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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hauptgewinn für den Zuschauer, 3. März 2012
Von 
Rob Fleming - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Win Win - Cine Project [Blu-ray] (Blu-ray)
Film

Regisseur Thomas McCarthy legt nach "Station Agent" und "Ein Sommer in New York" sein drittes Werk vor. Wie in den Vorgängern, geht es auch diesmal um das Schicksal eines kleinen Mannes und wie er allen Widrigkeiten zum Trotz damit fertig wird. Einfühlsam, unspektakulär und mit viel Liebe zu seine Charakteren, inszeniert McCarthy eine außergewöhnliche Geschichte in einem sehr realistischen Umfeld, die den Zuschauer nachhaltig berührt und trotz aller Tragik auch viel Optimismus verbreitet.

Mike ist ein erfolgloser Anwalt in einer langweiligen Vorstadt. In seiner Freizeit trainiert er das desaströs schlechte Ringer-Team der örtlichen Highschool. Seine Kanzlei läuft so schlecht, dass er den gewohnten Lebensstandard für seine Vierköpfige Familie nicht länger aufrecht erhalten kann. Doch statt mit seiner Frau zusammen eine Lösung zu suchen, will er auch mal ein Stück vom Kuchen, den sich sonst nur die Cleveren und Gerissenen einverleiben. Darum trickst er bei der Sorgerechtsverhandlung eines dementen Mandanten und wird zum Vormund erklärt. Fortan kassiert er den vollen Betrag eines häuslichen Pflegers, schiebt den Mandanten aber auf dessen eigene Kosten (und gegen dessen Willen) in ein Altersheim ab. Der kleine Betrug scheint tatsächlich zu gelingen, bis kurz darauf ausgerechnet der Enkel des Mandanten vor seiner Tür steht, weil er nicht länger bei seiner Drogen abhängigen Mutter leben will. Weil Mike ein viel zu gutes Herz für einen echten Schurken und dementsprechend ein äußerst schlechtes Gewissen hat, nimmt er den Jungen bei sich auf. Nach anfänglichen Problemen entwickelt sich nicht nur ein zaghaftes Vertrauensverhältnis, sondern der Teenager entpuppt sich auch noch als hochtalentierter Ringer. Doch das zarte Glück das Mike erleben darf, steuert keineswegs auf einen goldenen Sonnenuntergang zu.

Neben dem intelligenten, vielschichtigen Drehbuch, das sich wohltuend von vorhersehbarer 0815-Ware abhebt, dem gelungenen Erzählfluss und einer Priese Humor, wissen vor allem die Darsteller zu überzeugen. Paul Giamatti als liebenswerter Loser ist in dieser Rolle mittlerweile so etabliert wie Robert de Niro als Mafia Pate. Amy Ryan als pragmatisch forsche Ehefrau/Mutter und Bobby Cannavale als bester Freund und tragisch-komischer Lebemann stehen ihm kaum nach.
So richtig rund wird der Film aber erst dadurch, dass er sich nicht ausschließlich auf das Schicksal der Hauptfiguren fokussiert. Das Los des dementen Mandanten (herrlich schrullig von Burt Young gespielt - Bekannt als "Paulie" aus den Rocky Filmen) und dessen Familie bleibt ebenso im Blick des Zuschauers wie das jugendliche Ringer-Team. Der Film ist wie ein Mosaik, dass aus vielen Facetten besteht und sich insgesamt zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügt.

"Win Win" ist tragisch und lustig, nachdenklich und unterhaltsam, niederschmetternd und lebensbejahend. Eine traurige Geschichte mit liebenswerten Menschen die das Beste daraus machen. Nein, besser: Denen es gelingt, etwas Gutes daraus zu machen.

Technik und Ausstattung

Die Blu-ray bietet gute Qualität auf dem Stand der Technik. Das Bild ist scharf, bietet kräftige Farben und liegt merklich über DVD-Qualität. Ein echtes Referenzprodukt sollte man von einer Independendproduktion allerdings nicht erwarten. Leider ist lediglich die englische Originaltonspur in HD. Die deutsche und französische Sprachfassung begnügt sich mit 5.1 DTS, was bei einem dialoglastigen Film aber meines Erachtens zu verschmerzen ist. Die Extras (zwei entfallene Szenen, ein paar Interviews, eine kurze Analyse der Charaktere und ein Festival Bericht) sind recht kurz aber dafür interessanter als das sonst oft verwendete Promo-Material. Wie man es von "CineProjekt" gewohnt ist, verfügt die Blu-ray über ein Wendecover ohne FSK Kennzeichnung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dramatische Familiengeschichte mit viel Witz, 21. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Win Win - Cine Project [Blu-ray] (Blu-ray)
Win Win ist ein herzergreifender Film, der alles in sich hat, eine dramatische Familiengeschichte mit viel Witz erzählt,
mit guten, weitgehend unbekannten Darstellern, die alle in ihren jeweiligen Rollen schauspielerisch überzeugend sind.

Da ist zum einen der am finanziellen Ruin stehende Anwalt und liebevolle Familienvater Mike, der auch noch Trainer der
sieglosen High-School-Ringer mit Leib und Seele ist, herausragend gespielt von Paul Giamatti. Er hat arge Geldprobleme,
und lässt sich als Betreuer seines Mandanten Leo (Burt Young) eintragen um das Betreuungsgeld abzukassieren. Er schiebt
den verwirrten alten Mann jedoch gegen seinen Willen in ein Altersheim ab.

Aber der eigentliche Star diese Films ist für mich Kyle (Alex Shaffer), ein Neffe von Leo, der plötzlich auftaucht und
von Mikes Familie aufgenommen wird, und eine Wandlung vom jugendlichen zurückhaltenden Außenseiter zum integrierten
Mitglied in Familie und Freundeskreis vollzieht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Patchwork, 6. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Win Win - Cine Project [Blu-ray] (Blu-ray)
Es gibt sie immer noch, diese kleinen, feinen Filme, über die man irgendwann stolpert und gar nicht mehr weiß, wie man dazu gekommen ist, sie sich anzusehen. Von denen man nicht viel erwartet oder skeptisch ist, ob sie einem überhaupt gefallen werden. Filme mit nicht allzu bekannten, aber tollen Darstellern, gemacht von Regisseuren, von denen man noch nichts oder wenig gehört hat oder sogar schon Filme gesehen hat, die einem nicht gefallen haben. Und dann schaut man sich einen dieser Filme an und überlegt im Nachhinein, warum genau er einem so gut gefallen hat, obwohl doch eine recht unspektakuläre Geschichte erzählt wurde, man die Darsteller nicht kennt und auch von nennenswerter Spannung keine Rede sein kann. Und dennoch, man hat sich wohl gefühlt beim Anschauen eines solchen Films, man mochte den leisen Humor, die warmherzig erzählte Geschichte, die unspektakulären, aber grandios aufspielenden Darsteller und das Gefühl, das dieser Film in einem hervorgerufen hat. Und genau so ein Film ist "Win Win".

Ausstattung der Blu Ray: Ton in deutsch, englisch und französisch in DTS 5.1, außerdem englisch für Hörgeschädigte, Untertitel in denselben Sprachen, darüber hinaus noch in dänisch, niederländisch, finnisch, norwegisch, schwedisch. Extras: Deleted Scenes, ein Gespräch mit Regisseur Tom McCarthy und Drehbuchautor Joe Tiboni über "Win Win", David Thompson (einer der Darsteller) at Sundance 2011, Paul Giamatti und David Thompson at Sundance 2011, Family, Musikvideo "Think you can wait" von The National, Kinotrailer. Das Bild ist klar und scharf, der Ton muss etwas lauter gedreht werden.

Mike Flaherty (Paul Giamatti, "Sideways") schlägt sich mehr schlecht als recht als Anwalt durch, die Kanzleiräume sind marode, die Mandanten spärlich gesät und sein Verdienst mager. Auch seine nebenberuflich ausgeübte Tätigkeit als Coach des Highschool-Ringerteams ist nicht von Erfolg gekrönt, seine Mannschaft konnte noch keinen einzigen Kampf gewinnen. Doch plötzlich scheint sich Mikes Schicksal zu wenden. Er springt für seinen demenzkranken Mandanten Leo (Burt Young, "Rocky") als Vormund ein und verspricht, sich persönlich um ihn zu kümmern. Tatsächlich jedoch bringt er ihn in einem Pflegeheim unter, kassiert aber dennoch die monatliche Zahlung, die er für Leos Betreuung erhält. Als er dann auch noch Leos Enkel Kyle (Alex Shaffer, "The Lifeguard") kennenlernt, der zufällig ein ausgezeichneter Ringer ist, scheint es für Mike endlich einmal glatt zu laufen. Er nimmt Kyle bei sich zu Hause und im Ringerteam auf und freut sich mit seinen Freunden Terry (Bobby Cannavale, "Boardwark Empire") und Stephen (Jeffrey Tambor, "Hangover") auf eine erfolgreichere Zukunft. Doch dann droht Mikes nicht ganz sauberer Pflege-Deal aufzufliegen und Kyles frisch aus dem Drogenentzug entlassene Mutter (Melanie Lynskey, "Two and a half Men") meldet Ansprüche auf ihren Sohn und das Geld ihres Vaters an…

Regisseur Thomas McCarthy ist Spezialist für solche kleinen, feinen Filme. Sein Debüt "Station Agent" von 2003 ist ähnlich unspektakulär wie "Win Win", aber mit Peter Dinklage und - schon damals - Bobby Cannavale wunderbar besetzt und ein ganz zauberhafter Film. "Ein Sommer in New York" von 2007 war hingegen nicht durchgängig überzeugend, aber mit "Win Win" findet McCarthy 2011 zu alter Form zurück. 2015 startet in den USA McCarthys vierter Film, "The Cobbler", mit Adam Sandler. Darüber hinaus ist McCarthy auch als Darsteller sehr aktiv, er wurde in Nebenrollen u. a. in "2012", "Syriana", "Michael Clayton" und "Meine Braut, ihr Vater und ich" besetzt. Und die Drehbücher zu seinen Filmen hat McCarthy natürlich auch noch selbst geschrieben.

In "Win Win" passiert eigentlich nicht sonderlich viel, dennoch fühlt man sich die ganzen 106 Filmminuten bestens unterhalten. Man schaut Mike Flaherty einfach gerne dabei zu, wie er versucht, sich nicht unterkriegen zu lassen, wie er sich für sein Ringer-Team einsetzt und wie er den jungen Kyle unter seine Fittiche nimmt und ihn trainiert. Der ganze Film ist durchzogen von feinem, hintersinnigen Humor, auch wenn nicht jeder Gag ins Schwarze trifft. Das ist das Einzige, was man "Win Win" unter Umständen ankreiden könnte, dass das humoristische Potenzial nicht voll ausgeschöpft wurde und man dem Film ansieht, dass da noch mehr drin gewesen wäre. Ansonsten aber findet man sich schnell in Mikes Welt zurecht, schmunzelt über den enthusiastischen Terry oder den resignierten Stephen, fühlt sich heimisch bei Mike zu Hause, wo er mit seiner smarten Frau und seinen beiden Töchtern lebt und empfindet schnell Empathie für den ausgerissenen Kyle, dem bei Mike zum ersten Mal Geborgenheit und Anerkennung widerfährt. Die sowohl klugen als auch witzigen Dialoge bringen einen zum Schmunzeln und man ist schon nach kurzer Zeit ernsthaft interessiert am weiteren Schicksal der Protagonisten.

Die Darsteller liefern allesamt hervorragend ab. Paul Giamatti, seit nunmehr 25 Jahren im Geschäft, liefert wie immer überzeugend ab. Bobby Cannavale als leicht überdrehter Freund von Mike und mit seltsamer Frisur entlockt einem mehr als einmal ein Schmunzeln. Melanie Lynskey, die 1994 an der Seite von Kate Winslet in Peter Jacksons "Heavenly Creatures" bravourös debütierte, gelingt der Spagat zwischen verzweifelter und raffgieriger Mutter perfekt und Alex Shaffer, der in "Win Win" sein Schauspieldebüt gibt, überzeugt als vernachlässigter, aber höflicher Teenager, dem sein großer Erfolg als Ringer nicht zu Kopf gestiegen ist. Darüber hinaus freut man sich über ein Wiedersehen mit Burt Young aus den "Rocky"-Filmen, über die grandiose Margo Martindale ("The Millers") und die resolute Amy Ryan ("Gone Baby Gone") als Mikes Ehefrau Jackie.

Durch die fähige Regie von Thomas McCarthy und einen spielfreudigen und überaus talentierten Cast wird "Win Win" auch zur Win-Win-Situation für den Zuschauer. Und auch, wenn hier vermeintlich gar nicht viel passiert und die Story nicht sonderlich spektakulär klingt, wird man mit einem warmherzigen, witzigen, manchmal auch tragischen, auf jeden Fall aber gelungenen Film belohnt, den man sich gerne auch noch ein zweites und drittes Mal ansehen würde. Ergo gerne vier von fünf Tiefschlägen, von denen man sich keinesfalls unterkriegen lassen sollte.
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Win Win - Cine Project [Blu-ray]
Win Win - Cine Project [Blu-ray] von Thomas McCarthy (Blu-ray - 2012)
EUR 19,98
Lieferbar ab dem 1. August 2015.
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