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am 13. Dezember 2011
Auch 2011 hatte wieder eine ganze Menge erstklassiker Filme zu bieten, "Whistleblower" gehörte in der Kategorie "Politfilm" jedoch mit zu dem besten in diesem Jahr und wusste die Zuschauer bereits auf dem Hamburger Filmfest zu begeistern. Auch wenn der Streifen schwer im Magen liegt und alles andere als leichte Kost für zwischendurch ist, wird, dem Thema zum Trotz, auf allzu explizite Gewaltdarstellungen verzichtet, das Grauen konstruiert sich größtenteils im Kopf des Betrachters. Das ist auch gut so, denn die Geschichte, ob in seinen Einzelheiten nun wirklich komplett auf wahren Begebenheiten beruhend, ist in seiner Gnadenlosigkeit und Unmenschlichkeit schon so schwer genug zu ertragen. "Whistleblower" ist eine großartige Komposition in unterschiedlichen Facetten. Die Kameraführung, die Fotografien, der sparsame Einsatz von Musik und Klangcollagen und die Entscheidung Rachel Weisz die tragende Hauptrolle zu überlassen, machen diese thematische Auseinandersetzung mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien zu einem beachtlichen Regiedebut. Von Larysa Kondracki, die ebenfalls das Drehbuch schrieb und zuvor nur durch zwei Kurzfilme in Erscheinung trat, wird man in der Zukunft wohl noch so einiges hören, oder besser gesagt sehen. Wie man Filme macht, insbesondere wie man mit Storyline, Dramaturgie, Spannungsbogen etc. umgeht, weiss sie, das hat sie bei "Whistleblower" eindrucksvoll bewiesen.

ACHTUNG, REZENSION BEINHALTET SPOILER

Kathryn Bolkovac ist Polizistin. Ihre Ehe ging in die Brüche, die Leidenschaft zu ihrem Beruf stand dem zweisamen Glück im Wege und so verlor sie nicht nur ihren Mann, sondern auch das Sorgerecht für ihre Tochter. Diese zieht zusammen mit ihrem Vater weg aus Nebraska. Die erhoffte berufliche Versetzung platzt und so muß Kathryn vorerst die Hoffnung aufgeben, in der Nähe ihrer Tochter eine neue berufliche Zukunft aufbauen zu können. Ihr Chef bietet ihr jedoch einen Job an, der sie nach Sarajevo führt. Dort soll sie als Teil einer amerikanischen und europäischen Spezialeinheit, bestehend aus Polizisten, ehemaligen Armeemitgliedern, Logistikern und Verwaltungsangestellten, die bosnische Polizei ausbilden und für die "Operation Demokratie" rüsten. Doch schon ziemlich schnell wird klar, dass der Krieg auf dem Balkan noch lange nicht beendet ist und sich die Spannungen, die zu dem Konflikt führten, nach wie vor existent sind. Die Feindseligkeiten, die zwischen Bosniern, Serben und Kroaten herrschten, endeten nicht mit der offiziellen politischen Verlautbarung, sondern finden, nicht nur in der polizeilichen Arbeit, ihre Aufrechterhaltung. Trotzdem macht sich Kathryn sehr schnell einen guten Ruf, da es ihrer tatkräftigen Unterstützung zuzurechnen ist, das es zum ersten Mal zu einer gerichtlichen Verurteilung aufgrund von häuslicher Gewalt und den damit eingeleiteten Ermittlungen kommt. Sie wird befördert und leitet von nun an eine Abteilung für Frauenrechte. Nach der Razzia in einem vermeinlichen Bordell beginnt für sie jedoch der ausweglos erscheinende Kampf gegen den organisierten Menschenhandel, gegen Ignoranz und politische Prioritätensetzungen, gegen ökonomisch bedingte Interessen der unterschiedlichen "friedensstiftenden Institutionen" unter dem Dach von UN Entscheidungen und gegen machtbesessene und sadistische "Demokratisierer". Das Bordell stellt sich in Wirklichkeit als ein Platz heraus, an dem junge Frauen zu abartigen und sadistischen Praktiken gezwungen werden, Frauen aus der Ukraine und Russland, die den "Friedensstiftern", UN Mitarbeitern und eingesetzten Polizisten zur Verfügung stehen müssen. Kathryn beginnt ihre Ermittlungen und scheitert schon zu Beginn an einem bürokratischen System, welches Menschenhandel und Zwangsprostitution verachtend unter "Huren des Krieges" subsumiert, an hochrangigen informellen Ebenen, die sich mehr Gedanken über die negative Aussenwirkungen einer möglichen Aufklärung des Skandals machen. Über den Verlust monetärer Unterstütung, welche sich im Milliardenbereich ansiedeln lässt, als über die Beendigung der menschenverachtenden Praxis und dem Beginn von Anklagen und Verurteilungen aller daran beteilgter Personen.

SPOILER ENDE

Larysa Kondracki greift ein abartiges Thema auf, nämlich SexTraffic auch als Folge einer unkontrollierbaren Situation. Männer, die als Teil einer Befriedungsstrategie und zur Demokratisierung eines durch Krieg und etnische Säuberungsaktionen gekennzeichneten Landes eingesetzt werden, die schlimmste Verbrechen an Frauen begehen, vergewaltigen, ausbeuten und zerstören, aufgrund des Wissens, dass ihr Verhalten nicht sanktioniert wird, gedeckelt durch ein auf Profit ausgerichtetes System. Wie bereits erwähnt, dies tut Larysa Kondracki in einer unglaublich realistischen und spannenden Weise. Der Film tut weh und bohrt sich ins Hirn und Herz. Neben Rachel Weisz sind auch die Nebenrollen perfekt besetzt, Vanessa Redgrave, David Strathairn und Monica Belucci als kalte und emotionslose Macht- und Prestigefrau wissen zu überzeugen und sorgen für eine in sich stimmige filmische Umsetzung einer traurigen Geschichte über Krieg, Ausbeutung und Herrschaft als Teil menschlicher (männlicher) handlungspraktischer Potentiale. Wer mit Filmen wie Fair Gameoder auch Der Ewige Gärtner (Einzel-DVD) gut klargekommen ist, wobei diese keine thematischen Ähnlichkeiten in Bezug auf die erzählte Geschichte aufweisen, sondern der Vergleich sich auf die Umsetzung und kritische Herangehensweise bezieht, sollte diesem Fim eine Chance geben, es könnte sich lohnen.

Die DVD hat neben dem Film relativ wenig zu bieten. Neben den obligatorischen Subtitles und Tonspuren (Original und deutsch) und ein paar Filmtrailern, gibt es nicht viel.
11 Kommentar21 von 22 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 8. Februar 2012
...MOVIE. Ganz ehrlich. Diesen Streifen ja nicht aus falschen Motiven erwerben. Man kann das Popcorn als uninformierter Käufer gar nicht so schnell weglegen wie man möchte. Das hier ist mehr ein Enthüllungsreport im Mantel eines Thrillers als ein Thriller. Atmosphärisch, glaubhaft und zum ko*** realistisch. Danach sitzt man noch lange vor der schwarzen Mattscheibe und fühlt sich fast mitschuldig. Angewidert von dem was der Westen da wieder mal aus kapitlaistischer Gier provoziert. Dieser Film ist wie ein Blick ins Schlachthaus. Man ahnt dass hinter den Kulissen unserer hulligalli Welt nicht alles sauber zugeht. Die bestürzende Brutalität und schonungslose Wahrheit aber die einen jenseits der Prunkstraßen erwartet ruft seelische Schmerzen hervor. Auch, weil man letztlich nachdem man von alledem was hier geschah und weiter geschieht, auch in diesem Moment, kapituliert und untätig weiter dem eigenen Leben nachgeht. Wieder so tut als ob nichts wäre, hilflos aber auch deprimiert.

Das ist keine Unterhaltung sondern das wahre Leben in seiner grausamsten Art. Ein bestürzender und sagenhaft starker Aufschrei der perfekt und ohne irgendwelche geschönten Hollywood add ons daherkommt. 5 Sterne. Aber besser, fühlt man sich danach gewiss nicht.
33 Kommentare44 von 48 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Dezember 2012
Der Film Whistleblower ist einer von wenigen Augenöffnern, die aus der Menge der typischen Hollywood Blockbustern herausragen. Niemand kann davon unberührt bleiben. Es ist immer wieder erschütternd zu sehen, was der Mensch für eine Bestie sein kann. Man muss sich immer vor Augen halten, dass dieser Film auf wahren Begebenheiten basiert. Genauso, wie der Film "Eden" von 2012 mit Jamie Chung in der Hauptrolle, der im November in die Kinos hätte kommen sollen und ähnliche Themen behandelt. Link: [...] . Auch die Geschichte von Eden ist eine wahre. In den Kinos ist er letztlich gecancelt worden, obwohl er großartig gespielt wurde und von vergleichbar erschütternden Fakten berichtet. Die DVD und die Blueray von Eden kommt Mitte bis Ende Februar auf den Markt, aber Amazon hat diese nicht im Sortiment. Warum ist das so? Ich verstehe einfach nicht, warum Filme wie diese beiden keinen großen Bekanntheitsgrad bzw. Stellenwert haben. Es gibt noch mehrere Filme, die das Thema behandeln, jedoch würde das hier zu weit führen. So etwas sollte wesentlich häufiger gezeigt werden. Ich finde, unsere Gesellschaft sollte durch Filme wie diese etwas aufgerüttelt werden. Es sollte ein Bewußtsein dafür geschaffen werden, dass es das Problem Menschenhandel in unserer modernen Zvilisation gibt und dass es in den letzten Jahren im Gegenteil sehr groß geworden ist. Menschenhandel ist einer der größten und am schnellsten wachsenden Verbrechenssparten weltweit. Das kann aber nur passieren, weil es in unserer Gesellschaft eine wachsende Nachfrage dafür gibt. Waffen und Drogen können mit großem Profit verkauft werden. Aber diese können nur einmal verkauft werden. Ein Mensch kann wieder und wieder und immer wieder verkauft werden. Die Gewinnspannen sind enorm. Und es passiert häufig nicht weit entfernt, sondern überall um uns herum, möglicherweise sogar in unmittelbarer Nähe, Tag für Tag. Es wäre so wichtig, dass die Menschen sensibilisiert und ein wenig aufmerksamer werden und nicht einfach wegsehen. Das tun leider schon viel zu viele.
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am 26. Dezember 2011
Ich werde jetzt nicht wie alle anderen endlange Texte zur Handlung schreiben, dann kann man sich das Filmgucken sparen.
Dieser Film ist so heftig, beklemmend und abstossend, und das ganze leider in solcher Realitätsnähe, dass er sehr nachhaltig wirkt. Bis in der höchsten Ebenen zieht sich hier Korruption und Augenverschliessen vor erbärmlichsten Verbrechen an der Menschlichkeit. Engagement und Machtlosigkeit vor dieser scheinbar unüberwindbaren Kette werden excellent durch Rachel Weisz verkörpert in der Rolle einer UN-Friedenshütern im Auftrag eines privaten Unternehmens. Auch die anderen Rollen sind hervorragend besetzt, der Film schafft somit eine sehr düstere Atmosphäre, die mir in keinem Moment auch nur das geringste Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.
Die Qualität der Blu-Ray auf technisch sehr gutem Niveau, ohne aber dabei an Referenzklasse heranreichen zu können.
Kein Film für die ganze Familie, man muss schon mit gutem Nervenkostüm ausgerüstet sein, um manches in dem Film ertragen zu können.
22 Kommentare13 von 14 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. August 2012
Rachel Weisz, die schon in 'The Fountain' und 'Der ewige Gärtner' in schwierigen Rollen zu überzeugen wußte, spielt hier eine amerikanische Polizistin, die als 'Peacekeeper' in Bosnien eingesetzt wird, und dort einen Sextrade-Skandal aufdeckt. Mit dem Wissen, das es sich um wahre Ereignisse handelt, könnte man manchmal wirklich aufheulen vor Wut und Entsetzen. Der Film bietet mit u.a. Vanessa Redgrave und Monica Bellucci eine hochgradige Besetzung und man sitzt wirklich noch eine Zeitlang stumm vor der Glotze. Ansonsten kann ich nur die Kritiken von 'molesman' für die moralische und 'retrokinski' hier auch für die technische Seite empfehlen und voll unterstreichen. Ein kleines Manko aus meiner Sicht stellt die nicht untertitelung der Extras dar, aber das Englisch ist weitgehend verständlich.
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TOP 500 REZENSENTam 27. Dezember 2011
MEDIUM:

- Bild: normal scharfes Bild, bewusst sehr kontrastarme Abstimmung
- Ton: gute Abstimmung zwischen Dialog und Musik/Actionpassagen, Räumlichkeit gut
DVD: DD 5.1 in Deutsch, Blu-ray: DTS-HD in Deutsch (!)
- Extras: Interviews, B-Roll, Blu-ray: keine zusätzlichen Extras

FILM:

WHISTLEBLOWER ist ein sehr packender und aufwühlender Polit-Thriller nach wahren Begebenheiten ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten und nichts für empfindliche Gemüter. Mit dem Filmtitel bezeichnet man jemanden der Firmen-Internas nach aussen bringt um unlautere oder unmoralische Praktiken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wie dies mit dem Film zusammenhängt wird erst im späteren Verlauf des Films deutlich.

Der Film wird deutlich von der überragenden Performance der Protagonistin von Rachel Weisz als Polizistin Kathryn Bolkovac getragen. Als geschiedene Mutter lebt sie in den USA als Polizistin und nimmt ein attraktives Angebot für die UN Friedensmission im Bosnienkrieg an. Ihre Arbeit führt sie bald auf die Spur von Mädchenhändlern und trotz grossem Widerstand aller Parteien kämpft sie einen schier aussichtslosen Kampf gegen das System.....

Für ein Langfilm-Debüt der Regisseurin Larysa Kondracki wirkt der Film erstaunlich reif arrangiert im Zusammenspiel von Drehbuch, Umsetzung, Schnitt, den Schauspielern und Ihrer Performance. Wie man hörte hat sie jahrelang mit der echten Kathryn Bolkovac gearbeitet um sich auf den Film vorzubereiten. Diese Detailarbeit merkt man dem Film absolut an. Die sehr authentische und aufwühlend-emotionale Spielweise von Rachel Weisz trägt den Film alleine, andere bekannte und erfahrene Schauspielerinnen sind Vanessa Redgrave und Monika Bellucci.

Stichwort Frauen: Alle Hauptrolle sind durch Frauen besetzt. Die Männer sind nur in kleinen Nebenrollen besetzt oder eben prägnant in Rollen von Mördern, Mädchenhändlern, Vergewaltigern oder eben einfach nur korrupt und bösartig im Film zu sehen. Dies ist eine etwas zu formelhafte Figurenzeichnung wie ich finde obwohl diese Darstellung sicherlich den Tatsachen für diesen nach wahren Ereignissen gedrehten Film geschuldet ist. Ansonsten können keinerlei wirkliche Schwächen notiert werden.

Der Film trotz selbstbewusst so manchen Hollywood Konventionen und macht nicht Halt vor expliziter Gewalt der Mädchenhändler in Form von Schlägen und auch mal einem Kopfschuss in Grossaufnahme. Die Ausstattung wirkt sehr authentisch, die Atmosphäre ist düster und den tatsächlichen Handlungsorten sehr gut nachempfunden. Für Thrillerfreunde mit Hang zu politisch-motivierten Hintergründen kann der Film ohne Einschränkungen empfohlen werden.

4/5 Sternen
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am 16. Dezember 2011
Aber was für einen! Die amerikanische Polizistin Kathryn Bolkovak(Rachel Weisz) hat sich für einen sechsmonatigen UN-Einsatz in Bosnien gemeldet. Kathryn ist geschieden, ihr Ex hat das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter. Mit dem Geld aus dem Bosnien Einsatz will Kathryn näher zu ihrer Tochter ziehen. Kathryn ist ein Workaholic. Das zerstörte ihre Ehe. In Bosnien angekommen überzeugt sie mit ihrer Arbeit sofort und ergattert einen Führungsposten, für den sie die Menschenrechtlerin Madeleine Rees(Vanessa Redgrave) vorschlägt. Im Amt angekommen muss Kathryn schnell erkennen, dass in Bosnien alles anders läuft und sie an ihre Grenzen stösst.

Bei Ermittlungen wird Kathryn auf eine Bar aufmerksam, in der junge Mädchen zur Prostitution gezwungen werden sollen. Eine Kontrolle ergibt, dass es sich bei den Mädchen vermutlich um entführte, verschleppte Frauen handelt. Darunter ist auch Raya(Roxana Condurache), ein Mädchen aus der Ukraine. Kathryn kann sie zu einer Aussage überreden. Danach weiß sie, dass sie in ein Wespennest gestoßen ist. Die Mädchen werden entführt und missbraucht. UN Soldaten, einheimische Polizisten und Mitglieder von anderen Organisationen sind nicht nur die Kunden der Mädchen, sie organisieren auch deren Handel. Bei ihren Ermittlungen stößt Kathryn auf Mauern des Schweigens und dere Ablehnung. Madeleine Rees unterstützt sie, in dem sie ihr den Ermittler Peter Ward(David Strathairn) zur Seite stellt. Ansonsten kann sich Kathryn nur auf den Bosnier Viko(Alexandru Potocean) verlassen. Weder ihre Vorgesetzten noch die Chefin einer Hilfsorganisation Laura Leviani(Monica Belluci) unterstützen sie. Als dann noch Raya verschwindet und Kathryns Maßnahmen unterwandert werden, gerät die toughe Polizisten in Lebensgefahr. Zusammen mit Peter hat sie einen Plan, um die korrupten Geschäfte zu beenden. Doch der ist riskant...

Seit -Bordertown- habe ich keinen Film mehr gesehen, der ein aktuelles Thema derart packend in den Focus rückt wie -Whistleblower- das tut. Mit schonungslos offenen Bildern und einer Kamera, die eine beklemmend reale Atmosphäre schafft, ist Regisseurin Larysa Kondracki ein Film gelungen, der einem Fanal gleichkommt. Zart besaitete Gemüter seien vorab gewarnt: Bei -Whistleblower- hält die Kamera Szenen bereit, die einem durchaus schlaflose Nächte bereiten können. Ich bin der Meinung, dass ein Thema wie dieses genau diese schonungslose Darstellung benötigt, um auch den letzten Zuschauer wachzurütteln. Wenn Menschen, die helfen sollten, zu Peinigern werden, dann ist es Zeit, dass etwas passiert. Wie die engagierte Polizistin Kathryn, deren Charakter brilliant von Rachel Weisz dargestellt wird, ihren Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, der keinerlei Moral besitzt, aufnimmt, das ist authentisches Kino aus der obersten Liga.

Der Frieden ist schwerer zu gewinnen als der Krieg! Diese Aussage wohnt -Whistleblower- in jeder Szene inne. Der Film ist hart, unerbittlich und läuft oft anders, als sich das der Zuschauer wünschen würde. Er ist extrem spannend und realistisch gemacht. Wenn sie mich fragen: Ein Muss für alle Zuschauer, die sich für aktuelle Themen interessieren! Mag sein, dass die Wirklichkeit ein wenig anders aussieht. Allerdings ist anzumerken, dass die Idee zu -Whistleblower- nach wahren Begebenheiten umgesetzt wurde. Allein das sollte schon zum Nachdenken anregen...
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am 3. Januar 2016
! Diese Rezension wurde erstellt zu der Ausgabe des Filmes der Zeitschrift TV MOVIE !

Der aufrüttelnde und erschütternde Politthriller spielt Ende der 90er Jahre im Nachkriegsbosnien. Er beruht auf den Erlebnissen der Polizistin Katryn Bolkovac (Rachel Weisz), geschieden und nach der Scheidung weit entfernt von der Tochter, für die der Ex-Mann das Sorgerecht hat.
Sie meldet sich nach einem Tipp eines Vorgesetzten nach wiederholter Ablehnung von Anträgen auf Versetzung näher zu ihrer Tochter für einen Einsatz als Mitglied einer privaten Security-Firma für ein halbes Jahr mit einem Sold von 100.000 $ zu einem Einsatz einer Friedens- und Beobachter-Truppe unter UN-Mandat und deshalb mit Immunität im Nachkriegsbosnien
Schon die Ankunft dort erinnert an das Grauen und die Opfer eines Krieges und der Gräuel von Srebrenica, als der Bus mit der Truppe an einem Friehof mit Hunderten von gleichförmigen weißen Kreuzen vorbeifährt. Nach einem Einsatz für ein weibliches Opfer häuslicher Gewalt, das nach ihrer Anstrengung wohl erstmalig zu einer Anklage und Verurteilung des Ehemannes wird, betraut man sie speziell mit dem Schutz von Frauen, und sie kommt einem skandalösen Geschäft mit Sexsklavinnen auf die Spur, in das nicht nur einheimische Verbrecherringe, sondern auch die örtliche Polizei, Mitglieder der eigenen Friedenstruppe und sogar Mitarbeiter der UN verwickelt sind..

Gezeigt wird, wie die Frauen und Mädchen unter unvorstellbaren Bedingungen in schmutzigen Kellerlöchern, zum Teil hinter Käfiggittern auf schmutzigen Matrazen, die durch "Wechselschichtdienst" ermöglicht gemeinsam genutzt werden müssen, wie Vieh eingepfercht sind. Die Frauen werde zum Teil gelockt, entführt und stammen auch aus Nachbarländern, und die Organisation scheint sogar ihre Handlanger in den USA zu haben.
Es gibt abstoßende Mißhandlungen wie die Penetration einer jungen Frau mit einem Metallrohr, die Tatsache, dass wir "nur" das Gesicht des armen Opfers sehen und die Schmerzensschreie hören, macht die Szene nicht erträglicher, eine junge Frau wird aus disziplinarischen Gründen und zur Einschüchterung vor den anderen Eingekerkerten mit einem Kopfschuss hingerichtet.
Zu ihrem Entsetzen muss Kathryn feststellen, dass sie fast auf verlorenem Posten arbeitet: Ihr Telefon ist verwanzt, Teile der örtlichen Polizeibehörden und noch schlimmer Mitglieder der eigenen Friedenstruppe sind in das Geschäft mit Sexsklavinnen, die grausamer behandelt werden als Schlachtvieh, verwickelt. Eine Razzia in einem Bordell ("Bar") wird verraten, nach Festnahmen einiger Täter erscheinen Mitglieder auch der eigenen Truppe, und das bewirkt, dass kein Mädchen mehr bereit ist, auszusagen, dass sie nicht freiwillig da arbeite.
Kathryn wird schließlich gefeuert, ein Bericht von ihr als Mail an ein UN-Gremium verpufft, es gelingt ihr noch in waghalsiger Aktion, in der ein UN-Mitarbeiter sich ihr gegenüber als angeblicher Verräter zeigt, mit seiner Hilfe ihre Sporttasche aus dem Gebäude zu schmuggeln, in der sich belastende Akten befinden. Sie muss das Land verlassen, lebt inzwischen in den Niederlanden mit einem Mitglied der internationalen "Friedensmission", das sie während der Zeit in Bosnien kennegelernt hat.

Ich glaube, es kann Einigkeit darin bestehen, dass DIESE ungeheuerlichen Vorgänge auf dem Balkan, auf dem nach Zusammenbruch des Ex-Jugoslawien ein fürchterlicher Krieg zwischen den Bevölkerungsgruppen herrschte, weitgehend unbekannt sind. Eine internationale Friedensmission, von deren Mitgliedern zum Teil in einem Verbrechenszweig mitgearbeitet wurde, der mit dem Waffen- und Rauschgifthandel zu den ertragsreichsten gehört, der Zwangsprostitution, dem Sexsklavenhandel. Es wird dargestellt, dass der Skandal bis in die UN reicht, von dieser offensichtlich bewusst vertuscht wird, und sei es auch aus politischer Räson, um das Ansehen der Organisation nicht zu beschädigen.

"Whistleblower" ist ein aufwühlender Film, es werden Grausamkeiten und Misshandlungen gezeigt oder auch "nur" so angedeutet, dass unser Kopfkino uns Szenen vorspielt, die man am liebsten gleich vergessen möchte - und nicht kann.
Das Projekt lag der Hauptdarstellerin Rachel Weisz am Herzen, wegen ihrer Schwangerschaft 2005 begannen die Arbeiten erst 2009, beruhend auf der reellen Person Kathryn Bolkovac, die von Rachel Weisz eindringlich und überzeugend verkörpert wird. Ihr mutiger Einsatz, sich der Lebensgefahr bewusst ("Es passieren schnell mal Unfälle."), ihre ohnmächtige Wut und Verzweiflung, als sie erkennen muss, wie der Bordelleinsatz verraten und von Mitgliedern der eigenen Truppe die Mädchen eingschüchtert werden, werden von der Schauspielerin glaubwürdig gespielt, beeindruckend ebenfalls die große Vanessa Redgrave als Madeleine Rees, UN-Mitarbeiterin, neben Kathryn die einzige authentsiche Figur in dem Film.
Von der Kritik wurde der deutsch-kanadische Politskandalthriller gelobt und als wahrscheinlich wichigster Politfilm des Jahres 2010 bezeichnet, er erhielt mehrere Publikumspreise für die beste Geschichte und den besten Film, Regisseurin Larysa Kondracki eine Auszeichnung für ihre Regie. Neben Rachel Weisz und Vanessa Redgrave spielen unter anderen Schauspieler wie Peter Ward, Fred Murray und aus Deutschland Paula Schramm und die bezaubernde Jeanette Hain als Mutter eines der armen Opfer.

"WHistleblower" ist ein wichtiger Film, er tut regelrecht weh: Er zeigt ein zu wenig bekanntes und sträflich vernachlässigtes Kapitel der Folgen eines Krieges und die unvorstellbaren Verstrickungen einer internationalen Friedenstruppe unter UN-Mandat in Verbrechen an der Menschlichkeit auf dem Balkan, wo das einträgliche Geschäft des Menschenhandels betrieben wirdunter Beteiligung oder Duldung lokaler Polizeikräfte und einer Mission, die sich oft aus Mitgliedern sog. Security-Firmen zusammensetzt,dessen Ausmaß und Grausamkeit wir uns kaum vorstellen können.

Der Film über diese himmelschreienden Verbrechen wirkt nach, neben dem prunkvollen UN-Gebäude (das neue Rathaus von Toronto), sehen wir in Bildern, die in grellem Kontrast zu dieser fast klinischen Sauberkeit und Zivilisation stehen, grausame Misshandlungen von Frauen in düsteren, verdreckten Kellerverliesen, in denen sie als menschliche Ware unmenschlich behandelt werden. Ich glaube, nicht nur ich werden diese Missionen unter dem Schutz und Mandat der UN, zum Teil leider durchgeführt von Söldnern dubioser Security-Firmen, mit anderen Augen sehen.

Ich glaube, dieser Film geht stärker an die Nerven als mancher sog. Horrorfilm wegen des Bewußtseins, dass die geschilderten Gräuel nicht ausgedacht sind, sondern Teil einer Realität, die sogar noch grausamere Szenen bereithalten mag. Ein Film, der einem vor ungläubigem Entsetzen den Atem rauben kann.

Doc Halliday
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am 1. Februar 2012
Ich bin sicher voreingenommen: Ich liebe diese Schauspielerin aus vielen Filmen, und bin eigentlich jedes mal überrascht, dass sie noch einen zulegen kann und WILL (im Unterschied..zu Angelina Jolie, Nicole Kidman..die leider auch Riesenschrott drehen)

Den Plot kann man Nachlesen: Ich schätze:
- dass dieser Film, trotz "based on a true story..siehe Bonus Material) und einem heiklen unangenehmen Thema: Frauenprostitution im besetzten Jugoslawien durch die " Peace Force": Ein Thriller bleibt, spannend, realistisch, und nicht exhibitionistisch.

-Weisz spielt..lebt diese Rolle..und es ist nie langweilig..auch wenn es ein "politischer" Thriller ist, wie Heart Lockres:

Ein absolutes MUSS..:

- Für Fans von spannendem und intelligentem Kino,- denn das schliesst sich nicht aus!
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am 7. März 2013
das ist ein Kaufftipp der Film
er ist hart, er ist ehrlich, er erzählt ne Story die ja die Medien nie bringen
er ist gut gemacht, der Film lebt von Bildern und von der Story
er ist aufwühlend, vor unserer Haustüre ein Massenmord
tja, kurz gesagt, Die Regisseurin Larysa Kondracki zeichnet ein erschütterndes Bild einer Gesellschaft nach dem Krieg, in welchem insbesondere diejenigen, die als Hilfstruppe angekündigt wurden, die schlimmsten Grausamkeiten billigen oder sich sogar daran beteiligen, um den Profit einzustreichen. Die von Männern dominierte Welt, in der sich Kathryn Bolkovac bewegt, betrachtet sie und andere Frauen nicht mehr nur als Sex-Objekt, sondern beinahe schon als Ware. Wie bedrohlich die Situation für sie insbesondere ist, je mehr sie die kriminellen Machenschaften aufdeckt, ist auf eine beängstigende Weise spürbar. Dass sich, auch wenn diese Umstände aufgezeigt und verbreitet werden, letztlich so wenig ändert, ist zermürbend und entmutigend.
Whistleblower - In gefährlicher Mission zeigt eine Geschichte, die auf wahren Ereignissen beruht und uns nicht nur darum an der Menschlichkeit der Menschheit verzweifeln lässt. Rachel Weisz füllt die ihre Figur mit einer Wut und einer Verzweiflung, welche die Darstellerin in einem neuen Licht erscheinen lässt, und das Publikum fesselt. Doch das Martyrium der Opfer durch Roxana Condurache oder Paula Schramm zu beobachten wirkt lange nach, so dass das Drama schwer zu verarbeiten ist.
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