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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spirituelles Erlebnis - Nicht versäumen!, 10. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
Ich kenne diese Aufnahme von 1951 seit Jahrzehnten. Der berühmte Wagnerianer und Kritiker Ernest Newman hörte sie, als er in England im Sterben lag und nannte die Aufnahme "ein spirituelles Erlebnis . 'Now I can die in peace'!". Nicht einmal der "Kna" hat diese Intensität je wieder erreicht. Die Aufführung dauert etwa 43 Minuten länger als jene von Pierre Boulez, ist aber keine Sekunde zu lang. Nie wieder hat die Musik so qualvoll geglüht, die alte Aufnahmetechnik ist schlicht, angesichts deds Wunders, irrelevant und schnell vergessen.
Die große Überraschung der Aufführung ist Wolfgang Windgassen. Wer die stets intelligente aber dünne Stimme von den 1960ern kennt, erlebt hier ein naiver junger Tor mit leuchtende Stimme, dessen "Amfortas"-Ruf wie ein elektrischer Schock aufrüttelt. Wie kein zweiter schafft er den Übergang zum wissenden Geläuterten dann im 3. Akt. Die Mödl ist wohl die aufregendste Kundry aller Zeiten. Es friert einem das Blut, wenn sie erzählt, wie sie IHN am Kreuz ausgelacht hat. George London als gequälter, stimmlich überwältigender Amfortas, Hermann Uhde als schwärzester Klingsor, sogar Arnold van Mill als satter Titurel sind kaum zu überbieten. Letztlich aber steht oder fällt jede Parsifal Aufführung mit dem Gurnemanz. Weiser, väterlicher, auch wo nötig bestimmter als Ludwig Weber geht einfach nicht. Man höre seine Trauer nach dem Tode des hold Schwan: "Er war uns hold, was ist er nun Dir?" Ein Erlebnis! Genug, man könnte ewig weiter schwärmen.
Gott behüt', dass man das "alte" auf Kosten der heutigen SängerInnen überbewertet, denn es gibt auch heute grandiose Interpreten. Ich vermute, der Unterschied liegt an der Aktualität von Schuld und Sühne in Deutschland und Europa, bloß 6 Jahre nach der Götterdämmerung. Das Einmalige an dieser Aufnahme liegt an ihrer erlebte Spiritualität: Ernest Newman hatte Recht. Nur eines geht nicht: daneben etwas Anderes tun. Eine Aufnahme, die totale Fokussierung von Zuhörer abverlangt, man sei gewarnt!
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig, 16. Mai 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
Die Aufnahme Parsifals von Knappertsbusch in Bayreuth (1951) ist einzigartig. Knappertsbusch verbreitet eine unvergleichliche Ruhe und Weite - Parsifal entsteht als das, was es gemeint ist : ein "Weihespiel". Die Musik wird nicht langsam vorgetragen, sondern in eine andere Zeitdimension verschoben.

Meine größte Sorge beim Blindkauf : wie wird die Klangqualität sein ? Überraschend gut ! Sicher nicht überragend - aber völlig ausreichend zum Genuss der Musik. Die Stimmen der SängerInnen sind in völligem Gleichgewicht mit dem (und getragen vom) Orchester. (Allerdings ist es wichtig, dass man die Musik Parsifals selbst hören will - und nicht den Reiz von Klangeffekten braucht.) Aus meiner Sicht sind die alten Aufnahmebedingungen dem Werk sogar dienlich - es fällt leichter, das GANZE wahrzunehmen (und sich nicht durch präzise Aufnahmetechnik durch zu fein gezeichnete Details der Klangbilder ablenken zu lassen).

Ein großer, gewaltiger und ruhig fließender Strom ...

Die Ausstattung ist (um diesen Minipreis - unter 10 Euro) selbstverständlich auf das Notwendigste reduziert. 4 CD's, Angabe der Tracks und Liste der SängerInnen. (George London, Arnold van Mill, Ludwig Weber, Wolfgang Windgassen, Hermann Uhde, Martha Mödl - welch ein Ensemble). Insoferne ist es empfehlenswert, sich das Reclam-Heftchen mit dem Text des Weihespiels mitzubestellen.

Für echte Musikliebhaber (die nicht vom spektakulären Klangbild abhängig sind) wäre es geradezu unverständlich, auf diese unvergleichbare Aufnahme Parsifals zu verzichten - bei diesem Preis ! (Auch wenn man bereits eine Parsifal-Aufnahme neueren Datums zu Hause stehen hat).
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mitschnitt von singularer Intensität, 19. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
Der große Weiheatem, das ist es, was einem beim Hören dieses legendär gewordenen Mitschnitts aus dem ersten Nachkriegs-Bayreuthjahr umfängt. Klar, das liegt einerseits an der sehr intensiv-langsamen Lesart Knappertsbuschs, der jede einzelne Phrase der Partitur zelebriert ohne den Gesamtüberblick zu verlieren und das Stück musikalisch zerfallen zu lassen. Andererseits stehen da aber auch, ganz in Wieland Wagners Sinn, keine Rollen auf der Bühne sondern Interpreten menschlicher Charaktere, denen man jedes gesungene Wort glaubhaft abnimmt.
Ludwig Weber ist als Gurnemanz ein hervorragender Rollenvertreter, der auch den für die Rolle notwendigen Stimmschmelz mitbringt. Martha Mödl war eine Charaktersängerin, wie sie glaubhafter kaum sein kann. Möglich, dass Waltraud Meier und auch Christa Ludwig beispielsweise "schöner" gesungen haben, aber so glaubhaft wie die Mödl gab und gibt es kaum eine Sängerdarstellerin der Kundry auf Tonträger. Auch George London ist eine Luxusbesetzung des Amfortas, mit strömend warmem und in allen Lagen wunderbar ansprechendem Baßbariton; man vergisst fast, dass er damals erst 31 Jahre alt war. Hermann Uhde, leider viel zu früh verstorben, gibt einen galligen, furchteinflößenden und fast schon entstellt singenden Klingsor, dass es einem im positiven Sinne des Wortes wirklich graust. Auch die kleineren Partien von den Blumenmädchen bis hin zur Stimme aus der Höhe sind ausgewählt besetzt.
Dass die Balance gerade in den großen Chorpartien nicht immer stimmt, sei dem Livecharakter geschuldet und auch die Tonqualität entspricht eben dem Standard Anfang der 50er Jahre. Alles in allem ist dieser Mitschnitt aber ein Meilenstein geworden und eine unbedingte Kaufempfehlung.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parsifal 1951: Neuanfang in Neu-Bayreuth, 5. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
Es muss ein Schock für das erlauchte Festspielpublikum gewesen sein, als sich 1951 der Vorhang zum ersten Bayreuther PARSIFAL der Nachkriegszeit hob und den Blick auf eine fast gänzlich leere Bühne eröffnete, deren kryptisches Halbdunkel von diffusem Licht nur zaghaft durchbrochen wurde. Wieland Wagner hat in seiner Inszenierung, die über seinen Tod hinaus bis 1973 auf dem Spielplan stand, mit allen Aufführungstraditionen gebrochen. Von den Zuschauern dürften damals die wenigsten geahnt haben, dass sie gerade die Geburtsstunde dessen erlebten, was als Neu-Bayreuth zur Legende wurde.

Umso spannender, dass im Orchestergraben ausgerechnet der Mann Dienst tut, der so ziemlich das Gegenteil von allem verkörpert, für das Wieland Wagner kämpfte: Hans Knappertsbusch assistierte noch bei Siegfried Wagner und Hans Richter, dem Dirigenten der Bayreuther RING-Uraufführung. Verständlich also, dass er sich als Sachwalter der Tradition sah, der mehr als einmal erbitterten Widerstand gegen Wielands inszenatorische ″Vergehen″ leistete und sich 1953 sogar weigerte, an den Festspielen teilzunehmen. Ausgesöhnt hat man sich dennoch immer wieder, und so blieb Knappertsbusch ″der″ Bayreuther PARSIFAL-Dirigent bis 1964 - er starb 1965.

Knappertsbusch wählt durchweg langsame Tempi, was keineswegs mit Langweile gleichgesetzt werden darf (tatsächlich gibt es noch langsamere Aufnahmen anderer Dirigenten). Er zelebriert das Bühnenweihfestspiel wie eine Messe, gibt der Musik Raum zur Entfaltung und nimmt sich Zeit, um die großen pastoralen Höhepunkte der Partitur spannungsgeladen zum Klingen zu bringen. Dadurch erhält man als Hörer die Möglichkeit, die musikalischen Details viel bewusster wahrzunehmen. Mich reißt dieser Klang-Ozean z.B. in der Verwandlungsmusik immer wieder vom Hocker. Es soll nicht verschwiegen werden, dass Knappertsbusch den Sängern damit nicht immer einen Gefallen tut: Wer unter ihm singen durfte, brauchte einen buchstäblich langen Atem.

Die Sängerriege dieser Aufnahme ist angesichts des Mangels an Ausnahmekünstlern nach dem Krieg beachtlich. Kritik an der einen oder anderen Besetzung ist sicher gerechtfertigt, doch verglichen mit dem, was man heute mancherorts präsentiert bekommt, erscheint es mir immer noch außerordentlich ″rund″.

Martha Mödl als Kundry ist ein gutes Beispiel: Ihr Sopran ist beileibe nicht gleißend hochdramatisch, in Ausnahmemomenten schrill und nicht astrein fokussiert, aber ich habe selten eine so zerrüttete Kreatur gehört, die von Anfang an in die Vollen und bis an die Grenzen ihrer Stimme geht (Gwyneth Jones unter Boulez ausgenommen). Ausdruck und Intensität stehen bei ihr vor vokalem Schönklang, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Kurzum: Es gibt viele herausragende Kundrys, aber gab nur eine Mödl!

Ähnliches gilt für Wolfgang Windgassen, der hier den Grundstein zu einer Bayreuth-Karriere legt, die bis 1970 andauerte und ihn in allen männlichen Hauptrollen von Tannhäuser bis Tristan heimisch werden ließ. Wieland Wagner nannte ihn ″mein Held″ - ob Windgassen erkannt hat, wie viel Hochachtung in dieser Aussage des berüchtigten Zynikers Wieland steckte? Seinen Parsifal gestaltet er erschreckend unschuldig, die schlanke, wenig heldenhafte Stimmfärbung trägt viel dazu bei. Doch bis zum Ende verwendet Windgassen sein stimmliches Potenzial zur intelligenten, expressiven Ausgestaltung der Rolle.

Ludwig Webers Gurnemanz hat einen schweren Stand. An seiner Stimme gibt es nichts zu bemängeln: Ein Bass in den besten Jahren, warm und sicher geführt, aber eben auch in unmittelbarer Konkurrenz zu den großen, größeren Namen (Frick etc.) stehend. Nichtsdestotrotz hört man hier einen altersweisen, gütigen Gralsritter, dem man arglos die Hand reicht, um sich zur Gralsburg führen zu lassen.

Der Sänger des Amfortas dürfte alle Zweifel an einem Kauf ausräumen. George London verfügt über einen gesunden, warmen Bariton, der auch noch in den tiefen Lagen von erstaunlicher Durchschlagskraft ist. Ich besitze ein Recital von ihm, in dem er u.a. den Wahn-Monolog singt: Phänomenal! London verzichtet auf die oftmals gehörten Tricks der Deklamation, mit denen zahlreiche seiner Kollegen diese Rolle und ihre Tragik ausgestalten (ungenießbar: Fischer-Dieskau bei Solti). Es ist schade, dass dieser Sänger seine Karriere viel zu früh beenden musste.

Hermann Uhde vollbringt als Klingsor ebenfalls eine beeindruckende Leistung. Ein düsterer Bariton, der Kundry im zweiten Akt zeigt, wer hier der Chef ist. Egal, wie sehr sich ″des Teufels Braut″ aufbäumt und Widerstand leistet, Klingsor/Uhde gibt sich herrisch, wütend und souverän - da fällt es schwer zu glauben, dass sich ausgerechnet dieses Menschenmonster selbst entmannt hat!

Auf hohem Niveau sind auch die Chöre, die in Sachen Laustärke leider nicht immer ausgewogen erklingen. Chorleiter Wilhelm Pitz hat diesen erstaunlich homogenen Klangkörper hervorragend auf den ersten Einsatz bei den Nachkriegsfestspielen vorbereitet. Dazu gehört auch, dass die Sänger mit Knappertsbuschs Stabführung insgesamt keine Probleme haben. Ich kenne Aufnahmen, bei denen die Korrespondenz zwischen Chor und Orchestergraben unglücklicher verlaufen ist.

Man hat es hier mit einer Mono-Aufnahme zu tun, die bei weitem nicht mit der Plastizität aufwarten kann, die spätere Stereo-Versionen des PARSIFAL besitzen. Trotzdem ist sie keineswegs einfach nur ein historisches Dokument, und die Soundqualität um Welten besser, als man es von obskuren Live-Mitschnitten aus den 60ern und 70er kennt. Aufnahmetechnisch bedingte Störgeräusche und Soundschwankungen fehlen, und die Geräusche von Bühne und Publikum mindern den Hörgenuss keineswegs - es ist nun mal eine Live-Aufnahme.

Trotz einiger Kritikpunkte vergebe ich fünf Sterne, denn dieser PARSIFAL ist ein vereinnahmender Mitschnitt und gibt einen faszinierenden Einblick in die künstlerischen Standards, die die Beteiligten in einer äußerst schwierigen Zeit realisieren konnten. Man gibt sich heute in Bayreuth leider mit weniger zufrieden...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wagner-CD, 19. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
Diese historische Aufnahme hat hohe künstlerische Qualität. Daß damals die Aufnahmetechnik noch nicht den heutigen Stand hat, tritt in den Hintergrund.
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5.0 von 5 Sternen tolle Edition, 12. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Audio CD)
sehr gute CD , sehr schön im Winter am Kamin zu hören , düstere Stimmung passt zu Nebelschwaden und Winterstimmung.
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Parsifal
Parsifal von George London (Audio CD - 2011)
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