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Kundenrezensionen

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am 17. November 2013
Kein Zweifel: das ist ein sehr moderner Beethoven, den das Artemis-Quartett hier präsentiert. Keiner, der aus der Ferne grüßt, sondern sozusagen einer von heute für heute. Und so wird er auch gespielt: sehr direkt, sehr geradeaus, unverzärtelt, unverkünstelt, mit hörbarem, aber nicht übertriebenem Vibrato, mit spürbarer, aber ebenfalls dosierter Expressivität, mit klar durchhörbaren Strukturen, mit Mut auch zu unschönerem Spiel und Drastik und deutlichen Forte-Ausbrüchen. Das alles kann für sich genommen wirklich begeistern und wird auch unterstützt durch ein adäquates Klangbild.
Eines aber fehlt auf Dauer doch: das spielerisch Leichte, Verspielte ist nicht die Sache des Artemis-Quartetts. Da vermisst man doch so manche Ausdrucksnuance, so manche Keckheit, aber auch so manches tiefgründigere Nachempfinden, so manches Atmen und wirkliche Innehalten. Es ist ein bisschen so, als habe man es hier letztenendes eher mit einer intellektgesteuerten, klaren, teilweise fast kühlen Darstellung einer natürlich hochgradig faszinierenden Architektur zu tun, aber eben weniger mit tatsächlich bewohnten und mit echtem Leben erfüllten Räumen. Dieser Ansatz funktioniert noch überzeugend mit Beethovens späten "abstrakten" Quartetten. Beim großen Rest aber ist man als Hörer zwar beeindruckt ob des technischen und kraftvollen Niveaus. Aber berührt davon ist man eigentlich nicht. Gute 3 bis schwache 4 Sterne dafür (auf der Skala so nicht darstellbar).
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am 31. Oktober 2015
Ich war von den Schubert-Aufnahmen des Artemis-Quartett sehr angetan - aber beim Beethoven gelingt ihnen nicht mehr, als ein Aufguss der Aufnahmen des LaSalle oder des Berg-Quartetts. Dh. man hält sich sklavisch an die Partitur. Doch was ist das Ergebnis, falls alle Ensembles die Noten so widergeben, wie sie gedruckt worden sind: Sie klängen alle gleich. Musiker müssen etwas zu der Musik, die sie spielen, zu sagen haben, Andernfalls sollten sie schweigen. In diesem Sinne hört man beim Beethoven des Artemis-Quartett nicht eben viel. Das nennt man gelegentlich modern, auch wenn die ersten Versuche in dieser ausdruckslosen Richtung jetzt ein halbes Jahrhundert hinter sich haben. Sicher: Man kann das auch übertreiben und man hatte es da und dort übertrieben - etwa das Borodin oder das Beethoven-Quartett. Aber es wird Zeit, hier eine Mitte zu finden. Das wäre dann tatsächlich modern. Wie angedeutet, bei Schubert ist dem Artemis-Quartett wirklich gelungen. Aber bei dieser - übrigens älteren - Aufnahme des Beethovens hingen sie wohl dem verbreiteten Glauben an, insbesondere der späte Beethoven sei intellektuell oder gar kühl. Was ziemlicher Unsinn ist, wenn man an den Kopfsatz von op.131, den 3.Satz von op.132, die Cavatina oder die Große Fuge denkt.

P.S. Einen Pluspunkt gilt es noch zu erwähnen: Bei op.59.2 ist diese Aufnahme die einzige, die ich kenne, die die Durchführung wiederholt.
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am 17. April 2014
I've heard several renditions of those quartets, and this performance by Artemis blows most of them.
It's close the Juillard and at the same level of precision than the Bergs version, with a much more modern and full sound. The dynamics and the enthusiasm brings me a lot of joy.
I(ve seen them recently in concert, and I can just recommend you to live such an experience.
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am 31. Oktober 2011
"Complete String Quartets" steht groß auf der Box. Nun, das "Complete" ist ein leichter Etikettenschwindel, denn ein Satz fehlt, der in eine Gesamtaufnahme der Beethoven-Quartette unbedingt hineingehört: das nachkomponierte Finale zum B-Dur-Quartett op. 130.

Bekanntlich hatte Beethoven zunächst die Große Fuge als Finale für op. 130 vorgesehen, doch weil diese Fuge Hörer wie Ausführende überforderte, schrieb der Komponist auf Bitten des Verlegers Artaria einen neuen, einfacheren Schlusssatz. Die Große Fuge wurde dann als Einzelwerk unter der Opuszahl 133 herausgegeben. Während man im 19. Jahrhundert op. 130 fast immer mit dem nachkomponierten Finale aufführte, setzte sich im 20. Jahrhundert Beethovens ursprüngliche Intention mit der Großen Fuge als Schlusssatz durch.

Es ist daher verständlich, wenn das Artemis-Quartett bei seinen Konzertauftritten das B-dur-Quartett stets mit der Großen Fuge spielt. Bei einer Gesamtaufnahme, die im Studio entstand, hätten sie sich aber nicht zu schade sein sollen, auch das nachkomponierte Finale zu berücksichtigen. Viele Streichquartette spielen das B-Dur-Quartett mit beiden Finales auf ein und derselben CD ein, damit der Hörer entscheiden kann, welche Fassung er hören möchte. Was hätte dagegen gesprochen, es hier auch so zu machen? Von der Spielzeit her wäre Platz auf der CD gewesen.

Auch das Booklet erwähnt das nachkomponierte Finale zwar kurz, führt aber mit keinem Wort aus, warum es in dieser "Gesamt"aufnahme nicht enthalten ist.

Schade, denn die Aufnahmen sind sonst gut gelungen, und das Artemis-Quartett wird seinem Ruf als eines der besten Quartette der Gegenwart durchaus gerecht. Aber dieser fehlende Satz kostet einen Bewertungspunkt.
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am 1. April 2013
Das Artemis erfreut sich einer außerordentlichen Beliebtheit und hat in den letzten Jahren erstaunlich reussiert. Der Beethoven-Zyklus dieses Quartetts stand daher vielfach im Blickpunkt kritischer Augen und Ohren. Auffällig ist dabei besonders, dass die Metapher des "muskulösen" Spiels gerne benutzt wird. Nun zeichnen sich die Musiker, trotz wechselnder Besetzung, nicht durch strammen Bizeps, sehr wohl aber durch ein sehr zugreifendes Spiel aus. Interessant ist, dass der Eindruck des Muskulösen vielfach wahrgenommen wird, und durchaus als Zugriff auf diese Musik hörbar ist. Aber fraglich ist doch, ob es ein sinnvolles Konzept ist, sich diesen (!) sechzehn Quartetten so anzunehmen. Es handelt sich dabei nun weder um ein theoretisch fundiertes intellektuelles Konzept, noch um ein (quasi unintellektuell) musikantisches. Beide Konzepte haben und hätten ihre Berechtigung, im Idealfall paarten sich beide.

Das Artemis-Quartett spielt einen Beethoven, der unerträglich undifferenziert ist. In der Tat wird es zu einem wahren Ärgernis, sich durch die Quartette zu hören, weil keine Besserung in Sicht ist. Nicht umsonst spricht man von Phrasierungskunst, von der hier leider gar keine Rede sein kein. Alleine die in den Quartetten so häufigen Sforzati und Fortepiani sind so langweilig gestaltet, dass es einem öde wird. Themen, Motive, Cantilenen -- nichts davon wird mehr als nur notentreu gespielt. Geatmete und gelebte Passagen sind viel zu selten. Mitunter wird dieser Eindruck durch eine abträgliche Tempowahl verstärkt, die leider in manchem langsamen Satz nicht nachvollzogen werden kann und der Kohäsion abträglich ist. Wird das Tempo von (zu) langsam bis überschnell gewählt, ist das Tableau der Dynamik seltsam schmal geraten. Es kann der Eindruck nicht geleugnet werden, als hätte dieses Quartett eine Abneigung gegen p, pp und ppp. Mezzoforte dominiert das Spiel, das stets nach Forteausbrüchen giert, die aber in einem zu lauten Umfeld immer übertrieben werden müssen, um zu wirken. Gleichsam eng ist das klangliche Spektrum. Es ist zu bedauern, dass gerade ein Streichquartett so immer gleich klingt. Das, was Streichinstrumente können, das so weit auszulotende Klangbild, ist hier ein assimilierter Einheitsklang, dass man auch Klaviere nehmen könnte. Nichts wird verschattet, nichts blüht auf, kein Kratzen, kein Strahlen. Da nehmen sich die Instrumentalisten leider (die Wechsel an den Pulten berücksichtigt) wenig. Prischepenkos Ton ist hart und wenig modulationsfähig. Gregor Sigl spielt hier doch wärmer und beseelter. Friedemann Weigles Bratsche klingt zu unbeteiligt und kaum einmal glühend. Schlimm ist jedoch Eckart Runges Cellospiel, das schlicht furchtbar ist. Ein großer, halliger Ton, der jedes Cliché des Cellospiels bedient, vibratoselig mit einem dumpfen Bass und fiependen hohen Lagen.
Leider bietet das Artemis-Quartett keinen intellektuellen Ansatz. Aber auch keinen, den man als musikantisch oder spielmännisch bezeichnen könnte. So adrett die Photos auf den Cover sind, so elegant die Dame und die Herren auf der Homepage auch erscheinen, nichts davon findet sich in ihrem Spiel. Es ist mittelmäßiges Spiel ohne jedwede Rafinesse, dem weniger Muskulatur und mehr Beweglichkeit gutgetan hätte.
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am 21. Januar 2012
Ist mir unbegreiflich warum opp. 74 und 14/1 nicht mindestens gleichzeitig als separate CD herausgegeben werden ' wenn jemand brav alle bisherigen Einzel-CDs gekauft hat (und nicht unbedingt MP3 Files herunterladen möchte), kann man doch nicht erwarten dass dieser Kunde jetzt eine Box kauft, in der 15 von 17 Werken Duplikate sind?? Ich schätze die Interpretationen dieses Ensembles sehr, aber hier fühle ich mich verschaukelt!
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