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am 22. Mai 2005
Ein Satz vorweg: "Requiem for a Dream" schafft das, was Gaspar Noë mit möglichst provozierender Gewalt schafft (man sehe sich "Irreversibel" an): einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, der sich vor allem mit einem Wort beschreiben lässt. Dieses Wort ist Hoffnungslosigkeit. Wie der Titel des Films es schon plakativ und poetisch zugleich herausposaunt: Aronofsky destruiert im Verlauf des Films sämtliche Freuden, sämtliche Hoffnungen, sämtliche Träume eben, die die vier Protagonisten zu Beginn des Films noch gehabt haben.
Da wären Harry und Tyrone, die vom großen Drogengeschäft träumen und zu diesem Zweck Stoff kaufen, strecken und weiterverkaufen. Harrys Freundin Marian, Kind aus reichem Hause, die wie Harry und Tyrone süchtig nach zahlreichen Drogen ist. Und Harrys harmlose alte Mutter, die verwitwet zu Hause sitzt und süchtig nach einer bunten lauten Fernseh-Selbstfindungsshow ist. Als sie in die Sendung eingeladen wird, fasst sie den Beschluss abzunehmen, und als das zu mühsam wird, verschreibt ihr ein Arzt Appetitzügler, von denen sie abhängig wird - immer noch allein zu Haus, sogar einsamer denn je.
Der Mutterplot entwickelt sich im Verlauf des Films zum eindrücklichsten der beiden Hauptgeschichten, da die alte Dame es sich nicht aussucht, abhängig zu sein. Sie versteht ja bis zum Schluss nicht, was mit ihr geschehen ist, und auch als ihr Kühlschrank sich wiederholt in seiner Ecke mit lautem Krachen bewegt, lautet ihre einzige Reaktion: noch eine Appetitzüglerpille. Und noch eine. Aronofsky schafft es wie schon bei "Pi", die Talfahrt seiner Protagonisten visuell künstlerisch und gleichwohl wie mit dem Holzhammer zu untermalen. Die Szenen, in denen Harrys Mutter von Wahnvorstellungen geplagt auf die Straße flüchtet, mitten im Winter nur mit ihrem idealisierten roten Kleid bekleidet, überbieten an optischer Brillianz alles, was ich bisher in Filmen gesehen habe. Aronofsky benutzt für die Visualisierung des Innenlebens seiner Figuren unorthodoxe Mittel. Zum Beispiel setzt er die schon aus "Pi" bekannten schnellen Ablaufsequenzen ein, wenn seine Figuren die Drogen zu sich nehmen. Dadurch verkommt die Prozedur zum bloßen Automatismus, während der Zuschauer gleichzeitig schnell und intensiv ins Erlebnis hineingeworfen wird.
Überhaupt lässt Aronofsky wenig Distanz zu seinen Figuren zu. Während man sie anfangs gut kennenlernt in ihrem gemeinsamen Sommer, sich teilweise gar mit ihnen identifizieren mag und ihren kleinen Wunschträumen inmitten der grell-sommerlichen Realität, lernt man später ihren Untergang kennen - und damit den eigenen gleich mit. Sämtliche Szenen basieren letztlich auf der gezeigten Dualität von Innen- und Außenleben der Figuren. Das betont Aronofsky durch jene filmischen Mittel, die beispielsweise ein andermal Harrys Mutter am Frühstückstisch zeigen, vor sich eine Grapefruit, ein hartes Ei und eine Tasse Kaffee. Man sieht ihr trauriges Gesicht - Schnitt - und die leergegessene Grapefruitschale - Schnitt - ihr immer noch unbefriedigtes Gesicht - Schnitt - die Eierschalen - Schnitt - ihre unveränderte Miene - Schnitt - die leere Kaffeetasse - Schnitt - und ihren Blick zum Kühlschrank. Auf diese Weise lässt Aronofsky den Zuschauer gleichsam am äußeren Geschehen - in diesem Fall dem Essen - und am Innenleben - dem unbefriedigten Zustand der alten Frau - teilhaben und konzentriert sich dabei aufs Wesentliche, ohne allzu akribisch Abläufe aufzuzeigen. Um diese geht es ja auch nicht. Es geht nur darum, wo alle Figuren aus Aronofskys Film am Ende landen: sehr weit unten.
Dies alles schafft Aronofsky ohne moralischen Zeigefinger zu präsentieren. Zu alltäglich wirken die Charaktere, zu tragisch deren Schicksal, zu nachvollziehbar ihre Beweggründe, als dass noch Platz für aufgesetzte Moral wäre. Zugegeben: Ab 16 ist der Film nicht, das aber allein aufgrund psychischer Gewalt, nicht physischer. Eines dürfte sicher sein: Wer diesen Film gesehen hat, lässt die Finger von Drogen. Zu eindrucksvoll ist das Schauspiel, das sich da vor den eigenen Augen abspielt, zu grausam, zu hoffnungslos, zu erniedrigend, zu erschlagend die optische sowie auditive (der Soundtrack zählt zu den besten seiner Art) Omnipräsenz des Films.
Aronofsky stellt sein Können als Filmkünstler nach dem sehr guten "Pi" mit einem noch besseren Film unter Beweis, einem Film, der das geistige Potential des Großteils der weiter unten herbeipolemisierten "MTV-Jugend" weit übersteigen dürfte. Was bleibt, ist das Wissen, dass es auch anders ginge. Vielleicht wird das Requiem im eigenen Leben ja doch zu einem Menuett. Zu hoffen wäre es.
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am 14. Dezember 2002
Da anscheinend die meisten hier nur über den Film und niocht über die DVD sprechen, werde ich jetzt mal nicht über den FIlm, sondern nur über die DVD sprechen.
Der Film selbst ist zweifelsohne einer der beunruhigendsten und gnadenlosensten Drogen-Filme, die es gibt und er hat 10 von 10 Sternen verdient! Gerade deshalb ist es verwunderlich, wie ein so grandioser Film in eine so schrecklich schlechte DVD gepackt werden kann.
1. Der Film ist nur mit deutscher Tonspur enthalten, das allerdings einmal in Dolby Digital 2.0 und 5.1.
2. Es ist kein zusätzliches Material auf der DVD, ausser ein paar Trailer, die vom Genre her alledings ganz und gar nicht zu dem Film passen.
3. Die Bildqualität ist nur mittelmäßig.
4. Der Kollege, der den Text hinten auf der Hülle verfasst hat, hat entweder den Film nicht gesehen oder interpretiert völlig daran vorbei.
Was haben sich die Leute von HighlightDVD bloß dabei gedacht, dieses Aronofski-Meisterwerk in so ein dreist schlechtes Kostüm zu zwängen??
Film: 5 Sterne, DVD: 1 Stern = 3 Sterne insgesamt.
Matthias
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am 3. November 2005
Ich muss hier meinem Vorredner wiedersprechen. Dieser Film ist keinesfalls geschnitten! Mein Vorredner hat wohl die Filmlägen der NTSC-Version und der PAL-Version verglichen.
Beim Transfer vom Kinoformat(24fps) zum PAL-Format(25fps) wird das Bild um vier Prozent beschleunigt -- also von 24 fps auf 50 Bilder pro Sekunde. Dadurch laufen die Filme 1,04-mal schneller und sind dementsprechend um 4 Prozent kürzer -- ganz ohne Zensur.
Der Film selbst ist auf jeden Fall eine Herausforderung für den Seher, fordert er doch zum Mitdenken auf. Die gut agierenden Darsteller zeigen eindrucksvoll den Verfalll der Charaktäre durch die inneren und äußeren Veränderungen. Hier wird nicht die heilge Welt vorgegaukelt, sondern man wird als Zuseher unter die kalte Dusche gestellt. Offen und ehrlich bis zum bitteren Ende. Die vorliegende Premium Edition liefert zusätzlich zur normalen Fassung noch ein recht umfangreiches Bonusmaterial. Waren Bild und Ton schon vorher auf einem gut-durchschnittlichen Niveau, so hat man nun auch über den Film hinaus noch einiges zu tun. Wer anspruchsvolle Filme liebt, kann hier unbedingt zugreifen.
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am 26. März 2002
Zu dem Film selbst möchte ich gar nicht viel sagen, er ist schlichtweg etwas Besonderes und von Regisseur Darren Aronofsky meisterhaft inszeniert.
Leider wird die DVD-Ausgabe diesem künstelerisch durchaus wertvollen Werk keineswegs gerecht. Der leidenschaftliche Cineast wird zunächst die englische Original-Tonspur schmerzlich vermissen, ein Manko, das sich eine DVD der mittleren Preisklasse nicht erlauben darf.
Wahrhaft verschaukelt fühlt man sich schliesslich, wenn man im Extras-Menü nicht etwa geschnittene Szenen oder Schauspieler-Interviews findet, sondern lediglich die Vorschau eines drittklassigen Horror-Streifens. ("Der besondere Film"!)
Auch in der Trailer-Abteilung findet man mitnichten den Kinotrailer des Hauptfilms, sondern nur einige Trailer von B-Movies aus dem bescheidenen Repertoire des Anbieters.
Schwach, kann man da nur urteilen und dem Film-Liebhaber den Erwerb der englichen RC2-Version wärmstens ans Herz legen.
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am 26. Februar 2016
Das Jahr 2000-Millenium , die Jahrtausendwende.
Zeit Billanz zu ziehen, was wird und wurde aus unseren Träumen, unserem Streben nach Liebe und Sinnhaftigkeit , was wurde aus Zielen, Hoffnungen, der Sehnsucht und dem Suchen nach dem bisschen Glück, das uns jeden Tag aufs neue hoffnungsfroh den Tag beginnen lässt? Regisseur Darren Aronofsky hat uns auf diese Fragen noch im Millenium -Jahr eine filmische Antwort gegeben , die wie ein Peitschenhieb ins Gesicht zurückwanken lässt und dieser gequälte Schrei der Verzweifelung kommt einem emotionalen , im besten Sinne auch reinigenden Erdbeben gleich, wie sie es lieber Interessent noch nicht erlebt haben. Leise und grollend bahnt sich die Tragödie an, und wir taumeln unrettbar verloren mit vier bestürzenden Lebensschicksalen in das Verhängnis. Das Endziel ist der Untergang, der körperliche, der moralische, der geistige Verfall.
Mit nie gekannter Intensität brennt sich " Requiem for a dream" in Netzhaut, Herz und Hirn, und wie betäubt und erst einmal keines Wortes fähig verbleiben wir nach dem Abspann vor dem Bildschirm, überspült von der Wucht der schmerzvollen Ausssage, abgrundtief verwundet von der Bitterkeit und niederschmetternden Aussichtslosigkeit der umwerfend genialen Bilder.
" Requiem for a dream" ist in erster Linie eben kein oder nicht nur ein aufrüttelndes Drogendrama. Das unterscheidet ihn vehement von zweifelhaften Filmen wie " Trainspotting" . Im Grunde ist er gerade für Zuschauer gemacht, die mit herkömmlichen Drogenfilmen ihren rauschhaften Grotesken und oft verharmlosender Parodienhaftigkeit wenig anfangen können.
Das allumfassende Thema ist hier die psychische Leere und das Suchen , sei es das Suchen nach verlorener Jugend, nach Erfolg, nach Liebe, allgemein nach Sinn. Und aus Suchen folgert Sucht und Abhängigkeit , die schnellste und zerstörerischste Form ,die innere Angst, Einsamkeit, Schuldgefühle und Trauer zu betäuben. Diese Sucht, den seelischen Mangel, den emotionalen Hunger zu stillen, äussert sich in " Requiem for a dream" in verschiedenster Form: Diätsucht, Fernsehsucht, und als tödlichste Form die Drogensucht.
" Requiem for a dream" ist die allumfassende Totenmesse und aufwühlende Generalabrechung auf unsere moderne suchtfördernde Zivilisation geworden, und wie die Flammenschrift an der Wand demaskiert Darren Aronofsky all die alltäglichen Götzen, die sinnentleerten Heilsversprechen , das Konsumdenken, die falschen Leitsätze, das Streben nach Idealisierung und nach Selbstoptimierung als den Weg in die eigene Auszehrung , in den Tod von Gefühlen und den Ausverkauf der Seele. Es sind die bunten Chimären der Medienwelt, des Überflusses, der Drang nach äusserer Bestätigung, nach allem Oberflächlichen nachdem wir uns jeden Tag strecken, nach dessen Erfüllung wir lechzen ohne zu bemerken, dass die innere Aushöhlung schon längst grausam in uns Ernte hält. Das Jahr 2000 und die heutige Zeit, ein Labyrinth durch die Versuchungen, Verirrungen aus Scheinrealitäten alles durchdringender Präsenz der Medien, ein rettungsloses Hasten, Geifern, Hetzen nach allem was scheinbar die innere Leere füllt. Und die greift in den Herzen um sich. In " Requiem for a dream" ist tiefgehende Kommunikation kaum mehr möglich, und wenn dann nur noch im enthemmendem Zustand eines neuen Drogentrips. Der Mensch ist Spielball der veräusserlichten Irritationen und des gesellschaftlichen Drucks des Strebens nach Erfolg und Perfektion. Das Leben- ein Wahnsinnstrip, ein degenerierter Tanz der geplatzten Träume, Sehnsüchte und Lebenslügen.

" Du bist ein Sieger-", gellt uns schon in der ersten Sekunde die plärrende Stimme des Fernsehmoderators einer Quishow ins Ohr. Doch in dieser Welt, die nur aus den klischeehaften, nicht hinterfragten Extremen , Plattitüden ohne Zwischentöne, den Abziehbildern und heuchlerischen Idolen besteht, gibt es zunehmend nur noch Verlierer, Gestrandete, Einsame, Suchende, die sich wie der sprichwörtliche Hamster im Rad nur noch in ihrem eigenen steten Elend winden, eingeschlossen in ihrem hermetischen Gefängnis , um sich schlagend und sich nur noch gegenseitig oder sich selbst verletzend .
Es fällt schwer überhaupt Worte zu finden, die nur annähernd einen Eindruck vermitteln können von diesem vielleicht brillantesten und scharfsichtigsten Films des neuen Jahrtausends. " Requiem for a dream" ist so derart atemberaubend in seiner Bildsprache, seinen Metaphern und Symbolen , dass es die Sprache verschlägt. Ganz im Gegensatz zu vielen Kritikern halte ich Aronofskys Opus Magnum jedoch keinesfalls für kaltherzig und gefühllos. " Requiem for a dream" ist vielmehr mit der seziererischen, zornigen Unerbittlichkeit eines Visionärs ( ein wenig an Lars von Trier erinnernd) inszeniert , dessen Seele über dem Gezeigten selbst blutet, der mahnen, bewegen, aufzeigen will. Nicht mit erhobenem Zeigefinger sondern einfach mt der Kraft der überwältigenden Bilder, Szenerien und der Empathie, die der Film zu allen vier Gestrandeten zu erzeugen vermag.
Der amerikanische Traum , das wissen wir hier schon bald , ist eine Farce und die Möglichkeit der Selbstbestimmung ein Ammenmärchen.

Gleich zu Anfang lernen wir den vielleicht neunzehnjahrigen Harry Goldfarb ( Jared Leto) und seine alte Muttter Sara Goldfarb ( oscarnominiert Ellen Burstyn) kennen .
Zank und Streit gibt es um den Fernseher der alten Dame . Wie schon so oft nimmt der Sohn der Mutter die Flimmerkiste, die den einzigen Lebensinhalt der Frau noch darstellt einfach weg, und verpfändet für ein paar Tage den Kasten bei einem Gebrauchthändler , bis Mutter Goldfarb das Gerät dann wieder auslöst. Der Grund ist bitter, denn Harrys Mutter lebt hinsichtlich ihres über alles geliebten Sohnes in einer Traumwelt . Nichts ist dran an seinen Erzählungen vom abgeschlossenem Studium, von einem aussichtsreichen neuen Job und einer hoffnungsvollen Zukunft. In Wirklichkeit ist Harry ein kleiner Drogendealer, der stets mit seinem Kumpel Tyron davon träumt das schnelle Geld auf illegalem Weg zu machen, und der gepfändete Fernseher einmal wieder die letze Möglichkeit , um überhaupt ein paar Dollar zu bekommen. Wenn die beiden Kleinkriminellen auf einem wackeligen Wägelchen den alten Fernseher der Mutter durch verlassene abgetakelte Strassen eines Provinznestes zu dem Händler schieben, wähnen wir uns bereits in einer surrealen Anderswelt, während dunkel die Streichermusik zum Intro aufspielt. An riesigen pflanzenüberwucherten verrotteten Achterbahnen und einem geisterhaft in den Himmel ragenden Riesenrad führt der Weg vorbei. Was für ein Bild für den Stillstand , für Hoffnungslosigkeit und zerbrochenes Glück, diese stummen Ruinen eines lange geschlossenen Vergnügungsparks, in dem einst das Leben und die Freude pulsierte. Derlei Bildmetaphern für das innere Elend und die Verlorenheit der Protagonisten findet Aronofsky zuhauf und immer treffen sie mitten ins Herz und verstärken mit unterschwelliger Intensität die Aussagekraft. " Requiem for a dream " lässt uns intuitiv verstehen, und bringt uns alle Darsteller mit ihren Wünschen, Träumen und Ängsten so unglaublich nah , dass wir sie nie mehr vergessen werden.
Drei der vier Reisenden in die Hölle der Verzweifelung haben wir nun schon kennenglernt. Die vierte ist die anmutige Marion ( Jennifer Connelly) , die Freundin von Harry. Aus gutem Haus stammend, wurden ihr Lebensüberdruss und ihre Depressionen bisher von einem schmierigen Psychologen, der mehr an ihrem Körper, als an ihrem Leid interessiert ist, behandelt, und auch sie ist schon längst der Faszination von Drogen verfallen, die so schnell alle Schwermut und jede Leere vergessen lassen .
" Du gibst mir das Gefühl etwas wert zu sein, das Gefühl schön zu sein."
" Du bist ja auch das schönste Mädchen auf der ganzen Welt,... mein Traum" ,- wie hinreissend zärtlich und bewegend zeigt Aronofsky eine so vergängliche Liebesszene zwischen Harry und Marion, dann, wenn vieles halbwegs noch in Ordnung scheint. Zarte Lippen, streichelnde Hände , Blicke, die verschmelzen - und doch auch hier versetzt Aronofsky schon perfekt den Zuschauer in Irritation, verdeutlicht in eindringlicher Weise, die emotionale Isolation der Charaktere, die selbst die Liebe nicht durchbrechen kann und die wirkliche Intimität verhindert. Beide Gesichter und Lippen berühren sich nur scheinbar, und können es doch nicht, sind in ihrem eigenen Bildausschnitt gefangen , da Aronofsky das Bild in Splitt -Screen aufteilt und minimal verschiebt.
Solche Verdeutlichung von Seelenzuständen und unterschwellige Effekte gibt es in " Requiem for a Dream " tausende und es wäre müßig diese inszenatorische Brillanz aufdrüseln zu wollen. Man muss es selbst sehen ,um diese Filmmagie zu glauben. Es wird einer der letzten intimen Momente des Paares sein, denn die stets immer drängendere Heroinsucht schickt beide in eine Odyssee die keine Erlösung und Hoffnung kennt.

" Requiem for a dream" ist in seiner schockierenden angsteinflössenden Kompromisslosigkeit so betroffen machend, verschlingt uns das grausame Monster Drogensucht selbst so nachhaltig , dass wir erstarrt vor dem Bildschirm ausharren.
Parallel dazu wird auch das Schicksal der alten Frau Goldfarb in tiefschürfender Form erzählt. Denn während ohne ihr Wissen ihr Sohn immer weiter in den Drogensumpf gerät, ist in ihrem einsamen Leben eine bestimmte Fernsehshow der Höhepunkt ihres Daseins.
" Du bist der Sieger" - ruft der Fernsehmoderator jeden Tag vom Bildschirm, und tatsächlich eines Tages erhält Mrs. Goldfarb einen Anruf vom Fernsehsender , sie sei ausgewählt in der grossen abendlichen Quizshow als Kandidatin aufzutreten.
Die alte Dame ist ausser sich vor Glück, doch nun heisst es auch dort vor den Kameras eine gute Figur zu machen und vor allem in das schöne rote Kleid wieder zu passen, dass sie seit ihrer Hochzeit nicht mehr trug. Sehr bald greift sie zu Appetitzüglern, die in kurzer Zeit Schlankheit versprechen Auch ihr trauriges Leben wird schneller eskalieren , und in vollkommener Umnachtung enden, als für möglich gehalten.
Das ganze Leben und die Gesundheit zerstört, wozu ? ... " Um einmal im Fernsehen aufzutreten, es ist für mich ein Grund noch zu leben, zu lächeln und aufzustehen, dass ich irgendwannn einmal wieder in das rote Kleid passe und dort auftrete....." , spricht am Ende das zerstörte Wrack, das einst Sarah Goldfarb war.

Vier Menschen, keine Klischeefiguren, sondern so lebendig und echt, als könnten wir sie selbst kennen, und ihr schrittweiser, subtiler, dann immer schneller drehender Taumel ins Verderben. In dieser Art und Weise hat man eine Vehemenz der Bilder, Töne und originellen inszenatorischen Einfälle noch nicht gesehen. Revolutionäre Kamerafahrten, aufsehenerregende Montagetechniken, die Brillanz der Schnitte - " Requiem for a dream" ist ein Kunstwerk geworden. Dabei ordnen sich alle visuellen und akkustischen Effekte der einen Sache unter, nämlich Emotionen, Stimmungen, Entscheidungen körperlich spürbar und erfahrbar zu machen, und das ist kaum einem Werk der Filmgeschichte so spektakulär gelungen wie diesem.
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. In einer Szene kann Aronofsky plastisch unzählige filigrane , extrem starke Emotionen verbildlichen, die wir tatsächlich verstehen und von der Wucht überwaltigt sind. Das ist phänomenal und einmalig.
Zu einem perfekten Film gehört auch die perfekte Besetzung. Jared Leto, Ellen Burstyn und Jennifer Connelly spielen so ergreifend und intensiv , dass wir sie und ihre Verzweifelung mit Händen berühren können, ihre Aussichtslosigkeit uns Tränen vergießen lässt . Jeder dieser Menschen ist ein zutiefst fühlender, sensibler Charakter, jeder versucht ein wenig Glück für sich und den anderen zu finden und wie gnadenlos zerstört die Tatsache im Leben die falsche Abzweigung genommen zu haben , jede Hoffnung.
Die hypnotische Musik rundet letztendlich dieses umwerfende Meisterwerk der Filmkunst ab . " Requiem for a dream" gehört mit seiner extravaganten Stilistik, seinem Ensemble, den unzähligen psychologischen Facetten, die er anspricht und seiner fast nie erlebten starken Wirkung auf den Zuschauer für mich zu den besten und auch wichtigsten Filmen aller Zeiten. Er ist tatsächlich Anfang und Ende von allem . Er schnürt uns die Kehle zu, lässt uns im Schock verharren und tatsächlich danach freier atmen, weil wir ein Stück weit etwas schwer in Worte zu fassendes, etwas Universelles das Leben und damit uns betreffend gesehen und verstanden haben.
Das letzte Bild zeigt alle vier, jeder für sich in seiner eigenen Agonie und Hoffnungslosigkeit, wie er oder sie sich in Embryostellung auf ihrer Liegestatt zusammenkrümmen. Menschen, die so sehr nach Wärme und Geborgenheit verschmachten. Kleine grosse Säuglinge so hilflos im Strom der heutigen Wahnsinnswelt. Wir schreiben das Jahr 2000, und die Träume sind nur noch ein stiller Ort der verlorenen Illusionen, von Moos überwuchert und ein Relikt, wie die Gondeln eines lange verrosteten Riesenrades, in die niemand mehr einsteigen wird.

" Alles was ich wollte, ist ein bisschen Friede und Glück".
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am 19. März 2005
Kaum ein Film weiss mit der Musik, den Schauspielern und den letztendlich gezeigten Szenen so gut umzugehen, wie Requiem for a Dream.
Das Darren Aronofsky als Regisseur ein berecherung darstellt, hat er schon mit Pi bewiesen, aber mit Requiem for a Dream schafft er es, einen der besten Filme überhaupt zu präsentieren.
Wer sich dann lieblos und billig inszenierten Filmen wie Christiane F. oder ahnlichem nicht wohl gefüllt hat, sollte sich diesen Film unbeding ansehen.
Das ganze umfassende Thema der Drogensucht (beides: legal und illegal) wird in diesem Film so menschlich und realistisch, aber auch sehr schockieren dargestellt, dass man richtig berührt wird.
Diese Berührung ist allerdinds nicht peinlicher Art, wie bei den Filmen von Regisseuren wie Larry Clark, bei denen sich der Zuschauer eher überrumpelt fühlt und sich nicht richtig in den Film einbeziehen kann.
Man hat das Gefühl, mit den Geschichten der Charaktere verknüpft zu werden und entwickelt Sympathie.
Durch diese Symathie fällt einen allerdings schwer, dass doch recht schockierende Ende zu verkraften, in der sich zu Suchtstation dem Winter zuwendet (Der Film ist in Sommer, Herbst und Winter unterteilt).
Man bekommt zerstörte Personlichkeiten zu sehen, die ein weiteres gucken zwar nicht besonders leicht machen, aber man wird diesen Film sicher nicht mehr vergessen und sicher sein, ein wahres Kunstwerk gesehen zu haben.
ich empfehle jedem diesen Film, der fern ab von Mainstream gerne Filme schaut, die vor Potenzial von seiten des Regisseurs fast zu platzen scheinen.
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am 18. März 2006
Dieser Film ist kaum in Worte zu fassen! Was Darren Aronofsky hier abgeliefert hat, ist ein meisterhaftes, geradezu unglaublich intensives Drama, das selbst thematisch ähnliche Filme wie beispielsweise "Trainspotting" weit hinter sich lässt. Dass der Film bei der Oscar-Verleihung leer ausgegangen ist, ist ein Versäumnis ohnegleichen. Doch auch so ist dies ein Streifen, den man nicht verpassen darf und gesehen haben muss. Die Inszenierung ist packend und im Finale unerbittlich, das Drehbuch differenziert und ausgefeilt. Die Darsteller gehen mit ihren Leistungen bis an die Grenzen, besonders die hierfür oscarnominierte Ellen Burstyn(unvergesslich: ihr Verfall zum pillensüchtigen Wrack!) und die nicht minder geniale Jennifer Connelly (beklemmend: ihr verzweifelter Schrei unter Wasser!). Die Kameraarbeit ist innovativ und effektvoll, ohne dabei allerdings die Geschichte des Films in den Hintergrund treten zu lassen. Der Soundtrack ist großartig und das Sounddesign gänsehauterzeugend.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Streifen in jede gute Sammlung gehört. Er ist mitreißend und steigert sich immer mehr bis zu seinem unvermeidlich bitteren Ende. Kein glattgebügeltes Hollywood-Movie mit Happy End also, sondern physisches Kino, das den Zuschauer fordert und ihn am Ende erschüttert und ausgelaugt, aber auch begeistert von soviel filmischer Genialität zurücklässt. Einfach unvergleichlich!
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am 9. September 2005
...das war ich, als der Film zu Ende war und ich verstört vor dem Fernseher gesessen bin. Viele sagen, es sei einer der besten Filme aller Zeiten und sie möchten ihn nie wieder sehen. So, oder so ähnlich finde ich das auch, denn eines ist der Film - und das kann absolut niemand bestreiten: Erbarmungslos
"Requiem For A Dream" ist ein gnadenloser Trip in die allertiefsten Abgründe der menschlichen Seele und obwohl es ein Anti-Drogenfilm ist, so ist es keiner im üblichen Sinne. Hier wird nicht der moralische Zeigefinger gehoben und gesagt, dass Drogen schlecht sind, denn das erfährt (fast) am eigenen Leibe, wenn der Film zu Ende ist. Langsam aber unheimlich fesselnd entfaltet sich die Wirkung diese Meisterwerks, ohne auch nur die geringste Rücksicht auf das Nervenkostüms des Zuschauers zu nehmen.
Da die Story hier eh' schon oft genug erzählt wurde, brauche ich das nicht auch noch zu tun, aber ich bin praktisch gezwungen, eine Rezension zu schreiben, sowie jeder andere, der "Requiem For A Dream" gesehen hat, denn abgesehen von der Intensität dieses Films muss man auch die grandiose Regiearbeit erwähnen. Durch die Szenen im Zeitraffer, den Split-Screen, die geniale schauspielerische Arbeit und die unter die Haut gehende Musik wird eine unheimlich fesselnde Atmosphäre aufgebaut, die ich nahezu bei keinem Film vorher so erlebt habe.
Jetzt genug der Worte, aber noch eine kleine Anmerkung am Rande: Wer einen amüsanten Familienabend erwartet, sollte diese DVD besser liegen lassen und sich irgendeine austauschbare Hollywood-Liebeskomödie reinziehen, denn dieser Film ist definitiv nichts für seelisch fragile Menschen, insbesondere die letzten 20 Minuten des Films machen einen so fertig, dass selbst Leute, die wirklich hartes gewohnt sind, nach dem Film fix und fertig sind.
Trotz oder gerade deswegen ist der Film so ein Meisterwerk. Unbedingt ansehen, denn es wäre eine Schande so ein Independent-Juwel an sich vorbeiziehen ließe.
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am 21. März 2006
"Requiem for a dream" ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Zuerst dachte ich: "Bitte nicht noch ein Drogenfilm..." Aber dieser hat mich nicht nur mitgerissen, er hat mich nicht mehr losgelassen. Tut er bis heute noch nicht.
Durch die perfekt künstlerische Art, den fantastischen Soundtrack und die außergewöhnliche Darstellung der Akteure, ist man sofort gefangen. Anfangs gibt es sogar noch Grund zu lachen...bis das Schicksal seinen Lauf nimmt.
Das Theme vergisst man nie wieder und ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich nur die ersten Klänge höre. Dieser Film ist Pflicht!!!!!
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am 21. März 2006
Arachnofkys RfaD gehört zu jenen Filmen, die man noch eine Woche nach dem ersten Ansehen nicht vergessen kann. Es hängt einem nach und lässt die Gedanken nicht mehr los. Vielleicht liegt es daran, dass man durch diesen Film verstehen lernt, dass zunächst alles mit Hoffnung beginnt, aber wenn diese Hoffnung und der Traum mit einer Sucht egal welcher Art genährt werden, dann endet alles in der ultimativen Katastrophe. Warum aber, so darf gefragt werden, sollte man dann solche Filme drehen und ansehen? Man weiß doch, dass Drogen und Sucht "böse" sind. Gibt es nicht bereits genug Filme wie Trainspotting? Nein, RfaD ist anders: denn man hat das Gefühl, durch die Augen der Akteure die Autozerstörung zu erleben, mit all den wirren Farben, Tönen und Schmerzen. Ein irrer Angriff auf die Sinne, der einen am Ende, nach einer Climax des schrecklichen Niedergangs der Protagonisten nur eines fühlen lässt: Mitleid für dieselben. Getragen wird dieser filmische Schock durch eine geniale Musik des Kronos-Quartetts, die ihrerseits dazu beiträgt, dass man manche Szenen nicht aus dem Gedächnis bannen kann.
Summa Summarum: RfaD ist, was Shelby durch sein Buch erreichen wollte: eine emotionale Lektion, die im filmischen Bereich ihres gleichen sucht. Sie erschüttert, sie erschreckt und verängstigt, denn sie macht klar: Jedem kann es so gehen, die Sucht und ihr Objekt sind zweitranging.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
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