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67 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebenszeit statt Geld = Kapitalismus in seiner extremsten Form - düster aber leider nicht konsequent umgesetzt
>>> ZUM FILM <<<
Der Name Andrew Niccol ist vermutlich nur wenigen Filmfans ein echter Begriff. Zählt man jedoch ein paar der Filme auf, an denen Niccol als Regisseur, Drehbuchautor oder Produzent beteiligt war, beginnen die Augen vieler Fans zu leuchten: Die Truman Show, Lord of War - Händler des Todes, Gattaca. Und ob es nun die...
Veröffentlicht am 18. April 2012 von H. W.

versus
30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolle Filmidee, aber ohne jede innere Logik umgesetzt
Die Idee einen gesellschaftskritischen Film zu machen, wo Lebenszeit Geld ersetzt, ist sehr innovativ und versprach großes Potential. Das Bild ist gut, die Schauspielleistungen der Hauptdarsteller in Ordnung und die Blu-ray hat sehr viele Sprach- und Untertitelspuren. Soweit so gut.
Dafür vergebe ich zwei Sterne. Mehr werden es aber leider nicht...
Veröffentlicht am 31. Mai 2012 von Naclador


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67 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebenszeit statt Geld = Kapitalismus in seiner extremsten Form - düster aber leider nicht konsequent umgesetzt, 18. April 2012
Von 
H. W. "Sunny Mars" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab [Blu-ray + DVD + Digital Copy] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
Der Name Andrew Niccol ist vermutlich nur wenigen Filmfans ein echter Begriff. Zählt man jedoch ein paar der Filme auf, an denen Niccol als Regisseur, Drehbuchautor oder Produzent beteiligt war, beginnen die Augen vieler Fans zu leuchten: Die Truman Show, Lord of War - Händler des Todes, Gattaca. Und ob es nun die Auseinandersetzung mit den Auswüchsen der modernen Medienlandschaft, den Machenschaften eines Waffenhändlers oder den Gefahren der Gentechnologie geht - stets kann der Name Andrew Niccol mit kritischen Themen in Verbindung gebracht werden.

IN TIME macht hierbei keine Ausnahme. Wie in GATTACA betrachtet Andrew Niccol, der bei IN TIME in der Dopplefunktion Regisseur / Drehbuchautor tätig war, die Folgen der Gentechnologie. Nur geht er in seinem neuesten Film einen deutlichen Schritt weiter als in der Sci-Fi-Perle aus dem Jahr 1997. Wurde in GATTACA lediglich die DNS der Menschen optimiert, um ihnen in der Gesellschaft bessere Chancen zu verschaffen, so sind die Gentechniker in IN TIME konsequenter: Die menschliche DNS wird so weit optimiert, dass das biologische Altern der Menschen mit 25 Jahren gestoppt wird. Ein Sterben auf herkömmlichem Wege ist nicht mehr möglich. Damit die Bevölkerungsanzahl jedoch nicht aus den Fugen gerät, wird den Menschen gleichzeitig eine biologische Uhr eingebaut, die konsequent Richtung Null tickt. Wird diese erreicht, endet auch das Leben. Wer länger leben möchte, muss dafür arbeiten. Geld- wurde durch Zeiteinkommen ersetzt. Wessen Zeit gegen Null tickt, weil er z.B. arbeitslos ist oder wer seine Kreditraten nicht mehr begleichen kann, hat ein Problem. In einer Szene des Films erhält der Satz "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." daher auch eine vollkommen neue und gnadenlose Bedeutung. Kapitalismus in der denkbar konsequentesten und brutalsten Form.

Die Idee für IN TIME ist also sehr interessant und macht gerade in Zeiten, da der moderne Kapitalismus großer Kritik ausgesetzt ist, sehr neugierig. Der Film beginnt entsprechend überragend! Die düstere Vision wird in düsteren Bildern eingefangen und die Handlung entwickelt sich sehr spannend - bis zu dem Zeitpunkt, als die Geschichte um überflüssige und unpassende "Bonnie & Clyde"-Elemente angereichert wird. Dies tut weder der bis dahin gelungenen Atmosphäre noch der Glaubwürdigkeit der Handlung gut.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Bonnie & Clyde-artige Duo Justin Timberlake/Amanda Seyfried zwar den Finger in die Wunden der Gesellschaft hält, für das gesellschaftliche Kernproblem jedoch keine echte Lösung perat hält. Und weil die Nummer für beide eigentlich deutlich zu groß ist, entschließt sich Andrew Niccol, die Handlung zu einem für meinen Geschmack zu seichten Ende zu führen. Ich persönlich hatte mir eine deutlich mutigere Storyentwicklung und auch ein düsteres Ende erhofft.

Trotzdem ist der Film durchweg spannend und die Actionszenen sind hervorragend inszeniert. Und wer GATTACA kennt, wird in den unterkühlt wirkenden Szenen in der Zeitzone "New Greenwich" zahlreiche Parallelen zwischen beiden Filmen entdecken können. Beide Male dominieren kräftige Farben, beide Male sind nur (bild)schöne, junge Menschen zu sehen. Alles scheint perfekt zu sein. Eine perfekte Umgebung für perfekte und sorgenfreie Menschen. Besonders in den angesprochenen Szenen wirkt IN TIME wie der kleine Bruder von GATTACA. Die Szenen im Ghetto sind hingegen in der Farbdarstellung reduziert. Es dominieren Braun- und Beigetöne. Dieser eher "dreckige" Look unterstützt die trostlosen Bilder gekonnt und erzeugt die dazu passende Atmosphäre.

Letztlich bleibt noch anzumerken, dass Justin Timberlake zumindest eine brauchbare Leistung abliefert. Er ist kein großer Schauspieler aber er fällt zumindest nicht negativ auf. Er füllt die Rolle des männlichen Helden sogar recht gut aus. Ich hatte Schlimmeres erwartet.

>>> ZUR BLU-RAY
BILD (gesehen auf 50 Zoll-Display)
Das Bild macht einen hervorragenden Eindruck. Die wichtigen Bildwerte wie Schärfe, Kontrast und Schwarzwert bewegen sich auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Erst im Vergleich zu Filmem mit echten Referenz-Bildern fällt auf, dass IN TIME an diese nicht ganz heranreicht.

TON (gehört mit 7.1-Set)
Der Ton macht - trotzdem er in deutsch "nur" im herkömmlichen DTS-Format vorliegt - eine mindestens ebenso gute Figur wie das Bild. Mit hoher Dynamik und viel Bass werden die actionreichen Szenen wiedergegeben. Die Surroundelemente sorgen für eine raumfüllende Atmosphäre. Wer jedoch einen nahezu perfekten Sound hören möchte, dem sei die englische DTS-HD Master Audio-Tonspur empfohlen

EXTRAS
Die recht kurzen Dokus sind eigentlich kaum der Rede wert, auf die BD-Live-Inhalte kann ich persönlich verzichten -> leider enttäuschend!

>>> FAZIT <<<
IN TIME hätte alle Voraussetzungen gehabt, um ein echter Knaller werden zu können. Weil jedoch die düstere Geschichte nicht durchgehend düster bleibt und sich in eine unpassende Richtung entwickelt, schrammt der Film doch deutlich an einem echten Highlight vorbei. TROTZDEM: Für einen spannenden Filmabend reicht IN TIME alle Mal aus! Film 3 Sterne / Technik 5 Sterne
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deine Zeit ist immer um.., 11. Dezember 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab (DVD)
Im Jahr 2169 ist die Genforschung soweit gekommen, dass der Alterungsprozess des Menschen ab 25 Jahren gestoppt wird. Klasse, aber die Sache im Film "In Time" von Andrew Nicol hat auch einen Haken. Es wurden auch alle Währungen abgeschafft, sie wurde duch Lebenszeit ersetzt. Das bedeutet, dass der Alterungsprozess zwar nicht fortsetzt, aber dem 25jährigen Menschen bleiben nur 1 Lebenszeit, die von einer implantierten Uhr auf dem Unterarm als Countdown in Richtung Ewigkeit angezeigt wird. Wenn diese Zeit nur noch Nullen anzeigt, dann stirbt der Uhrträger. Er hat natürlich die Möglichkeit in der nach wie vor existierenden freien Wirtschaft durch Arbeit etwas Zeit dazu zu verdienen, Schenken ist erlaubt - Klauen nicht, aber das passiert häufig. Um dies Zeitdiebstähle scharf zu ahnden, gibts die "Minute Man", eine Art Geheimpolizei, die hier von dem unerbittlichen Raymond Leon (Cillian Murphy) angeführt wird.
Das Gebiet ist in Zeitzonen eingeteilt, für die Unterschichten - also die mit wenig Zeit auf ihrer Lebensuhr - bleibt das Ghetto.
Die Reichen wohnen in New Greewich, so auch der Finazmogul Philippe Weis (Vincent Kartheiser) und seine Tochter Sylvia (Amanda Seyfried).
Erzählt wird aber die Geschichte des Underdogs Will Salas (Justin Timberlake), der mit seiner Mutter (Olivia Wilde) in Arbeit stürzt, um länger leben zu können. Beide Uhren sind bald abgelaufen.
Eines Tages hilft er einem fremen Typen (Matthew Borner), der von jungen Gangstern (u.a. Alex Pettyfer) verfolgt wird. Die Gang will an die 116 Jahre anzeigende Lebensuhr des Reichen, Will kann ihm helfen und bekommt am anderen Morgen ein folgenreiches Geschenk...
Andrew Nichol war auch verantwortlich für den sehr guten Science Fiction Film "Gattaca", seine neuer Ausflug im gleichen Genre ist merklich knalliger ausgefallen.
Immerhin ist die Story originell und mündet gezielt in eine Art Bonnie & Clyde Geschichte, was den Film aufwertet. Ein paar Logiklöcher gibts natürlich, aber dafür stimmt das Tempo und der Unterhaltungswert.
Der neunmal für den Oscar nominierte Roger Deakins (Fargo, Die Ermordung des Jesse James, Jarhead oder Kundun) ist verantwortlich für die gelungene Bildsprache dieses jungen und frischen Science Fiction Streifens.
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30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolle Filmidee, aber ohne jede innere Logik umgesetzt, 31. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab [Blu-ray + DVD + Digital Copy] (Blu-ray)
Die Idee einen gesellschaftskritischen Film zu machen, wo Lebenszeit Geld ersetzt, ist sehr innovativ und versprach großes Potential. Das Bild ist gut, die Schauspielleistungen der Hauptdarsteller in Ordnung und die Blu-ray hat sehr viele Sprach- und Untertitelspuren. Soweit so gut.
Dafür vergebe ich zwei Sterne. Mehr werden es aber leider nicht.

Denn die Idee wurde nur extrem unplausibel umgesetzt. Die Wandlung vom sich am Anfang abzeichnenden düsteren Science-Fiction-Thriller zur Bonnie&Clyde-fast-schon-Komödie fand ich extrem unpassend. Der Film hat an allen Ecken und Enden scheunentorgroße Logiklücken. Ich bin gewillt bei Filmen ein paar Logiklücken hinzunehmen. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo die gesamte Handlungslogik zusammenbricht, die Filmwelt als Ganzes völlig unplausibel wird und ich nicht mehr den Eindruck habe, dass es sich lohnt, sich gedanklich auf diese Welt einzulassen. Dieser Punkt ist in dem Film meiner Ansicht nach leider weit überschritten. Hier nur ein paar Beispiele:

Achtung SPOILER! (Die Beispiele sind im Übrigen wohl nur dann im Detail nachvollziehbar, wenn man den Film schon gesehen hat.)

- Beim ersten Mal beim Tod von Wills Mutter war die Wenige-Sekunden-vor-Tod-Nummer ja vielleicht noch ein halbwegs akzeptables dramatisches Element. Auch wenn es da schon bei näherer Betrachtung sehr wenig plausibel wirkte, dass die Mutter es riskiert, seelenruhig 2 Tage zurückzuzahlen, wenn sie minus erwartetem Busfahrtpreis nur noch eine halbe Stunde *minus Busfahrzeit nach Dayton* bis zum Tod übrig hat (also wohl auch nur wenige Minuten!), insb. wenn es offenbar üblich ist, dass Preise sich häufig erhöhen und es ja durchaus auch sein könnte, dass Will sich aus irgendeinem nicht von ihm zu verantwortendem Grund verspätet.
Beim zweiten Mal als Will im Casino bis wenige Sekunden vor Tod zockt hatte ich noch größere Bauschschmerzen - denn seinem fiesen Gegner hätte man ohne weiteres zugetraut, dass er einfach noch ein paar Sekunden verzögert, bis er die Karten auf den Tisch legt und durch Wills Tod gewinnt ehe er 1100 Jahre riskiert (insb. wo er später nicht mal bereit ist, 1000 Jahre Lösegeld für seine Tochter zu zahlen). Wie konnte Will das riskieren ohne vorher überhaupt auf seine Uhr zu schauen (vielleicht wäre er ja schon knapp unter 200 Jahre gewesen), insb. wo er seinem Jahrhundert-Gönner vorher quasi versprochen hatte, dessen Zeit nicht zu verschwenden?
Das dritte Mal nachdem sie überfallen wurden und sich durch den Diamantenverkauf retteten war das einzige Mal was halbwegs plausibel erklärt war ' auch wenn wenig überzeugend wirkte, dass Will nicht Borels Frau um ein paar Minuten bittet, auch wenn die ihm gerade von dessen Tod erzählt hat.
In extremer Weise absurd wurde es dann am Ende, nachdem 'Willie und Clydevia' schon eine ganze Weile sehr viel Zeit gestohlen hatten, dann eine Million Jahre stehlen und danach einfach mal vergessen, sich mal wenigstens ein paar Tage davon auf ihre eigenen Uhren zu packen, so dass sie mal wieder mit wenigen Minuten kurz vor Tod durch die Gegend hetzen müssen? Völlig absurd! Es wirkt auch wenig überzeugend, dass der Timekeeper-Polizist mehrfach ohne Not kurz vor Tod rumläuft, angeblich um Dieben keinen Anreiz zu geben - sagen wir ein Tag Puffer würde ihm da wohl kaum schaden, aber sehr viel nützen.
- Völlig unrealistisch ist auch, wie leicht unsere beiden Protagonisten Zeit rauben können. Das soll schließlich eine Welt sein mit sehr vielen sehr verzweifelten Menschen, für die es buchstäblich um Leben und Tod geht. Da wären sicherlich schon mal ein paar mehr Leute auf die Idee gekommen, einfach mit einem LKW in eine Bank zu fahren, wenn das so einfach wäre. Den beiden hat sich überhaupt kein Wächter in den Weg gestellt, von ihren Pistölchen mussten sie nicht mal Gebrauch machen. Völlig lächerlich, dass in dieser Welt wo die Reichen die Armen so krass unterdrücken und in die Verzweiflung treiben, die potentiell lebensrettenden Banken keine schärferen Sicherheitsmaßnahmen haben sollen.
- Wie konnten die beiden bei ihren mehrfachen (mindestens zwei, wahrscheinlich inkl. der Raubzüge z. B. bei Silvias altem Bekanntem deutlich mehr) Fluchten so einfach die Zonengrenzen überqueren mit ihrem Auto (noch dazu obwohl sie mit hoher Priorität gesucht werden)? Man würde erwarten, dass diese Grenzen schon längst von den Verzweifelten überrannt worden wären, wenn sie derart schlecht gesichert wären. Total absurd.
- Die Entführung von Silvias Vater am Ende mit dem Millionenraub war total unglaubwürdig. Selbst wenn man mal (unrealistischerweise) akzeptiert, dass der dem Vater bekannte Will es schaft, sich als direkt neben ihm laufender Bodyguard einzuschmuggeln, so sprengt es jegliches Entgegenkommen bei der Realismusverdrängung, dass keiner der Bodyguards dem entführten, offenbar bei weitem reichsten Mann der Zone folgt, die Timekeeper-Polizei offenbar nicht mal informiert wird (die merken es dann nur an der fehlenden Million Jahre) und die beiden hinterher völlig unbehelligt mit einer Million Jahre aus dem Gebäude spazieren.
- Völlig lächerlich ist, dass Sylvia ständig mit super-hochhackigen Schuhen durch die Gegend spurtet (besonders auffällig am Ende bei ihrem albernen (da wie gesagt eigentlich völlig unnötigen) Sekunde-vor-Tod-Spurt).
- Die Art und Weise wie Zeit gestohlen wird passt überhaupt nicht zu der Hintergrundgeschichte mit der genetischen Modifikation. Wieso sollten die Schöpfer der gentechnischen Modifikation das so unpraktisch eingerichtet haben, dass man mit dem simplen Umdrehen des Arms schnell Jahrhunderte gegen den Willen des Betroffenen stehlen kann? Schließlich könnten so erstens auch die Reichen leicht beklaut werden und zweitens haben auch die Reichen offensichtlich kein Interesse daran, dass die Armenzonen in völlige Raubmord-Anarchie abgleiten: Schließlich sinkt die Produktivität der Armen deutlich wegen der Ressourcen, die sie in (wenn auch simple) Schutzmaßnahmen stecken müssen. Sie könnten länger arbeiten und für die Reichen schöne Dinge herstellen, wenn sie nicht so extrem (und unnötig) überfallanfällig wären. Es ist vermutlich für die Filmdramatik nötig, dass Zeitdiebstahl grundsätzlich möglich ist, aber dafür sollte dann schon wenigstens irgendein technisches Werkzeug nötig sein, mit dem eine sehr plausiblerweise vorhandene 'genetische Diebstahlsperre' umgangen wird.

[- Nicht direkt eine wirkliche Logiklücke, aber ich fand es wenig überzeugend, dass sich Wills Freund Borel mit den 10 geschenkten Jahren innerhalb von vermutlich einem Tag todgesoffen haben soll (trotz seiner wunderschönen Frau und Baby). OK, könnte natürlich sein, aber viel besser hätte es gepasst, wenn er für die 10 Jahre ermordet worden wäre.]

Fazit: Eine massive Plausibilitätspanne jagt die nächste. Nur wenn man dagegen immun ist, könnte der Film gefallen ' ich war jedenfalls sehr enttäuscht. Aber wir können darauf hoffen, dass jemand anders die gleiche Filmidee vielleicht mal plausibler umsetzt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Film mit interessanter Idee..., 3. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei diesem Film ist es vor allem die Idee da hinter, die ihn so gut macht: Zeit wird zum Zahlungsmittel für alles und entscheidet damit letztlich auch über Leben und tot. Dadurch bekommen "Zeitverschwendung", aber auch einfache Redewendungen wie "Hast du mal ne Minute?" eine ganz neue Bedeutung.

Sollte man sich auf jeden Fall mal an einem ruhigen Abend anschauen. Absolut empfehlenswert.
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2.0 von 5 Sternen Lost in time, 8. Dezember 2014
Um bei den zahlreichen auf Zeit basierenden Wortspielereien zu bleiben, die der Film zitiert: Lost in time wäre auch ein ganz passendes. Weil hier doch mit fortschreitender Spielzeit einiges verloren geht, das den Unterschied ausmacht zwischen mittelmäßig und sehr gut. Zum einen sind das die bereits zur Genüge von Vorrezensenten aufgeführten Logiklöcher. Eines der lächerlichsten sind vermutlich die banal wirkungslosen Grenzbefestigungen zwischen den Hoffnungslosen und den Superreichen. Zwischen den paar Betonsockeln mit reichlich Abstand voneinander könnte eine Elefantenherde ungehindert durchposaunen. Und zur Not fährt man, wie gesehen, eben mitten durchs Wärterhäuschen mit den Pappwänden. Nichts, was eine Meute hoch Verzweifelter abhalten könnte, mal bei den Reichen nach besseren Zeiten zu suchen.

Neben diesem an vielen Stellen des Films anzutreffenden Logikunfug gibt es aber noch etwas zu bemängeln. Und das sind die Ausstattung und das Set-Design. Der Look des Films und die seltsame Ausgestaltung der gezeigten Welt erinnerten mich stark an den Film "Equilibrium". Hier tun sich blaupauseähnliche Parallelen auf - leider, denn schon Equlibrium verlor dadurch viel an Wirkung und In Time tut es ihm nach. Was ich meine ist, dass beide Filme ihre eigentlich gute Story optisch einbetten in eine Welt, die den Zuseher einfach eiskalt lässt und nicht in den Film zieht. Warum? Weil diese Welten komplett steril wirken, in einem unnatürlichen Einheitsgrau daherkommen, von Albert-Speer-artigen Monumentalbauwerken beherrscht werden, zwischen denen futuristisch surrende Retro-Autos im 60er-Look herumfahren und offensichtliche Komparsen auf Stichwort "Action" unmotiviert wirr herumlaufen. Alles sieht nach winzigem Budget, billiger Kulisse und Pappmaché aus. Eine billig abkopierte und unsympathische Mischung aus Metropolis, Reichsparteitag und Blade Runner. Nur eben für Arme und die unnötigen Assoziationen an böse deutsche Zeiten ärgern mich besonders wegen dem "Gschmäckle", den das einfach hat.

Zum wenigen Guten, das In Time aufweist, gehört für mich der Darsteller des Time Keepers. Ein toller Schauspieler mit äußerst unverwechselbarem Äußeren, besonders die unergründlichen tiefblauen Augen bleiben im Gedächtnis. Hier empfiehlt sich jemand für höhere Weihen denn einem in allen Belangen zweitklassig wirkenden B-Movie, das seine gute Grundidee durch eine lieblose Umsetzung verpulvert. Zeit kann man sinnvoller verbringen, als sie diesem Film zu schenken.
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5.0 von 5 Sternen Sehenswert!!!, 3. November 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab (DVD)
Jemandem Zeit schenken, stehlen oder rauben. Die Uhr tickt. Deine Zeit läuft ab. In dieser Dystopie sind das keine Floskeln, sondern bitterer Ernst: Die Menschen altern nur noch bis 25 und können theoretisch ewig jung bleiben. Doch mit dem Erreichen dieses Alters wird gleichzeitig eine Uhr im Unterarm aktiv, auf der genau ein Jahr gespeichert ist. Ist diese Zeit abgelaufen, stirbt der Mensch sofort. Durch Arbeit, Stehlen oder Schenken kann Zeit hinzugefügt werden.
Das Perfide: Die Zeit verstreicht nicht einfach nur mit jeder Sekunde, die man lebt, sie ist auch das einzige Zahlungsmittel. Jede Mahlzeit, jedes neue Hemd, jedes Telefongespräch verkürzt also das Leben. Wer arm ist, den bringt jede Preiserhöhung oder Lohnkürzung buchstäblich an den Rand des Todes.
Um dieses System zu stützen, sind zudem verschiedene Zonen eingerichtet worden - Arm und Reich leben getrennt. Die Reise in eine "bessere" Zone ist zwar nicht verboten, aber so teuer, dass sie für die meisten einfach unmöglich ist.

In diesem System hat Will, erst seit wenigen Jahren 25, es hart getroffen. Er lebt mit seiner Mutter in einem Ghetto und schafft es trotz harter Arbeit mit seiner Zeit immer nur gerade so über den Tag.
Sein Leben ändert sich jedoch grundlegend, als er einem Reichen das Leben rettet. Der Mann ist bereits seit 80 Jahren 25, des Lebens müde und über der Ungerechtigkeit des Systems verzweifelt. Er schenkt Will die 105 Jahre, die noch auf seiner Uhr sind, und begeht dann Selbstmord. Und für Will wird es jetzt gefährlich, denn nicht jeder freut sich mit ihm über sein unverhofftes Glück...

Logiklücken sind vorhaben, ja (wenn Wills Mutter es geschafft hat, in diesem System immerhin 50 zu werden, sollte sie dann nicht gelernt haben, Pufferzeit vorzuhalten?). Das hat mich jetzt aber weniger gestört, weil das Gesamtbild stimmt. Der Film hat mich richtig gefesselt und auch nach dem Ansehen noch lange beschäftigt.
Diese Zukunftsvision ist erschreckend und gar nicht mal so weit hergeholt - was geben wir, wenn wir für Geld arbeiten? Nichts anderes als unsere Lebenszeit. Was ist wirklich wichtig? Lohnt es sich, für das schicke neue Auto Überstunden zu machen und dafür Zeit mit Familie, Freunden oder Hobbys zu verpassen? Wer "In Time" gesehen hat, wird sich danach jedenfalls mehr als vorher überlegen, ob er seine begrenzte Zeit auch richtig nutzt.

Keine Angst, die Unterhaltung kommt auch nicht zu kurz. Der Film ist schnell und actionreich, und Justin Timberlake als Schauspieler war für mich eine echt angenehme Überraschung (kannte bisher nur seine Musik). Angucken!
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5.0 von 5 Sternen Gelungene Parabel auf dem ausbeuterischen Neoliberalen Kapitalismus und seinen Jugendwahn, 26. August 2014
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab (DVD)
Irgendwann in der Zukunft. Das Fiat Money ist wohl irgendwann implodiert und eine neue Währung musste her, man entschied sich für Lebenszeit, die nun wie Geld verdient werden muss. Man steht also unter Umständen vor der Wahl, zu verhungern oder zu sterben, weil man seine Lebenszeit für Essen ausgibt. Natürlich hat dieses System auch seine Vorteile, der Alterungsprozess Endet im Alter von 25 Jahren. Jeder Mensch, der diesem System angeschlossen ist, erhält an seinem 25 Geburtstag, an dem sich das System aktiviert, ein Jahr Lebenszeit. Die übrige Lebenszeit kann auf einer implantierten Uhr auf dem Unterarm abgelesen werden. Ist diese Uhr abgelaufen, stirbt der Mensch auf der Stelle. Da man zusätzliche Zeit nur durch Arbeit erlangen kann, hat dies zur Folge, dass die Reichen ewig leben und die Armen früh sterben und dieses kurze Leben damit verbringen sich in Fabriken in schlecht bezahlten Jobs zu schinden, um irgendwie den nächsten Tag zu erleben. Die verschiedenen sozialen (Zeit)Schichten leben in voneinander abgegrenzten Gebieten, die nur durch horrende Wegezölle überquert werden können, was die Armen sich gar nicht leisten können, ohne zu sterben.

Will Salas lebt mit seiner Mutter von einem Tag zum nächsten in Dayton. Kaum einer hat mehr als einen Tag auf seiner Uhr bis Will in einer Bar den reichen und bereits den 105 Jahre alten Henry Hamilton vor einer Gang rettet, die ihm seine Zeit stehlen will. Henry Hamilton ist das Leben satt, erscheint Will seine verbleibenden 116 Jahre geschenkt und bringt sich anschließend um.
Nachdem Wills Mutter stirbt, weil der Bus seine Fahrpreise um mehr Minuten erhöht hat, als sie besitzt und er es knapp nicht schafft sie zu retten, indem er ihr einige seiner Minuten überträgt, macht sich Will auf den Weg in die Zeitzone der Reichen um das System zu stürzen und Rache zu nehmen.

Kapitalismuskritik mal anders und direkter und das aus den USA, wer hätte das gedacht. Da in Amerika ja immer noch die Meinung vorzuherrschen scheint, dass wer reich ist, das auch ehrlich verdient hat, hat man hier einmal eine Währung gewählt, die mehr als plakativ zeigt, was Geld mit den Menschen macht. Natürlich stirbt man beim Fiat Money nicht sofort, wenn dieses weg ist, es dauert ein wenig länger, aber letztendlich sind die Folgen für die Menschen die gleichen. Hier wird direkt die Verbindung zwischen Reich, jung und langlebig gezogen ohne den Umweg über wertloses Papiergeld, bei dem sich die Reichen die beste Medizinische Behandlung leisten können, während die Armen mittlerweile an heilbaren Krankheiten früh sterben. Dazu noch eine Priese Jugendwahn und angewandter Sozialdarwinismus.
Prinzipiell eine Parabel auf das heutige Bankensystem und den Kapitalismus, in dem Güter künstlich verknappt werden, um den Preis nach oben zu treiben und eine dünne Oberschicht auf dem Rücken der Mehrheit ein langes Leben führt. Vielleicht ein wenig plakativ und direkt, aber anders scheinen es die Amis häufig nicht zu verstehen.
Natürlich sind die Zutaten nicht neu, hier hat keiner das Genre neu erfunden. Die Geschichte ist eine Mischung aus GATACA, Road Movie und Bonnie und Clyde. Aber dennoch ist sie spannend und unterhaltsam und Justin Timberlake sogar ein passabler bis guter Schauspieler, das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit ersetzt Geld, 8. Februar 2012
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: In Time - Deine Zeit läuft ab (DVD)
In einer nicht allzu fernen Zukunft ermöglicht eine Technologie den menschlichen Körper nach Erreichen des fünfundzwanzigsten Lebensjahr den Alterungsprozess zu verhindern. Allerdings ist weitere Lebenszeit ein Wirtschaftsgut. Schlimmer noch, es ist zur Währung geworden.

Durch Zufall gelangt der im Ghetto lebende Will Salas mittels eines vermögenden Selbstmörders an das Kapital von einhundert Lebensjahren. Dies bleibt nicht lange geheim und er wird gejagt. Will wechselt in das Viertel der Superreichen und entführt die Tochter eines Magnaten. Danach mutiert das Pärchen zu einer Art Bonnie und Clyde, raubt Banken aus und verteilt in Robin-Hood-Manier die erbeuteten Zeitkonten an die Armen.

Die spannende Geschichte wird flott erzählt. Überraschende Wendungen und pfiffige Lösungen treiben die Story voran. Leider fehlt es den Figuren an Profil. Sie wirken oberflächlich und austauschbar. Einige Szenenbilder haben ihren ganz besonderen Reiz, bieten originelle Eyecatcher und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler ist ein sehenswerter Genrefilm gelungen.
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3.0 von 5 Sternen Unausgereiftes Drehbuch, 6. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich kann nur den kritischen Stimmen im Forum zustimmen.
Super Idee und gute Prämisse, doch hinten raus, wird der Film immer schwächer.
Spoiler:
Das "Robin Hood" Ende - Ausrauben der Zeitbanken und Verteilen an die Armen bis in alle Ewigkeit - macht nur Sinn, wenn das System nicht zusammenbricht. Doch weil die Hauptfiguren das System zum Kollabieren gebracht haben, ist die Frage, wie man die Anarchie wieder geregelt bekommt.
Wird wieder Geld eingeführt? Dürfen jetzt alle Menschen 10.000Jahre alt werden? Wird die Geburtenkontrolle abgeschafft? Wird die Genmanipulation abgeschafft, so dass alle Menschen wieder nur 90 Jahre alt werden? Wer produziert in Zukunft was zum Leben gebracht wird?
Viele interessante Fragen, um die sich die Geschichte drückt und die auch in einem Actionfilm bestimmt noch zu spannenden Wendungen hätten führen können.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als gedacht., 3. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zuerst war ich etwas skeptisch bzgl. Justin Timberlake als Schauspieler, jedoch ist dieser Streifen sehr kurzweilig und gut geeignet für einen Filmabend ohne viel Nachdenken zu müssen. Das Meiste ist zwar ziemlich vorhersehbar, aber wirklich langweilig wird's trotzdem nicht.
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