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Kundenrezensionen

48
4,5 von 5 Sternen
Das Piano [Blu-ray]
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Film selbst ist wundervoll und verdient absolut zurecht 5 Sterne. Doch hier wird nicht nur der Film bewertet, sondern auch die DVD und diese ist von unterirdischer Qualität.

Ton:

Es ist eine absolute Frechheit vom Publisher, solch einen Schund zu veröffentlichen. Die englische Version enthält neben der klassischen DD 5.1 zusätzlich noch eine DTS Tonspur. Was wird in Deutsch geboten? Nichts, nur eine lächerliche Stereo Tonspur für dieses Meisterwerk, was so sehr von seiner musikalischen Untermalung lebt. Das ist eine bodenlose Frechheit. Man wird regelrecht genötigt, den Film auf Englisch zu schauen.

Bild:

Hier wird das Tonfiasko noch einmal gnadenlos übertrumpft. Da haben selbst VHS Bänder eine bessere Qualität. So wirken zum Beispiel die Berge bei der Ankunft an der Küste Neuseelands wie ein hässlicher grüner Fleck. Das Bild ist derart verschwommen, unscharf und vergrisselt (ich hoffe das Wort gibt es überhaupt), so das man sich fast schon angewidert vom Bildschirm wegdreht. Ich habe wirklich den Eindruck, und das ist kein Scherz, dass hier nur von VHS auf DVD überspielt wurde. Grauenhaft und einem solchen Film in keinster Weise würdig.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juli 2010
Der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion gelang 1993 mit "The Piano" ein historischer Triumph. Als erste Frau gewann sie bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme für ihr Porträt einer stummen Außenseiterin, die sich in selbstgewählter innerer Emigration nur noch virtuos durch die Klänge ihres Pianos artikuliert und dennoch entgegen aller widrigen Umstände ihre Individualität verwirklicht.

1850 strandet die stumme Ada (Holly Hunter), die mit sechs Jahren aus ungeklärten Gründen mit Sprechen aufhörte, mit ihrer unehelichen Tochter Flora (Anna Paquin) an der neuseeländischen Küste, um sich mit dem fremden Siedler Mr. Stewart (Sam Neill) zu verheiraten, der ihr zugewiesen wurde. Bei sich führt sie neben ihren Koffern auch ein sehr sorgfältig verpacktes Piano. Als Stewart am nächsten Morgen Ada zusammen mit seinem Freund Baines (Harvey Keitel) und ein paar Maori am Strand empfängt, weigert er sich plötzlich das Piano in sein Haus zu transportieren und lässt es zu Adas Verärgerung am Strand zurück. Baines zeigt Interesse an dem Klavier und es kommt zu einem sinisteren Handel: Er kauft Stewart das Piano ab und erhält dafür zusätzlich Unterricht von Ada. Anstatt Baines zu unterrichten, spielt Ada ihm jedoch vor und gestattet ihm dabei vertrauliche Intimitäten, um so das Piano Taste für Taste von Baines zurückzukaufen. Aus dem dubiosen Geschäft entbrennt eine ekstatische Liaison mit dramatischen Folgen.

Plot und Struktur des Films erinnern jeweils stark an das klassische angelsächsische Drama. Die in streng puritanischer Kleidertracht zugeschnürte junge Ada, die sich sehnsüchtig nach Liebe darbend über das Piano offenbart, könnte auch der Fantasie der Bronte-Schwestern entsprungen sein. Wenn Ada in den Schlamm der Wildnis ihre Spitzenröcke eintaucht und mit Baines heimlich zum Strand zu ihrem Instrument zurückkehrt, um in der Brandung zwischen den Wirbeln des Ozeans und den Schlingen des Urwalds mit strudelnden Klavierläufen das Stück "The Heart Asks Pleasure First" aus den Tasten zu schälen, wird das Piano zu ihrer inneren Stimme und zum befreienden Klangkörper von Adas Seele, der auch physisch untrennbar mit ihr verbunden ist. Denn als der Flügel von Adas verständnislosem Ehemann, der intuitiv erkennt, dass das Piano ein Symbol für deren Individualität ist, am Strand zurückgelassen wird, trennt er sie unweigerlich von ihren Gefühlen und treibt so latent einen Keil zwischen sich und seine Frau. Weil Ada die Musik nutzt, um sich in diesem Refugium bewußt von ihrer Umwelt abzukapseln und so eine Freiheit zu erlangen, die sie von anderen Menschen trennt. So schwebt die Melodie des Pianos über einem unaufhaltsam mäandernden Strom von Ereignissen ähnlich wie die minimalen Regungen in Adas Gesicht über die Gewalt ihrer unterdrückten Emotionen, wenn sie ihre zarten Hände über den Flügel gleiten lässt. Zwischen ihren Fingern und den Tasten entsteht eine verschlungene Sinnlichkeit der Musik, die Adas Seele eine Sprache verleiht. Sodass selbst die bigotten und emotional abgestumpften Siedlerfrauen des Ortes monieren: "Sie spielt das Klavier nicht so wie wir das tun. So ein Klang, der in einen hineinkriecht, ist äußerst unangenehm!" So wird Adas Schweigen zu einer konsequenten Rebellion gegen das verquere Konzept puritanischer Sinnenfeindlichkeit. Ihr Piano geriert zum Epizentrum seelischer Wunden, wenn Baines über die Tasten ihren Körper erpresst und Stewart mit der Verstümmelung ihrer Hand ihr Verlangen und den Ehebruch bestraft. Adas Loslösung von ihrem geliebtem Instrument wird schließlich zum lebensbejahenden Ausbruchsversuch aus dem engen Korsett einer sittenstrengen Kolonisatorenfamilie englischer Tradition.

Jane Campion macht aus dieser emanzipatorischen Befreiungsgeschichte ein sehr persönliches Sittengemälde mit einer grandiosen Bildsprache (das elegante Piano inmitten der unkultivierten Wildnis), wunderbaren Darstellern und sehr subtilen Stimmungen. Ohne Brüche verknüpft sie mit irritierenden Akzenten eine sich seltsam begebende "Amour Fou" mit der Schilderung eines Frauenschicksals und der fremden Welt der Maori. Im Score begleiten den Zuschauer stets in zirkulierenden Mustern verlaufende Piano-Soli, auch wenn Ada nicht spielt. Die polyrhythmische Dynamik und die melodischen Wendungen der romantischen Motive korrespondieren mit der ungebändigten Natur und dem Innenleben der Protagonistin. Sie artikulieren Adas Sichtweise, deren erzählendes "Ich" in Form der minimalistischen Solopianistik als Voice-Over die Geschichte einrahmt, ohne die geheimnisvolle Würde ihres Schweigens in der Handlung aufzubrechen. Nur ganz selten orchestriert Michael Nyman einmal mit mehreren Instrumenten.

Die Bild- und Tonqualität leidet bei dieser Veröffentlichung etwas. Wer darauf und auf eine üppige Ausstattung Wert legt, sollte zur Arthaus Premium Edition greifen. Dort liegt die Tonspur in deutlich verbesserter Form vor.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2005
"das piano" ist ein durchaus interessanter und anspruchsvoller film. der film erzählt die geschichte der stummen ada (holly hunter), die aus dem viktorianischen england in die neuseeländische provinz reist, um dort ihren zukünftigen, von ihrem vater anvertrauten ehemann stewart (sam neill) zu treffen.
die geschichte ist, so die regisseurin jane campion, an die gothic novel, z.b. an bücher wie "wuthering heigths" von emily bronte angelehnt.
dem kann man auch durchaus so zustimmen. die düstere, marode landschaft neuseelands mit den schlamm durchtränkten untergrund und vor allem ada, die sich versucht, von den zwängen der patriarchalischen gesellschaft (verkörpert durch stewart) zu befreien, erinnern an die gothic novel.
das piano ist für die stumme ada nicht nur ein ersatz ihrer stimme, sondern gleichzeitig mittel um sich von den konventionen und von stewart abzusetzen.
der film ist durchweg von eindrucksvollen bildern und szenen untemalt, etwa das am strand verlassene klavier, hinter dem die wellen des meeres toben oder die im schlamm versinkende ada, der stewart aus rache symbolisch einen finger abschlägt. all dies hat etwas subtiles und groteskes, das den film auch so einzigartig und teilweise unbeschreiblich macht.
sehr gelungen ist auch die von michael nyman komponierte filmmusik, die als extra auf der dvd enthalten ist. ada selbst spielt stücke dieser musik im film. diese ist angelehnt an chopin, mendelssohn, hat aber eher unterhaltenden charakter.
alles in allem ein gelungener film, der in besonderer weise eine hommage an die englische literatur des 19. jahrhunderts ist.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2005
Einer der schönsten Filme die ich kenne! Ich hatte zuvor nie einen Film mit Holly Hunter gesehen und sie hat mich mit ihrer Leistung total umgehauen. Was sie mit Blicken ausdrücken kann, können viele andere Schauspielerinnen nicht mal ansatzweise in Sprache, Gesten und Mimik ausdrücken. Später erlebte ich sie in anderen Filmen und habe erst da so richtig begriffen, wie wandlungsfähig diese Frau ist. Nun aber zum Film: Die Geschichte wirkt zwar eher düster, was vor allem am fast ständig nebelig-nieseligen Wetter liegt und es passieren einige schreckliche Dinge, aber trotzdem hat die Hauptperson Ada (Holly Hunter) ein solche innere Stärke, dass man einfach nur fasziniert sein kann. Zwischen all diesen engstirnigen Spiessern hat sie es schwer, aber sie macht es auch ihrer Umgebung nicht leicht, weil sie nicht bereit ist, sich selbst zu verleugnen und sich den Erwartungen anderer Menschen anzupassen. Und dann noch diese wunderbare Liebesgeschichte... Wunderbar ist auch, dass ich die Special Edition besitze, die aus Film, Bonus-DVD und dem Original-Soundtrack besteht. Das ist für mich ein echter Schatz, den ich keinesfalls jemals an irgendwen verleihen werde!!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2015
Es herrscht Schweigen, wo nie ein Laut sein darf.
Wo nie ein Laut war.

Und immer noch kann und darf sich DAS PIANO unter den ersten zehn Plätzen
meiner absoluten Lieblingsfilme halten.
Wenn Ada anmutig und verliebt über die Tasten ihres Pianos streicht,-
ja, dann durchströmt mich jedes Mal aufs Neue dieses wunderbare, wunderschöne
und vertraute Gefühl, das ich schon damals im Kino erleben durfte.
Die Geschichte einer Frau nämlich- verstörend, unberechenbar- aber auch
verzaubernd, gewaltig gefühlvoll und unglaublich stark.
Es ist mir unmöglich, der Verlockung des Pianos zu widerstehen.
Unmöglich, der beeindruckenden, schauspielerischen Leistung sämtlicher Darsteller
zu entfliehen.
Und unmöglich, Ada`s Gefühle, die sich mittels ihrer Gestik und ihrer Musik
lesen wie ein offenes Buch, nicht mit ihr zu teilen.
Ein melancholisches Drama, das eine perfekte Symbiose aus den Bildern, der
Musik und dem Schauspiel bildet.
Und Harvey Keitel ist ja eh ein gut gebauter und nicht schlecht aussehender
Charakterkopf. Für mich.

--------------------------------------------------------------------------------------

Story:

Neuseeland im 19. Jahrhundert:
Die stumme Ada ( Holly Hunter ) reist mit ihrer Tochter ( Anna Paquin )an,
um die arrangierte Ehe mit dem Farmer Alisdair ( Sam Neill ) einzugehen.
Doch diese Liebe ist scheinbar von ersten Moment an zum Scheitern verurteilt,
da Alisdair seine Zukünftige zwingt, ihr Piano am Strand zurückzulassen.
George ( Harvey Keitel ), ihr Nachbar, erkennt die Chance, mittels des geliebten
Musikinstruments das Herz der stummen Ada zu erobern. Er schlägt ihr einen
Handel vor; gegen gewisse Zuwendung darf sie in seinem Haus auf dem Piano
spielen..........................................

*******************************************************************************************

Fazit:

" Ich will dich berühren- wieso darf ich nicht? Magst du mich nicht? "
Selten sehe ich Filme, die so schnell zu berühren wissen. Die so polarisieren,
weil sie im nächsten Moment zärtliche Worte mit brutalen Handlungen zerreissen.
Die Liebe und die Eifersucht, die Liebe und der Hass.
Die Sehnsucht und die Verzweiflung.
" Jetzt, da du gehst, fühle ich mich furchtbar. Wieso das? "
Der Ungeliebte als Märthyrer- der Geliebte die ewige Versuchung.
" Ada- liebst du mich? Wenn es dir ernst ist, dann komm` wieder....."

Was für ein Tod.
Was für eine Möglichkeit.
Was für eine Überraschung.

" Mag sein, dass du mich ja mit der Zeit liebgewinnst...."
Uffz, was für ein Film. Ein wunderbarer Film. Ein anspruchsvoller Film.
Und doch so erschreckend. Und doch so ehrlich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mitte des 19. Jahrhunderts kommt die stumme schottische Witwe Ada (Holly Hunter) mit ihrer neunjährigen Tochter in die britische Kolonie Neuseeland, wo ihr Vater eine Heirat mit dem britischen Siedler Alistair Stewart (Sam Neill) arrangiert hat. Im Gepäck hat sie ihr geliebtes Klavier, das für sie ein Kommunikationsmittel ist. Stewart hat dafür wenig Verständnis, belässt das Instrument am Strand und veräußert es später an seinen Bekannten George Baines (Harvey Keitel). Baines stimmt das Klavier und bittet Ada um Unterricht, womit sie das Klavier Taste für Taste zurück verdienen könne. In Wahrheit sucht er damit nur mehr und mehr die körperliche Nähe der spröden jungen Frau ...

Jane Campion (*1954) schuf mit ihrem dritten Film ein poetisches Meisterwerk über die Selbstfindung einer Frau in einer Zeit der unterdrückten Gefühle. Daneben erforscht THE PIANO die Wurzeln der neuseeländischen Kultur zur Zeit der Ansiedlung der ersten Europäer und deren Zusammenleben mit den Maoris. Der bildgewaltige Film erhielt 1993 die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes sowie 1994 drei Oscars - unter anderem für Holly Hunter als beste Hauptdarstellerin.

Die Blu-ray von STUDIOCANAL präsentiert den Film in hervorragender Bild- und Tonqualität und enthält zusätzlich eine Hörfilmfassung für Sehbehinderte, die direkt nach Start aktivierter ist. Optional sind deutsche Untertitel verfügbar. In den Extras ist ein sehenswertes Interview mit Jane Campion und Produzentin Jan Chapman, das 2003 für die DVD-Veröffentlichung produziert wurde (76 min, englisch, optionale deutsche Untertitel) und zahlreiche entsprechend erläuterte Filmszenen beinhaltet. Der Audiokommentar mit Regisseurin und Produzentin über die komplette Filmlänge verfügt ebenfalls über deutsche Untertitel. Making of (15 min) und der Original-Kinotrailer vervollständigen das Material. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Eine sehr empfehlenswerte Veröffentlichung für anspruchsvoller sortierte Sammlungen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. März 2014
Der Film an sich ist ein Meisterwerk und eigentlich 20 Sterne wert. Doch da es ja hier um das Produkt der DVD geht, kann ich leider nur 3 Sterne vergeben und muss mich einigen negatieven Stimmen anschließen. Die Qualität dieser DVD ist tatsächlich ziemlich mies, und ich habe soetwas ehrlich gesagt bisher noch nicht erlebt. Beim ersten ansehen auf meinem Laptop (der mit keinem anderen Film Probleme hat) kamen mir besonders die Szenen in einem sehr blauen bzw. grauen Farbspektrum . . . ich weis gar nicht wie ich es nennen soll . . . fast wie eine schlechte Animation vor, mehr flächig als detailreich und der Ton ist leider von Anfang bis Ende eine Enttäuchung (wobei ich auf solche Details üblicherweise gar nicht so sehr achte weil ich mich damit auch gar nicht auskenne). Er wirkt irgendwie dünner und schriller als der Ton, den ich vom ersten ansehen (im TV) kannte, obwohl es die gleichen Stimmen sind. Auf meinem 0 8 15 DVD-Player und meinem Uraltfernseher ist das Desaster zwar nich gar so schlimm mit anzusehen, schade ist es aber trotzdem, das die DVD dem Meisterwerk einfach nicht gerecht wird. Übersehen sollte man allerdings auch nicht, das der Film bewusst mit Unschärfen spielt und eben kein auf 3D getrimmter Hochglanzstreifen ist, weshalb die Berge bei der Ankunft (egal in welcher Version ich die Szene gesehen habe) nun einmal unscharf sind. Das scheint mir tatsächlich so beabsichtigt.
Fazit: Schlimmer als eine abgenudelte VHS-Kasette ist die DVD sicher nicht und wenn man mal von den ersten 10 Minuten, die tatsächlich eine Zumutung für die Augen sind, absieht, kann man mit der Qualität des Films durchaus gut leben. Auch wenn mich der Ton bei einem so musikalischen Film weiterhin enttäuscht, hoffe ich doch das ich mich an dieses Defizit gewöhnen werde. Da die DVD recht günstig in der Anschaffung war ist es nicht gerade ein Fehlkauf, für diese Qualität aber immernoch recht teuer. 5 € hätten es auch getan.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. März 2012
Als ich vor Jahren versuchte, die Geschichte des Films meiner Freundin näherzubringen, klang das Ganze wie eine leidlich berührende, bemüht-romantische Geschichte einer Frau, die leicht zu haben ist, und eines Mannes, der sich die Liebe kaufen will.

Dem ist aber nicht so!

Jedesmal, wenn ich diesen Film sehe (und das ist in den letzten Jahren sehr, sehr oft geschehen), verliebe ich mich neu in Harvey Keitel bzw. seine Rolle des Außenseiters George, der sich in die gehörlose, (zwangs-)verheiratete Ada verliebt, die sich nur mithilfe ihres Klavierspiels treffend ausdrücken kann.

Allein die Farben dieses Films sind außergewöhnlich und herrlichst inszeniert - viel blau und viele düstere Töne dominieren, doch gibt es auch einiges an Gelbtönen zu sehen (wenn George und Ada sich näherkommen) - selten hat in einem Film so treffend die Farbgebung mit der Stimmung der Charaktere (und Zuschauer) harmoniert. Und wenn George Ada von seinen Gefühlen berichtet, nachdem sie ihn (scheinbar) verschmäht hat, bricht es mir regelmäßig das Herz.

Ich kann diesen Film nur uneingeschränkt weiterempfehlen (auch aufgrund der großartigen Musik!) und werde ihn immer wieder ansehen und mich neu verlieben - in Ada, in George, in die Musik, in das Licht, in Neuseeland, und in die gesamte Geschichte!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. August 2008
Es gibt ja schon einige Editionen von Jane Campions Meisterwerk "Das Piano", aber die Arthaus Premium hat ihren Namen tatsächlich verdient, es ist mit Abstand die beste und schönste Edition zu diesem bildgewaltigen Film. Weil jeder den Film sicherlich kennt, will ich nur die Unterschiede zu den anderen Editionen aufzählen:

Sprachen/Ton:
1. Erstmals gibt es zusätzlich einen neuen deutscher Upmix 5.1 Dolby Digital. Die alten Editionen hatten nur Deutsch Dolby Surround. Der Upmix ist ziemlich gelungen. Auch wenn ich den Film lieber im Original (Englisch) sehen ;-)
2. Audiokommentar und Hörfilmfassung haben auch mit Sprache/Ton zutun. Sind aber Extras.

Die neuen Extras:
1. Der Audiokommentar von Regisseurin Jane Campion und Produzentin Jan Chapman ist ausschlussreich und unterhaltsam. Die beiden haben wirklich etwas zu erzählen, und loben nicht nur - wie sonst oft üblich - die tollen Leistung aller Beteiligten.
2. In die Hörfilmfassung für Sehbehinderte habe ich nur reingehört, aber sicherlich eine sinnvolle Ergänzung für einige Käufer.

Die alten Extras sind auch drauf:
1. Interviewfilm mit Regisseurin und Produzentin (76 Min.)
2. Making of
3. Trailer

Verpackung:
Ziemlich edles Digipak mit Schuber und zum ersten Mal mit ausführlichem 16-seitigen Booklet. Hier gibt es viele Originalzitate, die weitere Einblicke in die Produktion geben.

Alles in allem eine ziemlich runde Sache und vor allem würdige Edition. Schade, dass die späteren Campion-Filme schwächer wurden. Aber sie dreht wohl gerade einen neuen Film, aber bis dahin sehe ich mir "Das Piano" immer wieder an. Ein ganz toller Film.
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TOP 500 REZENSENTam 26. August 2014
Schottland im 19. Jahrhundert. Ada McGrath ist stumm, sie spricht durch ihre Hände und ihre Musik. Ihre Worte werden von ihrer kleinen Tochter übersetzt, ihre Gefühle durch ihr Piano.
Als Witwe wurde sie von ihrem Vater per Brief mit dem in Neuseeland lebenden Alistair Stewart verheiratet, den sie weder kennt, noch jemals zuvor getroffen hat.
Steward hat kein Verständnis für Ada und ihre Bedürfnisse, er lässt ihr Piano nach der Ankunft am Strand zurück, weil ihm der Transport zu aufwändig ist, schlimmer noch, er verkauft es an George Baines gegen Land und Klavierunterricht durch Ada. Ada willigt ein, um ihrem Klavier nahe zu sein und kauft sich ihr Klavier, Taste für Taste gegen sexuelle Gefälligkeiten zurück, bis Baines klar wird, dass Ada mehr für ihn ist.

Ein wunderbarer auf den ersten Blick poetischer Film mit einem Soundtrack, den man immer wieder hören kann und der auch regelmäßig auf Klassikradio läuft.
Der Film ist jedoch nur auf den ersten Blick poetisch, weil er in wunderbaren Bildern erzählt wird. Die Austattung und Kostüme sind stimmig und die Charaktere haben Ecken und Kanten. Als ich ihn vor vielen Jahren das erste Mal sah, fand ich ihn durchaus romantisch, so wie Teenager in der kranken Beziehung zwischen Bella und Edward wahre Liebe zu sehen meinen. Nun, etwas älter, sehe ich ihn mit anderen Augen. Die Beziehung zwischen Ada und Baines ist zu Anfang nicht romantisch, man könnte sie wohl am ehesten als sexuelle Belästigung und Nötigung bezeichnen. Ada wird streng genommen so lange belästigt, bis sie sich in ihren Peiniger verliebt, denn wirklich begeistert ist sie zu Anfang von seinen Avancen nicht, sie tut das nur, um ihr Klavier wiederzubekommen. Ihr Ehemann ist aber nicht wirklich verständnisvoller oder einfühlsamer, streng genommen hat sie die Wahl zwischen zwei Übeln. Ich weiß nicht, was sie an Baines findet. Auch der Schluss, das scheint eine wilde Ehe zu sein, verheiratet ist sie ja weiterhin mit Steward und so gesehen eigentlich gesellscahftlich geächtet, aber das sah man damals in Australien, das sich durch viele deportierte Gefangene besiedelt sah vielleicht ein wenig anders.
Vielleicht ist dieser Film gerade deshalb so gut. Es ist keine glatte, perfekte Liebesgeschichte. Es ist eigentlich keine richtige Liebesgeschichte sondern wohl eher eine Art Stockholm Syndrom in dem sich die Belästigte in ihren Peiniger verliebt, oder ist es doch echte Liebe und sie musste, wie es damals so schön hieß, zu ihrem Glück gezwungen werden?

Wie auch immer, der Film fesselt durch seine Bilder, seine Stimmung, seine Musik und seine wirklich herausragende Hauptdarstellerin.
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