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222 von 251 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Waringham Teil 4!!! WOW
Die große Waringham-Saga geht weiter!

***Zum Inhalt***
England 1529
Der vierzehnjährige Nicholas of Waringham steht vor den Scherben seines Lebens. Er erbt, nach dem tragischen Tod seines geliebten Vaters, die heruntergewirtschaftete Baronie derer von Waringham und den Groll des nachtragenden Königs Henry VIII.
Die Launen des...
Veröffentlicht am 16. September 2011 von Lena G.

versus
40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Rebecca Gablé eher enttäuschend
Ich bin ein sehr großer Fan von Frau Gablé, mit "Das zweite Königreich" hat sie mich völlig in ihren Bann gezogen und mit "Das Lächeln der Fortuna" meine Vorliebe für ihre Bücher untermauert. Ich habe sie alle im Regal stehen und alle geliebt - bis auf dieses hier. Es ist nicht schlecht - verglichen mit dem, was man sonst so im...
Veröffentlicht am 31. Juli 2012 von Runaway


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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Rebecca Gablé eher enttäuschend, 31. Juli 2012
Ich bin ein sehr großer Fan von Frau Gablé, mit "Das zweite Königreich" hat sie mich völlig in ihren Bann gezogen und mit "Das Lächeln der Fortuna" meine Vorliebe für ihre Bücher untermauert. Ich habe sie alle im Regal stehen und alle geliebt - bis auf dieses hier. Es ist nicht schlecht - verglichen mit dem, was man sonst so im Buchladen findet, ist es immer noch über dem Durchschnitt. Aber für Frau Gablé ist es eher unterdurchschnittlich.
Vielleicht bin ich deshalb kritisch, weil ich die Geschichte von Henry Tudor und seinen sechs Frauen so haarsträubend faszinierend finde, daß ich mich darin gut auskenne und es in diesem Roman dürftig aufbereitet finde. Wie viele meiner Vorredner hier gesagt haben, hält sich Protagonist Nick fleißig aus allen Hofquerelen heraus. Anders als seine Vorfahren, und das macht die Erzählung mittelbar und streckenweise langweilig.
Daran knöpft auch an, daß z.B. keine einzige Schlacht vorkommt; vieles wird wirklich nur indirekt erzählt und dafür lese ich ja keinen Roman, ich will die Ereignisse ja miterleben! Kämpfe werden erwähnt, aber nur einen Abschnitt lang: "Dieses und jenes ist passiert und so ist es ausgegangen". Das reicht mir als Leser nicht.
Vielleicht hat Frau Gablé sich einfach nicht an diese recht bekannte Geschichte um Henry Tudor herangetraut? Schade eigentlich, sie hätte mehr daraus machen können, das traue ich ihr ohne weiteres zu!
Mary Tudor als Sympathieträgerin darzustellen, ist zwar eine interessante Idee, aber wird meines Erachtens nicht durchgehalten. Mary und Protagonist Nick können den Leser einfach nicht wirklich für sich gewinnen.
Für das Buch spricht, daß ich es schon zu zwei Dritteln durch hatte, ehe ich mich wirklich an diesen ganzen Punkten stören konnte. Es ist sprachlich angenehm geschrieben und unterhält ganz gut, aber hinter seinen Vorgängern steht es weit zurück! Hier wurde viel Potenzial verschenkt. Hoffen wir, daß das nächste Buch wieder besser wird.
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68 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit -> mittelmäßiger 4. Teil der Waringham-Saga, 17. November 2011
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nicholas of Waringham ist 14 Jahre alt, als er 1529 nach dem Tod seines Vaters eine heruntergewirtschaftete Baronie inklusive unliebsamer Stiefmutter, ein paar Pferde und einen großen Titel erbt.
Und da er ebenfalls den Hang der Waringhams sein eigen nennt, sich bei jeder Gelegenheit um Kopf und Kragen zu reden und politisches Kalkül so gar nicht sein Ding ist, dauert es auch nicht lange, bis er sich mächtige Feinde macht.
Die Zeiten sind mehr als unsicher; Anne Boleyn hat des Königs Herz erobert und die Suche Henry VIII. nach einer Möglichkeit, sich von seiner ersten Frau Katharina von Aragon zu trennen, hat unabsehbare Folgen für Kirche, Glauben, Machtstrukturen und letztlich ganz England - als erstes aber für seine Tochter Mary, die verstoßen und zum Bastard erklärt wird.
Nick fühlt sich verpflichtet - aus Opposition gegen den König und seinen verhassten "Handlanger" Cromwell und aus Loyalität gegenüber der ebenfalls papsttreuen Hoheiten Katharina und Mary, Henrys abgelegte Familie vor Intrigen und vor allem vor Henry selber zu schützen.
In den Irrungen und Wirrungen dieser Jahre entpuppt sich das allerdings als Lebensaufgabe...

Und mein Fazit:
Außer ihrem Ratgeber Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters habe ich bisher alle historischen Bücher Rebecca Gablés gelesen - und sie geliebt. Verwöhnter Anspruch erzeugt hohe Erwartungen und diesen konnte "Der dunkle Thron" leider nicht standhalten.
Nick of Waringham war mir meistens eher unsympathisch; er bleibt blass und unscheinbar und sein Anspruch an ehrenhaftes Verhalten gilt eigentlich nur für andere.
Zu viele Protagonisten - vor allem der wenig zu erklärende Fakt, dass ständig nach Bedarf irgendein Waringham-Verwandter und letztlich sogar ein Ableger der Helmsbys aus dem Hut gezaubert wurden - sorgen eigentlich nur für Verwirrung, genauso wie die eher verkrampft wirkenden Versuche, den jeweiligen verwandtschaftlichen Bezug dann zu erklären.
Soviele interessante historischen Persönlichkeiten hätten den Roman zu einem Knaller werden lassen können, aber im Gegensatz zu den Lancasters, Yorks, Nevilles etc. aus den ersten drei Waringham-Bänden bleibt einem nach der Lektüre keiner in Erinnerung - und damit war ich auch als Leserin nur mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen dabei.
Auch die diesmal zu stark präsenten Sympathien und Antipathien der Autorin waren einfach too much; es gab überhaupt nicht die Möglichkeit, sich als Leser eine eigene Meinung zu bilden.
Und das die Präsentation historisch verbürgter Handlung meistens nur durch Dialoge und "HörenSagen" erfolgen musste, da sich Nick entweder im Tower oder im Gestüt oder in der Krippe oder sonstwo aufhielt - nur nicht im Brennpunkt des Geschehens, war auch nicht das Optimum.

Für mich war es der erste Gablé, den ich nicht in einem Rutsch durchlesen konnte, weil er mich einfach nicht gefesselt hat.
Aber ich freue mich trotzdem auf den nächsten...
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222 von 251 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Waringham Teil 4!!! WOW, 16. September 2011
Von 
Lena G. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Die große Waringham-Saga geht weiter!

***Zum Inhalt***
England 1529
Der vierzehnjährige Nicholas of Waringham steht vor den Scherben seines Lebens. Er erbt, nach dem tragischen Tod seines geliebten Vaters, die heruntergewirtschaftete Baronie derer von Waringham und den Groll des nachtragenden Königs Henry VIII.
Die Launen des Königs überschatten ganz England. Um seine große Liebe Anne Boleyn zu heiraten, will er sich von seiner Ehefrau und der katholischen Kirche lossagen.
Schon bald sind die Papisten ihres Lebens nicht mehr sicher. Unter ihnen auch Prinzessin Mary und Nick of Waringham. In der Zeit der Reformation setzen viele Engländer ihre ganze Hoffnung in Mary. Doch ihr Leben wird von einer großen Macht bedroht: Ihrem eigenen Vater, dem König von England.
Schafft es Nick sein Versprechen gegenüber Catalina von Aragón, der wahren Königin von England, einzuhalten? Mary's Leben zu beschützen und ihren rechtmäßigen Anspruch auf die Krone zu verteidigen?

***Meine Meinung***
Als ich gehört habe, dass Rebecca Gablé an einer Fortsetzung der Waringham-Reihe arbeitet, konnte ich es kaum fassen - hat sie im Nachwort des dritten Teils doch das wahrscheinliche Ende der Waringhams verkündet. Besonders schön finde ich deshalb, dass sie dieses Buch ihren Lesern gewidmet hat. Nach "Das Lächeln der Fortuna", "Die Hüter der Rose" und "Das Spiel der Könige" ist dies der vierte Teil der erfolgreichen Waringham-Saga.
Da der dritte Band - Das Spiel der Könige - mit dem Finale der Rosenkriege endete, war Frau Gablé gezwungen nun diese Fortsetzung in der Zeit des Umschwungs, in der Reformation/Renaissance, spielen zu lassen. Ich war gespannt, ob mir dass Mittelalter mit seinen Schlachten, Schlachtrössern und die Zeit der Knappen und Rüstungen fehlen würde. Doch ich muss sagen, dass ich mich dank Frau Gablé sehr gut in den Wirren dieser Zeit zurechtgefunden habe. Ein Buch von ihr zu lesen ist wirklich besser als jeder Geschichtsunterricht.

Mit ihrem wunderbaren Schreibstil und ihrem Talent geschichtliche Lücken zu finden, ist es ihr wieder einmal gelungen, ein gigantisches Werk zu erschaffen. "Der dunkle Thron" ist ein Buch voller Geheimnisse, Überraschungen und Schicksalsschlägen unter der Führung des wohl berühmtesten englischen Königs - dem melancholischen und selbstsüchtigen Henry Tudor VIII. Sie verstrickt ihre fiktiven Charaktere so geschickt in die englische Geschichte ein, dass man am Ende wirklich glaubt sie waren ein realer Bestandteil.

Teilweise allerdings waren mir die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Buchteilen ein wenig zu groß, was dem Lesevergnügen trotzdem keinen Abbruch tat.

Doch was mir am allermeisten gefallen hat ist die Tatsache, dass die Autorin die Nachfahren verschiedener Hauptcharaktere aus ihren anderen historischen Romanen wie z.B. die Familie Durham aus „Der König der purpurnen Stadt" und die Helmsby's aus "Das zweite Königreich" bzw. "Hiobs Brüder" mit in diese Geschichte einbezogen hat. Besonders die Durham's spielen in Nicks Leben eine sehr wichtige Rolle. Einfach toll!

Nicholas "Nick" of Waringham ist ein sehr sympathischer Protagonist und er macht seinem Namen alle Ehre. Er trägt sein Herz auf der Zunge und gerät dadurch immer wieder in Schwierigkeiten.
Ihm steht, mit seinen vierzehn Jahren, eine schwere Zeit bevor - sein Vater stirbt einen tragischen Tod, er muss sich mit einer rachsüchtigen Stiefmutter und einer gehässigen Stiefschwester rumschlagen und in Sachen Liebe ist er gezwungen eine Entscheidung zu treffen, die er später bitter bereuen wird.

Die Reformbewegung ändert nicht nur Nick's Leben, sondern das Leben aller Engländer. Keiner weiß mehr, welcher der wahre Glaube ist und jeder fürchtet um sein Leben.
Dass Nick sich ausgerechnet mit Mary verbündet, hat mich ehrlich gesagt am Anfang ein wenig überrascht. Bis jetzt ist mir Mary nur als "Bloody Mary" ein Begriff gewesen und mir bisher unsympathisch. Doch nach diesem Buch sehe ich sie mit ganz anderen Augen. Sie war letztendlich einfach ein Opfer der Reformation. Ich kann jedem empfehlen, auch das Nachwort von Rebecca Gablé zu lesen, denn dort erfährt man noch so einige interessante Hintergründe über Mary Tudor.

***Fazit***
Zu diesem Buch fällt mir nur eins ein: "WOW" und "Schade, dass es nun wieder vorbei ist". Jetzt heißt es wieder warten... warten... warten... und hoffen, dass Rebecca Gablé noch einen fünften Waringham-Band - der dann im "goldenen Zeitalter" spielen wird - schreibt.
Ich kann jedem dieses Buch wärmstens ans Herz legen. Gewiss kann man es lesen ohne die drei Vorgänger zu kennen, doch schöner ist es, wenn man die gesamte Familiengeschichte von Nicholas of Waringham kennt. Ihr werdet sie bestimmt genauso ins Herz schließen, wie ich es getan habe!!!

Jeder der historische Romane mag, wird die Bücher von Rebecca Gablé lieben!

Frau Gablé - Es war mir eine Ehre!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Waringham-Seifenoper geht in die nächste Runde!, 14. November 2013
Jahrelang war ich ein ziemlich großer Fan von Rebecca Gablé, doch nach der Lektüre dieses Buches frage ich mich ernsthaft, ob ich nun meinen Geschmack geändert habe oder ob sie einfach nachgelassen hat.

Die erste leichte Enttäuschung bestand darin, dass ich entdeckte, dass der Roman fast genau den geschichtlichen Rahmen abdeckt, den auch die TV-Serie "Die Tudors" behandelt. Dafür kann die Autorin natürlich nichts; ich hätte eben vor dem Kauf die Inhaltsangabe lesen sollen. Aber dennoch, während des Lesens hatte ich die vertrauten Charaktere aus der Serie vor Augen, die man hier allesamt wiedertrifft, was ich ziemlich lästig fand, und geschichtlich betrachtet bot der Roman für mich natürlich daher nichts Neues mehr.

Aber hier liegt nicht das Problem; es hätte durchaus interessant sein können, die Ereignisse aus Sicht eines Anhängers von Mary zu betrachten, wenn die Hautpfigur nicht so ein entsetzlicher Reinfall wäre. Nick ist einfach nur ein weiterer Waringham, sonst nichts. Er sieht aus wie ein Waringham, er denkt wie ein Waringham, er fühlt wie ein Waringham, er spricht wie ein Waringham, der perfekte Klon von Robin und Julian. Die gleiche Neigung zum hirnlosen Geplapper, die gleiche egozentrische Weltanschauung, die gleichen belanglosen Weibergeschichten. Frau Gable', können Sie nicht mal ein wenig kreativer sein und uns von diesem abgenudelten Klischee des tumben blonden Muskelprotzes erlösen, der jede Verletzung mit einem lässigen Grinsen abtut und seinem Schicksal, das er sich durch seine stupide Sturheit eigentlich mehr als verdient hat, stets immer wieder durch unglaubliches Narrenglück entgeht? Wie wäre es einmal mit einem echten Alltagshelden, der hart um jeden Meter Boden kämpfen muss, in echter Liebe zu einer wertvollen Frau entbrennt und sein Geschick auf bewundernswerte Weise selbst lenkt? Nein? Wirklich schade! Das würde Ihrer ganzen Recherchenarbeit bestimmt mehr Sinn geben. Überraschen Sie uns doch mal mit einem unauffällig aussehenden Außenseiter, der über sich selbst hinauswächst und dessen Potenzial von allen unterschätzt wird, anstatt immerzu den gleichen kitschigen Ritter aus der Schablone zu pressen, der nur darum seine eigene Torheit überlebt, weil alle seine Feinde wissen, dass er in Wahrheit viel zu dämlich ist, um für irgendjemanden gefährlich werden zu können. Aber da verlange ich wohl zu viel; diese Gabe scheint anderen Autoren vorbehalten zu sein.

Die Nebenfiguren (das sind alle anderen!) wurden überhaupt nicht mehr ausgearbeitet, sondern lieblos vom Reißbrett runtergeholt und dort hineingekritzelt, wo gerade noch Seiten zu füllen waren. Frauen? Die zukünftige Bloody Mary verbleibt als leblose Statue, es entsteht keinerlei Nähe zu ihrer Figur. Und sonst? Naja, irgendwer muss ja weitere kleine Waringhams für die nächsten Bücher austragen, also kommen weibliche Wesen vor. Um nicht missverstanden zu werden; ich lese oft historische Romane und weiß, wie die weibliche Rolle damals aussah. Aber langsam hängt es mir wirklich zum Hals heraus, wie sexistisch die Waringhams sind; dabei gab es gerade auch damals gewiss genug Männer, die ihre Gattinnen ehrten und schätzten, zumindest im häuslichen Bereich, wo sie die Ehrholung von Politik und Krieg suchten, Zärtlichkeit, Trost und vielleicht auch klugen Rat. Doch wie alle seine Vorgänger braucht auch Nick nur charakterlose Bettwärmer, möglichst mit gutem Stammbaum; als Pferdenarr hat er eben Ahnung von der Zucht.

Ich habe mich furchtbar gelangweilt, bin frustiert und bereue es wirklich, dieses Buch gekauft zu haben; dabei hatte ich mich so darauf gefreut und es mir extra für lange, dunkle Abende aufgehoben. Nachdem mir "Das Spiel der Könige" schon nicht gefallen hat, hatte ich wirklich geglaubt, die Autorin würde es diesmal besser machen. Aber offenbar ist sie an ihre Grenzen gestoßen; es scheint ihr einfach nicht zu gelingen, mehr zu bieten als eine unterhaltsame Geschichtsstunde. Kein Vergleich zu emotionell wuchtigem, nachhallendem Stoff wie "Die zwölfte Nacht" von Charlotte Lyne, der den gleichen geschichtlichen Rahmen behandelt, dabei aber sehr viel origineller vorgeht, Geist und Sprache der Zeit einfängt und eine fast verstörende Tiefe und Intensität erreicht. Gablé jedoch hat es sich leicht gemacht; sie hat einfach den historischen Rahmen nachgebaut und einen modernen Macho als Beobachter in die Handlung gestopft, wo immer sie eine Lücke für ihn gefunden hat. Das Ergebnis wirkt extrem konstruiert, völlig leidenschaftslos und ist so stark vorhersehbar, dass eine Ernüchterung die nächste jagt.

Lesegenuss sieht anders aus. Ich frage mich, wann die Waringham-Reihe wohl verfilmt wird; für ein Mainstream-Movie dürfte der Stoff perfekt geeignet sein. Blonde Hünen gibt es in Hollywood derzeit ja genug; da dürfte es nicht schwer sein, die passende Besetzung zu finden. Wie wäre es mit Chris Hemsworth? Toller Typ, und sein Talent den perfekten Superhelden zu mimen hat er in "Thor" ja hinreichend unter Beweis gesellt. Noch wissen wir nicht, wie er anspruchsvollere Rollen meistern kann, aber was die Waringham'sche Palette von Emotionen und Hirnregungen betrifft, dürfte es wohl keine großen darstellerischen Herausforderungen geben. Würde ich mir ansehen; versprochen. Kino kommt im Gegensatz zu einem Roman zur Not auch ohne Aussage aus ...

Sympathisch fand ich nur das Nachwort der Autorin. Es wirkt ehrlicher und herzlicher als das gesamte Buch, das sie geschrieben hat. Leider ist es nur ein paar Seiten lang; dafür hat die Anschaffung sich nun wirklich nicht gelohnt.
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51 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Waringham, aufgewärmt, 29. November 2011
Die Bücher von Rebecca Gablé haben etwas wunderbar Zuverlässiges an sich - alle zwei Jahre gibt es da dieses verregnete Herbstwochenende, an dem man in Gesellschaft ihres neuesten Romans die Welt, das Wetter und die Gegenwart vergessen darf. Die Dame schreibt gut informiert, flüssig und zuweilen mit einem kleinen Augenzwinkern. Und allzu gruselig wird's auch nicht, denn egal wie finster die Zeit, unser Held kommt immer durch und kehrt heim zu Frau, Familie und Enkelkindern. Sicher keine große Literatur, aber allerbeste Unterhaltung.

"Der dunkle Thron" ist dennoch eine Enttäuschung, und zwar sowohl aus historischer als auch aus erzählerischer Sicht. Aus historischer Sicht: Ganz schön mutig, mit Mary Tudor ausgerechnet jemanden zur historischen Hauptperson zu machen, der mit dem Beinamen "die Blutige" in die Geschichte eingegangen ist. Und ganz schön feige, an der Stelle abzubrechen, an der Marys Geschichte richtig interessant wird: Was zum Teufel ist denn bloß so katastrophal schief gegangen während ihrer Herrschaft, dass sie binnen fünf Jahren von einer vom Volk zur Krone getragenen Königin zu der Unperson mit dem obengenannten Beinamen wurde? "Der dunkle Thron" endet so, wie jeder Waringham-Roman endet, nämlich mit einer Krönung und allgemeiner Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung - kein Wort mehr über das, was danach geschah. Im Nachwort merkt Rebecca Gablé dann an, dass während Marys Herrschaft sicherlich das eine oder andere aus dem Ruder gelaufen sei. So kann man eine rekordverdächtige Zahl auf den Scheiterhaufen gebrachter Protestanten natürlich auch bezeichnen. Die spannende Frage, wie es dazu kommen konnte, bleibt unbeantwortet.
Fast bemitleidenswert: Marys Vater. Heinrich der Achte ist zwar alles andere als ein Sympathieträger, aber eine Darstellung, die etwas differenzierter ausfällt als die alte Geschichte vom bösartigen, frauenmordenden Fleischklops hätte er meiner Meinung nach schon verdient - insbesondere von einer Historikerin.

Enttäuschend aus erzählerischer Sicht: Waringham in jeder Beziehung. Protagonist Nick ist natürlich ein toller Kerl, zwar mit leichter Lernschwäche versehen, aber trotzdem mit vierzehn Jahren in der Lage, theologische Dispute zu führen, in denen er wie ein Vierzigjähriger klingt. In Zeiten der Reformation als einer der letzten Katholiken in England unterwegs, geht er selbstverständlich gegen die dunklen Seiten seines Glaubens an (lüsterne, raffgierige Priester) und kultiviert die Lektüre seiner verbotenen englischen Bibelübersetzung (aus Sicht seiner Freundin Mary eigentlich ein Grund, um auf dem Scheiterhaufen zu landen, siehe oben). Seine Kinder sind wohlgeraten, seine erste Gattin ist nicht ganz perfekt, die zweite ist hingegen so perfekt, dass sie auch perfekt wieder von der Bildfläche verschwindet, nachdem sie ihre Schuldigkeit für Liebesszenen und Nachwuchs getan hat.
Alle paar Seiten taucht jemand auf, der sich als entfernter Verwandter entpuppt, was dann in etwa so klingt: "Na klar, du bist der Enkel der Großtante der Nichte meines Urgroßvaters - also sind wir Vettern". Dann bricht auch noch jemand durch's Gebüsch, der Helmsby heißt. Nee, Freunde, also wirklich... Und gerade, wenn man sich fragt, wo eigentlich der männliche Verwandte bleibt, dessen gleichgeschlechtliche Neigungen für die Zeit ungewöhnlich verständnisvoll toleriert werden, erscheint wer? Na? Soviel zu den erzählerischen Überraschungseffekten.

Es gibt durchaus einige Charaktere und Szenen, die mir ein freundliches Lächeln entlockt haben. Aber es gibt mindestens genauso viele Szenen, die Seifenopernniveau haben (etwa wenn Nicky sich auf den letzten Seiten mit der entfremdeten Ex-Gattin versöhnen darf) oder schlichtweg albern sind (zum Beispiel die Diskussion um potentielle reformatorische Babynamen). Und dabei habe ich Sumpfhexe und Brechnuss noch gar nicht erwähnt! (Und werde es auch nicht tun, denn dies war für mich der verwirrendste Handlungsstrang des ganzen Buches - weil ich Brechnuss aus mir unerfindlichen Gründen sympathisch fand).

König Heinrichs Familiendrama bietet einen Stoff, bei dem man eigentlich gar nichts falsch machen kann. Da ist alles enthalten, was das Leserherz begehrt - Liebe, Hass, Eifersucht, Tragödie und himmelschreiende Ungerechtigkeit - und das Erstaunlichste am "Dunklen Thron" ist, dass davon im ganzen Buch nichts zu spüren ist. Der umso dramatischeren, weil wahren Geschichte gewinnt Rebecca Gablé keine neuen Facetten ab, die historischen Charaktere bleiben fern und oberflächlich, die fiktiven wie blasse Kopien aus den vorigen Romanen. Die kuschelige Waringham-Wohlfühl-Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Roman, der letztendlich aber doch nur wie ein Flickenteppich aus den Vorgängern wirkt. Das Erfolgsrezept England+History+Waringham hat sich meinem Eindruck nach ganz enorm abgenutzt. Schade eigentlich, denn ich habe mich immer sehr auf das verregnete Lese-Wochenende im Herbst gefreut - aber nächstes Mal dann ohne mich.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Großartiges Thema plattgeklopft, 15. April 2012
Der "kleinste gemeinsame Nenner" ist im übertragenen Sinne ein angestrebtes Tiefniveau in der Unterhaltung, das möglichst viele Leute ansprechen und doch niemanden überfordern soll. Bei diesem Roman bekam ich mehr und mehr den Eindruck, auch hier wurde nach dieser Vorgabe gearbeitet.
Die Zeit unter Henry VIII ist eine hochspannende Epoche, eine Zeit enormer Umwälzungen in der britischen Gesellschaft. Ich meine, wir reden hier nicht zuletzt vom Bruch mit der katholischen Kirche sprich dem Papst und allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Was war damals eigentlich in der europäischen Geschichte passiert, dass nach Jahrhunderten der allgemeinen Akzeptanz religiöser Dogmen und Machtstrukturen die Reformbewegung begann? Darauf wird man in diesem Buch keine Antwort finden. Alles, was man erfährt ist, dass es die Reformer = Ketzer und die Katholiken = Papisten gibt. Und dass man sich gern gegenseitig angiftet, ohne dass diese Diskussionen aber jemals in die Tiefe gingen (hey, das soll hier ja nicht zum Denken anregen, sondern unterhalten!).

Henry VIII, einer der berühmtesten englischen Könige, wird auf einen kindischen, fresssüchtigen und sogar dümmlich wirkenden bösen Onkel reduziert, der immer mal wieder durch die Szene grummelt, aber den man nicht näher kennen lernt. Solch ein Mann hätte aber nicht sein Land so lange so erfolgreich regieren können. Man könnte nun einiges aus der Literatur heranziehen, dass zeigt, das Henry nur am Ende seines Lebens ein zerrütteter, kränklicher Wirrkopf war, die ganzen Jahre davor eine respekteinflößende Persönlichkeit mit scharfen Verstand und Charisma. Aber es ist eben wieder offensichtlich, dass die historische Person hier zweckdienlich trivialisiert wurde. Denn Henry ist hier der Bösewicht im Hintergrund. Mehr hat er sozusagen nicht zu tun.
Im Nachwort fällt es verwunderlich auf, dass die Autorin Henry radikal verurteilt, ohne auf seine Beweggründe einzugehen, zugleich aber seine Tochter Mary ebenso radikal verharmlost, bis hin zu der verblüffenden Feststellung: damals verbrannte man eben Leute. Das erklärt natürlich fast 300 solcher Hinrichtungen in Marys fünf Regierungsjahren im Vergleich zu ca. 80 in Henrys rund 40 Jahren...

So bleibt auch Marys Darstellung undifferenziert. Alles, was sie tut und sagt, wird durch den Protagonisten Nick of Waringham akzeptiert, oft sogar bewundert. Anders als seinen Vorgängern unter den Waringhams, allen voran dem oft unschlüssigen Julian, gehen ihm eigentlich nur wenige Gedanken über richtig und falsch durch den Kopf. Oder wieder einfach gesagt: er glaubt schon, dass er richtig denkt. Er hinterfragt dies jedoch nie.

Auch dann nicht, wenn Nick seinen moralischen Ansprüche, die er ständig und mit einiger Penetranz an andere stellt (vor allem natürlich an den König) selbst nicht erfüllt. "Hochmütig und selbstgefällig" nennt ihn seine Stiefmutter, die als ein durch und durch bösartiger, geradezu unmenschlicher Charakter dargestellt wird. Nur leider - die Frau hat damit Recht. Nick ist egoistisch, verblendet und halsstarrig in seinen Ansichten. Er hat einen Dünkel, der früheren Waringhams peinlich gewesen wäre. Zudem wird er sogar von der Autorin selbst wiederholt als launisch beschrieben (was auch zutrifft). Jetzt wäre die Konsequenz, andere Figuren entsprechend auf ihn reagieren zu lassen, was bei ihm vielleicht auch mal zur Reflexion führen könnte.
Aber das geschieht nicht. Wie die anderen Waringhams darf Nick den Helden spielen, wird als "aufrechter Mensch" verkauft.

Auch nimmt sich Nick gegenüber Höhergestellten und sogar dem König mitunter verbal Dinge heraus, die ihn in einem realistischeren Roman konsequent in den Tower gebracht hätten.
Der König darf sich beispielsweise nach Nicks Meinung nicht scheiden lassen, weil er in eine andere Frau verliebt ist und auch einen Erben braucht. Nick darf das aber schon. Zudem darf Nick seine erste Frau auch abfällig behandeln und ihr nach Belieben zeigen, dass sie in seinen Augen nur dummer Pöbel ist, dem er seine Abscheu zeigen und zugleich ihre Liebesdienste in Anspruch nehmen darf.
Wenn Nick könnte, würde er sie sicher auch gern enthaupten lassen, aber er ist eben nicht König. Vielleicht nimmt er auch das Henry so übel. Denn Nicks wiederkehrende Hass- und Mordgedanken gegen seine Stiefmutter sind moralisch nicht besser als Henrys tatsächliche Hinrichtungen. Übel stößt es auch auf, dass Nick mit wirklich gehässigem Sadismus Freude empfindet, wenn Menschen, die ihm tatsächlich Schlechtes getan haben oder die er einfach nicht mag, grausam hingerichtet werden. Da fällt schon mal eine Äußerung wie, dass Nick es schadet findet, dass jemand nur enthauptet und nicht als Verräter ausgeweidet und gevierteilt wurde. Der harmlosen Katherine Howard wünscht er ein stumpfes Beil und einen unfähigen Henker.

Das ist alles so seltsam gemacht, dass ich mich immer noch frage, ob die Autorin da zu subtil vorgegangen ist (glaube ich aber eher nicht), oder ob ihr dieser Widerspruch zwischen Nicks Verhalten und seinem so positiven Selbstbild, das durch die personale Erzählhaltung, die sich fast immer auf seine Sicht bezieht, geschaffen wird, nicht aufgefallen ist.

Insgesamt geht der Roman erschütternd salopp mit den vielen dramatischen und tragischen Ereignissen um. Mir bleibt eine Szene in Erinnerung, in der sich Nick und ein paar andere erst über die neuesten Hinrichtungen unterhalten und im nächsten Satz Witze reißen. Sollte das "comic relief" sein? Ich weiß es nicht.

Schließlich entstand bei mir das Gefühl, dass die Autorin diesmal mit den historischen Ereignissen schlicht überfordert war, denn was zu dieser Zeit geschah, war einfach zu viel und zu komplex für einen Unterhaltungsroman, der sich um einen fanatischen Anhänger Marys dreht, aber in den Hintergründen nicht zu schwierig werden darf.
"Gablé" hatte vorher Bedenken gehabt, ob sie die Tudor-Zeit in einem ähnlichen Stil wie die alten Waringham-Bände behandeln könne. Zu Recht, wie man sieht.

Vermutlich gibt es deshalb auch so viele Schmöker, die im MA spielen: die Zeit lässt frei erfundene Abenteuergeschichten besser zu als die akribisch dokumentierte Neuzeit.
So bleibt am Ende von "Der dunkle Thron" doch wieder nur der Eindruck, dass Henry VII, der "dicke König mit den vielen Frauen" war. Außer seiner ersten bleiben auch diese blasse Figuren, bzw. erfüllen die eh schon bekannten Klischees, wie Anne Boleyn als gemeine Hexe.

Wer auf der Suche nach guten Büchern über die Tudorzeit bzw. Romanen zur Zeit von Henry VIII ist, würde ich eher die Reihe von C.J. Sansom empfehlen.
Während der große Aufstand des englischen Nordens hier nur in ein paar Sätzen erwähnt wird, beschreibt Sansom spannend die Situation in York in Der Anwalt des Königs. Während Nick auf seiner Pferdezucht in Waringham sitzt, weil er schmollt und dem König keinen Kriegsdienst leisten möchte (oder weil dies mehr Recherche erfordert hätte), erlebt man bei Sansom in Der Pfeil der Rache den Untergang der Mary Rose.

PS: Die Rezension ist viel gemäßigter ausgefallen, als hätte ich sie direkt nach dem Lesen geschrieben. Meine erste Reaktion auf diese Banalisierung bzw. Trivialisierung des Tudor-Stoffs war schon eine gewisse Verärgerung.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der vierte Teil der Trilogie, 27. Juni 2012
Von 
fusselbiene (Hürth) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich zu diesem Buch eine Rezension schreiben soll. Ich bin langjähriger Gablé-Fan und habe "Der dunkle Thron", wie alle anderen Romane aus der Feder der Autorin seit dem Erscheinen von "Das Lächeln der Fortuna", vorbestellt und ungeduldig erwartet. Und ich war mehr als bereit, ihn genau so zu lieben wie seine Vorgänger. Nur dieses Mal brauchte ich tatsächlich drei Anläufe, um das Buch zu beenden - und das ist mir bisher bei einem Gablé noch nie passiert. Da sich aber vermutlich nicht jeder an den Dingen stört, die mir das Lesen vergällt haben, möchte ich versuchen, hier ein Pro und Kontra zu präsentieren.

Zunächst zur HARDCOVER-AUSGABE:
+ Druckbild, Umschlaggestaltung und Bindung sind hervorragend. Das Buch macht sich nicht nur schick aus im Bücherregal, sondern verspricht auch, beim dritten und vierten Lesen noch seine Seiten bei sich zu behalten. Das war bei den bei Ehrenwirth erschienenen Vorgängern ja leider nicht immer der Fall.

Und nun zum INHALT:
+ Gablé lesen ist wie nach Hause kommen: Männlicher Protagonist aus volksnaher Adelsschicht oder adelsnaher Volksschicht wird in die Probleme der herrschenden Königsfamilie hineingezogen, macht sich durch seine ehrliche Art nicht nur Freunde, hat aber früher oder später einen Kreis von Getreuen, bleibt im Großen und Ganzen immer fair, findet sowohl die Liebe seines Lebens als auch einen Lieblingsfeind, kommt über Schicksalsschläge hinweg, wird irgendwann einmal wochenlang eingekerkert und hat ein Happy End. Auch dieser Roman ist wieder nach diesem Schema gestrickt.
- Leider ist der Charakter Nick diesmal weniger liebenswert als seine Vorgänger. Stiefmutter und -schwester bedenkt er mit Namen wie Sumpfhexe und Brechnuss und ist ihnen gegenüber so irrational nachtragend und gehässig, dass man den beiden irgendwann nicht mal mehr böse sein kann; dem Adel gegenüber benimmt er sich derart impertinent, dass man ihm die in Gablé-Romanen fast obligatorische Einkerkerung fast von Herzen gönnt.

+ Die Waringhams haben sich im Laufe der Generationen ein großes Sortiment an Mitstreitern und Feinden angesammelt, und der Kreis ist durch die Verbindung der Waringhams mit den Durhams und of Helmsbys aus Gablés Romanen außerhalb der Waringham-Reihe in den vorangegangenen Romanen nicht eben kleiner geworden. Man erfährt, was aus den Familien der Charaktere geworden ist, die einem in den vorangegangenen Romanen ans Herz gewachsen sind.
- Leider nimmt das ja schon in den vorangegangenen Romanen praktizierte Aufgreifen von Nachkommen befreundeter Familien in diesem Roman Züge an, die den Lesespaß doch arg beeinträchtigen. Zum einen stolpert man gehäuft über Dialoge wie "Wer bist du eigentlich?" - "Blah of Blahchester, dein Schwippschwager siebten Grades um drei Ecken." Damit ist oftmals alles gesagt und der entsprechende Charakter wird nicht einmal näher beschrieben oder charakterisiert, sondern wird aufgrund der Familiengeschichte ins Lager Freund oder Feind einsortiert und bleibt oft ein Pappaufsteller. Auf schillernde Gestalten wie John of Gaunt, Mortimer Dermont, Isaac oder Leofric wartet man in diesem Roman leider vergeblich.

+ Die Zeit von Henry VIII ist faszinierend - nicht nur das königliche Gattin-wechsel-dich, dass meist recht zentral in Romanen dieser Zeit steht, sondern auch die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken, die die Herrschaft Henrys überdauern sollten. Gablé konzentriert sich auf den letztgenannten Konflikt und blendet die Geschehnisse bei Hofe fast komplett aus, und konzentriert sich mehr auf die Bewegungen im Volk und auf Henrys Tochter Mary, was ich persönlich erfrischend fand.
- Allerdings konnte ich nicht genießen, dass sie Henry VIII auf Basis persönlicher Abneigung - und entgegen historischer Quellen, die ihn zumindest in seiner Jugend als charmante Sportskanone und gerühmten Fechter preisen! - fälschlicherweise bereits in seiner Jugend als einen fetten, unleidlichen Widerling beschreibt. Stattdessen hält sie zusammen mit ihrem Hauptcharakter Nick Henrys Tochter Mary die Stange, die ob ihrer Protestantenverbrennungen (die von Gablé im Nachwort psychologisierend gerechtfertigt werden) als "Bloody Mary" in die Geschichte eingeht (unverdient, wie Gablé findet). Einen historischen Roman, der Geschichte verdreht und dann schön schreibt, kann ich persönlich nicht mit Genuss lesen.

FAZIT:
Wer nicht mehr alle Familien aus allen Waringham-Romanen im Kopf hat (und auch nicht bereit ist, Ursachenforschung in den anderen Büchern zu betreiben) wird sich mit diesem Roman genau so schwer tun wie Leser, die nicht darüber hinwegsehen können, dass Gablé sich in ihren Beschreibungen der historischen Charaktere nicht nur interpretative Freiheiten nimmt, sondern die historischen Quellen auf Basis ihrer eigenen Sympathien schlichtweg ignoriert. Wer sich allerdings zutraut, über beides hinwegzusehen und den Roman trotz des etwas unsympathischen Hauptcharakters und des wie üblich ablaufenden Plots zu lieben, wird an diesen Büchern genau so viel Freude haben können wie an Gablés anderen Romanen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen es geht weiter mit den Waringhams... aber..., 7. Oktober 2011
Während der Regierungszeit Heinrichs VIII. gerät auch Nicholas of Waringhams Vater ins Visier der Mächtigen, denn dieser neigt zu gefährlichen Ansichten in Glaubensfragen. Obwohl Nicholas von Sir Thomas More persönlich, bei dem er unterrichtet wird, nach Hause geschickt wird, um seinen Vater zu warnen und zur Umkehr zu bitten, bleibt Nicks Vater im Stillen ein Anhänger des neuen Glaubens, denn er verachtet die kirchlichen Würdenträger, die das Volk ausbluten lassen. Nach außen hin gibt er sich jedoch friedlich- umso größer ist das Erschrecken der Waringham Familie, als ihr Oberhaupt doch noch abgeführt und in den Tower gesperrt wird. Nicholas gelingt es jedoch, kurz bevor sein Vater an den schweren Folterungen die ihm zugefügt wurden stirbt, letzte Worte mit diesem zu wechseln und er erfährt, dass es keinesfalls seine Einstellung in Glaubensfragen war, die ihn in den Tower brachte.

Nicholas schwört Rache- als getreuer Anhänger von Prinzessin Mary, die zusammen mit ihrer Mutter, Königin Katharina (im Roman als Catalina bezeichnet) hat er es jedoch alles andere als leicht. Zudem bringt sein vorlautes Mundwerk ihn sehr oft in arge Bedrängnis- einige Male sogar in Lebensgefahr, denn Oliver Cromwell, einer der ehrgeizigen und grausamen Schergen des Königs, versucht alles, um dem König den Weg zu einer Ehe-Annullierung zu ebnen und Nicholas ist Cromwell dabei ein besonderer Dorn im Auge. Als Heinrich sich von der katholischen Kirche lossagt und nun als Oberhaupt einer reformierten Kirche fungiert, glaubt er sich am Ziel seiner Wünsche. Er lässt seine Ehe mit Katharina für ungültig erklären, degradiert seine Tochter Mary damit zu einem Bastard und heiratet Anne Boleyn, die ihm endlich einen ersehnten, männlichen Thronfolger schenken soll. Damit beginnen gefährliche Zeiten für Mary, doch sie hat immer noch ihren getreusten Gefährten Nicholas, der Mittel und Wege findet, um ihr beizustehen. Währenddessen kommen sich Nick und Polly, eine Magd in seinen Diensten, näher- Polly wird dabei schwanger und durch gewisse Umstände wird Nick etwas später genötigt, Polly zu heiraten. Doch es ist keine Liebe, die er für sie empfindet. Wahre Liebe findet er viele Jahre später, doch da scheint es, als ob das Glück Nicholas verlassen hat und er nur ein weiteres adliges Opfer sein wird, dass seinen Kopf auf Befehl des Königs verliert. Oder wird Nicholas seinem Henker noch einmal entkommen können?

'Der dunkle Thron' ist zwar ein neuer Teil der beliebten Waringham Reihe der Autorin, doch er knüpft keineswegs am Vorgängerband 'Das Spiel der Könige' an, sondern spielt knapp 74 Jahre später, als der dritte Teil der Waringham Saga beginnt und erzählt die Geschichte von Nicholas of Waringham. Wie immer gibt es an Rebecca Gable's Schreibstil nicht viel zu rütteln- er ist eingängig und mitreißend. Auch dieses Mal hat sie mit diesen Zutaten einen unterhaltsamen historischen Schmöker geschaffen, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Positiv ist auch hervorzuheben, dass sie ihren Romanhelden nicht im engsten Freundeskreis des Königs integriert hat, sondern dass seine uneingeschränkte Loyalität stattdessen der Königin und ihrer Tochter Mary gilt.

Dennoch gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die ich nicht unter den Tisch kehren möchte, auch wenn ich ein Fan der Autorin bin. Es ist sicherlich ein Pluspunkt, dass Nicholas kein bequemer, durch und durch guter Mensch ist, sondern seine Fehler und Macken hat, doch manches Mal empfand ich sein Verhalten etwas widersprüchlich. Auf der einen Seite steht seine unverbrüchliche Treue zur Königin und deren Tochter und benimmt sich wie ein Mann von Ehre- auf der anderen Seite behandelt er seine Frau, die ehemalige Dienstmagd Polly dagegen wie ein Mensch zweiter Klasse. Sicherlich kann man nachvollziehen, dass Menschen dieser Epoche, besonders Adelige ihre bürgerlichen 'Untergebenen' nicht gerade mit Samthandschuhen anfassten, doch Nicholas Gleichgültigkeit und manche seiner gefühlskalten Äußerungen, passten nicht wirklich ins Gesamtbild seiner Figur.

Was mir normalerweise immer gut an Gable' s Romanen gefällt, ist wie geschickt sie Historie und Fiktion miteinander verbindet, wie gut ihre Romane recherchiert und vor allem wie umfangreich sie sind. Etwas befremdlich fand ich daher die recht einseitige Beschreibung von König Heinrich VIII. Sicherlich mag er kein Sympathieträger gewesen sein, doch selbst ein 'Ungeheuer' in Menschengestalt (die Autorin versäumt es nicht in ihrem Nachwort darauf hinzuweisen, wie sehr sie Heinrich VIII. verabscheut) wird sicherlich mehr charakterliche Facetten aufzuweisen haben. Es wird zwar erwähnt, dass er gerne Theater spielte und großes Geschick in Turnierkämpfen bewies, doch über die Dinge die ihn antrieben, erfährt man stattdessen nichts. Diese Sicht auf den englischen König war mir persönlich etwas zu einseitig- zudem fand ich es befremdlich, dass immer wieder die Rede vom 'dicken' Heinrich war. Dabei galt er als gut aussehender und attraktiver (vor allem sportlich schlanker) König bis er 1536 einen Turnierunfall hatte, da war er bereits 45 Jahre alt! Diese Verletzung zwang ihn schließlich dazu, seine sportlichen Aktivitäten aufzugeben und erst danach ging er langsam aber sicher in die Breite.

Ebenfalls seltsam fand ich diverse Romanabschnitte- während manche Geschehnisse recht ausführlich geschildert werden, erfährt man andere wichtige Dinge nur in kurzen Rückblenden, hier hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Trotz allem ist meine Kritik hier Kritik auf hohem Niveau, selbst ein Gable' Roman mit kleinen Mängeln, ist immer noch besser, als so manch anderer Historienschmöker. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es mit den Waringhams weitergeht und hoffe, dass die Autorin den Herrscher/die Herrscherin in ihrem nächsten Buch ein wenig facettenreicher gestalten wird.

Eine Rezension von Happy End Bücher.de(NG)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Passable Fortsetzung, jedoch mit einigen Entäuschungen, 3. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Thron: Historischer Roman (Kindle Edition)
Vorweg muss ich sagen das ich die ersten 3 Teile regelrecht verschlungen habe.
Besonders Teil 2 (Die Hüter der Rose) und Teil 3 (Das Spiel der Könige) waren besonders fesselnd.

Bei Teil 4 erging es mir leider teilweise wie beim 1. Band: Ich konnte mich nicht so recht mit dem Hauptcharakter anfreunden.
War es im 1. Band die überzeichnete ritterlichkeit die mich etwas nervte, so war es in "Der Dunkle Thron" das Problem das Nicholas of Waringham irgendwie blass blieb. Man bekam nicht wirklich viel von seinem Charakter zu sehen und hatte daher auch keine Chance eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Hinzu kommt das Nicholas nie am wirklichen politischen Geschehen des Landes teilnimmt, stattdessen immer nur durch Erzählungen anderer Charaktere von den Vorgängen bei Hofe erfährt. Damit nimmt auch automatisch der Leser nicht daran teil. Die Verbindung zu Nicks Ahnen fehlt aufgrund des zeitlichen Sprungs leider völlig. Auch sein Vater (zu Beginn des Romans) blieb für mich völlig fremd.

Der Großteil des Buches verliert sich in der Geschichte rund um Mary (die ältere Tochter von König Henry VIII), welcher sich Nick sein leben lang verpflichtet fühlt. Rund um diesen Kern bekommt man noch einige Nebengeschichten um die Reformation, die Krippe bzw Schule und das Gestüt mit. Aber man fühlt sich leider nie wirklich teilhabend am direkten Geschehen welches das Land beeinflusst. Was natürlich auch daran liegt das Mary die meiste Zeit abgeschottet und weit weg vom königlichen Hof lebte. Zu oft werden die Treffen zwischen Nick und Mary auf irgendwelchen einsamen Gütern in der englischen Einöde zwischen Mary und Nick behandelt, welche sich immer um die gleichen Themen drehen.
Warum sich Gablé ausgerechnet so intensiv mit Mary auseinander setzen musste bleibt mir ein Rätsel, denn diese ständige Frömmigkeit und der Versuch alles Gute in ihr zu vereinen während ihr Vater König Henry (so ziemlich) alles schlechte verkörpert machte es für mich eher langweilig und anstrengend.

Es ist nichts im Vergleich zu den bisherigen Bänden in denen die Protagonisten (Nicks Vorfahren) immer mitten im Geschehen standen und durch ihr Wirken die Geschichte mit beeinflussten.

Es fehlte auch zwischendurch mal etwas "Action". Spannende Schlachten wie man sie aus den Vorgängern kannte waren hier leider gar keine vorhanden. Was wiederum darauf zurück zu führen ist das sich Nick aus jeglichen Feldzügen (in Frankreich oder gegen Schottland) völlig heraushält und die Zeit währenddessen in Waringham verbringt. Die einzigen "spannenderen" Momente sind die unzähligen Hinrichtungen dieser Zeit.

Auch die zeitlich weiten Sprünge zwischendurch machen das Eindringen in die Tiefe der Geschichte nicht einfacher. So war mir beispielsweise die "plötzliche" Hingabe Nick's bezüglich der Waisenkinder in London (und der Gründung der Krippe) immer ein Rätsel. Es gab einen zeitlichen Sprung zwischen den Kapiteln und plötzlich kümmerte sich Nick hingebungsvoll um diese Kinder. Da fehlte mir zu oft der Bezug zu manchen Wendungen und Ereignissen. Auch die Reise von Nick durch Europa (durch Frankreich, über die Alpen nach Italien) geschah in einem Kapitelsprung und wurde binnen einer Seite in einer Erzählung von Nick an dessen Sohn abgehandelt. Schade drum.

FAZIT: Gewohnt flüssig und schön geschrieben, wie ich es von Rebecca Gablè gewohnt bin. Inhaltlich bleibt der Roman aber hinter meinen Erwartungen zurück. Insbesondere in Anbetracht der bisherigen 3 Teile. Mir fehlte der direkte Bezug der Hauptperson zum eigentlichen Geschehen (Henry VIII, Reformation usw.) da der Protagonist eigentlich nie selbst am geschichtlichen Geschehen teilnahm. Auch die zu starke Konzentration auf Henrys Tocher Mary langweilte mich auf Dauer doch sehr. Dem Protagonisten fehlt deutlich das Charisma seiner Vorgänger (die man automatisch ins Herz schloss), und die Erwähnungen der Familiengeschichte bleiben nebulöse Anekdoten. Ebenso wie die verwandschaftlichen Beziehungen zu anderen Charakteren.
Hier wäre meines Erachtens doch mehr Potenzial vorhanden gewesen.
Trotzdem ein passables Buch und ich habe es gern gelesen.

Sollte es einen 5. Roman zur Waringham-Saga (Königin Elizabeth I., der Weg zur Seemacht, der Kampf mit Spanien um die Seeherrschaft, Francis Drake, Maria Stuart usw....) geben würde ich mich sehr freuen, denn hier gibt es meines Erachtens noch mehr geschichtliches Potenzial, jedoch dann bitte wieder so spannend und fesselnd wie die ersten Teile der Reihe!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider sehr unsympathische Hauptfigur, 26. September 2013
Ich mag den Schreibstil von Rebecca Gable sehr. Auch dieser Roman ist wie immer sehr gut geschrieben. Sehr bildlich, ich hatte manchmal das Gefühl einen Film zu sehen!
Aber leider fand ich auch die Hauptfigur Nick stellenweise sehr unsympathisch. Sein Verhalten seiner ersten Frau Polly gegenüber fand ich wirklich richtig schlimm. Am Anfang dachte ich mir noch wahrscheinlich muss er erst älter, reifer werden um zu erkennen wie oberflächlich und arrogant er sich seiner Frau gegenüber verhält. Wahrscheinlich ist das Teil seiner Entwicklung, aber nichts - sein Verhalten änderte sich nicht. Aufgrund Polly`s Herkunft schaut er auf sie herab und lässt sie seine "Verachtung" auch immer wieder deutlich spüren. Sagt schlimme Sachen zu ihr und interessiert sich zunächst wenig für beide Kinder, lehnt sie sogar ab. Bei seiner Tochter bleibt sein Desinteresse bis zum Schluss, bei seinem Sohn Francis ändert sich sein Verhalten.
Spätestens als er Francis zu sich nimmt und er mit der Zeit erkennt was für ein wunderbares Kind er dank der Erziehung seiner Frau ist hätte er doch beginnen sollen etwas Achtung vor Polly zu haben. Er schläft zwar mit ihr, obwohl er sie so verachtet, dafür ist sie gut genug, und schickt sie mit einem kleinen Kind ganz alleine weit weg von ihrem Zuhause und ihrer Familie um für ihn zu spionieren, aber sonst ist sie ein "Niemand" für ihn. Wie es ihr geht und welchen Gefahren er sie und sein Kind aussetzt ist ihm egal.
Leider gibt es nur 2 Seiten gleich nach der Hochzeit von Nick und Polly auf denen man etwas Einblick in das Leben von Polly erhält: man erfährt dass Polly Nick bereits schon als Kind geliebt hat und dass sie von Pater Ranulf vergewaltig worden ist.
Es gibt eine Stelle wo Nick auch abwertend an Polly denkt, weil er nicht der erste Mann gewesen ist mit dem sie geschlafen hat, so als hätte sie sicher schon ein paar vor ihm gehabt. Nur der erste Mann mit dem Polly geschlafen hat, war Pater Ranulf und dass tat sie nicht freiwillig. Und dann kam schon Nick.
Aber Janis hingegen, schläft mit Nick obwohl er mit einer anderen verheiratet ist und in der ersten Zeit ja überall wo es nur irgendwie geht. Wer benimmt sich da eher wie eine einfache "Magd" Janis oder Polly?
Ja ich mag Polly sehr. Ich finde sie ist eine sehr bemerkenswerte Frau: sie ist nur eine einfache Küchenmagd die zunächst nicht mal lesen und schreiben kann und bewegt sich an adeligen Höfen ohne dass es den Leuten dort auffällt aus welch einfachen Verhältnissen sie stammt. Lernt dann noch Lesen und Schreiben von ihrem Sohn(wenn Nick etwas Interesse gehabt hätte hätte er darauf schauen können, dass sie es lernt) und erzieht ihre beiden Kinder zu wunderbaren Menschen "ohne sie zu verbiegen", denen niemand anmerkt aus welchen einfachen Verhältnissen seine Mutter kommt.
Sie begibt sie ferne von ihrer Heimat ganz alleine mit einem kleinen Kind in Gefahr, weil Nick sie darum bittet. Ungeheuer mutig finde ich.
Es gibt wirklich so ein paar Stellen in dem Buch bei denen ich beim Lesen richtig zusammengezuckt bin, weil Nick so böse Sachen zu Polly sagt, z.B. droht er ihr obwohl er selbst schon lange mit Janis schläft, dass er sollte Polly ihm betrügen sie in ein Kloster sperren lässt und sie ihre Kinder dann nie wieder sehen wird. Diese Drohung benutzt er ja öfters. Was ist das für ein Mensch?
Aber dann bei der Hochzeit von Francis ist er auf Lord Willoughby, den zweiten Ehemann von Polly, eifersüchtig!!!!

Eine Romanfigur die nur gut und nett ist finde ich zwar langweilig, interessanter ist eine Figur die nicht nur gut oder böse ist. Kleine Fehler, Unzulänglichkeiten, ein bisschen Egoismus usw. machen eine Figur ja erst liebenswert und lebendig. Eben menschlich. Sogar wenn eine Figur manchmal mehr zu dunklen Seite tendiert, kann sie faszinierend und interessant sein, z.B. Scarlett aus "Vom Winde verweht" oder Constance aus "Engel aus Stein".
Aber Nick - schrecklich! Es ist nicht nur sein Verhalten gegenüber Polly gegenüber, sondern auch gegenüber Louise. Ich finde Louise irgendwie sympathisch. Und ich denke dass sie es als Kind sehr schwer hatte. Da ja Nick wie er ja selbst behauptet, alles drangesetzt hat um ihr das Leben so bitter wie möglich zu machen und auch durch Polly erfährt man das Nick als Kind sehr gemein zu Louise gewesen ist. Dazu kommt, dass Nick und Laura eine Gemeinschaft waren und Louise alleine gewesen ist und die beiden sie nicht in ihrem Kreis aufgenommen haben.

Seinen guten Freund Jerome Dudley weist er die Tür, nur weil er seine Stiefschwerster geheiratet hat.
Der armen Katherine Howard wünscht er einen qualvollen Tod, was hat sie ihm den getan. Sie hat nicht die Schuld am Selbstmord von seinem Bruder.

Die historischen Personen werden von Nick (bzw. natürlich von Rebecca Gable) nur in Böse oder Gut eingeteilt, und so werden sie dann dargestellt:
Henry VIII: wird von Anfang an nur als fett beschrieben, zu der Zeit als er mit Katherine von Aragon verheiratet gewesen ist war er doch noch nicht so fettleibig.
Mary I: nur als gute
Anne Boleyn: als schlechte, dazu angemerkt: die Szene wo Nick zu Anne Boleyn sagt, dass sie eine Farce ist, eine Bruthenne mit einer gestohlenen Krone auf dem Kopf ist ja wirklich total unrealistisch, für so ein Benehmen gehört er ja wirklich hingerichtet.
Thomas More: wird als guter Mensch dargestellt, dabei sind so viele Menschen aufgrund seiner Anordnungen gefoltert und hingerichtet worden
Thomas Cromwell: nur als schlecht.

Von allen Rebecca Gable Bücher die ich bisher gelesen habe hat mir dieses Buch am wenigsten gefallen. Es wäre interessant gewesen wenn aus Polly und Nick ein glückliches Ehepaar geworden wäre, wenn er sie mit der Zeit auch zum Lieben begonnen hätte. Wäre mal etwas anderes gewesen.
Die geschichtlichen Figuren wie oben beschrieben sind sehr einseitig dargestellt und die meisten geschichtlichen Ereignisse am tudorischen Hof erfährt man nur von Hörensagen, weil Nick zwar über den König lästert, aber seine Pflichten als Königsvasall nie nach kommt, z.B. dass er Verantwortung als Mitglied des Kronrates übernimmt und daher selbst selten am Hof ist. Vielleicht war er zu feige dazu?

Auch gibt es in dem Buch keiner dieser richtig tiefgehenden wunderbaren Freundschaften wie in den vorangegangen Büchern. Liegt vielleicht daran, dass Nick dazu nicht fähig ist?

Ich hoffe ehrlich, dass "Der dunkle Thron" der Abschlussband der Waringham Sage ist, den mir kommt vor als wäre in dieser Hinsicht die "Luft draußen".
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Der dunkle Thron: Historischer Roman
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