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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhabene Autorität
Erwartungen haben es ja so in sich, weil nicht jeder die gleichen hat. Meine war extrem hoch, mir ging jetzt schon seit Wochen diese eine Zitat des kleinen Bruders durch den Kopf, der immer wieder mal schimpfte in den letzten 10 Jahren, dass Noel seine besten Songs zurückhält. Bei diesem Satz dachte ich immer an die gar nicht mal so grossen Hits wie 'Champagne...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2011 von ROTT

versus
3.0 von 5 Sternen Tolle Songs, aber Live sind Sie besser
Die CD enthält viele tolle Songs, die aber leider vor dem Pressen in Weichspüler gebadet wurden, so scheint es zumindest, wenn man die enthaltenen Songs mit der jeweiligen Liveversion vergleicht. Live kommt diese Gruppe härter und rotziger/frecher rüber, was eindeutig besser ist. Wer die Wahl zwischen dieser CD und einem Livekonzert hat sollte das...
Vor 8 Monaten von Oliver veröffentlicht


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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhabene Autorität, 15. Oktober 2011
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Inkl. Bonus Track / Exklusiv bei Amazon.de) (MP3-Download)
Erwartungen haben es ja so in sich, weil nicht jeder die gleichen hat. Meine war extrem hoch, mir ging jetzt schon seit Wochen diese eine Zitat des kleinen Bruders durch den Kopf, der immer wieder mal schimpfte in den letzten 10 Jahren, dass Noel seine besten Songs zurückhält. Bei diesem Satz dachte ich immer an die gar nicht mal so grossen Hits wie 'Champagne Supernova', 'Cast no shadow' oder 'The Masterplan', die für mich immernoch zu den Perlen des Oasis Repertoires gehören. Noel war immer ein Songwriter der selber viele Platten hört. Ein enthusiastischer Musikfanatiker, der heute in einem guten alten Plattenladen arbeiten und die Kunden volltexten würde, wenn es anders gelaufen wäre. Solchen Songwritern fällt es häufig schwierig den eigenen Output nicht zu kritisch zu betrachten. Im Rückblick auf fast 20 Jahre habe ich genau diesen Eindruck. Nach den ersten drei Oasis Alben verwässterte alles etwas, Noel trat als Songwriter in den Hintergrund, nahm sich zurück. Jetzt steht er wieder vor uns, mit vollen Selbstvertrauen und mit einer Autorität, die vielleicht etwas stiller und ruhiger geworden ist, aber jede Sekunde dieses Album durchzieht. Und er rammt direkt mit dem ersten Track den Pflog rein, der dies deutlich macht.

EVERYBODY'S ON THE RUN heisst der Opener der sofort klar macht, wo wir uns befinden. Episch und majestätisch entwickelt sich der Song. Schmachtende Backgroundvocals und herzzerreisende Streicher die in einen wunderbaren ersten Refrain münden. Im Mittelteil dann endlich ein Gitarrensolo, sein Gitarrensolo. ..... Highlight 1 des Albums

DREAM ON nimmt dann etwas den Fuss vom Gas, ein feines Britpop Stück mit sich abwechselnden akustischen und E-Gitarren. Spätestens ab diesem zweiten Song habe ich nicht mehr an andere potentielle Sänger für diesen Song gedacht. Im Schlussteil bekommt der Song mit fröhlichen Trompeten noch einen New Orleans Touch.

IF I HAD A GUN hat natürlich eine grosse Referenz, kann jeder mal checken, was ihm bei den ersten Takten sofort einfällt ;-). Schon ab dem ersten Refrain setzen die elektrischen Gitarren ein und verlassen den Song auch nicht mehr. Exzellent! Beady Eye sind okay und ganz gut, aber spätestens hier wird klar wer Championsleague ist ... Highlight 2

THE DEATH OF YOU ME ist die schon bekannte Single, die zumindest bei mir den Appetit schon mehr als geweckt hat.

(I WANNA LIVE IN A DREAM IN MY) RECORD MACHINE. Gross gross gross, die nächste Rock Hyme mit Spectormässigen Streichern, schmachtenden Geigern und himmlichen Chören im Hintergrund. Das Gitarrensolo ist eines der besten der Platte .... Highlight 3

AKA ... WHAT A LIFE. Ein vorsichtiger Schritt in Richtung Disco wird hier gemacht, Mando Diao lassen grüssen. Natürlich nicht Disco, sondern Rock Disco, so weit verlässt Noel seine Wohlfühlzone auch wieder nicht.

SOLDIER BOYS AND JESUS FREAKS. Vielleicht einer der schwächeren Songs der Platte, mir ist er eine Nummer zu schlicht, obwohl Cymbals und Trompeten allgegenwärtig im Hintergrund sind und die Texte hier ausserordnentlich politisch für Noel werden.

AKA ... BROKEN ARROW. Wieder klassischer Britpop. Noel liefert einfach geschmackvoll und zielsicher. Die Melodie bleibt sofort hängen. .... Highlight 4

STRANDED ON THE WRONG BEACH ist ein schöner kleiner knackiger Rocker, das simpelste Stück der Platte, ohne viel Schnickschnack aber sehr effektiv.

STOP THE CLOCKS .... Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah, der Song geistert ja schon seit vielen Jahren in verschiedenen Versionen durchs Internet und hier erblüht er dann in voller Pracht. Sehr gefühlvoll, sehr emotional baut sich der Song bis zum zweiten Refrain auf und dann beginnt der wundervollste Gitarrenpart des Album. Zum niederknien. .... Highlight 5

ALONE ON THE ROPE. Das einzig negative an diesem Track, einer wunderbaren Ballade mit Gitarre und Piano, ist, dass das Album nicht mit STOP THE CLOCKS ausklingt. Aber dafür gibt es ja eine Tracklist oder andere Funktionen ;-) ... Achtung ist ein Bonus Track und nur auf der Amazon MP3 Version enthalten.

Wahrscheinlich hat der kleine paranoide Bruder mit seinen Statement recht gehabt. Eine ganze Menge Songs, die sofort in einer Reihe mit Klassiker aus dem Repertoir gehören und kein einziger wirklich schlechter Song. Natürlich könnte man in jedem Song nach Referenzen suchen, sich vorstellen, wie das alles mit dem kleinen Bruder geklungen hätte. Darum geht es aber nicht. Was auf diesem Solodebüt deutlich wird, ist das Noel Musik liebt, er genau weiss, welche Art von Musik er mag und sich einfach die Souveränität und Autorität nimmt, sich um nichts anderes scheren zu müssen.

Ich sags mal mit Track 5: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne in derselben Schallplatten Machine leben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Vinyl-Gefühl, 19. April 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses vielschichtige und zutiefst eklektizistische Album, das z.B. von Oasis (na klar!), The Beatles (wie immer!), The Moody Blues (ca. 1969), Fleetwood Mac, ELO oder Westcoast-Pop im Stile von The Lovin' Spoonful, The Turtles und The Mamas & The Papas beeinflusst wurde, muss man einfach als Vinyl-LP haben.

Natürlich ist das Debüt der 'Hoch fliegenden Vögel' in jeder Erscheinungsform oberste Klasse, aber durch seinen starken musikalischen Spätsixties- und Seventies-Charakter empfiehlt sich einfach das nostalgische, nein: zeitlose Hochgefühl, die Schallplatte aus der 30x30-cm-Klapphülle zu nehmen, sie auf den rotierenden Teller zu legen und dann die Abtastnadel gefühlvoll auf die Einlaufrille absinken zu lassen.

Zwar begrüßt einen die 180 Gramm schwere schwarze Scheibe sogleich mit einigen deutlich wahrnehmbaren Knackern, doch sobald die Musik einsetzt, beginnt der Genuss: Was für ein Klang, was für eine Transparenz, was für ein Feeling! Einfach zu und zu schön.

Und als nächstes fragt man sich, wo Noel Gallagher all diese wunderbaren Melodien versteckt hatte. Zwar war er natürlich auch schon zu Oasis-Zeiten ein begnadeter Songschreiber, aber in derartig konzentrierter Form, so opulent und elegant, so berührend und melancholisch, so verspielt und heiter hat man ihn noch nie erlebt.

Dass sich einiges dann doch etwas zu lang hinzieht oder zu oft wiederholt wird, ist man von seinen Kompositionen aus früheren Jahren gewohnt, doch hält sich das hier in sehr engen Grenzen. Und dass gegen Ende des letzten Titels auf einmal heftiger bis hin zu 'atonalem' Gitarrenlärm ertönt, passt zwar nicht zur Atmosphäre dieses Albums, man kann es dem Meister aber mit einem Augenzwinkern verzeihen. Er wird sich was dabei gedacht haben.

Diese Scheibe atmet, sie fließt, sie verführt und verzaubert. Sie ist einfach großartig. Was für ein Glück, dass ich die Band fast zufällig vor ein paar Wochen im Fernsehen bei einem Liveauftritt erleben konnte, denn sonst wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen, mir das Album herunterzuladen und diese glückliche Entscheidung dann durch den zusätzlichen Kauf der LP mit einem Ausrufezeichen zu versehen.

Thank you Mr. Gallagher, chapeau!!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High Flyinge Melodies, 17. Oktober 2011
Was konnte man erwarten von einem Songwriter, der einmal von sich selbst sagte: "Man kann nicht ewig und für alle Zeiten Hymnen schreiben." oder auch " Wenn man reich ist und über 40 sollte man aufhören Musik zu machen, weil es für den Hörer unweigerlich langweilig wird."

Also erwartete man keine Hymnen, aber zumindest langweilig solide Meldodien.

So eine Art "Mc Cartney"-Album anno 1970.

Und was macht Noel? Er überrascht die Oasis-Nachwelt mit den besten Hymnen seit "Talk Ronight", "Don't look back in Anger" oder " The Importance of being Idle".

Langweilig ist höchstens der Strichcode auf der CD, der Rest ist einfach brilliant und besser als alle Mc Cartney Soloalben zusammen.

Um sich nicht lange bei den Liedern aufzuhalten, weil man sie einfach selbst hören muss, muss man sagen, daß es DAS Soloalbum 2011/2012, wenn nicht der kompletten Dekade ist.

Eingängige Melodien, überraschende Tempi- und Rhythmuswechsel, Noels nie langweilig wirkende Stimme, die sich nach jedem Stück neudefiniert und neu erfindet.

Etwas weniger Chöre ala Standing on the Shoulders of Giants (man kann nur vermuten daß diese Chorhaltigen Stücke aus diesen Jahren stammen) hätten gut getan, aber kein Lied dürfte auf dem Album fehlen.

Die beiliegende DVD ist ganz nett, aber nicht wirklich unterhaltsam und gibt einen einsam wirkenden Noel wieder, der den Eindruck macht, gelangweilt von seinem eigenen Genie zu sein und der die Ur-Oasis aus 1994 zu vermissen scheint.

Daumen hoch! Eigentlich schade, daß Noel nicht schon Jahre vorher ein Soloalbum produziert hat. Denn sind wir mal ehrlich, Oasis hat man schon seit 2000 nicht mehr richtig vermisst.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverschämt gut!, 18. Oktober 2011
Von 
Was für ein Album! Lange drauf gewartet, nach der laffen Enttäuschung über Brüderchens "Beady Eye" mal das Schlimmste vermutet aber siehe da- es hat sich mal wieder bewahrheitet, dass Noel eindeutig der größere Schreiber/ Sänger ist.
Hier hat er ein paar wunderschöne Dinger zusammengeklöppelt, die man in einem Rutsch durchhören mag, ohne, dass es langweilig wird. Zwar erfindet Noel Gallagher sich nicht neu aber dennoch distanziert er sich mit diesem Werk eindeutig von Oasis. Tolle songs mit leicht melancholischen Hang.
Er hat mit seinen High flying birds ein tolles rundes Album hingekriegt. Ik freu mir!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz hoch oben..., 12. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Audio CD)
...fliegt Noel Gallaghers Bandprojekt -High Flying Birds-. Was der Musiker aus Manchester hier(ohne seinen Bruder Liam) anbietet, ist Rock im High-End-Stadium. Waren Oasis, jedenfalls für mich, die legitimen Nachfolger der Beatles, so ist das High Flying Birds Album 40 Jahre nach den Liverpooler Pilzköpfen, die Sorte Musik, die John, George, Paul und Ringo vielleicht heute machen würden, wäre das noch möglich. Logisch, dass man das auch anders sehen kann und darf, für mich beginnt Noel Gallagher jedenfalls da, wo das Blaue Album aufhört. Meisterlich, kraftvoll, erdig und mit einem brillianten Konzept vereint der Ex-Oasis-Chef 10 Songs zu einem Silberling, der in keiner guten Plattensammlung fehlen sollte.

-Everybodys run- hüstelt sich zum Start und explodiert dann mit choraler Unterstützung zu einer Rockhymne der Sonderklasse. Was für ein Beginn! Mit -Dream On- folgt dann so ein Beatles-Nachfolger, locker und beschwingt. Auf besten Oasis Pfaden bewegt sich -If i had a gun-. Wie ein Barsong klimpert sich -The death of you and me- gekonnt bis ans Ende. Mit jeder Menge Power und Klangvolumen strömt -I wanna live in a Dream in my Record Machine- aus den Boxen. Ein hämmerndes Rhythmus, dem man nicht entkommen kann, bestimmt -AKA...what a life-. Mit Bläsersätzen und Tambourin trällert Gallagher den Song -Soldier Boys and Jesus Freaks- ins Mikro. Gitarrenlastig gut, in gewohnter Noel Gallagher Manier setzt sich -AKA...Broken Arrow- sofort im Ohr fest. Beim Beginn von -Stranded on the wrong Beach- hielt ich es zunächst für möglich, dass Marc Bolan von den Toten auferstanden ist, um hier Gitarre zu spielen. Der Rausschmeißer -Stop the Clocks- setzt den brillianten Schlusspunkt, den dieses Album verdient hat.

Okay...ich bin ein alter Oasis-Fan. Das mag daran liegen, dass ich schon Musik gehört habe, als die Beatles als Band noch existierten. Egal ob mit Oasis oder jetzt im Bandprojekt Noel Gallaghers High Flying Birds, Gallagher trifft die richtigen Töne, um die Tradition dieser britischen Rockmusik mit Macht und Ehrlichkeit am Leben zu erhalten. Noel Gallagher peppt den Gesamteindruck mit eingespielten Geräuschen zwischen den Songs und einigen abrupten Wechseln auf, wie das sonst nur Tom Waits so perfekt beherrscht. Das wirkt nicht störend, sondern wohltuend kreativ. Das Album beweist, dass ein Noel Gallagher auch ohne Liam funktionieren kann. Egal was die Zukunft den Gallagher Brüdern bescheren wird, wenn Noel noch ein paar Alben wie dieses abliefert, dürfen sie in Zukunft von mir aus auch weiter stänkern und polarisieren. Diese Musik entschuldigt zwar nicht alles, aber doch einiges...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialer Songwriter mit Gefühl für die musikalische Retrospektive, 7. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Audio CD)
Mit dieser CD beschreitet Noel Gallagher endlich einen eigenständigen Pfad. Es finden sich immer wieder Bezüge zu den "alten" guten Oasiszeiten. Aber er geht weit darüber hinaus mit neuen Instrumentierungen und sehr melodischen Kompositionen. Eine tolle Stimme und eine super Gitarre - eine lohnende Investition.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehnsucht & (Mut zur) Liebe oder Oasis 2.0, 15. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was Noel in seinem "Making Of"-Video über das Thema des Albums sagt, spürt man zu jeder Minute in jeder Note, jedem Akkord, jeder Textzeile: Sehnsucht und Liebe. Das klingt weichgespülter und verbrauchter, als man glaubt. Und wer Oasis kannte und folglich Noel kennt, der weiß, was er damit sagen und wohin er uns mitnehmen will. Letztlich sagt es seine großartige Musik selber und empfängt einen bereits beim ersten Track mit einer freundlichen, warmen und vertrauten Umarmung, in die man sich erst schmiegen und anschließend aus ihr heraus explodieren möchte. Dieses Album ist mehr als nur ein Soloprojekt des Oasis-Machers. Es ist mehr wert, als nur mit Oasis verglichen zu werden, obwohl das Ergebnis eindeutiger nicht sein kann, denn es liefert den Beweis, dass Noel Oasis war und wir uns in Zukunft zwar den altbekannten Namen schenken, uns aber auf weitere Alben von Noel Gallagher freuen, ja darauf hinfiebern können. Letztlich beweist es auch, warum die letzten Oasis-Alben schwächer waren, als die ersten: Noel hatte sich zurückgenommen und das Ruder an seinen Bruder abgetreten, dessen bescheidene Fähigkeiten auf der "Beady Eye"-Platte "Different Gear,Still Speeding" nachvollzogen werden können. Noel schafft mit diesem Album, was Beady Eye eben nicht geschafft hat: Es bringt vom ersten bis zum letzten Track eine vertraute Stimmung á la "Cast No Shadow" & "Don't Look Back In Anger" in den Gehörgang und dokumentiert die Liebe zur "Singer-Songwriter"-Kunst auf konstant hohem Niveau. Wo Beady Eye eine Bauchlandung hinlegen musste, mangels eines kreativen Geistes, der mehr als nur einen in Oasis-Ohren bekannt klingenden Song à la "The Roller" zur vermarktung presst, ist Noel hier ein Höhenflug gelungen. Dabei, und das muss ich Noel wirklich zu gute halten, hält er sich seinen ehemaligen Kollegen gegenüber sehr bedeckt und seniert am Ende des "Making Of" großartig: "I'm not a great guitarist, I'm not a great singer, I'm not great at anything. I'm great at being me and doing what I do and that's it!" Diese Bescheidenheit und geerdete Selbstreflexion ging seinem Bruder stets ab. Noel hat es, im krassen Kontrast zu seinen Ex-Bandmitgliedern, eben nicht nötig, zweideutige Albumtitel á la "Zwar irgendwie anders, aber immer noch voll Mega!" zu Propaganda- und Marketing-Zwecken in die vermeintlich naive Fangemeinde zu pfeffern. Selbst auf der Pressekonferenz verbat er sich jegliche Mutmaßungen, "The Death Of You And Me" hätte auch nur entfernt etwas mit Liam und der Band-Trennung zu tun. Recht so: Die Musik ist dafür viel zu schön, als dass man darüber die Boulevard-Suppe ausschüttet und Noel hat, wie man folglich resümieren kann, im Gegensatz zu seinem Bruder mit dem Thema abgeschlossen. Würde man sich auf den Vergleich versteifen müssen, in welchem Album mehr Oasis drin steckt, so müsste man, nachdem man klar gestellt hat, dass bestimmt jeder Fan an Oasis etwas anderes mochte und natürlich die Diversität der beiden Gallaghers immer ihren Reiz hatte und der Band einen pikanten Rahmen gab, ehrfurchtsvoll Noel Gallaghers Album in die Höhe halten und, welchem höheren Wesen auch immer, dafür danken, dass es etwas gibt, dass der Mensch "Musik" nennt. Also auf in eine neue Ära, die Ära von "Noel Gallagher's High Flying Birds"! Danke, Noel, du bist ein wahrer, großer Künstler.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Natürlich muss ..., 14. Oktober 2011
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Audio CD)
... wer Liam sagt, auch Noel sagen. Und wenn Beady Eye Monate zuvor an dieser Stelle so gut weggekommen sind, dann lag das bei näherer Betrachtung schlichtweg daran, dass die High Flying Birds einfach noch nicht in der Luft waren. Diese vorbehaltlos freundliche Eröffnung wird jetzt manchen, der hier öfter vorbeischaut vielleicht etwas irritieren - keine Bange, mir geht das selbst nicht anders. Doch auch wenn man das brüderliche Abwatschen in der Tabloid Hell der letzten Wochen zum Erbrechen über hatte, muß man doch zugeben: Als Ergebnis kann man mit des einen, besonders aber mit des anderen Bruders Platte mehr als zufrieden sein.

Warum nur, diese Frage gleich zu Beginn, dieses unscharfe und verschwommene Tankstellen-Cover, auch bei weiteren Abbildungen gibt sich der Mann, den man über mangelndes Selbstbewußtsein noch nie klagen hörte, so ungewohnt zurückhaltend, nie en face, immer abgewandt, fast als hätte er Schiss, man könnte erkennen, wer für die Songs verantwortlich zeichnet. Dabei gibt es für übertriebene Bescheidenheit gar keinen Grund. Denn wie erwartet schreibt der Teil, der schon für einen Großteil der Perlen von Oasis zuständig war, im Vergleich zum Kraftmeier Liam auch die besseren Songs.

Und er tut das mit einer Verve, die einen wirklich staunen läßt: Orchesterklänge, Chorbegleitung, hymnischer Bombast, schwelgerische Melodien - da ist wenig vom rotzigen Lad als vielmehr Durchdachtes vom bestens aufgelegten "Liedermacher" zu hören. "Everybody's On The Run" - herrlich und die ganz dicke Sahne, "Dream On" nicht minder kalorienhaltig und bei "If I Had A Gun" will der gute Junge die Knarre auch nur haben, um seiner Angebeteten ein Loch in die Sonne zu schießen - hier wird er regelrecht zum Träumer: "'Scuse me if I spoke too soon, my eyes have always followed you around the room. 'Cus you're the only God that I will ever need, I'm holding on and waiting for the moment to find me." Wow, Noel, bist Du's?

"The Death Of You And Me" glänzt gar mit feinen Bläsersätzen und manch netter Augenzwinkerei ("the bottom of a bottle is every man's apostle ... I'm watching my tv, or is it watching me?"), für "AKA What A Live!" darf's sogar ein bisschen Acid sein, erinnert ein wenig an die bessern Stücke von Deacon Blue ("Only Tender Love") und Noel läßt den Tiger raus ("I'm gonna take that tiger outside for a ride"). Und schlechter wird das nicht - offensichtlich ist der Knabe so verdammt aufgeräumt, dass er auch den Rest noch gut über die Bühne bekommt. Das bissige "Soldier Boys And Jesus Freaks" luftig bespielt, ein wenig Travis für "AKA Broken Arrow" und ein verteufelt guter Drive bei "(Stranded On) The Wrong Beach" - selbst das infernalische Getöse am Schluß geht in Ordnung.

Auf einem der angesprochenen Promobildchen sieht man Noel im Übrigen an einem dieser altehrwürdigen Theaterpaläste stehen - über ihm in großen Lettern der Schriftzug "It's never too late to be what you might have been". Zufall, Understatement, Lebensentwurf oder simply Bullshit - nach und mit diesem Album darf man ruhig die Frage stellen, warum in aller Welt der Junge sein Talent über die letzten dürren Jahre bei Oasis so verschwendet hat. Denn er mag vielleicht noch immer ein arroganter Kerl sein, mit dieser Platte ist er auf dem Weg zum gereiften Teamplayer. mapambulo:blog
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5.0 von 5 Sternen Sehr hochwertige Verarbeitung der Schallplattenhülle, enthält die Texte aller Lieder und schöne Photos passend zu der Thematic, 1. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr gute Lieder mit einen neuen Klang des selben wohlbekanntes Noel Gallagher Stil. Sehr reife Texte und extrem guter Klang und Harmonie der Melodie. Die Akustik der Lieder ist sehr schon und die Vokals sehr rein und fliessend.
Obwohl es kein Conceptual Album ist ein gemeinsames Thema in den Lieder zu finden.
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3.0 von 5 Sternen Tolle Songs, aber Live sind Sie besser, 19. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die CD enthält viele tolle Songs, die aber leider vor dem Pressen in Weichspüler gebadet wurden, so scheint es zumindest, wenn man die enthaltenen Songs mit der jeweiligen Liveversion vergleicht. Live kommt diese Gruppe härter und rotziger/frecher rüber, was eindeutig besser ist. Wer die Wahl zwischen dieser CD und einem Livekonzert hat sollte das Konzert wählen.
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