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56 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, rührend und aufrüttelnd
Schon auf der zweiten Seite des Buches wir nicht nur dem Leser, sondern auch den Beteiligten des Romans unmissverständlich klar, dass Fabrizio Collini den fünfundachtzigjährigen Jean-Baptiste Meyer in seinem Hotelzimmer in Berlin ermordet hat. Nach der grausam ausgeführten Tat stellt sich Collini sofort der Polizei und steht zu der Tat. Ansonsten...
Veröffentlicht am 2. September 2011 von Potzblitz

versus
33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein großartiger Erzähler! Aber ein wichtiges Buch
"Ein grossartiger Erzähler!" steht auf dem Rücken des Buches, ein Zitat aus einer Spiegel-Rezension. Leider stimmt das nicht. Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt und mag Interessantes aus seinem Fachgebiet und seinem Erfahrungsschatz zu berichten haben. Zu Literatur machen kann er das nicht.

Der Inhalt des Buches klingt vielversprechend: Caspar...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2011 von Stefan


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56 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, rührend und aufrüttelnd, 2. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schon auf der zweiten Seite des Buches wir nicht nur dem Leser, sondern auch den Beteiligten des Romans unmissverständlich klar, dass Fabrizio Collini den fünfundachtzigjährigen Jean-Baptiste Meyer in seinem Hotelzimmer in Berlin ermordet hat. Nach der grausam ausgeführten Tat stellt sich Collini sofort der Polizei und steht zu der Tat. Ansonsten äußert sich der stille Collini nicht. Auch der ihm zugteilte junge Pflichtverteidiger Caspar Leinen, der seinen ersten Prozess mit diesem Fall erhält, kann seinem Mandanten keine Angaben zu dessen Motiv für das Kapitalverbrechen entlocken. Zudem muss sich Caspar Leinen die Frage nach der Aufrechterhaltung seiner Pflichtverteidigung stellen, als er erkennen muss, dass er persönlich näher mit dem Fall verbunden ist, als es ihm lieb ist.
Doch als die an sich unumstrittene Sachlage vor Gericht eine klare Entscheidung vorausahnen lässt, hat Anwalt Leinen eine Initialzündung, der er während einer zehntägigen Verhandlungspause nachgeht.
Die erschütternden Ergebnisse der Recherche bringen eine Wendung im Prozess.

Obwohl der Leser als auch alle Beteiligten von Anbeginn den Mörder kennen, bleiben der Fall und dessen Ermittlungen über den gesamten Verlauf spannend.
Die ungeklärte Frage nach dem "Warum?" muss beantwortet werden und treibt den Leser und die Ermittler weiter voran, während Collini indes freundlich aber still bleibt.
Als Leser wird man förmlich in den Roman hineingezogen und begleitet den Anwalt Leinen bei seiner Arbeit.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, was neben Einblicken in die Abläufe und Aufgaben der Justiz, aber auch die Frage nach den Hintergründen legislativer Entscheidungen und deren moralische und ethische Rechtfertigung aufwirft. In letzter Konsequenz zeigt der beschriebene und dahinter stehende Sachverhalt das schreiende Unrecht und den Wahnsinn dieser fallbezogenen realen Gesetzgebung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Parabel mit kleinen Schwächen, 30. Januar 2012
Von 
Susanne Preusker "SP" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Fall Collini - nach meinem Verständnis und Empfinden eher eine Parabel als ein Roman, wirft das Buch vor historischem Hintergrund doch Fragen auf, die den Leser nachhaltig beschäftigen können: Fragen nach dem Verhältnis von Schuld und Vergeltung, Fragen nach der Fehlbarkeit des Rechtssystems und seiner Protagonisten, Fragen nach der Legitimation unrechten Verhaltens. Und der Verfasser entlässt den Leser nicht aus der Verantwortung, die Anworten selber zu erdenken und Stellung zu beziehen. Dennoch bleibt angesichts des Endes ein ratlos fader Nachgeschmack; ich zumindest als juristischer Laie hätte mir eine abschließende richterliche Wertung sehr gewünscht. Auch einige Nebengleise der Handlung wären für meinen Geschmack entbehrlich gewesen. Von Schirachs sprachlich-stilistische Stärke ist, wie seine Kurzgeschichten eindrucksvoll belegen, die präzise, nüchterne Sachverhaltsschilderung, weniger das schmückende Beiwerk, seine Stärke ist die kühle Beschreibung, nicht die emotionsgeladene Dichtung oder gar die feinsinnige Zeichnung von Charakteren. Aber trotz dieser Schwächen: Den Fall Collini zu lesen, lohnt allemal.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein großartiger Erzähler! Aber ein wichtiges Buch, 4. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ein grossartiger Erzähler!" steht auf dem Rücken des Buches, ein Zitat aus einer Spiegel-Rezension. Leider stimmt das nicht. Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt und mag Interessantes aus seinem Fachgebiet und seinem Erfahrungsschatz zu berichten haben. Zu Literatur machen kann er das nicht.

Der Inhalt des Buches klingt vielversprechend: Caspar Leinen, ein junger Anwalt, der die Pflichtverteidigung für einen brutalen Mörder übernimmt, der nie straffällig war und dessen Motive völlig unklar sind. Das Opfer: Der Großvater von Caspar Leinens bestem Freund. Und schließlich führt alles zurück "in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte", wie der Bucheinband verspricht. Man fragt sich fast, wie all das auf nur 193 Seiten entwickelt werden soll. Man erwartet die atemlose Lektüre eines Krimis, der nicht nur spannend ist, sondern auch einen bislang unbeachteten Sachverhalt der jüngeren deutschen Justizgeschichte interessant verarbeitet.

Letzteres tut von Schirach auch, aber erst nach 120 Seiten. Hier, wenn schon mehr als die Hälfte des Buches vorüber ist, wird es interessant. Davor: Viel Langeweile statt Atemlosigkeit. Schirach schien hier das dringende Bedürfnis gehabt zu haben, die eigene Berufserfahrung zu verwursten. Er hätte sich nur manchmal fragen müssen, ob das, was er schreibt, dem Roman überhaupt dient. Immer wieder völlig unnötige Beschreibungen wie diese: "Unten, aus dem Geschäft gegenüber, kam ein Mann mit seinen Einkäufen, er rutschte aus, fing sich, musste die Tüten loslassen, kleine orangene Schachteln fielen in den Schnee." An einer Stelle liest man: "Der Justiziar sagte immer weiter Sätze, die in solchen Besprechungen immer gesagt werden: 'Da bin ich ganz bei Ihnen', 'Das entscheiden wir zeitnah' und 'Wir bleiben in Kontakt'."
Warum lässt er seine Figuren dann solche Sätze nicht in guten Dialogen sagen? Schirachs 'großartige Erzählkunst' erschließt sich mir nicht. Man kann ihm zwar nicht vorwerfen, dass er nicht wüsste, wie man schreibt. Aber ein großartiger Erzähler hätte aus diesem Stoff mehr gemacht.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Manchmal fragt man sich wirklich..., 2. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
...was unsere hochbezahlten Feuilleton-Schreiberlinge antreibt, ein mittelmäßiges Buch so hochzujubeln. Das ist "Ein Glücksfall für die deutsche Literatur" (Focus)? "Fesselnd wie ganz großes Kino" (Brigitte)? Also bitte!
Laut Klappentext werden wir zum Kauf verleitet mit der zugegebenermaßen spannenden Frage "Was treibt einen Menschen, der sich ein Leben lang nichts hat zuschulden kommen lassen, zu einem Mord?"
Tja. Der Mord passiert gleich am Anfang, die Fakten sind klar, das Motiv nicht. Der Angeklagte kommt vor Gericht, und schweigt. Und schweigt. Und schweigt. Ganze 118 von 190 Seiten lang.

Sein Pflichtverteidiger (jung, begabt, Rechtsanwalt mit Leib und Seele wie der Autor zufälligerweise übrigens auch) ist schon ganz verzweifelt, aber dann ruft der seinen Vater an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, und da macht es plötzlich "Ping!". Der Anwalt setzt sich in den Zug, wälzt jede Menge Akten, fördert ein altes Nazi-Kriegsverbrechen zu Tage, und - oh Wunder: Ja, jetzt wissen wir, was einen unschuldigen Menschen dazu treibt einen Mord zu begehen. Ein Nazi-Kriegsverbrechen, klar. Das versteht man schon. Logo. Da würde ja jeder.

Es dauert dann nochmal schlappe 70 Seiten, bis der Angeklagte auch seine eigene Person zum Selbstjustiz-Opfer macht. Versteht man auch. Logisch. Das hätte er zwar auch gleich nach dem Mord erledigen können und man versteht nicht so richtig, warum er damit so lange gewartet hat, aber dann hätte es ja dieses Buch nicht gegeben.

Kleiner Tipp an den Verlag: Nächstes Mal die Schrift noch ein bisschen größer machen, dann springen noch mehr Seiten raus.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall Collini, 29. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auch dieses Buch von Ferdinand von Schirach, der Enkel eines Nazi-Verbrechers, ist sehr spannend geschrieben. In der Geschichte geht es um einen Mord, dessen Ursache lange in der Vergangenheit zurück liegt.
F. V. Schirach ist ein großartiger Erzähler.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein spannender Kriminalroman, 18. November 2011
Von 
J. Winterfeldt (Bielefeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Roman wird auf spannende Art und Weise vorgetragen. Man bekommt das Gefühl der Unmittelbarkwit vermittelt, wobei der Schauspieler nicht außen vor bleibt. sondern den Roman interpretierend vorliest.
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55 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fall Schirach ..., 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
... ist einfacher zu lösen, als es zunächst vielleicht den Anschein hat. Schirach ist ein knapper, lakonischer Erzähler, der dort am effektivsten ist, wo die gewählte literarische Form dem Inhalt entspricht. Kein Wunder, dass er mit seinen beiden Kurzgeschichtenbänden groß herauskommen konnte.

Mit dem jetzt vorliegenden Roman hat er sich nicht unbedingt einen Gefallen getan. Das Genre liegt Schirach nicht besonders. Zu merken ist dies an vielen Einzelheiten. Da sind zum einen die Figuren, die seltsam flach und reißbrettartig wirken. Natürlich hat jeder seine eigene Kontur und die altmodische Patina, die über allem liegt, hat (mir zumindest) recht gut gefallen. Aber wirkliche Menschen aus Fleisch und Blut sind diese Überbleibsel des 19. Jahrhunderts allesamt nicht. Hier agieren Prinzipien und keine Charaktere mit Widersprüchen und Kanten. Besonders sinnfällig wird dies bei der Person des Täters Fabricio Collini. Er ist einfach kein Henker. Und was man als Leser eines kürzeren Textes möglicherweise als Aufgabe noch akzeptieren würde, nämlich sich die Beweggründe des Täters z. T. selbst zu denken, ist für den Roman als Gattung keine Lösung. Hier wollen wir ja gerade in die gern auch komplizierte Psyche eines Täters eintauchen.

Bliebe also noch die juristische Komponente des Falls. Die Sache mit der kleinen unauffälligen Gesetzesänderung, die so viele Straftäter des NS Regimes saniert hat, ist interessant. Leider vergibt Schirach aber auch hier eine Chance. Ausgerechnet diesen Umstand handelt er fast nebenbei ab. Als Nicht-Jurist hat man Mühe, die Zusammenhänge ganz zu verstehen.

So bleibt nach der Lektüre die Frage, warum man diesen Roman eigentlich gelesen haben sollte.
Ich weiß es nicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit sprachlicher und inhaltlicher Reduktion zur Perfektion - Schirachs neuester Fall!, 7. August 2013
Von 
Buchkolumne.de (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
Fabrizio Maria Collini ist ein höflicher Mann, geboren und aufgewachsen in Italien und seit über 30 Jahren in Deutschland beim Automobilhersteller Daimler tätig. Fabrizio Maria Collini ist über siebzig Jahre alt, als er in der Brandenburg Suite im Berliner Hotel Adlon den Industriellen Jean-Baptiste Meyer ohne viele Worte erschießt und dann auf die Polizei wartet. Ihm wird als Pflichtverteidiger der junge Anwalt Caspar Leinen zur Seite gestellt, der hungrig und neugierig auf seinen ersten Fall wartet - nichtsahnend, dass es ausgerechnet um den Mordfall an seinem alten Familienfreund Meyer geht. Doch obwohl ihm davon abgeraten wird und die Schuld so klar erscheint, obwohl Collini sich schuldig bekennt und keine weiteren Angaben zu seinem Motiv machen möchte - Caspar Leinen spürt, dass hier etwas nicht stimmt und gräbt immer tiefer in der Vergangenheit von Opfer und Täter. Er kommt in seinen Ermittlungen Ereignissen auf die Spur, die den eigentlichen Mord völlig verblassen lassen ...

Ferdinand von Schirach ist selbst hauptberuflich Strafverteidiger in Deutschlands Hauptstadt. Nach zwei Kurzgeschichtensammlungen wartet er nun mit einem längeren Fall auf, der es allerdings in sich hat und die deutsche Schuldfrage erneut aufwirft. Schirach weiß mit wenigen und klaren Worten zu erschüttern und reißt den Leser mit jeder Seite tiefer in den Abgrund der menschlichen Machenschaften. Er spart sich als Autor jegliches unnötige Wort, jedes Ausschmücken und trifft uns trotzdem dank sprachlicher und inhaltlicher Präzision bis ins Mark!

Der deutsche Philosoph Manfred Hinrich hat geschrieben: "Schuld stirbt in Vergebung oder tötet." Ferdinand von Schirach hat sich für die letzte Möglichkeit entschieden und weiß damit den Leser in einem spannenden und stilistisch nahezu perfekten Kriminalroman zu begeistern. Einer der für mich größten deutschen Autoren der gegenwärtigen Kriminalliteratur, was er auch mit diesem Roman wieder bewiesen hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannendes Buch, 10. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Kindle Edition)
Dieser Roman wird ohne Kitsch und Schnörkel gerade heraus erzählt. Man erkennt deutlich die klaren Linien eines Anwalts. Die gerade einmal 200 Seiten habe ich an einem Nachmittag aufgefressen. Das Thema ist und bleibt spannend und aktuell. Definitiv ein Buch, dass man gelesen haben sollte. Klassiker-verdächtig!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnörkellos und packend, 8. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Kindle Edition)
Caspar Leinen hat vor vier Wochen sein 2. Staatsexamen absolviert. Sein erster Fall ist die Pflichtverteidigung des unauffälligen Rentners Fabrizio Collini, der einen angesehenen deutschen Industriellen geradezu hingerichet hat. Für alle Beteiligten sieht es nach einem klaren Fall aus, der schnell abgewickelt werden wird, besonders, weil der Angeklagte sich über sein Motiv hartnäckig ausschweigt. Leinen, ein idealistischer aber der unerfahrener junger Anwalt hat so gut wie keine Chance den Fall zu gewinnen. Als sich noch dazu herausstellt, dass der Tote ein enger Freund seiner Familie war, will Leinen die Pflichtverteidigung niederlegen. Doch dann kommt alles anders. Er behält den Fall und macht eine Entdeckung, die nicht nur sein Leben verändern wird.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, denn die Story hatte mich nach den ersten drei Sätzen gepackt. Der knappe und schnörkellose Schreibstil von Schirachs passt zu diesem Gerichtskrimi, der nicht nur Einblicke in die Arbeit von Gerichten und Anwälten bietet, sondern auch erhellt, nach welchen Prinzipien Rechtsprechung bei uns funktioniert. Die Geschichte wartet mit vielen überraschenden Wendungen auf und spielt im Grunde auf zwei Ebenen, der Gegenwart und der Vergangenheit, die meisterhaft miteinander verknüpft werden. Ein Happy End gibt es nicht, eher ein nüchtern verhaltenes Ende, aber etwas anderes hätte auch nicht gepasst.
Sehr negativ ist mir aufgefallen, dass im Ebook nahezu jede Silbentrennung falsch war und den Lesefluss erheblich gestört hat. Außerdem ist der am Ende zitierte Gesetzestext voller doppelter Satzfragmente. Hier hätte ich von einem großen Verlag mehr Professionalität erwartet. Da ich das aber nicht dem Autor und seiner großartigen Geschichte anlasten möchte, bleibt es bei 5 Sternen.
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