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"Das Bild, das die Menschen heute von Vampiren haben, stammt praktisch aus Hollywood", bedauert Kerry Prior mit einem Augenzwinkern - und wollte sich in seinem 2009er Film "The Revenant" (Der Wiedergänger) endlich mal damit auseinandersetzen, wie Zombies und Vampire "wirklich" sind.

INHALT & WÜRDIGUNG

Es kann ja jedem so leicht widerfahren - in einem Augenblick läuft alles scheinbar noch ganz normal: man beerdigt seinen besten Freund, freut sich, dass man dessen röhrenden Camaro behalten darf und treibt es nach der Beerdigung "all night long" mit seiner ausgehungerten Verlobten. Einfach, "weil es nicht mehr schlimmer werden kann". Und in einer solchen Situation bedarf es nur eines einzigen unglücklichen Zufalls: der Bagger fällt ein paar Sekunden, bevor sich die schwere Betonplatte auf das Grab senkt, aus.

Mit David Anders und Chris Wylde hat Prior ein Hauptdarsteller-Paar gefunden, das unter einer gelassen-freundlichen Schale diesen unterschwelligen Sarkasmus gemeinsam hat, der - unter scheinbar völlig normalen Lebenssituationen verborgen - die Perversíon des Normalen aufdeckt. Ein Spiel, das Kerry Prior mit seinem Publikum gerne betreibt: ob es das große Finale mit jaulenden Polizeifahrzeugen bis zum Horizont ist, bei welchem serienweise harmlose Normalbürger erschossen werden, oder das Kult-Katerfrühstück der kommenden Jahrzehnte mit geräucherten Dosen-Muscheln, welches nicht nur manchem Zuschauer den Magen nach außen stülpt.

"Revenant" kann man weder als Komödie noch als Realsatire festnageln - es gibt richtig Widerliches satt, man wird sich nach harmlosen Momenten wie dem besagten Frühstück zurücksehnen. Auch die berühmte Kettensäge darf nicht fehlen. Dazu haufenweise köstliche Gewaltszenen vom durchgeknallten Black-Power-Philosophen bis zu den ballerfreudigen Polizisten, die unbeirrt weiter draufhalten, wenn das Ziel zwischen ihnen durchläuft. Und schließlich der rührende Abschied, bevor Chris Wilde im entscheidenden Moment den Kopf in den Sand steckt...

Die kanadischen Zombie-Freaks waren von der Preview begeistert. Leute mit einem sehr, sehr, sehr trockenen und hintergründigen Humor werden auf ihre Kosten kommen. Die erste - oder doch zweite? - Liebes-Szene (mit Louise Griffiths), die Prior je gedreht hat, ist erfreulicherweise deutlich schärfer ausgefallen als die meist in Farbe und Kontrast sehr zurückhaltenden Bilder des Films, die selbst oft so wirken, als seinen sie gerade aus einer Gruft auferstanden.

Insgesamt drängt sich die in den Extras geäußerte Idee des Regisseurs, eine Parabel über die Abgestumpftheit des Durchschnittsbürgers zu drehen, beim ersten Betrachten des Films nicht auf. "Untote wie wir" ist einer dieser Filme, den man sich häufiger anschauen sollte. Denn in der Behandlung der Kernfrage, ob wir noch nicht Untoten wirklich und tatsächlich leben, liegt der Witz des Ganzen: Revenant zeigt Karikaturen von Normalbürgern, denen bereits so viele Ideen, Hoffnungen, Wünsche und Träume abgestorben sind, dass sie eigentlich schon lange, bevor sie irgendein Friendly Fire erwischt, zu guten Teilen nur noch als Zombie dahinvegetieren. Deren Hoffnung eigentlich nur noch darin liegen kann, dass ihnen gerade noch rechtzeitig jemand den Kopf abschneidet und ihnen einen satten Pfahl in die Brust hämmert.

Was, wie Prost in den Extras genüsslich berichtet, in der wahren Geschichte, die ihn zu diesem Film inspirierte, sich auch als völlig richtige Methode im Umgang mit einem Vampir erwiesen hat: Der Mann war hinterher tatsächlich tot.

TECHNIK & KONFEKTION

An Tonspuren werden Deutsch und Englisch in in Dolby Digital 5.1 angeboten, dazu Untertitel in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch.

Die Universal Pictures Blu-ray vom Januar 2012, die wahlweise als Steelbox oder in üblicher Verpackung erhältlich ist, bringt den Film in voller Länge von 118 Minuten - die Kinoversion läuft nur 110 Minuten, und bei einige Festival-Versionen fehlte die Irak-Handlung zu Beginn. Das Format ist 2,35:1. Die BD ist umfangreich mit Audio-Kommentaren ausgestattet, die nochmals zahlreiche Proben des bereits erwähnten trockenen Humors bereithalten. Das gilt auch für das Making Of in HD 1080p. Auch die herausgeschnittenen Szenen machen Freude - die hätte man ruhig drin lassen können.

Die Bildqualität ist untadelig, wo die Beleuchtungsverhältnisse das zulassen. Das ist bei einer digitalen Produktion auch nicht anders zu erwarten. In extrem schlecht ausgeleuchteten Szenen wie der Grab-Szene oder im Gegenschnitt der Irak-Aufnahmen im Fahrerhaus treten allerdings deutliches Rauschen und Artefakte auf. Gelegentlich hat man auch den Eindruck, ein Schleier würde über dem Bild liegen. Hier hat die enorme Schwachlichtfähigkeit von Digitalkameras möglicherweise dazu verführt, über die Grenzen des Machbaren hinauszugehen. Oder aber man hat die technischen Schwächen bewusst eingesetzt: denn das passt natürlich vorzüglich zu diesem Film. Das oft widerliche Licht gehört jedenfalls zweifelsfrei zur logischen Ausstattung wie die Kakerlaken in der Badewanne oder das versiffte Fisch-Bassin.

Der Ton wird wie so oft nur in Englisch in DTS HD MA 5.1 angeboten. Auch wenn es manchmal ganz schön kracht, auch mit tiefen Bässen: Bei Horrorfilmen ist man an sich einen deftigeren Einsatz der Möglichkeiten, vor allem auch der räumlichen Wiedergabe gewohnt. Die Dialoge allerdings sind gut verständlich.
Der FSK-Aufkleber auf dem Steelbook ist entfernbar. Die normale Blu-ray enthält ein Wendecover.

Wenn man mit Multi-Genre-Produktionen keine Probleme hat und es versteht, die Ruhe zu nutzen, in welcher die Geschichte erzählt wird, um die zahlreichen liebevoll gestalteten Details aufzunehmen, kann einem "The Revenant" viel geben - schlaflose Nächte allerdings eher weniger.

film-jury 4* A0855 26.1.2012 Rezensionsexemplar Genre: Komödie | Horror
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. September 2012
Also als erstes möchte ich die Steelbook kurz bewerten. Das äußerliche der Steelbook ist sehr schick wie ich finde und gut verarbeitet. Als ich das Steelbook öffnete, war ich ein bisschen verwundert, zwei Plätze für BluRays doch nur eine drin. Hm naja nicht schlimm aber unnötig. Auch so ist nichts weiter enthalten schade.

Nun kurz zum Film. Also wer schwarzen Humor lustig findet, wird gut bei diesem Film lachen können. Es gibt einige Szenen die sehr lustig sind. Doch meiner Meinung nach kommt dieser Film nicht an Shaun of the Dead ran. Genau so finde ich nicht das er übermäßig Blutig ist.

Also der Film ist mal ne coole Abwechslung. Denn wo hat man schon zwei Kumpels die halb Vampier und halb Zombie sind und auf Bösewichte jagt machen. Aber mehr auch nicht. Also ich muss ihn mir nicht jeden Tag ansehen.

Dieser Film eignet sich gut für ein Lustigen Abend mit Freunden.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Februar 2012
Diesen Film kann man praktisch überhaupt nicht neutral bewerten.
Ich behaupte, dass man den Film nicht unbedingt als Zombiefilm bezeichnen und auch nicht mit entsprechenden Klassikern vergleichen kann. Ich gehe sogar so weit, dass er durchaus als Experimentalfilm durchgehen könnte.
Die streckenweise hanebüchende Handlung ist ein Sammelsurium unterschiedlicher Genres, die teilweise recht wirr miteinander verwoben werden. Genau das erreicht Regisseur Prior auch mit unterschiedlichen Stilmitteln und Kameraeinstellungen. Er wechselt ständig das Tempo und die Stimmungslage, jeder Filmabschnitt hat seine eigene Atmosphäre.Kurzzeitig kann man sogar Parallelen und Machart von Tarantino- und/oder Exploitationfilmen ausmachen Ich konnte mal herzhaft lachen, dann wiederum hatte ich echtes Mitleid mit dem Protagonisten um im nächsten Moment zu würgen und mich ekelerregt abzuwenden und auch Hassgefühle zu entwickeln. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, streckenweise wurden kreative und neue Ideen verarbeitet, die dem ausgelutschten Zombiegenre noch neue Facetten abringen konnten, was wirklich sehr schwierig ist. Ich möchte jedem Kritiker ans Herz legen, sich den Film ohne Vorurteile unter diesen Aspekten noch einmal anzuschauen und dem Erstseher wünsche ich viel Vergnügen bei einem wirklich toll inszenierten Film.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. März 2012
Ich empfand The Revenant-Untote wie wir einen wirklich guten Zombie-"Super"helden-Film.

Ein Zombie-Drama? oder düsterste Satiere. (Rabenschwarze) Komödie kann man es fast gar nicht mehr nennen, da der Film ab der Mitte/Ende wirklich abgedreht und äuserst brutal aus den Fugen gerät. Natürlich nicht für Horror und Zombiefreunde, aber eben für den "normalen" Zuschauer.
Ich möchte mal nicht zuviel verraten. Mir hat diese neue Zombievariante ganz gut gefallen, welcher neue (blutige) Wege der Gewalt aufweist.
Menschen rennen nicht mehr von Horden von hirnlosen Untoten davon, sondern der Hauptdarsteller ist selbst zum Untoten (Rächer) geworden. Ein blutiger Pfad hinterläßt unser Hauptprotagonist, der sich zwischen "guten" und bösen Aktionen, seinen Lebenssaft zum Überleben beschaffen muß. Auch unschuldige Opfer und Verbrecher finden dadurch ihren grausamen Tod!

Ich finde es gibt heutzutage sehr viel Zombiemüll!!! Untote wie wie, gehört zu den besseren, und ich finde sogar, innovativeren Streifen seines Genres. Die ca. 118 Minuten fand ich keinesfalls zu lange. Am Ende hatte ich auch noch Lust auf mehr! Geschnittene Dialogszenen und ein Making of befinden sich noch auf der Blu Ray.

Das Zombie-Genre entwickelt sich weiter. Im Stil von Deadheads und Super.
Zu empfehlen. 4 Sterne und ein +
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14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2012
Über den deutschen Filmtitel kann man sicher streiten, im Original heißt er wesentlich passender "The Revenant" (Der Wiedergänger).

Zuerst die guten Nachrichten: Der Film ist ungeschnitten!

Jetzt die richtig guten Nachrichten: Hier kommt auf leisen Pfoten eine echte Überraschung und ein Zombie-Film der völlig anderen, so noch nie gesehenen Sorte!

Was muss man beachten, wenn der beste Saufkumpan als Untoter nach seinem tödlichen Irak-Einsatz wieder aus dem Sarg auftaucht?

1. Ruhe bewahren
2. Pizza verursacht übles, sehr eklig-feuchtes Aufstoßen
3. Stattdessen lieber Blut besorgen - im Krankenhaus oder direkt an der Quelle
4. Unauffällig gegenüber der Verlobten und der Nachbarschaft agieren
5. Nach anstrengenden nächtlichen Exkursionen am Tage erstmal durchschlafen...
6. Cool bleiben und Sonnenbrille auf!

Soviel andeutungsweise zum Inhalt, je mehr man vorher weiß, desto mehr beraubt man sich des Filmgenusses.

Hier kann man die Behauptung wagen, dass dieser Film sich zum Kult-Klassiker entwickeln könnte.

Die beiden Kumpels Bart und Joey wachsen einem an's Herz und sorgen für Lacher aber auch bisweilen einen Kloß im Hals, es gibt durchaus einige gorige Sequenzen, besonders hervorzuheben ist die tolle und einfallsreich ausgewählte Musik.
Die Kameraarbeit ist sehr gut, Bild und Ton stimmen, die Gangart des Films ist allerdings teilweise eher ruhig.

Regisseur D. Kerry Prior hat auch das Buch geschrieben und kommt eigentlich aus der Special-Effects-Ecke, so hat er bereits 1989 bei Camerons "The Abyss" an den Special Effects mitgewirkt, desweiteren auch vorher bei "Nightmare On Elm Street 3 und 4", bei "Der Blob" etc.

Keine Frage: Der Film ist etwas Besonderes.

Klare Empfehlung für Freunde des Genres.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2012
Zum Film:

Film ist meiner Meinung nach sein Eigen, ist etwas ganz anderes nur wie ich finde sind 120 min vllt etwas zu lang es kommt schnell das Gefühl rüber, ich kann ja mal auf Klo gehen ohne Pause zu machen. (So ist es zumindest mir ergangen) Der Film macht an einigen Stellen echt Spaß nur wie man Lernt werden im Trailer meistens schon die besten Ausschnitte gezeitgt. Als ich mir den Film Gekauft habe hab ich mir ein bisschen mehr Erhofft aber egal.

Zu dem Preis würde ich Ihn mir nicht holen, wenn es Ihn für 10 € im Steelbook zu kaufen gibt finde ich kann man gut zuschlagen. Aber der Geschmack geht ja in verschiedene Richtungen von Mir 4 Sterne, da ich doch an einigen Stellen lachen musste und auch überrascht war das man nicht nur Hirntote Zombies zusehen bekommt.

Zum Bild der BD kann ich nur sagen ist jetzt nicht so der Hammer aber ist schon gut bekommt von mir 7/10 Punkten.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Februar 2012
Mit "The Revenant" inszenierte D. Kerry Prior als Regisseur, Autor & Produzent in einer Person einen sehr eigenwilligen Zombie-Streifen (oder Vampir-Streifen - Priors Untote tragen Charakterzüge beider Horror-Figuren), der sich nicht nur - wie in der heutigen Zeit üblich - an den Genres Horror-Persiflage & Splatter-Movie bedient, sondern außerdem noch Merkmale eines Buddy-Movies & einer Tragikomödie aufweist.

Als Verpackung dieser nicht unoriginellen Horror-Idee wurde in der hier vorliegenden limitierten Blu-ray-Ausgabe ein sehr schickes Steelbook gewählt.
Das FSK-Logo links unten sowie die Blu-ray-Kennzeichnung links oben sind nur Aufkleber & problemlos ablösbar.
Bild (2,35:1 [1080p]) & Ton (Deutsch: DTS 5.1, Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1) der Blu-ray sind in Ordnung. Deutsche UT sind vorhanden & auch englische für Hörgeschädigte.
Als Bonusmaterial gibt's einen Regie-, einen Schauspieler- & auch einen Visuelle-Effekte-Kommentar (alle in Dolby Digital 2.0 Stereo), ein 13minütiges Making Of sowie 5 unveröffentlichte Szenen.

Das einzig seltsame an dieser Edition ist, dass ein Blu-ray-Steelbook für 2 Discs verwendet wurde, obwohl nur eine Disc enthalten ist. Wer glaubt, in seinem Steelbook würde eine Disc fehlen, kann beruhigt sein: lt. diversen Internet-Foren (z.B. ofdb.de) gehört zu dieser Ausgabe definitiv nur eine Disc. Dies stört zwar nicht wirklich, aber ein solcher "Verpackungsfehler" muss nicht zwingend sein - daher ein Stern Abzug.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
>>> ZUM FILM <<<
Die Untoten sind einfach nicht totzukrigen! Seit George A. Romero 1968 mit NIGHT OF THE LIVING DEAD und dem Zombiefilm ein eigenes Horror-Subgenre aus der Taufe gehoben hat, bevölkern Zombies und artverwandte Untote mit schöner Regelmäßigkeit die Leinwände bzw. Heimkinos dieser Welt. Neben den klassischen Genre-Splatterfilmen haben in den letzten Jahren auch mehrere, gelungene Komödien ihre Spuren in der Filmlandschaft hinterlassen. Allen voran SHAUN OF THE DEAD oder ZOMBIELAND. Nun versucht UNTOTE WIE WIR auf den Spuren der vorgenannten Highlights wandeln - und scheitert! Zumindest teilweise...

Hat sich der geneigte Fan erst einmal mit der ungewohnten Situation vertraut gemacht, dass die Untoten geistig absolut fit in der verwesenden Birne sind und reden können, dann wundert er sich im weiteren Verlauf doch eher über die zähe Storyentwicklung und mehrere Logiklöcher, die locker Kratergröße annehmen. In vielen Dialogen, die schlicht und ergreifend zu lang geraten sind, geht so manche Pointe unter oder zündet erst gar nicht.
Die beiden Helden der Story, Bart und Joey, liefern sich so das ein oder andere Mal Wortgefechte, deren Ende man mehr als einmal herbeisehnt. Der Drehbuchautor legt den handelnden Akteuren zahlreiche Dialoge in den Mund, die in erster Linie auffallend lang statt auffallend originell sind. Wortwitz? Nur selten vorhanden! Gelungene Pointen? Finden so gut wie nicht statt! Ein gelungenes Timing sieht jedenfalls anders aus.
Selbst die bösen Buben, denen unsere beiden untoten Revolverrächer den Kampf angesagt haben, werden von den zwei Sympathieträgern zunächst konsequent in Grund und Boden gequatscht, bevor sie dann doch ihre Wummen auspacken, um damit für klare Verhältnisse zu sorgen. Aber auch diese Dialoge verlaufen lange vor deren Ende bereits im Sand der Langeweile. Wären sie gut geschrieben deutlich kürzer - UNTOTE WIE WIR hätte ein echter Kracher werden können. So hat man jedoch das Gefühl, einen Film zu sehen, der mit knapp 2 Stunden Spieldauer mindestens 30 Minuten zu lang ausgefallen ist.
Das Drehbuch kann also in dieser Hinsicht nicht überzeugen und hält, wie schon erwähnt, außerdem Logik-Krater bereit, die man nur ignorieren kann, wenn man mehr als ein Auge zudrückt. Sollte einer der Leser in der Lage sein, mir sinnvoll zu erklären, wie ein heftig nach Verwesung stinkender Untoter unerkannt an Ärzten und Pflegern in einem Krankenhaus vorbeischleichen kann, erhöhe die Gesamtwertung sofort um einen Stern!

UNTOTE WIE WIR hält für den ausdauernden Zuschauer nach 2/3 der Spieldauer noch eine echte Überraschung bereit: Er wird spürbar besser! Wer z.B. eine der abgedrehteste Szenen der Filmgeschichte sehen möchte - jemand ohne Kehlkopf wird doch noch zum Reden gebracht *rofl* - der MUSS den Film ganz anschauen. Wer dann noch damit leben kann, dass der mehr oder weniger gelungene Humor zugunsten dramatischer Momente in den Hintergrund rückt, der wird mit einem Ende belohnt, das - man mag es kaum glauben - beinahe schon begeistert.

Insgesamt bleibt jedoch leider nur ein Werk übrig, das nicht über den Genre-Durchschnitt hinausragt.

>>> ZUR BLU RAY <<<
Auffällig ist zunächst, dass offensichtlich eine Doppel-Disc geplant gewesen ist (oder noch geplant sein könnte?). Denn nach dem Öffnen des Steelbooks findet man zwar nur eine Blu-Ray vor, jedoch zwei Disc-Halterungen.

Bild (gesehen auf 50 Zoll-Display)
Das Bild ist eine Frechheit! Das Schwarz ist eher grau und wird oftmals von einem derart heftigen Rauschen begleitet, dass man das Gefühl hat, die Mattscheibe des heimischen Fernsehers wäre verschmutzt. Ich kam tatsächlich oftmals ins Grübeln, ob evtl. mein Fernseher oder doch die Blu-Ray die Ursache für das schlechte Bild sein könnte. Die gute Nachricht für mich: Der Fernseher funktioniert einwandfrei. Die schlechte Nachricht für potentielle Käufer: Das Bild der Blu-Ray ist über weite Strecken grottig!. Ebenso wenig überzeugen die Bildschärfe und die wenig kräftigen Farben.

Ton (gehört mit 7.1 Set)
Auch bei dieser Veröffentlichung liegt der deutsche Ton nur im DTS 5.1-Format vor, während der englische Ton in DTS-HD MA 5.1 geboten wird. Qualitativ sieht es hier jedoch deutlich besser aus als beim Bild. Es kracht in den Actionsszenen ordentlich, die Dynamik macht einen guten Eindruck und hind und wieder wird eine gute Surroundkulisse aufgebaut.

EXTRAS:
Deleted Scenes, Making-Of, Audiokommentare vom Regisseur, den Schauspielern und den Visual Effects-Leuten.

>>> FAZIT <<<
UNTOTE WIE WIR überzeugt über weite Strecken nur bedingt. Trotzdem gibts von mir aufgrund des kurzweiligen, spannenden und letztlich sehr gelungenen Finales drei Sterne. Aufgrund des wirklich schlechten Bildes ziehe ich in der Gesamtwertung wieder einen Stern ab, so dass mein Fazit untderdurchschnittlich ausfällt ist. Wer neugierig auf den Film ist, kann ohne weiteres auf die günstigere DVD zurückgreifen .
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bart hat es im Irak aus den Kampfsocken gehauen. Als er zurück in der Heimat ist und aus seinem Sarg krabbelt, merkt er sofort dass irgendetwas nicht stimmt. Die Verwesung ist bereits sichtbar fortgeschritten und er mieft wie Köterdurchfall im Regen. Außerdem kann er nicht sprechen, sein Mund ist zugenäht. Dumm gelaufen.

Bart macht sich auf den Weg zu seinem besten Kumpel, Joey, um die Lage zu checken. Nach einigem Hin und her wird schnell klar: Bart ist ein Untoter, ein Wiedergänger, eine Mischung aus Zombie und Vampir, jemand der sich dringend eine private Blutbank zulegen muss, um seine Batterien aufzutanken. Gemeinsam machen sich Bart und Joey auf den Weg, um das Problem zu lösen. Was folgt, ist ein haarsträubender Trip durch die Gemeinde, bei der kein Auge trocken und kein Fettnäpfchen ungetreten bleibt.

UNTOTE WIE WIR läuft 113 Minuten und ist - grob geschätzt - etwa 23 Minuten zu lang, was an einigen ausgedehnten Ballerszenen zum Ende hin liegt (weniger ist manchmal mehr). Die restlichen 90 Minuten Spielfilmlänge garantieren aber allerbeste Sinnlosunterhaltung mit amüsantem Gag-, Ekel-, Horror- und Trash-Faktor. Alleine das Ablästern über Scientology und die seltsamste Vibrator-Zweckentfremdung der Filmgeschichte sind die Dollars für diesen Film wert. Wegen letztgenannten Punkten wurde wahrscheinlich auch FSK-18 klassifiziert - die Splatterszenen halten sich nämlich ansonsten in Grenzen. Da sind Freunde des Genres ganz andere Sachen gewöhnt.

Fazit:

Ein Soziologe würde wahrscheinlich bedeutungsschwanger urteilen: "In einer nach Homogenität strebenden Welt ist dies einer der heterogensten Filme überhaupt. Er verweigert sich - fast anarchisch - konsequent dem Durchschnitts-Seher. Er stellt den Status Quo auf den Kopf und wirft die philosophische Frage auf, wer eigentlich "toter" ist: Derjenige, der das hart erkämpfte bürgerliche Leben bereits hinter sich hat oder derjenige, der es in all dem gesellschaftlichen Chaos und seinen sozialen Konflikten noch ertragen muss. Insofern ist UNTOTE WIE WIR eine Metapher, ein Spiegel auf unseren zivilisatorischen Untergang: Der Mensch an sich ist bereits medial so verroht und abgestumpft, dass er dem Tod keinen Schrecken mehr abgewinnen kann. Alles ist zu einem großen Videogame verkommen, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Im Krieg wird gestorben, aber der Krieg findet im Irak oder anderswo auf der Mattscheibe statt. Vielleicht muss man mal vorübergehend tot sein, um sich anschließend richtig lebendig zu fühlen und die größeren Dimensionen begreifen zu können."

Naja ...
ich persönlich urteile lieber pragmatisch: Aufgrund der durchgehenden Absurdität, der stets passenden Musik, der überzeugenden Coolness der Akteure, der knackigen Dialoge, und der Missachtung aller Genre-Regeln (u.a. Beziehungsdrama eingearbeitet, Rollenverhältnis umgekehrt und Zombies eine Seele eingehaucht, gelungenes und unerwartetes Ende) kann man getrost mit Minimum vier von fünf Sternen bewerten. UNTOTE WIE WIR unterhält, lenkt ab, liefert in circa 90 von 113 Minuten Daumen-hoch-Flimmerkisten-Spaß. Kurzgesagt: Das Ding funzt über weite Strecken und ist mal was anderes.
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am 20. Februar 2012
Es gibt viele Zombiefilme, die beängstigender sind als dieser...
doch wird bei diesem gewiss nicht an Blut gespart.
Und mit einer Prise Humor, ist er alles in allem ein relativ guter Film... mit Verbesserungskriterien.

Doch welcher Horror/Zombiefilm besitzt diese nicht? Jeder stellt sich das Ende anders vor... "hätte man hier und hätte man dort".
Wer einen Zombiefilm sucht, welcher nicht ab 16 Jahre ist... - ala "Zombieland" und doch gerne etwas schwarzen Humor verträgt - sollte sich diesen Film unbedingt einmal ansehen.
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