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TOP 500 REZENSENTam 3. Dezember 2011
Dass die EMI in dieser Box gerade 7 Opernquerschnitte aus Fritz Wunderlichs letzter Zeit bei der Firma in prominenter Aufmachung wieder veröffentlicht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie:

Der Sänger wechselte zur Deutschen Grammophon, weil er sich von der EMI nicht ausreichend geschätzt fühlte, u. a., weil er vor allem in solchen Querschnitten eingesetzt wurde, statt in Gesamtaufnahmen.

Für uns Höhrer ist es egal - wir freuen uns über große sängerische Leistungen des deutschen Jahrhunderttenors (und seiner Mitstreiter) auch auf ungewohntem Terrain:

- Madame Butterfly:
Wunderlich, Pilar Lorengar in der Titelrolle und Hermann Prey singen auch auf Deutsch einen hinreißenden Puccini. Auch die Zusammenstellung der Musiknummern ist gelungen - man würde mit dieser Besetzung zwar gern die ganze Oper hören, vermisst aber nichts wesentliches.

- La Bohème:
Auch der Rodolfo war eine Wunderlich-Rolle. Anneliese Rothenberger ist eine zart-zerbrechliche Mimi, Marcel Cordes (Marcel) und Ruth-Margreth Pütz (Musette) klingen etwas zu bürgerlich. Hier ist die Auswahl voll auf die Hauptdarsteller ausgerichtet - deren Rollen sind im wesentlichen aufgenommen.

- Don Giovanni:
Eine Traumbesetzung - Prey in der Titelrolle, dazu Wunderlich, Elisabeth Grümmer (Donna Anna), Erika Köth (Zerlina), Karl-Christian Kohn (Leporello). Aber kann man in einem Querschnitt den musikalischen Reichtum von Mozarts Meisterwerk wirklich einfangen? Mir fehlt zuviel wesentliches, besonders beide Arien der Donna Anna - wenn man schon eine Sängerin wie Grümmer hat, eine Ottavio-Arie, und, und, und. Bei Mozart stört mich die Übersetzung mehr als bei Puccini.

- Mignon:
Für mich die wichtigste Wiederveröffentlichung der Box: Ambroise Thomas' Oper nach Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre" ist heute in Deutschland kaum noch bekannt, Aufnahmen sind kaum noch zu finden. Und eine Besetzung wie Wunderlich, Lorengar, Pütz und Gottlob Frick schon gar nicht - auch auf Deutsch sehr hörenswert. Nach dieser Aufnahme habe ich lange gesucht.

- Martha:
Friedrich v. Flotows komische Oper in einer idealen Besetzung - neben Wunderlich die junge Rothenberger, Gottlob Frick und Hetty Plümacher. Rundum beglückende Aufnahme einer deutschen Spieloper - auch das würde man gern komplett hören, vermisst aber nichts wesentliches.

- Zar und Zimmermann:
Nicht die beste Aufnahme von Lortzings komischer Oper: Wunderlich selbst und Gottlob Frick müssen gegen die altjüngferliche Hilde Hildebrand und den steifen Marcel Cordes ansingen.

- Eugen Onegin/ Pique Dame:
Leider nur sehr kurze Ausschnitte von Tschaikowskys erfolgreichsten Opern - Wunderlich hatte zusammen mit Hermann Prey im Onegin in München auf der Bühne gestanden. Die EMI hat aus anderen Aufnahmen noch Ausschnitte aus dem ersten Akt des Onegin ergänzt, um wenigstens einen echten Querschnitt zu haben. Was Prey, Wunderlich, Melitta Muszely, Elisabeth Lindermeier und Frick als Gremin hier zeigen, ist jedenfalls sehr hörenswert.
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Ich habe diese Kassette mit 7 Opernquerschnitten wegen Fritz Wunderlich bestellt: Wen wundert's? Und ich bin begeistert, da er in all den Rollen zu überzeugen weiß. Es ist ein Jammer, dass er so früh von uns gehen musste, was hätte er noch alles schaffen können.
Allerdings trägt zu meiner Zufriedenheit nicht unerheblich bei, dass wir durch den Kauf die Möglichkeit erhalten, ein Wiedersehen mit den großen SängerInnen der Jahre 1960-63 feiern zu können.
Vor allem möchte ich hier Anneliese Rothenberger erwähnen, die wirklich eine der ganz Großen war. Ihre Mimi ist anrührend, und wie sie die "Letzte Rose" singt, beweist ihre ganz große Klasse. Und da ich ein großer Fan von ihr bin, auch und gerade durch diese hier enthaltenen Querschnitte, werde ich mir auch noch folgende Kassette zulegen: Die Stimme für Millionen. Sie ist dort auf 10 CDs zu hören.
Auch wurde mir durch diese Opernquerschnitte wieder bewusst, wie glücklich wir Berliner sein konnten, Pilar Lorengar an der Deutschen Oper als so treues Mitglied haben und erleben zu dürfen. Ihre Butterfly und auch die Mignon beweisen das.
Was sich EMI allerdings bei dem "Großen" Opernquerschnitt des Don Giovanni gedacht hat, der nur 47,18 min lang ist, frage ich mich. Diese Oper ohne die Ouvertüre ist eine Barbarei. Und die Grümmer unter Vertrag zu haben und dann nicht einmal eine der Arien der Donna Anna singen zu lassen, ist kaum zu fassen. Dieser Querschnitt ist trotz des ausgezeichneten Karl Kohn und Herrmann Prey eine wirkliche Enttäuschung.
Und last but not least: Gottlob Frick. Er kann in 5 der Querschnitte seine große Klasse beweisen - vor allem seine komische Seite kommt blendend zur Geltung.
Noch als kleinen Kritikpunkt möchte ich das Fehlen der Ouvertüren von "Martha" und "Zar und Zimmermann" anführen. Ich lasse mich immer gerne in das Geschehen durch diese Eröffnung einführen, zumal es oft wirklich kleine Kunstwerke sind. Und dass es möglich ist, die Ouvertüre auch mit auf die CD zu bringen, beweist die DG mit ihrem Querschnitt aus dem Jahr 1967, auf dem Wunderlich übrigens dieselbe Rolle singt: Lortzing: Zar und Zimmermann (Highlights)
Fazit: Trotz der kleinen Mängel sollten sich alle Anhänger der Oper - und nicht nur die Fans von Fritz Wunderlich - dieses "Geschenk" von der EMI nicht entgehen lassen. Günstiger kann man es wohl nicht bekommen, zumal die Aufnahmen von einwandfreier Tonqualität sind.
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am 2. November 2015
Ich stamme aus der Generation, die Opernaufnahmen (häufig gab es nur Querschnitte) als LPs sammelte. Für Leute mit bescheidenem Einkommen damals ein recht teures Hobby. Dass ich heute die Möglichkeit habe, solche Aufnahmen in digitalisierter Form zu erwerben, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen, finde ich beglückend. Es ermöglicht mir auch, solche frühen Eindrücke mit Menschen zu teilen, die jünger sind und viele der beteiligten Sänger nicht einmal dem Namen nach kennen. Fritz Wunderlich wird wohl den meisten Opernfans ein Begriff sein. Die wunderbare Pilar Lorengar ist das aber zum Beispiel nicht. Selbst in meinen beruflichen Kreisen (ich bin seit 2002 Operninspizientin und habe in Cottbus, Köln, Rostock, Dresden und Hildesheim gearbeitet) habe ich viele Kollegen getroffen, denen sie kein Begriff war. Und dabei war sie mehrfach Wunderlichs Partnerin.
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am 4. Februar 2012
So viel besten Wunderlich, für so wenig Geld - da ist das Kaufen Pflicht. Nein, eine Herzenssache. Und dann genießen. Ergreifen lassen. Eine (Stimme) wie keine (andere).
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am 30. Januar 2012
Anybody old enough to remember Fritz Wunderlich doesn't need convincing that this was one of THE great 20th-century voices. If he hadn't died at such a ridiculously young age, he might well have become THE voice of the century. In this 7-CD collection we hear him in "Don Giovanni", "Butterfly" and "Bohème" (delicious), but also in the much rarer "Mignon" (a treat!) and the utterly adorable "Martha" (where he finds a congenial partner in Anneliese Rothenberger). If you love opera for the music and not for the stars, it's a must. This was a man who who didn't need anything else but his voice to become immortal. It's a beautiful memento to the time when you didn't need to see an opera to adore the singers. It's magic, pure and simple.
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am 4. Januar 2013
Die Vielseitigkeit von Fritz Wunderlich ist einmalig; man glaubt ihm einfach jeden Part, den er singt. Es gab zur gleichen Zeit gute italienische Tenöre, aber keiner kam an Wunderlich in seiner Herzlichkeit und Überzeugungskraft.
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