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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bedeutende Pianisten der Zwischenkriegsära waren es, die sich zu Pionieren und beredten Anwälten für Schuberts Klaviersonaten aufschwangen. Ich denke da in besonderer Weise an Artur Schnabel und Eduard Erdmann. Sie setzten sich für die Sonaten und Impromptus des Wiener Komponisten zu einer Zeit ein, als er und seine Musik noch mit Operetten und Filmen à la "Das Dreimäderlhaus" in gräßlicher Art und Weise verniedlicht und sentimentalisiert wurden.
Alfred Brendel (*1931) hat nach dem Zweiten Weltkrieg diese Tradition fortgesetzt und sich in seiner langen Karriere immer wieder mit großem Nachdruck für das pianistische Schaffen Franz Schuberts eingesetzt. Die hier preiswert wieder aufgelegten letzten drei Sonaten (D. 958 bis D. 960) und die späten Klavierstücke D. 946 stehen bis heute im Zentrum von Brendels Einsatz für Schubert und sein Werk. Sein Wirken und das seiner berühmten Vorgänger Schnabel und Erdmann hatte Folgen, die man als interpretationsgeschichtlich bezeichnen kann. Die bis in die neueste Zeit unterschätzten, ja gering geachteten Sonaten des Wieners gelten heute in allen ernstzunehmenden musikalischen Kreisen als höchste Kunst und werden auch von praktisch allen bedeutenden Klavierspielern öffentlich aufgeführt und auch eingespielt. Alfred Brendel dient Schuberts Musik mit Inbrunst und Eindringlichkeit, und so sind die hier veröffentlichten Werke aus den Jahren 1971 bis 1974 allesamt höchst empfehlenswert. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, daß der Künstler in der letzten Sonate D. 960 die Wiederholung der Exposition ausläßt, wodurch dem Hörer nicht nur neun großartige Takte verlorengehen, sondern das ganze Werk in seinen Proportionen beeinträchtigt wird. Aber Irrtümer der Großen, so lehrt uns nicht nur die Musikgeschichte, pflegen bekanntlich oft auch große Irrtümer zu sein. Ansonsten kann man der 2 CD-Box nur Bestnoten ausstellen. Neben den drei großen Sonaten erfahren auch die Klavierstücke (Impromptus) D. 946 wunderbar gereifte, nachdenkliche Auslegungen.
Wer Schuberts letzte Sonate mit den grandiosen Überleitungstakten und der damit verbundenen Wiederholung der Exposition in herausragenden Darbietungen erleben möchte, dem sei (als Ergänzung zur vorliegenden Edition) zu den Aufnahmen von Svjatoslav Richter (Eurodisc), Wilhelm Kempff (DGG) oder Rudolf Serkin (CBS/Sony) geraten.
Die hier besprochenen Einspielungen wurden von PHILIPS sorgfältig digital neu überspielt und klingen in dieser Fassung wohltönend und rauscharm. Der Klavierklang ist natürlich und ganz unverzerrt. Eine gute Textbeilage in vier Sprachen mit einem lesenwerten deutschen Essay von Thomas Kahlcke rundet die Ausgabe ab.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Franz Schuberts Klaviermusik ist unvergleichlich. Sie kann weder mit den Vorgängern Mozart und Beethoven, noch mit den Nachfolgern Schumann und Brahms verglichen werden. Er verzichtet in seinen Klavierwerken weitestgehend auf Dynamik und Fortschritt, sondern entwickelt ein lyrisches, warmes Themengeflecht, das er verschiedentlich verarbeitet. Und spätestens mit seinen drei letzten Klaviersonaten liefert er seine gewichtigsten Beiträge zu einer musikalischen Gattung, die nach ihm nur noch wenig Beachtung finden wird.
Tatsächlich ist es ein Glücksfall, dass der Komponist seine letzten drei Sonaten auch vollendete, denn viele frühere Werke ließ er Fragment bleiben. Freilich können diese drei Sonaten nicht mit den sechs letzten hochtrabenden, philosophischen Beethoven Sonaten verglichen werden, denn sie verfolgen - wie gesagt - einen völlig anderen ästhetischen Ansatz.

Die Sonate D 958 in c moll ist ein trauriges Werk voller Tiefe. Die Motive des ersten Satzes schäumen über vor Pathos. Aber es ist vor allem der zweite Satz, dieses wundervolle Adagio, das zu Schuberts besten langsamen Sätzen zählt. Der Tonfall ist hier heilsam und versöhnlich. Ein althergebrachtes Menuett beschreibt den bitteren dritten Satz. Es ist eines von Schuberts besten Charakterstücken. Im Finale schließt sich der Kreis. Das Werk wirkt müde und vergeht zum Schluss beinahe.

Der Kopfsatz von D 959 in A Dur wirkt im Vergleich zu vielen anderen Spätwerken des Wiener Tonsetzers ausgelassen und leichtgewichtig, aber spätestens im wundervollen Andantino herrscht wieder Schicksalsschwere vor. Ein leichtfüßiges Scherzo macht Platz für das bezaubernde Rondo, das an Lyrik und Poesie wohl kaum zu überbieten ist. Es handelt sich bei dieser Sonate wirklich um einen von Schuberts unproblematischsten Schwanengesängen.

Seine beste und hehrste Klaviersonate schrieb Schubert mit D 960 in B Dur. Der erste Satz ist ein Meisterstück an leidenschaftlicher Lyrik. Erstaunlich ist, wie viele Nebenthemen der Komponist entwickelt, die er schließlich zu einem herrlich farbenprächtigen, fast strahlenden Teppich verwebt. Der zweite Satz dagegen ist schlicht, düster und durchweg leise. Sein beinahe gruselig aufbegehrender Mittelteil offenbart enorme Tiefen. Sicher ist das Scherzo dagegen banal, aber das Finale knüpft wieder an die Ausdruckswelten der ersten beiden Sätze an.

Als Zugabe gibt's die letzten drei Impromptus des Komponisten D 946. Die ersten beiden in es moll beziehungsweise Es Dur sind in ihrer Formanlage ähnlich: Die Hauptmotivik, die stets tief empfunden und mitreißend ist, wird durch einen langsameren, andächtigen Mittelteil unterbrochen. Das dritte Impromptu in C Dur ist viel kürzer und schneller zu durchschauen, dafür aber auch nicht derart packend.

Das Urgestein Alfred Brendel ist einer der wenigen Interpreten klassischer Musik, deren Aufnahmen man getrost kaufen kann, ohne irgendwann enttäuscht zu werden. Aber bei seiner Schubert Einspielung handelt es sich um einen ganz besonderen Schatz: Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber mit seinem zarten Anschlag und seiner feinen Lyrik übertrifft Brendel sogar Wilhelm Kempff. Brendel lässt sich insbesondere in den langsamen Sätzen viel Zeit und akzentuiert die schnelleren nuancen- und farbenreich. Die Aufnahmequalität ist ausgezeichnet.

Fazit: Ein zeitloses Tondokument, das die Schubert Sonaten wohl endgültig vom Odel des Naiven und Larmoyanten befreien dürfte.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2005
Diese Doppel-CD enthält die drei letzten Klaviersonaten von Schubert in einer hervorragenden Interpretation von Alfred Brendel. Die Aufnahmen sind schon etwas älter, sie stammen aus den frühen 70er-Jahren (die Klangqualität ist dennoch erstaunlich gut!). Irgendwer hat mal gesagt, Beethoven habe in manchen seiner Werke den Himmel erreicht, Mozart aber, der komme von dort. Schubert ist auch einer, der von dort kommt. Das wird einem spätestens bei Brendels Spiel auf dieser CD klar.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. August 2014
Brendel. Feel free to serve yrself to a sixth star...! A a a a a a a a a a
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