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am 21. März 2012
...empfand ich die Romanverfilmung des Haruki Murakami-Stoffs -Naokos Lächeln-. Während Murakamis Roman neben vielen dramatischen Sequenzen auch Spuren der Hoffnung und ganz sicher den ein oder anderen Lichtstrahl von sich gibt, hat Anh Hung Tran sich komplett auf das Drama im Text beschränkt. Das waren mir persönlich dann doch viel zu viele weinende Geigen und zu wenig realer Hintergrund. Hung Tran hat sich an der Storyline des Romans entlang gehangelt, hier und da verlässt er die Spuren des Originals jedoch. Ich halte -Naokos Lächeln- nicht für Murakamis besten Roman, aber das mag Geschmackssache sein. Der Film enthielt mir dann aber doch einige äußerst zähe Sequenzen, die dem Zuschauer, falls er das Buch nicht gelesen hat, doch ein paar Rätsel aufgeben werden. Da wirkt die Geschichte holprig und sprunghaft. An den Darstellern liegt das nicht. Die sind wirklich hervorragend. Der Produktion liegt schlichtweg kein Zauber inne; besser kann ich es nicht formulieren.

Tokio 1967. Toru(Kenichi Matsuyama) ist Student der Theaterwissenschaften. Er verliert seinen Freund Kizuki(Kengo Kora), der völlig unerwartet Selbstmord begeht. Kizuki, dessen Freundin Naoko(Rinko Kikuchi) und Toru waren ein Trio, das viele Stunden gemeinsam verbrachte. Dabei liebte Toru seine beiden Freunde wie Geschwister. Ohne Kizuki ist jedoch alles anders. Der ernste, die Einsamkeit liebende Toru zieht sich zurück und konzentriert sich voll und ganz auf sein Studium. Nur wenn ihn sein Studienfreund Nagasawa(Tetsuji Tamayama), ein Schürzenjäger vor dem Herrn, mit auf Tour nimmt, landet Toru mit einer Frau im Bett. Aber Liebe ist das nicht. Die empfindet er für Naoko. Doch die ist mittlerweile in einer Art Sanatorium, da sie mit dem Leben nur schwer zurechtkommt. Während Toru sie besucht und sich immer mehr in sie verliebt, lernt er Midori(Kiko Mizuhara) kennen. Die Tochter eines Buchhändlers ist völlig anders als Naoko. Auch zu ihr fühlt sich Toru hingezogen, aber auf eine völlig andere Art. Eine Entscheidung zwischen beiden Frauen braucht Toru nicht treffen. Das erledigt das Schicksal, im Zusammenspiel mit dem Leben, von ganz allein...

Hung Tran hat herrliche Close-Ups, Landschaften und Stadtbilder auf die Leinwand gezaubert. Den Funken, der die Geschichte zum Zuschauer transportiert, hat er jedoch, meiner Ansicht nach, nicht mit der Kamera eingefangen. Die ersten 25 Minuten des Films laufen schwerfällig ab, Nach diesem sachlich, kühlen Beginn bringt Tran die Musik zu den Bildern ins Spiel. Von da an läuft es besser, aber auch nicht wirklich gut. Für Freunde schwerer Dramen ist -Naokos Lächeln-, jedenfalls in der Filmversion, ganz sicher ein Gewinn. Ich, als bekennender Murakami-Leser, konnte mich mit der Produktion nicht so recht anfreunden. Aber sie wissen ja: Wirklich entscheiden, was ihnen gefällt, können sie ohnehin nur selbst...
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am 13. Februar 2012
EINLEITUNG

Vor dem ersten Kinobesuch war ich ziemlich besorgt; ich erwartete beinahe enttäuscht zu werden. Da wird zum allerersten Mal ein Roman meines zeitgenössischen Lieblingsschriftstellers verfilmt, und das noch dazu von einem meiner liebsten Regisseure, von Tran Anh Hung ' der in den 90ern drei großartige, preisgekrönte Filme gemacht hat, doch daraufhin zehn Jahre lang gar nichts*. Andererseits war er einer der ganz wenigen, denen ich eine gelungene Verfilmung von Norwegian Wood (so der schlüssigere Originaltitel des Romans) überhaupt zugetraut habe.

Letzen Endes jedoch wurden meine hohen Erwartungen sogar noch übertroffen, und nach einem zweiten Kinobesuch war ich dann vollends der Meinung, es hier mit einem der besten Filme zu tun zu haben, die ich je gesehen habe! Zum einen übertrifft sich Tran Anh Hung hier selbst: Nach meiner Meinung ist Naokos Lächeln noch besser als sein "At the Height of Summer" (aka. The Vertical Ray of the Sun) aus dem Jahre 2000, der bereits seit langem zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehörte.
Zum anderen handelt es sich um eine nahezu perfekte Verfilmung von Murakamis (nach meiner Meinung besten) Roman. Mit "nahezu perfekt" meine ich, dass der Film selbst ' für sich betrachtet ' kaum besser hätte ausfallen können. Dabei ist das Resultat durchaus ein ganz anderes als das, welches ich im Vorfeld vor meinem inneren Auge hatte. Das ist allerdings nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Die Verfilmung bot mir, der das Buch seit Jahren sehr gut kannte, einen nochmals ganz neuen, anderen Blick auf das Geschehen. Etwa war es mir bis dahin ganz entgangen, dass es sich im Kern um eine Variante des alten griechischen Mythos um Orpheus und Eurydike handelt; wovon ausgehend ich auch den Roman noch einmal mit ganz anderen Augen las.

ZUR ADAPTION

Im direkten Vergleich zum Roman kann man den Film wohl etwas differenzierter sehen, schließlich hat jeder Leser eines Buches sein eigenen Vorstellungen und sein ganz persönliches Verständnis vom Inhalt und den Charakteren, und gerade bei einem solch tiefgehenden, anspruchsvollen Werk ist Tran Anh Hungs Verfilmung nur _eine_ Interpretation unter vielen möglichen. Einige Aspekte (zB die sozialkritischen) werden ausgespart, und andere (etwa Watanabes Beziehung zu Kizuki) sogar noch um zusätzliche Szenen erweitert, oder Inhalte des Buches auf interessante Weise "remixed": Ich denke da insbesondere an eine phänomenale Szene, in der Watanabe und Naoko am früheren Morgen durch die Felder laufen, eine Szene, die wohl _das_ Highlight des Films ist ' aber im Buch in dieser Form überhaupt nicht vorkommt; es handelt sich vielmehr um eine hochgradig geniale Kombination zweier Szenen, die im Buch an ganz verschiedenen Stellen stehen.

Im Großen und Ganzen wurde die Handlung des Buches zwar nicht grundlegend verändert, aber häufig ganz neu arrangiert ' was ich aber als absolut positiv empfinde und oft gerade das ist, was den Film so interessant macht. Wer absolute Werktreue möchte, der soll halt das Buch lesen (das gilt für Verfilmungen generell). Es ist nun einmal nicht möglich, einen solchen Roman 1:1 in einen Film zu übertragen ' ja, es wäre nicht wünschenswert, es würde ein schwerlich genießbarer Film entstehen. Doch der Regisseur und alle beteiligen waren weise genug das zu wissen, und ohnehin kann man Tran Anh Hung gerade für das Drehbuch ein besonderes Lob aussprechen. In Anbetracht der Komplexität der Vorlage, hat er bemerkenswert "viel" des Buchinhalts auch in den Film bringen können. Er hat natürlich gewisse Aspekte auslassen müssen, hat dafür aber andere sehr schön betont und ihnen eine eigene Note gegeben.

Eine Sache, der ich mir zugegebenermaßen nicht sicher bin, das ist die Wirkung des Films auf Zuschauer, die den Roman _nicht_ kennen. Persönlich habe ich so meine Zweifel, ob ich den Film ohne Kenntnis der Romanvorlage womöglich kaum (oder aber ganz anders) verstanden hätte. Deutlich wird das wohl an der Figur der Reiko, und ihrer Beziehung zu Watanabe. Jene ist zwar nur eine Nebenrolle, jedoch im Roman ein hochkomplexer Charakter. Natürlich war es dem ohnehin schon ziemlich langen Film kaum möglich, auch ihre Hintergrundgeschichte angemessen zu schildern ' womöglich führt das aber dazu, dass für Zuschauer, die ihren Hintergrund nicht schon aus dem Buch kennen, insbesondere die Schlussphase des Films etwas seltsam und gezwungen anmutet.

Und ohnehin ist die Film als Adaption eben _nicht ganz_ ohne Schwächen: Ich möchte nicht ins Detail gehen, da dieses die Handlung vorwegnähme (und vielleicht auch nur ich diesen Eindruck habe), doch gibt es einen Aspekt, der im Film sehr seltsam, unschön rüberkommt (es stellt sich dann die Frage, ob das ein wirklicher Schwachpunkt des Films ist, oder aber Tran Anh Hung das Buch tatsächlich _so_ interpretiert hat ' wogegen aber spricht, dass im Buch ziemlich explizit das Gegenteil dessen ausgesagt wird, was der Film implizit zu suggerieren scheint). Das klingt jetzt vielleicht etwas kryptisch, aber wie gesagt: ich möchte nicht spoilern.
Auch eine gewisse dramatische Handlung seitens Midori (erneut will ich hier der Handlung nicht vorgreifen) geschieht im Buch _so_ nicht ' und ich bin mir selbst nicht sicher, ob jene Filmszene entweder eine sehr interessante Interpretation ihres Charakters, oder aber nicht hundertprozentig nachvollziehbar ist... Vermutlich beides.

ZUM FILM

All das ist aber Kritik auf allerhöchstem Niveau. Betrachtet man den Film an sich und verzichtet auf einen allzu engen Vergleich zum Roman, so gibt es nicht viel zu kritisieren, dafür umso mehr zu loben:

Da sind zum einen die wunderbaren, jungen Darsteller. Rinko Kikuchi (einst oscarnominiert für Babel) spielt die schwierige Rolle der Naoko mit Bravour und Glaubwürdigkeit, aber auch Kenichi Matsuyama liefert eine exzellente Performance als Watanabe (wobei der Charakter des Watanabe im Film nach meiner Auffassung sehr verschieden ist von dem im Roman, d.h. womöglich weniger komplex, und vielleicht etwas zu uneingeschränkt "nett" und selbstlos).
Die Rolle der Midori war vermutlich etwas weniger anspruchsvoll, wird von Kiko Mizuhara, die in Naokos Lächeln ihr Filmdebüt gibt, aber auf sehr sympathische Weise verkörpert**.
Ähnliches Lob verdienen die Nebendarsteller, wobei unter denen Tetsuji Tamayama in der Rolle des Nagasawa noch einmal mit besonderer Präsenz hervorsticht und trotz seiner eher wenigen Szenen fest in Erinnerung bleibt. Von Sturmbannführer hätte ich gern etwas mehr gesehen, doch vermutlich wäre das der Grundstimmung des Films entgegen gelaufen.

Für die Kamera zeichnet sich Mark Ping Bing Lee verantwortlich. Dieser hat bereits bei Tran Anh Hungs 2000er Film die Kamera geführt (und zitiert sich gelegentlich selbst) und ist auch sonst kein Unbekannter: etwa hat er nach einer Weile den großen Christopher Doyle in Wong-Kar Weis "In the Mood for Love" ersetzt.
In jedem Fall ist die Kameraführung ' in Kombination mit der Beleuchtung und dem Schnitt (letzterer von Mario Battistel, ebenfalls an den letzten beiden Filmen von Tran Anh Hung beteiligt gewesen) ' eines _der_ absoluten Highlights des Films. Auch Mark Lee war vermutlich nie besser als in Naokos Lächeln und darf jetzt als einer der besten Kameramänner unserer Zeit gelten. Jede Einstellung ist kunstvoll gewählt, ohne unnatürlich zu wirken, wobei insbesondere das Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung fasziniert: Die Kamera ist selten statisch; oft umkreist sie die Charakter oder folgt ihnen nach, doch geschieht dies ruhig und ohne Hektik, einen sanft Sog erzeugend.
Besondere Erwähnung soll hier die erste Bettszene erfahren, die mit ihrer extremen Nahaufnahme, dem spröden Licht und dem weitgehenden Verzicht auf Make-up eine unheimliche Körperlichkeit erzeugt, die damit in starkem Kontrast zu den zumeist sanften Bildern im Rest des Films steht, und für die sich wohl gerade im asiatischen Kino wenig Vergleichbares finden lässt. Hier kommt es dem Film sicherlich zu Gute, dass mit Tran Anh Hung ein Kenner des französischen (europäischen) Films am Werk war, und eben kein japanischer Regisseur.

Noch beeindruckender sind da nur einige ultra-lange und dennoch bewegte Einstellungen, die vollkommen ohne Schnitte auskommen und das gesamte Können von insbesondere den Schauspielern deutlich werden lassen. Der schon erwähnte morgendliche Spaziergang / die Unterhaltung von Watanabe und Naoko gehört für mich zu den besten Einzelszenen, die ich je in _irgendeinem_ Film gesehen habe und sicher nie vergessen werde.

In diesem Fall trägt dazu auch die Musik dazu bei: Musik spielt seit jeher eine wichtige Rolle in Murakamis Romanen und ist auch für die Wirkung des Films von großer Wichtigkeit: Da gibt es zum einen die mitreißenden, hochdramatischen Kompositionen des Radiohead-Mitglieds Johnny Greenwood, mit denen auch die eben erwähnte Szene schließt, sowie einige Oldies von beispielsweise mehrmals Can. Eine der lässigsten Szenen des Films ist mit "She Brings the Rain" unterlegt und zeigt auch Mark Lee und Editor Mario Battistel noch einmal von einer ganz anderen Seite: Bei warmen Farben und flotten, aber sanften, rhythmisch die Musik begleitenden Schnitten, fühlt man sich für einen Moment ganz an Wong Kar-Wei erinnert (der für eine Murakami-Verfilmung ansonsten aber eher ungeeignet sein dürfte)...
Zum runden Gesamteindruck trägt auch die gute Ausstattung und das Kostümbild bei. Dafür zeichnet sich eine gewisse Yen Khe Luguern verantwortlich, bei der es sich aber um niemanden anderen handelt es Tran-Nu Yen-Khe, der Frau des Regisseurs, die jeweils eine der Hauptrollen in all seinen früheren Filmen spielte, diesmal aber hinter der Kamera tätig war. Ebenfalls eine exzellente Wahl. Der Look findet die perfekte Balance zwischen einer die aktuellen Geschmäcker ansprechenden Modernität und nostalgischen 60er Jahre Retro-Charme.

SCHLUSSBEMERKUNGEN und DVD

Insgesamt habe ich den Film dann allein fünfmal im Kino gesehen, wobei er zu der Art von Filmen gehört, die bei jedem Male nicht etwa langweiliger (und ich kannte die Handlung ja ohnehin) sondern sogar noch besser werden. Ich habe aber auch bemerkt, dass die Reaktionen auf den Film jeweils sehr verschieden waren ' von kompletter Ablehnung aus ganz verschiedenen Gründen, bis hin zu Begeisterung wie der meinen. Die gleichmäßig auf alle 5 Sternekategorien verteilten Wertungen hier bei Amazon unterstreichen das.

Die deutsche Synchronisation ist übrigens "gut", und besser als das, was man bei asiatischen Filmen meist gewohnt ist. Allenfalls klingt Watanabe womöglich etwas übermäßig "sanft" und die Sprechweise der Charaktere manchmal zu literarisch (wobei ich nicht sagen kann, ob das nicht womöglich auch im Original so ist). Aber insgesamt kann man sehr zufrieden sein.
Das gilt auch für die DVD welche mit einigem Bonusmaterial daherkommt, darunter ein Making Of, dass interessanter ist als 90 Prozent dessen, was man auf anderen DVDs für gewöhnlich findet. Es bietet wirklich interessante Einblicke in den Entstehungsprozess und ist keine simple Promotion-Lobhudelei auf die Beteiligten.
Allerdings ist schade, dass ein gerade optisch so herausragender Film nicht auch auf Blu-Ray erhältlich ist (wenn auch es an Bild- und Tonqualität der DVD nix zu meckern gibt), und eine zusätzliche englische Tonspur oder wenigstens englische Untertitel hätte ich auch ganz nett gefunden (wenn man die DVD mit jemandem schaut, der des Deutschen nicht so mächtig ist).

Letztlich bleibt zu sagen, dass ich auf den nächsten Film von Tran Anh Hung unheimlich gespannt bin. Den eher schwachen "I Come with the Rain" habe ich erst nach Naokos Lächeln gesehen und bin doch froh, dass er mit letzterem sein früheres Niveau nicht nur wieder erreicht, sondern sogar übertroffen hat.
Und vielleicht gibt es ja irgendwann eine weitere Verfilmung eines Murakami-Romans. Den meisten seiner Werke kann man mit Fug und Recht das Prädikat "unverfilmbar" anheften, in erster Linie ob ihrer Ausflüge ins Phantastische, aber mindestens einen weiteren gibt es, der ähnlich kurz und ähnlich "realistisch" wie Naokos Lächeln ist, und zwar "Gefährliche Geliebte" (aka. South of the Border, West of the Sun). Ich könnte mir auch dafür keinen besseren Regisseur als Tran Anh Hung vorstellen.

*Um genau zu sein: Etwas mehr als ein Jahr vor Naokos Lächeln tat er sein Comeback mit "I Come with the Rain", dessen Kritiken eher durchwachsen ausfielen und der in Deutschland gar nicht erst ins Kino kam. Erst nach dem Kinostart von Naokos Lächeln wurde er in Deutschland immerhin auf DVD veröffentlicht, und so habe ich ihn erst _nach_ Naokos Lächeln sehen können.

**Mit Ausnahme des Dialogs im Schnee, spät im Film. Für mich die mit Abstand schwächste Szene des Films, was sich vielleicht damit erklären lässt, dass sie (wie das Making Of verrät) eine der ersten war, die gedreht wurden. Denn wie erwähnt: es war Kiko Mizuharas erster Film und in dieser Szene wirkt sie doch (noch) ziemlich steif.
Ohnehin finde ich die ersten beiden Drittel des Films nahezu perfekt und meine Kritikpunkte beschränken sich fast ausschließlich auf das letzte Drittel des Films ' das Drittel, dessen Szenen weitgehend _zuerst_ gedreht worden. Selbst die letzte Unterhaltung zwischen Naoko und Watanabe, inmitten der verschneiten Landschaft, wirkt deutlich weniger gelungen als die Szenen im Sommer, die später gedreht worden, aber im Film früher zu sehen sind.
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am 20. Februar 2012
zunächst muss ich sagen: filme haben immer eine andere wirkung als bücher.
aber ich finde hier ist es sehr gut gelungen, die stimmung, die man beim lesen des buchs von murakami hatte, filmisch umzusetzen.
auch der stil von murakami schimmert an manchen stellen durch. wenn auch nicht so stark wie in toni takitani.
von mir also eine absolute kaufempfehlung.
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am 12. Februar 2013
Also,
ich kenne das Buch überhaupt nicht und bin ganz unbefangen an den Film herangegangen. Leider muss ich sagen, dass der Film viel zu viele Längen hat und nach einer Weile für mich zu anstrengend wurde. Es ist eine interessante Geschichte aber es fehlt für mich ein Funke, der mich mitreissen würde.
Die Darsteller sind ausnahmslos gut, sie spielen so gut es das Drehbuch eben hergibt und man kann auch eine Verbindung zu den Figuren aufbauen. Der Film ist ok, aber ich muss ihn nicht noch einmal sehen und so richtig motiviert das Buch zu lesen hat er mich auch nicht.
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am 7. März 2013
An sich ist der Film nicht schlecht gemacht, aber wer das Buch kennt wird etwas enttäuscht sein, da sich der Film nur auf die Liebesbeziehungen konzentriert und die ganzen anderen Handlungsstränge weggelassen werden. Andererseits ist der Film für Leute, die das Buch nicht kennen, kaum verständlich, da er ziemlich springt und man ohne Hintergrund leicht den roten Faden verliert.
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am 1. Januar 2012
Vorweg eines: wer Murakamis Buch nicht gelesen hat wird vieles einfach nicht verstehen.

Der Film zeigt sehr schön die Lebensverhältnisse japanischer Studenten im Tokio der 1960er, und ihre Sicht des Lebens. Dazu wird - leider in der Synchronfassung weniger deutlich - das Lebensgefühl vermittelt.

Leider hat der Film einige fast unvermeidliche Lücken gegenüber dem Buch. Was dort in Briefen oder Monologen geschrieben wird ist nicht immer sichtbar, und in einigen Fällen ist das für das Verständnis der Handlung schon ziemlich wesentlich. Andererseits kann ein Film dieser Länge das Buch nur auszugsweise wiedergeben.

Mir gefiel besonders die Darstellung der Kontraste im Verhalten der Studenten untereinander und mit der Umwelt. Auch für gelungen halte ich die Darstellung ihrer Lebensumstände, vielleicht sogar noch mehr als die Schilderung im Buch.

Ein Film, den ich bestimmt immer wieder anschauen werde.
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am 13. Mai 2016
Der Film Naokos Lächeln ist einfach nur Top wer Rinko Kikuchi mag wird voll auf seine Kosten kommen wer sie noch nicht kennt kauft auch den Film er wird euch nicht enttäuschen.
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am 30. Mai 2012
Ich persönlich finde Roman-Verfilmungen eher sehr schwierig, da sie immer im Spannungsfeld zwischen "Umsetzung einer bekannten Vorlage" und "Schaffung eines eigenständigen Kunstwerks" stehen. Menschen, die den Roman gelesen haben, sind leicht enttäuscht, wenn sie sich mit ihrer eigenen Vorstellungswelt nicht wieder finden, und Menschen, die die Vorlage nicht kennen, haben oft das Gefühl, dass irgendetwas "fehlt" bzw. es unverständliche Brüche in der Handlung gibt.
Da ich das Buch von Murakami nicht gelesen habe, konnte/musste ich mir den Film nur als völlig eigenständiges Werk zu Gemüte führen.
Ich fand es äußerst schwierig, eigentlich sogar unmöglich, einen Zugang zu finden. Technisch gesehen ist gegen den Film bestimmt nichts zu sagen, und die Landschaftsaufnahmen sind natürlich großartig. Aber die Geschichte von Toru und Naoko konnte mich so gar nicht erreichen, kein Funke, keine Emotion sprang über. Dies wäre natürlich bei dieser Art von Film essenziell gewesen. Vielleicht reichen ausgedehnte Sex-Szenen und eher befremdliche Gespräche darüber, wann man bei wem "feucht" war, nicht wirklich aus, um die Tiefen einer komplizierten/tragischen Beziehung auszuloten. Für mich schleppte sich das ganze "Drama" jedenfalls unendlich zäh dahin und wirkte eher langweilend als ergreifend.
Bestenfalls könnte ich den Film noch als "seltsam" bezeichnen, allerdings eher in negativer Richtung.
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Ja, das ist eine Verfilmung des bereits bekannten Murakami-Titels. Und wie auch bei dem Roman beobachtet, ist hier die Namensgebung und ein Teil der Umgebung das japanischste an diesem Film - auch vom Filmischen her. Das Ganze erinnert stark an die Art-Filme des französischen, deutschen und dänischen Kinos der 70er und 80er Jahre und arbeitet - wie der Roman - mit sehr vielen Auslassungen, (gefühlt) langen Einstellungen, in denen eigentlich nichts Entscheidenes passiert und regelmäßigen pubertär wirkenden Äußerungen zu sexuellen Handlungen, die ungefähr seit der Mitte des 90er JAhre keinen wirklichen Schock mehr erzeugen können.

Die Bildsprache ist zum Teil sehr ansprechend, aber der Gedanke, dass man bei der Kunst nicht sehen sollte, wie sie zur Kunst geworden ist, wird hier nicht wirklich beachtet. Stellenweise arbeitet die Komposition aus Schauspiel, Bildsprache und Musik mit einem solchen Holzhammer, dass man schreien könnte. Ohne das und mit etwa 45 Minuten weniger Film wäre das richtig gut geworden.
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am 12. Dezember 2011
Mit »Naokos Lächeln« hat Haruki Murakami einen Roman geschrieben, der seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört. Stimmige, ausgefeilte und starke Figuren treffen auf eine enorme Melancholie und fügen sich zu einer sehr berührenden Geschichte zusammen. Natürlich ist es unglücklich, einen Roman mit einem Film zu vergleichen, weil beide nun mal nicht dasselbe leisten können. Aber anders ist es mir hier nicht möglich.
Ich selbst bin ein großer Anhänger stiller und melancholischer asiatischer Filme; aber ausgerechnet »Der Duft der grünen Papaya« war einer, der mich überhaupt nicht berührt hat - nun hat derselbe Regisseur einen meiner Lieblingsromane verfilmt. Unabhängig davon, dass es ohnehin gefährlich ist, sich die Verfilmungen geliebter Bücher anzusehen, ging ich also mit etwas gemischten Gefühlen an den Film: ich wollte ihn sehen, gleichzeitig konnte er mich eigentlich nur enttäuschen.

Aber zuerst für diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, eine knappe Inhaltsangabe: »Naokos Lächeln« spielt Ende der 60er Jahre in Tokio. Toru, ein introvertierter Student der Theater- und Literaturwissenschaften, trifft nach Jahren unverhofft Naoko wieder - die damalige Freundin seines besten Freundes, der völlig unvorbereitet Selbstmord beging. Eine zerbrechliche Freundschaft bahnt sich zwischen ihnen an; eine Suche nach Nähe. Doch Naoko verliert sich immer mehr. Und dann ist da noch Midori, ein seltsam verrücktes, überdrehtes Mädchen, das vor Lebenslust nur so sprudelt und das doch ebenso verletzlich ist wie Naoko ...

So, wie ist die Verfilmung? Die erste Hälfte war ich absolut enttäuscht, der Film konnte mich nicht berühren. Nachdem ich mich aber ein wenig hineingesehen und mich an die Schauspieler gewöhnt hatte, entfaltete er doch ein gutes Stück melancholischer Stimmung; nicht vergleichbar mit dem Roman, aber doch ansehnlich. Dass er einem nicht ganz so nahe geht, liegt auch ein wenig daran, dass er - wie das nun mal so ist bei Verfilmungen - viele wichtige und emotionale Szenen recht schnell nacheinander abarbeitet bzw. abarbeiten muss, besonders am Anfang. So können nicht alle Zusammenhänge tief genug verdeutlicht werden, die Stimmung kann sich nicht ganz entfalten. Im weiteren Verlauf gelingt das wesentlich besser.

Toru, Naoko, Midori, Nagasawa und Hatsumi (Torus Wohnheimkumpel und dessen Freundin) sind allesamt recht gut besetzt und spielen ihre Rollen auch gut. Gerade bei Midori verwundert es, dass ihre Rolle von einer Debütantin besetzt wurde - das merkt man ihr nicht an. Der Film ist schön und ruhig bebildert - viele Details und ruhige Landschaftsaufnahmen dazwischen, die die Stimmung recht gut einfangen. Die Dialoge wirken dagegen etwas verknappt und teilweise leicht gestelzt, was den Figuren einiges an Tiefe nimmt. Die musikalische Untermalung besteht anfangs mehr aus langsamerem Rock, im weiteren Verlauf wird vor allem auf klassische Streicherarrangements gesetzt. Die erzielen ihre Wirkung - hin und wieder schwingt aber doch ein wenig zu viel Pathos in ihnen mit.

Obwohl im Roman nicht mit detaillierten Sexszenen gegeizt wird, ist der Film ab 12 Jahren. Man kann sich also bereits denken, dass sie hier etwas angedeuteter gezeigt, als sie im Buch geschildert werden.

Von den Extras sind die Interviews recht interessant. Hier erklärt der Regisseur Tran Anh Hung, wie er zu welchem Schauspieler kam; dazu gibt es Ausschnitte vom Dreh.

Fazit: Wer den Roman nicht gelesen hat und melancholische Filme mag, der dürfte Gefallen an der Verfilmung finden, sollte sich den genialen Roman aber dennoch nicht entgehen lassen. Wer - wie ich - vom Buch zum Film gekommen ist ... nun ja, es ist das alte Problem: der Film macht seine Sache recht anständig, wird in diesem Fall aber bis zu einem gewissen Grad immer enttäuschen. Same old story ...
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