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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker spielt Klassiker: Klasse!
Franz Schubert war der letzte große Komponist, der ausgiebig Klaviersonaten schrieb. Dabei ließ er allerdings etliche unvollendet. Sein Bestreben ging eher dahin, vorüber gehende, momentane Empfindungen zu Papier zu bringen. Ein kurzes Charakterstück, das Impromptu, schien ihm dafür am geeignetsten. Er folgte damit einer Kompositionsrichtung,...
Veröffentlicht am 13. August 2010 von Andre Arnold

versus
7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen kalt - hart - trocken - technisch
Meine Enttäuschung ist groß - sowohl interpretatorisch als auch klanglich. Brendel spielt sehr technisch, hart, kalt und trocken. Als ob Schubert ein Preuße gewesen wäre - und nicht ein Wiener. (Ist symbolisch gemeint - allfällige norddeutsche Leser mögen mir lächelnd verzeihen.) Mir fehlt da jedes Gefühl. Hier wird Schubert nicht...
Veröffentlicht am 14. November 2011 von Jack-in-the-Green


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker spielt Klassiker: Klasse!, 13. August 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Franz Schubert war der letzte große Komponist, der ausgiebig Klaviersonaten schrieb. Dabei ließ er allerdings etliche unvollendet. Sein Bestreben ging eher dahin, vorüber gehende, momentane Empfindungen zu Papier zu bringen. Ein kurzes Charakterstück, das Impromptu, schien ihm dafür am geeignetsten. Er folgte damit einer Kompositionsrichtung, die von Ludwig van Beethoven mit zahlreichen Bagatellen, Variationszyklen und Klavierstücken begründet worden war und die ihren Höhepunkt mit Frédéric Chopin, Franz Liszt und anderen erleben sollte.
Die Stücke sind dabei aber nicht leicht und schnell vergessen, sondern bedeuten durchaus eine tiefere Beschäftigung mit motivischem Material. Nicht umsonst zählen die schubertschen Impromptus heute zu den Repertoireklassikern fast eines jeden klassischen Pianisten.

Schon bevor er seinen ersten Zyklus von Impromptus komponiert hatte, beschäftigte sich der Komponist mit der kleinen Form, dem intimen Charakterstück. Seine sechs Moments musicaux D 780 legen Zeugnis über diese Beschäftigung ab. Vier der sechs Stücke sind in den Paralleltonarten As Dur oder f moll gehalten. Die beiden As Dur Kompositionen sind voller Liebreiz und Güte, wobei gewiss zwischen den Zeilen viel Verbitterung erkannt werden könnte. Die kurzen beiden f moll Kompositionen hingegen brausen ohne Gnade und erbarmungslos dahin. Das C Dur Moderato ist sanft und pittoresk. Düsterer Charme zeichnet hingegen das cis moll Moment aus.

Den ersten Zyklus von vier Impromptus komponierte Schubert mit D 899. Die Stücke sind zart und beschwingt. Tiefste Trauer wohnt dem ersten und längsten, dem c moll Impromptu inne. Dahingegen zeigen sich das in Es und As Dur eher freundlich ohne größeren Tiefsinn, dafür voller Einfall und harmonischer Vielfalt. Das Ges Dur Impromptu ist hier gewiss das beste, denn obwohl es eingangs auch harmlos und gefällig wirkt, so offenbart es doch beizeiten tiefe Abgründe und üppige Mollpassagen.

Der Tonfall schubertscher Klavierstücke hat häufig ein verklärendes Element zueigen. Da wundert es nicht, dass drei der vier Impromptus aus D 935 in einer der beiden verklärenden Paralleltonarten As Dur oder f moll stehen. Das As Dur Impromptu ist von lieblichem, fast verzagtem Tonfall, wohingegen die beiden f moll Impromptus unterschiedlicher kaum sein könnten: Während das erste sanft perlend und in gewisser Weise resigniert wirkt, so gebart sich das zweite als wild und ungestüm, schicksalsschwer. Das umfangreichste Stück dieses Zyklus' ist das Werk in B Dur, dessen gutmütige Stimmung oft ins Trostlose abgleitet.

Die drei Klavierstücke aus D 946 werden ebenfalls als Impromptus klassifiziert. Die ersten beiden Stücke in es moll beziehungsweise Es Dur ähneln sich in ihrer Anlage: Ein leidenschaftlicher, tief empfundener Mittelteil wird gesäumt von zwei leichteren, unverbindlicheren Episoden. Das C Dur Stück hingegen beschränkt sich wiederum auf einen musikalischen Kerngedanken und verzichtet dabei weitest gehend auf Dynamik.

Zeit seines Lebens befasste sich Schubert mit Tanzformen, die er nur allzu gern zu Charakterstücken verarbeitete. In D 783 und D 790 komponierte er einen lockeren Reigen von 16 beziehungsweise zwölf Deutschen Tänzen. Mit den Allemandes von Johann Sebastian Bach haben die freilich nicht viel zu tun. Sie beweisen Schuberts Fertigkeit zu mannigfachen Variationen und seine Fähigkeit, Stimmungswechsel nuancenreich umzusetzen.

Alfred Brendel ist der Meister am Klavier. Ausdrucksintensiv, leidenschaftlich und mit tiefem Verständnis bietet er diese Perlen dar. Sein Anschlag ist lyrisch, aber zugleich zupackend, wodurch er sein Spiel fein nuancieren und scharf akzentuieren kann. Insbesondere den Moments musicaux schenkt er viel Zeit und die drei Klavierstücke aus D 946 habe ich noch nie einfühlsamer gespielt gehört. Aufgrund ihres Alters - Anfang der 70er - kommt die Aufnahme nicht ganz ohne Bandrauschen aus. Das Klavierspiel allerdings ist klar und rauschfrei.

Fazit: Alfred Brendel beweist auch hier, dass er einer der wenigen Interpreten klassischer Musik ist, dessen Einspielungen zumindest immer sehr gut sind. Diese hier ist die Referenz.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schön, 18. Juni 2003
Von Ein Kunde
herrlich... einfach herrlich. da alfred brendel für mich zum besten pianisten des 20.jhdts gehört, ist diese cd für mich natürlich erste wahl, wenn es um schubertfantasien geht. brendel interpretiert die stücke genauso, wie schubert es wohl gern gehabt hätte. die kompositionen selbst sind wunderschön. herrliche modulationen, wohl typisch für schubert, zusammen mit schönen, manchmal kräftigen, manchmal lieblichen klängen sind charakteristisch für schubert und treten bei den impromptus und moments musiceaux besonders zu tage. scharfer kontrast zeigt schubert in den beiden f-moll-musiceaux, denn unterschiedlicher können sie kaum sein, das erste fängt eher lieblich und melodiös an, das zweite in f-moll scharf, im fortissimo und mitreißend. doch den schärfsten kontrast zeigte schubert im cis-moll musiceaux, wenn die tonart, als überleitung nur eine pause, plötzlich in eine andere stimmung wechselt, nämlich in as-dur. das alles bringt brendel einfach super rüber und genau deswegen ist er für mich der beste pianist des 20.jhdts.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen kalt - hart - trocken - technisch, 14. November 2011
Von 
Meine Enttäuschung ist groß - sowohl interpretatorisch als auch klanglich. Brendel spielt sehr technisch, hart, kalt und trocken. Als ob Schubert ein Preuße gewesen wäre - und nicht ein Wiener. (Ist symbolisch gemeint - allfällige norddeutsche Leser mögen mir lächelnd verzeihen.) Mir fehlt da jedes Gefühl. Hier wird Schubert nicht gespielt - sondern durchexerziert.

Auch die Klangtechnik ist bescheiden und verstärkt den trockenen Eindruck : das Klavier klingt eng und stumpf.

Für mich war der Kauf ein völliger Fehlgriff !

PS.: Es gibt seit kurzem eine 7-CD-Box mit Brendel-Schubert von DECCA mit diesen Aufnahmen und noch viel mehr zu fast demselben Preis.
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