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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk
Nach 3 Jahren erschien ende Oktober endlich das neue ASP Album "fremd". Das ist nun schon ein wenig her, ich kann das Album also - theoretisch - ein wenig abseits der anfänglichen Euphorie betrachten. Die ganze Wahrheit ist aber: Ich bin noch immer begeistert, zumal das Album wie ein Wein reift.

Die optische Aufmachung ist dabei sdchon das erste...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2011 von Tobias B.

versus
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sehr, sehr schade.
Nach dem grandiosen Zyklus um den schwarzen Schmetterling und dem ebenso großartigen Krabat-Album musste ich mir natürlich auch das Album "Fremd" sofort bestellen.

Allerdings hat es einen Grund, warum ich erst so lange Zeit nach Erscheinen des Albums eine Rezension schreibe. Mir war lange nicht klar, was mich an diesem Album stört. Nun denke...
Vor 19 Monaten von Raupi veröffentlicht


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 14. Dezember 2011
Nach 3 Jahren erschien ende Oktober endlich das neue ASP Album "fremd". Das ist nun schon ein wenig her, ich kann das Album also - theoretisch - ein wenig abseits der anfänglichen Euphorie betrachten. Die ganze Wahrheit ist aber: Ich bin noch immer begeistert, zumal das Album wie ein Wein reift.

Die optische Aufmachung ist dabei sdchon das erste Schmankerl. Die Limited Edition präsentiert sich im edlen Buchformat, die normale Version als genauso edles Digibook, von außen schön gestaltet mit einer fühlbaren Schmetterlingsflügelstruktur, die man bereits von der Wechselbalg-Single kennt. Das Cover trifft ansonsten sehr meinen Geschmack, es ist sehr schlicht gestaltet, der Schmetterling ist dennoch ein Hingucker. Im Booklet gibt es sehr viel zu entdecken. Neben den Texten und sehr gelungenen Fotografien befinden sich dort einige Details, die man erst im rechten Licht richtig betrachten kann. Ich wünsche da viel spaß beim suchen ;)

Zu den Songs:
1. A Prayer for Sanctuary
... stellt so etwas wie das Intro des Albums da. Beginnend mit schaurigen Pianoklängen steigert sich das Lied immer weiter, bis es zum Schluss in einer Gitarrenwand seinen Höhepunkt findet. Asps Stimme wirkt dabei wie ein okkulter Chor, was unheimlich viel Eindruck macht.

2. Wechselbalg
... kennt man ja nun schon von der Single und stimmt auf die Thematik des Albums ein. Ich werde da nicht mehr viel zu sagen, der Song ist sehr gut, allerdings empfinde ich ihn irgendwie als den schwächsten Song des Albums ein, was jetzt schon viel über den Rest des Albums sagt.

3. Eisige Wirklichkeit
Dies ist einer der Songs, der wie ein Wein reifen. Beim ersten hören gefiel er mir noch nicht so, aber mit jedem Hören gefällt er besser. Das Synthie-Intro hat irgendwie unheimlichen Stil, mit Einsatz der Gitarren haben die Synthies gar etwas piratiges. Die Strophen haben etwas sehr rhytmisches, der Refrain wirkt kraftvoll. Allerdings muss ich sagen, dass der Text der ersten strophe irgendwie gezwungen wirkt, die zweite ist da wesentlich stärker, u8nd auch der Refrain. wirklich interessant ist dabei Asps Art zu Reimen, die nicht nur bei diesem, auch bei anderen songs auffällig und sehr geschickt ist.

4. The Mysterious Vanishing of the Foremar Family (A real gothic Tale)
Wohl einer der längsten Songtitel überhaupt* und eins der Stimmungsvollsten Intros der Musikgeschichte. Zu düsteren Gitarrenklängen stimmt Asp im Sprechgesang auf die Geschichte des mysteriösen Verschwindens einer Familie ein. Diese wird in dem Song erzählt, dabei entsteht ein starker Kontrast, da die Strophen wirklich sehr stimmungsbvoll und düster sind, wohingegen der Refrain sehr poppig wirkt. Das kann gefallen, es gelingt ASP auch wirklich, aber ich schätze, das wird nicht jedem gefallen.

5. Rücken an Rücken
... beginnt mit einem gesprochenen Intro, bei der ersten Zeile denkt man noch irgendwie an Rammstein ("Liebende Kinder, gebt fein acht..."), aber in den folgenden lässt man das hinter sich. Der Song prangert die Beziehungsfeindliche Welt an, in der man es schwer hat, zueinander zu stehen. Die Grundthematik erinnert dabei leicht an Biotopia. Die gesamte Metaphorik ist dabei jedoch eine andere, es wird deutlich gemacht, dass, trotz der ferne, eine Art Verbindung besteht, und die Sehnsucht, alle Widrigkeiten hinbter sich zu lassen und sich einfach nahe zu sein.
Bei diesem Lied fragt man sich aber unmittelbar, inwieweit die Trennung von Gitarrist, Produzent und Freund Matthias Ambre da mithineinspielte. ("Und, solang man kann, vergeben und dann gehen, aus freien Stücken")

6. Angstkathedrale
Vergesst alles dagewesene. Dieser Song ist unglaublich beeindruckend. Man ist ja in diesem Sinne viel von ASp gewohnt, aber "Angstkathedrale" schlägt sogar "Die Ruhe vor dem Sturm".
ASP zeigen hierbei das gesamte können. Asps selbst zeigt hierbei sein gesamtes gesangliches Können, beginnend mit dem unheimlich (dies ist zu betonen) schweren Gesang in der ersten hälte, über die schwungvollen Parts, den mehrstimmigen Chorpart bis hin zum recht hohen, stimmungsvollen Schluss. Der Text selbst hat Ecken und Nischen wie eine große Kathedrale, die Zeilen brennen sich ins Bewusstsein ein, die Metaphorik überzeugt. Dies schlägt sich auch im Songaufbau nieder, hier passt alles zusammen. Insgesamt fühlt sich der Song wie Flucht und Gefangenschaft gleichermaßen an, er ist wie eine Flut, mitreissend, überwältigend. In sich selbst ein Meisterwerk, meiner Meinung nach eines der grandiosesten Musikstücke aller Zeiten. Allein dafür hätte das Album 6 Sterne verdient. Allerdings muss man zugeben, dass man die erste Hälfte auch erstmal überleben muss, aber es lohnt sich, den nur so entfaltet sich die ganze Wirkung.

7. Schön, schön, schön
...erinnert vom Text her irgendwie an "Teach me war", ist aber anders eingefärbt, eher kritisierend. Der Klang ist irgendwie für ASP ein wenig ungewöhnlich, das pendelt sich aber ein. Seinen Höhepunkt findet der Song in der dritten Strophe, man muss ihn aber auch erstmal verstehen. Dafür muss man, so denke ich, allerdings erst bestimmte Erfahrungen machen, die wünsch ich aber niemanden. Niemand ist gerne ein Spielzeug.

8. FremdkörPerson, erstens
Sehen wir von dem ungewöhnlichen Titel mal ab. Das Intro kling Folkig-Melancholisch, wer hier aber eine ballade vermutet, liegt falsch. Hier wartet einer der Energiegelandensten Songs von ASP überhaupt, "FremdkörPerson" steckt sogar "Werben" in die Tasche. Der Text beschreibt das Fremd sein wunderbar und in kluger Metaphorik und ist rundum gelungen. Die Instrumentalisierung des Refrains hat dabei was von einem B-Moviesoundtrack, im positiven Sinne. Oh, und da der Song "erstens" heißt, freue ich mich schon auf "FremdkörPerson, zweitens".

9. Unverwandt
Der neunte und letzte Song des Albums ist die Antithese zu "Angstkathedrale", nicht die Flut, sondern sanfter Regen. Er erweckt den Eindruck eines emotionalen Nachbebens, und beschreibt sich durchaus selbst: "Hör nur, wie es klingt, als hätte man die Einsamkeit vertont" Ein textliches Highlight ist der Song allemal, und musikalisch wird man von melancholischen Gitarren und einer wunderbaren Geigenmelodie (gespielt von Ally) erobert. Große Klasse.

Bonussong: Wouldn't it be good
Ein Coversong, von dem ich zuerst dachte, ich würde ihn nicht kennen., Dies stellte sich als falsch heraus. Ich dachte "Wie? ASP covern einen Song, der so ohne weiteres iom Radio gespielt wird?! Wirklich?!". Das ist allerdings ganz gut so, da man so mal dazu kommt, sich mit so einem Song näher zu befassen. Wenn man das tut, fällt einem auf, das der Text gar nicht mal so ungut ist, und die ASP Fassung überzeugt alle mal.

Summa Summarum ein unheimlich gelungenes Album, wirklich ein Meisterwerk, das mit starken Texten und gefühlvollen wie kräftigen Songs überzeugt. Absolute Kaufempfehlung, ohne Wenn und Aber.

*Aber zugegebener Maßen weit hintr "Ich werde mein Leben lang üben, dich so zu lieben, wie ich dich lieben will, wenn du gehst" von Wir sind Helden...
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32 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verlangen regiert, 22. Oktober 2011
ASP macht kein Geheimnis daraus, dass der neue Zyklus "Fremder" ein quasi direkter Nachfolger zu "Der Schwarze Schmetterling" ist und dies wird bereits bei der Covergestaltung mehr als deutlich. Hier wird nämlich niemand Geringeres als eben der besagte Schmetterling in all seiner Pracht dargestellt. Da wir es also mit einer zusammenhängenden Novelle zu tun haben, die ihren Anfang vor nunmehr 11 Jahren nahm, werde ich nicht nur die Musik bewerten, sondern auch etwas auf die Texte eingehen und versuchen, sie in Relation zur ASPs Geschichte zu setzen.
Um hierbei eines vorweg zu nehmen: Meines Erachtens gibt es hier viel Licht, aber auch über diesem Licht liegt auch etwas Schatten.

Den Beginn macht der Titel "A Prayer for Sanctuary", welches recht unscheinbar ruhig und vor allem elektronisch beginnt, nach etwas mehr als der halben Spielzeit jedoch dem metallischen Rock verfällt. ASPs Gesang hat bei diesem Titel den bereits bekannten, sakralen Charakter. Textlich haben wir es hier mit einer Anrufung, einer Beschwörung zu tun, sich endlich zu befreien.
Ein recht schwermütiger Song, der bei einigen Hörern wohl ein paar Anläufe brauchen wird, bis er endgültig zündet.

Danach folgt sogleich die erste Single-Auskopplung "Wechselbalg", eine sehr ASP-typische, vorwärts treibende Hymne. Inhaltlich ist das Stück als erste Single sehr geschickt gewählt worden, denn der Kampf gegen das fremde Ich / den schwarzen Schmetterling im Inneren der Seele scheint verloren und der noch immer namenlose Protagonist erwacht in einer fremden Welt. Doch was kommt nun?

Darauf gibt der nächste Titel "Eisige Wirklichkeit" noch keine Antworten. Stattdessen wird geschildert, wie ASPs Alter Ego die neue, die eisige Wirklichkeit wahrnimmt. Dabei stellt man fest, dass wohl schon "Die Ruhe vor dem Sturm" aus dem Album "Weltunter" einen Ausblick auf diese fremde Welt gegeben hat, denn es werden ganz ähnliche Bilder heraufbeschworen.
Ebenso wie die Single, so ist auch dieses Lied sehr treibend, mit schnellen Rhythmen und eingängigen Melodien.

Weiter geht es mit "The Mysterious Vanishing of the Foremar Family", ein recht ruhig beginnendes Lied, welches sich nach einiger Zeit in eine Midtempo-Nummer wandelt. ASPs Gesang hat hier Erinnerungen an den Krabat-Liederzyklus wachgerufen, vor allem im Refrain.
Der Titel wird als "A Real Gothic Tale" angepriesen und das ist keinesfalls übertrieben. Es geht hier um die titelgebende Foremar-Familie, die in einem Herrenhaus lebte und plötzlich verschwand. Konkret gibt es keine Verbindung zum schwarzen Schmetterling, zum Thema dieses Albums passt die Geschichte aber wie die Faust auf's Auge, denn es wird auch vom geistig erkrankten Cousin erzählt, der von der Familie als Fremdkörper angesehen und isoliert, gefangen gehalten wurde. Zweifellos muss sich auch der Cousin fremd gefühlt haben. Das Ende der Geschichte bleibt wie im Titel versprochen rätselhaft, es werden nur Hinweise geliefert - wenn es denn überhaupt Hinweise sind.

Lied Nr. 5 - "Rücken an Rücken". Hier lassen sich wieder direktere Bezüge zur Hauptgeschichte herstellen. Allerdings wurde das hier behandelte Thema schon zur Genüge besungen, nur diesmal mit dem besonderen Augenmerk auf "fremd". Es geht wieder einmal um das erzwungene Bündnis zwischen dem Protagonisten und dem Schmetterling, seinem zweiten Ich. Es geht um den gemeinsamen Kampf, ohne sich dabei gegenseitig akzeptieren zu wollen. ASP singt hier aus Sicht des Schmetterlings und gibt diesem eine Seele. Exemplarisch sei hier kurz die letzte Strophe zitiert:
- Der Rettungsplan, ich kam Dich holen.
So, wie ich gelobte!
Wir haben uns der Welt gestohlen,
wenn der Sturm auch tobte.
Vom Regen in die Traufe.
Flohen, dachten, es kann glücken. -
In diesen wenigen Zeilen hat der schwarze Schmetterling meines Erachtens mehr Profil, mehr Persönlichkeit bekommen als im gesamten 1. Liederzyklus. Eine grandiose Leistung!

Nun kommen wir zum Herzstück dieses Albums, zum 17-minütigen monumentalen Epos "Angstkathedrale", welches in der Canterbury Version zu hören ist. In den ersten fünf Strophen singt ASP sehr monoton, schwer, im wahrsten Sinne des Wortes Angst einflößend. Die Gitarrenwände sind doomig, erdrückend, unheilschwanger. Dann, nach knapp der halben Spielzeit, kommt ein instrumentaler Akustikpart, der sich mehr und mehr in eine ASPsche Rocknummer verwandelt, dann der Schritt zurück zum Doom, nur kurz!, schließlich wieder die Rocknummer, nur um anschließend einen verrückten Mix aus beidem zu liefern und am Ende wieder die erdrückende Schwere des Dooms, nur noch mit leichten Rockattitüden versehen.
Musikalisch ist ASP hier ein Meisterwerk gelungen, ein geniales Monument. Schwer zugänglich, aber großartig arrangiert. Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten, aber Einsamkeit ist ein ganz großes Thema hier. Bei "Angstkathedrale" habe ich mich auch an die "Ballade von der Erweckung" erinnert gefühlt, wenngleich völlig unterschiedliche Atmosphären vorherrschen. Bei der "Ballade von der Erweckung" war die Stimmung eher orientalisch / naturverwoben und dadurch trotz aller Traurigkeit recht leichtfüßig. Bei "Angstkathedrale" geht es schonungslos tief in die Abgründe einer jeden menschlichen Seele.

"Schön, schön, schön" ... dass es dieses Lied gibt? Hier geht es um die Schwarze Szene und vor allem die, die sich dieser dazugehörig fühlen und doch keine Ahnung davon haben. In ähnlicher Weise wurde das Thema auch schon im Klassiker "Einheitsschritt" der Band ISECS behandelt. Für jeden "echten Goth" ist dieses Lied von ASP ein Ohrenschmaus und dennoch ist es irgendwie entbehrlich. Clubtauglich ist es aber allemal.

Das achte und somit vorletzte Stück heißt "FremdkörPerson, erstens". ASP setzt sich hier kritisch mit dem Protagonisten sowie dem schwarzen Schmetterling auseinander. Zwei Charaktere, vom Schicksal verbündet und doch so fremdartig zueinander, so gegensätzlich.
Musikalisch eines der ruhigeren Lieder mit einem sehr schönen akustischen Intro mit mittelalterlichem Flair, welches von einer tollen Flötenmelodie getragen wird.

Nun kommen wir leider schon zum Ende: "Unverwandt". Ein unglaublich melancholisches, 10-minütiges Stück. ASP hat sich hier wohl beim Mythos über Phönix, dem Feuervogel, bedient und diesen auf seine eigene Geschichte übertragen. Der immerwährende Kreislauf zwischen Erwachen und Ruhen, zwischen Kampf und Frieden.
Musikalisch gesehen ebenfalls eher ruhig, mit vielen Instrumentalparts und immer wieder zaubert sich ein phantastisches Geigenspiel in die Gehörgänge. Wunderschön.

Fazit zur Musik:
Wie bereits eingangs erwähnt, bietet der erste Teil vom Fremder-Zyklus viel Licht, aber auch ein wenig Schatten.
Das Licht sind die einmaligen Kompositionen, die wunderbaren Texte sowie der wie ich finde nochmals verbesserte Gesang von ASP (er singt jetzt hin und wieder auch etwas höher).
Der Schatten ist die fehlende Weiterführung der Hauptgeschichte. Gerade nach "Wechselbalg" und "Eisige Wirklichkeit" möchte man unbedingt wissen: Wie geht es weiter? Aber da kommt nichts mehr. Andererseits beschäftigt sich ASP stattdessen intensiv mit dem Inneren seiner Charaktere, lässt sie dadurch glaubhafter und nachvollziehbarer erscheinen. Das ist natürlich sehr positiv!
Außerdem ist ja gerade das Schöne an ASPs Texten, dass man sie nicht zwingend in Relation zur Hauptgeschichte setzen muss, sondern sie auch völlig frei und unabhängig voneinander interpretieren kann.

Da die Rezension schon sehr ausführlich ist, werde ich die Gestaltung der Limited Edition sowie die Bonus-CD nur kurz anschneiden.
Die LE ist sehr hochwertig verarbeitet, das geht schon aus der Produktbeschreibung hervor und wer ASP und seine Liebe zum "Gesamtpaket Musikalbum" kennt, der muss sich sowieso keinerlei Sorgen machen. Das Booklet ist ein wahrer Augenschmaus. Dies beginnt bei der sehr ästhetischen Schriftart und endet mit den vielen zusätzlichen Texten, die nur durch den richtigen Lichteinfall deutlich werden.
Auch die Bonus-CD ist ein absolutes Must-have. Alleine die alternativen Versionen zu "Unverwandt", "Angstkathedrale" sowie "The Mysterious Vanishing of the Foremar Family" sind absolut hörenswert, da sie völlig anders instrumentiert wurden, sehr viel ruhiger und akustischer sind. Außerdem gibt es ein Cover eines 80er-Jahre-Hits ("Wouldn't it be good"), einen Remix zu "Wechselbalg" sowie zwei Live-Videos.

Jetzt bin ich aber wirklich am Ende angekommen. Das hier war meine mit Abstand ausführlichste Besprechung zu einem Musikalbum. Ich hoffe, ihr habt bis hierher durchgehalten und kauft euch jetzt dieses großartige Album.
Vielen Dank für's Lesen.

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Auszug aus "Angstkathedrale":
- Und alle sind längst vergangen,
und Tränen laufen dir
über deine Wangen,
unkontrolliert.
Verlangen
regiert. -

(Das Verlangen nach dem nächsten Kapitel aus dem Fremder-Zyklus)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitze, 26. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fremd (MP3-Download)
Ich als Fan, kann da nur sagen einwandfrei!!
Ich bin immer wieder angetan und begeistert von seiner Stimme!
Geniale Songs + phantastische Melodik.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufempfehlung, 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Fremd (MP3-Download)
Eine absolute Hammer-CD. Nicht nur für Gothicfans, sondern auch für alle Fans von großartiger Musik mit tiefschürfenden Texten. Auch das Artwork ist absolut beeindruckend.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neu, anders aber auch doch irgendwie gewohnt...., 21. Oktober 2011
Von 
Mephitis (Rosdorf, Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als erstes möchte ich anmerken, dass die Qualiät und Aufmachung der Limitierten Ausgabe überdurchschnittlich ist und viele Interpreten sich hier eine Scheibe von abschneiden könnten. Ich möchte nur sagen, dass man die Versprechen die gemacht wurden alle eingehalten hat. Alle Punkte sind vorhanden, von dem Zertifikat mit Unterschrift, dem umfangreichen Booklet sowie der gesamten Aufmachung der Hardcover-Verpackung. Wirklich toll gemacht, man hat wirklich das Gefühl etwas ganz Besonderes in der Hand zu haben (was man letztendlich ja auch hat), eine CD welche man eigentlich gar nicht in die normale CD Sammlung stellen möchte, sondern eher an einen ganz besonderen Ort.

Vom Umfang der CD's wird man auf den ersten Blick auch erschlagen, die Haupt CD geht mit 1 Stunde und 6 Minuten ins Rennen. Die Bonus CD legt mit 50 Minuten noch eine ordenliche Schippe drauf. Wer jetzt meint:"jaja, viel kram, besteht bestimmt aus Füllern und Intros, Outros und Wiederholungen", der wird beim hören eines besseren belehrt. Zwar sind viele Stücke von der Atmosphäre her recht gleich (dunkel, düster), was man aber damit begründen kann, da es ja immer um das gleiche Thema geht (Fremd). Dennoch setzt ASP immer wieder Akzente die allen Stücken die nötige Portion Eigendynamik verleihen.
Abschließend kann man sagen, das Hauptalbum ist etwas langsamer, tiefer und ein wenig düsterer als das was man vom Schwarzen Schmetterling gewohnt ist. Gerade durch Angstkathedrale wird die Finsternis welche beim Hören dieses Albums zu erdrücken droht fast materiell. Es ist wohl das elementarste Stück der CD, welches als Maßstab des hier angewandten Musikstils genommen werden kann.

Die Bonus CD enthält den Coversong "Wouldn't it be good", der in gewohnter ASP Manier veredelt wurde. Die Neuinterpretationen oder Abwandlungen(wenn man es so will) wirken für mich teilweise etwas unausgegoren (gerade Wechselbalg) wenn man den Musikstil ändert sollte auch der gesungene Text angepasst werden. Hier wirkt es etwas halbgar und nicht ganz passend. Geschmackssache.

Wer etwas ganz Besonderes haben will, Fan ist und vor allem wem die Wechselbalg EP gefallen hat, der kann (wenn das nötige Kleingeld stimmt) bedenkenlos zur Limitierten Ausgabe greifen. Alle anderen sollten erstmal reinhören. Natürlich ist Musik Geschmackssache, aber handwerklich gibt es an dem Hauptalbum nichts zu meckern und von mir eine klare Kaufempfehlung.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorhang auf!, 25. Oktober 2011
Von 
ASP, das waren einmal die Gruppe rund um Mastermind Asp und Songschreiber/Produzent Matze. Nach dem fulminanten Abschluss des Schwarzer Schmetterlings durch das Doppel-Album Requiembryo und dem folgenden Ausflug in den Krabat-Zyklus hat man sich gefragt, wie die "reguläre" ASPsche Reise in Sachen Musik denn wohl weitergehen möge. Der "Schwarzer Schmetterling Zyklus" hat sich über die Jahre immer mehr hin zu rockigeren Konzept Alben entwickelt, daher war die Sorge mancher nicht unbegründet, man könnte irgendwann wie gewisse Genrekollegen enden und musikalisch gänzlich von den Wurzeln abfallen. Zunächst als Teil des zukünftigen, damals noch unbekannten, Albums angekündigt, erschien 2009 dann die "Wer sonst?/Im Märchenland" Single, welche mit 2 brandneuen Stücken und (in der ltd. Edition) einem Comic aufwarten konnte. Diese waren von der Fangemeinde überwiegend gut aufgenommen, aber dennoch mysteriös, da inhaltlich noch wenig konkretes zu finden war, das die Gier der Meute auf weitere düstere Gothic Novel Speisen stillen konnte. Musikalisch gewohnte ASP Kost, die sich aber trotzdem nicht wie das vorherige Material anfühlte. So oder so, laut Asp sind diese 2 tollen Lieder nicht mehr Bestand des 2010 enthüllten "Fremder-Zyklus". Der vielversprechende Titel des ersten Albums aus selbigem, genannt "fremd" (ja, nicht Fremd, sondern fremd!), klang vielversprechend. Die Nachricht hingegen, dass Matze aus unerklärten Gründen die Band verlässt, sorgte für Panik und Trauerflor.

2011 war es dann endlich soweit, mit "Wechselbalg" erschien das erste richtige Lebenszeichen der neuen Ausrichtung, rund um Produzent Lutz Demmler. Der Titeltrack war perfekt als erstes solches gewählt, da er textlich quasi das Bindeglied der beiden Zyklen darstellt, denn entgegen früheren Meldungen ist der "Fremder-Zyklus" kein komplett losgelöster Zyklus, sondern eine quasi Fortführung der Geschichte rund um den geflügelten Düsterling. Das mag denjenigen missfallen, die auf etwas rundum Neues gehofft haben, die anderen mag es beruhigen, dass doch etwas von der geliebten Vergangenheit erhalten bleibt. Angstkathedrale (in der Amiens Version) wiederum hat viele erst mal vor den Kopf gestoßen, was mit Sicherheit den hohen Doom Anteilen geschuldet ist, die sich durch eine gewisse Monotonie und schleppende Gitarrenwände wunderbar darboten. ASP haben schon öfter ("Die Ruhe vor dem Sturm", "Fading away (A Vision)", "Blinded") bewiesen, dass sie lange, düster melancholische Lieder perfekt inszenieren können, aber hier war wohl für den ein oder anderen zartbesaiteten Goth zu viel des Guten vorhanden.
Und nun, im Oktober 2011, hört der geneigte Fan nicht nur ein donnern und grollen hinter dem Vorhang, nein, das Kino eröffnet und es gibt Gothic Novel Rock vom allerfeinsten zu sehen, zu fühlen und zu hören, "fremd"ist da! Was sagt der Zuschauer?

Zuerst einmal widme ich mich der Verpackung, welche typisch ASP einmal mehr mit zum Besten gehört, was die Musikbranche zu bieten hat (wir reden natürlich von der limited Edition): Das Cover, vom bekannten Künstler Timo Würz designt, zeigt den Schwarzen Schmetterling in all seiner (modernen) Pracht, und bietet im schönen Buchformat auch gleich etwas zum Anfassen, sind doch wie auf der Wechselbalg Single feine Strukturen eingearbeitet, welche je nach Interpretation Spinnenweben oder der Flügel Oberfläche von Insekten gleichen. Das Innenleben bietet das bisher düsterste ASP Artwork, in Form von Tintenblut und (edwarschen) Rabenfederklingen, gepaart mit einem Asp, der Bild für Bild (daher gleichen sich die Aufnahmen auch ziemlich) verrückter zu werden scheint, was zum Album und dessen Konzept passen würde. Aber dies ist nur meine persönliche Interpretation. Das Besondere stellt allerdings die Detailverliebtheit des Booklets dar, da es wirklich viel zu entdecken gibt, sei es in Form von versteckten Botschaften oder ergänzenden Zitate aus alten Liedern. Hier wurde sich wirklich viel Mühe gegeben und alles in allem bieten ASP hier ihre bisher beste Veröffentlichung dar, was bei ihrer Diskographie wahrlich etwas heißen will. Lob dafür (auch für 7000 unterzeichnete und sehr schicke Zertifikate)! Einziger Kritikpunkt ist das fehlende Erwähnen von Nik Kershaw und seinem tollen Original von "Wouldn't it be good"in den Credits. Das gehört imo dazu.

Doch widmen wir uns nun weiter dem Album selbst. Hat man die schicke, schwarze CD (ebenfalls mit feiner Verzierung) in die Anlage, respektive den PC, eingelegt, ertönt der Opener "A Prayer for Sanctuary". Hallende Klavierklänge, ein verzerrter Stimmenchor und sich ausdehnende Elektrospielereien geleiten in eine düstere Sehnsuchtsklage, die sich final in einer schmetternden Gitarrenflut ergießt und mit verzweifeltem Echo abebbt. Textlich, wie erwähnt, fleht der Protagonist nach einem Wirt, nach Erfüllung durch Assimilation und spricht diesen fast schon wie eine Hoheit an. Zuletzt scheint er Erfolg zu haben, hört er doch die Stimmen eines Fremden...

Eben dieser steigt in "Wechselbalg"wieder auf, die treibend rockige Nummer dürfte live großen Anklang finden und ähnelt am ehesten Liedern wie "Ich will brennen"oder "Ich bin ein wahrer Satan". Gewohnte Kost auf hohem Niveau, hier dürften die wenigstens Hardcorefans etwas auszusetzen haben. Textlich wird Bezug zum alten Zyklus genommen und somit könnte der zweite Titel auf der CD nicht besser besetzt sein. Eine neue Welt, ein Gefühl des Fremdseins und doch nicht allein, trotz der Trennung.

Mit "Eisige Wirklichkeit"befindet sich vermutlich (wenn die Fans gut wählen ;D) die nächste Singleauskopplung auf Position Numero 3 und das zurecht! Treibend, elektronischer als die letzten 2 Schmetterlings Alben zusammen und sowohl eingängig, als auch sehr tiefgründig wird vom Erwachen in der Fremde berichtet. Doch man ist nicht allein, die Geister, die Altlast ist mitgereist.

"So viele Jahre war dein Streben, all dein Tun und Worte Weben,
auf ein großes, neues Leben in der Freiheit konzentriert.
Nun bist du endlich obenauf, denn alles schien so gut gelaufen,
war es teuer nicht erkauft, wenn dich am Ende wieder friert?"

Wunderbare Zeilen, die man eigentlich nicht groß erklären muss, erneut ein (möglicher) Bezug zu alten Zeiten, wenn man es denn so interpretieren mag. Noch ist unklar, ob man wirklich denselben Protagonisten vor sich hat, welcher immer noch keinen Frieden gefunden zu haben scheint, oder ob man sich nicht doch auf den Schmetterling selbst bezieht (es wäre nicht das erste Mal, dass dieser auch als verletzlich ["Ballade von der Erweckung"] gezeigt wird). Auf jeden Fall eine ganz große Nummer.

Anschließend zeigt nicht nur das Artwork (passend durch eine kaputte Uhr symbolisiert), dass man sich auf Zeitreise begibt; in Erzählermanier leitet "The Mysterious Vanishing of the Foremar Family [A real Gothic Tale]"eine mögliche Begegnung mit dem Schwarzen Schmetterling in der Vergangenheit ein, dem eine versnobte, wohlhabende Familie (bzw. konkret der "verrückte Cousin", was natürlich noch besser passen würde) zum Opfer fiel. Auch wenn vermehrt Gitarren und Keys das Klangbild bestimmen, fühlt man sich sofort an den Krabat-Zyklus zurückerinnert, lädt doch der Refrain wunderbar zum Schunkeln ein und das ganze Lied wirkt regelrecht folkig. Passenderweise liefert Asp auch eben solch einen Mix des Liedes auf der Bonus CD, doch dazu später mehr. Klingt alles positiv, ist es auch, jedoch im Kontext der restlichen, allzu genialen Lieder stellt dieses Stück für mich das schwächste Bindeglied da. Inhaltlich ist es für mich für ASP Verhältnisse zu flach, gewöhnlich und ein zwei englische Zeilen hören sich satzbautechnisch komisch an. Aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau und es bleibt trotzdem ein tolles Lied.

Erzählerisch geht es auch gleich weiter, in "Rücken an Rücken"zeigt ASP seine Synchronsprecherqualitäten und man fühlt sich fast wie bei "Aus der Tiefe"als mehrere kleine Intros die Lieder eingeleitet haben. Hier gehört es jedoch zum Lied und stellt mit die besten Zeilen dar, die Asp je geschrieben hat. Überhaupt, das ganze Lied beschreibt das Entfremden zweier Partner (oder des Protagonisten vom Schmetterling, wie man will) auf eindrucksvolle und berührende Weise. Absolute Hochform, Herr Spreng! Musikalisch bleibt man in Midtempo Gefilden und gibt sich auch wieder vermehrt elektronisch. Auch hier ein neuer Live Kracher Kandidat der Extraklasse. Das Solo gegen Ende verdient neben dem Killer-Refrain auch noch ein Lob, es lockert den Song auf und hilft, sich Strukturtechnisch nicht zu oft zu wiederholen.

Keine Zeit zum Erholen, mit der Angstkathedrale in der Canterbury Version läutet man das Kernstück des Albums, den größten ASPschen Epos, das metallischte/doomigste Stück der Bandgeschichte ein, das mich persönlich schon auf der Single so unnachahmlich begeistert, fasziniert und gefangen genommen hat, dass ich aufpassen muss, nicht nur mit Superlativen um mich zu werfen. Das gute Stück könnte für die ersten Minuten wahrlich auch auf einer Doom-Schreibe zu finden sein, so sogartig, hypnotisch und monoton (im positiven Sinne) entfaltet sich das Lied, als ob man selbst in langsamen Schritten durch eine furchteinflößende Kathedrale läuft und sich immer mehr dem Altar nähert. Schwere Gitarren, leidender Gesang und fesselnde Synthiemelodien führen uns, und man hat definitiv einen der besten Texte, Bandübergreifend, die ich kenne geschrieben. Der Titel ist perfekt vertont und perfekt beschrieben, hier hat sich die Band selbst übertroffen. So düster/melancholisch war man seit "Die Ruhe vor dem Sturm"bzw. "So viel tiefer"nicht mehr. Oder eigentlich überhaupt noch nicht. Hier scheint kein Licht (trotz des wunderbaren, kurzweiligen Stimmungswechselns ab der 8. Minute, wo man etwas treibender wird), hier herrscht Finsternis. Noch zu erwähnen wäre, dass mir zu Beginn die Amiens Version vom Spannungsaufbau einen Tick besser gefallen hat, sich das mit jedem Hörgang aber wieder verflüchtigt hat. Dies ist und bleibt die einzig wahre Version für mich.

Um den geneigten Goth aber nicht in den Suizid zu treiben, folgt eine weitere clubtaugliche Nummer (die sich aber erstaunlicherweise passend ins Gesamtbild nach der Kathedrale einfügt, ohne groß zu stören), die auf den etwas seltsamen Namen "Schön, schön, schön"getauft wurde. Hatte ich anfangs noch Zweifel bezüglich der Textkostprobe, hat sich die Nummer zusammen mit der tollen Musik aber als sehr gutes Stück ala "Hässlich"(Eulenspiegelei) oder "Ich bin ein wahrer Satan" entpuppt. Es gibt zwar immer noch ein, zwei Zeilen im Text, bei denen ich denke, dass nur die ü40 Generation oder so manche Gothics darüber schmunzeln (schreckliches Wort) können ("Noch immer winsle ich und wedle mit dem Schwanz,") überwiegt der gekonnt ironische Wink mit dem Zaunpfahl gen eigener Szene, der sich jedoch auch kryptisch und nicht so leicht interpretierbar gibt, was aber wiederum von Tiefe zeugt. Rockig, elektronisch, melodienreich, eingängig, gut. Speziell die Klavierparts haben es mir angetan.

So geht es auch weiter, nur dass man textlich meinen persönlichen Geschmack weitaus mehr trifft und ernster wird, denn auch "FremdkörPerson, erstens"bleibt seinem Titel treu, was den Text angeht. Schön ist hier, dass auch klassische Instrumente, wie z.B. eine Flöte eingesetzt werden und die Bass Line toll ist. Ansonsten ein rockiges Stück, mit der ein oder anderen elektronischen Spielerei, überwiegend aber gitarrenorientiert. Wer übrigens spätestens hier nicht erkennt, dass der Titel des Albums, auch wenn es kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne ist, thematisch Programm ist, der muss taub und blind sein. Aber wie sich die ganzen Texte in die neue Geschichte konkret einbinden, wird wohl erst der zweite Teil zeigen, der hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lässt.

Den Abschluss vollbringen ASP endlich wieder wie in den alten Tagen, nämlich mit einem schwermütigen Zehnminüter, der sogleich den Angriff auf den Thron des schönsten ASP Liedes aufnimmt. So wundervoll und atmosphärisch ist die Sehnsucht nach "dem alten Feuer"in "Unverwandt"beschrieben. Nach dem Ausbrennen (hallo "Ich will brennen") schaufelt man die Asche zusammen und "das alte Spiel"nimmt wieder "seinen Lauf". Alles beginnt von vorn, der Phönix sehnt sich nach dem Aufstieg aus der Asche. Rückblickend könnte kein anderes Lied, kein anderer Text hier passender sein, befindet man sich doch trotz allem noch im Staub der sich legenden Asche aus dem Jahre 2007. Nebst dem überragenden Text, der auch zu den besten aus Asps Karriere gehört, kann man der Melancholie nur erliegen, sei es durch die sanften Beats, Allys wundervolles Geigenspiel oder Asps gänsehauterzeugender Gesang im Refrain. Herrlich.

Und leider schon das Ende eines Albums, das den Spagat zwischen der Vergangenheit und der Zukunft in meinen Augen mit Bravour bestanden hat. So besinnt man sich auf alte Tugenden in Form von wieder vermehrt vertretenen Elektroelementen, der stark vorhandenen Düsternis und die wunderbare Tradition des epischen Rausschmeißers. Aber man wagt sich auch an die Auslotung von Tiefen, die man bisher noch nicht erreicht hat (siehe Angstkathedrale) bzw. vermischt die alten Elemente zu neuen Ausrichtungen und gibt sich sowohl sperriger denn je, als auch eingängig wie immer. Für mich ist das Album sehr nah dran, sich zu meinem Lieblingsalbum der Frankfurter zu entwickeln und erfüllt somit jegliche Erwartungen und übertrifft sie sogar mehrfach. Ich kann es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergeht und hoffe, dass sich Asp weiterhin entwickeln und nicht stehenbleiben, wenn es bei solch guter Musik auch immer verlockend ist nichts zu riskieren. Aber Titel wie Angstkathedrale zeigen sehr gut, dass man noch lange nicht am Grund der Möglichkeiten angelangt ist, es geht noch "so viel tiefer"...

Abschließend noch ein paar Worte zur Bonus CD:
Wouldn't it be good ist in typischer ASP Manier ein kleines Meisterwerk, der Titel ist eh schon toll, aber er passt richtig gut zu Asps Stimme, und erneut diese Geige... genial.

Der Wechselbalg Demmler Remix hat zwar eine (gewollt?) kühle Stimmung, was zum Album selbst passt, zum Liedtext aber mal sowas von gar nicht, insgesamt plätschert es mehr vor sich her, als sonst was. Nicht meins, imo verschenktes Potential, flotte Beats hätten hier sicher besser gepasst.

Der Unverwandt Reptile House Mix lässt das wunderschöne Lied in einem etwas entrückterem, kälteren Licht stehen, was in diesem Fall wunderbar passt, wenn ich auch die Album Fassung bevorzuge. Trotzdem, eine sehr gute Version.

Angstkathedrale in der Meditation Church Version hält, was der Titel verspricht, alles wirkt andächtiger, ruhiger, was sich auch in der neuen Instrumentalisierung widerspiegelt. Nicht meine Lieblingsversion, aber ein toller Ansatz, der mehr als nur eine Daseinsberechtigung hat.

Der SickSickSick Mix von Wouldn't it be good kommt nicht sooo großartig anders daher, wenn ich nichts überhört habe, von dem her nett, aber nicht besonders.

Die Von Zaubererbrüdern Version der Foremar Family hingegen ist neben dem Cover zu Beginn der CD mein 2. Highlight im Bonus Sektor. Ich bin drauf und dran sie besser zu finden, als die Version, die man auf dem Album finden kann. Eine gänzlich andere Vertonung, die mir sehr zusagt, an den Krabat-Zyklus erinnert und wirklich gelungen ist!

Die 2 Videos sind jeweils gelungen und sind eine gute Dreingabe, da bleibt nichts zu sagen, außer: Danke!

Mein Fazit zur Bonus CD: Sie hat ihre Highlights, bleibt aber insgesamt hinter den Möglichkeiten und älteren Bonus CDs (speziell die von "Aus der Tiefe") zurück, was schade ist, aber kein Beinbruch, da sie trotzdem genug tollen Stoff bietet.
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5.0 von 5 Sternen ASP halt!, 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fremd (Audio CD)
Jeder, der ASP mag, wird dieses Album lieben! Grandiose Lieder, wirklich empfehlenswert. Man mag ihn oder nicht... so ist das.
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5.0 von 5 Sternen Mein persönlicher Favorit, 7. September 2013
Dieses Album ist mein absoluter Favorit sowohl unter den ASP-Alben als auch allgemein. Das ist das Album, bei dem für mich einfach alles stimmt, weil jedes Lied ein Treffer ist.
Ein schön-böser Opener, danach was Eingängiges, was Erzählerisches, was Schwärmerisches, einfach alles, was ich an ASPs Musik mag, ist in diesem Album vertreten. Und am großartigsten von allen Stücken ist die Angstkathedrale. Selbst wenn alle anderen Lieder Mittelmaß wäre (was sie nicht sind), würde dieses eine vermutlich noch reichen, damit ich vier Sterne auf das Album gebe. Ein 17 Minuten langes Stück zu konstuieren, das zwischendurch nicht abfällt und in dem jeder Teil, auch wenn er für sich betrachtet vielleicht gar nicht so meins wäre, einen notwendigen Platz ausfüllt, ist ganz große Kunst. Da wird viel passieren müssen, bis ein anderes Album dieses von meinem persönlichen Platz 1 schubsen kann. ;)
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Alte Feuer!, 28. Oktober 2011
Bands verändern sich. Manchmal zum besseren, manchmal zum schlechteren. Andere wiederum bleiben sie selbst... ASP zum Beispiel.

Endlich zeigt Asp sein neues Album der Welt. Ein ganz neuer, eigener Zyklus 'F r e m d"
Die Erwartungen sind hoch. Die Angst ASP würden kommerzer werden schwebt im Raum wie bei eigentlich jeder ausergewöhnlichen Band.

Doch weder meine Angst wird erfüllt noch bleiben meine Erwartungen unerfüllt. Fremd ist ASP das spürt man in jedem Lied.

Dabei klingt Fremd keinesfalls wie ein Schwarzer Schmetterling Klon, sondern weiß sehr genau eigene Akzente zu setzen ohne den Stil ASPs zu vergessen.
Großartige Lieder wie 'The Mysterious Vanishing of the Foremar Family", 'Angstkathedrale" und 'Unverwandt" bilden den 'ruhigen" Part der CD.
Wiederum ebenfalls ausgezeichnete Lieder wie das ironisch, bissige 'Schön Schön Schön" das rockige 'Wechselbalg" oder der fast namensgebende Track 'Fremdköperson" bilden den Härteren, Ohrwurmcharakter der CD.

Auch alle anderen Lieder sind Intelligent und sehr gut gelungen.

Die hier beschriebene Limited Edition ist außerdem die Beste Verpackung einer CD die mir jemals begegnet ist und das in dieser Preisklasse 0:
Eine wunderbare CD Verpackung mit Aufwändigem Siebdruck Cover und Stoffrückeneinband sowie eines unglaublich umfangreichem Booklets das aus den Texten, Bilden und speziellen, versteckten Lackschrift Botschaften besteht.
Als wäre das nicht schon genug liefert Asp gleich noch ein wunderschönes Echtheitszertrifikat mit echtem Autogramm (!) und Sammler-Nummer dazu.

Auf der Bonus CD ist Außer speziellen, anderen sehr schönen Bonus Versionen einzelner Lieder, auch die Cover Version von 'Wouldnt it be good?" zu finden.
Diese ist ein absolutes Highlight der CD, großartig eingefangen von Asp.

Alles im Allem einfach ein großartiges Album zum fairen Preis das diesen auch mehr als Wert ist!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fremd und doch nicht unbekannt, 21. Oktober 2011
Von 
Aline Rommert (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich möchte ungern zuviel verraten, denn es sei jedem ans Herz gelegt, sich die limitierte Version mit Bonus CD zuzulegen.
Gleichwohl ist "Fremd" etwas ganz Besonderes.
Mein Lieblingsstück ist "FremdkörPerson, erstens", das zum einen unendlich mitreißend das Fremsein einfängt, in verschiedenste Klangwelten transportiert und wie sollte es anders sein mit Worten überzeugt.

"Wechselbalg" durfte man bereits auf der Single kennenlernen, es gibt eine weitere Version auf der Bonus CD, die zeigt, dass der Song auch im elektronischeren Klangkleid absolut überzeugen kann.

"Rücken an Rücken" ist für mich ebenso ein sehr wortgewaltiges Stück, welches einfängt und lange, lange nicht los lässt.

"Angstkathetrale" ist ungemein vielschichtig, angsteinflößend, ergreifend, unbeschreiblich.

Ein besonderer Gänsehautbringer sind für mich beide "Wouldn't it be good" Versionen, bei der Asps Stimme mit der bekannten Melodie unvermittelt in die eigene Vergangenheit katapultiert.

"Schön, schön, schön" lebt von offener Ironie der eigenen Szene gegenüber, wirklich hörenswert.

Ein paar Worte zum Artwork:
Auch hier ein Erlebnis für alle Sinne:
Das Buchcover ziert neben dem beeintruckenden Artwork von Timo Würz ein fühlbarer Print eines Spinnennetzes, die Fotos im Inneren sind verstörend faszinierend und auch der Druck im Inneren wurde durch farblosen Lackaufdruck akzentuiert. Freunde des Verborgenen, ja Rätselhaften kommen ebenso auf ihre Kosten, finden sich doch Texte, Fragmente, Worte farblos gedruckt und nur unter besonderem Lichteinfall lesbar auf den Seiten.

Von mir absolute Kaufempfehlung und dann viel Spaß beim Entdecken!
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Fremd
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