weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Amazon Weinblog HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen2
4,5 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:12,97 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 26. August 2015
An hervorragenden Aufnahmen von Verdis "La forza del destino" ist kein Mangel. Ich denke da vor allem an die Versionen unter Fernando Previtali, Thomas Schippers (beide RCA) und Lamberto Gardelli (EMI), um bei den Aufnahmen des Stereo-Zeitalters zu bleiben. Sie alle haben glänzende Besetzungen aufzuweisen, wobei ich in dieser Hinsicht der Gardelli-Produktion die Palme überreichen würde.
Was die klangtechnische Seite anbelangt, so ist die hier wieder vorgelegte Aufnahme unter James Levine den anderen klar überlegen. Erstens hat Levine das vorzügliche London Symphony Orchestra zur Verfügung, kein klassisches Opernorchester, aber bis zum letzten Pult mit ausgezeichneten Musikern besetzt, die ganz unroutiniert, aber mit einem Einsatz an diese Partitur herangehen, der alles andere als selbstverständlich ist. Der John Alldis Choir steht dieser Leistung in nichts nach, so daß auch von dieser Seite nur Pluspunkte zu verzeichnen sind. Selten hört man die Chorszenen des 2. Aktes so prägnant und präzise gesungen.
Die Solisten der Aufnahme zählten zum Zeitpunkt der Aufnahme weltweit zur ersten Garnitur, obwohl nicht alle Wünsche restlos in Erfüllung gehen. Zunächst möchte ich besonders Kurt Moll in der Rolle des Marquis de Calatrava hervorheben, der es versteht, dieser Nebenrolle ein solches Profil zu verleihen, daß der Hörer bedauert, warum man ihm nicht die Partie des Pater Guardian übertragen hat. Diese wird zwar von Bonaldo Giaiotti schön und ausdrucksvoll gesungen, doch Moll hätte mit seinem volltönenden, wohlklingenden Baß vermutlich noch mehr Eindruck gemacht. Aber vielleicht schien er der Aufnahmeleitung für diese Rolle zu jung zu sein. Unerreicht in jeder Hinsicht bleibt in dieser Rolle Cesare Siepi in der alten Aufnahme von Molinari-Pradelli (Decca).
Leontyne Price ist hier zum zweiten Mal in der tragenden Partie der Leonora zu hören, die sie bereits 1964 unter Thomas Schippers gesungen hatte. Ihre Wiedergabe zeichnet sich auch diesmal wieder durch Kontrastreichtum und herrliches Espressivo aus, wenngleich nicht zu überhören ist, daß ihre Stimme in der älteren Aufnahme frischer klang. Hier sind einige Intonationsprobleme nicht zu überhören, aber insgesamt stattet sie ihren Part mit herrlichen Gesangsbögen und wunderbaren Pianissimi aus. Ich würde es auf den Nenner bringen: Sie ist reifer geworden, aber noch immer eine Leonora der Extraklasse.
Fiorenza Cossotto ist eine volltönende Preziosilla, die aber für meinen Geschmack ihre an sich kleine Rolle ein wenig überzeichnet. Doch vokal gibt es an ihr nichts zu bemängeln.
Eine Idealbesetzung für den Alvaro scheint mir Plácido Domingo zu sein, der mit einem Feuer und einer Leidenschaft singt, wie man es von diesem vielbeschäftigten Sänger nicht immer geboten bekommt. Jedenfalls ist er in bester Form, lediglich Carlo Bergonzi in der Gardelli-Aufnahme ist ihm überlegen, vor allem in den Mezza-Voce-Passagen der großen Romanze zu Beginn des 3. Aktes. Hingegen übertrifft er Richard Tucker (bei Schippers) bei weitem, vor allem spart er sich die außermusikalischen Seufzer und Schluchzer, die dessen Gesang doch erheblich beeinträchtigen.
Der US-Amerikaner Sherrill Milnes ist in der Rolle des Don Carlos zu hören; er singt seinen Part sorgfältig und engagiert, ohne aber an die Spitzenleistungen seiner Vorgänger Robert Merrill und vor allem Leonard Warren anknüpfen zu können.
Bleibt schließlich als charakteristischer Fra Melitone Gabriel Bacquier, der in der Buffoszene mit den hungrigen Bettlern seinen gesanglichen und schauspielerischen Höhepunkt hat.
Eigentlicher Star der Aufnahme ist indessen James Levine. Schon die wunderbar schmissige, farbenreiche Ouvertüre läßt aufhorchen und erweist ihn als energisch zupackenden, quicklebendigen Verdi-Dirigenten. Er musiziert mit scharfen Kontrasten und flotten Tempi, selten werden die dramatischen Kontraste der Partitur so schonungslos offengelegt. Eine großartige Leistung.
Klangtechnisch ist die Aufnahme aus dem Jahr 1976 in bester Ordnung. Präsenz und Staffelung sind räumlich und gut durchhörbar. Da gibt es nichts zu bemängeln. Das Booklet enthält das komplette italienische Libretto mit englischer Übersetzung, dazu gibt es eine gute Einführung in die Oper in mehreren Sprachen. Die plakative Aufmachung der Box, die hier in der Serie "The Sony Opera House" wieder erscheint, finde ich allerdings alles andere als geschmackvoll. Sie mag modern sein, schön ist sie jedenfalls nicht. Es wäre aber ein Trugschluß, hier von der Verpackung auf den Inhalt zu schließen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 3. Februar 2012
Bei Aufzählungen der besten Sängerinnen der Leonora auf CD wird neben Renata Tebaldi, Maria Callas und Martina Arroyo immer auch der Name Leontyne Price fallen - aber eigentlich fast immer im Zusammenhang mit ihrer ersten Aufnahme der Oper unter Thomas Schippers mehr als 10 Jahre früher, während diese Einspielung unter "ferner liefen" rangiert.

Dabei kann sich das Gesamtpaket durchaus sehen lassen:

Der junge Placido Domingo hat im Vergleich zu Richard Tucker in der älteren Aufnahme nicht nur die schönere Stimme, er verkneift sich auch die etwas enervierende Emphase des Amerikaners. Sherrill Milnes muss sich ebenfalls nicht hinter Robert Merrill verstecken, seine hemdsärmelig athletische Art zu singen passt zu dem Charakter des glühenden Rächers Don Carlo sogar ausgezeichnet. Fiorenza Cossottos Preziosilla steht der brillanten, sehr jugendlichen Shirley Verrett technisch in nichts nach, klingt aber erwachsener, welterfahrener. Abt und Mönch schließlich sind ebenfalls mehr als ordentlich besetzt.

Chor und Orchester sind in beiden Aufnahmen erstklassig, die Tempi und rhythmischen Vorstellungen beider Dirigenten nahezu identisch.

Und damit hängt es an Price. Ihr merkt man ein Jahrzehnt auf den großen Bühnen der Welt leider doch an: Wer die erste Aufnahme nicht kennt, wird sich von der ausgefeilten Interpretation, den vielen Farben und dem warmen, bronzenen Grundklang ihrer Stimme mitreißen lassen. Im direkten Vergleich jedoch klingt die Stimme hier dicker, schwerer, weniger flexibel, die Höhe nicht mehr mühelos. Dazu kommen gewisse rhythmische Freiheiten (z. B. im "Madre, pietosa vergine") und leichte Intonationstrübungen.

Und so muss man am Ende feststellen: Wer Price in Topform hören will, muss tatsächlich die alte Aufnahme nehmen, auch wenn die übrige Besetzung dieser Aufnahme teilweise sogar (noch) besser ist.
22 Kommentare|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden