Der ursprüngliche Song wird in einem bisher unbekannten Dialekt gesungen.

(10) Licht am Ende des Sarges
Man nehme die Melodie dieses Song und mische ihn mit dem Text der bekannten B-Seite "Rettet die Wale". Was dabei herauskommt, darf man sich hier anhören.

(11) Niedliches Liebeslied
Bitte nicht stören, denn hier entsteht gerade ein peinliches Liebeslied!

(12) Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)
Der Text dieses Songs wurde fast komplett übernommen, wird nun jedoch im Country-Stil gesungen.

(13) Allein
Hier gibt es keine große Veränderungen oder Anspielungen. Lediglich der Sound klingt hier ein wenig anders. Mal ganz abgesehen davon, dass Bela am Ende etwas einstecken muss.

(14) Tu das nicht
Das Thema ist dasselbe geblieben. Die Melodie wird hier nun allerdings umgedreht: Während der Mittelteil, im Original krachend, hier eher ruhig ist, sind der Anfang und das Ende nun die schnellen Teile. Und Raubkopien werden hier auch nicht unbedingt als schlecht angesehen.

(15) Living Hell
Farin will seinen Song einspielen, als Bela ihn anruft. Die beiden sprechen darüber, dass Sahnie wiederkommen soll, um Rod als Bassspieler zu ersetzen. Eine Abrechnung also mit Hans Runge alias der "Lösung mit vier Buchstaben - Sani."

(16) Vorbei ist vorbei
Farin spielt diesen Song an, bis dieser auf einmal aufhört. Nach einer kurzen Pause spielt Farin eine Kurzform des Songs "Was hat der Junge doch für Nerven" und fragt Bela schließlich, ob dieser es lustig fände. Dann erst sieht Farin, was er angerichtet hat und richtet sich schließlich auch selbst.
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