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244 von 285 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nightwishs Magnum Opus
Im Prinzip ist es immer einfach mit einer Floskel eine Rezension zu beginnen. Im Falle von Nightwish wäre es wohl, dass die Band sicherlich nicht unumstritten in der Metal Szene ist, viele sie hassen oder nicht für Voll nehmen, während andere sie abgöttisch lieben. Das mag auch alles stimmen, allerdings wird wohl niemand bestreiten, dass Nightwish...
Veröffentlicht am 2. Dezember 2011 von SpaceDyeVest

versus
58 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsenes und kontroverses neues Nightwish-Werk
Die Meinungen und Emotionen bei IMAGINAERUM gehen ersichtlich sehr auseinander,und letztlich lässt sich die Kontroverse auf einen zentralen Punkt reduzieren: IMAGINAERUM ist weniger klassisches (Symphonic-) Rock-Album, sondern eher ein Rock-Musical. (Und darüber hinaus eines, das 1. eher burlesk daherkommt und 2. zu dem noch die eigentliche Bühnenshow -...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2011 von Ein Kunde


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244 von 285 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nightwishs Magnum Opus, 2. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Im Prinzip ist es immer einfach mit einer Floskel eine Rezension zu beginnen. Im Falle von Nightwish wäre es wohl, dass die Band sicherlich nicht unumstritten in der Metal Szene ist, viele sie hassen oder nicht für Voll nehmen, während andere sie abgöttisch lieben. Das mag auch alles stimmen, allerdings wird wohl niemand bestreiten, dass Nightwish grandiose Musik machen und ihr Handwerk beherrschen. Zudem gibt ihnen, sofern dies ein akzeptabler Grund ist, der Erfolg Recht. Geschlagene vier Jahre sind nun seit ihrem letzten Album Dark Passion Play vergangen. Eine lange Zeit, in der viele Fans sich fragten wie es weiter gehen soll. Wir erinnern uns: Anett Olzon hatte die undankbare Aufgabe in die übermenschlich großen Fußstapfen der geliebten Tarja Turunen zu treten, die nicht nur das Gesicht der Band war sondern auch mit ihrem Gesang stilprägend für das Genre und eine Inspiration für Nachahmer, Plagiate und Verehrerinnen.
Und dann ist da noch Tuomas Holopainen, der ekzentrische Kopf und Vater der Band, der immer wieder versucht in neue musikalische Dimensionen aufzubrechen. Er ist ein Visionär und Genie, der es genießt das bisschen Größenwahn zu zeigen, welches Nightwish zu dieser einzigartigen Band macht, die sie nun mal ist.
Was kann man nach vier Jahren Wartezeit von einer Band erwarten? Die Antwort ist einfach: Alles und nichts. Im vorliegenden Falle ist es sicherlich alles. Eben dieses kleine bisschen Größenwahn, die Vision von Höher, Schneller, Weiter. Ein im Jahre 2012 geplanter Film!!! Einfach immer in die Vollen greifen. Was macht dieses Album Imaginaerum (Arbeitstitel: Imagine und schließlich Imaginarium) am Ende dann doch so unwiderstehlich, während jede andere Band für so viel Bombast, Pathos und Zuckerguss eine Rüge bekommen hätten? Ganz einfach: Es handelt sich nicht um eine andere Band, sondern um Nightwish. Die vier Jungs und das eine Mädel haben in der Hinsicht Narrenfreiheit.

Das Album beginnt mit dem von Marco Hietala komplett alleine dargebotenen Takaitalvi, ein Opener, der akustisch beginnt bis schließlich die Orchestrierung einsetzt und einen sanften Fade Out in Storytime einleitet. Man muss sich klar machen, dass das was man am Ende des Openers hörte gleichzeitig auch bereits eine Andeutung darauf ist, was man in den nächsten 70 Minuten geboten bekommt. Imaginaerum wird opulent und groß.
Der sinistre, mystische Beginn von Storytime ufert schließlich in für Nightwish typische Riffs und knallige Orchesterfarben, bevor der Gesang einsetzt und der Hörer einen waschechten Power Metal Ohrwurm bekommt. Die metaltypischen Instrumente halten mit Streichern und Bläsern zumindest in den Strophen die Waage, während es im Refrain und den finalen Momenten des Lieds ein Bombastzenit erreicht wird (mit deutlichen Anleihen an Songs wie Beauty Of The Beast oder FantasMic), den wohl nur diese eine Band selbst toppen kann. Und ja: Im Laufe des Albums wird das definitv passieren. Storytime gefällt mir als Albumversion übrigens deutlich besser als die vorab bekannte Singleauskopplung und ist trotz seiner Eingängigkeit überraschenderweise ein Grower.

Das folgende Ghost River ist mein persönlicher (erster) Höhepunkt des an der Spielzeit gemessenen noch jungen Albums. Das kernige Gitarrenspiel von Emppu Vuorinen und die orchestralen Ausbrüche konkurieren, um letztendlich von Anette Olzons Gesang abgelöst zu werden, nur um schließlich in einem weiteren Ausbruch in dem von Marco Hietalas zu münden. Dieser übernimmt daraufhin den Refrain und dominiert mit seiner Aggressivität den Song, der sich von Sekunde zu Sekunde selbst aufbauscht. Ein Kinderchor setzt ein. Gänzlich unpeinlich und (was nicht jede Band schafft) passend und intelligent. Das ganze Klanggebilde wird größer, erhabener, droht jede Sekunde zu explodieren.
Slow, Love, Slow überrascht als erste Ballade damit, dass der Song der vielleicht untypischste ist, den Nightwish jemals schrieben. Barjazzelemente! Wieso eigentlich nicht? Auch wenn die Bombastkurve (Chor) gegen Ende dann doch etwas steiler wird, herrscht hier eine direkt aus dem Film Noir zu kommen scheinende Coolness. Man beachte nur den Bass, das Cello, die Trompete. Frau Olzon beweist hier eindrucksvoll die Bandbreite ihrer Stimme, was jeglichen Kritiker verstummen lassen sollte. Vorsichtig ausgedrückt: Tarja Turununen hätte Slow, Love, Slow nie im Leben so darbieten können. Ganz dicker Anspieltipp!!!

I Want My Tears Back ist eine kraftvolle Up-Tempo Nummer, welche mit seinen Irish Folk/Celtic Elementen fast schon erschreckend an Last Of The Wilds vom Vorgängeralbum erinnert. Gesanglich wechseln sich Olzon und Hietala ab, der als Slogan benutze gerufene Songtitel erfolgt wie der Refrain stellenweise unisono. Gegen Ende steigern sich die Folkelemente schließlich so weit, dass eine klare Michael Flatley Hommage entsteht. Absolut hinreißend ist übrigens Olzons Gesang in den Strophen, welcher mit seiner Zerbrechlichkeit und Zartheit an ähnliche Momente der Turunen-Ära erinnert, während ihr kraftvoller Refraineinsatz fast schon ikonisch für ihren Stil (Stichwort Amaranth oder die B-Seite The Escapist) ist. Es würde mich übrigens nicht verwundern, wenn I Want My Tears Back die zweite, oder zumindest eine folgende, Single werden würde.

Mit Scaretale folgt ein atmosphärisches Monstrum, welches mit einer gesunden Härte (Doublebass und Gitarrenorientierung in der ersten Hälfte) zuerst ordentlich Ärsche tritt, bevor der musikalische Jahrmarkt schließlich Einzug gewährt bekommt und die Andeutung des Gesamtsounds der Band zum Filmscore hin immer mehr bestätigt. Scaretale ist wohl das quintessenzielle Werk von Nightwish vom Symphonic Power Metal hin zu einem Danny Elfman auf Stromgitarre. Scaretale wird polarisieren: Es wird Öl ins Feuer der Nightwish-Gegner kippen, steht aber gleichzeitig für Opulenz und Erhabenheit. Ein schwieriger Song, der darum schreit in den Gehörgängen der Fans wachsen zu dürfen. Die gesangliche Leistung ist nebenbei phänomenal: Anett Olzon spielt ihre Rollen von bissig-böse und agressiv bishin zu abgründig-verdreht und völlig neben der Spur mit einer wundervollen Portion Erotik. Bitte, bitte mehr davon! Fast nahtlos geht der Song schließlich in das Instrumental Arabesque über, welches das musikalische Konzept des vorangegangenen Scaretale fortführt.

Die melancholische Ballade Turn Loose The Mermaids leitet die zweite Hälfte des Albums ein. Olzon schafft es mit Leichtigkeit den Hörer gefangen zu nehmen, die sanften Flöten tun ihr Übrigens, bis schließlich Trommeln immer lauter werden und in einer gepfiffenen Melodie Marke Ennio Morricone münden und diese ruhige und getragene Nummer zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Turn Loose The Mermaids wird von Mal zu Mal besser. Vielleicht der heimliche Star des Albums.
Rest Calm ist in meinen Ohren der absolute Höhepunkt von Imaginaerum. Atmosphärisch und hart steigert sich der Song zu einer erdrückenden Anspannung und wird schließlich vom wunderschönen Refrain erlöst. Das Orchester setzt ein. Dann beginnt das Spiel erneut. Immer weiter wird die Dramatik erhöht, immer wieder rettet uns Olzons Gesang. Als dieser dann mit dem des einsetzenden Kinderchors zu verschmelzen wirkt, dann ist das einer magischsten Momente, die die Band ihren Fans jemals geboten hat. Das Finale wird orchestral, bombastisch und (auch wenn ich den Begriff im Bezug auf Musik eigentlich ungerne benutze) episch. Allein für diesen Song lohnt sich der Kauf des Albums.

The Crow, The Owl And The Dove ist da ganz ähnlich. Verträumt und verführerisch bietet die Powerballade mit dem folkigen Mittelteil sowie dem Gesangseinsatz von Troy Donockley, der sich für die Arrangements der Folkelemente dieses Albums verantwortlich zeigt, Nightwish in absoluter Hochform. Lyrisch toll und ansprechend und musikalisch ungewohnt versöhnlich und unbeschwert, gleichermaßen aber tränenschwer und ultra intensiv wird The Crow, The Owl And The Dove zu einem außergewöhnlich schwelgerischen Feelgood-Song.
Fast schon traditionell ist dagegen last Ride Of The Day. Mit Bombast, Choreinsatz so wie es auch schon auf Century Child oder Once funktioniert hat, wird Last Ride Of The Day zu einer Up Tempo Nummer, die direkt neben Songs wie Dark Chest Of Wonders oder End Of All Hope eine gute Figur gemacht hätte. Eine absolute Abgeh- und Euphorienummer, gesanglich super mit knackigen Gitarren und einem Bleifuß auf dem Gaspedal: Einer dieser Songs, bei dem man dazu geneigt ist beim ersten Reinschnuppern ins Album direkt auf Repeat zu drücken anstatt streng Lied für Lied hintereinander kennen zu lernen. Klasse!

Das Grand Finale heißt dann Song Of Myself. Der Longtrack von 13 Minuten lässt sich in vier Teile splitten. Es geht orchestral und dramatisch los: Up-Tempo, Chöre, eine kraftvolle und energetische Anett Olzon. Die Dynamik des Refrains geht mal abgesehen vom Orchester im Hintergrund sogar ganz leicht in die AOR Ecke à la Europe, aber nie soweit, dass das Gesamtbild des Songs davon arg beeinflußt werden könnte. Anschließend wird es mystisch und majestätisch, düster und bombastisch. Dann ein krasser Schnitt. Balladesk und melancholisch folgt das große Finale. Song Of Myself macht seinen Namen zum Programm: Verschiedene Menschen rezitieren Situationen aus dem Leben, alles getragen vom Orchester, später dann (ganz groß!) von der E-Gitarre und Chor bis die Musik komplett verschwindet. Nightwish bewegen sich mit jenem Hörspielpart sicherlich auf einem ganz schmalen Draht zwischen Kitsch und Kunst: Es würde mich nicht verwundern, wenn der gesamte letzte Teil vom ein oder anderen Hörer komplett abgelehnt werden würde. Der eine wird verärgert darüber sein, der andere wird gebannt lauschen. Einfach selbst ein Bild machen! Ganz subjektiv gefällt es mir ziemlich gut, auf jeden Fall besser als das zumindest in Ansätzen ähnliche The Poet And The Pendulum vom Vorgänger. Die Virtuosität der Worte, wenn man es denn so ausdrücken darf, schwanken zwar qualitativ, aber ich denke, dass gerade dieser Song das Potential hat jeden Hörer ganz individuell anzusprechen und zu berühren, schon alleine weil stellenweise so viel bittere und unverblümte Wahrheit durch die Kopfhörer fließt.
Der abschließende Titeltrack bietet schließlich ein Gros der musikalischen Themen der Songs des Albums in rein instrumenteller und orchestraler Form. Hier werden nochmal alle Register gezogen und geschickt mit der Sentimentalität des Gehörten/Erlebten gespielt. Der Filmscore-Charakter wird dabei deutlich betont.

Am Ende bildet ein sich wunderbar schlüssiges und homogenes Bild, welches 13 Kompositionen bietet, die zwar als Konzeptalbum taugen, aber prinzipiell auch für sich alleine stehen könnten. Fakt ist, dass immer der Gedanke mitschwingt, dass der Film geplant ist und man im Vornherein die Projektoren seines eigenen Kopfkinos einschaltet. Aber mal abgesehen davon, wäre der Gedanke, dass das hier ein Album voller Filmmusik sein könnte auch ohne den Hintergedanken gekommen. Es liegt nicht daran, dass Nightwish schon früher immer mehr damit flirteten imaginäre Filmscores zu komponieren. Man denke nur einmal an Ghost Love Score oder Seven Days To The Wolves. Es ist eher der Fall, dass die Band, bzw. Mastermind Holopainen, den Stil konsequent fortgegangen sind/ist und auf Imaginaerum der Peak erreicht ist. Alles, was künftig von der Band erscheinen wird, wird sich wohl mit Imaginaerum messen lassen müssen, es sei denn ein krasser Stilwechsel geschieht. Wollte man das Album in ein Genre einordnen, dann würde es sich wohl um Symphonic Power Metal handeln bei dem der Schwerpunkt wie noch nie zuvor auf Symphonic liegt. Damals versuchten die Italiener Rhapsody Of Fire (ehemals Rhapsody) bzw. ihr Label Begriffe wie Symphonic Epic Hollywood Metal oder Symphonic Epic Filmscore Metal zu etablieren. Im Bezug auf Nightwish trifft das den Nagel auf den Kopf. Wie erwähnt wird das nicht jeder unbedingt begrüßen, der verbissene Metaler, dem bereits die Anfangsära der Band zu popig oder schwülstig war, sollte erst gar nicht in Imaginaerum reinhören. Alle anderen bekommen ein Album geboten, welches ganz klar in Richtung Perfektion getrieben wurde und in meinen Augen sogar das Opus summum ist, da ich unter den 13 Songs keinen Ausfall finde, was auf den Vorgängern durchaus eine Regelmäßigkeit für mich war und es tatsächlich so wirkt als sei auf Imaginaerum seit Angels Fall First konsequent hingearbeitet worden. Kompositionen wie Ghost River, Rest Calm, Song Of Myself oder das innovative Slow, Love, Slow gehören zu den feinsten Momenten der Band überhaupt.
Besonders Sängerin Anett Olzon schafft es richtig aufzutrumpfen. Sie schöpft aus Reserven, die viele wohl für nie möglich gehalten hätten. So sehr ich die Alben mit Tarja Turunen zu schätzen weiß: Olzon mit ihrer warmen und facettenreichen Stimme ist in meinen Augen der größte Gewinn, den die Band jemals machen konnte. Sie schafft es einfach ihre Leistung nie auf reine Effekthascherei zu reduzieren, gleichzeitig aber den Hörer gefangen zu nehmen, was eine ganz enorme Leistung ist. Auch die restlichen Musiker sind allesamt ein eingespieltes Team bei dem jeder seine Aufgabe so erfüllt, dass letztendlich das Konstrukt kaleidoskopartig ein farbenfrohes und faszinierendes Ganzes ergibt.
Und ja, Imaginaerum mag konstruiert wirken und als deshalb kritisiert werden. Aber es ist auch UNGLAUBLICH gut!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unerwartet gut, 29. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Als alteingesessener Nightwish-Fan war ich nach dem Ausstieg von Tarja Turunen wirklich sehr traurig, auch die neue Sängerin und das neue Album Dark Passion Play konnten mich nicht überzeugen, also hörte ich nur noch die alten Scheiben. Als Imaginaerum angekündigt wurde war ich etwas im zwiespalt, es war vielversprechend aber die Enttäuschung von DPP saß noch im Hinterkopf, als das Album dann nun erschien kaufte ich es mir trotzdem und war positiv überrascht, da steckt richtig viel Herzblut drin, die Lieder sind alle toll, es reißt mit und man kommt sich ein bisschen wie in einem Tim Burton Film vor, auch Anette Olzon konnte auf diesem Album 100% überzeugen und man hört ihre gesangliche Entwicklung, hier stimmt einfach alles, bin froh das ich das Album gekauft habe.
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181 von 218 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie kann man als Nightwish Fan dieses Album nur hassen...?, 2. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nightwish hat von allen Bands die wohl zerstrittenste und undankbarste Fangemeinde überhaupt. Die Ursache ist wohl allen bekannt: Der hochdramatische Rauswurf der heißgeliebten Opernsängerin Tarja Turunen, der nun schon ganze SECHS (!!!) Jahre zurückliegt. Doch leider hat die recht große Gruppe der Tarja-Fanatiker immernoch nicht aufgegeben sich über die neue Frontsängerin Anette Olzon aufzuregen, Anette als "Pop-Stimmchen" zu beschimpfen, oder positvive Rezensionen des neuen Albums runter zu bewerten, bzw. unkonstruktive und negative Hassrezensionen zu schreiben. Dabei ist die Sache doch ganz einfach: Wem schon das Vorgängeralbum "Dark Passion Play" nicht gefallen hat, soll sich nun eben von Nightwish abwenden und sich lieber der Solokarriere von Tarja Turen zuwenden. Der Musikstil von Nightwish hat sich mit der Neubesetzung von Anette einfach verändert, und es ist natürlich verständlich, dass die Band damit einige alte Fans verliert, doch die Musik insgesamt wurde Mit "Dark Passion Play" meiner Meinung nach besser als je zuvor. Natürlich hat Anette nicht die epische Wucht einer Tarja in ihrer Stimme, doch sie klingt dafür sehr viel angenehmer, wärmer und natürlicher. Ich kann es auch echt nicht mehr hören, dass einige glauben Nightwish wird durch Anettes "Pop" Stimme kommerziell... darf jetzt also überall nurnoch Opernstyle gesungen werden, damit Musik als "Gut" bezeichnet wird oder was?? Und Anettes Gesang ist besonders auf diesem Album, Imaginaerum, sehr gut... und mir dreht sich echt aufgrund der ganzen Ignoranz hier der Magen um wenn ich Rezensioen lese, die ihre Stimme als GRAUENVOLL bezeichnen...

Naja, nach diesem etwas längeren Vorwort geh ich jetzt auf das Album an sich ein, bzw auf die einzelnen Songs und werde diese ausführlich beschreiben und bewerten. Es wird sehr lang werden, aber ich hoffe das einige von euch die Geduld haben es sich durchzulesen, werde mir nämlich viel Mühe geben ;) Naja los gehts:

TAIKATALVI: 8 / 10
Der erste Intro-Track in Nightwishs Karriere... und was für einer!!! Eine Spieluhr fängt an zu spielen und Marco setzt mit sanftem finnischen Gesang ein. Wenn nach einigen Sekunden dann auch eine kleine Orchesterbesetzung einsetzt hat man gleich das Gefühl man höre den Soundtrack eines Tim Burton Films (zum Beispiel "Corpse Bride"), eine dunkle und melancholische Atmosphäre, die sich im großen und Ganzen auch über das weitere Album ziehen wird. Deshalb toller Introtrack, einer der besten die ich je gehört habe!!!

STORYTIME: 9,5 / 10
Dieser Song dürfte wohl schon jedem bekannt sein. Allerdings findet man hier die eineinhalb Minuten längere Albumversion vor, im Gegensatz zum sehr viel schwächeren Radio Edit aus dem Musikvideo, das vor ein paar Wochen zum Beispiel in Youtube veröffentlicht wurde. Schon hier begann die Polarisation der Fangemeinde, die einen bezeichneten den Track als beste Nightwish Single, während die anderen Storytime als eine Anbiederung an den Mainstream ansahen. Nun für mich ist das wiederum völliger Quatsch, besonders die Album Version ist wohl sehr viel weniger kommerziell als beispielsweise "Nemo" oder "Amaranth"!!! Der Song hat ein für Nightwish Verhältnisse heftiges Riff, sehr schnellen Beat und einen GEWALTIGEN Mittelteil inklusive Kinder-/ ErwachsenenChor und Orchester! Der Refrain ist wohl das kommerziellste am Song, eine super eingängige und zuckersüße Melodie, die aber im krassen Gegensatz zu den eher unharmonisch und bedrohlich klingenden Strophen stehen. Mir gefällt der Song wirklich sehr gut, meiner Meinung nach die beste Single von Nightwish, da sie einfach alles beinhaltet, was die Band ausmacht: Härte, Bombast, sowie ausgefeilte, eingängige und schöne Melodien. Erstes Highlight des Albums.

GHOST RIVER: 10 / 10
Ok, dieser Track ist der HAMMER!!! Ein wahres Brett von Song: hart, melodisch, atmosphärisch. Alles beginnt mit einem Riff das mich etwas and das Album "Wishmaster" erinnert, kann aber nicht genau sagen wieso... dann setzt Anette mit ihrem Gesang, und man denkt der Song wird eine ganz nette, gut verdauliche Mid-Tempo Nummer... doch dann *BRAATZZ* wird Anette vom wild rumbrüllenden Marco (Bassist) abgelöst, der dann auch den darauffolgenden SEHR GUTEN Refrain singt: "He will go down, He will drown, drown, deeper down..." wirklich sehr geil und super atmosphärisch, einer der besten Refrains in Nightwishs Karierre! Im Mittelteil kommt dann schließlich noch ein Kinderchor, der diesen Refrain nochmals singt, welcher dann wiederum von Marco abgelöst wird. Alles in allem Mega Song, der allerdings einige Hörduchgänge braucht bis er richtig zündet, aufgrund der etwas komplexen Songstruktur. Meiner Meinung nach der vielleicht beste Song auf dem Album.

Slow Love Slow: 8,5 / 10
Nun... das dürfte wohl einige Nightwish Fans sehr verwirrt zurücklassen^^ Denn dies ist ein JAZZ-Song ála "ich sitze eines Nachts im Jahre 1930 in einem kleinem Nachtclub in Chicago" oder sowas in der Art ;). Doch ich kann erleichtert sagen, dass dieses Experiment sehr gelungen ist, Anette singt super, sehr ruhig und rauchig, und insgesamt merkt man trotz der ungewöhnlichen Wahl des Genres, dass dies ein Nightwish Song ist. Allein an dem Pianothema im Hintergrund, das dem Stück eine unglaublich dunkle und dichte Atmosphäre gibt. Außerdem gibt es ein sehr feines technisches Gitarrensolo von Emppu, sowie ein Trompetensolo das von Louis Armstrong höchstpersönlich sein könnte. Insgesamt ein ungewöhnlicher, aber sehr guter Song, zündet aber auch erst beim öfteren hören.

I WANT MY TEARS BACK: 9,5 / 10
Nach groovigem Jazz wird jetzt eine 180 Grad Wende vollzogen, und wir landen in der keltischen Ecke, inklusive Dudelsack (oder verwandtes Instrument, bin mir nicht sicher). Eine Midtempo Nummer, die wohl eins der eingänstigen Stücke auf dem Album ist. Nach einer sehr schön gesungenen Strophe von Anette gehts weiter in den Refrain, der mich ein bisschen an "Wish i had an Angel" erinnert, da sich Anette und Marco die Gesangsparts teilen. Doch der eigentliche Höhepunkt ist der Mittelteil: Ein an Riverdance erinnerndes Pipes/E-Gitarrensolo das ordentlich Tempo und Stimmung macht (erinnert mich an "Last of the Wilds"). Nach diesem Hammer gehts wieder in den Refrain. Ein wirklich sehr gutes Stück, und absoluter Singlekandidat, meiner Meinung nach schonmal viel besser als zum Beispiel "Bye Bye Beautiful", da es einfach diesen Mega Mittelteil hat.

SCARETALE: 9,5 / 10
Dieser Song wird wohl als komischster Nightwish Song überhaupt in die Geschichte eingehen. Alles beginnt schon sehr "Creepy" mit dem Kinderchor und jammernden Streichern, die sofort in eine Melodie münden, die mich wieder sehr stark an einen Tim Burton Soundtrack erinnert. Und dann gehts auch schon los: Orchester. Chor. Double Base. Insgesamt fast drei Minuten reines Instrumental. Doch dann setzt Anettes "Gesang" ein, und zwar so wie man ihn noch nie gehört hat. Sie quitscht, quiekt und schreit was das Zeug hält, klingt affengeil um es formell auszudrücken ;). Nach zwei Strophen von Anette (ohne Refrain, sowas hat diese Lied nämlich nicht) gehts weiter mit Zirkus-/Showmusik, diesmal von Marco "gesungen". Dieser Teil erinnert mich an Disneyfilme, wenn der Bösewicht sein Thema singt beispielsweise ;) So trällert Marco einfach mal "LALALALALAAAA" oder "HU HA HU HA". Beim ersten mal hören denkt man sich ganz bestimmt "Was zum..." aber ich finde es nach paar Durchgängen einfach nur GENIAL und total witzig. Vorallem das Orchester ist in diesem Song hervorzuheben, in keinem Nightwish Lied waren die Arrangements so komplex und durchdacht wie in diesem. Insgesamt wird dieser Song besser und besser mit jedem Mal hören, und er wird definitiv ein Klassiker in der Nightwish Geschichte ;)

ARABESQUE: 8 / 10
Erstes reines Orchester-Instrumental. Hier gibt es nicht sehr viel zu sagen, ausser dass es (wie man vom Namen schon ableiten kann) ein orientalisch klingendes Stück ist, und die Percussions dieses Songs wirklich sehr geil sind, sowie die eigentlichen Orchester Arrangements. Jetzt kein Höhepunkt des Albums, aber auch weitaus mehr als eine langweilige Überleitung. Auch für diesen Track gilt: öfter hören!!

Turn Loose The Mermaids: 9 / 10
Ein keltisch klingendes, akustisches Stück, dass mich etwas an "The Islander" erinnert, nur dass diesmal Anette alleine singt. Und das macht sie wirklich SEHR GUT, und wirklich sehr gefühlvoll. Einer der emotionalsten Songs von Nightwish, besonders wenn man die Bedeutung der Lyrics versteht... in der Mitte des Lieds gibt es einen gepfiffenen Teil (oder ist es doch eine Flöte..?) naja, klingt auf jeden Fall sehr schön. Zählt auf jeden Fall zu Nightwishs besten Balladen.

REST CALM: 8,5 / 10
Ein sehr schweres und schleppendes Stück, das in den Strophen von Marco und im Refrain von Anette, bzw Anette und Marco gesungen wird. Im Mittelteil gibt es eine sehr schöne Stelle, wenn der Kinderchor nochmals den eigentlichen Refrain singt. Kann einem eine echte Gänsehaut geben... doch danach explodiert der Song, und es kommt zu einer nahezu endlosen Wiedeholung des Refrains, der allerdings jede Runde noch bombastischer und heftiger wird. Ein starker Song, der allerdings bei mir erst nach dem 4-5 mal Hören gezündet hat.

THE CROW, THE OWL AND THE DOVE: 8 / 10
Eine weitere Ballade, und der vielleicht radiofreundlichste Song des Albums. Die Strophen, von Anette gesungen, sind wirklich sehr atmosphärisch und melancholisch, und der Refrain wird wieder von Anette und Marco zusammen gesungen. Im Mittelteil hört man für kurze Zeit Gastmusiker Troy Donockley, der zugegebenermaßen wirklich etwas "poppig" klingt, doch nach mehrmaligen hören gewöhnt man sich daran, und dieser Part fügt sich nahtlos zum Rest des Tracks. Insgesamt sehr schönes Lied, aber es fehlt meiner Meinung nach irgendwie das gewisse Etwas... vielleicht schwächster Song des Albums, doch keineswegs schlecht, gerade wenn man bedenkt, dass er nicht aus der Feder von "Maestro" Tuomas Holopainen stammt, sondern vom Bassisten Marco.

LAST RIDE OF THE DAY: 9 / 10
Der wohl Nightwish typischste Song überhaupt. Einfach alles erinnert hier an Nightwishs große Tugenden, epische Chöre, peitschende Riffs, super eingängiger Refrain. Insgesamt ist es zwar einer der härtesten, doch auch der am einfachsten aufgebaute Song auf Imaginaerum. Deshalb klarer Single-Kandidat.

SONG OF MYSELF: 9 / 10
Das "epische" Stück des Albums. Ganze 13 einhalb Minuten geht das Brett, wobei diese in 4 weitere untergeordnete Songs unterteilt werden. Grob kann man sagen, das die erste Hälfte wieder Nightwish pur ist, heftige Chöre, heftige Gitarren, nur diesmal sehr viel komplexere Songstrukur als auf dem Vorgängertrack. Deshalb wieder mehrere Hördurchgänge nötig um alles zu "verstehen" ;). Die zweite Hälfte ist allerdings sehr viel interessanter: Ein sechseinhalb Minuten langes Gedicht, bzw Erzählung, die von verschiedenen Menschen gesprochen wird (zum Beispiel Freunde, Familie der Bandmitglieder). Unterlegt wird das alles von sanften Piano und Streichern. Für einige mag dieser Teil des Songs vielleicht etwas merkwürdig vorkommen, fast sieben Minuten reines Gerede, allerdings ist der Text sehr schön und anspruchsvoll, sowie emotional... selbst wenn man Englisch nicht verstehen sollte ;) Ausserdem ist dieses lange Gedicht aufgrund der enormen Gesamtlänge des Albums (75 Minuten) auf jeden fall gerechtfertigt, und kein reines "in die Länge ziehen", da genug Musik Material im konservativem Sinne vorhanden ist. Insgesamt ist es ein enorm vielseitiges und schönes Stück, allerdings kommt es nicht ganz an die Epen "Poet and the Pendulum" und "Ghost Love Score" heran... aber was heißt das schon, diese Tracks sind sowiso nahezu unmöglich zu toppen.

IMAGINAERUM: 8,5 / 10
Die "Outro" des Albums, sowie die Abspannmusik des gleichnamigen Filmes, der im April nächsten Jahres erscheinen wird. Es ist ein reines Orchesterstück, dass Themen aus den Songs des Albums nochmals aufgreift, und als Medley zusammenfügt, praktisch das ganze Album in sechseinhalb Minuten. Eine sehr gute Idee für den Schlusstrack, besonders schön ist der Effekt, wenn man das gesamte Album am Stück hört, und hier nochmal alle Highlights wiederfindet. Sehr Schön.

Nun das wars dann auch schon. Nach 75 Minuten ist das Mammut von Album zu Ende, und einigen mag auf Grund der enormen Komplexität der Kopf brummen, doch dieses Album ist ein wahres Meisterwerk und meiner Meinung nach das beste Nightwish Album überhaupt. Mein Gründe? Bitte:

1.) Geniales Songwriting
2.) HAMMER Orchesterarrangements, besser als jemals zuvor
3.) Ein enormes Spektrum an Songs die unterschiedlicher nicht sein könnten, und trotzdem macht das Album einen sehr runden Eindruck
4.) Gewaltige Atmosphäre
5.) Anettes Stimme klingt hier sehr gut und facettenreich, alles andere als ein Qualitätseinbruch nach der Tarja-Ära

Ganz klar ist, das dieses Album bei weitem keine Mp3 Player Hintergrundmusik ist, und es, wie schon gesagt, Zeit braucht um sich zu entfalten. Ich habe nun auch schon mehrere Durchläufe des Albums hinter mir, und kann von mir aus behaupten, dass ich es nun zumindest einigermaßen objektiv bewerten kann. Es ist traurig, dass die meisten bei Amazon wahrscheinlich nach dem ersten Mal hören hier schon gleich ihre Ergüsse niederschreiben, die meist viel zu negativ und unberechtigt sind. DIESES ALBUM IST ALLES ANDERE ALS SCHLECHT, es ist ein wahres Meisterwerk des Symphonic Metals, und das meiner Meinung nach, beste Album des Jahres.
Im Vergleich zu Dark Passion Play ist es zwar weniger hart und metal-lastig, dafür sind die Songs sehr viel besser durchdacht, und es macht einen in sich stimmigeren Eindruck.
Und damit bin ich auch schon am Ende meiner Review angelangt... ja, vermutlich viel zu lang, aber das musste jetz einfach mal sein. Wer bis hier unten durchgehalten hat zu lesen, dem danke ich für meine Aufmerksamkeit :)
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56 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Album ist ja doch nicht so schlecht!, 5. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (MP3-Download)
Ich darf mich als Nightwish-Fan der ersten Stunden bezeichnen, Oceanborn und Wishmaster sind nach wie vor meine Lieblingsalben. Dark Passion Play hatte mir schon nicht mehr so gut gefallen, und auch von Imaginaerum war ich beim ersten Probehören nicht begeistert.
Aber dann habe ich nochmal reingehört. Und ein drittes Mal. Und mir das Album gekauft. Jetzt läuft es seit ein paar Tagen schon jeden Abend.

Man muß einfach mal ein paar Dinge klarstellen: Nightwish hat sich weiter entwickelt. Sie klingen halt nicht mehr wie die x-te Variante ihrer ersten Alben. Tarja ist nicht mehr dabei. Und Anette macht ihren Job nicht schlecht: auf dem Vorgängeralbum klangen die Lieder noch sehr danach, als seien sie für Tarja geschrieben. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, Imaginaerum paßt viel besser zu Anettes Stimme.
Die barocken Harmonien, von denen z.B. Wishmaster sehr stark geprägt gewesen ist, gibt es halt nicht mehr. Das Album hat viele instrumentale Arrangements, ist aber nicht mehr so experimentell.

Inzwischen gefällt mir das Album wirklich gut! "Slow, Love, Slow" halte ich übrigens für den totalen Knaller, obwohl (oder grade weil?) dieser jazzige Blues-Sound etwas ist, das man von Nightwish überhaupt nicht erwartet.

Fazit: Gebt dem Album ne Chance! :)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gekauft nach dem Film IMAGINAERUM, 5. Juni 2013
Von 
Hans-Juergen Fichte (Nandlstadt, Bayern, D) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (MP3-Download)
Ich habe Nightwish nach dem Rauswurf von Tarja boykotiert, da ich die Symbiose von Rock (Metal) und Klassik faszinierend finde. Nachdem ich aber den Film IMAGINAERUM (nach Zwang meiner Tochter) schaute, musste das Album her. Und, ich wurde nicht enttäuscht!
Ich muss dazu sagen, dass ich kein Metal Fan bin. Ich würde das Album und den Film auch nicht dort einordenen. Das Album ist eine tolle Komposition von angenehmen, melodischen und auch leise hörbaren Musikstücken. So melodisch, das diese richtig unter die Haut gehen (episch).
Dazu empfehle ich auch den Film, der nicht auf Nightwish Fans beschränkt ist. Es ist ein ganz toller Film.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Musik Bilder erzeugt..., 7. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Eines vorweg: Hören sie diese CD NICHT auf der Autofahrt zum Supermarkt um die Ecke!

Wer aber etwas Zeit und Muße hat, der mache es sich mit diesem Tonträger und ein paar guten Kopfhörern bequem, und der lasse sich entführen in die fantastischen Klangwelten der Skandinavier!
Die Lieder funktionieren zwar größtenteils auch einzeln, entfalten aber erst in der vorgegebenen Reihenfolge ihren ganzen Ausdruck und erzählen dann in der Gesamtheit eine Geschichte, in die es einzutauchen lohnt. Deshalb macht für mich eine Einzelrezension der Titel kaum einen Sinn.
Man wird auf der 75-minütigen Reise durch Stile und Epochen jedenfalls wirklich gut unterhalten. Schade, dass solche Werke auf diesen Zeitrahmen beschränkt sind!
Für mich persönlich wie immer ein Highlight: die vocal-parts von "Marco" Hietala als brachiale Kontraste zum weiblichen Gesang, welcher hier durch Anette Olzon wunderbar umgesetzt wird. Schade, dass sie zukünftig nicht mehr dabei sein wird, denn ich mag ihre Stimmfarbe.

Fazit: Eine wirkliche Bereicherung für meine Sammlung und eine klare Kaufempfehlung für alle, die mal etwas über den Tellerrand des heutigen musikalischen Einheitsbreis hinaushören wollen.
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58 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsenes und kontroverses neues Nightwish-Werk, 3. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (MP3-Download)
Die Meinungen und Emotionen bei IMAGINAERUM gehen ersichtlich sehr auseinander,und letztlich lässt sich die Kontroverse auf einen zentralen Punkt reduzieren: IMAGINAERUM ist weniger klassisches (Symphonic-) Rock-Album, sondern eher ein Rock-Musical. (Und darüber hinaus eines, das 1. eher burlesk daherkommt und 2. zu dem noch die eigentliche Bühnenshow - hier: der Film zum Soundtrack - fehlt.)

Das ist grundsätzlich prima für all jene, die auch sonst gerne Musicals sehen und hören.

Es ist NICHT so toll für all diejenigen, die es - wie der Schreiberling dieser Zeilen - seit jeher etwas albern fanden, wenn dramatische Geschichten erzählt werden sollen und die Charaktere immer in den dramatischsten / emotionalsten / sonstwie ungünstigsten Momenten plötzlich anfangen, zu singen.

Daraus folgt: Wer mit Musicals auf Kriegsfuß steht, sollte sich IMAGINAERUM aus Prinzip nur mit Vorsicht nähern.

Musikalisch ist IMAGINAERUM eine Mischung aus Dark Passion Play (der Vorgängerscheibe) und einigen bisweilen irritierend neuen Ansätzen (Kinderchöre? Jazz?? Hörspiel???).
Nun ist es ja grundsätzlich sehr schön, wenn Musiker versuchen, sich stetig weiterzuentwickeln, nur sollte die Weiterentwicklung halt logisch und evolutionär sein und nicht mit großem "WIR MACHEN JETZT MAL WAS TOTAL ANDERES UND VERRÜCKTES!!!!!"-Leuchtschild daherkommen. Slayer fangen ja auch nicht an, Jodelcöre in ihre Alben zu packen, und sie wissen auch, warum.

Kompositorisch würde ich IMAGINAERUM als etwas schwächer als Dark Passion Play einstufen. Es gibt die obligatorische ruhige Ballade mit männlichem Gesang (Taikatalvi), aber sie bleibt hinter The Islander von Dark Passion Play zurück.
Es gibt den wüsten Rocker (Ghost River), aber er bleibt hinter Bye Bye Beautiful von Dark Passion Play zurück.
Es gibt den poppig angetouchten Ohrwurm (Storytime), aber er bleibt hinter Amaranth von Dark Passion Play zurück.
Es gibt den Opus Maximus-mäßigen 10-bis-15-Minuten-Übersong (Song of myself), aber er bleibt hinter dem zugegeben schwer zu toppenden The Poet and the Pendulum von Dark Passion Play zurück.
Und so weiter halt.

Ist also alles schlecht und grau? Natürlich nicht. Absolut gesehen haben Nightwish mit Storytime, Rest calm, Turn loose the mermaids und I want my tears back sehr schöne, eingängige und massenkompatible Songs an Bord, die sich auch auf der letzten Within Temptation-Scheibe (The Unforgiving) gut einfügen würden. Und der meterdick aufgetragene Bombast ist bis zu einem gewissen Grad sicherlich unterhaltsam.

Nur lag der Charme von Nightwish halt eigentlich darin, krachenden Metal mit engelsgleichen Stimmen und wunderschönen Balladen zu verbinden, und nicht darin, Andrew Lloyd Webber Konkurrenz zu machen.

In gewisser Weise segelt IMAGINAERUM daher unter falscher Flagge. Holopainen hätte Nightwish Nightwish sein lassen und sein Musical als separates Projekt verwirklichen sollen.

Insofern: klassischer Fall von misslungenem Marken-Management und daher von meiner Warte "nur" 3 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Fan von Nightwish und trotzdem total begeistert, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gleich vorweg: Heavy Metal ist eigentlich absolut nicht mein Ding.
Von Pink Floyd bis Klassik ist aber vieles dabei.
Nun habe ich mir dieses Album zugelegt. Eine Hörprobe machte mich neugierig.
Dabei hat mich auch besonders die 2. CD mit den Instrumentalfassungen interessiert.
WOW!!! Beide Scheiben sind der Hammer. Da steckt ja richtig Komposition drinnen.
Dieses Werk kann man ja schon als Rockoper bezeichnen.
Die Verknüpfung mit Metal, guter Gesangsstimme, Chor und klassischem Orchester ist absolut perfekt gemeistert
und wirkt einfach bombastisch. Höre beide CDs rauf und runter.
Habe mich dann auch noch an den Vorgänger (Dark Passion Play) gewagt, welcher mir aber leider etwas zu heavy ist.
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31 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 3. Dezember 2011
NUR MEINE MEINUNG :):
Ich habe das Nightwish-Album mittlerweile mehrmals angehört und kann nur sagen, dass es auch dann nicht besser wird. Leider. Die einzigen Songs, die meiner Meinung nach noch ganz nett anzuhören waren (so mochte ich "The Crow, the Owl and the Dove", "Turn loose the mermaids" anfangs gerne, wobei letzteres mich von vorn herein eher an einen Song von Loreena McKennitt erinnerte als an einen von Nightwish), werden schon nach mehrmaligen hören langweilig. Sie "plätschern" einfach dahin ohne das auch nur ein etwas anderes Element (z.B. ein starkes Gitarrensolo?) eingesetzt wird, um das monotone Spiel zu durchbrechen. Das was meiner Meinung nach in diesen Songs fehlt, wurde bei den anderen zu intensiv beigemischt: Orchester und Chöre bis zum Abwinken wurden in sämtliche Lieder hineingepresst, ob sie in das Lied bzw. an die Stelle im Lied passen oder nicht. Das war für meinen Geschmack einfach zuviel des Guten.
Dem folgt die schwache Stimme der Sängerin, die absolut in den Hintergrund der Musik rückt...Wenn schon so eine dünne Stimme vorhanden ist, warum regelt man sie nicht in den Vordergrund der Musik? Technisch ist das doch schließlich möglich (und ich gehöre nicht zu den hartnäckigen "Tarja"-Fans, falls jetzt wieder diese böse Kritik kommen sollte, das letzte Album mit Anette war großartig :) ). Auch ist ihre Stimme für viele Songs einfach nicht geeignet, grade bei den schnelleren Nummern kommt sie schnell an ihre Grenze. Vielleicht ist das der Grund, weswegen auf dem Album schnellere Songs eher Mangelware sind.
Mein nächster Kritik-Punkt ist das "Zirkus"-Motiv, welches sich durch das gesamte Album schlängelt und zumindest mich furchtbar nervt. Mancher mag die CD dadurch als "Gesamtkunstwerk" ansehen, ich finde da hat es sich jemand ziemlich einfach gemacht und dieses durch das Einführen diverser Zirkus-Melodien als ein solches zu kennzeichnen versucht....Generell kann man sagen, dass das Album eine Mischung aus Soundtrack, Musical, sogar einem Jazz-Song (was hat das bitte noch mit Nightwish zu tun???), alten Nightwish-Elementen (die man leider auch schon fast alle kennt, nichtmal hier gibts was neues :( ) und vielen anderen Stilen ist...dadurch hat es eben keine Richtung und keine klare Linie (außer dem Geplänkel des Zirkus-Motives) und wirkt einfach lieblos und willkürlich zusammengewürfelt, frei nach dem Motto "nehmen wir doch noch was hiervon und was davon, dann wird das schon alles was werden. Ein bisschen Orchester, damit es noch hochtrabener und pompöser wirkt und dann werden die Leute das schon kaufen". Hat ja auch geklappt. Schade um die 4 Jahre Warterei....
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu wenig Licht und zu viel Schatten, 26. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Habe mir das Album kurz nach Erscheinen zugelegt. Leider kann ich mich nicht damit anfreunden. Stücke wie "Storytime", "Ghost River" oder "Last Ride of the Day" gefallen mir eigentlich. Aber "Slow, Love, Slow" geht in meinen Augen ja gar nicht. Das Stück passt überhaupt nicht. Da stelle ich mir verqualmte Bar mit nem Pianisten und ner Sängerin in rotem Kleid vor und keine Rockband. Und "Arabesque" klingt als ob es aus nem Musical entsprungen wäre. Vielleicht bin ich noch von den älteren Alben der Band geprägt und kann mich neuen Stilen nicht gleich anfreunden. Aber in meinen Augen ist dies das bis jetzt schlechteste Werk von Nightwish. Deshalb kann ich es nicht empfehlen.
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Imaginaerum
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