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Kundenrezensionen

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am 28. Juli 2007
AUDITION wurde 2006 zu später Stunde auf ARTE ausgestrahlt, und zwar genau so, wie er auch auf der DVD zu sehen ist, nämlich ungekürzt! Für einen Kulturkanal recht mutig, aber dennoch passend, denn dieser Film ist alles andere als ein gewöhnlicher Schocker. Dank der vielschichtigen Handlung sowie seiner ästhetischen Bilder nimmt AUDITION im Genre des Psychothrillers eine Sonderposition ein. Was wie eine romantische Komödie beginnt, entwickelt sich zunehmend zum beunruhigenden Drama bis hin zum totalen Albtraum.
Takashi Miike nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise ins Herz der Finsternis und präsentiert mit Eihi Shiina als Asami eine betörend schöne und zugleich beängstigend glaubwürdige Psychopatin. Dass sich ein so zartes und verletzlich wirkendes Geschöpf als zuckersüß lächelnde sadistische Bestie entpuppt, stellt sämtliche Regeln auf den Kopf, und die verstörende Wirkung auf den Zuschauer ist phänomenal.
Hinzu kommt, dass der Film keine eindeutige Stellung bezieht, was Täter und Opfer betrifft. Ist der Geschäftsmann Aoyama gänzlich unschuldig an seiner prekären Lage, und sind Asamis Motive völlig unverständlich? Immerhin sind sich diese beiden Menschen nicht zufällig begegnet, sondern durch die titelgebende Audition, also das Vorsprechen für einen Film. Dabei handelte es sich allerdings um einen perfiden Trick, inszeniert durch einen befreundeten Produzenten, damit sich der verwitwete Aoyama unter den vielen allein stehenden Bewerberinnen eine neue Frau auswählen kann. In der schüchternen Asami glaubt er die Richtige gefunden zu haben, was sich bald als schwerer Irrtum erweisen soll. Zunächst wirkt alles ganz harmlos, doch dann findet Aoyama zunehmend Hinweise darauf, dass irgend etwas mit Asami nicht stimmt. Zu spät erkennt er die Gefahr, in der er schwebt, denn die Falle ist bereits zugeschnappt...
AUDITION ist ein Film für Zuschauer mit Geduld und starken Nerven. Takashi Miike lässt sich Zeit, erzählt die Geschichte ohne Hast und schraubt den Terror ganz langsam nach oben, bis es kein Entkommen mehr gibt. Die letzten zehn Minuten sind der blanke Horror und stellen jeden Hollywood-Reißer locker in den Schatten (wohl auch aus diesem Grund gab es bislang noch kein Remake mit westlichen Darstellern).
AUDITION kann bereits heute als moderner Klassiker angesehen werden. Danke, ARTE.
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am 17. Februar 2011
Audition ist mit Sicherheit der Film, der Takashi Miike international bekannt machte, ihm den Status des Enfant-Terrible verlieh und ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte des Horrorfilms sicherte. Prominente Regisseure wie Quentin Tarantino und Eli Roth sind Fans von diesem Film, letzterer bezeichnet ihn sogar als "perfekten Film" und inspirierte ihn zu seinem nicht minder kontroversen Hostel. Doch die Reaktionen waren auch gespalten, in diversen deutschen Kinos sollen einige Zuschauer aufgrund der Grausamkeiten in Ohnmacht gefallen sein, andere wieder empfinden,zumindest die erste Hälfte des Films, als zäh und langweilig. Es wurde schließlich also ein kontroverser Erfolg, doch nichts anderes blühte Miike vor, als er ihn drehte, denn wie in kaum einem anderen Film schafft er es, die Zuschauer zu emotionalisieren und mehr noch, sie regelrecht zu hinters Licht zu führen...

Denn die ersten 50 Minuten sind wirklich, nett ausgedrückt, sehr, sehr ruhig. In ermüdend langen Szenen erzählt Miike von der reichlich unspektakulären Liebesgeschichte zwischen einem völlig "normalen" Mann (fantastisch gespielt von Ryo Ishibashi) und einer geheimnisvollen und zarten (nicht minder gut gespielten) jungen Frau. Dabei setzt Miike vorallem auf sehr leise, poetisch und auch wunderschön fotgrafierte Szenerien, sowie auf sehr spärlich eingestreute Schockeffekte, die während des restlichen ersten Teils für eine leicht beunruhigende und morbide Atmossphäre sorgen. Insgesamt jedoch wirkt der Film bisher zäh und erinnert stark an jene, wegen ihrer Langatmigkeit berüchtigten Berliner-Schule Filme, vorallem auch wegen seines völlig unspektakulären und geradezu unerträglich normalen, an der Grenze zum Biederen schrammenden Inhalts. Beinahe jeder wird bis dahin mehrmals auf seine Uhr gestarrt haben oder bereits in einen Halbschlaf versunken sein. Aber dann steigern sich plötzlich und ohne Vorwarnung die beunruhigenden Töne ins Extreme und der Film nimmt rasant an Geschwindigkeit auf, nun wird der Zuschauer fast 30 Minuten lang mit einer surrealen Szene nach der anderen bombardiert. Der Film rast förmlich zwischen Ekelszenen, Farbfiltern und menschlichen Abgründen umher und offenbart nun auch das ganze Genie von Takashi Miike, denn hier entfacht er ein wahres Regiefeuerwerk an surrealen Ideen und stylischen Kompositionen. Dieser rasante Tempoanstieg ist es wahrscheinlich dann auch, der einige unbedarfte Kinobesucher zu den vorher angesprochenen spontanen Ohnmachtsanfällen verleitet hat... Doch damit ist das Horrorszenario noch nicht vorbei. Es gipfelt in einem schrecklichen, und in der Kinogeschichte einmaligen Finale, dass vor Blut und Grausamkeiten nur so strotzt. Am Ende bleiben jedoch auch einige, vorallem wegen der letzten Szene, melancholische Züge, die einen nachdenklich machen und über das Wesen des Menschen nachdenken lassen.

Fazit:
Wer den von Takashi Miike wohl kalkulierten zähen Anfang übersteht, wird sich plötzlich in einem genialen Meisterwerk des asiatischen Horrorfilms wiederfinden, dass die Erwartungen des Zuschauers unterläuft, ihn regelrecht malträtiert, verstört oder begeistert. Auf jeden Fall aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt, ob dieser auch positiv oder negativ sein mag. Denn kalt lässt Audition garantiert keinen!

9 von 10 Punkten
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am 29. Juni 2007
Der alleinerziehende Geschäftsmann Aoyama möchte sich eine neue Frau suchen. Ein befreundeter Filmproduzent schlägt vor, dazu ein Vorsprechen für die weibliche Hauptrolle eines fiktiven Films zu inszenieren. Aoyama kann sich unter den Schauspielerinnen dann seine neue Lebensgefährtin aussuchen. Seine Wahl fällt auf Asami, einer hübschen Frau mit guten Manieren und tadellosem Lebenslauf. Er trifft sich seitdem mit ihr, und alles scheint perfekt zu laufen. Doch dann entdeckt Aoyama Ungereimtheiten in ihrer Vergangenheit.

Miike, bekannt für seine Perversionen und seine Vorliebe für fast schon beiläufig erzählte Gewalt, gibt sich bei der ersten Hälfte von Audition außergewöhnlich zahm, so dass man sich fast schon in einen etwas langatmigen Liebesfilm verirrt zu haben glaubt. Doch dann nimmt der Film zunehmend und in geradezu beängstigendem Maß an Fahrt auf, bis im Finale der Zuschauer buchstäblich unter dessen Räder kommt. Für mich ist es ganz klar Miikes Meisterwerk.

Gegen Audition sind die üblichen Asia- oder Hollywood-Horrorfilme bessere Gutenachtgeschichten für Vorschulkinder. Der Horror ist nicht offensichtlich (tatsächlich ist der Film sogar relativ blutarm), sondern subtil, und spielt sich eher im eigenen Kopf ab als auf der Leinwand. Das macht Audition selbst für abgebrühte Horrorfilmfreunde ziemlich schwer verdaulich. Man sollte sich gut überlegen, ob und mit wem man sich diesen Film ansieht.
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2010
Geschäftsmann Shigeharu Aoyama (Ryô Ishibashi) ist seit dem Tod seiner Ehefrau alleinerziehender Vater. Sieben Jahre lang lebt er ausschliesslich für die Erziehung seines Sohnes (Tetsu Saaki) und für seine Arbeit.
Er merkt aber langsam, dass der Sohnemann flügge wird und sich auch fürs andere Geschlecht interessiert. Diese Beobachtungen bewirken, dass Ayama selbst wieder Sehnsüchte aufkommen lassen kann und so reift der Wunsch eine neue Frau fürs Leben zu suchen.
Sein Kumpel (Jun Kunimura), ein Producer in der Filmindustrie , macht ihm den Vorschlag, er soll doch beim Casting einer neuen Kinoproduktion aktiv dabei sein, das Vorsprechen der Damen soll vornehmlich dazu dienen, ganz heimlich eine Herzdame für den einsamen Mittvierziger zu finden.
Nachdem Aoyamas anfängliche Skrupel beiseite gewischt hat, macht er sich an die Auswahl. Seine Entscheidung fällt relativ schnell. D Vorstellungsbrief der wesentlich jüngeren Asami Yamazaki (Eihi Shiina) trifft ihn emotional tief. Sie scheint eine Seelenverwandte zu sein, auch sie sucht den Weg aus einer Isolation.
Und tatsächlich scheint auch Asami mehr als interessiert an dem wesentlich älteren Mann zu sein. Die junge Frau wirkt einerseits bescheiden, schüchtern und liebenwürdig - andererseits deutet manches darauf hin, dass sie auch besitzergreifende Züge hat, wenn sie liebt. Ein Engel mit Abgründen ? Jedenfalls tauchen nach und nach die ersten Ungereimtheiten in Asamis Lebenslauf auf und auch weitere unheimliche Vorzeichen begleiten den verliebten Mann...
Der 1960 in Osaka geborene Takashi Miike ist ein vielseitiger Filmregisseur, der durch viele Wechsel in Genres oder Erzählform auffällt. Der 1999 gedrehte "Audition" ist vielleicht sein Meisterwerk.
Wegen seiner drastischen Darstellung einer schockierenden Sadismus-Sequenz bekam "Audition" sehr schnell den etwas zweifelhaften Ruhm eines Skandalfilms.
Dabei ist der Film in allen anderen Belangen äusserst subtil aufgebaut und setzt bis fast zum Schluss auf eine gute Portion Suspence und Noir. Der Protagonist: Ahnungslos, ein gutmütiger Witwer, der seinen zweiten Frühling durchlebt und ein Suchender ist. Nichtsahend, dass am Ende das Verderben warten könnte. Denn die Frau seines Herzens ist möglicherweise eine Femme Fatale mit vielen bösen Geheimnissen.
Erst in den letzten 25 Minuten entpuupt sich die wohltuend langsam erzählte Geschichte in den ultimativen Horror mit Bildern, die man so schnell nicht vergisst...
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am 13. November 2006
Der alleinerziehende Geschäftsmann Aoyama möchte sich eine neue Frau suchen. Ein befreundeter Filmproduzent schlägt vor, dazu ein Vorsprechen für die weibliche Hauptrolle eines Films zu inszenieren. Aoyama kann sich unter den Schauspielerinnen dann seine neue Lebensgefährtin aussuchen. Seine Wahl fällt auf Asami, einer gut erzogenen Frau mit tadellosem Lebenslauf. Er trifft sich seitdem mit ihr, und alles scheint perfekt zu laufen. Doch dann entdeckt Aoyama Ungereimtheiten in ihrer Vergangenheit.

Miike, bekannt für seine Perversionen und seine Vorliebe für fast schon beiläufig erzählte Gewalt, gibt sich bei der ersten Hälfte von Audition außergewöhnlich zahm, so dass man sich fast schon in einen etwas langatmigen Liebesfilm verirrt zu haben glaubt. Doch dann nimmt der Film zunehmend und in geradezu beängstigendem Maß an Fahrt auf, bis im Finale der Zuschauer buchstäblich unter dessen Räder kommt. Für mich ist es ganz klar Miikes Meisterwerk.

Gegen Audition sind die üblichen Asia- oder Hollywood-Horrorfilme bessere Gutenachtgeschichten für Vorschulkinder. Der Horror ist nicht offensichtlich (tatsächlich ist der Film sogar relativ blutarm), sondern subtil, und spielt sich eher im eigenen Kopf ab als auf der Leinwand. Das macht Audition selbst für abgebrühte Horrorfilmfreunde ziemlich schwer verdaulich. Audition ist kein Film, den man sich mit Freunden zu Halloween anschauen kann, denn möglicherweise dezimiert sich der Freundeskreis danach spürbar. Man sollte sich gut überlegen, ob und mit wem man sich diesen Film ansieht.
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am 5. April 2010
Drastische Gewalt gepaart mit handfester Komik und einem erotischen Touch ist das Markenzeichen der Filme von Takashi Miike, die seit jeher als feinster Edel-Trash sämtliche Genregrenzen sprengen. In Audition treibt er seine Obsession an Sex und Brutalität auf die Spitze. Raffiniert führt Miike den Zuschauer in diesem sadistischen Trip an der Nase herum. Die wahre Intention des Films und auch seiner Protagonistin versteckt er geschickt an der Grenze zur Hinterhältigkeit hinter einem vordergründig einfach gestrickten melodramatischen Plot, der sich jedoch später als kaltes, düsteres und psychotisches Kammerspiel entpuppt. Der einsame Witwer und reiche Geschäftsmann Aoyama sucht nach einem weiblichen Ersatz für seine vor sieben Jahren verstorbene Ehefrau. Ein Freund Aoyamas kommt auf die Idee, ein inszeniertes Vorsprechen für ein fiktives Filmprojekt durchzuführen, um eine geeignete Partnerin für Aoyama zu finden. Bei diesem dubiosen Casting findet Aoyama seine ideale Kandidatin in der äußerst attraktiven und rätselhaften Asami, die sich am Anfang noch feminin, sanft und gehorsam gibt. Nachdem Aoyama ihr in einem pittoresken Seebad einen Heiratsantrag macht, kommen jedoch zu seinem Leidwesen die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit und beunruhigende Aspekte ihrer monströsen Persönlichkeit ganz allmählich zum Vorschein.

Dass Takashi Miike in seinen Filmen Sex als Waffe einsetzt, ist fast schon Usus. Das letzte Drittel des Films fällt aber dermaßen horrend aus, dass sich mancher Zuschauer wohl vor Ekel die Augen zuhalten dürfte. Göttlich grotesk ist die Szene als Asami wie eine Domina auf dem temporär gelähmten Aoyama sitzt und mit Nadelstichen seinen Körper übersät. Selbst Aoyamas Augäpfel werden dabei von ihr nicht verschont. Als zusätzliche Folter flötet sie dabei süß "kiri, kiri, kiri (tiefer, tiefer, tiefer)" in die Luft. Spätestens hier erkennt Aoyama, dass er sich mit dieser jungen Dame eine Beziehung zugemutet hat, die seine Belastbarkeit deutlich übersteigt. Miike lotet in dieser Mischung aus Abscheu und Faszination die Grenzen des Darstellbaren aus und frönt seiner Lust an der Übertreibung, die fast alle seine Filme auszeichnet. Die Darstellung der Abartigkeit, die Miike unter der netten Oberfläche der Bürgerlichkeit hervorkehrt, erfolgt schonungslos und nicht gerade subtil. Clever kalkuliert er den Horror und inszeniert effektvoll mit bizarren Einfällen das Grauen. Zu Hilfe kommt ihm dabei das sehr präzise Drehbuch von Daisuke Tengan, das von Miike mit einem sehr ökonomischen Einsatz der vorhanden filmischen Möglichkeiten umgesetzt wird. Obwohl Miike nicht zu den Vertretern des intellektuellen Arthouse-Kinos zählt, wurde Audition völlig überraschend auf diversen Filmfestivalen mit Preisen überhäuft.
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am 25. November 2014
Was für ein grandioses Filmerlebnis.
So aufregend, bizarr, und vielschichtig raffiniert ist "Audition" gelungen.
Es gilt , lieber Interessent, einen noch weitgehend nur in Fankreisen bekannten, unglaublich überraschenden und bis ins Mark treffenden Klassiker zu genießen.
Gleichzeitig sei angemerkt, daß es schwierig ist, diese faszinierende tiefschwarze Sinfonie über Liebe, und Tod, über Schmerz und Rache, über leichtfertig warmherzige Komödie bis hin zu eiskaltem Sadismus zu rezensieren.
Die Kraft dieses cineastischen Juwels lebt davon den Zuschauer so weit wie möglich unvorbereitet zu lassen. Denn so unvorhersehbar und trügerisch wie "Audition" ist selten ein Werk.
Vorsicht also vor spoilernden Rezensionen, ich werde mich ebenfalls sehr zurückhalten.
Es gilt einen japanischen Regisseur kennenzulernen, der in Cineastenkreisen aufgrund zahlreicher Skandalwerke schon lange großes Ansehen genießt. Takashi Miike ist Garant für fernöstliches Kino der exzentrischen , oft blutigen, immer hochintelligent unvergesslichen Art.
Keiner seiner Filme ist nur als schneller Unterhaltungsfilm goutierbar. In Werken wie "Dead or alive" "Izo", "Visitor Q" ist er scharfer Ankläger sozialer Mißstände bis hin zu gnadenloser Sezierer tiefer menschlicher Abgründe.
Kompromisse und Rücksichten auf den Zuschauer nimmt Takashi Miike nicht, gleicht in seiner einzigartigen, verklausulierten Bildsprache einem Asien -Pendant zu David Lynch, oder Caspar Noe' gepaart mit den Blutexzessen eines Quentin Tarantino und der eiskalten klinischen Präzision eines David Cronenberg.
"Audition" ist für den Regisseur selbst ziemlich ungewöhnlich in seiner Zartheit, und dann in seiner hinausgezögerten dann schockierenden immer schneller werden Fahrt in den Alptraum
Es ist ein Filmerlebnis, das seit langen einmal wieder tatsächlich den Boden unter den Füssen wegzieht und in seiner Wucht ohne Unterlaß die Aufmerksamkeit bannt.
Gerade das japanische Kino, mit seiner erotischen Tradition von Geishas, von Bondage, Unterwerfungs Phantasien ist besessen von der makellosen aseptisch schönen Frau. Es ist auch gekennzeichnet von für Europäer oft schwer nachvollziehbaren Tabubrüchen rund um langausgespielte Grausamkeiten, Folterexzesse in der Schwebe zwischen Schmerz und Lusterfahrung.
Böse, zärtlich, todesdüster, grausig und unschuldig schön sind diese japanischen Traumphantasien, und "Audition" nimmt sie alle auf, kreiert eine schillernde Parabel über das Verhältnis von Liebe und Gewalt, über gegenseitige vollkommen verzerrte Mann- Frau Rollenbilder, über schockierende Traumata, kulturelle Obsessionen, und zeichnet ganz nebenbei auch noch ein erschreckendes Bild der modernen Gesellschaft, in der man sich scheinbar Liebe und Glück "erkaufen" kann und junge Seelen für immer durch sexuellen und seelischen Missbrauch zerstört werden. Der einzelne Mensch als Konsument oder als Ware im trostlosen Bemühen um echte Zuneigung und Vertrauen.
Am Anfang steht der Tod in der traumhaften Erinnerung eines keinen Jungen. Dieser kommt zum Sterbebett seiner Mutter.
Sein Vater kniet ebenfalls weinend vor der Verstorbenen. Ein schrecklicher Verlust für Vater und Sohn.
Sieben Jahre später setzt der Film wieder ein.
Hier ist er noch in der ersten Hälfte der sachlichen Realität verpflichtet. Fast nüchtern und karg wirkt der Streifen nun erst einmal für lange Zeit. Helle Räume, lange Büroflure, Hochhäuser. Zunehmend wird Takeshi Miike mit den verschieden Ebenen von Realität und Traum spielen, wird Zeitebenen verschachteln, in brillanter Weise Rückblenden, Erinnerungsfetzen mosaikartig neu montieren, sodaß auch wir Zuschauer spätestens ab der Hälfte zunehmend orientierungslos werden, vollkommen verunsichert und angespannt den weiteren Verlauf des Films nicht mehr vorausahnen können.
"Noch immer kein Glück gehabt , Papa", fragt der nun adoleszente Sohn seinen Vater . Dieser ist nun nachdem er sieben Jahre verwitwet ist wieder auf der Suche nach einer neuen Liebe. Einer jungen Frau, die genau seinem Ideal von Schönheit, Intelligenz und Einfühlungsvermögen entsprechen soll.
Oft sitzt er mit seine anderen Geschäftspartnern in Bars und philosophiert über das Leid Einsam zu sein.
Das wirkt zuerst wie der Beginn einer harmlosen, warmherzigen Romantikdramolette.
Shigeharo Aoyama, unser einsamer Protagonist ist darüberhinaus mit einer so dermaßen sympathischen Ausstrahlung dargestellt, daß der Zuschauer diesem Mann wirklich alles Glück der Welt wünscht, und mit ihm, teils gerührt , teils amüsiert seine Anbahnungsversuche erlebt.
Bis dahin glaubt man sich in einem japanischen Pendant einer Tom Hanks Romanze zu befinden.
Doch umso begeisternder im Rückblick ist die teuflische Raffinesse von Takashi Miike zu würdigen, mit der er uns aufs Glatteis führen wird.
Ein Freund Aoyamas, der als Fernsehproduzent tätig ist, hat eine blendende Idee. Er organisiert ein fingiertes Schauspielerinnen -Casting, bei dem viele hübsche junge Frauen vorsprechen sollen, im Glauben eine Filmrolle zu ergattern.
Der wahre Grund ist allerdings, daß Aoyama sich aus diesen eine neue Frau erwählen soll.
"So aufgeregt war ich zum letzten Mal als ich ein neues Auto gekauft habe" sagt Aoyama treuherzig und man kann diesem Mann seine kindliche Naivität gar nicht übelnehmen.
Betrügereien, Täuschungen, der Glaube Liebe und Sexualität quasi einfach durch ein Casting kaufen zu können, Gefühle auf Knopfdruck zu erzeugen. Der Mensch als Konsumgut, schnell geordert und für gut oder schlecht befunden, das ist ebenfalls die gallige Kritik die Takesi Miike hier formuliert.
Doch zuerst erscheint uns dieses Vorsprechen noch vollkommen unschuldig amüsant.
Gar drollige, verquere, manch hübsche, manch hässliche junge Dame nimmt auf dem Stuhl auf der Bühne Platz.
Dann betritt die atemberaubend schöne und anmutige Asami den Raum.
Sofort ist Aoyama von ihrer schüchternen, zurückhaltenden Grazie und ihrer rätselhaften Aura bezaubert.
Hals über Kopf verliebt, soll sie nun seine Auserwählte werden.
Beide treffen sich mehrmals in Restaurants, flirten miteinander- auch als einige Widersprüche in ihrem Lebenslauf stutzig machen könnten, ist Aoyama von seiner Wahl überzeugt.
Asami scheint in ihrer Vergangenheit schon einige unglückliche Erfahrungen durchlebt zu haben. Nichts sehnlicher als einen glücklichen Verlauf ihrer Romanze wünscht sich nun der Zuschauer.
Doch ein Blick in die Wohnung Asamis, ein Blick auf einen irritierenden Gegenstand voller Eigenleben reicht aus, um von einer Sekunde auf die andere die Haare zu Berge stehen zu lassen. Wie aus dem Nichts schlägt das Grauen zu, in dem wir angsterfüllt bereits mehr ahnen, als der unbedarfte Protagonist.
Böse Gewitterwolken scheinen sich anzubahnen. Hier droht auf einmal unerklärliche Gefahr in den Bildern.
In Asamis Wohnung scheint ein anderes Lebewesen zu hausen.
Plötzlich ist Asami nach einer Liebesnacht verschwunden.
In gemächlich elegantem Erzählrythmus verlieren wir den Bezug zu Realität und Traum.
Wie ein David Lynch konstruiert Mike die Wirklichkeiten immer wieder aufs neue. Wie hypnotisiert können wir nicht mehr dem Blick von dem zunehmend irrealen und grotesken Geschehen wenden.
Realität, Phantasie ?!
Takashi Miikes "Audition" gehört im letzten Drittel zu dem perfidesten und bösartigsten, was je auf der Leinwand zu sehen war. Die Eindrücklichkeit resultiert aus der großen Intelligenz in der Machart, bei der sich der Regisseur nie in die Karten schauen lässt, die Erwartungshaltungen des Zuschauers dreht und wendet und uns am Ende (so wir noch hinsehen können), unfassbar in Staunen versetzt über soviel Manipulationskönnen.
Aus der zartromantischen Liebesgeschichte zweier einsamer Menschen wurde ein psychologisch unglaublich fordernder, eisenharter, dabei bizarr kunstvoller Alptraum, der die Nerven zum Zerreissen anspannt.
Der groteske Wahnsinn schlechthin.
"Audition" ist eine so überraschende Grenzerfahrung, die wirklich jedem aufgeschlossen, vielleicht auch hartgesottenem Kinozuschauer empfohlen werden kann.
Die Traurigkeit, die komplex durchdachte Machart und die teuflische Unbarmherzigkeit wirken noch Tage in Herz und Hirn nach.

"Ich habe mich keine einzige Minute bei dir unglücklich gefühlt, denn mein ganzes Leben war unglücklich"....
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am 23. September 2008
Ich habe den Film gerade vor 3 Minuten beendet und bin auf der Suche nach einer Erklärung für das gerade Gesehene.
Dieser Film bietet in jedem Fall die Grundlage für eine lange Diskursion. Nicht nur um die Handlung aufzuarbeiten, sondern auch, ob dieser Film noch ästhetisch wenn nicht sogar zu grausam und abstoßend ist.
Der Film besitzt eine unglaubliche Tiefe und man beginnt, wie in nur wenigen Filmen, sich in den Protagonisten hineinzuvertiefen. Durch die einfache und effektlose (Wikipedia sagt langatmige) Erzählweise gelingt es Miike den Zuschauer durch Realismus zu fesseln, um ihn dann am Ende des Films in einen wahren Alptraum zu stürzen. Durch leise Vorahnungen wird der Protagonist, wie auch der Zuschauer auf anfangs scheinbar belanglose Zusammenhänge über Verdachtsmomente und schließlich zur grausamen Wahrheit geleitet. Die Folterszene zum Ende hin lässt nur abgestumpfte Menschen kalt. Jeder andere wird die Blicke abwenden müssen.
Ob das jetzt Kunst ist, oder ob Miike einfach nur weiß zu schocken und damit für Aufmerksamkeit zu sorgen ist, denke ich, subjektiv. Es ist auf jeden Fall etwas anderes sich einen Gewaltporno wie Saw anzuschauen!
Ich gebe nur die Empfehlung, sich den Film nur anzuschauen, wenn den Horror ertragen kann. Zu empfindliche Gemüter werden den Film ohnehin meiden. Für mich stellt sich nach solchen Filmen immer die Frage, ob sowas wirklich nötig ist und ob man wirklich immer auf die "Schmerzpunkte" (siehe Folterszene am Ende des Films) der menschlichen Psyche drücken muss.

Wer die Blicke von dem Ende abwendet und sich Zeit für die schauspielerische Leistung und die ausgereifte Handlung nimmt, der bekommt einen Film, dem ich immernoch 5 Sterne gebe.
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am 3. Mai 2014
Vorab: ich bin bin ein riesen Fan von asiatischen Horrorfilmen. Der hier hat es wirklich in sich.
Die Hauptdarstellerin spielt die Rolle einer absolut kranken Psychopatin sehr gut und steigert sich bis zum Schluß.
Worum es geht: wie ein verwittwerter Mann auf einer dummen Idee eines Freundes eingeht, wie man neue Frauen kennenlernen kann. Er traf zwar eine neue Liebe, jedoch hat sie nicht alle Tassen im Schrank, um es sehr milde auszudrücken....:-)
Die letzten 20 Minuten haben sich in meinem Gehirn eingebrannt. Richtig heftig.
Für den Preis und für Freunde von Asia Horror ein Muß
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am 3. Dezember 2014
Willkommen in der bizarren Welt eines hierzulande noch nicht besonders bekannten japanischen Regisseurs.
Takashi Miike- aufregend, brutal, vielschichtig, voller zärtlicher Poesie, bitterer Gesellschaftskritik und überraschend sind seine Werke.
Neben "Izo", "Vistor Q" dürfte sein "Audition" wohl sein großartigster Film sein.
Eine faszinierende tiefschwarze Sinfonie über Liebe und Tod, über Schmerz und Rache, beginnend als leichtfüßig warmherzige Komödie und immer mehr sich zu einem bizarren Alptraum steigernd.
Ein Filmerlebnis, das seit langen einmal wieder fesselt mit seiner intelligenten und überraschenden Brillanz, mit seinem raffinierten Drehbuch, das den Zuschauer immer wieder hinters Licht führt.
Absolut ungewöhnlich und nachhaltig verstörend.
Ein einsamer Geschäftsmann veranstaltet unter falschen Vorzeichen (angeblich soll die weibliche Besetzung für eine Filmrolle gesucht werden) ein Vorsprechen.
Eigentlicher Grund ist jedoch seine Suche nach einer neuen, schönen und anschmiegsamen Lebenspartnerin.
Reihenweise nehmen nun die unterschiedlichsten Frauen bei dem "Casting" teil.
Die junge, anmutige und schüchterne Asami hat es dem eloquenten älteren Herrn gleich angetan. Und bald scheint sich eine zarte Romanze anzubahnen.
Mit welch teuflischer Raffinesse Takashi Miike das harmlos anrührende Treiben alsbald in einen strudelnden surrealen Alptraum verwandelt, soll hier nicht weiter verraten werden.
"Audition" wird zur schillernd giftigen Parabel über das Verhältnis von Liebe und Gewalt, über verzerrte Frau- Mann Rollenbilder, schockierende Traumata und die Gefahr kultureller Obsessionen..
"Mein ganzes Leben war unglücklich..." ,diese Worte lassen zuletzt im Angesicht eiskalten Horrors voll sadistischer Eleganz und psychisch fordernder Anspannung Schauer über den Rücken laufen.
Ausführlicher bin ich zu dem Filminhalt noch einmal bei der Bluray- Version hier bei Amazon eingegangen.
So Sie über einen BluRay Plaver verfügen empfehle ich ihnen natürlich diese.
Erstens ist sie tatsächlich preisgünstiger, als diese DVD- Ausgabe, und das Bild ist ein wenig ( nicht spektakulär) besser, detaillierter und kontrastreicher als auf DVD.
Extras sind leider auf keiner Ausgabe vorhanden. Gerade im Hinblick auf die Außergewöhnlichkeit des Werkes hätte man sich doch einige Hintergrundinformationen gewünscht.
Dafür ist erfreulicherweise "Audition" in allen deutschen Veröffentlichungen UNGESCHNITTEN.
Im Gegensatz zu Amerika und England, wo es den Zensoren bei den wenig blutigen dafür psychisch umso nervenaufreibenderen Finalszenen wohl das Sushi im Magen umdrehte.
"Audition" ein absoluter Geheimtipp, der Sie überraschen wird und noch lange nachwirkt.
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