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TOP 500 REZENSENTam 26. August 2008
Von der musikalischen Umsetzung her ein Übergangswerk zwischen den vorwiegend rockigen ersten beiden Alben und den wave-popigen und elektronischen Alben die nachher kommen sollten, ist ,3' (od. auch ,Melt' genannt) das kompositorisch beste und textlich dringlichste Album Gabriels. Der rote Faden der sich durch fast alle songs zieht ist Ausgrenzung, das ,anders sein'. Schon beim bedrohlichen opener ,Intruder' mit seinem Geknarrze und Gerumple wird klar: das ist kein einfaches Album. Spätestens aber bei ,I Don't Remember' merkt man: es lohnt sich hier aufmerksam zuzuhören, nicht nur wegen der Texte und der Melodien, auch arrangementmäßig finden sich hier Komponenten die man als kauzig bis extravagant charakterisieren könnte.

,Family Snapshot' hat die wohl besten lyrics die Gabriel je geschrieben hat (ein song der aus der Sicht eines Attentäters die Momente der Tat und seine Beweggründe dazu eindringlichst schildert), und baut durch seine Mehrteilgkeit musikalisch eine Dramatik auf, die fesselnd, atemberaubend, furchteinflössend und faszinierend zugleich ist.
,And Through The Wire' lässt klanglich schon Ähnlichkeiten mit dem Nachfolgeralbum,4' erkennen, ebenso wie das vertrakte Arrangement beim Überhit ,Games Without Frontiers' (undenkbar übrigens, daß so ein song heute noch in die charts kommen könnte). Großartig hier neben den Effekten und den percussion und drum rhythms vor allem die - ich glaube von Adrain Belew (oder war's doch Robert Fripp?) beigesteuerte - Gitarrenbegleitung. ,Not One Of Us' rockt wieder recht stark, obwohl es ein atypischer Rocksong ist und ,Biko' wurde ja sowieso zur heimlichen Nationalhymne Südafrikas - zu diesem song braucht man eigentlich nichts mehr sagen.

Die aufwändigen Effekte und elektronischen Spielereien die hier mit den Mitteln ihrer Zeit umgesetzt wurden, waren für damals zwar bahnbrechend, dienten aber immer den Songs, denn Gabriel verstand es auf diesem Album wie kein anderer seine kantigen und ungewöhnlichen, aber trotzdem eingängigen Songs mit ebensolchen Arrangements optimale ins Bild zu rücken.
Bemerkenswert auch noch: auf Gabriels Wunsch durften weder Jerry Marotta, noch Phil Collins bei ihren drum-spuren Becken verwenden.

,4' (od. ,Security') war soundmäßig und technisch noch einmal ein ganz großer Sprung, konnte aber nicht mit soviel tollen songs aufwarten, und ,So' war ein tolles Hitalbum, aber trotz der Weltmusik Einflüße eigentlich schon ein zu glatt produziertes Album, ebenso wie ,Us'. Dringlicher emotionaler und interessanter als auf ,3' war Gabriel jedenfalls nie wieder.
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am 28. Januar 2012
Mit seinem dritten Album aus dem Jahr 1980 - "Melt" genannt - findet der frühere Genesis-Sänger Peter Gabriel seinen Stil. Er bringt diverse Schrägheiten in Einklang mit Hit-Tauglichkeit, Rätselhaftes und Verstörendes steht neben leicht Tanzbarem. Das ist etwas, was ihn fortan auszeichnen sollte.

Was den Sound betrifft, zahlt sich hier Gabriels Experimentierfreudigkeit aus - etwa im Hinblick auf den Einsatz von Samplern und einer Drum-Machine. So wurden hier die beiden einzigartigen Hits "Games Without Frontiers" und die beklemmende Anti-Apartheitshymne "Biko" geboren. Das sind zwei Glanzlichter des Albums, das beim ersten Hören gar nicht so leicht konsumierbar erscheint. Mit dem gruseligen Opener "Intruder", der einem unter die Haut geht, und dem ungehobelten "No Self-Control" wählte Gabriel einen durchaus sperrigen Einstieg. Was mutig ist. Danach geht es aber eingängiger weiter.

Weitere Highlights des Albums sind "Famliy Snapshot", das zu einer stampfenden Rocknummer anschwillt, sowie "Start" und "I don't remember", die zwar als separate Tracks erscheinen, aber eine Einheit bilden. Auf ein Instrumental mit Saxophon folgt eine herrlich rotziger Rock-Song mit pumpendem Bass von Tony Levin.

Unterm Strich klare Kaufempfehlung: Eine der besten Gabriel-Alben, auch für Einsteiger gut geeignet.
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am 10. März 2015
Man stelle sich ein unreifes 18jähriges Kerlchen aus der schwarzwälder Prowinz vor,dem PG1 und Gensis geläufig sind,der zum 1.Mal PG3 auf dem Plattenteller liegen hat.Schon "intruder" hat mich dermaßen umgehauen,der durch den gated reverb gejagte Phil Collins Drum-sound wurde hier kreiert,und die intensität der Songs lässt mich bis zu den Snare-MG-Schüssen am Ende von Biko nicht mehr los.Meine heutige politische und musikalische Einstellung sind bis heute geprägt von diesem,für mich epochalen Werk.
Klar,es hat Spaß gemacht meimen "Helden"mit SO auf Erfolgskurs zu sehen und mit SECERET WORLD eines der besten Konzerte und Live-CDs
zu erleben.Aber PG3 als Zeitgenosse zu einer enscheidenden Phase in meiner Entwicklung neu zu erleben,da geht nix 'drüber!
Mein Sohn (15) beneidet mich heute um solche Erlebnisse,GAMES WITHOUT FRONTIERS hätte wohl heute in keiner Hitparade nur den Hauch einer Chance.
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Im Mai 1980 erschien das dritte Studioalbum von ex-Genesis-Sänger Peter Gabriel aus England. Alle Lieder wurden von Gabriel komponiert und getextet. Produziert hat "3" Steve Lillywhite (u.a. U2, The Rolling Stones und Big Country). Neben Peter Gabriel (Lead and Backing Vocals, Keyboards) waren auch so bekannte Musiker am Start wie Phil Collins, Robert Fripp, David Rhodes und Kate Bush.

Auf "Peter Gabriel 3" gibt es gleich mehrere Klassiker von Peter Gabriel zu hören. Auf der 1. Seite der damaligen LP sind dies `Intruder` (Drums Phil Collins), `No self control`, `I don`t remember` und `Family snapshot`. Auf der 2. Seite sind dies die Single `Games without frontiers` und das lange `Biko`, welches von Steve Biko handelt, dem Kämpfer gegen die Apartheit in Südafrika. Alle genannten Songs gehören für mich auch zu den besten Titeln, die je aus der Feder von Gabriel entstanden sind. Die hier nicht genannten Titel fallen keinesfalls ab, so dass "3" durchgehend sehr gut ist. Bei `No self control` und `Games without frontiers` hören wir Kate Bush, die bezaubende Engländerin. Bei `Games...` bekomme ich auch heute noch eine Gänsehaut.
Musikalisch ist "Peter Gabriel 3" sehr abwechslungsreich. Neben Prog Rock, Art Rock und New Wave, gibt es auch Pop und Weltmusik zu hören.

In meinen Ohren hängt Peter seine ehemalige Band mit diesem Album endgültig ab, "3" ist einfach ein ganz tolles Stück Musik, welches heute noch, genauso wie 1980, einfach begeistert. Auf über 45 Minuten kann man in die Welt des Künstlers Peter Gabriel eintauchen. Daher gibt es von mir 5 (9/10) Sterne und eine ganz klare Kaufempfehlung.
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am 7. Dezember 2002
Dieses Album entstand in der künstlerisch wohl produktivsten Phase der Solokarriere Peter Gabriels. Der Stil seiner ersten beiden Soloalben wird hier perfektioniert und zu einem künstlerischen Höhepunkt in Peter Gabriels musikalischem Schaffen geführt.
Ein vielschichtiges und ungeheuer kreatives Album, dessen Songs durch Peter Gabriels einzigartigen Gesangs- und Kompositionsstil geprägt sind: kompositorisch ist Peter Gabriel mit Songs wie "No self control" und "Family Snapshot" in bis dahin nur bei Genesis erreichte Höhen vorgedrungen, gesanglich lässt er die ungeheure Variabilität seiner Stimme erkennen.
Das Album ist von einer jugendlichen anmutenden Wildheit geprägt, die sich mit kompositorischen Finesse und einer sprühenden Kreativität paart - Teil 1 der künstlerischen Reifeprüfung Gabriels.
Das Folgealbum wird das zuende führen, was hier bereits angedacht worden ist und wird Peter Gabriel zu einem Monument der Popmusiklandschaft erheben.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Februar 2013
Wer das (wieder einmal unbetitelte) dritte Album des ehemaligen Genesis-Sängers Peter Gabriel mit dem ebenfalls 1980 erschienenen "Duke" seiner alten Bandkollegen vergleicht,wird kaum glauben mögen,daß diese Musiker mal etwas miteinander zu tun hatten.Setzt "Duke" mit feinen,schönen,phantastisch auskomponierten,bis ins Detail perfekten Songs aufs Gefühl-und Klangbaden,liefert PG hier fast genau das Gegenteil ab.
Nicht,daß die Stücke von PG "3" schlecht komponiert oder auf ihre Art nicht perfekt wären (PG ist bekannt dafür,pedantisch zu arbeiten und nichts zu veröffentlichen,das ihm nicht bis ins letzte Detail stimmig erscheint).
Nein,diese Arbeit hier ist absichtlich rauh,blechern,schrill,metallisch aufgenommen worden.Sie enthält viele Effekte,Hall,Geräusche,Peter schreit,läßt seine Stimme überschlagen;an allen Ecken kommen Verzerrer zum Einsatz.
Man wollte alles,nur keinen Schönklang.Das ist definitiv gelungen.
Wie bei jedem neuen Album wollte PG neues ausprobieren,vorwärts gehen,"progressiv"im wahrsten Sinne des Wortes sein.
Auch das ist ihm hier natürlich,wie fast immer,gelungen.Dennoch habe ich ein kleines Problem mit "3".
Es berührt mich bei weitem nicht so,wie "2".Der Genuß beim Hören hält sich in Grenzen;auch spätere PG-Alben geben mir viel mehr.Bei den Kompositionen fehlt es mir etwas an Tiefe.Bei "Lead A Normal Life" blitzt da etwas auf,was mir sonst hier fehlt."Biko" und "Games Without Frontiers" langweilen mich sogar ziemlich.
Allerdings ist das wohl einfach nur Geschmackssache;daß "3" von hoher kreativer Dichte und wertvoll ist,will ich nicht abstreiten.Und dennoch:Es will bei mir nur eingeschränkt zünden. 3,5 Sterne
Trotz des absichtlichen "Industrie"?-Sounds hat das 2002er Remastering durch Tony Cousins dem Album gut getan.
Die 2011er CD-Neuauflage basiert auf dem 2002er Remastering.Die Hybrid-SACD ist,neben der Schallplatte, wegen der überlegenen Datendichte wohl die beste Klangvariante(mit gutem SACD-Player).Allerdings ist die längst vergriffen.
Die 2011er CD- Neuauflage ist übrigens in den USA im schicken Digipak erschienen.
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am 13. Oktober 2004
Zuerst zum letzten Stück: Biko ist für mich einfach ein genialer Song von Peter Gabriel, sowohl vom musikalischen als auch vom politischen Standpunkt aus betrachtet. Es ist der krönende Abschluss dieser 3. Platte von ihm. Sie war in England äusserst erfolgreich (Platz 1 und 18 Wochen in den Charts, was nur noch von "So" gesteigert werden konnte)!
Drei Hitsingles wurden ausgekoppelt: «No Self Control», «Games Without Frontiers» sowie das erwähnte Stück «Biko». Allesamt sind das Pop-Perlen. Daneben überzeugt mich vor allem das Eingangsstück «Intruder», welches in den knapp 5 Minuten eine unheimliche und packende Atmosphäre schafft. Alleine das Schlagzeug zu Beginn und die elektronischen Effekte sind Extraklasse.
Weitere Anspieltipps sind: «I Don't Remember», «Family Snapshot» oder «And Through The Wire».
Insgesamt eine wunderbare CD zum Immerwiederhören!
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am 17. Januar 2016
Mit seiner dritten Soloplatte MELT setzt Peter Gabriel seine mit CAR & SCRATCH begonnenen Reise fort. Gabriel hatte sich in einem alten Farmhaus in der Nähe des südenglischen Bath ein Studio eingerichtet. Hier experimentierte er mit neuer Technik. Er setzte einen nagelneuen Drum Computer beim Komponieren ein und nutzte ausgiebig und als erster britischer Musiker überhaupt den Fairlight CMI-Synthesizer. So konnte er Marimbaklänge, Dudelsacktöne, afrikanische Trommeln und Trauergesänge in seine neuen Songs einbauen. MELT ist eine sehr gute Platte, sie ist fortschrittlicher als CAR und kompositorisch für mich besser als der Vorgänger SCRATCH. Gleichwohl sind auch Gabriels Soloscheiben aus den Siebzigern gute Werke und ich kann jedem, der an Peter Gabriel interessiert ist, nur empfehlen, sich die ersten vier Platten von ihm hintereinander anzuhören. Man kann hören, wie gut, logisch und natürlich die Platten aufeinander aufbauen Ein wunderbarer work in progress flow.

Die beiden bekanntesten Songs sind die beiden politischen Nummern Games Without Frontiers und Biko. Die Anti-Apartheid-Hymne Biko hat die Ermordung des südafrikanischen Bürgerrechtlers Steven Biko zum Thema. Mit diesem Song handelte sich Gabriel einigen Ärger, jedoch auch viel anerkennende Beachtung ein. Es gibt einige bewegende Videos von Liveaufnahmen des Songs. Ein auf den Punkt komponierter, eigentlich simpler du sehr beeindruckender Song. Das Anti-Kriegs-Lied Games Without Frontiers ist schon seit langer Zeit einer meiner Lieblingssongs. Kate Bush steuert hier Gesang dazu. Ich muss gestehen, dass ich als Kind die Eurovisions-Show Spiel ohne Grenzen einige Male ganz gerne gesehen habe. Die TV-Show dient als Grundlage für den Text, indem Gabriel solcherlei Spiele als lächerliche Form der Auseinandersetzung ( und Ersatz für Kriege) zwischen Staaten beschreibt. Viele Texte des Albums, bspw. Not One Of Us und Lead A Normal Life, beschäftigen sich mit der Andersartigkeit des Individuums, mit dem Zwang zur Konformität und dem Aufbegehren dagegen. Auch das gespenstische Intruder beschreibt einen gesellschaftlichen Outsider. Hier hört man zum ersten Mal den Drumsound, der die Achtziger prägte. Durch einen Zufall entwickelten Hugh Padgham und Phil Collins, der auf den ersten beiden Songs der Platte das Schlagzeug spielt, den Gated Reverb-Sound, den die beiden auf Collins Soloscheiben, bspw. auf In The Air Tonight weiterentwickelten. Der Text von Family Snapshot basiert auf einer wahren Geschichte und versetzt sich in die Gedanken eines Attentäters. Das kurze Instrumentalstück Start erinnert mich sehr an die drei Jahre zuvor veröffentlichte LOW von Bowie. Trotz der synthetischen Elemente ist MELT eine sehr gute Rockscheibe der New Wave Ära.

Sowohl der dunkle und bedrohliche Sound, die karge, schroffe und damals sehr ungewöhnliche Musik, als auch die grenzwertigen, um politische, isolierte oder gestörte Außenseiter kreisenden Texte waren für Peter Gabriels damalige Plattenfirma starker Tobak. So wurde eine Veröffentlichung zunächst abgelehnt. Man befürchtete einen totalen kommerziellen Flop. Auch das hervorragende Cover, das Gabriels wegschmelzende Gesichtshälfte zeigt, hatte für die Company keinerlei ansprechende Wirkung. Der Effekt wurde durch das Auftragen einer Emulsion auf das noch feuchte Polaroid Gabriels erzielt. Als MELT dann doch veröffentlicht wurde gelang es auf den ersten Platz der britischen Albumcharts, hielt sich dort 2 Wochen und verkaufte sich deutlich besser als die beiden Vorgänger. Für mich ist MELT eine sehr gute Platte, ein Klassiker der Rock- und Popgeschichte. Der Schlagzeugsound und der Einsatz des Fairlight-Samplers waren Meilensteine. Zudem ist MELT etwas zugänglicher als der gelungene, aber insgesamt sperrige Vorgänger SCRATCH. Peter Gabriels dritte Soloscheibe gehört für mich in jede gut sortierte Rock- und Popsammlung.
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am 30. März 2015
Der Ausstieg bei Genesis erschütterte die Musikwelt und die Fans. Doch Peter Gabriel geht seinen Weg - mit "Cars" legte er einen schönen Erstling hin, der auch schon einen Hit enthielt "Solsbury Hill", die von Robert Fripp produzierte "Scratch" klingt nicht so räumlich und eher roh und ist ein völlig unkommerzielles Album - mit der dritten Platte legt Gabriel dann richtig vor: im ersten Stück "Intruder" präsentiert Gabriel einen Drumsound, der die Popwelt für die nächsten 10 Jahre nachhaltig beeinflussen sollte (Melt erschien ein Jahr vor Collins "Face Value"), der Einfluss von ethnischen Rhythmen wird deutlich und die abseits der Popmusik liegenden Auffassungen Gabriels von rhythmischer Arbeit werden hörbar, es ist ein Album über das fremd sein, das anders sein und mit "Biko" schafft er eine Hymne mit politischer Aussage, mit der er ebenfalls den Grundstein legt für seine weiter Karriere.

Auf "Melt" werden gleich 3 Fäden gesponnen, an denen Gabriel in den nächsten 30 Jahren immer weiter webt bis heute: Gabriel als unabhängiger Produzent und Weltmusiker, Gabriel als musikalischer Visionär und Innovator, Gabriel als Künstler, der international für die Menschenrechte eintritt.

Wenn es ein "Muss"-Album von Peter Gabriel gibt, dann ist es auf jeden Fall "Melt" - man sollte deshalb die anderen aber nicht vernachlässigen :-)
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am 8. Juli 2011
Mit dem dritten Album kam die Solokarriere von Peter Gabriel erstmals richtig in die Gänge. Zwar konnte er mit seinem Debüt und Hitsingle - Solsbury Hill - den ersten großen kommerziellen Erfolg laden; die beiden ersten Alben jedoch, blieben weit hinter den großen Erwartungen der Fans zurück, die sich mit den teils guten, teils aber auch orientierungslosen "Art-Pop-Songs" nur sehr schwer anfreunden konnte. Mit - 3 - kam eine entscheidende musikalische, vor allem aber auch rhythmische Veränderung. Die Idee von Phil Collins - Becken und Hi-Hats - zu entfernen, und nur einen Rhythmus mit den Bass-Drums und den Tom-Toms zu spielen (wie später dann auch überwiegen auf den großen Collins Hits - In the air tonight, I don't care anymore, Don't lose my number und dem Genesis-Hit - Mama) - war sicherlich eine ganz entscheidende, denn fortan knisterte Peter Gabriels Musik vor Spannung an allen Ecken und Enden.

Zusätzlich verstärkt wurden die spannenden Drum-Sounds mit sphärischen Keyboardklängen und genialen Soundsamples. Überall knackte und klackerte es, besonders bei dem ersten Lied - Intruder. Peter Gabriels Stimme kommt auch das erste Mal regelrecht gänsehautähnlich rüber, besonders auf dem sehr emotionalen Stück - Biko - das er für - Simon Biko - geschrieben hat, einen farbigen Südafrikaner, der in seinem Land gegen das faschistische Regime aufständig demonstrierte und deshalb von den Polizisten in seiner Zelle todgeschlagen wurde. Dieser Song wurde allerdings erst einige Jahre später ein ganz großer Hit, nämlich als ein Benefizkonzert zur Freilassung - Nelson Mandelas - veranstaltet wurde, an dem Peter Gabriel den Song zusammen mit den Simple Minds gemeinsam auf der Bühne präsentierte. Diesen großartigen Moment gibt es leider noch nicht auf DVD. Dennoch - 3 - war absolut richtungweisend für seine beiden nächsten Alben - 4 - und - So - und gehört für mich, aufgrund seiner menschlichen Botschaften (Not One Of Us, Lead a normale Life) und klaren politischen Stellungnahmen (Games Without Frontiers, Biko) zu meinen absoluten Lieblingsalben.
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