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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Masken die wir tragen
Deutsch ist eine sehr exakte Sprache. Da gibt es zum Beispiel das Wort "Stimmung". An deiner Stimme erkenne ich wie es dir geht und wie du dich fühlst. Musikinstumente können "verstimmt" sein. Der Klang ist nicht richtig und das Instrument muß erst wieder gestimmt werden. Das Stimmen einen Musikinstruments geschieht von außen und es erfolgt nach...
Vor 19 Monaten von Nicht-die-Mama veröffentlicht

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Toll gespielt, aber in der zweiten Hälfte etwas nervig
In "Der Gott des Gemetzels" spielen nur vier Schauspieler mit - aber was für welche! Foster, Winslet, Waltz und Reilly sind wirklich großartig in ihren Rollen.

Die Idee hinter dem Film ist ziemlich gut (und gar nicht mal so unrealistisch): Als ein 11-Jähriger einem Gleichaltrigen im Streit zwei Zähne ausschlägt, treffen sich die...
Vor 23 Monaten von Skopanie veröffentlicht


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Masken die wir tragen, 9. Dezember 2012
Von 
Nicht-die-Mama (Detroit Rock City) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
Deutsch ist eine sehr exakte Sprache. Da gibt es zum Beispiel das Wort "Stimmung". An deiner Stimme erkenne ich wie es dir geht und wie du dich fühlst. Musikinstumente können "verstimmt" sein. Der Klang ist nicht richtig und das Instrument muß erst wieder gestimmt werden. Das Stimmen einen Musikinstruments geschieht von außen und es erfolgt nach Regeln.
Im alten Griechenland wurden großartige Bühnenstücke aufgeführt. Die Schauspieler trugen Masken und die Zuschauer konnten nur am Tonfall(Sona) erkennen, wie der Schauspieler sich fühlt und welche Stimmung er gerade hat.
Auch wir tragen Masken. Wir setzen sie auf im Beruf, bei Besuch bei Freunden, bei der Einrichtung der Wohnung etc. Wir haben ein bestimmtes Bild von uns und spielen gewisse Rollen im täglichen Leben. Wir setzen die Maske auf und reden mit gebildeter Stimme und halten das dann für unsere Per-Sona.
Auch können diese Masken blitzschnell gewechselt werden. Ich sehe einen meiner Angestellten herablassend an ohne ein Lächeln im Gesicht. dann kommt mein Chef ins Büro und ich bin unterwürfig und lächle den Chef an. Das geschieht oft ohne das wir es überhaupt merken.
Meine Mutter z.B. war Ärztin. Sie konnte privat unglaublich herzlich sein.
Doch im Beruf oder bei Freunden setzte sie immer eine Maske auf. Dann spielte sie die Intelektuelle, die Akademikerin, war ein wenig herablassend und hatte immer ein paar medizische Fachausdrücke oder Zitate von berühmten Philosophen auf Lager.

Und genau um diese Masken geht es im Film.
Es treffen sich zwei Ehepaare um über den Streit ihrer beiden Kinder zu reden.
Jodie Foster z.B.hat in ihrer Rolle ein bestimmtes Bild von sich. Dieses Bild muß aufrechterhalten bleiben. So legt sie z.B. einen Kunstkatalog direkt in Sichtweite auf den Esszimmertisch. Damit beeindruckt sie natürlich. Eine Dame, die sich mit Kunst auskennt. Dazu erwähnt sie rein zufällig, dass sie in Buch über Afrika schreibt. Als dann das Essen serviert wird, werden Jodies Kochkünste gelobt und sie als "Gourmet-Köchin" bezeichnet. Damit wird dem Ego Nahrung gegeben. Das Bild was sie von sich selbst hat wird gestärkt. Alle Beteiligten zeigen ein perfektes Benehmen.
Doch iet diese Fassade sehr brüchig.
Unter Alkohol und Wut nehmen alle Beiteiligten ihre kulivierten Masken ab und werden zum Gott des Gemtzels.
Das Ego des Gegenübers, dem man noch zuvor noch Nahrung gegeben hat, wird nun demontiert.

Ein sehr interessanter und anspruchsvoller Film über das Ego, über das Bild was man von sich selbst hat, wie verletzlich das Ego ist und wie schnell man diese Maske ablegen kann und sein wahres Selbst zeigt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hamster als leider unnachahmliches Vorbild, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
Für mich hat der Film nur einen einzigen Mangel: er ist zu kurz.

Als ich am Ende den friedlich vor sich hin mümmelnden Hamster im Park sah, dessen Aussetzung als einer der Nebenkriegsschauplätze dieses Gesinnungsabgleichs zweier Frauen und Männer herhielt, war für mich gefühlt erst eine Viertelstunde vergangen und ich hätte mich gefreut, wenn es ohne Knopfdruck von mir gleich noch mal von Vorne los gegangen wäre.
Denn diese Verbalakrobatik und mimische sowie gestische Höchstleistung habe ich mir gleich 2 Male hintereinander zu Gemüte geführt.

Aber Kammerstücke sind eben keine Serien, und dürfen natürlich auch nicht dazu verkommen.

Genial, dieses Schlussbild, denn der Hamster, der diesem menschlichen Kammerstück entkommen war, hatte offensichtlich einen glücklichen Tag: in der Luft herum schnuppernd einfach nur SEIN, statt denkend und redend - und damit wohl naturbedingt gleich streitend, sobald mensch das sichere Gefilde des Smalltalks verlässt- Zeit und Energie zu vergeuden.

Die vier Protagonisten - absolute Starbesetzung, einfach brillant- dagegen waren sich am Ende nur über eines klar geworden : dass dieser Tag der unglücklichste in ihrem Leben sei.

Wobei mir eine Anmerkung von Andre Heller einfiel : "Ehe Du das Datum beachtest, wisse, dass jedes das schwierigste ist."

Wir um idealisierte Selbstbildnisse bemühten Menschen, unsere Kommunikationsversuche, die schon dann meist scheitern, wenn noch kein Konflikt zur Lösung ansteht; und unser Frust über die wohl Tatsache, dass jeder jeden mehr verärgert als beglückt, uns ist nicht recht zu helfen.
Bei fehlender Gelassenheit oder gar Humor muss eben der Alkohol her.

Auch hier führt guter Wille und diplomatisches Geschick stets zu mehr Festgefahrenheit als wenn einer sich mal hinreißen lässt- motzt oder kotzt- und wird in den Momenten dieser maskenlosen "Wahrheit" dann wenigstens mal gelacht, oder zumindest humorvoll gegrinst.
Und mal kurz "losgelassen".

Genial finde ich auch den gezeigten Wechsel der Bündnisse : angetreten als Paar gegen Paar - angeblich als vier Elternteile zum Wohl und besseren Verständnis von jeweils einem Sohn - bald der vorhersehbare und situationsbedingte Verbund der beiden Frauen gegen die beiden Männer, die sich über ihr fehlendes Bedürfnis, ein Gutmensch sein zu wollen, miteinander solidarisieren.
Und damit ihre beiden Ehefrauen, die dieses Bedürfnis nicht aufgeben wollen, immer mal wieder zum Schulterschluss gegen sich veranlassen.
Und wieder zurück, sobald das eigentliche Thema, nämlich der Anfall von Gewalttätigkeit bei einem Sohn - oder doch bei beiden Söhnen ?! - wieder auf den Tisch kommt.

Der Supergau, mit dem man fast rechnet: dass sich der falsche Mann mit der falschen Frau solidarisiert hätte- die Katastrophe des Partnertausches als Ergebnis- wird gerade noch so eben umschifft.

Herrlich auch die Inszenierung der neuen weiblichen Eifersucht: nicht auf andere Frauen, sondern auf Handys als dem größten Räuber in Sachen Zuwendung und machtvollsten Killer des : "Wir müssen mal in Ruhe über all das sprechen."

Einfach klasse, dieses zu kurze Filmchen.
Es lebe das Kammerstück.

Auch von mir eine klare Kaufempfehlung.
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121 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verbal Essences, 2. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
(Kinoversion)

Roman Polanski hat mit "Der Gott des Gemetzels" sozusagen eine ernste, teilweise bitterböse Variante eines typischen Woody Allen-Films gedreht. Wie bei Allen, sind in diesem Film eigentlich die Worte die Hauptdarsteller, wobei natürlich auf einen ausgezeichneten Cast nicht verzichtet wurde. Und wo Allen zwinkernd und schmunzelnd eher seichte menschliche Abgründe bloßlegt, geht Polanski in die Vollen und reißt den Beteiligten mit sprachgewandter Macht die Masken der political correctness vom Gesicht und entblößt menschliche Schwächen, Vorurteile, Neid und Boshaftigkeiten. Und dank des ausgezeichneten Drehbuchs von Yasmina Reza, die hier ihr eigenes Theaterstück filmgerecht umgeschrieben hat und einem Cast, der darstellerisch zur Höchstform aufläuft, ist aus "Der Gott des Gemetzels" eine fulminante Wortschlacht geworden, die gerne mit "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" verglichen werden darf. Und das Ganze in sehr runden, intensiven und kurzweiligen 79 Minuten.

Der 11jährige Zachary (Elvis Polanski) haut dem gleichaltrigen Ethan (Eliot Berger) eins auf die Omme, dieser trägt eine blutige Lippe und knapp zwei ausgeschlagene Zähne davon. Grund genug für die Eltern der beiden Rotzlöffel, sich zu treffen und die Situation wie Erwachsene zu klären. Dies geht allerdings gründlich nach hinten los, da die Eltern von Zachary, Nancy (Kate Winslet, "Titanic") und Alan Cowan (Christoph Waltz, "Inglorious Basterds") und Ethan, Penelope (Jodie Foster, "Das Schweigen der Lämmer") und Michael Longstreet (John C. Reilly, "Stiefbrüder") sich von Anfang an unsympathisch sind und die mühsam aufrecht erhaltene Fassade aus Höflichkeit und Einvernehmen im Verlauf des Gespräches mehr und mehr zu bröckeln beginnt. Am Ende dieses Treffens bleiben vier erschöpfte, bloßgestellte und desillusionierte Streithammel zurück, deren Verhältnis so kurz wie unwiederbringlich zerstört ist, während Zachary und Ethan längst wieder einträchtig miteinander spielen. Tja, so kann's kommen, wenn Erwachsene sich wie kleine Kinder aufführen, den Streit aber mit der rhetorischen Wucht kriegerischer Diktatoren führen.

Neben dem exzellenten Drehbuch, welches auf dem gleichnamigen Theaterstück von 2006 basiert, steht und fällt ein Film, der nur an einer Location spielt und somit keine Möglichkeiten für großartige Kameraexperimente bietet, natürlich mit seinen Protagonisten. Und hier hat Polanski richtig groß aufgefahren. Drei seiner vier Hauptdarsteller sind Oscarpreisträger und auch der vierte im Bunde, John C. Reilly, zeigt, dass er wesentlich mehr kann, als in albernen Komödien den Deppen zu spielen.

Kate Winslet als Nancy variiert ihren Charakter wunderbar zwischen höflich-reserviert und emotional völlig aus dem Ruder laufend, nachdem sie ein paar Drinks gekippt hat. Je mehr Strähnen sich aus ihrem sauber gesteckten Dutt lösen, umso befreiter agiert sie. Spätestens, nachdem sie sich die Nachspeise der Longstreets noch mal durch den Kopf hat gehen lassen, bröckelt die Fassade der akkuraten, beherrschten Investmentmaklerin und weicht einer aufgebrachten, ironischen, aber auch sehr frustrierten Frau.

John C. Reilly als Michael gibt hier anfangs sehr überzeugend den Streitschlichter und personifizierten Gutmenschen, der alles schnell und reibungslos wieder ins Lot bringen will und Auseinandersetzungen hasst. Je mehr er aber im Verlauf der Geschichte in die Enge getrieben wird, und das auch von seiner Frau, desto mehr zeigt sich, was passieren kann, wenn man Menschen zu sehr reizt und ihre Grenzen nicht respektiert. Fast möchte man applaudieren, wenn dieser an sich nette, zurückhaltende Kerl dann endlich mal ausflippt und verbal um sich schlägt.

Jodie Foster ist schon so lange im Geschäft, dass es ihr mühelos gelingt, nahezu jede Rolle überzeugend zu verkörpern. Und auch hier spielt sie wieder hervorragend auf, allerdings gibt es eine Handvoll Szenen, in denen selbst Foster den darstellerischen Bogen etwas überspannt und knapp am Overacting vorbeischrammt. Ab und an ist ihre Miene zu gewollt verkniffen, reagiert sie zu heftig auf noch relativ harmlose Äußerungen und steigert sich zu übertrieben in ihren Gerechtigkeitswahn. Davon abgesehen jedoch ist ihre Penelope eine moralisch überkorrekte, gerechtigkeitsliebende, mit ihrem Leben unzufriedene Frau, die für ihre geplatzten Träume insgeheim ihren Mann verantwortlich macht. Ihre verkrampfte Verspanntheit macht erst nach ein paar Whiskeys einer feurigen Wut Platz, die wie ein Tornado über Michael und auch die Cowans hinwegfegt.

Und obwohl hier alle Schauspieler gleich viel Screentime haben und hervorragend spielen, muss man doch einmal mehr Christoph Waltz' großartiger Performance Respekt zollen, der seinen Alan so wunderbar fein nuancieren kann, ihm so viele witzige, sarkastische, verwunderte, erschöpfte und intensive Abstufungen entlocken kann, dass man sich an seinem Spiel gar nicht satt sehen kann. Ständig mit seiner Kanzlei telefonierend und zu Beginn eigentlich nur körperlich anwesend, bringt sich Alan nach und nach immer mehr in die Streitereien, die sich entwickeln, ein, wobei er auch hier erst einmal emotionale Distanz walten lässt. Irgendwann ist aber auch bei ihm das Maß voll und er beginnt, sehr pointiert und gezielt auszuteilen. Sein Spiel ist besonders ambivalent, besonders amüsant und noch mal, so fein ausgearbeitet, dass man rein darstellerisch von ihm am meisten geboten bekommt und sich vor diesem Ausnahmetalent nur verneigen kann.

Roman Polanski ist hier ein großartiges Stück Schauspielkino gelungen, dass seine Theaterherkunft nie verleugnet, aber dennoch seine eigene, cineastische Dynamik entwickelt und bestmöglich entfalten kann. Besonders der Storyaufbau, die Wandlung der zivilisierten Eltern zu zanksüchtigen Verbalakrobaten, die keine Rücksicht auf Verluste mehr nehmen und jegliche Hemmungen fallen lassen, ist fantastisch. Zum Spannungsbogen trägt ebenfalls die Bildung neuer Allianzen bei, so dass man stets gespannt ist, wer sich als nächstes mit wem verbünden wird oder dem anderen in den Rücken fällt. Fast schon ist es schade, dass der Film nur 79 Minuten lang ist, denn wenn die Protagonisten erstmal richtig warmgelaufen sind, hätte man ihnen noch viel länger zuschauen können. Wer sich also für Filme, die nur an einem Ort spielen, für sprachlich hochwertige Dialoge und ganz hervorragende Darsteller, die die ganze Palette ihres Könnens abrufen, begeistern kann, der sollte sich schleunigst "Der Gott des Gemetzels" ansehen. Volle fünf von fünf verbalen Speerspitzen, die ihr Ziel punktgenau treffen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Urban gezügelte Kämpfernaturen, 14. Juli 2013
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
Zwei Elternpaare treffen sich im Zuhause der einen, weil ihre Söhne einen handfesten Streit hatten und der eine dem anderen dabei zwei Zähne ausgeschlagen hat. Man ist bestrebt, die Sache zivilisiert und möglichst schnell zu bereinigen. Doch die Ansichten, wie das zu bewerkstelligen sei, gehen auseinander. Zunächst verhält man sich noch höflich und zurückhaltend, bald und dann rasch zunehmend bröckelt jedoch die Fassade der Konventionen ab. Man verlässt den Weg der bürgerliche Zurückhaltung und Kultiviertheit und zeigt das versteckte, verzerrte Gesicht hinter der Maske....

Roman Polanski nimmt vier Weltklasse-Schauspieler und lässt sie in nur gut 70 Minuten in einer begrenzten Wohnung in New York agieren. Das Werk ist natürlich unglaublich dialog-lastig, in der Art, dass man Woody Allen schon hinter dem Schrank hervorzutreten ahnt. Ich kam kaum aus dem Staunen heraus und war begeistert, dass dann doch mal wieder eine cineastische Überraschung gelingt. Am besten haben mir persönlich übrigens Christoph Waltz und Jodie Foster gefallen.

Extras: über eine halbe Stunde Interviews mit den 4 Darstellern, natürlich auf Englisch; außerdem Darstellerinformationen (als Text) und Trailer

Fazit: Aus seine Art ein kleines Meisterwerk.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film, ein Raum, eine Explosion der Emotionen, 11. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
Über die Frage, ob der Film "Der Gott des Gemetzels" gut sei, lässt sich wohl streiten. Letztendlich kommt es darauf an, was man erwartet. Dass der Titel (übrigens ein Zitat aus dem Film selbst) alles andere als vielsagend ist und nicht (direkt) das widergibt, was sich der geneigte Zuschauer im ersten Moment denkt, sollte einem klar sein.

Der Film, der das namensgebende Theaterstück als Vorlage hat, spielt ganz klassisch an einem Ort, innerhalb von einem Tag und mit vier Protagonisten. Und diese vier haben es alle in sich; allen voran Christoph Waltz mit seiner mehr als trockenen Art. "Der Gott des Gemetzels" zeigt dabei sehr gut auf, welche Abgründe sich manchmal in uns Menschen auftun können und wie aus einer einer Mücke (oder einer Prügelei unter Kindern) eine nukleare Katastrophe werden kann.

Wer sich auf dieses psychologische Spiel einlassen kann, der wird mit dem Film seine wahre Freude haben. Wer jedoch mehr auf durchgehend lustige oder actionreiche Kost steht, die man nebenbei an einem Abend laufen lassen kann, z.B. wenn man sich noch Freunde zu Besuch hat mit denen man sich nebenbei unterhält, dann sollte man eher auf andere Filme zurückgreifen, denn dieser Film bedarf die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer.

Grandiose Schauspieler, grandiose Handlung und ein Humor, der teils ins ziemlich Böse übergeht. Jedenfalls ganz mein Geschmack ;)
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32 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo "Ich" ist, ist "Es" nicht weit (frei nach Freud), 30. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
Es gibt hier schon einige sehr gute Rezensionen, denen ich nichts hinzufügen müsste, aber auch ich möchte diesem kleinen Meisterwerk gerne meine 5 Sterne zukommen lassen. :-) Filme wie diese, die sich derartig "reduziert" auf zentrale Aspekte wie eine gute Textvorlage, eine passende Inszenierung und vor allem hervorragende Schauspielkunst verlassen, findet man in heutiger Zeit nicht mehr so häufig. Angesichts einer gewissen Gewöhnung an Raum- und Zeitreisen, einer bombastischen Bilderflut und Mengen an "Special Effects" fällt es schwer sich vorzustellen, dass das vorliegende Konzept überhaupt (noch) funktioniert. Ich denke, dass es nicht schaden kann, vorher zu wissen, worauf man sich einlässt. Mit seinem eng gefassten Fokus und seiner "Sprachlastigkeit" stellt "Der Gott des Gemetzels" gewiss eine Herausforderung für so manche Sehgewohnheiten dar (zumal der Titel auch leicht falsche Erwartungen provozieren könnte ;-)). Ich für meinen Teil fühlte mich wie in einem fesselnden Theaterstück, in dem ich dichter dran war als in der ersten Reihe. Ich war immer wieder überrascht, wie mühelos es gelang, die Sache im Fluss zu halten und habe mich bei dieser kleinen Reise in die Niederungen menschlicher Kommunikationsfähigkeit und Verstrickungen der Beziehungen keine Sekunde gelangweilt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Toll gespielt, aber in der zweiten Hälfte etwas nervig, 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels (DVD)
In "Der Gott des Gemetzels" spielen nur vier Schauspieler mit - aber was für welche! Foster, Winslet, Waltz und Reilly sind wirklich großartig in ihren Rollen.

Die Idee hinter dem Film ist ziemlich gut (und gar nicht mal so unrealistisch): Als ein 11-Jähriger einem Gleichaltrigen im Streit zwei Zähne ausschlägt, treffen sich die Eltern, um über das (Versicherungs-) Problem zu reden. Das erst friedliche Gespräch gleitet aber schnell in Grundsatzdiskussionen über alles Mögliche ab, denn die beteiligten Eltern sind grundverschieden. Waltz und Winslet geben das Yuppie-Paar (besonders Waltz als dauertelefonierender Anwalt ist toll!), Foster und O'Reilly die kunstliebenden, liberalen (Möchtegern-) Intellektuellen mit sozialem Gewissen.

Die erste Hälfte des Films hat mir sehr gut gefallen, weil die Geschichte so bitterböse und gleichzeitig nah an der Wirklichkeit war.

Leider wurde es mir nach einer Zeit ein bißchen zu viel. Irgendwann beginnen die vier in der ohnehin schon so aufgeheizten Stimmung auch noch Alkohol zu trinken, was erwartungsgemäß dazu führt, daß die Schranken ganz fallen und der Streit bei einigen in betrunkenes Gekreische ausartet. Das fand ich dann eher nervig und hat mich weniger an eine Satire und mehr an eine alberne Slapstick-Komödie erinnert.

Deshalb: Erste Hälfte top, zweite Hälfte eher anstrengend.

Die Extras auf der DVD sind übrigens alles andere als aufregend: Interviews mit den vier Hauptdarstellern, eine Liste mit ihren jeweiligen Filmen und Kinotrailer.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selten so gelacht!, 12. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels [Blu-ray] (Blu-ray)
Was passiert, wenn man vier erwachsene Menschen gewissermaßen unter Hausarrest stellt und sie solange in einer Wohnung einsperrt, bis sie sich in allen strittigen Punkten, die zwischen ihnen existieren, auf sittliche Weise geeinigt haben? Sie wüten, sie geifern, sie zetern und schreien. Und falls der Regisseur nicht gut auf sie aufpasst, springen sie sich noch mit Anlauf gegenseitig an die Gurgel und drehen sich mit hasserfülltem Gesichtsausdruck den Hals um! In seiner rabenschwarzen Adaption von Yasmina Rezas kammerspielartigem Theaterstück porträtiert Roman Polanski zwei Ehepaare, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite sind da die Longstreets, normale Durchschnittsbürger aus der New Yorker Mittelschicht. Michael betreibt ein Haushaltswarengeschäft und ekelt sich vor Hamstern. Seine Frau Penelope, eine Schriftstellerin, versucht derweil mit einem Buch über Afrika die Welt zu retten (und vielleicht auch ein bisschen sich selbst). Dem Sohn der beiden wurden neulich beim Spielen im Park von einem anderen Jungen die Schneidezähne ausgeschlagen, weswegen nun die Nerven der Erziehungsberechtigten blank liegen. Die Cowans, die Eltern des Delinquenten, statten den Longstreets gerade einen Besuch ab, um einmütig den Tathergang zu protokollieren und die Sache wie zivilisierte Menschen zu klären. Alan vertritt als Rechtsanwalt die Interessen eines Pharmakonzerns, Nancy ist Investmentbankerin, was beizeiten tiefe Ressentiments in Penelope schürt. Zumal sich ihre Vorurteile auch alle zu bestätigen scheinen: War es nicht auch der Sohn der Cowans, der bei der letzten Schulaufführung an Weihnachten ausgerechnet den rücksichtslosen Ebenezer Scrooge zum Besten gab? Mit eben dieser besonders grotesken Form von klischeebeladener Küchenpsychologie glaubt sie den Versöhnungswillen der gegnerischen Partei als halbherzige Beschwichtigungen zu entlarven. So beginnt es allmählich innerlich in ihr zu brodeln. Nach einem netten Kaffeekränzchen, das trotz der überbetonten Freundlichkeit nicht gerade zur Beruhigung beiträgt, nehmen die Vorwürfe an Heftigkeit zu. Die Cowans scheinen keine Einsicht zu zeigen, weswegen Penelope sich nun genötigt sieht, mit einem erzieherischen Auftrag militant ins Feld zu ziehen, erst etwas subtiler, später dann schon rustikaler, wobei sie jede Verhältnismäßigkeit verliert. Insbesondere der vollkommen desinteressierte Alan, der es nicht nur meisterlich versteht, mit versteckten Gemeinheiten zu provozieren, sondern sich auch permanent mit einem klingelnden Handy etwas despektierlich aus der Diskussionsrunde verabschiedet, treibt der verbissenen Penelope die Zornesröte ins Gesicht. Was folgt, ist ein einzigartiges verbales Hauen und Stechen, bei dem sich die Beteiligten mit äußerst gehässigen Spitzen nach allen Regeln der Kunst gegenseitig psychisch zerfleischen.

Ich denke, das Problem von Penelope besteht darin, dass sie sich von diesen beiden oberflächlichen Snobs in ihrem pädagogisch ehrgeizigen Elterngetue einfach nicht ernst genommen fühlt, weswegen ihre Erregung in einen völlig übertriebenen Echauffierfluss ausartet. Eine Rolle spielt dabei sicher auch der Minderwertigkeitskomplex, den sie empfindet, gepaart mit der vermeintlich kultivierten Überlegenheit, die sie glaubt, als Bonus auf ihrer Seite verbuchen zu können. Sie mag zwar äußerst unsympathisch erscheinen (weil sie sich auch sehr wichtig nimmt), sie ist allerdings die mit Abstand interessanteste Figur auf diesem Schlachtfeld, da sie auf eine ganz unterschwellige Art und Weise versucht, die Cowans in eine Schuld zu verstricken. Im Prinzip ist Penelope die eigentliche Triebfeder, die diesem Konflikt eine sehr spezielle Dynamik gibt. Zumal sie ihre Opfer auch nicht mehr aus der Wohnung lässt. Ständig schiebt sie mit frohgemutem Beistand ihres trotteligen Gatten einen Grund vor, der es den um Höflichkeit bemühten Cowans unmöglich macht, endlich zu gehen. Mich erinnert Penelope in etwas abgemilderter Form an zwei andere Polanski-Figuren. Zum einen an die penetrante Nachbarin aus "Rosemary's Baby", die ebenfalls hinter ihrer freundlichen Fassade zwielichtige Absichten verborgen hält. Mit dem Unterschied, dass Penelope mit jeder weiteren Minute ein Stückchen mehr die Maske vom Gesicht rutscht, bis sie endgültig in die Rolle der selbstgerechten Großinquisitorin verfällt, die mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten systematisch eine Mücke zu einem Elefanten aufbauscht und kaum noch ihren Drang zu unterdrücken vermag, den Cowans unbedingt eine Lektion zu erteilen. Dabei geht sie dermaßen neurotisch vor, dass sie andererseits in ihrem paranoid anmutenden Verhalten auch leichte Züge von Carol aus "Ekel" offenbart. Wobei es wieder einmal typisch für Polanskis Frauenfiguren ist, dass Nancy und Penelope von ihren Männern nicht nur vollkommen im Stich gelassen werden, sondern diese sich auf eine etwas chauvinistische Art und unter Abtötung jeglichen Schamgefühls sogar noch gegen sie stellen, um in einem zwischenzeitlich initiierten Geschlechterkampf endlich einmal all diejenigen Dinge zur Sprache zu bringen, die sich im Laufe der Ehejahre im Inneren angestaut haben.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich Polanskis Publikum mehrheitlich aus weiblichen Zuschauern speist, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass er die Frauenfiguren in fast jedem seiner Filme als gefallene Engel bebildert. Nancy und Penelope sind emotional frustriert, die eine ein bisschen mehr, die andere ein bisschen weniger. Schuld daran sind zu einem nicht unerheblichen Teil die beiden Göttergatten, wovon der eine (Alan) ein egomanischer Karrierist ist, der kein Interesse an seiner Familie zeigt, und der andere (Michael) ein stumpfsinniger Pantoffelheld, der die blasierte Intellektuelle (Penelope) mit seinen provinziellen Bauernweisheiten auf sein primitives Macho-Niveau herunterzieht. Anfangs ist Michael noch darum bemüht, die Wogen zu glätten, später schießt er wild mit Plattitüden um sich, während Alan genüsslich weiteres Öl ins Feuer gießt und raffiniert süffisante Bemerkungen lanciert, wohl wissend, dass der verbale Sprengstoff jederzeit im gegnerischen Lager explodieren kann und dort für hellen Aufruhr sorgt. Der Streit der beiden Kinder ist dann längst zur Staffage verkommen. Am Ende geht es hier nur noch einzig und alleine darum, Vorurteile und Animositäten zu pflegen, die eigene Integrität zu wahren, verletzte Eitelkeiten zu vergelten und dem Feind die persönliche Abneigung in mehr oder weniger deutlicher Form zu übermitteln. Bis die Risse in der Fassade des bürgerlichen Scheins so groß geworden sind, dass in diesem burlesken Seelenstriptease die gescheiterten Lebensentwürfe offen zutage treten. Man kann den "Gott des Gemetzels" sowohl als Drama als auch als Komödie sehen, weil der Film durch einen äußerst zynischen Dialogwitz und clever gesetzte Slapstickeinlagen glänzt. Die etwas klischeehafte Figurenkonstellation wird durch die großartigen Schauspieler (Foster, Reilly, Winslet, Waltz) locker kompensiert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Kammerstück, aufs Minimum beschränkt und perfekt, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels [Blu-ray] (Blu-ray)
nicht mehr als der Versuch eines klärenden Gesprächs von zwei Ehepaaren wegen der Schlägerei ihrer Kinder. Was als normales Gspräch unter Zvilisierten beginnt, entwickelt sich mehr und mehr in eine völlig andere Richtung, um nicht gleich vom allmählichen Rückschritt zum Urmenschen zu sprechen. Dieser Film lebt von den gerade zu überragenden Darstellugen von vier der besten Darsteller der Gegenwart, die mit Ihren Mimiken, Gestiken und Worten eine höchst amüsierende Atmosphäre schaffen. Fans der klassischen Komödie sollten hier vielleicht eher Abstand halten, sie wären ggfs. enttäuscht, wenn sie mit Erwartungen wie an Filme mit Adam Sandler oder Steve Martin und Co. herangehen. Freunde des Nichtmainstreams, die sich mit einer langsam entartenden Konversation zwischen 4 Menschen anfreunden können, werden hingegen sicher begheistert sein. Quali Blu-ray sehr gut, wobei IMO hier nicht wirklich sehr wichtig, insbes. der Ton.
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5.0 von 5 Sternen Polanski at his best!, 22. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Gott des Gemetzels [Blu-ray] (Blu-ray)
Im Prolog sieht man in einer seltsamen statischen Einstellung von weitem zwei Kinder im Brooklyn Bridge Park miteinander streiten und der eine hat den anderen daraufhin mit einem Ast.

Der Zuschauer erfährt daraufhin im nächsten Cut, dass der Schläger mit dem Ast dem Jungen zwei Zähne herausgeschlagen hat. Die Mutter Penelope Longstreet (Jodie Foster) hält dies am Computer fest. Die Eltern des Opfers haben die Eltern des Schlägers eingeladen um sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Obwohl man bereits fühlt, dass sich beide Elternpaare nicht grün sind, geben sie sich höflich und vermittelnd. Penelopes Mann Michael (John C. Reilly) macht gute Miene zu bösem Spiel und gibt sich betont freundlich. Er erzählt hier und da einen Schwank aus seiner Jugend und sucht sein Heil in Small Talk.

Bereits beruflich sind beide Elternpaare unterschiedlicher wie sie nicht sein können. Penelope arbeitet in einem Buchladen und hat ein Buch über Afrika mitgeschrieben. Ihr Mann ist Haushaltswarenhändler. Demgegenüber steht Nancy Cowan (Kate Winslet), die Investmentberaterin ist. Deren Mann Alan (Christoph Waltz) ist Rechtsanwalt. Er verteidigt derzeit einen Pharmakonzern, die ein Mittel vertreiben, das der Patient nicht unbedingt verträgt.

Die Prioritäten sind ebenfalls unterschiedlich. Alan ist von dem ganzen Theater nur angenervt. Er versteht nicht, weshalb er überhaupt da sein muss. Seinem Sohn begegnet er mit Desinteresse und bezeichnet ihn als Wahnsinnigen. Nancy will eine gute Mutter sein, fühlt sich aber überfordert. Auch die Ehe zu Alan kriselt, der es nicht lassen kann unentwegt dienstliche Telefonate mit seinem Smartphone zu führen und die Gesprächsatmosphäre damit aufheizt. Penelope hat eine vollkommene Sichtweise der Political Correctness und will alle dazu bekehren, ihre Sicht als einzig richtige zu vermitteln. Ihr Mann hingegen scheint zunächst keine eigene Meinung zu haben, übertüncht er alles mit Witzen und Belanglosigkeiten. Schließlich kommt es zum Eklat, als er erzählt, dass er den Hamster der Tochter ausgesetzt hat. Er könnte das Tier nicht anfassen und mag diese Nager nicht und hat daher den Käfig unten einfach umgestülpt. Als seine Frau davon erfahren hat, war er fort. Nancy ist schockiert und das Gespräch entwickelt sich in eine unangenehme Richtung.

Als die Atmosphäre weiter aufkocht, erbricht sie sich über die seltenen Kataloge von Penelope und die Hose ihres Gatten. Man findet den richtigen Zeitpunkt zum Gehen nicht und versucht ständig zu vermitteln bis Alkohol und Vorwürfe alle Hemmungen fallen lassen. So kommen Verletzungen und Beleidigungen ans Tageslicht, die durch gesellschaftliche Restriktionen und selbst auferlegten Moralvorstellungen lange zurückgehalten wurden. Michael erweist sich als nihilistisches Ekel, dem alles vollkommen egal ist. Allianzen werden geschmiedet und so verbünden sich die Männer zeitweise gegen die Frauen und umgekehrt. Innerhalb der Ehen gibt es Krisen, die jetzt aufbrechen. Die vier sind gefangen in einer immer angeheizteren Atmosphäre, die sich entlädt...

Der Film zeit menschliche Schwächen und Emotionen, die zurückgehalten werden und bei denen es nur eine Kleinigkeit bedarf, bis sie ans Tageslicht treten. Dabei führen sich die Erwachsenen nicht anders als ihre Kinder auf, die sich eins auf die Mütze gegeben haben, die aber ihrerseits einem strengen moralischen und gesellschaftlichen Reglement folgend versuchen, miteinander auszukommen, wo nicht miteinander auszukommen werden kann. Dabei werden Nuancen in Gesichtszügen zu wahren Emotionsfeuerwerken.

Das Kammerspiel ist recht kurzweilig und spielt fast ausschließlich im Wohnzimmer bzw. in der Wohnung (kurzzeitig im Flur vor der Wohnung oder mal im Badezimmer) der Longstreets. Dabei tragen die vier Charaktere ihre Vendettas miteinander auf bitterböse Art und Weise aus, die so gut wie jedem Zuschauer irgendwie, irgendwo und irgendwann bekannt vorkommen dürften.
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Der Gott des Gemetzels
Der Gott des Gemetzels von Roman Polanski (DVD - 2012)
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