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Bel-Ami (French Edition)
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am 23. Februar 2013
Hätte Emile Zola einen Roman geschrieben mit dem Titel »Le journal«, so ähnlich hätte er aussehen müssen. Doch wir sind hier nicht bei einem der vielen Sippenmitglieder der Rougon-Macquarts, sondern bei dem aus dem Militärdienst entlassenen, mit seiner bescheidenen Lebenssituation als Eisenbahn-Angestellter hadernden Georges Duroy. Denn seit seiner Entlassung aus dem Militär, für das Duroy unter anderem in Afrika eingesetzt war, hat der attraktive junge Mann in Paris nur eine wenig einträgliche Anstellung bei der Bahn gefunden. Zufällig begegnet er an einem Abend, an dem er mit sich ringt, ob er das wenige verbliebene Geld für Alkohol oder für Frauen ausgeben soll, seinem alten Freund Forestier, der Karriere bei einer Zeitung gemacht hat. Er lädt ihn zu einem Empfang bei sich zu Hause ein, wo Duroy, der sich mit geliehenem Geld eine gerade noch vorzeigbare Garderobe zugelegt hat, auf Starautoren wie Norbert de Varenne und Jacques Rival, den Verleger M. Walter und deren Gattinnen trifft. Vor allem bei letzteren kommt Duroy, der sich auf Schmeicheleien versteht, blendend an. Forestier, ein Verfechter der Theorie, dass Schein wichtiger ist als Sein, hat seinen alten Freund für eine Stelle als Rechercheur vorgeschlagen. Der Verleger M. Walter ist einverstanden und so beginnt für den zunächst so verzagten jungen Mann ein steiler Aufstieg.

Obwohl Georges nur mit Hilfe von Forestiers Gattin einen halbwegs interessanten Bericht über seinen Militärdienst in Nordafrika zu Papier bringt, ist ihm der Einstieg ins journalistische Geschäft gelungen. Er wird erst Reporter, dann Kolumnist, bekommt durch die Verbindung zu Politiker-Kreisen Wind von einem Insider-Geschäft und kommt so zu einem kleinen Vermögen.
Parallel dazu entwickeln sich die Frauengeschichten des Schwerenöters: Die bald nicht mehr vorzeigbare Schauspielerin Gertrude serviert er alsbald ab, weil er sich von der Verbindung mit xy mehr Vorteile erhofft. Als Forestier schwer erkrankt und mit seiner Frau ans Mittelmeer reist, dort aber verstirbt, folgt Duroy Madeleines Bitte, ihr Beistand zu leisten. Duroy wittert seine Chance, macht Madeleine den Hof und wird ihr Ehemann. Ein Reise zu Duroys Eltern in der Normandie, um die Madeleine ihn bittet, macht ihr deutlich, aus welch bescheidenen, ja ärmlichen Verhältnissen der Emporkömmling stammt. Die Ehe leidet zudem darunter, dass Madeleine sich nicht in die Karten lassen möchte, was außereheliche Beziehungen während und nach Forestiers Tod angeht. Duroy verdächtigt sie einer Beziehung mit dem ältlichen M. Xx
Aus reiner Eroberungslust beginnt Duroy schließlich auch noch eine Affäre mit der bigotten Mme Walther, der Gattin des Herausgebers und stürzt diese fast in den Wahnsinn, nachdem sie seinem Liebeswerben wider besseres Wissen nachgegeben und wenig später von Duroy abserviert wird. Der Roman gipfelt schließlich in Duroys genialsten und für die verschmähte Mme. Walther unerträglichsten Schachzug: Er wirbt erfolgreich um die bildschöne Tochter des Ehepaars Walther und bringt sie so weit, sich auch gegen den elterlichen Willen mit ihm abzusetzen. Um die Ehre der Tochter zu erhalten, beißen die Walthers in den sauren Apfel und stimmen der Vermählung der beiden zu. Damit ist Duroy am Ziel: Die große Politik steht ihm offen, er darf sich mit einem Adelstitel schmücken und nennt sich inzwischen du Roy und ist als Erbe des Familienvermögens der Familie Walther reich geworden.
Maupassant ist einer der Autoren, die sich am besten für Leser eignene, deren Muttersprache nicht Französisch ist. Anders als etwa Zola und Balzac bemüht er sich um einen nicht zu extravaganten Ausdruck und vermeidet ausufernde Tableaus. Es gibt viele Dialogszenen und man folgt dem Aufstieg des »französchen J.R. Ewing« mit wachsender Faszination. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass Maupassants Romane im Gegensatz etwa zu denen Zolas nicht über sonderlich erfinderische Plots verfügen. Das gilt auch für diesen wohl berühmtesten Vertreter von Maupassants Romankunst: Die Handlung entwickelt sich konsequent in eine Richtung und die ist von Duroys Ehrgeiz vorgegeben. Es gibt wenig Überraschungsmomente und die einzelnen Etappen von Duroys Aufstieg unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Immer ist eine Frau im Spiel, die sich von Duroy umgarnen lässt und so zum Steigbügelhalter seines Aufstiegs wird. Dieser Wiederholungseffekt hat etwas Ermüdendes. Dennoch ist »Bel-Ami« eine anregende Lektüre und gewährt überaus aufschlussreichen Einblick in die Politik und das Lebensgefühl im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts. Und aus heutiger Sicht ist besonders bemerkenswert, dass die Banken schon damals die größten Verbrecher waren.

»Bel-Ami« ist ein klassischer Vertreter des realistischen Romans des 19. Jahrhunderts, der vor allem in Frankreich große Triumphe feierte. Fast idealtypisch bietet Maupassant in dem berühmtesten seiner sechs Romane alle Komponenten auf, die diese Triumphe möglich machten: minuziöse Beschreibungen bourgeoiser Interieurs, verbotene Liebschaften, Doppelmoral, brutalen Egoismus und den in alle Fugen der Gesellschaft dringenden unwiderstehlichen Glanz des Geldes, das aus einem Niemand einen viel beachteten Mann machen kann und aus einem Duroy einem Du Roy.
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am 10. Mai 2012
Die Geschichte eines Mannes dem nie genüg was er besitzt und alle beneidet die mehr haben als er. Sein rücksichtsloser Aufstieg durch die Gesellschaft verändert ihn nicht im besten Sinne und bekräftigt ihn seine schlechten Seiten auszuleben.

Ich habe das Buch in Originalfassung gelesen und muss sagen dass man sich innerhalb ein paar Seiten an den Stil gewöhnt. Die Geschichte liest sich schnell und einfach, hält die Spannung aufrecht und lässt mit allen Charakteren mitfühlen ob man sie nun mag oder nicht.

Absolut zu empfehlen, auch für Einsteiger der französischen Literatur.
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am 8. Dezember 2013
Ich habe mir das Buch auf mein eBook runtergeladen. Inhaltlich ist es etwas schwerfällige Kost - zumindest für das Niveau B1.
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