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Kundenrezensionen

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am 25. Oktober 2002
Anders als viele andere Bands, die später zu Weltruhm gelangten, blieben Pink Floyd der experimentellen Musik auch nach dem jähen Ende des "Sommers der Liebe" treu. Davon kündet schon das eröffnende "Let there be more light", das zwischen seinem wunderbar zerdehnten Intro, theatralischem Chor und mantra-ähnlichem "fade-out" am Ende die Landung eines Ufos beschreibt.
Nach diesem Höhenflug folgt das herzergreifend melancholische "Remember A Day", dessen Keyboard, Schlagzeug und Rick Wrights nasaler Gesang den sentimentalen Text sehr gut unterstreicht.
Der mit vielen farbigen Synthesizer-Klängen und einem einzigen Gitarren-Akkord gewobene Klangteppich bildet die Kulisse für das in "Set The Controls For The Heart Of The Sun" rezitierte Gedicht. Meiner Meinung nach ist dieser Song der einzige Schwachpunkt des Albums, da er nicht mit der ausgefeilteren, dramatischeren Live-Version auf "Ummagumma" mithalten kann.
Bemerkenswert jedoch ist "Corporal Clegg". Diese beißende Satire auf den (britischen) Offiziersstand ist eines der besten Frühwerke von Roger Waters und nimmt bereits einiges von dem vorweg, was ein Jahrzehnt später mit "The Wall" und "The Final Cut" folgen sollte. Waters deklamiert die Neurosen seines Protagonisten schrill und schräg, dazu passend dreht der Song in das aberwitzige Zerrbild eines Defiliermarschs ab, ehe er in einer wilden Kollage aus Sirenengeheul und Maschinengewehrfeuer endet.
Das lange Instrumental "A Saucerful Of Secrets" geht von von einem chaotischen Anfang über ein Drumsolo in einen harmonisch geordneten Orgelpart über. Die fast pastorale Atmosphäre der Schlusspassage verblasst jedoch etwas gegen den faszinierenden Auftakt mit seinem Salven und Garben von Gitarren, Keyboard und Schlagzeug, die ein wahres Klanggewitter erzeugen.
Zeit zum Luftholen bietet "See-Saw", ein leiser, leichter und verträumter Song - und die kommerziellste Nummer des ganzen Albums, die zwar einen locker-flockigen, aber nicht besonders tiefen Eindruck macht.
Ein Syd-Barrett-Song beschließt die LP: "Jugband Blues". Barretts unvergleichlicher Stil von der "Piper..."-LP ist geblieben, doch den Song umgibt wegen seiner Dissonanz und dem verstörenden Text eine düstere Atmosphäre, die lange nachhallt.
Bandchef und Haupt-Songwriter Syd Barrett war von den restlichen Floyd kurz vor den Sessions zu "A Saucerful Of Secret" gefeuert worden. Der Ersatzmann, Dave Gilmour, wird nur beim Titeltrack als Co-Autor genannt. Alle anderen Floyd - einschließlich Barrett - sind auf "A Saucerful Of Secrets" mit mindestens einer Eigenkomposition vertreten. Trotz der notwendigen Neuorientierung der Band wurde der Nachfolger von "The Piper At The Gates Of Dawn" zu einem Highlight der psychedelischen und experimentellen Popmusik. Trotz leichter Abstriche blieb die Originalität, die Fantasie und die Spielfreude der Band erhalten. Dies verlieh ihr eine Eigenständigkeit, die es vergleichbar in der Popmusik nicht gibt.
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Um die seinerzeitige bahnbrechende Wirkung dieser LP erahnen zu können, muss man bedenken, dass Mitte der Sechziger auf den Pop-LP's üblicherweise 10 bis 14 3-Minuten-Songs zu finden waren, die nach dem simplen Lied-Prinzip Strophe - Refrain - Strophe - Refrain - Strophe - Refrain gestrickt waren. Aus der Not (des Syd-Barrett-Ausstiegs) entstand das erste elektronisch - psychedelische Rock-Album der Geschichte. Der Ursprung aus der Minimal-Art ist deutlich. Einprägsame und kurze Melodielinien werden in zahlreichen Variationen mit minimalen Veränderungen schier endlos wiederholt - mit einem hypnotisierend-berauschendem Effekt. Komposition und Arrangement sind schlichtweg genial - traditionelle Song-Muster wurden durchbrochen und zu einem detailreichen und fein durchgestalteten Musikfluß geöffnet. Damit begann sich auch die Pop-Musik von der reinen Hitproduktion zu einer ernstzunehmenden eigenen Musikrichtung neben der klassischen Musik zu entwickeln.

Es ist das erste Album der Waters/Gilmour/Mason/Wright-Pink-Floyd - und zugleich das kompromissloseste und (neben Ummagumma) das, das sich am wenigsten um kommerziellen Erfolg kümmerte.

Dieses Album löste eine Welle anspruchsvoller elektronischer Musik aus - es gehört zu den wirklich wichtigen und innovativen Alben der Pop-Musik.
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am 30. September 2013
Pink Floyds zweiter Longplayer, schon mit David Gilmour nach dem bekannten Rauswurf des vormaligen Masterminds Syd Barret, der noch ein Stück hier verantwortet. Ich kann und will mich nicht mit den einzelnen Stücken auseinander setzen, die Scheibe, finde ich, muss man als Ganzes sehen. Und als solches gefällt sie mir. Allerdings auch wieder in erster Linie, um meine PF-Sammlung zu komplettieren. Das psychedelische Element, das später in den Hintergrund tritt, ist hier noch stark vorhanden und, naja, nicht so meins. Dennoch 4 Sterne, weil ich eingeschworener Fan bin und die Entwicklung der Band (für meinen Teil bis "The final Cut", nicht weiter) sehr spannend finde.
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am 20. Januar 2016
Vor vielen Jahren hatte ich mal "The Piper at the gates of dawn" & "A saucerfull of secrets" in einem Doppelalbum auf Vinyl.
Da ich die Scheiben gehört habe, bis sie nicht mehr anzuhören waren, habe ich beide jetzt auf CD gekauft.

Ein echter Genuss - das ist Pink Floyd, so wie ich sie mal kennen gelernt habe!
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am 25. Februar 2015
Hier wenden sich Pink Floyd mit ihrem neuen Gitarristen David Gilmore fast vollständig von Syd Barrett ab und versuchen sich bis auf ein Stück allein.
Und das ganz klar mit Erfolg. Jedes Stück hat hier seine Berechtigung. Alles ist Psychedelisch. Vieles ist schräg. Roger Waters und Richard Wright zeichnen für die meisten Stücke verantwortlich.
Zum Start schon Let There Be More Light von Waters das einen leicht arabischen Touch hat, danach Remember A Day das eher beschwingt, aber auch gedämpft nach Cannabis sich anhört. Das dritte Stück Set The Controls das teilweise geflüstert, fast sanft daherkommt ist ein weiterer Knaller von Waters. Besonders empfehlenswert die Version von Live in Pompeii. Corporal Clegg ist ebenfalls von ihm. Hier wird sein Dauerthema Krieg und Co mal auf ziemlich psychedelisch / lustige Art verarbeitet. Der Titelsong A Sauceful Of Secrets das einzige Instrumental klingt heute noch ziemlich absurd und irgendwie nie mehr von einer Band so kopiert. Dieses Schlagzeug allein und dann der Übergang zum melodiösen Teil. Btw. Kann mich an eine Story erinnern als ein Freund dieses Stück quasi mitsang (Ahhhh, Ahhhh.......) Seine Eltern bestürzt das Zimmer stürmten weil sie meinten der Sprössling hätte schwere Schmerzen.
See-Saw ist das am positivsten klingende Stück. Aber ebenfalls wie Stück 2 scheint es eine gewisse Langsamkeit inne zu haben.
Zum Abschluss dann noch ein letztes Vermächtnis Barretts. Jugband Blues. Für mich das siebte Highlight der Scheibe (mit 7 Stücken). Mit psych-folkigen Anklängen plus rückwärts laufender Blaskapelle. (and i love the queen)
Unglaublich dass so etwas populär war. Heutzutage würde dadurch niemand vom Mainstream Pink Floyd kennen. Zum Glück gab es eine offenere, aufgeschlossenere Ära der Musikgeschichte.
Eine der wenigen Platten auf der alles gut ist.
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am 25. November 2005
Gleich vorab - ich habe als Kind die bunten Dinger mit Schoko immer gemocht, auch wenn sie keine surrealen Träume verursachen konnten. Als ich Jahre später mit Pink Floyd in Berührung kam, hatte ich sie bereits mit der Art von Platten vertauscht, die meine Mutter vielleicht lieber als Untertasse verwendet hätte, statt sie anzuhören.
"A Saucerful of Secrets" zeigt die Band nach dem tragischen Ausscheiden von Syd Barrett in einer verzweifelten Umbruchphase. Sie hatte ihren wichtigsten Songwriter verloren, und die anderen sahen sich nun gezwungen, ihre Fähigkeiten verstärkt ins Bandkonzept einzubringen. Darin liegt der Grund, warum sich das Werk wie ein Sammelsurium unterschiedlichster Ideen und Stile anhört, deutlich angeleckt vom psychedelischen Zeitalter - aber auch anderen, älteren Traditionen verpflichtet.
"Let There Be More Light" und "Set The Controls For The Heart Of The Sun" sind düstere Psychedelic Songs englischer Prägung, durchsetzt mit fernöstlichen Einflüssen und einem gehörigen Schuss Modern Jazz und Freestyle. Sie sind Statements der Band zu ihrer Position im pschedelischen Rock-Umfeld, das sich bevorzugt surrealen Träumen aus dem Weltall zuwendet. Diese Richtung hatte die Band bereits mit "Interstellar Overdrive" und "Astronomy Dominé" eingeschlagen, an denen auch Barrett maßgeblich beteiligt war.
In diese Richtung stößt auch ganz bewusst und konsequent "A Saucerful Of Secrets", ein Instrumental mit Überlange, das kaum mehr irgendwelchen Vorgaben des Mainstream oder melodischen Ansprüchen gehorchen will. Die Unterteilung in Parts lässt eine geheimnisvolle Weltraum-Story vermuten, über die der Hörer allerdings keinen genaueren Aufschluss erhält: a. Something Else b. Syncopated Pandemonium c. Storm Signal d. Celestial Voices". Ich vermute hinter der epischen Musik etwas wie einen Interstellaren Krieg, aus dem die Versöhnung als Sieger hervorgeht. Jeder ist hier auf seine persönliche Fantasie verwiesen. Ohne die Hinweise der Titel durchlebte ich als Teenager immer wieder eine Entführung in einem Raumschiff, während der ich zum Kern meines eigenen Wesens fand. Man sieht, die Band konnte mich mit ihren Botschaften durchaus anstecken ...
"Remember A Day" und "See Saw" sind Songs von Rick Wright, der immer eine starke Neigung zu Mainstream Jazz hatte - Cole Porter zählte zu einem seiner Vorbilder als Komponist. Während "Remember A Day" im psychedelischen Rahmen mit Soundeffekten, unwirklicher Atmosphäre und verfremdeter Gitarre gut in die Zeit passt, wirkt "See Saw" doch deutlich orchestral orientiert und ein wenig antiquiert wie die typische Radiomusik jener Zeit. Als sahniger Kontrastpunkt zum Rest des Album kommt dem Song aber eine wichtige Rolle zu. Denn wie die Beatles in ihrer Endphase zeigt sich die Band hier als Kenner unterschiedlichster Popmusik-Epochen, auf ihre Art durchaus versiert in verschiedenen Spielarten und stellt damit klar, dass sie die englische Fortschreibung der Rockmusik voranbringen will. "Corporal Clegg" wirkt dagegen eher wie ein Witz - sowohl musikalisch als auch vom Text her. Waters lässt sich schon hier - mehr als zehn Jahre vor "The Wall" - über einen Möchtegern-Kriegshelden aus, der von der Queen träumt und seinen Orden im Zoo gefunden hat - Satire im Psychedelic-Stil. Den Abschluss bildet ein Song, der die Band noch mit Syd Barrett aufgenommen hat und der deutlich seinen Stempel trägt: "Jugband Blues". Noch konsequenter als bei seinen übrigen Songs bricht Barrett mitten in einer Songidee ab und wendet sich unvermittelt einer neuen zu. Seine wechselnden Stimmungen weiten sich zu einer Obsession aus, über die er keine Kontrolle mehr zu haben scheint. Man darf jedoch annehmen, dass er ganz genau wusste, was er tat. Vom rätselhaften Text bis hin zum aberwitzigen Einsatz einer (Heilsarmee-) Blaskapelle wirkt alles ein bis ins Detail durchdachter Aufschrei aus dem Irrenhaus. Es ist erschreckend, wie deutlich Syd seine eigene Position in der Band und seinen mentalen Abstieg vor Augen hatte: "It's awfully considerate of you to think of me here / And I'm much obliged to you for making it clear that I'm not here." Mit diesem Lied stellte er schon vor der Katastrophe klar, dass es keinen Sinn hatte, ihn mental retten zu wollen. "And what exactly is a dream / and what exactly is a joke" sind sozusagen seine letzten Worte bei Pink Floyd. Sie klingen in meinen Ohren wie ein Statement zu der Platte und zu seinem eigenen emotionalen Zustand. Träume und Witze vereinigen sich zu einem undefinierbaren Amalgam und verschwinden in der Weite des Alls. Am Ende bleibt nur die Frage: Wo soll das enden? Wir wissen inzwischen, wohin es geführt hat: zurück in die Wirklichkeit!
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am 4. Februar 2013
"A Saucerful Of Secrets" (1968), das zweite Pink Floyd Album war das Erste mit David Gilmour und das Letzte mit Syd Barrett.

Saucerful merkt man sehr deutlich den kaum noch vorhandenen Einfluss von Barrett an. Das Album kommt größtenteils reifer und auch ernster daher als das Erstwerk "Piper". Das Songwriting teilten sich hauptsächlich Waters und Wright (abgesehen von dem Barrett Song Jugband Blues und dem Titelsong als Gemeinschaftswerk).

Das Album geht mit dem Waters Song "Let There Be More Light" extrem gut und kraftvoll los. Eines meiner absoluten Pink Floyd Lieblingslieder. Es folgt das von Wright komponierte "Remember A Day", ein wunderschöner, sehr melodischer Song. Hier zeigt sich schon die Melancholie, die bei Wright's Stücken noch des öfteren vorkommen wird (Summer '68, Wet Dream Album).
Im Anschluss daran folgt einer der damaligen frühen Klassiker von Pink Floyd "Set The Controls...". Sicherlich ein klasse Song auf dem Album. Live entfaltete er aber erst so richtig seine volle Qualität. Hierbei sei auf die grandiose Live Version auf Ummagumma verwiesen. Ummagumma (remastered) (2 CDs) Lange Zeit war der Song ein fester Bestandteil der Pink Floyd Setlist.
Bei "Corporal Clegg" versucht sich Waters mehr oder weniger an seinem im weiteren Sinne ersten politischen Song. Interessant ist hierbei dass man eine der wenigen Gesangseinlagen von Mason zu hören bekommt.
Das Titelstück "A Saucerful Of Secrets", eine gemeinsame Komposition von Waters, Mason, Wright, Gilmour, deutet schon zaghaft an wo die Reise auf späteren Alben hingehen soll. Auch dieser Song war ein früher Klassiker und lange im Live Set zu finden. Auch hier sei wieder auf die Live CD von Ummagumma verwiesen.
Die letzten beiden Songs stören den bisher positiven Gesamteindruck etwas. "See-Saw", von dem ich mal irgendwo gelesen habe dass der Arbeitstitel "The Most Boring Song I've Ever Heard" oder so ähnlich war, ist eben dies - extrem langweilig. Er läuft so durch ohne eine Wirkung zu hinterlassen.
Bei "Jugband Blues" war ich immer sehr erschreckt wie wenig die Barrett Komposition noch zu dem Rest der Songs passte. Für mich zeigte das damals sehr deutlich wie sehr sich die Band von ihrem damaligen Bandleader (soundtechnisch) entfernt hatte. Der Song ist gut, keine Frage, wirkt aber leider auf dem Album wie ein Fremdkörper.

Bei diesem Album zeigen sich auch das erste Mal "Hipgnosis" für das Coverdesign verantwortlich. Viele weitere Cover Klassiker für Pink Floyd sollten folgen...

Wie bei den anderen neuen Remasters auch sei jedem der das Album erwerben möchte geraten sich doch lieber nach dem Remaster aus den 90ern (keine Papphülle, super Klang) umzuschauen. Der Klang der neuen Version ist nicht unbedingt besser geworden und die Papphülle ist für die Haltbarkeit der CD nicht gerade zuträglich.

Die CD sei allen ans Herz gelegt die schon etwas Pink Floyd Album Erfahrung haben. Es ist ein sehr schönes Album der frühen Pink Floyd mit einigen Klassikern und einigen nicht so beachteten Perlen. Wer das Remaster aus den 90ern hat kann sich die Neuanschaffung allerdings sparen.

Zum weiterhören/sehen empfehle ich auch die Live At Pompeii DVD Pink Floyd - Live at Pompeji: The Director's Cut und wie oben bereits erwähnt das Ummagumma Album (die Live CD davon). Bei beiden finden sich tolle Versionen von "Saucerful" und "Set The Controls...".
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TOP 1000 REZENSENTam 18. Mai 2014
Als 1968 "A Saucerful Of Secrets" erschien,waren Pink Floyd in einer entscheidenden Umbruchphase.
Ihr Hauptsongschreiber Syd Barrett war wegen seiner Drogenabstürze und psychischen Probleme für die Band nicht mehr tragbar.
So mußte man das Komponieren jetzt selbst übernehmen und dazu benötigte man noch einen neuen Gitarristen.
Einen (deutlich besseren) Gitarristen fanden Roger Waters,Rick Wright und Nick Mason mit David Gilmour.
Die anfängliche Idee,Barrett als zweiten Gitarristen oder wenigstens als kreativen Kopf im Hintergrund zu behalten,verwarf man aufgrund des bedrückenden Zustands des ehemaligen Masterminds schnell.
Die Frage,ob die vier Musiker es schafften,die Lücke im Bereich Komposition zu schließen,kann ich sehr knapp beantworten:Ja!!!
Das erste Album "The Piper At The Gates Of Dawn" war interessant,abgefahren,für die Band wichtig,keine Frage.
Aber "A Saucerful Of Secrets" ist für mich der eigentliche Beginn dessen,was mich an der Band so fasziniert.
Es ist für mein Empfinden eine riesige Weiterentwicklung zum Debutalbum.
Der trotz aller Kreativität deutlich spürbare 60erJahre Sound des Barrett-dominierten Stils wich hier einem hervorragenden psychedelischen Sound-Erlebnisses,das mich in einer Art packt,wie es der Vorgänger niemals schaffte.
Pink Floyd hatten sich völlig neu erfunden.
Daß die Stücke jetzt von Waters,Wright und gemeinsam (später wurde Gilmour da auch aktiver) geschrieben wurden,führte zu mehr Abwechslung, einem frischen,neuen Stil.
Die Band erhielt von der EMI die Erlaubnis,eigene Designer zu beschäftigen;man entschied sich für Hipgnosis mit Storm Torgerson,eine weise Entscheidung,die man über Jahrzehnte wiederholte,was der Band auch über die Optik ein eigenes Image bescherte.Das eingesetzte Artwork ist größtenteils geradezu genial und damit passend zur Musik.
Die häufig geäußerte Ansicht,daß man diese Musik am besten in berauschtem Zustand genießen kann,sehe ich genau umgekehrt.
Es ist die Musik,die berauschend wirkt; auf geheimnisvolle Weise emotional,hochgradig psychedelisch,anders,schwer zu beschreiben.
Ab diesem Album stehen Pink Floyd für mich für mehr als "nur" Musik.
Pink Floyd steht für ein Lebensgefühl,für rauschhaften Genuß,für atemberaubende Kreativität und Kunst.
Die beiden Stücke von Rick Wright kommen deutlich lockerer,leichter daher,als die düsteren,geheimnisvollen Longtracks und der Opener.Der schräge "Corporal Clegg" und der kurze Schlußtrack (der einzige von Barrett) klingen wieder nach alten Zeiten und fallen für mich deutlich ab.
Insgesamt empfinde ich ASOS als geniales Psychedelic-Rock-Album,das den geneigten Hörer mit Genußgefühl geradezu flutet.

Die Aufnahmequalität ist für die damalige Zeit außerordentlich gut.
Gut bedient ist,wer noch eine alte,gut erhaltene Schallplatte besitzt.Neuere Vinylauflagen sind überarbeitet und nicht von gleicher Qualität,leider.Eine digitale Veröffentlichung,die ich für wirklich gelungen halte,habe ich noch nicht gehört.
Die ersten EMI-Auflagen klangen enttäuschend.Gute Dynamikwerte sind halt doch nicht alles.
Die Doug Sax-Remaster-Version (90er Jahre) brachte keine Besserung,das gleiche gilt für die 2011er Plante/Guthrie-Remasters.
Oft liest man,daß die ersten Japan-Pressungen (ua Black Triangle) besonders gut sein sollen.Die ganz alten kenne ich leider nicht.
Neuere Japan-Pressungen haben mich nie überzeugt.Bei den alten,nicht remasterten Auflagen aus Amerika,Australien usw soll es auch verschiedene Masterings geben,die sich aber wohl nur geringfügig unterscheiden.Das gilt für alle PF-CDs.
In englischsprachigen Foren geht sogar das Gerücht um,daß die ersten europäischen Sax-Remasters (1992) gar nicht diese sind.Angeblich sind es durch einen Fehler bei EMI die normalen alten Masterings,und wer Doug Sax wolle,müsse sich die US-Versionen besorgen,diese würden ganz anders klingen.
Die CD in der Shine ON -Box soll auch auf einem anderen Remastering beruhen,für manche auf dem besten.
Ich hoffe,daß meine alte Schallplatte noch lange so gut klingt,wie jetzt...
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Nachdem Pink Floyd mit ihrem Erstlingswerk "The Piper At The Gates Of Dawn" 1967 einen bemerkenswerten Erfolg feiern konnten, machte sich die Band noch im selben Jahr an die Arbeiten zum Nachfolgewerk. Allerdings war die Produktion dieses zweiten Albums anfänglich auch zusehends von den Drogen bedingten psychischen Aussetzern Syd Barretts bestimmt, so dass man sich dazu entschloss, David Gilmour fest in die Band aufzunehmen und Syd Barrett vorerst weiter im Hintergrund, aber nicht mehr auf der Bühne, zu belassen. Obwohl Syd Barrett bislang fast alle Pink Floyd Songs geschrieben hatte, entschloss sich die Band, im März 1968 die Reißleine zu ziehen und fortan ohne ihren Namensgeber und Mitbegründer weiterzumachen.
Und so kam es, dass auf dem im Juni 1968 erschienenen zweiten Pink Floyd Album "A Saucerful Of Secrets" mit Jugband Blues" lediglich noch ein Song aus der Feder von Syd Barrett enthalten war. Das Songwriting der anderen Titel übernahm zusehends Roger Water. Dennoch sind auch die anderen Pink Floyd Mitglieder für mindestens eine Komposition auf dem Album verantwortlich.
Pink Floyd blieben zudem auch mit ihrem zweiten Album ihrer sehr eigenen experimentell ausgelegten Interpretation des perfekten Psychedelic Rocksongs treu.
Ausgeprägte Klangteppiche mit Orgel- und Pianosounds bestimmen den instrumentalen und sehr atmosphärischen Titeltrack des Albums "A Saucerful Of Secrets".
Der Opener des Albums "Let There Be More Light" kommt phasenweise theatralisch daher und beschließt sich durch interessante und spannungsgeladen gezupfte Gitarrenklänge.
Zudem ist auf dem Album mit dem Titel "Corporal Clegg" ein Titel enthalten, auf dem zum ersten Mal offizielle Pink Floyd Drummer Nick Mason als Sänger in Erscheinung tritt. Nun erscheint dieses bemerkenswerte Album in einer neuen 180g starken Vinyl-Auflage bei Parlophone.
Die neue Veröffentlichung von "A Saucerful Of Secrets" auf 180g Vinyl lässt die sieben Songs sehr klar und ausgewogen erscheinen. Hier wurde eine wirklich gute Arbeit beim neuen Vinyl-Mastering geleistet. Die Platte fasst sich qualitativ hochwertig an und lässt nostalgische Gedanken an die guten alten Zeiten aufkommen.
Einziger Wermutstropfen ist auch hier die Tatsache, dass sich die schwarze Scheibe lediglich in einer schwarzen Schutzhülle befindet. Es gibt keinerlei Booklet mit Informationen noch ist die Innenschutzhülle der Platte bedruckt. Hier hätte man sich seitens der Band und des Labels dann doch mehr in das Fanherz hinein versetzen sollen und wenn schon nicht direkt auf der Innenhülle, dann aber doch mit einem separaten Vinyl-Booklet noch ergänzende Informationen rund um die neuen Vinyl-Auflagen, Fotos und einiges mehr für den Pink Floyd Fan zugänglich machen sollen. Und auch, wenn die ursprünglichen Vinylveröffentlichungen keinerlei Informationen rund um die Band und das Album gaben, so wäre es schön gewesen, hätte man mit diese aktuelle neue Edition dennoch darum ergänzt.
Ansonsten ist der Sound wirklich zeitlos hervorragend auf dieses hochwertige schwarze 180g Vinyl gepresst worden.
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am 30. November 2013
1968 veröffentlichen Pink Floyd ihr zweites Album "A Saucerful Of Secrets". Kurz zuvor war Hauptsongwriter und Gitarrist Syd Barret wegen seines Drogenkonsums aus der Band geworfen worden. Während den Konzerten saß er oft stur in der Ecke und weigerte sich das Konzert fortzusetzen. Als Ersatz kam David Gilmour zur Band. Das Album war weniger erfolgreich als der Vorgänger und erreichte in England nur Platz 9 der Charts. Der Stil des Albums hatte sich im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls verändert. Locker-flockige Popsongs sucht man hier vergebens, dafür wird das Album psychedelischer und wirkt wie ein großer Weltraumausflug.

"Let There Be More Light" (5:34) startet mit treibendem Bass und Keyboardklängen bis der Song mit Gesang, der eine Ufo-Landung beschreibt weitergeht, am Ende gibt es Gilmours erstes großes Solo zu hören. Der ganze Song ist sehr psychedelisch und leicht abgedreht.

"Remember A Day" (4:30) ist ein ruhiger melancholischer Song von Rick Wright. Er handelt von seiner Kindheit und ist eigentlich ziemlich gut. Ich frage mich nur, was das für Geräusche in der Mitte sind, ansonsten ein schönes, verträumtes Lied.

"Set The Controls For The Heart Of The Sun" (5:22) ein düsterer Song mit dunkem Bass und Drums und schillerdem Morgan von Wright. Waters erzählt ein chinesisches Gedicht und komponiert dabei einen frühen Klassiker von Pink Floyd. Mein Lieblingsstück von der Platte.

"Coporal Clegg" (4:12) ist der erste Song von Waters, der sich mit dem Thema Krieg befasst. Schöne Melodien, aber nicht gut genug für einen Klassiker. Meines Wissens nach auch selten oder nie live gespielt.

"A Saucerful Of Secrets" (11:55) ist zugegebenermaßen kein einfaches Stück. Der erste Teil hat ist kaum noch Musik und ist nichts für Melodienliebhaber. Der zweite Teil hat durch Nick Masons Schlagzeug mehr Rhythmus, ist ansonsten aber ähnlich. Erst der dritte Teil mit entspannter Orgel und später auch Chor ist wieder richtig angenhem. Aber auch den Rest finde ich zumindest interessant.

"See-Saw" (4:35) ist ein wieder ein ruhiger entspannter Song von Wright. Schöne Melodien, aber auch nicht besonders überragend. Der Song ist gut zu hören, sticht aber nicht heraus.

"Jugband Blues" (3:00) ist dann ein letztes Stück von Syd Barret, der hier auch als Sänger zu hören ist. Richtig gut, aber auch ziemlich abgedreht. Nach 2 1/2 Minuten endet das Lied und leise kommt Syd mit der Gitarre um sich düster zu verabschieden.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Pink Floyd sich hier auch musikalisch von ihrem eistigem Leader entfernt haben und ein starkes Album abliefern. Vielleicht war der Abschied von Syd Barret dann aber doch etwas plötzlich, da das Album dann an der einen oder anderen Stelle etwas belanglos wirkt. Das aber nur bei einem kleinen Teil (z.B. "See-Saw), ansonsten bekommt man hier bereits beste Floyd-Musik geboten und geht einen Schritt weiter auf der pinken Leiter.
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